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Hannah weiß nicht, was sie machen soll. Kurz nach Beginn des neuen Schuljahres in Santiago de Chile steht auf einmal alles Kopf. Ein Virus legt die Welt lahm und sie ist mit ihren Eltern und ihrem Bruder, Maxe, zuhause eingesperrt. Da muss sich doch was finden lassen, damit diese Zeit ein Abenteuer und kein Desaster wird. Zusammen mit Maxe verwandelt sie ihr Haus mal in ein Raumschiff und mal in einen Freizeitpark. So übersteht die Familie gemeinsam die schwierige Zeit voller Einschränkungen. Sogar die Masken sind am Ende ganz cool, weil Maxe eine geniale Idee hatte. Eine phantasievolle Geschichte, die nicht ganz erfunden ist. Sie ist in einfachen Worten geschrieben und für Fremdsprachler geeignet. Redewendungen und typisch deutsche Sprüche erklären wir dir, genauso wie Besonderheiten aus Chile, Südamerika und dem Schulalltag an einer chilenisch-deutschen Privatschule.
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Seitenzahl: 61
Veröffentlichungsjahr: 2022
Rhea Tinkhauser, Are Tinkhauser
Hannah lebt ihr Leben
Phantasie in der Pandemie
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Personenbeschreibungen
Einleitung
Unsere kleine Welt
Keine Schule
Steinzeit spielen
Das Raumschiffprojekt
Unendliche Quarantäne
Freizeitpark zu Hause
Alles auf Abstand
Zurück in die Schule
Zaubersprache Maskenland
Epilog
Endnoten – Erklärung von Sprichwörtern, Begriffen und Besonderheiten aus Chile
Impressum neobooks
Are und Rhea Tinkhauser
Hannah lebt ihr Leben
Phantasie in der Pandemie
Mit Illustrationen vonPolina Nishnikow
Hannah ist zehn und erzählt von der Pandemie. Mit viel Phantasie erlebt sie spannende Abenteuer in der Quarantäne. Zusammen mit ihrem Bruder Maxe verwandelt sie ihr Haus mal in ein Raumschiff und mal in einen Freizeitpark. Mit tollen Einfällen übersteht die Familie gemeinsam die schwierige Zeit der Einschränkungen. Sogar die Masken sind dank einer genialen Idee am Ende echt cool.
Vermitteln wir unseren Kindern, dass man jeder beschwerlichen Zeit etwas Gutes abgewinnen kann. Kinder sollen gerne zurück und mutig nach vorn schauen.
Hannah
Lange, schwarze, glatte Haare bis zum Po
Rundes Gesicht voller Sommersprossen
Geht ihrem Papa fast bis zur Schulter
Dünn wie eine Bohnenstangei
Zehn Jahre und einen Monat alt
Trägt immer verschiedene Socken, weil Socken sortieren Zeitverschwendung ist
Lieblingsfarbe: Türkis
Hobbies: Singen, Taekwondo, Skateboard fahren, Fußball spielen
Kichert ständig, wenn Freundinnen zu Besuch sind
Lieblingstiere: Hunde
Maxe
Kurze, braune, abstehende Locken
Leicht breites Gesicht mit runder Brille
Nur ein bisschen größer als Hannah, was ihn heimlich ärgert
Sportlich und ziemlich dünn, aber ist schon recht muskulös für sein Alter
11 Jahre und drei Monate alt
Trägt immer Sportklamotten mit zu großen T-Shirts, was Mama auf die Palme bringtii
Lieblingsfarbe: Blau
Hobbies: Fußball spielen, Schwimmen, Gymnastik, Dinge erfinden, Sprachen lernen
Ist immer gut drauf, schon um sechs Uhr morgens, hat ständig Hummeln im Hinterniii
Lieblingstiere: Hunde, Chamäleons, Katzen, Axolotl, Vogelspinnen (aber nur von Weitem), Helmkasuareiv
Papa
Schwarze kurze Haare, sagt er immer, aber in Wirklichkeit sind sie schon ein bisschen grau
Breites Gesicht mit Brille, schaut oft ernst, aber beim Lachen sieht man seine großen Zähne
Mittelalt, so wie ein Papa, der ganz normal alt ist
Professor für Paläontologie an der Universität
Trägt immer alles in Beige, bei der Arbeit einen Anzug und zu Hause einen Jogginganzug
Hobbies: nach der Arbeit noch mehr über Dinosaurier herausfinden und ständig allen davon erzählen, Joggen
Lieblingstiere: keine, die machen Dreck (höchstens Dinosaurier, aber die sind ja auch schon tot)
Mama
Lange, schwarze, glatte Haare so wie Hannah
Schmales Mama-Gesicht, immer freundlich und manchmal ziemlich müde, im Sommer mit Sommersprossen auf der Nase und der Stirn
Fast so alt wie Papa, aber vermutlich erst 29 (sagt sie immer)
Konditorin und Spezialistin für Käsekuchen
Trägt immer Kleider, die total bunt und irgendwie verrückt sind
Hobbies: Kochen, den Kindern vorlesen, Malen, sammelt Schuhe, gerne mit hohem Absatz (die sind anscheinend so wichtig, dass sie immer nur die Turnschuhe anzieht, damit die anderen nicht kaputt gehen)
Lieblingstiere: Einhörner und Hunde
Nachbar Herr Alberto
Wohnt direkt nebenan
Hat immer einen Hut auf und ist irgendwie uralt
Graue Haare und hat immer Werkzeug dabei
Hat eine dicke Nase und ein Hörgerät
Schimpft ständig am Zaun über zu viel Lärm, dafür hat seine Frau immer Schokolade
Ich bin Hannah. Eigentlich bin ich ein ganz normales Mädchen. Ich wohne in Chile und bin zehn Jahre alt. Ich gehe auf die Deutsche Schule Santiago in die fünfte Klasse. Meine Familie und ich wohnen in Vitacurav und ich habe einen Bruder. Der ist ein bisschen über ein Jahr älter als ich.
