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Jedes Jahr warten wir auf sie. Sie kommen, wenn es kalt wird. Papa sagt, sie kündigen Wundervolles an. Wir stehen ganz früh auf und beobachten, wie sie über dem See kreisen, im Wasser landen und dann weiterziehen. Sie sind so schön und stolz - und auch ein bisschen unheimlich. Aber in diesem Jahr ist gar nichts wundervoll. Papa muss ins Krankenhaus, weil er was Schlimmes am Herzen hat. Und ein einzelner Schwan bleibt einfach auf dem See zurück, ganz allein. Irgendwas stimmt nicht mit ihm, so wie bei Papa. Wenn ich es schaffe, dass der Schwan wieder fliegt und seine Familie findet, vielleicht wird Papa dann ja wieder gesund ...
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Veröffentlichungsjahr: 2011
Von Lucy Christopher bereits erschienen:Ich wünschte, ich könnte dich hassen CARLSEN-Newsletter Tolle neue Lesetipps kostenlos per E-Mail!www.carlsen.de Alle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung, können zivil- und strafrechtlich verfolgt werden. Ein Chicken House-Buch im Carlsen Verlag © der deutschen Erstausgabe by CARLSEN Verlag GmbH, Hamburg 2011 © der englischen Originalausgabe by The Chicken House, 2 Palmer Street, Frome, Somerset, BA11 1DS, 2010 Text © Lucy Christopher, 2010 The author has asserted her moral rights. All rights reserved. Originaltitel: Flyaway Umschlagbild: Getty Images, Ryan McVay Umschlaggestaltung: Hauptmann & Kompanie, Vivien Heinz Umschlagtypografie: Steffen Meier Aus dem Englischen von Beate Schäfer Satz und E-Book-Umsetzung: Dörlemann Satz, Lemförde ISBN 978-3-646-92099-4 Alle Bücher im Internet unterwww.carlsen.dewww.chickenhouse.de
Für alle aus meinem Schwarm, ganz besonders für meine Großeltern
Der Anfang
Papa wartet jedes Jahr auf sie. Er sagt, wenn sie kommen, fängt der Winter an … und die Weihnachtszeit. Überhaupt alles, was wundervoll ist.
Als er noch ein Junge war, saß er jedes Mal erwartungsvoll mit Oma und Opa auf einem Feld bei dem kleinen See hinter ihrem Haus. Meistens war es kalt und dunkel und Papa hat erzählt, dass sie beim Warten sogar mal einen Schneesturm erlebt haben. Sogar da wusste Opa genau, wann sie kommen. Papa hat damals geglaubt, Opa könnte zaubern, weil er so gut Bescheid wusste. Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass ich an diesem See gewartet habe, aber es kommt mir eher wie ein Traum vor und nicht wie etwas, das wirklich passiert ist.
Vor sechs Jahren haben wir zum letzten Mal gemeinsam dort gewartet. In dem Winter, als Oma gestorben ist. Danach sind die wilden Schwäne nicht mehr zu dem kleinen See an Opas Haus gekommen.
Wir haben nah am Ufer gekauert und der Geruch der Decken um meine Schultern hat mich an staubige Schubladen erinnert. Oma hat mir ein Käsebrot in die Hand gedrückt und Opa hat allen heißen Kakao ausgeteilt. Ich war schläfrig und habe nichts gesagt, die Augen aber weit offen gehalten.
Und dann waren sie auf einmal da, wie im Märchen. Als wären sie einfach so aus den Wolken geschlüpft. Das erste Tageslicht hat ihre Federn schimmern lassen … sie waren so weiß, fast schon silbern. Die Luft hat gesummt von ihren Flügelschlägen.
Ich kann mich noch daran erinnern, wie Papa geguckt hat. Wie groß seine Augen waren. Und wie er auf der Lippe herumgekaut hat, als hätte er Angst, dass es die Vögel vielleicht nicht schaffen könnten. Doch sie sind immer tiefer zur Wasseroberfläche hinunter gekreist und er hat sich leicht vorgebeugt, als wollte er selbst dort landen.
Schon damals habe ich sie geliebt. Genau wie Papa. Aber ich hatte auch Angst vor ihnen. Wie sie da aus dem Nichts aufgetaucht sind, so viele auf einmal. Es war, als gäbe es sie nur in unsern Träumen. Als kämen sie aus einer andern Welt.
