Klabund, Die schönsten Sauf- und Trinklieder der Weltliteratur - Klabund - E-Book

Klabund, Die schönsten Sauf- und Trinklieder der Weltliteratur E-Book

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Beschreibung

»Der Nebel steigt, es fällt das Laub; / schenk ein den Wein, den holden! / Wir wollen uns den grauen Tag / vergolden, ja vergolden!«

Sofort erkennt man, dass diese Zeilen nur aus der Feder eines großen Literaten stammen können, hier aus derjenigen Theodor Storms. Doch der norddeutsche Schriftsteller Klabund hat nicht nur die klassischen Trinklieder seiner Heimat zusammengetragen, sondern über 2000 Jahre Weltliteratur nach ihnen durchsucht. Und so entstand 1920 erstmals diese Sammlung von Sauf- und Trinkliedern der großen Dichter: Von Anakreon zu Hafis zu Horaz, vom alten China zum romantischen England oder gar zum »Trinklied der Nonnen« der Anna von Köln gilt es hier die ganze (Trink-)Kultur der Menschheit zu entdecken.

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Seitenzahl: 81

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Die schönsten Sauf-und Trinklieder derWeltliteratur

Ausgewählt von Klabund

Anaconda

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und

enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugteNutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzungdurch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitungoder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere inelektronischer Form, ist untersagt und kann straf- undzivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Der Verlag behält sich die Verwertung der urheberrechtlichgeschützten Inhalte dieses Werkes für Zwecke des Text- undData-Minings nach § 44 b UrhG ausdrücklich vor.Jegliche unbefugte Nutzung ist hiermit ausgeschlossen.

Dieser Band erschien zuerst 1920 unter dem Titel Das trunkene Liedbeim Erich Reiß Verlag in Berlin. Die dort enthaltenen Illustrationenvon Kurt Szafranski wurden nicht übernommen.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikationin der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografischeDaten sind im Internet unter http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© 2023 by Anaconda Verlag, einem Unternehmender Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH,Neumarkter Straße 28, 81673 München

Alle Rechte vorbehalten.

Umschlagmotiv: Instrumente Terriana / stock.adobe.com;Weinflasche UKRAINIAN / stock.adobe.com

Umschlaggestaltung: www.katjaholst.de

Satz und Layout: InterMedia – Lemke e. K., Heiligenhaus

ISBN 978-3-641-31139-1V001

www.anacondaverlag.de

Inhalt

Das trunkene Lied

Seliger Rausch

Zwiefache Glut

Das Gelage

Verschiedene Raserei

Der alte Trinker

Beim Weine

Trinklieder

Vierzeiler

An Bacchus

An seinen Mundschenk

An seinen Weinkrug

An Bacchus

An die Trinkgenossen

Das Lied vom Kummer

Die drei Genossen

Singende Gespenster

Der Hummer

Auf der Wiese

Der ewige Rausch

Beim vollen Becher

Lob des Weines

Lieder

Ballade vom angenehmen Leben

Ballade und Gebet

An Vater Movitz den Schwindsüchtigen

Venus und Bacchus

Fredmans Abschied von Ulla Weinblatt

Das Notabene

Jessy

Wiklafs Becher

Trinklied

Der Becher

Lob des Maßhaltens

Den liebsten bulen den ich han

Lob der Weine

Nach Anakreon

Trinklied der Nonnen am Niederrhein

Gaudeamus igitur!

Der Tag der Freude

Trinklied

Lebenspflichten

Trinklied im Winter

Faunenlied

Trinklied

Skolie

Zechlied

Rheinweinlied

Weihtrunk an die toten Freunde

Abendlied wenn man aus dem Wirtshaus geht

Punschlied

Tischlied

Ergo bibamus

Zwiegespräch

Solang man nüchtern ist

Klingsohrs Weinlied

Meine Muse

Trinken und Singen

Die Herbstfeier

Der Becher

An die Jünglinge

Vor dem Wein

Trinklieder

Östlich

Ritornelle

Trinklied

Historie von Noah

Der einsame Trinker

Perkêo

Das Hildebrandlied

Altassyrisch

Die Veltlinertraube

Das Ende des Festes

Die Schule des Silen

Der trunkene Gott

Die gefesselten Musen

Beim Rheinwein

Oktoberlied

Evoe!

Aufforderung

Trinklied

Triolette

Trinklied eines fahrenden Landsknechts

Der Halkyonier

Lieder

Er bokulirt im Hirschen

Bruder Liederlich

Mein Trinklied

Betrunkene Rede

Elsässisches Trinklied

Geistliches Trinklied

Trinklied

Trinklied

Trinklied

Der letzte Trunk

Das trunkene Lied

O Mensch! Gib acht!

Was spricht die tiefe Mitternacht?

Ich schlief, ich schlief –,

aus tiefem Traum bin ich erwacht:

Die Welt ist tief,

Und tiefer als der Tag gedacht.

Tief ist ihr Weh –,

Lust – tiefer noch als Herzeleid;

Weh spricht: Vergeh!

