Klabauter Magie - Silvia Cordt - E-Book

Klabauter Magie E-Book

Silvia Cordt

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Beschreibung

Die Geschwister Emma und Lasse ahnen nicht, welche Abenteuer auf sie warten, als sie eines Morgens einen ketchuproten Kater in Ihrem Garten entdecken. Doch Klabauter ist kein gewöhnlicher Kater: Er kann nämlich zaubern....

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Kurzbiographie

Silvia Cordt wurde geboren am 29.09.1960, wohnt in Lüdenscheid an den Toren zum Sauerland in Nordrhein-Westfalen.

Die Welt der Bücher hat sie schon immer interessiert und gefesselt. Als Mutter von zwei Kindern, die jetzt erwachsen sind, hat sie diesen stets mit großer Begeisterung Kinderbücher vorgelesen.

Was sie immer wieder faszinierte, war der Gesichtsausdruck der Kinder bei einer spannenden und mitreißenden Geschichte. So schrieb Sie erstmals ein Kinderbuch, mit dem Ziel, Kinderaugen zum Strahlen zubringen.

Kapitelübersicht

Klabauter findet ein neues Zuhause

Was für ein seltsamer Tag

Die Entdeckungstour

Die Täterverfolgung

Klabauter findet ein neues Zuhause

Der Wohnwagen, in dem Klara und ich leben, steckt voller Magie. Klara ist meine Meisterin und ich bin ihr Kater. Alles, was mit uns hier im Wagen lebt und Lust hat zu sprechen, spricht. Immer wieder erstaunt mich das. Schläfrig blinzle ich ins Licht. Es kommt selten vor, dass ich als Erster wach bin, heute ist es so.

Drehe mich oben auf dem Schrank liegend um, gebe mir die größte Mühe, mucksmäuschenstill zu sein. Mit der Zunge lecke ich über meine Pfote.

Meine Spucke ist das beste Putzmittel, das es gibt. Zufrieden fange ich an, mein rotes Fell zu säubern.

Der Schrank unter mir bewegt sich plötzlich.

„Nanu, was ist denn?“, frage ich nach.

„Hey du, hör auf mit dem Kratzen“, brummt der Schrank.

Das Brett, auf dem ich liege, fängt an zu zucken. Seine tiefe Stimme ist allerdings verstummt, er scheint verärgert zu sein.

„Entschuldigung,“ schnurre ich und recke und strecke mich ein letztes Mal. Da passiert es. Kurz fahre ich die Krallen aus.

„Sorry“, sage ich schnell.

„Jetzt hast du mich schon wieder gekratzt, ich bin stinksauer!“, ruft Herr Schrank. Er schüttelt sich.

„Wage es nicht ein drittes Mal.“ Schon kullert er mit den Augen und verzieht die Nase.

„Hey ihr zwei!“, ruft Klara.

„Ihr habt mich mit eurem Gequatsche geweckt. Die Kaffeemaschine schläft noch, seid leise.“ Ernst starrt sie uns an.

„Das stimmt nicht!“, antwortet eine piepsige Stimme. „Ich bin schon wach.“

Klaras Mundwinkel schieben sich nach oben. Sie lacht und schaut uns drei an.

„Wollen wir jetzt das Frühstück machen?“, fragt sie uns.

„Ja klar!“, rufe ich.

Herr Schrank brummt: „Ist in Ordnung, ich bin schon friedlich.“ Seine Kulleraugen fallen zu. Er sieht wieder wie ein normaler Schrank aus.

„Das ist nett von dir“, sagt Klara und streichelt über sein poliertes Holz.

Ich beobachte sie von meinem Platz aus, während sie eine Schranktür öffnet.

Toastbrot, Butter und Marmelade nimmt sie heraus und stellt alles auf der Anrichte ab.

Moment Mal, da fehlt doch was für mich!

„Klara“, zische ich sie empört an.

„Komm du erstmal runter vom Schrank! Oder bist du heute mit der verkehrten Pfote aufgestanden?“, fragt sie.

„Das doch nicht“, maunze ich mit erhobenem Kopf. Klara dreht sich zu mir um und verzieht den Mund.

„Bitte sprich mit mir so, dass ich dich verstehen kann!“

„Kein Problem. Gibt es denn etwas zu fressen, wenn ich hinunterkomme?“, will ich wissen.

„Aber klar! Sobald du endlich hier unten bist!“, ruft sie hoch und schnappt sich eine Dose mit Futter aus dem Schrank.

Na, Gott sei Dank. Sie klappert mit meinem Futternapf und füllt ihn mit Fressen. Jetzt bin ich an der Reihe. Mit einem gekonnten Sprung lande ich direkt vor ihren Füßen und rufe: „Hier bin ich! Siehst du mich?“

Sie lacht laut und guckt zu mir runter.