Auch dieses Jahr fängt es wieder so an. Papa klopft aufgeregt an meine Zimmertür. Die Schwäne kommen … und alles wird anders.
Kapitel 1
Frühmorgens. Es ist zu kalt zum Aufstehen, aber Papa steht schon vor meiner Tür und trommelt mit den Fingerspitzen dagegen, was wie Regen klingt.
»Isla?«, flüstert er. »Kommst du? Sie sind da, oben im Schutzgebiet. Ich bin mir ganz sicher.«
Ich zwinge mich die Schatten neben meinem Bett ins Auge zu fassen … Schreibtisch, Stuhl mit Schulklamotten drauf, Jeans und Pulli, die in einem Haufen auf dem Teppich liegen. Ich halte die Luft an, als ich die Beine unter der Bettdecke hervorstrecke. Setze mich auf, reibe mir die Arme. Papa klopft noch mal.
»Ja, schon gut, ich komme«, zische ich.
Ich schlüpfe in Jeans und Pulli. Suche in der Schublade nach den dicksten Wollsocken, die ich habe. Halte die Luft an, bis mir wärmer ist. Die Heizung läuft noch nicht. Dafür ist es zu früh, draußen ist es noch finster. Papa öffnet knarrend die Tür, nur einen kleinen Spalt, aber es reicht, um das breite Grinsen in seinem Gesicht zu sehen.
»Wo bleibst du denn? Man könnte glatt auf die Idee kommen, du würdest noch schlafen.«
»Tu ich ja auch.«
Ich gehe zu ihm und fahre mir kurz über die Haare, in der Hoffnung, dass sie nicht allzu zerstrubbelt sind.
»Mach dir keine Sorgen, du bist schön genug«, flüstert er und dreht sich gleich wieder von mir weg. »Den Vögeln ist das egal.«
Ich schnappe mir ein Haarband, dann gehe ich hinter Papa die Treppe runter und reibe mir dabei den Schlaf aus den Augen. Wir achten darauf, nicht auf die mittlere Stufe zu treten, die immer so laut knarrt. Wir wollen nicht, dass Mama oder Jack wach werden. Es ist unsere Zeit, sie gehört nur Papa und mir. Manchmal kommt Jack auch mit, wenn er nicht gerade ein Fußballspiel hat, aber meistens ziehen nur wir beide los, um sie anzuschauen. Seit dem Winter vor sechs Jahren kommen die Singschwäne immer an einen anderen See, drüben im Auenschutzgebiet. Manchmal wünsche ich mir, sie würden zum See bei Opa zurückkehren, aber Papa sagt, das tun sie garantiert nicht, weil da inzwischen alles zugewachsen ist und drum herum viel zu viel gebaut worden ist.
Wir kommen am Bad vorbei und ich überlege, ob ich mir noch schnell die Zähne putzen soll, aber ich spüre Papas Aufregung, er wirkt ganz zapplig. So ist er immer. Kaum ist er aufgestanden, will er auch schon los. Nur wenn er bei den Vögeln ist, wird er ruhig. Er nimmt die Thermosflasche mit Kaffee, die auf der Küchentheke steht. Ich angle mir eine Scheibe Brot aus der Packung, dann drehe ich mich noch mal um und nehme gleich die ganze Packung mit, nur für den Fall, dass Papa auch Hunger hat.
Während er die Haustür abschließt, stampfe ich mit den Füßen und wärme mir die Hände an meinem Atem. Über Nacht ist der Vorgarten weiß geworden. Schimmernder Frost hat sich aufs Gras gelegt und der Betonweg ist rutschig wie ein Eiswürfel. Auf dem Weg zum Auto klammere ich mich an Papas Arm. Außer uns ist noch niemand auf. Die Gegend wirkt verschlafen. Sogar in der Eckkneipe ist es still. Wir sind die Einzigen auf der Welt, die wach sind. Wir und die Vögel.
Im Auto drehe ich die Heizung voll auf und grinse Papa ein bisschen an, um ihm zu zeigen, dass ich langsam wach werde. Wir sind auf dem Weg.
»Sonst ist es wärmer, wenn sie kommen«, sage ich.