Doch alle Lust will Ewigkeit!

– will tiefe, tiefe Ewigkeit!

Nietzsche

Seliger Rausch

Wann Bakchos erst mich heimsucht,

Dann schlummern meine Sorgen,

Reich bin ich dann, wie Krösos,

Und singe süße Weisen.

Bekränzt mit Efeu lieg ich,

Im Übermute tret ich

Verachtend alles nieder.

– Schenk ein! Es gilt zu trinken!

* * *

Reich mir den Becher, Knabe!

Viel besser ist es, trunken

Als tot am Boden liegen.

Den Pokal, mein Sohn! Ein Trunk soll

Mir gedeihn, ein voller! Doch nimm

Nur den Becher Wassers zehnfach,

Und vom Lautern schöpfe fünfmal.

Denn nicht überkühn und maßlos

Mit dem Gott zu schwärmen denk ich.

Nicht den wilden Lärm fortan! Nicht

Wie der Skythe sich des Weins freut –

Unter süßen Liedern, sinnvoll,

Nur so sachte schlürfen wir ihn.

Anakreon

Zwiefache Glut

Reichet, reicht mir Wein, o Mädchen,

Vollauf, atemlos zu trinken!

Ein verratner Mann! Wie kocht es

Mir im Busen – ich ersticke!

Kränze von Lyäos’ Blumen

Gebt mir, um die Stirn zu winden!

Meine Schläfen glühn und toben.

– Aber Eros’ wilde Gluten,

Herz, wie mag ich diese dämpfen?

Anakreon

Das Gelage

Kränze lasst uns, Rosenkränze,

Jetzt um unsre Schläfe winden,

Trinken unter milden Scherzen!

Einen Thyrsos in den Händen,

Welchen Efeulaub umrauschet,

Soll die Tänzerin den feinen

Fuß im Takt der Laute heben;

Und ein weichgelockter Knabe

Lasse seine würz’gen Lippen

Zu dem Saitenklang der Pektis

Herrlich von Gesange schwellen.

Eros selbst im goldnen Haarschmuck,

Mit dem schönen Gott Lyäos,

Mit der holden Kythereia,

Kommt, des Schmauses Lust zu teilen,

Dessen sich die Greise freuen.

Anakreon

Verschiedene Raserei

Lasst, bei den Göttern, lasset

Mich trinken! Trinken will ich

Unabgesetzt und rasen.

Einst rasete Alkmäon,

Orest mit nackten Füßen,

Die Mörder ihrer Mütter.

Ich, keines Menschen Mörder,

Bezecht von rotem Weine,

Will ich, ja will ich rasen!

Einst rasete Herakles,

Den fürchterlichen Köcher

Und Iphitos’ Bogen schüttelnd.

Auch ras’te jener Ajas,

Als er samt seinem Schilde

Das Schwert des Hektor schwenkte.

Ich aber – mit dem Becher

Und mit bekränztem Haupthaar

Will ich, so will ich rasen!

Anakreon

Der alte Trinker

Alt bin ich zwar, doch trink ich

Trotz einem Jüngling wacker;

Und wenn es gilt zu tanzen,

Mach ich in meinem Chore

Den tanzenden Seilenos,

Nehme den Schlauch zum Stabe.

Geht mir mit euren Stecken!

Hat einer Lust zu kämpfen,

Der kämpfe meinetwegen.

Auf! Bringe mir, o Knabe,

Gemischt mit honigsüßem

Weine den vollen Becher!

Alt bin ich zwar, doch trinke ich

Trotz einem Jüngling wacker.

Anakreon

Beim Weine

Gebt mir des Homeros Leier,

Aber ohne blutge Saiten!

Gebt den Becher, um gehörig

Nach dem Trinkgesetz zu mischen;

Dass ich trunken möge tanzen

Und, noch klug genug im Taumel,

Zu dem Barbiton ein Trinklied

Mit gewaltger Stimme singen.

Gebt mir des Homeros Leier,

Aber ohne blutge Saiten!

Basilios

* * *

Auf Brüder, lasst uns trinken!

Was warten auf die Nacht!

Schon ist der Tag im Sinken –

Her, was uns fröhlich macht!

Her den vollen, den schäumenden Becher,

Den Freudebringer, den Sorgenbrecher,

Her mit dem Wein,

Bruder, schenk ein,

Lasst uns trinken und fröhlich sein!

Bakchos hat ihn gegeben,

Dass er uns Tröster sei.

Von allem, was das Leben

Bedrückt, macht er uns frei.

Drum her den vollen, den schäumenden Becher,

Den Freudebringer, den Sorgenbrecher,

Her mit dem Wein,

Bruder, schenk ein,

Schenk mir ein Glas ums andere ein!

Alkaios

Netz die Lungen mit Wein! Heiß über uns wandelt die Sonne schon,

Alles schmachtet und lechzt unter der Wucht drückender Jahresglut;

Schmelzend süßes Gezirp tönt aus dem Laub, wo die Zikade rasch

Ihre Flügel bewegt, denen der helltönende Sang entquillt.

