Käpt`n Kalle - Anke Kranendonk - E-Book

Käpt`n Kalle E-Book

Anke Kranendonk

0,0
6,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Kalle hat ein eigenes Boot bekommen! Das muss er sofort ausprobieren, zusammen mit Max, dem Hund der Nachbarin, und seinem Meerschweinchen Hektor. Aber so einfach ist das gar nicht. Doch schließlich fahren alle drei auf den Fluss hinaus zu den großen Schiffen. Das ist toll, aber fast ein bisschen zu spannend. Wie gut, dass Kalle unterwegs noch Septima trifft. Er schenkt ihr Hektor, weil sie kein eigenes Haustier hat. Aber dann muss er weiter, noch mehr Abenteuer erleben, ehe er die beiden schließlich zum Eisessen wiedertrifft.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2016

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



CARLSEN-Newsletter: Tolle neue Lesetipps kostenlos per E-Mail!

Unsere Bücher gibt es überall im Buchhandel und auf carlsen.de

Alle Rechte vorbehalten.

Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung, können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.

In diesem E-Book befinden sich eventuell Verlinkungen zu Webseiten Dritter. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass sich die Carlsen Verlag GmbH die Inhalte Dritter nicht zu eigen macht, für die Inhalte nicht verantwortlich ist und keine Haftung übernimmt.

Alle deutschen Rechte Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2016

Text copyright © 2014 by Anke Kranendonk

Illustration copyright © 2014 by Annemarie van Haeringen

Originalverlag: Lemniscaat b.v., Rotterdam

Originaltitel: ›Kapitein Kees‹

Umschlagtypographie: formlabor

Aus dem Niederländischen von Sylke Hachmeister

Lektorat: Katja Maatsch

Satz und E-Book-Umsetzung: Zeilenwert GmbH

ISBN: 978-3-646-92906-5

Für Jan und Mas

Brot mit Erdnussbutter

»Kommst du mit? Wir fahren mit dem Boot.«

Kalle geht mit Max, dem Hund der Nachbarin, spazieren. Bei jedem Baum bleibt der Hund stehen, hebt das Bein und pinkelt an den Stamm. Kalle wartet geduldig, bis Max fertig ist, dann erst geht er weiter. Er erzählt Max, dass er sein Seepferdchen geschafft und dafür von seinen Eltern ein kleines Boot geschenkt bekommen hat.

»Das weißt du doch noch, oder?«, fragt Kalle, während der Hund ihn über die Straße zieht.

»Dass ich Hektor, mein Meerschweinchen, im Schwimmbad aus Versehen noch in der Hosentasche hatte. Und dass Hektor dann ins Becken gefallen ist. Und da bin ich einfach hinterhergesprungen und hab ihn gerettet und dafür hab ich mein Seepferdchen gekriegt, mit Abzeichen, und …«

Kalle will weitererzählen, als Max plötzlich davonstürmt, er rennt zu einer Bank, auf der zwei Leute sitzen. Kalle weiß sofort, was er zu tun hat. »Achtung!«, ruft er den Leuten zu. »Schnell die Tasche hochheben, sonst frisst er sie auf!«

Zu spät. Noch ehe die beiden kapieren, was los ist, hat Max schon die Schnauze in der Tasche. Man sieht, dass er irgendwas in sich hineinschlingt. Kalle zieht an der Leine. Er ruft: »Nein!« und »Pfui!« und »Aus!« und »Lass das« und »Böser Hund«, aber es nützt alles nichts.

»War in der Tasche Brot drin?«, fragt Kalle die Frau, oder vielleicht ist es ein Mädchen. Bei solchen Leuten weiß er nie, wie alt sie sind.

Sie nickt. »Mit Erdnussbutter«, sagt sie. »In einer Plastiktüte. Wir wollten am Fluss ein Picknick machen. Wo ist es jetzt?«

»Was?«, fragt Kalle.

»Das Brot mit Erdnussbutter?«

»Aufgefuttert. Mit Tüte.«

»Na, das ist ja ein toller Hund«, sagt der große Junge neben ihr. Er hat hochstehende lila Haare und große Ohrlöcher. In den Ohrlöchern stecken Ringe. Das sieht unheimlich aus, findet Kalle, und vielleicht ist der Junge auch unheimlich. Lieber schnell weitergehen.

»Ich hab es eilig«, sagt er deshalb. »Tut mir leid mit dem Brot.«

Das Mädchen kichert. Jetzt sieht Kalle, dass sie noch keine Frau ist. Sie ist ein großes Mädchen mit gestreifter Strumpfhose und halb kahl geschorenem Kopf. Ein bisschen unheimlich ist sie auch, aber trotzdem nett.

»Wenn du ein neues möchtest, musst du einfach da klingeln.« Er zeigt auf sein Haus. Seine Mutter hat bestimmt noch eine Scheibe Brot da. Und Erdnussbutter ist immer im Haus.