»War schon zwanzig Jahre lang nicht mehr so verdammt kalt. Es hieß ja, dass sie vielleicht gar nicht kommen. Aber das tun sie. Sie sind schon seit ein paar Tagen oben im Norden.«
»Woher weißt du, dass sie heute hier ankommen?«
Papa zuckt mit den Achseln. »Fühlt sich so an.«
Er sieht auf die Straße. Ich mache die Augen zu und versuche schnell noch ein bisschen zu schlafen, aber ich höre, wie Papa mit den Fingern aufs Lenkrad trommelt. Also mache ich die Augen wieder auf. Papa kaut wieder mal auf der Lippe herum. Egal wie sicher er sich ist, er hat trotzdem jedes Jahr Angst, dass sie nicht kommen könnten. Heute sieht er noch müder aus als sonst und er hat dunkle Ränder um die Augen. Mama behauptet, dass es Papa im Moment nicht sonderlich gut geht; sie macht sich Sorgen, seit er letzte Woche von der Arbeit nach Hause geschickt worden ist. Aber ich weiß nicht recht. Für mich sieht er einfach nur müde aus.
Papa biegt auf die Umgehungsstraße ein. Wir überholen einen großen Lebensmittellaster, der mit Nebelscheinwerfern fährt, aber das ist auch schon alles. Sonst sind keine Autos unterwegs. Der Himmel ist inzwischen ein bisschen heller geworden, hat von Schwarz über Purpur zu Grau gewechselt. Die Hecken am Straßenrand sind jetzt gut zu erkennen. Ich angle mir noch eine Scheibe Brot aus der Packung zu meinen Füßen und kaue darauf herum. Papa gebe ich auch eine. Er schaltet die Scheinwerfer aus. Keiner von uns macht das Radio an. Das würde die Stimmung irgendwie kaputt machen. Ich habe erst dann das Gefühl, dass es Winter wird, wenn Papa und ich das gemacht haben, was wir gerade tun – wenn wir in der Kälte am frühen Morgen zusammen diese Straßen entlanggefahren sind. Die Autofahrt zum Schutzgebiet ist immer der Anfang.
Kapitel 2
Papa fährt an den Masten und Werkshallen der Stahlfabrik und am Eingang zum neuen E-Werk vorbei. Er biegt links ab zum Parkplatz beim Schutzgebiet, fährt durch schlammige Pfützen. Wir sind die Einzigen. Sogar für die ganz harten Vogelgucker ist es noch zu kalt und zu früh. Es ist noch nicht mal jemand da gewesen, um das Dixi-Klo aufzusperren. Wenn ich alleine hier wäre, würde ich es total unheimlich finden. Ich steige aus dem Auto und lausche. Aber da ist überhaupt nichts zu hören … nicht mal das Grummeln von der Stahlfabrik oder das Rauschen des Verkehrs auf der Autobahn weiter weg. Der Himmel ist schwer und grau wie eine Decke. Es könnte gut sein, dass es bald schneit.
Papa holt die Ferngläser aus dem Kofferraum und wir laufen los. Es ist nicht weit bis zu den Seen. Der Forstweg führt am Bach entlang und eine kleine Anhöhe hoch, wo uns der Wind voll ins Gesicht schlägt, und von dort durchs Schilf. Papa geht schnell, er achtet nicht groß darauf, ob ich hinterherkomme. Ich bin außer Atem und der Hals tut mir weh von der kalten Luft. Papa bleibt stehen und hebt eine zerknitterte Chipstüte auf, die am Wegrand liegt. Sein Atem steht weiß in der Luft, als er sich herunterbeugt. Wir horchen. Ich kann das übliche Rufen und Zischen nicht hören. Es ist still, zu still. Vielleicht sind sie ja doch im Norden geblieben. Papa wäre furchtbar enttäuscht. Er schaut hoch in den Himmel, sucht ihn ab. Aber da ist nichts.
»Bist du sicher, dass es heute ist?«
Papa nickt abwesend. »Muss so sein.«
Inzwischen ist es Papa, der weiß, wann sie kommen. Wirklich immer. Es klingt verrückt, aber wenn es irgendwas gibt, womit er immer Recht hat, dann das. Manchmal denke ich, das ist das Einzige, was er von Opa geerbt hat … das Einzige, woran man sieht, dass die beiden verwandt sind. Wir biegen um die letzte Kurve vor dem größten See, den sie am liebsten mögen. Legen die letzten Meter zurück. Aber da sind keine Vögel, überhaupt gar keine. Nicht mal Stockenten oder Blässhühner. Der See liegt vollkommen still da, die Wasseroberfläche kräuselt sich nicht. In diesem Moment kommt es mir vor, als wären alle Vögel von der Welt verschwunden.
