Ich werd Panda (Essen, schlafen, keine Schule) - Tani Sawitzki - E-Book

Ich werd Panda (Essen, schlafen, keine Schule) E-Book

Tani Sawitzki

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Beschreibung

»Größtes Lesevergnügen: Empfehlung mit Sternchenemoji!« Annette Frier Leonie Grün hat einen Haufen Probleme. Mal wieder. Dank ihrer Tagträumereien sieht es in Mathe nämlich echt übel aus und nicht nur das: Sie darf nicht mit auf Klassenfahrt. Kreisch! Aber natürlich hält sie das nicht davon ab mit ihren weltbesten Freundinnen, Pony und Hira eine abgefahrene Chaos-Tour hinzulegen. Voller Riesen-Pandas, lustiger Parties, einer Horror-Nacht und natürlich einem ganz besonderen Jungen. Zwinker! Also steig mit ein bei der wilden Fahrt und und der Frage aller Fragen: Warum müssen Glühwürmchen denn unbedingt mit dem Hintern leuchten? Peinlichkeits-Expertin Leonie wieder schliddert durch ihr Mädchen-Universum aus Limo-Vulkanen und niesenden Eseln hin zum großen Kribbeln im Bauch. Für alle beste Freundinnen, die sich gerne kringeln vor Lachen! Alle Bände der Reihe: Band 1: Ich werde Muffin- Kein Hirn, keine Probleme Band 2: Ich werd Panda - Essen, schlafen, keine Schule  Serie bei Antolin gelistet

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Seitenzahl: 166

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Tani Sawitzki

Ich werd Panda

(Essen, schlafen, keine Schule)

Mit Illustrationen von Christiane Hahn

 

 

Über dieses Buch

 

 

»Größtes Lesevergnügen: Empfehlung mit Sternchenemoji!« Annette Frier

Leonie Grün hat einen Haufen Probleme. Mal wieder. Dank ihrer Tagträumereien sieht es in Mathe nämlich echt übel aus und nicht nur das: Sie darf nicht mit auf Klassenfahrt. Kreisch! Aber natürlich hält sie das nicht davon ab mit ihren weltbesten Freundinnen, Pony und Hira eine abgefahrene Chaos-Tour hinzulegen. Voller Riesen-Pandas, lustiger Parties, einer Horror-Nacht und natürlich einem ganz besonderen Jungen. Zwinker! Also steig mit ein bei der wilden Fahrt und und der Frage aller Fragen: Warum müssen Glühwürmchen denn unbedingt mit dem Hintern leuchten?

Peinlichkeits-Expertin Leonie wieder schliddert durch ihr Mädchen-Universum aus Limo-Vulkanen und niesenden Eseln hin zum großen Kribbeln im Bauch. Für alle beste Freundinnen, die sich gerne kringeln vor Lachen!

 

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.fischer-sauerlaender.de

Biografie

 

 

© privat

Tanja Sawitzki (*1980) lebt in Köln. Dort schreibt sie seit über 20 Jahren für diverse Comedy- und Showformate. Sie schrieb das Drehbuch für Erfolgsserien wie »Queens of Comedy«, »Der Lehrer«, »Sekretärinnen« u.v.a. Für ihre Arbeiten wurde sie mit dem Grimmepreis, dem Fernsehpreis und dem deutschen Comedypreis ausgezeichnet. Im Bereich Kinderfernsehen arbeitete sie an Kinderserien wie »Prinzessin Lillilfee, »Sturmfrei«, »Leider lustig« oder der Sesamstrasse«, die im ZDF, WDR und auf Kika liefen. »Ich werd Muffin« ist ihr erstes Kinderbuch

 

Weitere Informationen zum Kinder- und Jugendbuchprogramm der S. Fischer Verlage finden Sie unter www.fischerverlage.de

Impressum

 

 

Alle Bände der Serie bei KJB:

Band 1: Ich werd Muffin (Kein Hirn, keine Probleme)

Band 2: Ich werde Panda (Essen, schlafen, keine Schule) 

 

Erschienen bei FISCHER E-Books

 

© 2022, Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag GmbH, Hedderichstraße 114, D - 60596 Frankfurt am Main

Covergestaltung: Christiane Hahn unter Mitarbeit von Dahlhaus & Blommel Media Design, Vreden

Coverabbildung: Christiane Hahn

 

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt.

ISBN 978-3-7336-0444-8

 

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Inhalt

Für Jochen

Glückwunsch!

