Knuffels fantastische Welt - Lisa Saur - E-Book

Knuffels fantastische Welt E-Book

Lisa Saur

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Beschreibung

Hallo, ich bin Knuffel und liebe Honig über alles! Naja, außer vielleicht meine Freunde - Lewin, Stups und Lalé. Mit ihnen zusammen erlebe ich immer die tollsten Abenteuer! Zehn von ihnen habe ich hier in diesem Buch für euch aufgeschrieben. Kommt mit und seid dabei!

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Seitenzahl: 81

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Dieses Buch widme ich Bernd und Anne, die mir immer zur Seite stehen und mir den Mut gaben meinen kleinen Teddy Knuffel hier zum Leben zu erwecken.

Inhalt

Der erste Tag

Knuffels große Reise

Der böse Kater Kunibert

Lalés neue Freundin

Ein Tag am Meer

Die Überraschung

Die Messe der Vergessenen

Das Gespensterschloss

Mit dem Wind

Tage in Weiß

Der erste Tag

Uargh! Knuffel öffnete blinzelnd seine schwarzen Knopfaugen. Mal wieder war der Winter viel zu schnell vorbei. Schon kitzelten ihn die ersten Frühlingssonnenstrahlen an seiner braunen Teddystupsnase und er wusste: Es war Zeit aufzustehen. Warum nur war der Winter immer so schnell zu Ende? Er hatte doch gerade noch so schön geträumt! Er hatte am Limonadenstrand in der Sonne gelegen und ein leckeres Glas Honig hatte neben ihm auf dem kleinen, quietschgrünen Beistelltisch gestanden, in dessen Mitte ein beigefarbener Sonnenschirm in die Höhe ragte.

Jedes Mal, wenn er den Honig aufgegessen hatte, begann das Glas zu glitzern und zu funkeln und tadaa: Auf einmal war es wieder prall gefüllt mit dem leckeren, flüssigen Gold. Hach ja, Honig. Einer der wenigen schönen Seiten des doofen Aufstehens. Wenn Knuffel so darüber nachdachte, grummelte sein Magen ja auch schon ein wenig. Dann war es doch genau der richtige Zeitpunkt, seine Speisekammer aufzusuchen.

Noch einmal rieb er sich seine Augen, um sich dann aus seinen Bettdecken zu wühlen. Ganze fünf Stück hatten auf ihm gelegen, damit er es auch schön mollig warm hatte. Er setzte seine Pfoten auf seinem hellbraunen Flauscheteppich ab und schlüpfte in seinen Lieblingspulli - weiß war er mit einem gezeichneten Drachenkopf darauf. Für Knuffel war es der beste Pulli der Welt und er würde am liebsten niemals einen anderen tragen. Also genau das Richtige für den ersten Tag nach dem Winternickerchen. Noch einmal schaute der kleine Teddy wehmütig auf sein gemütliches Bett, ehe er endgültig aufstand. Seine Augen reibend und gähnend lief der Teddy ins Bad. Er spritzte sich etwas eisig kaltes Wasser ins Gesicht und schaute dann in den Spiegel über dem Waschbecken. Ein tropfendes, hellbeiges Teddygesicht mit kleinen runden Ohren schaute zurück. Knuffel streckte seinem Spiegelgesicht die Zunge heraus und kicherte fröhlich. Dann trocknete er sich ab und lief ins Wohnzimmer, um Musik anzumachen. Die Superspringmäuse – die obermegacoolste Band im ganzen Zuckerlolliland! Während die Band ihre ersten fröhlichen Flötentöne spielte, tanzte Knuffel lachend in Richtung Speisekammer. Ja! So wurde man richtig wach!

Er schnappte sich zwei, drei, vier, fünf goldgelbe Honiggläser und lies sie fast wieder fallen, als er sich reflexartig den Bauch rieb. Nach diesem knuffeltastischen Honigfrühstück machte der kleine Teddy sich auf, um die bunt leuchtenden Frühlings-blumen zu bewundern und seine kleine dunkelbraune Stupsnase in die Sonne zu halten.

