Kriege des Geistes - Hans Oanschild - E-Book

Kriege des Geistes E-Book

Hans Oanschild

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Beschreibung

Jamins Bewusstsein erlebt während einem Nahtoderlebnis eine geistige Erfahrung in seiner Seele. Eine fantastische Reise in die Abgründe und Gefilde der Existenz beginnt. Die irdische Realität vermischt sich mit fremdartigen Welten, die durch Kristallheere und einem mächtigen Oan namens Denaja ihren Lauf nimmt.

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Seitenzahl: 258

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Alle Namen sind frei erfunden und haben keinen Bezug zu realen Personen.

Illustration by LogoJobo

Nichts ist endlich Alles ist Eins

Nichts ist endlich Alles ist Eins

Inhaltsverzeichnis

Ein Anfang von einem Ende

Umgekehrte Welt

Britta & Jens

Gehen, oder kommen?

Marion & Benedict Beseelen

Das Gefühl bei Musik

Liebe Alara

Aurum

Heilendas

Überich und Wuht

Krankheit oder Heilung?

Dazwischen leben

Perfektion oder Bekennung

Der schwarze Fluch

Ein Mal verharren

Weltenwandel

Abschied oder Neuanfang

Zeit ist relativ

Ohne Bezeichnung

Träume und Licht

Das Erwachen

Auf Grund

Menschenhirte

Alara und Jamin

Enthüllung

Denaja

Das Flehen der schwarzen Perle

Nichts endet. Alles ist Eins.

Denajas Lehre

Denajas Krankheit

…..Kriege des Geistes…..

Ein Anfang von einem Ende

Es war ein stürmischer Sommerabend, als Alara, ihre Mutter und Jamin auf dem Weg zu einer Theateraufführung seiner ehemaligen Klasse waren. Ein Jahr zuvor hatte er die Privatschule verlassen.

Er war plötzlich auf die schiefe Bahn geraten, wodurch die Lehrkräfte ihn ab dem Zeitpunkt so sehr ins Visier ihrer Aufmerksamkeit genommen hatten, dass er in eine staatliche Schule geflüchtet war. Natürlich wurde auch dort seine Problematik bekannt, doch sie handelten mehr im Sinne seiner schulischen Entwicklung, als auf seinem missratenen Charakter herum zu reiten.

Jamin saß mit Alara auf dem Rücksitz des Wagens, der Beifahrersitz war leer. Sie saßen oft so wenn sie gefahren wurden, Händchen haltend, doch das störte niemanden. Außerhalb tobte ein Sturm, Alara war ängstlich, doch Jamin genoss das Wetterspektakel. Er war bis zum elften Lebensjahr mit Monsunstürme in Zentralafrika aufgewachsen, da seine Eltern zu der Zeit als Missionare tätig gewesen waren. Der Regen peitschte gegen die Windschutzscheibe.

In unregelmäßigen Abständen donnerte es über ihren Köpfen. Blitze rissen Furchen in den dunklen Himmel. Sie ließen den Innenraum des Wagens für kurze Zeit hell aufleuchten. Es war, als würde Gott ahnen, was an diesem Tag noch geschehen sollte.

Als die drei ankamen, hatte die Aufführung schon begonnen. Sie schlichen leise zur letzten Reihe, in der noch drei freie Plätze waren. Viel hatten sie nicht verpasst. Es war ein makaberes Theaterstück. Doch Jamin vergaß später schnell wie es hieß, oder wer es geschrieben hatte.

Als es zu Ende war, fuhr Alara mit ihrer Mutter wieder nach Hause. Sie kannte niemanden aus der Klasse, außer Jamins besten Freund Jens. Sie sagte noch zu ihm, er solle gut auf ihren Freund Jamin aufpassen. Es stürmte immer noch. Doch der Regen hatte nachgelassen. Nun fegte der Wind durch die Bäume.

Er verursachte ein schaurig, schönes Rauschen.

Als Alara relativ früh weg war, half Jamin dabei die Stühle wieder zusammenzustellen, so dass die Aula der Privatschule leer war. Einige begannen eine Musikanlage auf der Bühne aufzubauen, mit Plattentellern, Boxen und eben dem, was zu einer musikalischen Begleitung des Abends benötigt wurde. Kaum waren die Lehrer und Eltern verschwunden, öffneten andere ihre Rucksäcke, um Alkohol zum Vorschein kommen zu lassen.

