Ifrait - P.J. Phoenix - E-Book

Ifrait E-Book

P.J. Phoenix

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Beschreibung

Die Erde in der Zukunft: Durch die Menschen wurde die Erde gänzlich zerstört, doch eine neue Schöpfung erschuf Splitterwelt, eine neue Erde auf der schwebende Landteile, Drachen, Greifen und andere fantastische Wesen existieren. Auch die Magie ist nun weit verbreitet. Doch aus einer Parallelwelt, der Traumwelt, kommen die Dämonen, um die Menschheit gänzlich auszurotten. Sie stehen unter dem Befehl einer bösen Gottheit, die die Menschen über alles hasst, Darking.

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Seitenzahl: 272

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Ich glaube, unter gewöhnlichen Umständen,

hättest du nie gedacht, dass man

dir ein Buch widmen würde, Svea.

Hier in dieser Widmung möchte ich dir für

deine Mühe und Geduld (vor allem mit meiner

verdammt miesen Rechtschreibung)

danken.

Dank dir habe ich einen meiner Träume

verwirklichen können und bin Autor geworden.

Danke

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Teil 1: Die Akademie

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Teil 2: Der Magi und die Rebellion

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Teil 3: Altamen

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Epilog

Ende des ersten Teils

Zensierte Szene

Prolog

Die Welt, wie wir sie kennen gibt es schon lange nicht mehr. Wir schreiben das Jahre 1.300.106 nach Christi. Vor über einer Million Jahre wüteten die Menschen, eine Rasse die bis heute besteht. Dauernd führten sie Kriege, schufen neue Waffen und schlachteten sich gegenseitig ab. Aber dabei töteten sie nicht nur sich selbst, sondern auch Tiere, Pflanzen, Lebewesen, die nichts für diese Konflikte konnten. Atombomben, gezündet von den verschiedensten Ländern, verwüsteten große Teile des Erdballs und vernichteten das Leben an sich. Wenige Menschen, solche die trotz allem an Frieden glaubten flüchteten. Zu der Zeit konnte man schon nicht mehr das Grün der Erde sehen. Doch es kam anders. Der Schöpfer wollte nicht, dass alles zu Ende ging. Er schuf die Welt neu. Er, die große Quelle des Wissens und der Macht, schenkte dem ermüdeten Planeten neue Energie. Er erstrahlte wieder und schürfte seine kaputten Schalen ab. Losgelöst von aller Schwerkraft entschwanden sie ins All. Aber einige von ihnen, solche die noch nicht gänzlich tot waren, schwebten immer noch in der klaren neuen Atmosphäre. Die große Quelle, ein helles Licht voll von Wissen, Energie und Macht, die Quelle der Logik, zog sich wieder zurück und überließ den Neuaufbau seinen Boten. So stiegen die Engel und Erzengel herab und schrieben die Geschichte neu. Ein Buch. Auf jeder Seite sieht man die Welt. Vorne auf der ersten Seite, die alte zerstörte Erde, auf der zweiten Seite, dem ersten Kapitel, unsere Splitterwelt, Alanea, wie sie heißt, und auf den Seiten des zweiten Kapitels die Traumwelt. Dies ist eine Dimension, die von solchen betreten werden kann, die von einem der Götter Auserwählten abstammten. In ihr leben Kreaturen, die es heute schon nicht mehr gibt: Tiere, wie der Affe, dem Bären, dem Vogel, den Wildkatzen und den Füchsen. Hier wachen auch heute noch die Engel über unsere Heimat. In einem gewaltigen Himmelsschloss schützen sie die Karte die zu dem Buch führt, dass all unsere Existenz ward. Hier leben auch die rund zwanzig Gottheiten die ins Leben kamen, weil der Mensch einst an sie geglaubt hat. Unter ihnen Zeus, Thor, Mars, Seth, Surya und viele mehr. Aber sie wandten sich ab von den Menschen und entwickelten einen Hass auf sie, weil sie so vieles zerstört hatten. Die Götter verschwanden in noch tiefere Refugien, weiteren Seiten der Welt, wo sie in Einsamkeit jeder für sich waren. Splitterwelt hingegen blühte wieder auf. Grüne Wälder, goldene Felder, purpurne Wüsten und kristallene Meere breiteten sich in diesem Utopia aus. Man könnte meinen, Gottes Paradies sei nun hier auf Erden. Diese neue schöne Welt, dieser Garten Eden, wird bevölkert von den schönsten, erhabensten Bestien die je in der Phantasie der Menschen gelebt hatten. Echsenartige Drachen, edle Einhörner, gefährliche Mantikoren, kleine geflügelte Häschen, sie alle waren nun Lebewesen dieser Welt. Am eindrucksvollsten waren jedoch weder die Natur, noch die wundersamen Lebewesen, sondern die Weißen Städte der Menschen. Wie Schirme aus unzähligen Ringen bildeten sie Kuppeln in der Landschaft. Modern waren sie, die Menschen. In einer Kuppel, einer Stadt, fanden 5.000 von ihnen Platz. Sie fuhren in schwebenden Automobilen, surften auf E-Boards, Hoverboards, die Ähnlichkeit mit Skateboards und Surfbrettern hatten, oder liefen zu Fuß durch die Städte. Aber viele gab es nicht, sowohl Menschen als auch ihre Städte. Heute stehen 80 der weißen Bauten, verteilt über den kompletten Globus. Nahrung bekamen die Menschen wie früher durch Landwirtschaft, Jagd, und Zucht. Industrie war nun auf anderen Planeten zu finden, die jetzt näher an der Erde kreisten. Durch diese gewaltige Neuschaffung, vergleichbar einem neuen Urknall, kreist heute sogar die Sonne um die Erde. Einen Ort gab es der von überall aus zu erreichen war. Die große Akademie! Einem Ort der sich der Lehre der Dinge verschrieben hatte. Auch Magie, einem der neuen Wunder, wird hier gelehrt. Denn die riesige Feste kreist um Splitterwelt wie ein Mond. Drei Arten von Menschen leben hier auf Alanea: Solche die mit Magie im Blut geboren wurden, solche die Mutationen von Magie innehaben und somit die Elemente beherrschen können und solche, die keinerlei Magie besitzen. Sie werden teilweise vernachlässigt, verfolgt und diskriminiert, die Menschen hatten sich halt doch nicht so stark verändert. Kriege unter den Menschen gibt es zwar nicht mehr, aber es besteht ihnen etwas noch viel schlimmeres bevor. Denn tief unten, in den tiefsten Refugien der Welt regt sich etwas. Eine gigantische Schwärze. Sie hat einen Namen, sie die der König aller Dämonen ist. Sie die von allen Gottheiten den größten Hass birgt. Sie die schwärzer ist, als die dunkelste Nacht. Inmitten des dunklen Refugiums öffnet sich ein gigantisches Eisblaues Auge. Ein Schmaler Schlitz ersetzt die Pupille und lodernder Hass sickert, beinahe spürbar zu Boden. Kälte strahl sie aus, diese Kreatur, diese Gottheit. Der König der Bestien ist erwacht. Ein gehauchter Befehl weckt all die Ängste, die Schatten, die Dämonen mit einem einzigen Ziel aus ihrem Schlaf: tötet die Menschen!! Gar die Teufel, die gefürchtetsten Dämonen, erwachen aus ihrem tausendjährigen Schlaf, unter ihnen Morier, das Sterben. Mit wackeligen Schritten taumelt er zu ihr, der Bestie, die sie erschaffen hatte und nun ihren Eid forderte, Darking.

TEIL 1: DIE AKADEMIE

1

Aloha,

Ich glaube, du bist zum ersten Mal hier in Splitterwelt. Wenn ich mich vorstellen dürfte: Ich bin Cyras, 16 Jahre alt, ungefähr 1,63m groß. Ich bin Student an der Akademie und werde heute in einen Kurs eingeteilt. Fach? Magie natürlich. Auch wenn ich zu den Menschen gehöre, die keine Magie beherrschen, kann ich trotzdem lernen, sie zu nutzen. Vor ungefähr 20 Jahren hat ein Forscher herausgefunden, dass geladene Edelsteine uns erlauben ihre Ladung zu nutzen. In verschiedene Schlüssel werden verschieden geladene Edelsteine eingesetzt, die mir und den anderen Nichtmagiern erlauben Magie zu nutzen. Es gibt 47 Schlüssel, keiner kann alle haben, aber dennoch ist es Pflicht sieben von ihnen nutzen zu können, da sie Grundbestandteil unseres Lebens geworden sind. Mit ihnen kann man einen Herd benutzen, Räume aufwärmen, Wasser gefrieren lassen und noch mehr.

Viel Spaß,

Cyras

Was sind Katzendrachen? Das sind kleine Drachen, die in ihrem Aussehen Katzen ähneln. Sie sehen aus wie eine Mischung aus T-Rex, Katzen und Kaninchen. Zudem haben alle 13 verschiedene Arten unterschiedliche Flügel (Vielleicht habe ich vergessen das zu erwähnen). Ich sammle sie. Alle Arten gibt es in maximal sechs verschiedenen Farben. Mir persönlich fehlt nur eine Art und zwar die einzige ohne Flügeln, die mit ihren starken Beinen und riesigen Ohren extrem weit springen können. Sammeln bedeutet nicht, dass ich die putzigen Kerlchen ausstopfe, nein, sie Leben bei mir zuhause. Wo ich wohne? In einem kleinen Dorf. Es liegt außerhalb einer Kuppelstadt, ähm, unterhalb... Die Stadt steht auf einem Splitter, so nennt man die schwebenden Landteile. Zurück zu meinem Zuhause: Dort wurde ich als Adoptivkind von einem Pater großgezogen. Er war wie ein Vater für mich, bis er vor knapp zwei Jahren verschwand. Seitdem bin ich bei den verschiedensten Familien unseres Dorfes untergekommen, sodass fast alle mich wie ihr eigenes Kind sehen. Schon seltsam, oder? Wie dem auch sei, heute bekomme ich ja meinen Stundenplan, wie alle Studenten, die nach der achten Klasse die Aufnahmeprüfung zur Akademie bestanden hatten. Da saß ich also jetzt. In einem großen Hörsaal mit knapp zweihundert anderen und wartete auf die Kursverteilung im Fach Magie. Neben mir hatte Kailan Lawrush Platz genommen. Er war mein einziger Freund, schlank, groß, sportlich und Bändiger, eben solchen Menschen, die nicht Energie ihres Körpers kontrollieren konnten, sondern die Macht hatten ihre Umwelt anzuzapfen. Er war nur gekommen um mir Beistand zu leisten. Schon seit wir hier waren hatte ich nämlich Probleme mit einer Gruppe Erbmagiern, die mich allesamt nicht ausstehen konnten. So bezeichnet man hier die Nachkommen einer Familie, in der jeder Magie beherrschen konnte. Immerhin war ich der Taugenichts vom Lande und sie die kostbare Elite. Ich hatte mich nie in eine Gruppe einfinden können. Warum, wusste ich nicht. Unten trat gerade ein Lehrer auf das Podium. Er erklärte gerade was der Lehrplan des Faches vorsah und dass jeder Schüler eine Nummer bekommen habe, die gleich auf einem Bildschirm hinter ihm, unter dem Raum des Kurses den man besuchen würde, verzeichnet war, die Stundenpläne würde man danach individuell erhalten. Endlich hatte der Lehrer aufgehört zu labern und setzte sich hinter ein Pult, das neben ihm aufgestellt war. Ich schaute auf meine Karte, die auch als Schlüssel für mein Zimmer diente und auf der, neben meinem Namen und der Nummer meines Zimmers, auch die Nummer 87 prangte. Auf der Rückwand des Raumes begannen Zahlen aufzuleuchten. Meine Zahl fand ich unter der Raumbezeichnung OF12.