Er war noch nicht einmal bis zur ersten azurblauen Straßenecke gekommen, als er von hinten eine tiefe, aber doch sehr bekannte Stimme hörte. „Na wen haben wir denn da? Etwa meinen Zwillingsbruder?“ Sofort drehte Knuffel sich freudestrahlend um und tatsächlich: Es war Stups! Wie lange hatte er ihn nicht mehr gesehen? Offensichtlich war auch Stups nach seinem Lieblingspulli gewesen, denn auch er trug den weißen Pullover mit dem Drachenkopf. Was den Kleidungsgeschmack angeht waren sie sich schon immer sehr ähnlich gewesen. Leute, die sie nicht gut kannten, hatten sie oft verwechselt. Nur ihre engsten Freunde konnten sie auch dann unterscheiden, wenn sie schwiegen. Denn dann sahen sie immer noch, dass Knuffels Gesicht ein ganz klein wenig runder war und dass er seine Pulliärmel immer hochgekrempelt trug, während Stups sie lang ließ.

Die beiden Bären umarmten sich herzlich und Knuffel fragte: „Wo bist du all die Zeit gewesen?“ – „Nun“ antwortete Stups mit seiner tiefen Stimme, „ich habe vor einiger Zeit einen Dachs getroffen, der Honig genauso sehr liebt wie ich! Und obendrein ist er ein Geschichtenerzähler, der von einer Stadt zur anderen reist. Mit ihm bin ich mitgefahren und habe sowohl die Schokoladenberge, als auch die endlosen Eiscrememeere gesehen.“ Knuffel schaute ihn mit riesigen Augen an. „Wow! Und ich… ich habe in meiner Bärenhöhle gelegen und ein Winternickerchen gehalten.“ Stups lachte sein tiefes Lachen. „So nun muss ich aber weiter. Mein Honigvorrat ist aufgebraucht.“ – „Dein Honigvorrat?“ Knuffel schaute ihn entsetzt an. „Dann musst du aber ganz schnell weiter! Bis bald!“

Er umarmte ihn noch einmal kurz und lief dann weiter den blauen Weg entlang. Bald wurden die kleinen Häuser immer weniger, die sich hier dicht an dicht an die Straße drängten. Mal hoch, mal niedrig, manche dunkel und einige wenige sogar ganz nass, je nachdem, welche Kreatur es bewohnte. Bald waren sie ganz verschwunden und stattdessen lief er an Wiesen vorbei, mal grün, mal blau, mal lila-orange-kariert. Jeder wusste, wenn man etwas davon abzupfte und es kostete, erfüllte herrliche Süße den Mund und jede Farbe ergab eine andere Geschmacksrichtung. Nicht umsonst wurden sie die Zuckerwattewiesen genannt. Auch diesmal konnte der kleine Teddy nicht widerstehen: Er zupfte sich von jeder Farbe, an der er vorbei kam, etwas ab und ganz am Schluss, als er alle Farben in der Hand hielt, steckte er sich mit einem genüsslichen Grinsen alle zusammen in den Mund.