»Das kapier ich nicht«, murmelt Papa.
Stirnrunzelnd schüttelt er den Kopf. Er dreht sich nach allen Seiten um und betrachtet prüfend den Himmel. Ich gucke auch nach oben.
»Vielleicht sind wir zu früh dran?«, schlage ich vor.
Papa läuft los, weg vom See. Ich denke über die wilden Singschwäne nach, darüber, wie schlau sie sein müssen, um auf dem Weg von Island hierher Hunderte oder sogar Tausende von Kilometern zurückzulegen. Vielleicht sind sie in diesem Jahr einfach zu müde und haben das letzte Stück nicht mehr geschafft. Vielleicht haben sie diesen Winterplatz aufgegeben, genau wie sie Opas See irgendwann aufgegeben haben. Vielleicht müssen wir stattdessen einfach die Höckerschwäne anschauen. Ich muss fast lachen, als ich mir vorstelle, Papa könnte sich für Höckerschwäne begeistern. Wir wissen beide, dass ihnen die Stimme und die geheimnisvolle Ausstrahlung der Singschwäne fehlt. Sie haben keinen Zauber.
Papa läuft den Hauptweg Richtung Fluss entlang. Er will eine bessere Aussicht suchen. Er drückt sich das Fernglas dicht an die Augen und späht damit herum. Dann wird sein Körper ganz ruhig, er hat was entdeckt. Er nimmt das Fernglas runter, blickt hoch zum Himmel, schaut dann wieder durch.
»Was ist?«, frage ich.
»O nein.« Er lässt das Fernglas los, es baumelt an seiner Brust. Auf einmal rennt er los. Sein Gesichtsausdruck schockiert mich so sehr, dass ich ein paar Sekunden lang ganz starr bin und nur zusehe, wie er den Weg entlangläuft, weg von mir. Das ist nicht die Richtung, aus der die Schwäne sonst kommen. Aber er hat irgendwas gesehen.
»Was?«, schreie ich wieder.
Aber er ist schon zu weit entfernt für eine Antwort. Ich renne hinter ihm her. Unterwegs schiele ich zum Himmel hoch und versuche herauszukriegen, was Papa da gesehen hat.
Ich habe keine Zeit, um stehen zu bleiben und durch mein eigenes Fernglas zu gucken. Er rennt jetzt rüber zum andern Ende des Geländes, dorthin, wo das E-Werk steht. Mit hektischen Blicken suche ich es ab, mustere den Betonbau mit den langen Abfallrinnen ganz genau. Sehe die hoch aufragenden Elektrizitätsmasten, die erst vor ein paar Monaten hier errichtet worden sind. Auf einmal begreife ich, was Papa gesehen haben muss, was er sich offenbar vorstellt. Mein Magen krampft sich zu einem Klumpen zusammen. Und ich renne schneller, rase ihm hinterher.
Ich bin fast bei Papa angekommen, als ich die Schwäne entdecke. Es sind etwa zwanzig, weniger als sonst, aber sie sind groß und ganz eindeutig Singschwäne. Sie bilden ein riesiges V quer über den Himmel und bewegen ihre Flügel alle im gleichen Rhythmus. Wie es aussieht, wollen sie zu dem großen See, sie stoßen beim Fliegen tiefe, posaunenartige Rufe aus. Ich bleibe stehen und schaue ihnen zu. Ich habe das schon oft gesehen, aber es packt mich immer wieder. Das Morgenlicht auf ihren Federn. Das leise Schlagen ihrer Flügel. Dass sie so riesig und plump sind und trotzdem so anmutig aussehen … so unerwartet elegant. In diesem Moment verstehe ich jedes Mal, warum Papa sie liebt.
Doch da fängt er an zu schreien und mit den Armen zu wedeln und holt mich mit einem Ruck zurück in den eiskalten Morgen.
»Wir müssen sie stoppen«, brüllt er.
Ich schäle mich aus meiner Jacke und wedele sie über meinem Kopf herum. Ich springe auf und ab. Aber es nützt nichts. Sie haben nur den See im Sinn. Sie nehmen uns gar nicht wahr.
»Die knallen da rein«, sagt Papa.