»Was meinst du?«

»Ein neues Brot.«

Sie schüttelt den Kopf. »Mir tut nur der Hund leid. Der kriegt doch bestimmt Bauchschmerzen. Plastik und Erdnussbutter sind nicht gut für Tiere.«

Darüber hatte Kalle noch gar nicht nachgedacht. Aber es stimmt, Plastik hat in einem Hundebauch nichts zu suchen. Max hat schon öfter ein Brot mit Tüte und allem Drum und Dran aufgefressen. Und grad vorhin einen Riegel Schokolade mit dem Silberpapier noch drum herum. Kalle ist es jedes Mal peinlich, wenn Max die Schnauze in eine Tasche steckt. So oft, wie er sich bei wildfremden Leuten entschuldigt hat und dann schnell weggelaufen ist, das kann er schon nicht mehr zählen.

»Du willst also kein Brot?«, fragt er das Mädchen. Sie schüttelt den Kopf.

»Dann geh ich mal weiter«, sagt Kalle. »Ich bin nämlich auf dem Weg zu meinem Boot. Wir machen einen Ausflug.«

»Wie nett«, sagt sie. »Dann wünsche ich Mast- und Schotbruch!«

»Ja«, sagt Kalle.

Mast- und Schotbruch, was soll das denn sein? Kalle geht weiter.

Eine Plastiktüte in Max’ Bauch. Vielleicht sogar zwanzig Tüten und bestimmt zehn Stückchen Silberpapier.

»Max«, sagt Kalle. »Ich glaub, innen drin bist du ein ziemlich komischer Hund.«

In den Rucksack

Die Garage liegt unter dem Haus. Kalle lässt Max dort solange warten. Er wickelt die Leine um ein Bein der Werkbank und knotet sie gut fest. Dann nimmt er Max’ Kopf in die Hände und sieht ihm in die Augen.

»Ich geh jetzt nach oben und hole mein Meerschweinchen. In der Zeit machst du keine Dummheiten. Und du frisst auch nichts. NICHTS! Hast du verstanden?«

Fröhlich wedelt Max mit dem Schwanz und leckt Kalle über die Nase.

»Jaja, sei schön brav. Bis gleich.«

Hinten in der Garage ist eine Tür, die ins Haus führt. Kalle geht die Treppe hoch und in sein Zimmer, wo der Käfig mit dem Meerschweinchen steht.

»Hektor, kommst du mit ins Boot?«, fragt er.

Das Meerschweinchen rennt dreimal im Kreis herum und quiekt fröhlich. Es hat so lange Haare, dass Kalle kaum erkennen kann, wo vorn und wo hinten ist.

Das sieht er erst, als er Hektor hochnimmt. Hinten hat Hektor lauter haarige Klumpen, in denen Streu und Heu festkleben. »Ferkelchen«, sagt Kalle. »Ich hab jetzt keine Zeit, dich zu waschen. Aber wir fahren ja mit dem Boot und vielleicht hast du Lust, ein bisschen im Fluss zu schwimmen. Oder dich hinten ans Boot zu hängen. Das macht bestimmt Spaß!« Kalle sieht sein Meerschweinchen schon im Badeanzug vor sich. Oder mit Badehose – schließlich ist es ein Bock, ein Meerschweinchenmännchen. Er könnte auch eine Badekappe aufsetzen und eine Schwimmbrille.

Genau wie Kalles Vater, wenn der im großen Schwimmbad seine Bahnen zieht.

Kalle setzt Hektor auf ein Handtuch und wickelt ihn darin ein. »Mit der dreckigen Streu kannst du nicht in meine Hosentasche«, sagt er zu Hektor. »Außerdem bist du dafür viel zu groß geworden. Aber wie nehm ich dich dann mit? Soll ich dir eine Leine umbinden, so wie Max? Nein, du läufst viel zu langsam, nachher stolpert Max noch über dich. Oder er frisst dich auf, bei so einem verrückten Hund kann man nie wissen. Dann sitzt du in seinem Bauch zwischen dem Plastik und dem Silberpapier.« Kalle schaudert. »Also nehm ich lieber eine Tasche. Oder den Einkaufskorb, den wir aus dem Supermarkt gemopst haben. Aber das geht nicht, dann sehen uns ja alle mit dem Korb rumlaufen. Das ist gar nicht so einfach, Hektor-Böckchen. Wie nehm ich dich denn jetzt mit?«

Aus dem Schlafzimmer ruft seine Mutter: »Wer ist da?«

»Ich!«, ruft Kalle zurück.

»Und wer noch?«

»Niemand!«

»Mir wem redest du denn dann?«

»Mit niemandem!«

»Ich hab dich doch reden gehört!«

Kalle bleibt stehen und denkt nach. Hat er geredet? Wann denn und mit wem?

