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Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Dolmetschen / Übersetzen, Note: 1,3, Universität des Saarlandes (Angewandte Sprachwissenschaften sowie Übersetzen und Dolmetschen), Veranstaltung: Informationsstruktur, Mehrsprachigkeit, Translation - mit Schwerpunkt Englisch-Deutsch, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich nun mit der Komprimierung und Expandierung von Information im Besonderen. Dafür werden zunächst vier verschiedene Ansätze aus der Literatur vorgestellt, als erstes der Ansatz von Cathrine Fabricius-Hansen, "Informational density: a problem for translation and translation theory", der sich vor allem mit Informationsdichte im Sprachenvergleich Deutsch - Norwegisch beschäftigt und mit den Auswirkungen, die dies auf die jeweiligen Übersetzungen bei diesem Sprachenpaar haben kann. Erich Steiner, dessen Ansatz "Translations English – German: investigating the relative importance of systemic contrasts and of the text-type ‚translation‘" als nächstes erläutert wird, interessiert sich dagegen mehr für das Phänomen der grammatischen Metapher, die er auch sprachvergleichend betrachtet, allerdings für die Sprachen Englisch und Deutsch. Ebenso mit Englisch und Deutsch beschäftigt sich Monika Doherty in ihrem Ansatz "Passive perspectives; different preferences in English and German: a result of parameterized processing", wobei sie sich eher auf die Perspektive (Aktiv/Passiv) konzentriert. Peter von Polenz schließlich betrachtet in seinem Buch "Deutsche Satzsemantik" explizite und komprimierte Texte ausschließlich für die deutsche Sprache und klammert das Problem des Sprachenvergleichs völlig aus. Nach der Erläuterung dieser vier Ansätze folgt die praktische Anwendung an einem Beispieltext. Anhand einer Passage aus Jörn Albrechts "Literarische Übersetzung: Geschichte, Theorie, kulturelle Wirkung" wird demonstriert, wie sich komprimierter und expliziter Ausdruck im Sinne von von Polenz manifestieren und wodurch sie sich unterscheiden. Zur Veranschaulichung wird der Originaltext umgeschrieben, in eine komplexere Version einerseits und in eine explizitere Version andererseits, die dann jeweils mit dem Original verglichen werden. Es handelt sich dabei um eine intralinguale Umformulierung, deren Ergebnisse aber gewiss auch für das Übersetzen von Belang sind, da hier auch fast immer umformuliert wird, je nach Sprachenpaar, Textsorte und Zweck der Übersetzung sogar umformuliert werden muss.
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Veröffentlichungsjahr: 2004
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Komprimierung und Expandierung von Information
ABSTRACT
Die vorliegende Arbeit vergleicht zunächst vier Ansätze aus der Fachliteratur, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit der Expandierung und Komprimierung von Information beschäftigen, und demonstriert anschließend an einem Beispieltext, wie sich komplexer und einfacher Ausdruck im Sinne von von Polenz (1988) jeweils manifestieren und wodurch sie sich unterscheiden.
EINLEITUNG
Globalthema des Seminars war die Informationsstruktur im Deutschen und im Englischen im allgemeinen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich nun mit der Komprimierung und Expandierung von Information im besonderen. Dafür werden zunächst vier verschiedene Ansätze aus der Literatur vorgestellt, als erstes der Ansatz von Cathrine Fabricius-Hansen,Informational density: a problem for translation and translation theory,der sich vor allem mit Informationsdichte im Sprachenvergleich Deutsch - Norwegisch beschäftigt und mit den Auswirkungen, die dies auf die jeweiligen Übersetzungen bei diesem Sprachenpaar haben kann. Erich Steiner, dessen AnsatzTranslations English - German: investigating the relative importance of systemic contrasts and of the text-type „translation“als nächstes erläutert wird, interessiert sich dagegen mehr für das Phänomen der grammatischen Metapher, die er auch sprachvergleichend betrachtet, allerdings für die Sprachen Englisch und Deutsch. Ebenso mit Englisch und Deutsch beschäftigt sich Monika Doherty in ihrem AnsatzPassive perspectives; different preferences in English and German: a result of parameterized processing,wobei sie sich eher auf die Perspektive (Aktiv/Passiv) konzentriert. Peter von Polenz schließlich betrachtet in seinem BuchDeutsche Satzsemantikexplizite und komprimierte Texte ausschließlich für die deutsche Sprache und klammert das Problem des Sprachenvergleichs völlig aus.
Nach der Erläuterung dieser vier Ansätze folgt die praktische Anwendung an einem Beispieltext. Anhand einer Passage aus Jörn AlbrechtsLiterarische Übersetzung: Geschichte, Theorie, kulturelle Wirkungwird demonstriert, wie sich komprimierter und expliziter Ausdruck im Sinne von von Polenz manifestieren und wodurch sie sich unterscheiden. Zur Veranschaulichung wird der Originaltext
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umgeschrieben, in eine komplexere Version einerseits und in eine explizitere Version andererseits, die dann jeweils mit dem Original verglichen werden. Es handelt sich dabei um eine intralinguale Umformulierung, deren Ergebnisse aber gewiß auch für das Übersetzen von Belang sind, da hier auch fast immer umformuliert wird, je nach Sprachenpaar, Textsorte und Zweck der Übersetzung sogar umformuliert werden muß.
INFORMATIONALDENSITY: A PROBLEM FOR TRANSLATION AND TRANSLATION THEORY(CATHRINE FABRICIUS-HANSEN)
Fabricius-Hansen befaßt sich in ihrem Ansatz hauptsächlich mit dem Unterschied zwischen deutschen und norwegischen (Fach-)Texten, da „deutsche Texte vom norwegischen Standpunkt aus gesehen oft schwer, voll von Informationen, schwer zu lesen und schwer adäquat ins Norwegische zu übersetzen sind“ (Fabricius-Hansen 1996: 521). Vor allem akademische Texte haben im Deutschen eine höhere Informationsdichte als vergleichbare norwegische Texte. Sie beschäftigt sich nun mit der Frage, was dies im Einzelnen bedeutet, wie man es messen könnte, und welche Probleme es beim Übersetzen (vom Deutschen ins Norwegische, aber auch vice versa) verursacht. Um darauf eine Antwort zu finden, bedient sie sich derdiscourse representation theory(DRT), die es ermöglicht, ein mentales oder kognitives Modell der Information, die in einem Diskurs ausgedrückt wird, zu erstellen. Dieses Modell, diediscourse representation structureoder kurz DRS, besteht aus einer Anzahl konzeptueller Objekte, den sog.discourse referents,und einer Anzahl vonconditions,die sich auf diese beziehen, d.h. Konzepte, die diesen Objekten zugeschrieben werden. Der Bezugsbereich (Skopos) eines Diskursreferenten wird dabei graphisch durch ein Rechteck veranschaulicht.
Um zu verdeutlichen, was unter Konzentration oder Dichte der Information zu verstehen ist, gibt sie folgendes Beispiel:
Sind in einem Satz S 2 von 6discourse referentsund 3 von 9conditions,die in S ausdrücklich genannt werden, neu, d.h. nicht von einem anderendiscourse referentoder einer anderenconditionim selben Satz S abzuleiten, so ist die Information in S weniger konzentriert, weniger dicht, als in einem Satz S’, in dem 4