„Ich bin doch nicht blind! Jetzt hilf mir bitte.

Das Toastbrot ist schon mit Blutorangen Marmelade geschmiert. Nur der Kaffee ist nicht fertig.“

„Okay, das erledige ich für dich!“

„Denk bitte an frisches Wasser!“, mischt sich eine piepsige Stimme ein.

„Sonst glühe ich durch.“

„Ohne das geht`s doch nicht!“, rufe ich der Kaffeemaschine zu. Klara gießt ein. Mit einem kleinen Hopser lande ich direkt neben Frau Kaffeemaschine, die auf dem Kühlschrank steht.

Zack, mit meiner Pfote auf den Knopf gedrückt, schon springt die Maschine an. Sie ruft:

„Bist du jetzt zufrieden, ich koche und blubbere.“ Es dauert nicht lange und es riecht herrlich nach Kaffee.

Klara kommt zu mir und lächelt mich an:

„So, hier hast du dein Lieblingsfressen.“

„Mmh lecker, Fisch“, sag ich. In Windeseile ist alles leer gefressen!

„Oh, in was für eine Geschwindigkeit, du

scheinst ja sehr hungrig gewesen zu sein, ruft sie verdutzt und starrt mich an.

„War ich auch.“

Schon springe ich auf den Stuhl neben ihr und schau sie nachdenklich an.

„Du, mich beschäftigt eine Frage. Könntest du sie mir beantworten?“

Klara nickt. „Nur zu. Wie kann ich dir helfen?“

„Meisterin“, fange ich an.

„Sag das nicht“, unterbricht sie mich.

„Okay, ich sag es nicht wieder. Was ist der Unterschied zwischen Zauberin und Zauberkünstlerin?“

„Ach Schatz, das weißt du doch“, antwortet sie erstaunt: „Ich habe dir schon so oft erklärt.“

Sie nimmt mich auf den Arm. Dann schaut sie mir tief in die Augen. Wie unter Hypnose lausche ich.

„Ein Zauberkünstler führt Tricks auf.

Ich lerne jeden Morgen neue Zauberkünste aus dem Zauberbuch. Und wenn ich sie beherrsche, bring ich sie dir bei.“

„Dann bin ich also dein Zauberlehrling!“, frage ich stolz. „Ja klar“, sagt sie und lächelt.

„Und ich bin eine echte Zauberin“, fügt sie hinzu. Schnurrend schmiege ich mich an sie.

„Oh nein, ich habe unseren Termin in der Stadt vergessen!“, ruft sie plötzlich.

„Es wird höchste Zeit loszufahren, komm mit.“

In zauberischer Geschwindigkeit scheucht sie mich aus dem Wohnwagen.

„Warte!“, schreit sie mir draußen zu. Ich bleibe stehen und drehe mich um.

Bevor sie die Tür abschließt, lächelt sie unsere Freunde an.

„Ihr zwei verhaltet euch bitte mucksmäuschenstill, bis wir wieder da sind.“

Schon schließt sie ab und wir steigen ins kunterbunte Auto und brausen los.

Es ist so heiß im Innenraum.

„Klara, ich brauche dringend frische Luft. Wie weit ist es bis zum Termin?“, frage ich.

„Keine Ahnung, mach das Fenster einen Spalt auf“, rät sie mir.

Unser Wagen rumpelt die Straße entlang. Ich beobachte Klara durch den großen Spiegel in der Mitte.

Nach einer Weile bekommt sie einen feuerroten Kopf. Stöhnend nimmt sie eine Hand vom Lenkrad und hält sie an die Stirn.

„Was ist?“, frage ich besorgt.

Sie verzieht das Gesicht.

„Schlecht ist mir, das Fahren fällt mir immer schwerer“, flüstert sie. Sofort werde ich nervös.

„Du wirst doch nicht ohnmächtig? Halt an mach eine Pause!“, bettle ich.

„Dafür haben wir keine Zeit“, meint sie leise.

„Au! Klara, pass auf!“, rufe ich von hinten. Zu spät. Da passiert es. Ein Knall, ein Quietschen, ein Schrei und dann herrscht Stille.

Klara hängt regungslos über dem Lenkrad.

Am ganzen Körper zittrig krabbele ich zu ihr und versuche, mit ihr zu sprechen.

Es funktioniert nicht, denn meine Stimme versagt. Wie schrecklich! Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig als zu Miauen, das klappt immer.

Sie bewegt sich kein Stück. Mit aller Kraft versuche ich zu sprechen.

„Klara, ich bin es, mach die Augen auf und rede mit mir.“

Es passiert nichts. Meine Meisterin braucht dringend Hilfe.