Die Flaschen wurden geöffnet, Plastikbecher verteilt, der Sangriaeimer wurde gefüllt, reichlich Strohhalme wurden hineingesteckt. Was keiner zu dem Zeitpunkt wusste, es sollte zu einer Orgie ausarten.

Jamin, schon reichlich angetrunken, schlug in der Umkleidekabine mit voller Wucht gegen die Stahltür eines Schranks. Seine Hand schwoll danach dunkelblau an, doch er spürte nicht mehr viel von dem Schmerz. Sein Alkoholpegel war schon hoch genug. Eine Prügelei fand auch statt, bei der einer auf einem anderen kniete und ordentlich in sein Gesicht schlug. Er hätte auch nicht aufgehört, wäre keiner dazwischen gegangen. Den Grund kannte hinterher keiner mehr.

Jens, ein sehr guter Freund und Weggefährte von Jamin, unterhielt sich gerade mit einem netten Mädel, als jemand von draußen rein kam und meinte, er sollte mal nach Jamin schauen. Auf dem Weg nach Draußen blieb er auf der Treppe stehen. Was er sah, war alles andere als erfreulich. Er sah seinen Freund, mit Armen und Kinn, auf einem Zaun hängen. Er ging zu Jamin herüber. Als er ihn ansprach, viel dieser in dem Moment zu Boden und lallte nur noch undeutlich vor sich her. Jens rief nach Saskia. Sie war eine der wenigen, die nüchtern geblieben waren. Er fragte, ob sie Jamin und ihn nach Hause fahren könnte. Als Sie zusagte, hievte er den Besinnungslosen auf seine Schulter.

Im Auto kam Jamin auf dem Beifahrersitz, immer nur für Sekundenbruchteile, zu sich. Die Scheibe war nach unten gedreht worden.

Sein Kopf sackte auf die Tür, die Spucke ran ihm aus dem Mund und verteilte sich im Fahrtwind. Jens Miene hatte sich verdunkelt.

"Dass ich immer auf ihn aufpassen muss, kotzt mich langsam an. Bei jeder erstbesten Gelegenheit säuft er sich besinnungslos und die Party ist, nicht nur für ihn, im Arsch."

Die Reifen quietschten, als Saskia in die Straße bog in der Jens wohnte. Vor dem Haus blieb sie mit dem Auto stehen.

"Geht es?", fragte Sie.

Jamin viel plump auf den Boden als Jens die Tür öffnete. Er sah keine Atmung mehr und kniete sich neben ihm nieder um seinen Puls zu fühlen.

Doch er fand keinen.

Umgekehrte Welt

Jamin blinzelte. Grelles, stechendes Licht umgab ihn. Es verursachte Schmerzen in seinen Augen. Es war, als sähe er direkt in die Sonne. Es war aber keine am Himmel zu entdecken.

Geschweige denn einen Himmel.

Er fühlte seinen Körper, doch als er an sich runter sah, konnte er keinen erkennen. Vom Gefühl her war er nackt. Wie lange er schon auf dem Rücken lag, konnte er nicht ausmachen.

Mit großer Mühe stellte er sich auf die Beine. Alles tat ihm weh. Ständig hörte Jamin eine Stimme immer wieder dasselbe Fragen.

"Was tust Du hier?"

Jamin konnte sich nur an seine letzte Aktion auf Erden erinnern, bevor ihn dieses Licht umgeben hatte. Eine Flaschenöffnung hatte seine Lippen berührt. Etwas Hochprozentiges lief seinen Hals hinunter. Doch kaum gedacht, schwand die Erinnerung schnell wieder. Er war geschwächt.

"Was tust Du hier?"

Es fiel Jamin sehr schwer zu unterscheiden, ob die Stimme in seinem Kopf war, oder jemand mit ihm sprach. Er musste etwas sinnvolles tun. Er musste mit der Stimme sprechen.

"Solltest Du mir nicht deine Frage beantworten können? Du scheinst ja von diesem Ort zu stammen!"

Als Jamin keine Antwort bekam, fing er an zu gehen. Ging er auf der Stelle? Bewegte er sich vorwärts? Nichts außer einem Gefühl und grelles Licht gaben ihm eine Wahrnehmung.

"Du bist in deinem Lichtgebilde. Dies ist deine Seele, in die Du zeitweilig gehst, nachdem du stirbst."