Und mir wird schlecht, richtig schlecht, denn ich weiß, er hat Recht. In dem schwachen Licht können die Schwäne die Drähte zwischen den neuen Strommasten nicht sehen; sie merken nichts von dem elektrischen Zischen direkt vor ihnen. Anders als von der Stadtverwaltung versprochen sind keine roten Markierungskugeln an den Drähten angebracht worden, nichts zeigt den Vögeln, dass dort etwas ist. Ich schreie ihnen zu.
»Weg hier! Haut ab!«
Aber sie sehen uns nicht. Und selbst wenn sie es täten, könnten wir sie nicht aufhalten.
»Isla, nein«, flüstert Papa. »Schau nicht hin.«
Aber ich muss. Mein Mund wird trocken. Ich lasse die Arme sinken. Der Schwan ganz vorne sieht so entschlossen aus, sein Kopf wippt mit jedem Flügelschlag auf und ab. Er weiß ganz genau, wo er hinwill, ist voller Hoffnung, so kommt es mir vor. Die andern im Schwarm vertrauen ihm. Papa stößt einen kleinen, erstickten Ton aus, als die Schwäne kurz zögern. Sie werden langsamer, ändern die Richtung ein wenig und für einen kurzen Augenblick glaube ich, sie haben die Drähte gesehen. Ich stoße eine Art atemloses Lachen aus, während sie wild mit den Flügeln schlagen, um höher zu steigen. Vielleicht schaffen sie’s doch noch.
Aber es ist zu spät.
Das Knistern, mit dem der erste Vogel in den Draht kracht, höre ich bis hierher. Er taumelt zur Erde, sein Kopf verdreht vor lauter Überraschung. Seine Flügel sind schlaff, Federn wirbeln nach unten. In mir ist ein Schmerz, ich spüre ein Stechen hinter meinen Rippen. Ich keuche. Papa schlingt die Arme um mich und zieht mich zu sich. Sein Körper ist total angespannt und ich spüre, wie er zittert. Ich vergrabe meinen Kopf in seiner Jacke, die nach Lagerfeuer riecht, aber trotzdem höre ich den Knall und das Knistern, als noch ein Vogel in die Leitung kracht. Und dann noch einer. Ich halte die Luft an. Der Schmerz in mir drin wird schlimmer. Dann höre ich ein lautes, heiseres Kreischen, mit dem sich die Vögel gegenseitig warnen. Auch andere Vögel stimmen ein. Ein unaufhörliches Tosen von Panik und Flügelschlägen.
»Ich hätte wissen müssen, dass das passiert«, murmelt Papa. Ich höre, wie seine Stimme zittert. »Diese Idioten stellen ihre Masten hier auf ohne Markierung …«
Er zieht mich dichter zu sich, so dicht, dass ich mir für einen Augenblick einbilde sein Herz schlagen zu hören. Ich konzentriere mich mit aller Kraft darauf und lausche. Das Kreischen der Vögel um uns herum will ich nicht hören. Dudumm-dudumm. Papas eigener Flügelschlag. Eine Windböe peitscht mir um die Ohren und fährt unter den Kragen, wirbelt mir die Haare übers Gesicht. Papa hebt meine Jacke auf, die ich auf den Weg geschmissen habe, und legt sie mir um die Schultern.
»Zieh sie an«, sagt er. »Ist kalt.«
Ich schaue auf und sehe, dass seine Augen feucht sind.
»Ist es jetzt vorbei?«
Er nickt. Ich mache einen Schritt zurück, damit ich besser sehen kann. Vögel sind keine mehr da, nur noch die Federn an den Drähten.
»Sind sie … wie viele hat’s erwischt?«
Papa hält mir meine Jacke hin und wartet darauf, dass ich die Arme reinstecke. »Die Tiere weiter hinten hatten genug Zeit, um auszuweichen, ist also nicht ganz so schlimm.«
Ich drehe mich um und schaue zurück. »Sind sie auf dem großen See?«
Papa schüttelt den Kopf und blickt zum Himmel. »Die sind noch da oben. Und sie werden wohl kaum hier überwintern, nachdem ihnen das passiert ist.«
Ich halte mir die Hand über die Augen. Ganz weit oben sehe ich eine Reihe von dunklen Punkten, die sich schnell Richtung Stadt bewegen – die Schwäne, die am Fluss entlangziehen. Papa beobachtet einen einzelnen Schwan, der hier in der Nähe herumfliegt, langsam immer wieder über das Schutzgebiet kreist. Es ist ein junger Schwan, noch ein bisschen grau und ziemlich klein … muss wohl ein Weibchen sein. Das Schwanenmädchen ist ganz allein. Übrig geblieben. An der Art, wie sie sich immer wieder dem Boden nähert und dann nach oben abdreht, merke ich, dass sie verwirrt ist und sich nicht entscheiden kann, ob sie landen soll oder nicht. Einen verrückten Moment lang wünsche ich mir, ich könnte dort oben sein, bei ihr, und ihr beim Fliegen helfen … ich würde ihr zu gern zeigen, wo sie hinsoll. Begreift sie überhaupt, dass sich ihr Schwarm mit jeder Runde, die sie dreht, immer weiter entfernt? Wieder ist da dieser Schmerz hinter meinen Rippen. Ich kann nicht aufhören sie anzusehen. Ich habe das Gefühl, wenn ich das tue, könnte sie abstürzen.
Papa läuft rüber zu dem See vor uns. Er will zum Schilf unter den Masten, dorthin, wo die Schwäne abgestürzt sind. Ich renne ihm hinterher und packe ihn am Arm.
»Wir müssen nachschauen, Isla«, sagt er entschieden. »Vielleicht können wir sie retten.«
Er versucht mich abzuschütteln, um zu ihnen zu kommen, aber ich lasse ihn nicht los. Mein Blick wandert zu dem platt gedrückten Fleck im Schilf, wo die Vögel liegen. Ich will diese Schwäne nicht sehen, entstellt und verletzt, wie sie jetzt sind. Ich möchte mich so an sie erinnern, wie sie waren, bevor sie in die Leitungen geknallt sind – an ihren geradlinigen, perfekten Flug, an das glänzende Licht auf ihrem Gefieder. Aber mir ist klar, dass Papa Recht hat. Wir müssen retten, was zu retten ist.
Als er mit mir im Schlepptau näher herangeht, sehe ich, dass es drei sind.
»Nur drei«, sage ich leise. »Hätte schlimmer sein können.«
Ihre schlaffen weißen Körper treiben inmitten von Schilfhalmen zwischen Weg und tiefem Wasser, die Federn saugen sich mit Wasser voll.
Papa streift sein Fernglas ab und gibt es mir. Er watet ins Wasser.
»Aber das ist viel zu eisig …«, protestiere ich, doch ein scharfer Blick von Papa unterbricht mich.
Das Wasser steigt ihm bis zu den Knien und er atmet jetzt schnell. Die Wasseroberfläche ist teilweise vereist. Ich höre das Schmatzen von seinen Stiefeln im Matsch. Er erreicht den ersten Schwan, zieht ihn zu sich, dreht ihn um.
»Tot«, sagt er.
Ich beobachte, wie sich sein Kiefer verkrampft. Papa hasst alles Tote. Ihm gefällt, was vor Leben und Energie nur so sprüht, genau wie er selbst. Er watet weiter ins Wasser zum nächsten Vogel und ich folge ihm am Ufer entlang.
»Ich will dir helfen.«
»Nein. Ist wirklich kalt.«
Der erste Schwan, der, den Papa angefasst hat, treibt in meine Richtung. Ich bücke mich, strecke die Hand aus und greife nach seinem Flügel, ziehe ihn zu mir her. Da ist eine tiefe rote Furche unten an seinem Hals, sie verläuft quer darüber, das ist der Abdruck von dem Stromkabel. Um die Wunde herum sind die Federn schwarz versengt, sie riechen seltsam, wie verbranntes Plastik. Ich strecke die Finger aus und berühre die Brust des Vogels. Sie ist noch warm, aber sein Herz schlägt nicht mehr. Ich wende mich ab, will die stillen, glasigen Augen nicht anschauen.
Papa untersucht den nächsten Schwan. »Tot«, murmelt er auch dieses Mal.
Er betrachtet mein Gesicht, will wissen, wie’s mir geht, bevor er sich dem letzten Vogel zuwendet. Dieser hier ist kleiner als die beiden andern, seine Flügel sind graubraun. Ein Jungvogel, der wahrscheinlich zum ersten Mal in den Süden zieht. Vielleicht ist es der Bruder von dem andern Jungvogel, dem Weibchen, das allein hier herumgeflogen ist. Wie unfair, dass dieser Schwan den ganzen weiten Weg hierher zurückgelegt hat, nur um ihn dann auf diese Art zu beenden. Papa muss bis zu den Oberschenkeln ins Wasser, damit er ihn zu fassen bekommt. Der Wind wird jetzt stärker, er lässt die Schilfhalme rauschen und nimmt mir den Atem.