Erstes Kapitel

Zweites Kapitel

Drittes Kapitel

Viertes Kapitel

Fünftes Kapitel

Sechstes Kapitel

Siebtes Kapitel

Achtes Kapitel

Neuntes Kapitel

Zehntes Kapitel

Elftes Kapitel

Zwölftes Kapitel

Dreizehntes Kapitel

Vierzehntes Kapitel

Fünfzehntes Kapitel

Sechszehntes Kapitel

Siebzehntes Kapitel

Achtzehntes Kapitel

Neunzehntes Kapitel

Zwanzigstes Kapitel

Einundzwanzigstes Kapitel

Zweiundzwanzigstes Kapitel

Dreiundzwanzigstes Kapitel

Vierundzwanzigstes Kapitel

Fünfundzwanzigstes Kapitel

DANKE

Für Jochen

Glückwunsch!

Ja, du bist gemeint. Glückwunsch, dass du dieses Buch gekauft hast! Das war ziemlich schlau von dir. Du hast echt Geschmack. Außerdem bedeutet es, dass du scheinbar lesen kannst. Yeah,Konfetti! Leg das hier bloß nie mehr zur Seite, denn ich erzähl dir jetzt ’ne Hammer Geschichte von mir und meinen allerbesten Freundinnen im Universum: HIRA und PONY. Die wirst du auch cool finden, wenn du sie erst mal kennengelernt hast. Und noch ’ne Menge anderer Mädchen und Jungs und ’nen dicklichen Mops. Und auch ’nen ganz besonders coolen Jungen. In den ich auf keinen Fall seit 263 Tagen und 17 Stunden und 2 Minuten verliebt bin. Zwinker, zwinker. Aber das weißt du ja bestimmt, weil du mein erstes wildes Abenteuer ja auch schon verschlungen hast, oder etwa nicht?

Sonst lauf jetzt schnell zum Buchladen und kauf es dir. Ich warte hier. Kein Problem.

Außerdem gibt es da noch die fiese Killer-Kim, einen Riesen-Panda, ein großes Geheimnis, eine wilde Party und ein Abenteuer um Leben und Tod nachts in den Bergen mit einem unheimlichen … Moment mal, ich plappere hier schon wieder drauf los, du musst schon selbst lesen und herausfinden wie extrem spannend und saulustig es noch wird (hier bitte spontan Gänsehaut und Lachflash kriegen).

Also dazu später mehr … Ach ja, ich heiße übrigens Leonie Grün, bin 13 Jahre alt und du kannst mich ruhig Leo nennen.

Was gibt’s noch zu sagen, außer:

Heute ist mal wieder einer dieser Tage, an denen es einfach läuft bei mir. Ich hab Bombe geschlafen, meine Haare sahen schon bevor ich ins Bad gegangen bin mega aus, und meine Haut strahlt so frisch wie … also … na irgendwas Frisches eben (es ist noch früh am Morgen, da wird man ja wohl mal Wortfindungsschwierigkeiten haben dürfen). Jedenfalls, überall, wo ich langgehe, fangen die Vögelchen an fröhlich zu trällern, die Sonne scheint ein bisschen heller und die Luft riecht nach Zuckerwatte und Erfolg. Mit federnden Schritten tänzele ich in die Schule. Da warten schon meine Freundinnen Hira und Pony, das Sonnenlicht lässt Hiras pinke Mütze noch heller strahlen und Ponys blonden Pferdeschwanz fröhlich glitzern. Wir machen lässig High-Five und der Wind spielt liebevoll mit meinen Haaren …

Äh. Nicht ganz. Als ich nämlich jetzt meine Augen etwas dümmlich grinsend öffne, kapiere ich, dass meine Haare nur wehen, weil meine Mathelehrerin Frau Jacob-Kreuzfeld mir gerade unseren letzten Mathetest auf den Tisch geknallt hat. Okay, du ahnst es schon. Das war mal wieder einer meiner Tagträume. Und ich gebe mich ihm noch einen Moment hin, denn wenn ich den Kopf senke und die Note unter meinem Test sehe, werd ich wahrscheinlich augenblicklich gucken wie ein Koala nach ’ner Ladung Cola-Kracher (soll heißen: ziemlich verkniffen).

Frau Jakob-Kreuz- feld guckt jedenfalls finsterer als Voldemort mit Verstopfung.

