Jasper Wulff – Der coolste Wolf der Stadt - Jasper Wulff - E-Book

Jasper Wulff – Der coolste Wolf der Stadt E-Book

Jasper Wulff

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Beschreibung

Eine haarige Angelegenheit Jasper Wulff wäre eigentlich nichts lieber als völlig normal. Doch daraus wird nichts, denn Jasper und seine Familie sind Werwölfe! Ja, Familie Wulff ist alles andere als durchschnittlich, und als sie aus ihrem einsamen Waldhäuschen in die Stadt ziehen müssen, führt das schnell zu großem Chaos. Jasper hat alle Hände voll zu tun, sein struppiges Geheimnis vor seinen neuen Freunden zu bewahren. Vor allem Carter scheint es darauf anzulegen, Jaspers Geheimnis aufzudecken. Nur gut, dass sich die coole Elly vor absolut nichts fürchtet und sogar noch zu Jasper hält, als er sich eines Abends vor ihren Augen verwandelt …

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Seitenzahl: 79

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Über das Buch

Grrrrrr, es ist zum Jaulen!

Statt durch seinen geliebten Wald zu streifen, sitzt Jasper Wulff plötzlich in der Großstadt fest und soll sich möglichst »normal« verhalten. Aber was ist schon normal für einen Werwolf, der bei der kleinsten Aufregung die Krallen ausfährt? Während Elly an einen abgefahrenen Trick glaubt, setzt der fiese Carter alles daran, ihm sein Geheimnis zu entreißen. Als Jasper immer häufiger die Kontrolle verliert, wird es richtig gefährlich für ihn …

»LAUF!«, brülle ich. »Schnell, Elly, der ist mächtig auf Krawall gebürstet!«

Elly macht große Augen, bevor sie Gas gibt. Doch leider wird sie schon an der nächsten Ecke wieder langsamer und bleibt schließlich ganz stehen.

»Jasper, ich … ich kann nicht mehr«, keucht sie. So ein BULLSHIT, Ellys Kondition ist unfassbar mies.

Mein Blick fällt auf eine hohe Kastanie, die uns einladend ihre Äste entgegenstreckt.

»Schaffst du es, da raufzuklettern?«

Elly nickt und gibt sich dann auch wirklich Mühe. Allerdings mit jämmerlich wenig Erfolg.

Die blutrünstige Töle kommt immer näher, ich kann schon ihr aufgeregtes Hecheln hören. Ich muss etwas tun.

JETZT!

Mit einem entschlossenen Satz stürze ich davon. Direkt unserem Verfolger entgegen.

»Ey, was … was hast du vor?«, kreischt Elly hinter mir. »Bleib stehen!«

Aber wenn ich stehen bleibe, dann ist Elly verloren – und das werde ich auf keinen Fall zulassen.

»VERPISS DICH, DU HÖLLENHUND!«, knurre ich und fahre meine Krallen aus.

»Wo zur Hölle sind wir hier bloß gelandet?«

Dad schnaubt wie ein Wildschwein, während die dicke Ader an seinem Hals verdächtig anschwillt. Ein seltenes, aber unverkennbares Zeichen dafür, dass er gleich explodieren wird und man sich schnellstmöglich vom Acker machen sollte.

Nur … für mich ist es jetzt eindeutig zu spät. Er hat mir längst seine schwere Pranke auf die Schulter gelegt und zugedrückt.

»Dad, du weißt aber schon, dass ich nichts dafür kann?« Ich grinse ihn an. Voll der liebe Sohn und so. Das Grinsen vergeht mir aber direkt wieder, weil seine Pranke meine arme Schulter fast zerquetscht. DAMNED!

»Dad, ey, das tut weh!«, beschwere ich mich. »Lass los!«

Er schüttelt sich, als müsse er nach einem heftigen Regenguss das Wasser aus seinem Fell … ähm, ich meine natürlich aus seinen Klamotten, schleudern.

»BRRR«, macht er und glotzt mich an, als wäre er gerade auf einem ganz anderen Planeten unterwegs.

Ich nutze seinen leicht entrückten Moment, um zu entkommen. Okay, entkommen hört sich übertrieben gefährlich an. Dad ist bestimmt kein gewalttätiger Typ, vor dem man mit Angstsabber fliehen müsste. Doch vor drei Tagen, vier Stunden und, keine Ahnung, wie vielen Minuten hat sich unser bisheriges easy-peasy Leben komplett geändert und wir stehen seitdem total unter Schock.