»Komm da raus, Papa«, sage ich und schiebe meine Haare zurück, die mir über die Augen flattern. »Das ist eisig. Du holst dir doch den Tod.«
Aber er watet sowieso schon zurück in meine Richtung, den Schwan zieht er hinter sich her. »Hilf mir«, sagt er.
Er taucht die Arme ins Wasser, hebt den Schwan hoch und macht einen Schritt aufs Ufer zu. Ich strecke die Arme aus. Ein kleines Zischen steigt aus dem Hals des Vogels. Ich versuche ihn zu packen, ohne dabei die verbrannte Stelle an seiner Schulter anzuschauen.
»Er lebt, Isla«, flüstert Papa. »Dieser hier lebt.«
Kapitel 3
Papa trägt den jungen Schwan über das Gelände zum Auto. Ich muss rennen, um hinterherzukommen. Einer von den Schwanenflügeln liegt ausgestreckt über Papas Arm. Er sieht krumm aus, wahrscheinlich ist er gebrochen.
»Er stirbt, wenn wir ihn hierlassen«, sagt Papa.
Der Schwan öffnet den Schnabel, als wollte er Papa in den Arm zwicken, aber ihm fehlt die Kraft. Es kommt mir so vor, als hätte er schon aufgegeben.
»Wo bringst du ihn hin?«, frage ich.
»Zu irgendeinem Tierarzt … Wo gibt’s denn einen, der am Sonntag aufhat?«
»Wir sollten ihn zu Opa bringen«, sage ich.
Papa bleibt stehen und sieht mich an. »Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist.«
»Wieso? Er wohnt hier in der Nähe und hat doch noch seine Arztsachen.«
Papa ist rot im Gesicht, weil er den Schwan trägt. »Opa wird keinen Schwan behandeln wollen.«
»Er hat sich letztes Jahr doch auch um den Hund von den Nachbarn gekümmert, als der angefahren worden ist. Das kann er immer noch.«
»Aber um den hier wird er sich nicht kümmern wollen.«
Wir kommen ans Auto. Ich strecke meine Arme nach dem Schwan aus und nehme ihn, damit Papa die Autoschlüssel aus seiner Hosentasche herauskramen kann. Sogar durch meine Kleider hindurch spüre ich, wie feucht seine Federn sind. Es ist schwer, den Vogel zu halten – gar nicht mal, weil er so viel wiegt, sondern eher, weil er sich so schlecht anfassen lässt. Mein Gesicht ist ganz dicht an ihm dran. Ich sehe, wie der Schwan versucht erst mich und dann Papa in den Blick zu bekommen. Sein Schnabel steht offen und die rosa-schwarze Zunge ist zur Seite gesackt. Ich würde ihm gern Wasser in die Kehle tropfen.
»Der hält nicht mehr lange durch, Papa«, versuche ich es wieder. »Bis zu Opa ist es am nächsten.«
Widerwillig nickt Papa und macht den Kofferraum auf. »Opa wird das nicht gefallen«, wiederholt er.
Dann sagt er gar nichts mehr, wie immer, wenn irgendjemand mit ihm über Opa reden will. Er klappt die Sitze um, damit der Schwan reinpasst. Schließlich packt er ihn wieder und gemeinsam hieven wir ihn hinten ins Auto. Auf Papas Stirn haben sich Schweißtropfen gebildet, was seltsam ist, denn der Vogel ist nicht besonders schwer. Und Papa ist stark, er ist der kräftigste Mensch, den ich kenne.
»Alles okay?«, frage ich ihn.
Papa gibt mir keine Antwort, sondern schiebt nur den Vogel ein Stückchen in meine Richtung, bevor wir ihn beide behutsam absetzen. Ich versuche den gebrochenen Flügel auszubreiten. Dabei spüre ich die vielen feinen Knochen dicht unter der Haut. Einer ragt an einer Stelle, wo er es nicht sollte, nach oben, drückt sich beinahe durch die Haut durch. Ich berühre die Stelle, betaste sie mit den Fingern und merke, dass die Bruchstelle sich anfühlt, als wären da lauter winzige Zähnchen. Der Schwan beißt mir in die Hand. Richtig fest. Es blutet sogar. Er zischt, bis ich aufhöre ihn zu betasten.