Mein Bruder heißt Maximilian, aber alle nennen ihn Maxe. Das passt auch besser, finde ich. Maximilian hört sich so vernünftig an, aber Maxe ist ein Zappelphilipp und hat nur Quatsch im Kopf. Maxe hat in der sechsten Klasse noch mehr Schule als ich. Er ist fast jeden Nachmittag beim Sport und hängt ansonsten viel in seinem Zimmer rum. Ich frage mich, was er dort so macht, aber an seiner Tür hängt ein riesiges Schild:
„Betreten verboten – besonders für bescheuerte Schwestern“
Das ist aber gar nicht schlimm, weil ich auch immer unterwegs bin und er mir außerdem manchmal ganz schön auf den Keks gehtvi.
Ich war früher beim Ballett, aber seit einem Jahr gehe ich zum Taekwondo und habe schon den gelben Gürtel. Außerdem treffe ich mich oft mit meinen Freundinnen und einmal in der Woche habe ich Gesangsunterricht. Ich finde mich schon ganz schön gut. Aber Maxe sagt immer: „Unsere Eltern bringen dich zum Singen, weil sie dein ständiges Gejaule besser ertragen können, wenn es weniger falsch klingt.“
Mit unseren Eltern wohnen wir in einem kleinen Haus in einer ruhigen Straße.
Wir haben keinen Pool, aber der Sportclubvii, in dem meine Eltern sind, ist genau gegenüber. Da treffen wir unsere Freunde zum Schwimmen und Eis essen.
Mama und Papa können richtig peinlich sein, aber das sagen wir ihnen nicht. Letzte Woche haben wir im Pool Fangen gespielt und Mama hat durch den ganzen Club gerufen: „Schätzchen, komm, ich creme dich ein, damit dein Näschen nicht wieder so rot wird!“ Ich wäre am liebsten im Boden versunkenviii vor Peinlichkeit, aber sie meint es ja gut. Papa hat dafür Maxe vom Fußballplatz geholt, um ihn zu fragen, ob er mal Pipi muss. Das war eindeutig noch schlimmer. Man kann sich seine Eltern halt nicht aussuchen.
Wenn wir morgens aufstehen, ist es manchmal echt hektisch. In der letzten Schulwoche 2019 war es extra chaotisch, denn wir wollten alle endlich Ferien haben.
Die Lehrer spielten nur noch Spiele mit uns, lasen uns vor oder ließen uns erzählen, was wir für den Sommer geplant hatten.ix Die Noten standen ja eh schon fest. Wir waren alle voller Energie. Niemand konnte mehr wirklich still sitzen.
In der Mathestunde am Montag musste Frau Karien mit Annegret zur Krankenschwester, weil ihr nach der dritten Tafel Schokolade schlecht geworden ist. Die isst sie immer unterm Tisch. Aber weil das Papier so raschelt, weiß das trotzdem jeder.
Der Paul hat dann in den Abfalleimer gepinkelt und alle haben gelacht. Als Frau Karien zurück war, hat sie immer so komisch geschnüffelt und dann das Fenster aufgemacht. Da bin ich vor Lachen fast vom Stuhl geplumpst. Ich musste dann ein Bild ausmalen und still sein. Dabei hat doch Paul das Gemüffel verursacht.
Am Ende der Stunde ist es der Lehrerin doch noch aufgefallen. Unser Mülleimer steht neben der Tür und ist eigentlich mehr ein Korb. Mittlerweile stand er in einer gelben Pfütze und Frau Karien hat losgekreischt, als ihr klar wurde, was das war. Sie hat uns angebrüllt und ihr Gesicht ist ganz rot geworden. Dann hat irgendwann der Karl den Paul verraten. Paul sollte einen negativen Eintrag ins Klassenbuch bekommen. „Das ist mir komplett egal, weil in den Ferien sowieso alles gelöscht wird.“, hat er da gesagt und gegrinst. Dann hat die Lehrerin ihre Meinung geändert und Paul musste den restlichen Tag bei der Schulinspektorinx sitzen.