ARGH! Wir sind umgezogen. Oder nein, anders, wir MUSSTEN umziehen! Raus aus unserem urgemütlichen Blockhaus mitten im Peak-District-Nationalpark mit NULL Nachbarn – hinein in eine superenge Reihenhaussiedlung am Rande einer Großstadt mit schätzungsweise einer MILLION Nachbarn.

Unser Grundstück ist nicht größer als ’n Dackelklo und von einem fast zwei Meter hohen Zaun umgeben. Die Leute hier haben nämlich panische Angst vor irgendwelchen anderen Leuten, die ungefragt auf ihr Zwergengrundstück marschiert kommen könnten. Darum auch die Alarmanlagen. Und die Fenstergitter. Und garantiert jede Menge Hunde in Wadenkneifer-Größe.

Das ist alles völlig neu für mich. Ich habe die ersten 11 ¾ Jahre meines Lebens rundum glücklich und zufrieden in großer Freiheit verbracht. Denn als Sohn eines Rangers und einer Journalistin für Wald-und-Wiesen-Magazine bin ich EXTREM naturverbunden aufgewachsen. – Was nicht heißt, dass ich hinterm Berg wäre. Damit das gleich mal klar ist.

Nur zur Schule musste ich nicht gehen, denn aufgrund einer … äh … schlimmen Allergie bin ich vom Unterricht befreit. Ich werde von Mum und Dad zu Hause unterrichtet.

Alles war gut, bis eben dann vor knapp vier Wochen dieser scheinbar harmlose Brief auf dem Küchentisch lag. Mum hatte ihn im Briefkasten gefunden und ungeöffnet dorthin flattern lassen. Als es dann Zeit fürs Dinner war und Dad ihn dort entdeckte, sagte er relativ unaufgeregt: »Oh, vom Big Boss höchstpersönlich. Was der wohl von mir will?«

Er nahm sich eine Scheibe des voll leckeren Cheddars, rollte sie zusammen und steckte sie sich in den Mund. Mampfend öffnete er den Umschlag und begann zu lesen.

Ich wollte mir ebenfalls ein Cheddarröllchen in den Mund stopfen, da spuckte Dad den Käse im hohen Bogen über den Tisch. Er landete, wääh, wie eklig, in Mums Yorkshire Tea.

»WILLIAM, SAG MAL, SPINNST DU?«, rief Mum empört. – Was ihr niemand verdenken kann. Ich meine, hey, wer will schon durchgekauten Cheddar in seinem Tee herumschippern haben?

Dad lief dunkelrot an, und uns wurde allmählich klar, dass er am Cheddar zu ersticken drohte. Blitzschnell sprang ich auf und klopfte ihm wie bescheuert auf dem Rücken herum, während Mum ins Badezimmer hechtete, um ihr Notfall-Köfferchen zu holen. Zu allem bereit, notfalls auch zu einem Luftröhrenschnitt mit Strohhalmeinschub, zog sie sich die sterilen Handschuhe über, als Dad plötzlich krächzte: »AUFHÖREN! Es … es geht mir … g…gut …«

Na ja, in diesem Fall von gut zu sprechen, war bestimmt mehr als wagemutig. Dads Boss hatte ihm in dem Brief nämlich mitgeteilt, dass sein Job wegrationiert werden sollte. Doch traurig müsse er darüber nicht sein, denn er dürfe sich auf eine neue und viel spannendere Herausforderung freuen: die Leitung des Peak-District-Nationalpark-Büros in Sheffield.

Und so sind wir hier in diesem tristen Häusermeer gelandet, weit weg von unserem geliebten Park.

Seitdem ist Dad extrem EXPLOSIV, Mum leidet unter nervösen Zuckungen, und ich komme mir vor, als würde ich die Hauptrolle in einem echt schrägen Horrorfilm spielen!

Schreck krieg ’ne Eiterbeule, unter so vielen Menschen bekommen wir echt haarige Probleme … Auch Dads Wutanfall und meine schmerzende Schulter sind letztendlich Folgen dieser oberübelsten Ereignisse der letzten Wochen.