"Ich bin tot?"

"Je länger Du verwirrt, voller Schmerz durch das Licht umher streifst, umso mehr verlierst Du das Gefühl, einen Körper zu haben. Deine Gedanken werden immer enger, einfallsloser, bis Du schließlich in einem neuen Körper wieder geboren wirst."

"Wenn mein letztes Ich gerade in meiner Seele umher streift, dann musst Du mein Geist sein, der mit mir spricht. Körper, Geist und Seele, ein Mal vereint, in völligem einvernehmen."

"Vielleicht bist Du der Richtige für den Weg zurück!"

Jamin war durcheinander. Wusste weder ein noch aus. Plötzlich war er im Reich des Todes. Oder war dies erst eine Vorstufe? Doch sein Geist war bei ihm. Er schien viel mehr zu wissen als er.

"Es gibt da eine Möglichkeit, in dein bisheriges Leben zurückzukehren, doch die Aufgabe ist sehr schwer zu bewältigen. Hast Du genug Ehrfurcht vor der Mystik, vor Gott, vor den Menschen die dich umgaben, genug Ehrgeiz, genug Willensgewalt, kannst Du einen sehr steinigen Weg begehen, der dich wieder in dein letztes Leben zurück bringen wird."

"Ich will zurück!"

Jamin war kalt geworden. Doch nicht die Umgebung war kalt, sondern sein Inneres. Es war anstrengend, zu denken. Er verschränkte Arme, die er aber nicht sah.

"Warum fühle ich, sehe aber nichts?"

"Deinen Körper hast Du auf der Erde zurück gelassen. Alles was Du hier spürst, sind Erinnerungen an deine vergangene Zeit auf Erden, aus deinem letzten Bewusstsein. Du wirst merken, dass deine Gedanken mit der Zeit immer weniger werden. Deshalb habe ich nicht viel Zeit, dir zu erklären, wie es weiter gehen kann. Beantworte mir erst eine Frage. Glaubst Du stark genug zu sein, einen weiteren Weg, mit deinem momentanen Geist, zu gehen?"

Jamin wusste nicht genau, was sein Geist von ihm wollte. Kaum hatte er eine Erinnerung gewonnen, schien sie auch wieder zu schwinden.

"Mein Leben war zwar durcheinander und anormal, doch ich möchte es wagen, bevor ich alle Erinnerungen vergesse. Ja, ich glaube stark genug zu sein!"

"Nun gut. Solltest Du einmal begriffen haben, was auf dich zu kommt, halte deine Gedanken unter Kontrolle. Konzentriere dich darauf, wie dein Körper ausgesehen hat!"

"Ja, ich habe ein Bild vor Augen."

"Hattest Du Kleidung, die Du am liebsten getragen hast?"

"Ja, natürlich."

"Hast Du dir mal ausgemalt, wie dein Traumhaus mal aussehen sollte."

"Ja."

"Schließe nun die Augen. Konzentriere dich auf deinen Körper. Sobald Du geistig an dir hinunter sehen kannst, halte es fest, öffne die Augen und sieh hin."

Jamin begann zu erahnen, was sein Geist meinte, doch ganz glauben konnte er es nicht. Er tat, wie man ihm hieß. Er erinnerte sich an bestimmte Situationen aus dem Leben, prägte sich das Bild ein, konzentrierte sich auf sein Körpergefühl und öffnete die Augen.

Voller erstaunen sah er schwarze Partikel aus der Umgebung zusammenfließen. Unter ihm bildeten sie seinen Körper. Bevor sein Geist weiter sprechen konnte, schloss er wieder die Augen und stellte sich seine Kleidung vor, die er am liebsten getragen hatte. Bevor er die Augen öffnete, spürte er, wie sich aus der Umgebung Kleidung an seinem Körper formte. Kaum war er hiermit fertig, spürte er keine Schmerzen mehr. Ein Gefühl des Wohlseins überkam ihn.

"Nun sammele dich erstmal, bevor Du weitermachst. Du darfst dein Bewusstsein nicht verlieren und nicht in Panik geraten. Sonst verscheuchst Du den Drachen, dein Überich von seinem Platz, und das Tor zu Aurum wird unbewacht. Konzentriere dich auf dein Heim. Du brauchst einen sicheren Rahmen, in dem Du dich mental ausruhen kannst, ohne dass der Kontakt zu den Erinnerungen an dein letztes Leben abreißt. Vielleicht wird das Haus lückenhaft sein, doch was in deiner Vorstellung fehlt, kannst Du auch hinterher füllen."

Für diese Aufgabe würde Jamin länger brauchen. Er setzte sich in einen Schneidersitz und schloss die Augen. Sein geistiges Auge öffnete sich. Er begann auf das Haus zu zu gehen.

Von außen hatte es das Aussehen einer Schildkröte. Am Kopfende befand sich die Eingangstür aus schwerer Eiche, mit eisernen Beschlägen, einem Klopfer und einem Türgriff. Die einzelnen Teile des Panzers waren aus Glas. Es gab zwei Stockwerke. Sie bestanden nur aus zwei großen Räumen.

Unten war der Wohnraum, mit einem Esstisch, der Küche und einem großen Sofa. Eine kleine Bar, mit edlen Weinen und schönen Gläsern, schmückte den Raum.

Oben war sein Schlafzimmer. Ein riesiges, rundes Bett stand in der Mitte des Raumes. Der Außenseite angrenzend befand sich ein Badezimmer. Die beiden Etagen wurden durch eine Wendeltreppe miteinander verbunden.

Es war sein Traumhaus, in dem er zu Lebzeiten irgendwann hätte leben wollen. Doch vielleicht sollte er ja zurückkehren, in sein wirres, egoistisches Leben. Eines wusste er jetzt schon. Sollte er wieder erwachen, würde sich einiges ändern müssen.

Er war fertig mit seiner Vision von dem Haus. Als er wieder die Augen öffnete, stand es vor ihm, lückenlos, genau so, wie er es sich vorgestellt hatte. Er stand wieder auf.

"Gut gemacht!"

"Hast Du einen Namen, Geist?"

"Als Du ein kleines Kind warst, hast Du oft mit mir geredet. Doch Du hast nie erfahren dürfen, dass ich es war. Du gabst mir damals einen Namen. Du nanntest mich Omassur."

"Erzähle mir mehr von dem Licht, den Drachen und Toren. Doch zuvor, zeige dich mir!"

"Solltest Du mich sehen wollen, dann solltest Du eine Vorstellung haben. Denn ich bin ein Teil von dir."

"Ich kann mir also alles ausmalen? Ganz egal was?"

"Ja!"

Jamin schloss abermals die Augen. Wie sollte er sich anders einen Geist vorstellen, als eine leuchtende, weiße Gestalt? Sie stand vor ihm, als er wieder auf sah!

"Ist es riskant, an solch einem Ort so viel Macht über sich selbst zu haben?"

"So bald ich dir von deiner bevorstehenden Aufgabe und der Welt im Jenseits erzählt habe, wirst Du deine ganze Vorstellungskraft, deine ganze Konzentration brauchen, um diese Aufgabe zu bewältigen. Doch lass uns erst einmal nach Hause gehen."

Die beiden gingen nebeneinander zur Tür des Hauses, welches Jamin erschaffen hatte. Als sie eintraten störte eines Jamins Gemüt. Irgendetwas fehlte. Nach kurzer Zeit fiel es ihm ein. Dieses Mal musste er nicht einmal die Augen schließen, um es hervor zu rufen. Es war der wohlige Geruch eines Heimes, welcher jedem in die Nase steigt, sobald er sein Zuhause betritt. Sie nahmen Platz, auf dem riesigen, geschwungenen Sofa.

"Nun erzähl mir von dem Licht und dem Weg zurück in mein Leben!", bat Jamin seinen Geist, während er sich setzte.

"Ich darf dir nicht zu viel über die Existenz auf dieser Seite verraten, denn Du willst in dein letztes Leben zurück. Verstehst Du zu sehr wie es hier ist, wirst Du gelockt von dem was nicht dein Wunsch ist. Eines sei dir gewiss, dein letztes Leben auf Erden hängt an einem seidenen Faden, der jederzeit reißen kann. Du musst den Kern deiner Existenz ergründen. Nur dann wirst Du erfolgreich sein."

Jamin wirkte aufgeregt. Omassur bemerkte es zeitgleich. Der Geist versuchte das wirrer werdende Bewusstsein zu beruhigen, indem er anfing von einem heiligen, geschützten Ort namens Aurum zu erzählen. Im Norden die Berge, südlich davon ein endloser Wald, in der Mitte eine riesige Buche. Jamin bekam das Gefühl zu träumen.

Britta & Jens Fleisch & Blut

Bei jedem berechneten Druck auf den Hebel knackte es, dabei trennte sich ein Teil ihres Fingernagels von dem Rest. Britta hasste es, eine Schere zu benutzen, lange Fingernägel konnte sie aber auch nicht leiden. Deshalb benutzte sie schon seit Jahren einen Klipper.

Sie saß im Badezimmer vor dem Spiegel und machte sich schön. Ihr Ex hatte sich nach einem Jahr endlich wieder gemeldet. Er wollte zum Abendbrot vorbei kommen.

Musik erklang aus dem Wohnzimmer. Mitsummend ging sie in die Küche.

Ihre Hände zitterten vor erwartender Spannung, als sie die Kerzen auf dem Tisch entzündete. Neben ihnen hatte sie Rosen in eine liegende Vase getan und sie mit ein wenig Grünzeug dekoriert. Die Suppe kochte auf dem Herd, Mozzarella mit Tomaten und Basilikum lag bereits in einer Platte auf dem Tisch, der Nachtisch, Vanillepudding mit Kirschsirup, stand im Backofen, damit er warm blieb. Alles war fertig. Nun konnte er kommen.

Sie setzte sich an den Tisch. Die Vorstellung wie es sein würde, wenn er vor ihr saß, ihr in die Augen sah, ließ sie lächeln. Nervös spielte sie mit einem Löffel herum, als es klingelte. Behutsam legte sie ihn wieder an seinen Platz zurück. Auf dem Weg zur Tür prüfte sie, mit einer sehr weiblichen Handbewegung, ob ihr Haar richtig im Zopf saß, richtete ihr Abendkleid und griff zur Klinke.

Er hatte sich verändert. Er war erwachsener geworden. Der Geschmack seiner Kleidung hatte sich gebessert. Sie fielen sich in die Arme und hielten sich länger fest als nötig.

"Komm rein!", sagte sie, als beide sich voneinander lösten.

Ihre Stimme war leicht nervös angeschlagen. Sie räusperte sich.

"Hast Du gut her gefunden?"

"Nicht ganz. Ich bin zwar erst in den falschen Bus eingestiegen, habe es aber früh genug bemerkt."

Sie führte ihn in die Küche.

"Sag mal, Jens, warum hast Du dich so lange nicht gemeldet? Wir hatten doch eine so schöne Zeit zusammen."

"Ich habe lange mit mir selbst zu tun gehabt. Ich hatte einige Probleme. So ziemlich genau vor einem halben Jahr bin ich in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Es tut mir aufrichtig Leid, dass es so lange gedauert hat."

Während Jens redete, gab Britta Salat auf seinen Teller. Dann nahm sie sich selbst welchen.

"Du weißt, dass wir damals unsere Beziehung nur vorübergehend beendet haben. Bist Du denn jetzt bereit, Sie wieder aufzunehmen?"

"Das ist sehr direkt. Meinst Du die Frage sarkastisch oder ernst?"

"Was meinst Du, wieso ich mich so fein gemacht habe! Ich habe all die Monate gehofft, dass Du dich meldest, zwischenzeitig habe ich auch keinen neuen Freund gehabt. Ich habe mich sozusagen für dich frei gehalten. Jetzt enttäusche mich bitte nicht!"

Sie wusste, dass sie nur diese eine Gelegenheit haben würde. Sollte er einmal aus der Tür gegangen sein, würde er ihr keine Chance mehr geben. Es war ein heikles Thema, um ein Abendessen zu zweit anzufangen.

Er ließ sich Zeit mit der Antwort. Scheinbar hatte er nicht erwartet, dass sie sich noch so sehr für ihn interessierte. Bevor er sie angerufen hatte, war er davon ausgegangen, sie als eine einfache Freundin wiederzugewinnen. Was jetzt, dachte er.

"Lass uns doch erst einmal in Ruhe essen und über weltliche Dinge sprechen."

Sie war geknickt. Der Typ wollte einfach nicht anbeißen. Dafür biss er genüsslich in die Mozzarellascheibe. Von wegen, tief in die Augen schauen und wissen, was der andere denkt. Plötzlich hatte sie keinen Appetit mehr. Zu sehr wollte sie ihm aber nicht ihre Enttäuschung zeigen. Doch das schaffte sie nicht.