Jetzt, zur Zeit wo die Golddistel erblüht, rasen die Weiber all,

Und die Männer sind schwach. Mark und Gehirn trocknet des Sirius

Gluthauch.

Alkaios

Seht, o seht, geliebte Brüder,

Lenz und Blumen kehren wieder,

Jauchzet ihrer Wiederkehr!

Gebt mir gleich aus diesem Fasse

Von dem honigsüßen Nasse.

Hurtig! Einen Becher her!

Alkaios

Trinklieder

Schenke, bring den Quell der Jugend,

Zwei Pokale bring in Eile,

Voll von reinem Rebenblute,

Das den Schmerz der Liebe heile!

Bringe, was dem alten Zecher,

Was dem jungen schaffet Wonne!

Wein ist Sonne, Mond ist Becher,

Bring im halben Mond die Sonne!

Die Vernunft ist widerspenstig,

Ihrem Nacken bringe Schlingen!

Nasses Feuer sollst du schlagen,

Feuerwasser sollst du bringen!

Gib dem Trunknen Wein, und gänzlich

Werd ein Lump ich und ein Prasser!

Mag die Rose sich entfernen,

Reiner Wein ist Rosenwasser!

Wenn die Lieder auch verhallen,

Bringe mir ein Glas und klinge!

Klage nicht um Nachtigallen,

Barbiton und Geige bringe!

Gib den Schlaftrunk, denn im Schlafe

Wird mir ihr Genuss zuteile!

Sei es Tugend oder Laster,

Gib mir vollgemessen, eile!

Hafis

Schenke! Lass uns munter zechen,

Lass im Rosenhain uns kosen,

Lass uns das Gelübde brechen,

Denn es ist die Zeit der Rosen!

Wenn wir nach dem Garten wallen,

Wollen lärmen wir und tosen,

Wollen, wie die Nachtigallen,

Sinken in das Nest der Rosen!

Leeret unter diesen Bäumen

Den Pokal, den sorgenlosen,

Freude darf nicht länger säumen,

Es befahlen es die Rosen.

Kommt der Lenz, so magst du denken

An des Jahrs Metamorphosen:

Heische Wein und einen Schenken

Unter einem Zelt von Rosen.

Hafis

Schenke, durch die Glut des Weines

Lass den Becher Feuer fangen,

Sänger, spiele mir ein Liedchen,

Denn es geht mir nach Verlangen!

Die ihr ohne Kunde bliebet

Von der Trinker süßem Glücke:

Wisst, der Becher strahlt die Wange,

Die geliebte, mir zurücke.

Keiner wird des Todes sterben,

Den lebendig macht sein Lieben,

Darum ist im Weltenbuche

Meine Dauer eingeschrieben.

Nur so lange sind die Reize

Gültig mir von diesen Schlanken,

Als ich meine Zeder sehe

Zierlich mir entgegenschwanken.

O, was bist du so beharrlich

Zu vergessen mich beflissen?

Kommt ja doch von selbst die Stunde,

Welche nichts von mir wird wissen!

Weil der Rausch mir lieblich scheinet

In den Augen meiner Holden,

Lass ich gern die Zügel schießen

Jenen andern Trunkenbolden.

Hafis

Weißt du, warum ich trinke?

Von Hochmut strotz ich und Eitelkeit,

Und die will ich ersäufen

Im Meer der Betrunkenheit.

Hafis

Wir kamen in die Schenke

Mit blauen, himmlischen Kutten;

Der alte Wirt, der nahm sie,

Verwandelte sie zu Asche

Und kleidet’ unsere Leiber

Ins schönste Rosenrot,

Einschärfete zugleich auch

Das ernstliche Gebot:

Sich des gewohnten Bösen

Rein zu enthalten künftig,

Nie mehr zu fasten, nie mehr

Zu trauern und zu büßen

Und nichts mehr anzubeten

Andächtig und devot,

Als Feuer, Welt und Tonne;

Verheißend uns, wofern wir

Treu hielten ohne Wanken

An dieser reinen Lehre,

Ein Leben voller Wonne

Und einen seligen Tod.

Hafis

Wenn einst der jüngste Tag anbricht,

Hält Hafis neben Gottes Thron Gericht,

Und seine weinbelegte Stimme spricht:

Ihr, die ihr trunken taumeltet durchs Leben,

Dem Lächeln und dem Frühling hingegeben,

An Mädchenlippen saugtet wie an Reben,

Ihr, die ihr Brüder wart von Stern und Stier,

Besessen von des Falters Sonnengier:

Ihr heilig Trunkenen, zur Rechten mir!

Doch ihr, die ihr mit eurem Herzen kargtet,

Die ihr das Leben in die Tode sargtet,

Die ihr des Herbstes braune Blätter harktet,

Ihr, denen nie die schönen Huris sangen,

Die ihr am Leben wie am Strick gehangen,

Die ihr im Kerker eures Hirns gefangen: