Handbuch  Epik und Lyrik - Mohamed CHAABANI - E-Book

Handbuch Epik und Lyrik E-Book

Mohamed Chaabani

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3,99 €

  • Herausgeber: BookRix
  • Kategorie: Bildung
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2021
Beschreibung

Das vorliegende Buch wendet sich an alle, die sich mit der Germanistik befassen. Das Buch zielt darauf, elementares fachwissenschaftliches Wissen im Bereich der Literatur zu vermitteln. Es sichert die Grundlagen der literarischen Gattungen Epik und Lyrik und bietet somit Hilfen bei der Vorbereitung von Unterricht oder Prüfungen. Das Buch ist so konzipiert, dass die literarischen Gattungen Epik und Lyrik wissenschaftlich erläutert und anschließend mit Hilfe von Textbeispielen veranschaulicht werden. Hierzu wünsche ich, dass die Arbeit mit diesem Buch sehr hilfreich wird.

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Seitenzahl: 121

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Mohamed CHAABANI

Handbuch Epik und Lyrik

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Vorwort

Das vorliegende Buch wendet sich an alle, die sich mit der Germanistik befassen.

Das Buch zielt darauf, elementares fachwissenschaftliches Wissen im Bereich der Literatur zu vermitteln. Es sichert die Grundlagen der literarischen Gattungen Epik und Lyrik und bietet somit Hilfen bei der Vorbereitung von Unterricht oder Prüfungen.

Das Buch ist so konzipiert, dass die literarischen Gattungen Epik und Lyrik wissenschaftlich erläutert und anschließend mit Hilfe von Textbeispielen veranschaulicht werden.

Hierzu wünsche ich, dass die Arbeit mit diesem Buch sehr hilfreich wird.

Sidi Bel Abbes im Juli 2021

Dr. Mohamed CHAABANI

Inhalt

Epik

Das Märchen

Die Sage

Die Fabel

Die Parabel

Die Kurzgeschichte

Die Kalendergeschichte

Die Novelle

Die Anekdote

Der Schwank

Der Roman

Lyrik

Die Gelegenheitsdichtung

Die Gedankenlyrik

Die Elegie

Die Ballade

Das Sonett

Das Epigramm

Das Dinggedicht

Literatur

Textquellenverzeichnis

Epik

In einem ersten Schritt wird auf den Begriff Epik eingegangen. In diesem Sinne verweisen BANDEL, O./ Schaefer, D. (2006, 41)[1] darauf, dass die Epik alle erzählende Vers-und Prosadichtung darstellt. Zudem erzählt der Erzähler in der Epik in der Vergangenheit. Es geht um das imperfekt. Ferner zeichnet sich die Epik durch die epische Breite. Hierbei geht es um die Freiheit zu detaillierten Beschreibungen, Wiederholungen. (Ebd.)

Die Epik hat weiterhin folgende Strukturelemente wie chronologischer Ablauf der Ereignisse, Ruckblenden, Raffung oder Dehnung der erzählten Ereignisse.

Bei der Epik berichtet der Erzähler über Geschehnisse. (Ebd.)

In diesem Zusammenhang weist ESSER, R. (2007, 72)[2] darauf hin, dass sich in Großformen der Epik zahlreiche Einzelheiten beim Erzählen finden. Bei kleinen Formen hingegen wird auf knapper Weise berichtet. Dabei kann der Erzähler unterschiedliche Erzählperspektiven einnehmen.

Bei HOMBERGER, D. (2013, 76)[3] finden sich die Überlegungen, dass Epik eine erzählende Dichtung ist, die in Versform oder Prosa vorkommt. Hierbei vermittelt der Erzähler ein Geschehen. Dieses Geschehen bezieht sich auf Ereignisse, Handlungen, Personen und ihre Gespräche oder Gedanken.

Beim Erzählen lassen sich laut HOMBERGER, D. (2013, 76) folgende formen differenzieren:

Zeitraffung: es wird berichtet.Zeitdehnung: es wird beschrieben oder erörtert.Zeitdeckung: es wird szenisch oder dialogisch erzählt.

Ferner unterscheidet man Kurzprosa und epischen Großformen.

Die epische Breite bezieht sich auf die Freiheit zur Gestaltung von Raum und Zeit. So HOMBERGER, D. (2013, 76).

[1] BANTEL, OTTO/ SCHAEFER, DIETER (2006): Grundbegriffe der Literatur. 17. Auflage. Berlin, Cornelsen

[2] ESSER, ROLF (2007): Das große Arbeitsbuch Literaturunterricht. Lyrik, Epik, Dramatik. Müllheim an der Ruhr, Verlag an der Ruhr

[3] HOMBERGER, DIETRICH (2013): Fachlexikon Deutschunterricht. Schneider Verlag Hohengehren

Das Märchen

Begriffliches

Zur Klärung des Begriffs Märchen, empfiehlt es sich vorerst, verschiedene Sichtweisen für das Begriffsverständnis durchzugehen. Erste Annäherung an den Begriff Märchen lässt sich durch die Ausführungen von Haerkötter, u.a. (1979, 235) stattfinden:

„Das Märchen ist eine kurze, freie erfundene Erzählung, die weder zeitlich noch räumlich gebunden ist noch Wirklichkeitscharakter besitzt; vielmehr ist sie voller phantastischer Ereignisse, die sich gar nicht haben ereignen können, weil sie gegen die Naturgesetzte verstoßen.“[1]

Das Märchen stellt laut Haerkötter, u.a. (1979, 235) eine magische Welt dar. Dabei werden eine genaue Beschreibung und wörtliche Rede gebraucht, um diese magische Welt glaubhaft wirken zu lassen. Das Märchen ist in drei Teile aufgebaut. Erstens eine gespannte Erwartung. Zweitens das Mittelstück. Darin findet sich oft drei Aufgaben und schließlich die Wende.

Weiterhin wird das Märchen laut Metzler-Literatur-Lexikon (1990, 292) wie folgt definiert:

„Phantastische, realitätsüberhobene, variable Erzählung, deren Stoff aus mündlichen volkstümlichen Traditionen stammt und jeder mündlichen oder schriftlichen Realisierung je nach Erzähltalent und- Intention oder stilistischen Anspruch anders gestaltet sein kann.“

Eine weitere Definition des Märchens findet sich bei Feld-Knapp (2005, 81)[2]:

„Ein Märchen ist eine in einem volküberlieferte Erzählung, in der übernatürliche Kräfte und Gestalten in das Leben der Menschen eingreifen und meist am Ende die Guten belohnt und die Bösen bestraft werden“

Bei Vogt, Jochen (2012)[3] finden sich die folgenden Ausführungen über die Textsorte Märchen:

Die Handlung des Märchens hat weder Zeit noch Raum. Charakteristisch für das Märchen ist die Phantasie durch sprechende Tiere und Gegenstände, Verwandlungen und Verzauberungen. Es wird zwischen dem Bösen und dem Guten getrennt. Es gibt auch ein Held, der eine Aufgabe hat, natürlichen und übernatürlichen Kräften zu trotzen. Sprachlich sind zahlreiche Redensarten und Sprichwörter anzutreffen. In der Zeit der Romantik wurden Volksmärchen gesammelt. Als Beispiel nennt JV die Volksmärchen der Deutschen von J.K.A. Masäus aus den Jahren 1782/1787.

In diesem Zusammenhang unterscheidet sich man zwischen Volksmärchen und Kunstmärchen. Die Volksmärchen hingegen sind alt und durch mündliche Überlieferungen überarbeitet. Demgegenüber sind die jüngeren Kunstmärchen von Dichtern geschrieben. Der Inhalt solcher Märchen ist definitiv festgelegt.

Nach Winkler (2000, 65) stellen Kunstmärchen das Werk eines bestimmten Dichters. Dabei gibt es Höhepunkt besonders bei romantischen Kunstmärchen.

Ein andere Art von Märchen laut Winkler (2000, S. 65) ist das moderne Antimärchen (vgl. Kafka: Die Verwandlung). Dabei geht es um einen negativen Held, der großen Kräften unterliegen sei.

Geschichte des Märchens

Laut Metzler-Literatur-Lexikon (1990, S.292) findet man in der altägyptischen Literatur zwei Brüder-Märchen des Papyrus Wescar, 2 Jahrhundert v. Chr. In römischer Literatur findet man das Märchen von Amor und Psyche im „Goldenen Esel“ des Apuleius, 2 Jahrhundert n. Chr. Im Mittelalter etwa der „Asinarius“ (Märchen von Tierbräutigam um 1200 oder in die „Gesta Romanorum“ um 1300). In der deutschen Literatur in der Neuzeit findet man eine Version des Aschenputtels in der „Gartengesellschaft“ des Martin Montanus oder Predigten des J. Geiler von Kaisersberg (16. Jh.). In der italienischen Literatur gibt es Sammlungen von Erzählungen von G.F. Straparola:„Le piacevoli notti“ 1550/53, Geschichte von Tierprinzen, vom wilden Mann, gestiefelter Kater… G. Basile „Lo cunto deli cunti“, auf Deutsch Märchen aller Märchen in 1634/36, darunter Aschenputtel, Rapunzel, Schneewittchen, Dornröschen. J.A. Galland (1704/17) hat die orientalische Erzählsammlung von „1001 Nacht“ ins Französische übersetzt. Die Brüder J. und W. Grimm begannen in einem einfachen volkstümlichen Stil zu verfassen. („Kinder und Hausmärchen“ 2 Bde. 1812/15: 156 Texte, 7. Auflage 1857: 210 Texte). Im 19. Jahrhundert gab es Sammlungen von Märchen wie z.B. L. Bechstein (1845), K. Müllenhof (1845).

Eine wissenschaftliche Auseinadersetzung mit dem Märchen begann laut Metzler-Literatur-Lexikon (1990, S.292 f.) mit den Brüdern Grimm. Anmerkungen zu den Kinder und Hausmärchen.

Im 19. Jh. beschäftigte man sich mit der Herkunft des Märchens. Im 20. Jh. beziehen sich die Untersuchungen vor allem auf die Klassifizierung von Märchen, seine regionale Ausprägungen, sowie Varianten und Schichten.

Merkmale des Märchens

Das Märchen weist laut Metzler-Literatur-Lexikon (1990, S.292) folgende Merkmale auf:

Das Märchen unterscheidet sich durch Raum- und Zeitlosigkeit.Es gibt keine Natur- oder Kausalgesetze. In diesem Sinne finden sich Verwandlungen, sprechende Tiere, Pflanzen, Gegenstände…usw.Das Märchen charakterisiert sich durch sogenannte Einschichtigkeit, d.h. im Mittelpunkt der Handlung steht ein Held oder eine Heldin.In einem Märchen tauchen Fabelwesen wie Riesen, Zwerge, Hexen, Drachen usw.Das Märchen zeichnet sich auch durch Handlungsstereotypen aus, wie Auszug, Vertreibung, Missachtung des Helden, seine Bewährung durch Aufgaben- oder Rätsellösung. In diesem Zusammenhang gibt es auch Stereotypschluss wie ausgleichende Gerechtigkeit, Sieg des Guten oder Wiederherstellung einer harmonischen Ordnung mit Bestrafung des Bösen. In seltenen Fällen siegt der Böse wie z.B. „Herr Korbes“, „Das Lumpengesindel“. Außerdem gibt es typische Schauplätze wie Schloss, Häuschen, Wald, Höhle, Quelle…usw., und stereotype Requisiten (wie Brunnen, Zauberring, -spiegel, -lampe ), Farben wie gold, schwarz-weiß, rot-weißEs gibt Strukturierung mit Symbolzahlen wie Dreizahl; dreifacher Kursus der Handlung, drei Wünsche usw., Siebenzahl; sieben Zwerge, sieben Jahre Frist usw.Es gibt auch „typisierendes Personal“ wie König, Königstochter, -Sohn, Held oder Heldin, meistens von „niedriger Herkunft“, missachtet oder abhängig von bösen Schwestern, Brüdern, Stiefmüttern usw. Held ist meistens namenlos oder mit Allerweltsnamen wie Hans, Gretel oder sprechenden Namen Allerleirau, Schneewittchen u.a.Märchen haben meistens eine Struktur, Eingangs-, Schlussformeln, stereotype Wiederholungen, Beschwörungs- und Merkverse.