Stöhnend machte ich mich auf den Weg nach draußen, bevor das Gedrängel losgehen konnte. An der Tür fragte eine der Sekretärinnen mich, wie mein Name war und gab mir dann meinen Stundenplan. Der Ostflügel also und dann auch noch Raum 12, dachte ich und merkte kaum, dass ich falsch abbog und in Richtung der Mensa ging. Dort angekommen stolperte ich und flog auf den Boden. Ein leichter Schmerz durchschoss meinen gesamten Körper. Kaum hatte ich mich auf die Seite gewälzt, da sah ich schon das Blut aus meinen aufgeschürften Knien laufen. Ich biss die Zähne zusammen und versuchte aufzustehen. Ich hatte längst das Lachen der Beiden gehört, daher musste ich nicht einmal darüber nachdenken ob man mich geschubst hatte, oder mir ein Bein gestellt hatte. Manchmal war ich auch so schusselig, dass ich auch von selbst stolperte oder eben nicht bemerkte, dass jemand in meiner Nähe war. Ohne mich umzudrehen ging ich weiter, einfach weg von ihnen. Leon Russ und Magnus Kium! Sie gehörten zu solchen Idioten wie Draco Malfoy, typische Antagonisten, die einem auf die Nerven gingen, aber nicht so schlimm wie Voldemort waren. „Na, wartet“, dachte ich, „in Sport werden wir sehen wer zuletzt lacht.“ Das war das dritte Fach das heute, laut meinem Plan auf dem Liste stand. Ich sah bestimmt nicht so aus als würde ich dieses Fach freiwillig wählen, aber der Unterrichtsinhalt, waren Schwert- und Faustkämpfe. Immerhin war es wichtig auf Trainingsreisen, lebendig in der nächsten Stadt anzukommen. Straßen zwischen den Kuppelstädten gibt es nämlich nicht. Nur einen Zug, der unterirdisch zwischen der Hauptstadt und wenigen anderen Städten fuhr. Noch niemand hatte mich bisher in Sport geschlagen. Nicht einmal unser Lehrer auf der Erweiterungsschule (Klasse sieben und acht), denn wenn ich mich konzentrierte war ich mit allen Sinnen auf mein Ziel fixiert. Was passiert wenn ich in Gedanken war, hat man ja gerade gemerkt. Ich war zu spät. Eindeutig! OF12 würde ich nicht mehr aufsuchen, das war klar. Was wäre das für ein Eindruck, wenn ich mit zerrissener Hose und blutigen Knien dort antanzte? Stattdessen besuchte ich die Krankenstation und fragte nach Pflastern. Dann setzte ich mich im Schulgarten auf eine Bank und verarztete meine Knie. Nicht das erste Mal schwänzte ich den Unterricht. Ein halbes Jahr lang, also ein Semester, hatte ich in der achten Klasse schon herausgefunden, dass Magie sowieso nicht meine Stärke war. Wenn man ein Glas Wasser kühlen sollte und die Tasche eines Klassenkameraden in Brand steckte, konnte etwas nicht richtig sein. Am besten wäre es, wenn man sämtliche Schlüssel von mir fernhielte. Das Wetter war schön und der Kreisrunde Garten auf dem Dach der Akademie war ansonsten menschenleer. Es war ja auch Unterrichtszeit. Ich legte den Kopf in den Nacken, fuhr mir durch die roten Haare und schloss die Augen.