»Tut mir wirklich leid, Jasper«, murmelt Dad später total zerknirscht. »Es ist nur wegen diesem Smith von schräg gegenüber. Er ist heute schon zum vierten Mal hier aufgetaucht, um mir irgendwelche Regeln zu erklären, an die man sich hier bitte schön zu halten habe.«

Also, dass Dad da stinksauer ist, kann ich schon verstehen. Ich meine, woher will der Troll wissen, ob wir uns überhaupt für seine bekloppten Regeln interessieren?

Mum kommt dazu und reibt Dad sanft über den Rücken. »Nun beruhige dich, William. Bestimmt meint er es gut. Außerdem kann es nur von Vorteil sein zu wissen, wie wir uns verhalten müssen, um bloß nicht aufzufallen.« Sie schenkt erst Dad einen vielsagenden Blick, dann mir.

Wo sie recht hat, da hat sie recht.

»Trotzdem«, bleibt Dad stur. »Wenn der hier weiter rumnervt, werde ich ihm bald was heulen.«

Mums Augen weiten sich. »DAS WIRST DU SCHÖN BLEIBEN LASSEN, WILLIAM!«

Dad atmet tief durch, zuckt mit den Schultern und stampft ohne ein weiteres Wort zurück ins Haus. Mum folgt ihm. Ich aber bleibe noch stehen und beobachte, wie der Regel-Smith in seinem Vorgarten herumwuselt.

Alter Honigfalter, ich kann’s kaum glauben, aber der Typ hält eine Pinzette in der Hand und pickt damit winzig kleine Laubpartikel aus seinem strahlend weißen Steinchenbeet.

Anscheinend hat er bemerkt, dass ich ihn relativ fassungslos dabei beobachte, denn er hebt den Kopf, glotzt zu mir rüber und ruft: »Hier gibt es klare Regeln, junger Mann. Nur damit du gleich Bescheid weißt.«

»Ja, ja, du mich auch«, murmele ich und verzieh mich schließlich, bevor sich mein Nackenhaar steil aufstellt.

GRRR!

In der NACHT krieg ich kein Auge zu. Zu Hause im Nationalpark wird es mit Einbruch der Dunkelheit still, nur die mir vertrauten Geräusche sind dann noch zu hören. Hier ist alles ganz anders. Selbst in finsterster Nacht höre ich noch den Lärm, den das anscheinend niemals schlafende Sheffield verursacht. Lachende oder lautstark diskutierende Menschen ziehen durch die Straßen, Autotüren werden zugeschlagen, ein Hund kläfft, von irgendwoher schallt Musik und dazwischen ist das wütende Aufheulen eines Motorrads zu hören.

In der Siedlung selbst herrscht strenge Nachtruhe. Und so wie ich das sehe, halten sich auch alle daran, schlafen tief und fest und bekommen von dem Lärm der Großstadt nichts mit. Aber ich verfüge nun mal über ein extrem feines Gehör. LOGISCH, dass ich bei diesem Lärm nicht schlafen kann.

Murrend wühle ich mich aus meinem Bett. Auf nackten Füßen tapse ich zum Fenster und blicke in den schwarzen Himmel.

Einige Sterne sind zu sehen, aber längst nicht so viele wie im Nationalpark. Der zunehmende Mond zeigt sich noch als einigermaßen schmale Sichel, was mir sehr recht ist. So bleibt uns noch ein paar Tage Zeit, bis …

EGAL, darüber will ich mir jetzt echt noch keinen Kopf machen. Mum hat gemeint, sie hätte schon einige Vorbereitungen getroffen, sodass wir ganz ungestört sein werden.

Ich betrachte die Häuser. Die Silhouetten wirken wie sorgsam zusammengestellte Schuhkartons. Licht brennt lediglich hinter einer der Fensterscheiben des Einfamilienhauses direkt gegenüber.

Ganz in der Nähe fängt eine Kirchturmglocke an zu schlagen. Ich zähle mit: … zehn, elf, zwölf. Mitternacht. GEISTERSTUNDE – für alle, die dran glauben. Ich mache mir nichts aus dem ganzen Zombie- und Grusel-Hype. Liegt vermutlich daran, dass ich weiß, dass die wenigsten der auf den ersten Blick so schauerlichen Gestalten auch wirklich zum Fürchten sind.

Vielleicht sollte ich eine kleine Runde laufen? In den letzten Tagen habe ich mich kaum bewegt. Das Grundstück ist so winzig, dass sich nicht einmal der Antritt lohnt. Und tagsüber durch die Straßen wandern, nun ja, Mum ist erst mal strikt dagegen.

BLÖDER KACK