»Tut mir leid«, murmele ich und sauge an meiner Hand.
Dann drehe ich mich wieder zu Papa. Er sieht jetzt noch schlimmer aus. Mit der Hand am Autodach und gesenktem Kopf steht er da. Sein Atem geht laut.
»Papa?«
Er wiegelt ab. »Alles okay.«
Ich gehe zu ihm und warte, bis er mich richtig ansieht. Einen Moment lang vergesse ich den Schwan. Papas Gesicht ist rot angelaufen und verschwitzt. »Bis eben war dir doch noch kalt«, sage ich. »Du hast gezittert, weil das Wasser so eisig war. Jetzt ist dir auf einmal heiß.«
»Ich bin okay.«
»Soll ich Mama anrufen?«
»Nein.« Er richtet sich auf, um mir zu demonstrieren, dass mit ihm alles in Ordnung ist, aber ich merke, wie er dabei vor Anstrengung zusammenzuckt. »Dieses Kerlchen war ganz schön schwer, das ist alles.«
Er grinst ein bisschen, tut so, als hätte er einen Witz gemacht, aber sein Blick hält meinem nicht stand und ich glaube ihm nicht. Dann macht er einen Schritt Richtung Fahrertür, aber ich halte ihn vom Einsteigen ab. »Ich ruf Mama an«, sage ich und fummle mein Handy aus der Tasche. »Oder Opa, der ist näher. Bestimmt ist es besser, wenn du nicht fährst.«
»Mir geht’s gut«, sagt Papa nachdrücklich. »Ich kann bis zu Opa fahren, und auch nach Hause. Hör auf dir Sorgen zu machen.«
Ich lasse meine Hand auf seinem Arm ruhen. Sonst kann ich nichts tun, um zu verhindern, dass er ins Auto einsteigt. »Mama hat gesagt, du bist krank«, sage ich leise. »Sie meint, die hätten dich letzte Woche von der Arbeit heimgeschickt.«
»Das hat sie gesagt?« Er fährt sich mit der Hand über die Stirn und wendet wütend den Blick von mir ab. Dann seufzt er, lehnt sich ans Auto und betrachtet mich. »Mir ist kalt und ich bin nass, außerdem war dieses Ding hier schwer, das ist alles. Je schneller wir zu Opa kommen, umso besser, stimmt’s? Der Schwan stirbt sonst.«
Als er sich umdreht und die Wagentür öffnet, nicke ich widerwillig. Ich werfe einen Blick über den Parkplatz. Immer noch keiner da außer uns. Plötzlich will ich einfach nur hier weg, will irgendwohin, wo ich nicht mit Papa allein bin. »Aber ich ruf Mama an, wenn’s dir nicht bald besser geht«, sage ich.
»Okay.« Er unterbricht mich mit einer schnellen Handbewegung.
Als er ins Auto einsteigt, beobachte ich ihn genau. Seine Stirn ist gerunzelt und die Gesichtshaut wirkt straff gespannt. Falls er sich selbst Sorgen macht, versucht er sie vor mir zu verbergen. Aber das hier passiert nicht zum ersten Mal. Mama hat erzählt, dass Papa beim Ästeschneiden im Stadtpark schon mal Schmerzen in der Brust hatte. Darum haben sie ihn nach Hause geschickt. Ich steige ein und behalte ihn dabei im Blick. Ich drehe mich nach hinten zu dem Schwan um. Er bewegt sich nicht, macht aber immer noch dieses leise, zischende Geräusch. Ich berühre seinen Flügel und hoffe, dass wir alle wohlbehalten bei Opa ankommen werden.
Papa versucht zu lächeln, als wir vom Parkplatz losfahren. »Der ist bald wieder okay«, sagt er und nickt zu dem Schwan hin.
Aber ich weiß nicht, um wen ich mir größere Sorgen mache – um den Schwan oder um ihn. Ich halte die Luft an, bis wir wieder auf der Umgehungsstraße sind. Inzwischen fahren dort mehr Autos. Es gibt andere Leute außer mir und Papa. Und bis zu Opa ist es auch nicht mehr weit.
Kapitel4
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich zuletzt bei Opa war. Es muss schon Monate her sein, irgendwann im Sommer. Im Winter geht Papa seinem Vater aus dem Weg; er sagt, da wäre er viel zu schlecht gelaunt und man würde zu lange brauchen, um mit ihm warm zu werden.
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