Kaum ich mich versah war ich eingeschlafen. Das bedeutete aber nicht, dass ich schlief. Da stand ich, in der Traumwelt. Mit meiner Schultasche, mit der teilweise kaputten Schuluniform, einer schwarzen Hose und einem weiten weißen T-Shirt, mit den ungebundenen Haaren und ohne einer Waffe. Das war schlecht. In der letzten Zeit ist die Traumwelt immer gefährlicher geworden. Schatten wandelten umher. Immer mehr Dämonen wagten sich bis in die Engelsrefugien vor. Das waren die Obersten Seiten der Dimension in derLeute wie ich wandelten und in denen das legendäre Himmelsschloss existierte. Ihr denkt sicher bereits, was Sache ist. Ich bin ein Weltengänger und das Engelsschloss ist nichts anderes, als das Gebäude, in dem die Engel lebten. Einmal hatte ich gelesen, dass nur die Menschen in die Traumwelt konnten, deren Vorfahren den Göttern gedient hatten. Mich hatte dieser Fluch also auch erwischt. Nicht umsonst war ich der einzige Mensch auf Erden, der für Sport lernte. Allerdings, und zwar immer nachdem ich hier in der Gegenwelt (so wird dieser Ort nämlich auch genannt) war, habe ich Augenprobleme. Dann sehe ich statt den Menschen einen farbigen Wirbel der in einem Schatten flackert, der aussieht wie der Mensch den ich dann gerade ansehe. Deswegen hasse ich diese Welt, dieses verfluchte Traumtor, das ich passiere, wenn ich schlafe. Andere wünschen sich diese Gabe andere würden mich dafür umbringen. Wer weiß, vielleicht war das ja der Ausschlag gebende Grund für die Hexenverbrennungen vor Jahrmillionen. Jetzt war ich nun mal hier. Was sollte ich tun? Am besten suchte ich nach Dracheneiern, in der Hoffnung auch die letzte Katzendrachenspezies zu finden. Da wandelte ich also umher, in der bunten Dimension. Zu all meinen Seiten standen Bäume, teils grün, teils violett. Es war wie verhext. Würde hier meine Kleidung noch mehr zerreißen, würde ich ein Problem bekommen, wenn ich aufwachte. Der Anfang des ersten Semesters an der angesehensten Schule der Welt ist jetzt schon furchtbar, am ersten Tag… In Gedanken versunken wandelte ich weiter. Kailan saß bestimmt schon in seinem Kurs und lernte eine Mikrowelle, oder sonst was, mit Magie anzutreiben. Bändiger…sie machten alles ohne Anstrengung, leichter als Magier, die ihre eigene Energie benutzen mussten. Es war schon erniedrigend keinerlei Energie auch nur spüren zu können. Wut stieg in mir hoch. Wut auf mich selbst, der zuhause mit einem Feuerschlüssel, aus Versehen, beinahe eine Scheune niedergebrannt hatte und jetzt in einem Wäldchen umher irrte, der aussah, als hätte man einen Farbeimer über ihm ausgeschüttet. Ach, Magier hatten es gut. Ah…beinahe wäre ich in eine Schlucht gestürzt. War ich so in meinem eigenen Kopf gefangen gewesen? Der steingraue beinahe silberne Boden endete abrupt vor mir. Zwar war es nur ein Spalt, dessen andere Seite kaum eineinhalb Meter entfernt war, aber es war trotzdem zu spät. Schwankend balancierte ich wenige Sekunden noch auf der Stelle, dann viel ich, als hätte dieses Schlüchtchen eine magische Anziehungskraft. Der Spalt war tief. Sehr tief! Immer noch ging es abwärts. Unten glitzerte irgendein Gewässer. Dann erblickte mein Auge etwas. Von einem Moment auf den anderen schien mein Fall verlangsamt. Da war es! Auf einem Felsvorsprung war ein Nest. Es sah aus, wie ein Adlernest aus blauem Gestrüpp, wie das Nest einer Katzendrachenart!! Wie das von Ungeflügelten! Kein Wunder, dass ich in diesem Augenblick leicht poetisch dachte. Augenblicklich drückte ich mit meinen Füßen gegen die Steinwand und stieß mich ab. In der Bewegung drehte ich mich und tat dasselbe an der anderen Seite. Obwohl die Zeit wieder normal floss, wurde ich doch langsamer. Und dann steigerte ich mein eigenes Tempo und hielt mich von einem Moment auf dem anderen fest. Fast fünfzig Meter trennten mich und das Nest nun. Ich machte mich daran zu klettern. Meine Hände schmerzten, ein Rinnsal Blut lief über meinen rechten Arm. Stein tut Händen nicht sonderlich gut. Mit dem Rest meiner Kraft überwand ich die letzten Meter, dann war ich am Ziel. Das Nest lag vor mir. Wenn es jetzt leer war würde ich mich dermaßen ärgern…Flüssiges Glück durchfuhr mich, füllte mich komplett aus. Zwei Eier lagen da. Beide oval, dunkelrot und Handteller groß. Vorsichtig streckte ich die Arme aus, strich sanft über die Eier und steckte sie in meine Tasche. Man muss wissen, dass die Eier nicht ausgebrütet werden. Nach dem Nestbau und der Eierablage verließen die Eltern den Ort, um die Wahrscheinlichkeit zu senken, von einem Raubtier entdeckt zu werden. Gerade nahm ich die Hand wieder aus der Tasche, denn im nächsten Augenblick saß ich wieder auf der Bank im Schulgarten. Ich blinzelte ein paar Mal und ging in Richtung der Tür zum Treppenhaus. Einem Aschegrauen, beinahe schwarzen Wirbel sah ich mich gegenüber. Der Schatten war mir wohl bekannt: Kailan! „Ähm“, ich räusperte mich. „Hallo, wie war dein Unterricht?“, fragte ich zaghaft. „Nett, der Lehrer ist einer von der dämlichen Sorte. Wie war deiner? Und warum ist dein Shirt zerrissen? Und was ist erst mit deiner Hose passiert?“ Sarkasmus! Kailan lästerte nie über einen Lehrer. Er war eigentlich ein pflichtbewusster, kluger, freundlicher Schüler. Ob er lächelte oder mich streng anblickte konnte ich nicht erkennen. Beides wäre typisch für ihn gewesen. Immer noch konnte ich nichts als Farben erkennen. Nur dass ich rot wurde (Denn das wurde ich immer wenn ich bei etwas ertappt werde), konnte ich mit Gewissheit sagen.