Viele Märchen enden mit der „abschließenden Vorausdeutung" (Lämmert, S. 153: in Winkler 2000, 61): „Und so lebten sie glücklich ...“[4]

Beispiel für ein Märchen

Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat, lebte ein König, dessen Töchter waren alle schön; aber die jüngste war so schön, dass die Sonne selber, die doch so vieles gesehen hat, sich verwunderte, sooft sie ihr ins Gesicht schien. Nahe bei dem Schlosse des Königs lag ein grosser dunkler Wald, und in dem Walde unter einer alten Linde war ein Brunnen; wenn nun der Tag recht heiss war, so ging das Königskind hinaus in den Wald und setzte sich an den Rand des kühlen Brunnens - und wenn sie Langeweile hatte, so nahm sie eine goldene Kugel, warf sie in die Höhe und fing sie wieder; und das war ihr liebstes Spielwerk.

Nun trug es sich einmal zu, dass die goldene Kugel der Königstochter nicht in ihr Händchen fiel, das sie in die Höhe gehalten hatte, sondern vorbei auf die Erde schlug und geradezu ins Wasser hineinrollte. Die Königstochter folgte ihr mit den Augen nach, aber die Kugel verschwand, und der Brunnen war tief, so tief, dass man keinen Grund sah. Da fing sie an zu weinen und weinte immer lauter und konnte sich gar nicht trösten. Und wie sie so klagte, rief ihr jemand zu: "Was hast du vor, Königstochter, du schreist ja, dass sich ein Stein erbarmen möchte." Sie sah sich um, woher die Stimme käme, da erblickte sie einen Frosch, der seinen dicken, hässlichen Kopf aus dem Wasser streckte. "Ach, du bist's, alter Wasserpatscher," sagte sie, "ich weine über meine goldene Kugel, die mir in den Brunnen hinabgefallen ist." - "Sei still und weine nicht," antwortete der Frosch, "ich kann wohl Rat schaffen, aber was gibst du mir, wenn ich dein Spielwerk wieder heraufhole?" - "Was du haben willst, lieber Frosch," sagte sie; "meine Kleider, meine Perlen und Edelsteine, auch noch die goldene Krone, die ich trage." Der Frosch antwortete: "Deine Kleider, deine Perlen und Edelsteine und deine goldene Krone, die mag ich nicht: aber wenn du mich liebhaben willst, und ich soll dein Geselle und Spielkamerad sein, an deinem Tischlein neben dir sitzen, von deinem goldenen Tellerlein essen, aus deinem Becherlein trinken, in deinem Bettlein schlafen: wenn du mir das versprichst, so will ich hinuntersteigen und dir die goldene Kugel wieder heraufholen." - "Ach ja," sagte sie, "ich verspreche dir alles, was du willst, wenn du mir nur die Kugel wieder bringst." Sie dachte aber: Was der einfältige Frosch schwätzt! Der sitzt im Wasser bei seinesgleichen und quakt und kann keines Menschen Geselle sein.