Hier ein paar Horror-Legenden über Frau Jacob-Kreuzfeld, von denen ich auf jeden Fall glaube, dass sie wahr sind:

Sie hat Laseraugen.

Als Haustier hält sie einen Dämon.

Sie häutet sich zweimal im Monat hinter der Turnhalle.

Ihr Atem riecht nach Schwefel.

Sie hat nur immer so komische Schuhe an, weil sie in Wirklichkeit Hufe hat.

Sie trinkt zum Frühstück die Tränen ihrer Schüler*innen.

Sie mag Broccoli.

Der letzte Punkt. Ich weiß. Brrr.

Hinter ihr schneidet Hira ein paar Grimassen in meine Richtung, um mich aufzumuntern. Dabei wackelt ihre pinke Mütze ziemlich wild hin und her. Hira ist in Mathe auch mies. Aber dafür in den meisten anderen Fächern ziemlich gut. Vor allem mündlich. Sie plappert immer wie wild drauf los und redet so viel, dass allein schon von der ganzen Menge an Wörtern immer irgendwie was Sinnvolles dabei ist. Im Gegensatz zu mir, weiß Hira genau, was sie mal mit ihrem Leben anfangen will. Es ändert sich nur eben jede Woche. Momentan möchte sie unbedingt Schauspielerin werden. Jeden Tag übt sie jetzt so Gesichtsausdrücke vor dem Spiegel. Und macht Atemübungen. Und »löst« ihre Stimme. (Was eigentlich nur bedeutet, dass sie einer von uns voll ins Ohr brüllt). Jetzt zwinkert sie mir kurz zu, und wir dürfen alle an ihrer Schauspielkunst teilhaben.

»Uh-ah, Frau Jacob-Kreuzfeld, mir geht’s gar nicht gu-hut«, jammert sie.

Frau Jacob-Kreuzfeld guckt aber weiter mich an und presst dabei nur genervt die Luft raus. Ein Grund für Hira, noch einen draufzulegen. Ich bin erstarrt wie eine Maus vor ’ner Schlange und weiß nicht so richtig, was ich machen soll. (Außerdem glaube ich, dass Frau Jacob-Kreuzfeld seit ungefähr drei Minuten kein einziges Mal gezwinkert hat. Das sollte ich unbedingt noch bei den Horror-Legenden über sie auf- nehmen).

Auuh,Frau Jacob-Kreuzfeld, ich glaube es ist mein Blinddarm«, wispert sie sehr schwach.

Und lässt sich langsam vom Stuhl rutschen. Dabei zittert sie ein bisschen mit der Unterlippe (ich glaube, das hat sie bei GZSZ gelernt). Frau Jacob-Kreuzfeld starrt mich trotzdem weiter an, dann bohrt sie ihren Finger ganz dolle in den Mathetest.

»Du hast schon wieder eine 5. Ich möchte mit deinen Eltern sprechen«, zischelt sie wie ein bösartiger Regenwurm. Können die überhaupt zischeln? (In Bio bin ich halt auch nicht soooo gut).

Und dann dreht sie sich endlich in Richtung Hira, die mittlerweile schon am Boden liegt und nur noch theatralisch japst. Pony prustet ein wenig in ihre Hand und dann zwinkert sie mir übertrieben zu, was so viel heißen soll wie: Keine Sorge. Ist nur gespielt. Ach Pony, du bist echt … Pony.

Ich lächle matt zurück und blicke auf meinen Test. SHIT! ’ne 5. Dabei hab ich diesmal doch wirklich gelernt! Wirklich! Ich schwöre!

Also na ja, ich hatte es zumindest vor …

In Wahrheit hab ich wohl eher auf dem Bett gelegen, beim Anblick der Zahlen ziemlich schnell aufgegeben und stattdessen von Jona geträumt. Okay, kurzes Update: ich bin seit 263 Tagen, 17 Stunden und 4 Minuten verliebt. In Jona Hoelscher aus der Parallelklasse, aber hey, pssst, wehe du verrätst es ihm. Das werde ich irgendwann schon selber tun. Also bestimmt. Ziemlich bald. Okay ich mach es jetzt:

Hab ich. Meine Liebeserklärung war halt mit Zaubertinte geschrieben. Wenn du die Buchseite gegen das Licht hältst, siehst du sie. Ja-ha. Echt jetzt.

Okay, stimmt nicht. Ich trau mich einfach never ever, ihm das zu sagen …

Aber darum geht’s ja gerade auch gar nicht. Ne 5! Schon wieder! Und sie will mit meinen Eltern reden, das kann einfach nix Gutes bedeuten. Während Hira sich gerade auf dem Boden windet und immer noch vorspielt, dass ihr Blinddarm gleich aus ihren Ohren kommt oder so was, klingelt es endlich. Augenblicklich springt sie auf wie ein Flummi. Spontane Genesung. Sie hakt sich grinsend bei mir ein und zieht mich mit nach draußen. Dabei kann ich Frau Jacob-Kreuzfelds Blick fühlen, wie er sich in meinen Rücken bohrt. Wir gehen lieber noch schneller und ziehen Pony mit uns nach draußen.

Aaahhhh, frische Luft. (In der Klasse hat es echt total nach Mathe gemüffelt.)

»Danke, dass du versucht hast, mich zu retten«, sage ich lächelnd zu Hira.

Die grinst nur und zieht ’ne Grimasse.

»Ich kann mit dir üben«, erklärt Pony großzügig.

Ich bleibe abrupt stehen und sehe sie ein wenig angestrengt an.

»Äh Pony, du hast selber nur ’ne 4.«

Pony zuckt mit den Schultern. Sie versteht das Problem nicht.

»Die hab ich nur geschrieben, damit du nicht alleine bist«, sagt sie kaugummikauend.

Hira und ich müssen lachen. Pony versteht gar nicht, warum.

»Is ja auch egal, in genau sieben Sekunden hast du wieder gute Laune«, sagt sie stattdessen.

»Hä, wieso soll ich …«, und dann guck ich mal wieder doofer als ’ne Barbie auf der Uni und tatsächlich nach sogar fünf Sekunden sage ich: nix mehr.

Weil dann nämlich Jona vor mir über den Schulhof läuft. Und irgendwie genauso belämmert wie ich aus der Wäsche guckt. Aber das kapier ich erst mal gar nicht, weil ich den Schwarm Schmetterlinge, der immer aufsteigt, bevor er auftaucht, wegwedeln muss. Um dann einmal glücklich zu seufzen. Pony hatte recht. Ich hab wirklich wieder gute Laune. Die aber natürlich sofort wieder kippt. Weil ich jetzt Panik kriege, warum Jona so guckt. Er ist traurig. Warum? Wieso? Was ist passiert?

Augenblicklich male ich mir natürlich die ALLERSCHLIMMSTEN DINGE AUS:

ER ZIEHT WEG.

ER WECHSELT DIE SCHULE.

ER FINDET PLÖTZLICH KIM TOLL.

ER UND KIM ZIEHEN IN EIN PINKES HAUS UND HABEN EINEN HAMSTER ZUSAMMEN!!!

Kurzer Einschub:

Kim, oder auch Killer-Kim genannt, wurde wahrscheinlich nur aus der Hölle entlassen, um mir auf die Nerven zu gehen. Sie ist in meiner Klasse und ärgert mich 24/7. (Das bedeutet 24 Stunden/7 Tage die Woche). Also: wirklich oft.

»Jona wechselt die Schule, weil er umzieht, und Kim geht mit ihm!,« schreie ich völlig sinnlos. Alle gucken mich an. Auch Jona. Okay… jetzt cool bleiben, Krone richten, weitergehen. Jona sieht mich verwirrt an.

»Äh Leo, hast du was gesagt?«, fragt er nur.

»Was? Ich? Nein! Wer?,« dann lache ich.

Wow, läuft bei mir.

Hira legt schnell den Arm um mich und rettet mich schon wieder.

»Sie is’n bisschen durch den Wind. Der Mathetest ist echt mies gelaufen. Und bei dir?«, fragt sie.

»Oh Mann, bei mir auch! Das gibt bestimmt Stress zu Hause«, sagt er noch und schlurft davon. Allerdings nicht, ohne mir noch einen kurzen aufmunternden Blick zuzuwerfen. Aber dann verschwindet er schon wieder durch den wunderschönen Schwarm Schmetterlinge, und ich lächle ihm wedelnd hinterher. Kann es sein, dass die Luft jetzt nach Erdbeereis riecht? Hira sieht mich nur kopfschüttelnd an.

»Ich will mich nie verlieben, dann ist man ja total Matsche in der Birne«, sagt sie nur.

Tja, was soll ich sagen? Das stimmt.

In dem Moment stolziert auch noch Kim mit ihrer Gang über den Schulhof. (Ich denke, sie hat immer heimlich einen kleinen Taschenventilator irgendwo versteckt, wie sonst kann es sein, dass ihre Haare mal wieder oberperfekt um sie herumwehen). Neben ihr natürlich Greta und Emmi. Die beiden sind genauso ziegig-zickig wie Kim. Und tragen manchmal ihr Zeug und so. Voll peinlich. Immer wenn sie auftaucht, höre ich so eine Bösewicht-Musik in meinem Kopf. Was ist eigentlich die weibliche Form von Bösewicht? Bösewichtin? Jedenfalls guckt Kim jetzt kurz rüber und deutet mit ihrem Finger so eine gespielte Träne an, so als wäre sie voll traurig, dass ich ’ne schlechte Note hab. Natürlich meint sie das ironisch. Sie hat ne 3+. Aber jeder weiß, dass sie das nur schafft, weil ihr Vater Unsummen für so eine Superbrain-Nachhilfe ausgibt. Der Typ hat wahrscheinlich ein Gehirn so groß wie ein Kleinwagen. Ich bin scheinbar wohl eher der Typ Koala (deren Hirn ist kleiner als ihre Nase. Na und? Dafür sind sie supersüß und super flauschig und überhaupt total …), ich schweife schon wieder ab. Außerdem hab ich jetzt leider echt andere Sorgen! Wie soll ich das nur meinen Eltern erklären?

»Hira, Pony, könnt ihr euch bitte schnell was einfallen lassen, wie ich meinen Eltern möglichst schonend beibringen kann, dass ich ’ne 5 in Mathe hab?«

»Ich hab mal mit meiner Cousine so einen Mafia-Film gesehen. Und da war so ein Typ, der hat alles verraten. Also alle Geschäfte und Gangstereien und so. Und damit die Mafia den dafür nicht fertigmachen kann, hat ihn die Polizei in so ein Zeugenschutzprogramm gesteckt. Da kriegt man ’nen neuen Namen, neue Adresse, zieht in eine andere Stadt oder sogar ein anderes Land. Keiner kann einen mehr finden. Vielleicht wär das ’ne Möglichkeit für dich. Findet ihr eigentlich nicht auch, dass ich total gut eine Polizistin spielen könnte?«, plappert Hira ohne Luft zu holen.

Ich drehe meinen Kopf kommentarlos zu Pony.

»Du könntest es ihnen vorsingen, dass du ’ne 5 hast. Mit Musik geht alles besser. Und dann könntest du tanzen und damit um bessere Noten bitten. Wie bei einem Regentanz«, ist Ponys sehr gute Idee.

Ich atme sehr schwer aus. Pony legt den Arm um mich.

»Als Gangsterin wär ich aber auch gut. Oder als Astronautin. Ich denke, ich könnte sogar ein Schnitzel spielen«, findet Hira.

»Na komm, so schlimm wird es schon nicht werden«, versucht Pony, mich noch aufzumuntern.

Oh doch, wird es, Pony.

Meine Eltern reden von beiden Seiten auf mich ein. (Leider hatte Frau Jacob-Kreuzfeld schon mit ihnen telefoniert, bevor ich überhaupt zu Hause angekommen war.) Sie sind abwechselnd »enttäuscht«, »besorgt« und dann aber auch wieder »total zuversichtlich, dass ich das noch irgendwie hinkriege«. Es ist leider ernster, als ich dachte. Meine Versetzung ist gefährdet. Denn in Chemie sieht es bei mir leider auch mehr als düster aus. Dabei bin ich sehr engagiert in Chemie. Ich schaffe es jedes Mal, dass irgendwas macht und dann brennt. Meistens aber leider mein Mäppchen. Oder Hiras Brotdose. Bisher hat Pony mich immer in Chemie mit durchgezogen. Die ist nämlich echt gut in allen Naturwissenschaften. Bei ihr macht es auch »Pöff« und brennt dann, aber halt mit Ansage und im richtigen Moment. Sie ist so ’ne richtige Forscherin, würde ich sagen. Aber seit diesem dämlichen »Jugend forscht«-Online-Wettbewerb ist sie nur noch mit ihren Experimenten beschäftigt. Es geht um irgendeine Maschine, die die Zukunft revolutionieren soll. Keine Ahnung. Jedenfalls steht sie jetzt immer mit Fahrradhelm in ihrem Labor (also einer besonders unordentlichen Ecke ihres Zimmers) und »experimentiert«. So richtig verstehen Hira und ich nicht, was das soll, aber Freundschaft heißt irgendwie auch, die Dinge des anderen zu unterstützen, die man nicht versteht. Oder vielleicht gerade die.