Klaras Handy hat eine große rote Taste. Ich erinnere mich, dass Klara mir gesagt hat:

„Diesen Knopf drückst du nur, wenn etwas Schlimmes passiert ist!“

Mit meiner Pfote tippe ich auf die Taste.

Geschafft! Es meldet sich ein Mann.

„Hallo, brauchen Sie Hilfe?“, fragt er.„Wir hatten einen Unfall! Klara ist ohnmächtig“, stottere ich.

„Beruhigen Sie sich und atmen sie erst einmal tief durch. Ich verstehe Sie sonst nicht. Sprechen Sie bitte deutlicher.“

„Okay, ich gebe mir Mühe, aber meine Stimme ist zittrig vor Angst. Klara hängt über dem Lenkrad und rührt sich nicht.“ „Wo stehen Sie mit dem Wagen?“, fragt er mich.

„Keine Ahnung“, antworte ich hektisch.

„Wir sind eine Weile gefahren. Es war eine äußerst holprige Straße. Ein Baustellenschild habe ich auch gesehen.“

Sofort beruhigt er mich:

„Ich glaube, ich weiß, wo der Unfall passiert ist. Wir fahren sofort los.“

Der nette Mann legt auf.

Voller Sorge schaue ich zu Klara. Sie bewegt sich immer noch nicht.

„Bitte, mach die Augen auf. Gleich kommt ein Krankenwagen“, flehe ich.

Von Weitem höre ich ein lautes Tatütata. Es kommt immer näher.

„Hörst du das?“, flüstre ich Klara zu.

„Sie sind schon da.“

Jetzt bleibt der Wagen stehen. Türen öffnen sich.

„Wo ist der Anrufer?“, fragt ein Sanitäter.

„Anscheinend nicht mehr hier, komisch“, sagt der andere. Sie legen Klara auf eine Trage und nehmen sie mit. Mich sehen sie nicht.

Ich habe gezaubert und bin für fünf Minuten unsichtbar geworden. Mit den Augen gezwinkert, Höllenflug, eins, zwei, drei gemurmelt und über den Boden gekratzt.

Das habe ich ganz von allein gemacht, ohne es richtig zu bemerken. Jetzt ist es passiert und ich stehe verlassen am Straßenrand.

Unsicher schaue ich mich um. Ich bin sehr froh, dass Klara versorgt wird.

Aber was passiert jetzt mit mir? Ohne Klaras Handy kann ich niemanden um Hilfe bitten.

Es ist in ihrer Tasche.

Ich betrachte das kaputte Auto. Mir ist zum Heulen zumute. In was für einem Schlamassel ich jetzt stecke.

Doch dann besinne ich mich auf meinen Katzenmut. Hier kann ich nicht bleiben, deshalb laufe ich los. Immer weiter die Straße entlang. Alles sieht so fremd aus und selbst meine Zaubereien, wo ich mich unsichtbar mache, helfen mir nicht.

Auf einmal brüllt mich eine Katze mit grimmigem Gesicht an. Sie sitzt auf einer grauen Steinmauer.

„Hau ab! Verschwinde!“, keift sie und zischt hinterher:

„Das ist nicht dein Revier!“

Verdattert bleibe ich stehen.

„Was meinst du damit?“ Sie faucht und kommt bedrohlich auf mich zu. Am besten ich laufe davon. Da dreht sich die fiese Katze um und beißt sich in den eigenen Schwanz.

Dabei bewegt sie sich wie ein Kreisel.

Verdutzt bleibe ich stehen.

„Hast du Läuse?“, frage ich entsetzt.

„Bist du verrückt, verschwinde lieber. Ich dulde in meinem Revier keine fremden Katzen.“

Sie fletscht die Zähne.

Aufgeregt renne ich weiter und hoffe, dass nicht alle unterwegs so gemein sind. Wäre doch nur meine Klara bei mir. Den ganzen Tag lauf ich vergeblich ein zu Haus zu finden.

Mir wird noch mulmiger, denn es wird dunkel.

Ich war nie nachts draußen. Wie komisch es ist, ohne Katzenbett und Katzenklo.

Ich erinnere mich an einen Satz von Klara.

„Katzen brauchen keine Toilette“, hat sie gesagt.

Na ja, das stimmt, aber im Wohnwagen gibt es eine und die ist ziemlich toll. Endlich erreiche ich ein paar Häuser, in denen Licht brennt.

„Gott sei Dank!“, sage ich zu mir selbst. „Da vorne steht ein Gartentor offen.“

Ich schleiche hindurch und suche nach einem geeigneten Platz, der trocken und warm ist und lege mich ins Gebüsch zum Schlafen.