4,49 €
Ismael, 11 Jahre alt, lebt in Beit Sahour, nahe Bethlehem. Er besucht seine Freunde, die Hirten und erlebt die Nacht seines Lebens. Ein trauriger Anlass bringt ihn zu Levi, Aaron und Elieser, aber um nichts in der Welt will er diese Nacht versäumt haben. Die Gespräche und Gedanken der Hirten verdichten sich im Laufe der Ereignisse und bringen sie zu neuer Erkenntnis. Eine ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte für Kinder, Jugendliche und geneigte Erwachsene. Die Geschichte ist Produkt eines Studienurlaubs des Autors, geschrieben an der Westküste Irlands, in einem Cottage mit Blick auf die Kenmare Bay und den Ring of Kerry. Mit den gleichen Figuren entstand ein Krippenspiel, das gemeinsam mit Grundschulkindern in Nierstein entwickelt wurde und 2011 in der Martinskirche uraufgeführt wurde. Die wunderschönen Bilder steuerte Katharina Cranz, Malerin aus Frankfurt, bei.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 25
Veröffentlichungsjahr: 2018
Eine Weihnachtsgeschichte von Richard Dautermann Illustriert von Katharina Cranz
Der Autor ist 1954 in Sprendlingen/ Rheinhessen geboren. Er ist heute Gemeindepfarrer in Nierstein am Rhein.
Seine Erfahrungen als Stadtjugendpfarrer in Wiesbaden, als Schulpfarrer an einer Berufsbildenden Schule, als Vorsitzender des Pfarrerausschusses seiner Landeskirche (EKHN) und als Ausbildungsreferent in der Kirchenverwaltung in Darmstadt fließen merklich in diese ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte ein. Die Erkenntnis seiner Hirten ist Teil seiner Selbsterkenntnis nach 30 Berufsjahren als Pfarrer.
Die Geschichte entstand als Produkt eines Studienurlaubs, in dem der Autor zusammen mit Kindern, ein Weihnachtsspiel mit gleichem Titel entwickelte. Das Spiel wurde an Heilig Abend in der Martinskirche in Nierstein „welturaufgeführt“ (d.h. zum ersten und wahrscheinlich auch zum letzten Mal). Geschrieben wurde die Geschichte in einem Cottage im Westen Irlands mit Blick auf die Kenmare Bay und den Ring of Kerry.
Katharina Cranz arbeitet als Künstlerin in Frankfurt am Main.
Sie ist Lehrerin, Malerin und Illustratorin.
Die Bilder entstanden als Freundschaftsdienst, weil ihr die Geschichte unter die Haut ging.
Wer mehr über sie erfahren will, findet das hier
www.cranz.info
Er fand das Schaf am frühen Vormittag. Die Sonne hatte den ganzen Morgen schon ihre Kraft gezeigt und ihre Strahlen gnadenlos auf das Land hinuntergeschickt. Die jungen Knospen an den eh schon spärlichen Bäumen und Sträuchern hatten ihre Last mit der sengenden Sonne. Ihre Strahlen tauchten die Landschaft andererseits aber auch in wunderschönes Licht. Ismael liebte die Sonne und die Farben, die sie auf die Felder malte. Morgens war es ein helles Gelb, manchmal mit bläulichen, manchmal mit grünlichen Schein, bis es zum Abend hin in das herrliche Rot überging. Natürlich wusste er, dass, je stärker die Sonne brannte, das Wasser immer knapper wurde.
Sein Vater schimpfte den ganzen Tag über die Sonne und ihre verheerende Zerstörungskraft. Mutter schaute dann immer unter sich und rügte höchstens einmal, wenn die Flüche des Vaters zu arg wurden. Der Wassermangel war ein riesiges Problem, nicht nur für Beit Sahour, das Dorf, in dem er mit seinen Eltern und den sieben Geschwistern lebte, es war ein großes Problem für das ganze Land und die Länder drum herum. Der Jordan war weit und selbst der trocknete in heißen Sommern fast aus. Der Brunnen, der außerhalb vor Beit Sahour lag, wurde von einer kleinen, aber aus Stein gemauerten Hütte beschützt. Noch nicht einmal seine Familie hatte ein gemauertes Haus. So etwas gab es lediglich für den Dorfältesten und für Ben Charhan, den reichsten Mann am Ort, der von Jerusalem gekommen war. Ismaels Haus hatte der Urgroßvater aus Lehm gebaut. Er war stolz, dass sie überhaupt ein eigenes Haus besaßen und nicht in den Höhlen oder Erdhügel Unterschlupf suchen mussten. Drei Zimmer hatte das Haus und es reichte gut für die Familie mit den Großeltern, den Eltern und den acht Kindern.
D