Der Frosch, als er die Zusage erhalten hatte, tauchte seinen Kopf unter, sank hinab, und über ein Weilchen kam er wieder heraufgerudert, hatte die Kugel im Maul und warf sie ins Gras. Die Königstochter war voll Freude, als sie ihr schönes Spielwerk wieder erblickte, hob es auf und sprang damit fort. "Warte, warte," rief der Frosch, "nimm mich mit, ich kann nicht so laufen wie du!" Aber was half es ihm, dass er ihr sein Quak, Quak so laut nachschrie, als er konnte! Sie hörte nicht darauf, eilte nach Hause und hatte bald den armen Frosch vergessen, der wieder in seinen Brunnen hinabsteigen musste.

Am andern Tage, als sie mit dem König und allen Hofleuten sich zur Tafel gesetzt hatte und von ihrem goldenen Tellerlein ass, da kam, plitsch platsch, plitsch platsch, etwas die Marmortreppe heraufgekrochen, und als es oben angelangt war, klopfte es an die Tür und rief: "Königstochter, jüngste, mach mir auf!" Sie lief und wollte sehen, wer draussen wäre, als sie aber aufmachte, so sass der Frosch davor. Da warf sie die Tür hastig zu, setzte sich wieder an den Tisch, und es war ihr ganz angst. Der König sah wohl, dass ihr das Herz gewaltig klopfte, und sprach: "Mein Kind, was fürchtest du dich, steht etwa ein Riese vor der Tür und will dich holen?" - "Ach nein," antwortete sie, "es ist kein Riese, sondern ein garstiger Frosch." - "Was will der Frosch von dir?" - "Ach, lieber Vater, als ich gestern im Wald bei dem Brunnen sass und spielte, da fiel meine goldene Kugel ins Wasser. Und weil ich so weinte, hat sie der Frosch wieder heraufgeholt, und weil er es durchaus verlangte, so versprach ich ihm, er sollte mein Geselle werden; ich dachte aber nimmermehr, dass er aus seinem Wasser herauskönnte. Nun ist er draussen und will zu mir herein." Und schon klopfte es zum zweitenmal und rief:

"Königstochter, jüngste,

Mach mir auf,

Weisst du nicht, was gestern

Du zu mir gesagt

Bei dem kühlen Wasserbrunnen?

Königstochter, jüngste,

Mach mir auf!"

Da sagte der König: "Was du versprochen hast, das musst du auch halten; geh nur und mach ihm auf." Sie ging und öffnete die Türe, da hüpfte der Frosch herein, ihr immer auf dem Fusse nach, bis zu ihrem Stuhl. Da sass er und rief: "Heb mich herauf zu dir." Sie zauderte, bis es endlich der König befahl. Als der Frosch erst auf dem Stuhl war, wollte er auf den Tisch, und als er da sass, sprach er: "Nun schieb mir dein goldenes Tellerlein näher, damit wir zusammen essen." Das tat sie zwar, aber man sah wohl, dass sie's nicht gerne tat. Der Frosch liess sich's gut schmecken, aber ihr blieb fast jedes Bisslein im Halse. Endlich sprach er: "Ich habe mich sattgegessen und bin müde; nun trag mich in dein Kämmerlein und mach dein seiden Bettlein zurecht, da wollen wir uns schlafen legen." Die Königstochter fing an zu weinen und fürchtete sich vor dem kalten Frosch, den sie nicht anzurühren getraute und der nun in ihrem schönen, reinen Bettlein schlafen sollte. Der König aber ward zornig und sprach: "Wer dir geholfen hat, als du in der Not warst, den sollst du hernach nicht verachten." Da packte sie ihn mit zwei Fingern, trug ihn hinauf und setzte ihn in eine Ecke. Als sie aber im Bett lag, kam er gekrochen und sprach: "Ich bin müde, ich will schlafen so gut wie du: heb mich herauf, oder ich sag's deinem Vater." Da ward sie erst bitterböse, holte ihn herauf und warf ihn aus allen Kräften wider die Wand: "Nun wirst du Ruhe haben, du garstiger Frosch."