Wie sagt man so schön: Oh, du süße Pein.

Skizzenblock

Cyras (ßüraß) hat ja das ein odere andere

Schlafproblem, dementsprechend auch dunkle

Ringe unter den Augen.

2

Unsere Pausen sind normalerweise fünfzehn Minuten lang. Mir blieben allerdings nur fünf um mich umzuziehen. Dementsprechend hatte ich nicht den Hauch einer Chance die Dracheneier abzulegen, geschweige denn in mein Zimmer zu bringen. Denn mein Spind mit der Ersatzuniform war neben der Mensa, also in einer ganz anderen Richtung, als die Unterbringungen der Studenten. Einfacher formuliert: Mein Spind befindet sich in dem selben Gebäude, wie das Krankenzimmer und der Garten, während die Zimmer in dem Gebäude untergebracht waren, das auf der anderen Seite des Campus steht. Jetzt saß ich mit meiner Tasche, mit den Eiern, vorne im Kursraum WF04 zur ersten Stunde Politik dieses Halbjahres. Eines meiner arg verhassten Fächer. Meine Sicht hatte sich inzwischen wieder normalisiert, so dass ich sehen konnte, wie der Lehrer, ein großgewachsener Herr mittleren Alters, den Raum betrat und direkt zum Unterricht überging. „Wer kann mir sagen, was für eine Regierungsform heutzutage genutzt wird?“ Prima, ein Lehrer der mit Grundschulwiederholung anfängt! Ich meldete mich. Magnus wurde drangenommen. Er lächelte mir höhnisch zu und begann übermütig beinahe großkotzig zu erzählen: „Seit 180 Jahren leben wir in einer Diktatur, durch den Vorsitzenden des Regierungsrates Nefarian Hirineyo. Der Rat besteht aus den Leitern der drei größten Einrichtungen unserer Welt. Der Akademie, der Forschungseinrichtung im Süden und der großen Hauptstadt über dem Nordpunkt von Alanea. Sie sind einzigartig, da sie auf Splittern gebaut sind, die sich um unsere Welt drehen. Die Akademie wenige grad nördlich des Nordwendekreises und die >Einrichtung für moderne Magie in Verbindung mit der Natur< ziemlich genau über dem Südwendekreis. Diese Lokalen Zentren haben je fünf Abgeordnete im Regierungsrat. Dazu kommen dann noch die wichtigsten Persönlichkeiten unserer Zeit, wie den Vorstehern berühmter magischer Familien oder den Bürgermeistern der einzelnen Kuppelstädte. Gewählt wurde mit eindeutiger Mehrheit das Oberhaupt der Hirineyo-Familie.“ Kailan stupste mich an und deutete auf Magnus Beine. Klar, auf seinen Beinen lag aufgeschlagen das Politikbuch…

„Richtig und wie sieht unsere Regierung genau aus? Wann gibt es Neuwahlen?“

„Der Rat bestimmt über die Strafverfahren für Verbrechen und über den Handel mit den Industriegebieten auf dem Mars und der Venus. Weil niemand einen Krieg will und Angst und Achtung gegenüber den Mächtigen weit verbreitet ist, gibt es so gut wie niemanden der die Gesetze bricht. Nur so ist es möglich, dass der Rat sich derer annimmt. Neuwahlen sind so gut, wie unmöglich bis zum Tod Diktator Hirineyos, der sowieso nur regiert weil seine Neffen im Kindesalter verschwunden sind“, sagte ich in den Raum.