»Ach so!«, ruft er da. »Mit Hektor!«

»Okay!«

Mehr sagt seine Mutter nicht. Sie ist froh, dass er sich so viel mit dem Meerschweinchen beschäftigt, das weiß Kalle. Erst konnte er nichts mit Hektor anfangen. So ein langhaariges Kuscheltier, fand er, wäre eher was für seine kleinen Schwestern. Aber seit er zusammen mit Hektor sein Seepferdchen gemacht hat, findet er ihn doch ganz nett. Und da hat er auch plötzlich eine gute Idee. Seine Schwester Nellie hat einen kleinen Rucksack, den sie immer mit in den Kindergarten nimmt, da passt Hektor super rein.

Kalle geht in Nellies Zimmer, wo der Rucksack am Haken hängt. Er setzt Hektor hinein und nimmt den Rucksack auf den Rücken. Dann geht er ins Schlafzimmer seiner Eltern, wo Mama und seine Schwestern Nellie und Fee nebeneinander im Bett liegen, um Mittagsschlaf zu halten. Seine Mutter macht die Augen auf. »Wo willst du hin?«, flüstert sie.

»Weg«, sagt Kalle leise.

»Wohin?«

»Nur kurz nach draußen.«

»Mit wem?«

»Mit Max und Hektor.«

»Gehst du auch nicht zu weit weg?«

»Nein.«

»Kommst du pünktlich wieder nach Hause?«

»Klar.«

»Krieg ich einen Kuss?«

»Nein.«

Manchmal spinnt Kalles Mutter ein bisschen. Wer gibt denn seiner Mutter einfach so einen Kuss? Er ist doch kein Baby mehr.

»Einen einzigen«, sagt sie.

Na ja, einer ist okay. Kalle beugt sich über Nellie, um seiner Mutter einen Kuss zu geben, irgendwo ins Gesicht. Er trifft genau ihre Nase.

Als er wieder hochkommt und sich umdreht, hört er, wie Nellie sich bewegt.

»Mein Lucksack!«, ruft sie.

Kalle macht kurz die Augen zu. O nein, denkt er. Wenn Nellie jetzt anfängt zu kreischen, wird Hektor unruhig und will aus dem Rucksack raus und ich muss noch mal neu überlegen, wie ich ihn mitnehme, und in der Zwischenzeit knabbert Max am Bein von der Werkbank und die Werkbank kracht zusammen, auf den Hund drauf, und dann …

Er dreht sich um. »Wenn ich ihn ausleihen darf, geh ich morgen mit dir schaukeln«, sagt er.

»Na gut«, sagt Nellie. »Aber nur, wenn ich ihn wiederklieg.«

Kalle geht aus dem Zimmer. Schaukeln, denkt er. Wie komm ich denn auf so was? Die Schaukel ist doch schon seit einer Ewigkeit kaputt.

Angst

»Guck«, sagt Kalle zu Max. »Das ist mein Boot. Geh mal rein.«

Kalle steht nah am Boot auf dem Gras. Der Hund steht neben ihm.

»Na los«, sagt Kalle. »Spring!«

Max setzt sich hin. Fröhlich guckt er Kalle an und fegt mit dem Schwanz über den Boden.

»Mach schon!«

Max wedelt noch heftiger und schiebt das Hinterteil über den Boden.

»Ich hab nichts für dich, falls du das vielleicht denkst. Aber du musst jetzt ins Boot. Guck, so.«

Kalle setzt einen Fuß ins Boot, das sofort anfängt zu schaukeln. Er klopft sich aufs Bein, damit der Hund zu ihm kommt. »Los, spring!«

Max steht wieder auf, hebt die Schnauze in die Luft und bellt.

»Du verstehst wohl nicht, was ich meine, was? Du musst ins Boot kommen. Ah, jetzt weiß ich, du traust dich nicht. Soll ich dir helfen?«

Kalle steigt wieder aus, stellt sich hinter den Hund und schiebt ihn in Richtung Wasser. Doch am allerletzten Grasbüschelchen krallt Max sich plötzlich fest. Er stemmt sich ganz weit nach hinten.

»Das tut dir nichts«, sagt Kalle. »Ein Boot kann nicht beißen, falls du das vielleicht denkst. Hopp, rein mit dir!«

Max gehorcht nicht die Bohne. Kalle bleibt nichts anderes übrig, als ihn zu tragen. Er legt ihm die Arme um die Beine, hebt ihn hoch und steigt wie ein richtiger Muskelprotz über den Bootsrand. Das schaukelt so heftig, dass sie fast auf der anderen Seite ins Wasser fallen. Max zappelt wild und fährt Kalle mit einer Pfote ins Gesicht. Kalle kann ihn nicht mehr halten. Max landet hart auf dem Boden und das Boot wackelt noch mehr. Der Hund bellt und springt mit einem großen Satz zurück ans Ufer.

»Max!«, ruft Kalle. »Max, warte, du hängst noch fest!«