Am Ende der Wiese, gleich hinter dem Himbeerbrausebach, der sich pink-rosa durch die bunten Zuckergräser schlängelte, begann der Bonbonwald. Anders als die Wiesen waren die Bäume hier nicht bunt. Sie waren braun und grün, so wie Eichen oder Birken. Der namensgebende Bestandteil des Waldes waren stattdessen die kleinen süßen Früchte, die hier überall an den Büschen und Sträuchern wuchsen. Gerade als Knuffel eine davon naschte – sie schmeckte nach Karamell – hörte er eine hohe Stimme. „Hilfe, Hilfe!“ fiepte es hinter den Bäumen. Und noch einmal: „Hilfe!“. So leise wie möglich schlich Knuffel von den Büschen verborgen näher an die Stimme heran. Als er um einen besonders großen Strauch herumschaute, sah er es: Eine kleine, hellgraue Maus in einem hellblauen Kleid und mit einer Schleife derselben Farbe im Haar stand mit dem Rücken an einen Stamm gepresst auf der Lichtung. Ihr Mäuseschwanz zuckte unruhig in der Luft und sie hielt vor Angst den Atem an, ehe sie erneut um Hilfe schrie. Vor ihr stand ein riesiger Kater, mindestens zwei Mal so groß wie der kleine Teddy. Sein Fell war schmutzig braun, er hielt den Rücken gekrümmt und sein boshaftes Grinsen präsentierte seine gelben, spitzen Zähne. Nicht lange überlegend rannte Knuffel los. Die Mäusedame hatte höchstens noch ein paar Sekunden. Er nahm so viel Schwung wie er konnte und sprang hoch in die Luft. Er flog und flog und landete genau im Gesicht des Katers. Überrascht von der Wucht dieses Überfalls kippte die Riesenkatze nach hinten und musste sich erst einmal berappeln. Allerdings stand leider auch das Mäuschen noch immer wie festgewachsen vor dem Baum. Also stellte sich Knuffel beschützend vor sie und machte sich so groß er konnte. Sogar auf seine Zehenspitzen stellte er sich, um so noch größer zu wirken. Er schaute den Kater böse an und sagte so laut und sicher er konnte: „Verschwinde oder ich springe dir gleich noch einmal ins Gesicht!“. Einen Moment lang schaute der Kater ihn irritiert an und mehr hatte Knuffel nicht gebraucht.

Er rief „Lauf!“ und flüchtete mit der Maus zwischen den Blättern und Sträuchern hindurch. Flink tauchten sie unter Ästen weg und sprangen über krumme Wurzeln. Der große Kater hingegen hatte Schwierigkeiten hinterher zu kommen, passte er doch so gar nicht durch die engen Lücken. Da kam Knuffel eine Idee: Gemeinsam mit dem Mäuschen schlüpfte er unter einem Dornenbusch lang. Der Kater verhedderte sich in den Dornen und schrie vor Wut. Das Mäuschen und der Teddy ließen sich davon aber nicht irritieren und flohen in eine kleine Baumhöhle. Nach einer Weile, als beide wieder zu Atem gekommen waren, sagte die Maus. „Danke. A… Aber er kommt sicher wieder. Er jagt mich schon, solange ich denken kann. I… Immer wenn ich denke, ich sei sicher, kommt er zurück.“ – „Hab keine Angst.“, antwortete Knuffel, „Ich passe jetzt auf dich auf. Ich bin nämlich ein Beschütz-Mich-Teddy. So lange ich da bin, kann dir nichts passieren.“

Knuffels große Reise

Knuffel reichte Stups ein Glas Honig. Wieder einmal saßen die beiden Teddys in seiner Bärenhöhle und genossen eine leckere Tasse Karamelltee. Stups erzählte von all seinen Abenteuern, die er mit Lewin L. Landuir erlebt hatte. Er erzählte von eisigen Nächten auf den Schokoladenbergen, in denen sich zuckersüßes Vanilleeis direkt an seiner Nase gebildet hatte und von den regenbogenfarbenen Treppenhüpfern, die sie in der Zimtwüste besucht hatten. Lewin Landuir war ein Dachs, der durch das Land reiste und in allen Städten Geschichten erzählte. Man sagte ihm nach, er habe 100 Jahre in einer Höhle gelebt und sich nur vom Honig ernährt, den die Fliederraupen an die Höhlenwände strichen, damit ihre Kinder nach dem Schlüpfen etwas zu Essen hatten. Man erzählte sich, er habe ihn so lange von den Wänden geleckt, bis ihm so viele Geschichten eingefallen waren, dass er auszog, um sie den Leuten zu erzählen. Ein Dachs, der sich von Honig ernährte und Geschichten schrieb? Den fand Knuffel wirklich faszinierend! Still träumte er von den Abenteuern vor sich hin und lächelte dabei. Doch dann sagte Stups etwas, dass Knuffel sogar noch ein wenig mehr zum Strahlen brachte: „Hättest du Lust zu unserer nächsten Reise mitzukommen? Lewin hat dich eingeladen und ich würde mich riesig freuen!“ Na und ob Knuffel Lust hatte! Er war sofort Feuer und Flamme! Am allerliebsten wäre der kleine Teddy sofort losgerannt, aber eine Reise wollte gut vorbereitet sein!