„Wer kann mir denn sagen was wir hier besprechen werden?“, fuhr der Lehrer an Magnus gewandt fort, ohne mich zu beachten, geschweige denn mich zu tadeln aufgrund meiner Störung. Irgendjemand sollte antworten, Herr Kium wusste es nämlich nicht, beziehungsweise hatte er die richtige Seite im Buch nicht rechtzeitig gefunden, und so begann der Unterricht wirklich. Es war langweilig. Nichts Neues erzählte der Lehrer und ich war kurz vorm Einschlafen. Da raschelte es in meiner Tasche. Ich zuckte dermaßen zusammen, dass Herr Renneck, unser Lehrer, sich zu mir wandte und fragte: „Was gibt es Kleiner? Ich dachte die Aufnahmeprüfung sei für sechzehnjährige und nicht für kleine Kinder von nicht mal zwölf Jahren.“

„Ich bin Sechzehn und müsste kurz raus, Herr Lehrer“, antwortete ich schroff, fast schon gehässig, und stand auf. Die Mimik unseres Lehrers sah aus, wie ein Affe der sprachlos den Mund offenstehen hat. Er widersprach nicht, also ging ich mit meiner Tasche auf den Flur. Wieder raschelte es, diesmal konnte ich ein Wackeln der Eier deutlich spüren. Ich lehnte mich an die hellgelb gestrichene Wand und öffnete meine Schultasche. Vorsichtig hob ich die Eier heraus, um besser sehen zu können. Die Dracheneier bewegten sich und begannen zu glühen. Hauchfeine Risse bildeten sich auf der Schale. Blad wurden sie Länger und deutlicher. Im Gegensatz zu anderen Vogel- und Drachenarten reißt die Eierschale nicht unwillkürlich auf, sondern nach einem Muster. Die Katzendrachenart bestimmte dieses. Die Einkerbungen verästelten sich. Schon nach zwei Minuten konnte man die Krone eines mächtigen Baumriesen erahnen, dann war es vorbei. Die kristallene Schale viel ab. In meinen Händen lagen zwei kleine Kreaturen und unzählige rote Scherben. Ein länglicher weißer Körper mit zwei kleinen Ärmchen und kräftigen Beinchen kamen unter einem Schwarzen Exemplar zum Vorschein. Noch glühten die Schalen, sodass die Szenerie wie in einem Film wirkte. Das Kleine, das unter seinem Geschwisterchen gelegen hatte war ein Albino! Man kann sich ja denken, was das bedeutete, wenn schon diese Art selten war. Beide Katzendrachen glotzten mich an. Ihre Augen waren Groß und strotzten nur so vor Leben. Wackelig versuchte das Schwarze aufzustehen, es gelang ihm nicht. Jetzt musste ich doch lächeln. Wie als Antwort gaben die Winzlinge Geräusche von sich und schienen auch zu lächeln, zumindest sofern das ohne Lippen möglich war. In diesem einen Augenblick fielen die Last und die Anspannung der letzten Wochen von mir ab und verschwanden. Doch leider war der Moment verstrichen, sobald Herr Renneck die Zimmertür öffnete. Schnell versteckte ich die Drachen in meiner Tasche. Das eine begann zu quicken.

„Was war das?“

„Ich?“

Der Lehrer zuckte mit den Schultern.

„Komm wieder rein, Cyras Yanatomi!“, sagte er und schaute mich streng, beinahe wütend an. Dieser Lehrer mochte mich nicht, musste ich feststellen. Nur einer mehr, wobei das auf Gegenseitigkeit beruhte. Yanatomi ist nicht mein Familienname. Falls ich einen habe, einen Nachnamen meine ich, ist er mir unbekannt. Die Familie bei der ich in den letzten Jahren gelebt hatte, hieß so. Allerdings war ich schon ein ganzes Jahr nicht mehr daheim gewesen. Das letzte Schuljahr hatte ich in einem Internat verbracht, genauso wie Kailan und zwei andere Jugendliche aus meinem Dorf, Ließa und Taro. Langsam ging ich zurück in den Kursraum und zu meinen Platz. Seit ich den Raum betreten hatte, war es totenstill. Warum fiel mir das jetzt erst auf? Liegt die Stille an mir? Der Herr Lehrer ging zu seinem Pult und aktivierte den Bildschirm hinter der Tafel, welche im selben Augenblick im Boden verschwand. Es flackerte ein paar Mal, dann erschien eine, wie nennt man es gleich noch mal(?), eine Grafik unserer Welt. Alanea drehte sich mit den Splittern auf dem Bildschirm. Oben, über dem Nordpol kreiste ein Splitter, mit einer Kuppelstadt, unter dem Südpol drehten sich die unzähligen kleineren Splitter, über den Wendekreisen bewegten sich, schneller als die anderen fliegenden Eilande, die Splitter mit der Akademie und der Forschungseinrichtung und an den anderen Kuppelstädten flammten Namen auf. Die Farben der Wüste und der Wälder, Flüsse und Meere waren gleich ihrem Original.

„Was ist hier zu sehen?“, fragte mein neuer Hasslehrer und guckte mich an. Alanea, unsere Welt, wollte ich schon antworten, da fügte er hinzu: „Herr Lawrush?“ Kailan stand auf und sagte: „Das ist ein Model unserer Erde mit allen Städten und Splittern.“ „Richtig. Ihre Aufgabe ist nun, einen Text darüber zu schreiben wo Städte, wo Wüsten, Wälder, Gebirge und Meere, und wo keine Splitter sind. Vergessen Sie die Polarzonen nicht.“ Ein Aufsatz! Kann es eigentlich schlimmer kommen? Es gibt, glaube ich, niemanden der mehr Rechtschreibfehler macht, als mich. Ich sollte am besten auch das mit einbeziehen, was ich noch aus dem Erdkundeunterricht weiß. Letztes Jahr, als ich noch an der gewöhnlichen Schule in der nächsten Stadt war, hatte ich zwar nicht sonderlich aufgepasst und trotzdem gute Noten bekommen. Also nahm ich meinen Block aus der Tasche. Da quietschte es wieder. Einer der Drachen hatte sich erschreckt. Mein Kopf war rot und ich könnte wetten, dass alle Blicke auf mich gerichtet waren. Leon Russ und Magnus Kium lachten höhnisch. Ich wollte den Kopf nicht heben. Vorsichtig streichelte ich die Kleinen, damit ich ohne weiterem Quieken meine Block auf den Tisch legen konnte. Umgehend begann ich zu schreiben:

Alanea ist Großteils bewachsen. Zwei Kontinente, einer im Osten, einer der sich vom Norden bis in den Süden erstreckt. Der größte Teil des Zweiten beherbergt am Äquator die größte Purpurwüste, die es gibt, die Sahara. An ihren Rändern, die sich von einem Wendekreis zum anderen erstrecken, liegt eine der größten Städte auf Erden, Karthago. Eine eher kleinere Stadt ist zentral in der Wüste. Weiter in Richtung Süden, südlicher der Wüste, liegt ein Urwald, in dessen Mitte ein riesiges Gebirge thront. Zwei weitere Städte sind dort. Noch weiter im Süden, beinahe am Pol häufen sich die Splitter, dann am Südpol schweben sehr viele kleinere Splitter, die unseres Wissens nach unbewohnt sind. An den Rändern der Sahara finded man allerdings in Grasbewachsenen Landteilen einige Kuppelstädte. Der Kontinent der östlich von dem liegt, der Gehenna genannt wird, heißt Addia. Addia liegt inmitten des Quarzmeeres und ist Großteils bewaldet. Am nördlichsten Punkt, auf einem riesigen Splitter liegt die Hauptstadt des Landes. Um sie herum findet man auch die restlichen Städte. Im Ozean, dem Atlantischen Ozean, der wie schon erwähnt auch Quarzmeer genannt wird, da er so klar wie Kristall ist, im Westen, liegt die Unterwasserstadt Atlantis. Vereinzelt findet man auch Berge auf Addia, sowie eine Vulkankette an der Küste. Ein Fluss schlängelt sich fast parallel zur Küste quer durch den Kontinent. Er heißt Kando und ist neben ein paar Bächlein das einzige Gewässer auf dem Kontinent. Die beiden bewegenden Splitter, auf denen sich Akademie und Forschungszentrum befinden ändern ihre Position von Mal zu Mal. Sie kreisen entlang der Machtadern im Boden um Alanea herum, ohne gegen andere Splitter zu prallen. Je größer die Stadt, desto mehr Abgeordnete sitzen im Regierungsrat. Die einzigen Menschen, die nicht in Städten leben, sind reich und haben Burgen im Umland einer Kuppel.

„Die Zeit ist um!“, rief Herr Renneck. „Cyras Yanatomi, ließ vor!“ Ich tat es. Da nahm mir der Lehrer das Blatt aus der Hand und schaute darüber. Mit einem Gesichtsausdruck, den ich nicht zu deuten vermochte, sagte er: „Mein Lieber, Gegend schreibt man mit D am Ende und findet mit T, von den Satzzusammenhängen abgesehen. Wo haben Sie schreiben gelernt, oder sollte ich besser fragen bei Wem? Soll ich weitermachen?“ Wortlos schüttelte ich den Kopf. Der Lehrer grinste befriedigt und ließ mich aufstehen. Er schaute mich mit Genugtuung an und deutete mir mich nach vorne zu begeben. Dort fuhr er wieder die Tafel aus dem Boden und befahl mir sämtliche Wörter, die ich falsch geschrieben hatte aufzuschreiben, ohne Fehler zu machen. Gedemütigt tat ich es. Meine Schrift war krakelig und unschön. Was war das hier? Mobbing? So fühlte es sich an. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, wäre ich gerne Magier, etwas größer als jetzt und klüger, mit einer schöneren Handschrift. Hatte ich eine Wahl? Nein. Das Problem an dieser Stelle ist nur leider, dass niemand etwas gegen die Diskriminierung unternahm. Man wurde heutzutage als Nichtmagier allerhöchstens bedauert. Nicht nur, dass uns die Macht fehlte unsere Körperenergie zu kontrollieren, wurden wir anscheinen auch bestraft, uns dem modernen Leben nicht anpassen zu können. Es war als ob man mich in einen roten Farbeimer geschubst hätte. Mein Gesicht war fast so rot, wie meine Haare. Nicht vor Pein. Sondern vor Hass und Abscheu. Ich war fertig, also drehte ich mich um, um zurück zu meinem Stuhl zugehen. Ich würde das nächste Semester über lieber den Politikunterricht schwänzen, dachte ich mir noch, bevor ich auf dem Boden aufkam. Ich war gestolpert. Gestolpert! Jetzt war es mir peinlich. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, wäre ich gerne im Boden versunken, anstatt erneut den Boden kennenzulernen und mich aufrappeln zu müssen. Aber so ist das halt im Leben, zumindest in meinem. In ein paar Stunden hatte ich meine Ruhe, konnte in meinem Zimmer lesen und die anderen vergessen.

3

Mittagspause, 15 Minuten: Ich sitze, wie immer allein, in der Mensa und versuche die Anderen, die mich auslachen, auszublenden. Kailan isst nie hier.

Sportunterricht, Herr Kareck betritt die Sporthalle: „Wärmt euch, wie immer, fünf Minuten lang auf und dann sucht euch einen Gegner!“ Hämisch grinsten mich einige Leute an, allerdings hatten sie mich nur außerhalb des Sportunterrichts gesehen, wenn ich stolperte und den Boden küsste, weil ich mit meinen Gedanken woanders war. Jetzt konzentrierte ich mich auf meine Bewegungen.

Ich stand da, meine Kopfhörer auf, lauschte der Melodie und schlug zu. Die Luft vor mir müsste, wäre sie lebendig und fest, tot umfallen. Vielleicht aber auch nur benommen zurück stolpern. Der Faustkampf war einfach, noch einfacher war allerdings der Schwertkampf. Ich glaube, ich hatte schon einmal erwähnt, dass noch niemand mich bisher geschlagen hatte, aber egal. Herr Kareck war zwar stärker als ich, ich dafür aber um einiges schneller. Bei der Aufnahmeprüfung hatte es nämlich auch eine Überprüfung der körperlichen Verfassung gegeben, wo ich mein Können unter Beweis gestellt hatte. Momentan wärmte ich mich noch auf und ließ dabei all meine Wut aus. Das tat gut. Meine Waffe, also die mit der ich am besten umgehen konnte, war eigentlich das 1,40 m lange Naginata, einem Schwert dessen Klinge dieselbe Länge hat, wie der Griff. Laut Geschichten war sie früher, also ganz früher, eine Speer- und Stoßwaffe gewesen. Es muss schon komisch aussehen, wenn ich, der ich nicht einmal 1,80 m groß war, mit so etwas kämpfte. Hoffentlich wuchs ich noch. Immer noch war ich zugange im Takt der Melodie in meinen Ohren die Luft zu malträtieren. Das Lied das ich hörte war alt. Nichts Besonderes, hatte aber einen mitreißenden Rhythmus, den die Leere vor mir zu spüren bekam. Dann war es endlich so weit. Das Aufwärmen war beendet und wir sollten im Zweikampf mit Holzwaffen gegeneinander antreten. Ich nahm, ihr habt es bestimmt schon erraten, das Holznaginata. Wie immer suchte ich nach einem Gegner. Mein Opfer sollte Magnus sein. Er hatte noch keinen Partner, da er auch zu den eher Besseren gehörte und Leon nicht sollten sie nicht gemeinsam üben, also warf ich ihm meinen Trainingshandschuh hin. Ohne nachzudenken hob er ihn auf und nahm damit meine Herausforderung an. Er wusste anscheinend nicht einmal was ein Federhandschuh zu bedeuten hatte. Früher haben die Ritter im Mittelalter so Duelle angekündigt. Wenn es um das Kämpfen ging kannte ich keine Eingrenzungen, Beschränkungen, Versehen oder so. Mir war selbst nur wichtig gut genug zu sein um meine Peiniger zu überragen. In der Armee, die es aus einem mir unerkenntlichen Grund gab, immerhin gab es keine Kriege mehr, zählt eine