Liste der Dinge, die PONY bisher »erfunden« hat:

Einen Massage-Sessel für Meerschweinchen (eines von beidem hat in der Testphase Feuer gefangen. Ich sag aber nicht was).

Einen Eierkocher, der einen beschimpft, solange das Ei noch nicht fertig ist (und danach eigentlich auch noch. Ein garstiges kleines Ding).

Ein T-Shirt, das unter den Armen nach Ananas riecht. Pony wollte damit den Sport-Unterricht revolutionieren. Ist ordentlich schiefgegangen. Alles hat nach schwitzigem Obstsalat gerochen. Seitdem kann ich keine Ananas mehr essen.

Tja. Vielleicht verstehst du jetzt, warum Hira und ich jetzt nicht sooo im Thema sind, was sie da macht. Es ist eben selbst auf der »Pony-Skala« ziemlich verrückt.

Aber sorry, ich bin völlig abgeschweift. Jedenfalls ist das der Grund, warum sie irgendwie nicht mehr so konzentriert im Unterricht ist. Dabei muss sie doch für mich mitdenken. Hat sie aber nicht. Weil sie dauernd »Baupläne« zeichnet und so was. Und dann musste ich plötzlich SELBST antworten und die Hausaufgaben ALLEINE machen. Das lief so mittelgut. Statt »der Auflistung aller bekannter Gase« hab ich im letzten Test einfach einen winkenden Dinosaurier gemalt (dazu musst du wissen, dass ich echt gut zeichnen kann). Bei dem hab ich mir auch wirklich Mühe gegeben. Aber dafür gab es überraschenderweise keinen Punkt. Trotzdem kann ich Pony natürlich nicht böse sein. Ist ja nicht ihre Schuld, dass Chemie wirklich nicht mein Ding ist. Und ich ehrlicherweise auch immer zu faul war. So, jetzt habe ich die letzten zwei Minuten Strafpredigt meiner Eltern erfolgreich ausgeblendet, steige aber pünktlich bei dem Satz »Mathe-Camp bei Frau Jacob-Kreuzfeld« wieder ein.

WAS?

Kann nicht sein, da hab ich mich wohl verhört!

(Ich gucke scheinbar absolut fassungslos und werde leicht grün um die Nase, denn meine Eltern hören beide gleichzeitig auf zu reden).

»Aber Mausebeinchen, guck doch nicht so. Wir wollen dich doch nicht ärgern, wir wollen dir nur helfen«, sagt meine Mama jetzt ganz lieb.

(Falls du irgendwem erzählst, dass meine Mama mich »Mausebeinchen« nennt, gibt’s Ärger!)

»Was genau ist denn ein Mathe-Camp?«, frage ich extrem skeptisch.

»Da lernst du eine Woche ganz intensiv Mathe. Und zum Schluss schreibst du einen Test, mit dem du deinen Notenschnitt verbessern kann«, erklärt Papa strahlend.

»Mausebeinchen, wir fürchten, dass ist deine letzte Chance«, seufzt Mama.

Camp? Wieso heißt das denn Camp? Camp klingt nach Zelten und Lagerfeuer und Sommer und Spaß. Und nicht nach einer Woche Hardcore-Nerverei. Ich schlucke. All zu viele Gegenargumente hab ich leider nicht auf meiner Seite. Meine Eltern gucken mich jetzt beide mitleidig an. Ich muss Zeit gewinnen, um mir in Ruhe eine richtige gute Ausrede einfallen zu lassen, warum das auf keinen Fall geht. Ich seufze.

»Kann ich dann heute wenigstens bei Oma schlafen?«, sage ich und versuche es zusätzlich mit meinem besten Hundeblick.

»Okay. Dann sagen wir deiner Lehrerin Bescheid, dass du einverstanden bist. Du schaffst das, wir sind stolz auf dich«, sagt Mama schnell.

Shit! Die Falle hat schneller zugeschnappt, als ich dachte. Tja, was bleib mir anderes übrig. Eine Woche werd ich wohl überleben. Irgendwie.

»Na gut«, ich nicke sehr schwach. Beide knutschen mich erleichtert in Stereo (du merkst schon, sie sind selber auch erleichtert, nicht noch länger die Strengen raushängen lassen zu müssen).