"Bist Du fertig?", fragte sie garstig und hatte ihre Hand schon am Tellerrand.

Er schob sich gerade eine Scheibe Tomate rein und antwortete mit vollem Mund: " Mm..."

Als sie vor dem Herd stand um Suppe in zwei tiefe Teller zu geben, spürte sie auf einmal seine Hände an ihrer Hüfte. Ja, dachte sie. Er küsste sie am Hals.

"Gibst Du mir noch eine Chance?"

Sie drehte sich mit einem Ruck um und sagte: "Ja, ich gebe dir noch eine Chance. Aber..."

"Wie, es gibt noch ein Aber?", fragte er mit Ironie in der Stimme.

"Versprich mir, hier und jetzt, dass so etwas nie wieder vorkommt."

"Du weißt ganz genau, dass es schwer ist, solch ein Versprechen abzulegen. Wer weiß, ob Du nicht irgendwann einen Typen triffst, der besser ist als ich."

"Hier geht es nicht um mich, sondern um dich! Du hast mich doch schließlich ein Jahr sitzen lassen!"

Beide lächelten sich an. Nun war der Zeitpunkt da. Sie sahen sich in die Augen und wussten, was der andere dachte. Als sie sich in die Arme fielen und sich küssten, lief Britta eine Träne über die Wange.

Jens sagte: "Ich verspreche dir, die zweite Chance ernst zu nehmen, dich nicht mehr sitzenzulassen. Lass uns weiter essen und über andere Dinge sprechen. Was gibt es noch?"

"Tomatensuppe."

Nach dem Essen gingen sie in das Wohnzimmer. Sie schenkte ihm und sich einen Schluck Sherry ein, nahm die Gläser in die Hände und setzte sich ihm gegenüber auf das Sofa. Er lächelte sie an, als sie ihm das Glas hinhielt.

"Danke. Ich liebe Sherry. Genau richtig um sich in eine Unterhaltung zu vertiefen. Findest Du nicht auch?"

Sie antwortete nicht, sondern sah ihn einfach nur an. Er war so schön, so männlich, romantisch.

"Wie geht es eigentlich Jamin? Ich habe ihn lange nicht mehr gesehen."

"Es tut mir Leid dir das sagen zu müssen, er ist vor einem halben Jahr, nach unserer Theateraufführung an einer Alkoholvergiftung gestorben. Ein paar Tage bevor er starb gab er mir eine Schatulle, mit der Bitte sie erst zu öffnen, wenn es so weit wäre. Doch einen Zeitpunkt hat er mir nicht genannt. Ich habe sie noch nicht geöffnet. Vielleicht wollte er auf diese Weise sterben und es ist der Abschiedsbrief darin. Ich würde mir Vorwürfe machen nicht früher reagiert zu haben."

Britta saß fassungslos da, mit geöffnetem Mund. Sie kämpfte gegen die Tränen. Druck steigerte sich in ihrem Hals. Sie konnte es nicht mehr zurückhalten. Es brach aus ihr heraus. Sie hielt ihre Hände vor die Augen. Jens setzte sich zu ihr und nahm sie in den Arm.

"Ich bin zwar selbst nicht ganz über die Sache hinweg, doch mittlerweile bin ich stark genug, dir Trost geben zu können. Als er vierzehn war sagte er zu mir, er würde bei seiner Beerdigung gerne ein bestimmtes Lied hören, wenn er denn jung sterben sollte. Diesen Wunsch habe ich ihm noch erfüllt.

Ich fand es auch gut, dass die Beerdigung nicht aus einer Trauergemeinschaft bestand, sondern irgendwie ein Fest war. Natürlich hat keiner seinen frühen Abschied begrüßt, aber er wollte, dass die Leute nicht zu sehr trauern. Denn das, meinte er, würde ihn im Jenseits nur noch trauriger stimmen."

Mit angeschlagener Stimme sagte Britta: "Er hatte solch eine lustige und einprägsame Art an sich, dass ich ihn sehr vermissen werde. Er war oft verschroben und merkwürdig, aber er hat nie jemandem was getan. In diesem Moment frage ich mich, ob man seine Freunde nach dem Tod wieder sieht und mit ihnen auch im Jenseits, in seinen Träumen, verweilt."

"Ich denke er wird allen, die ihn kannten in guter Erinnerung bleiben. Wenn er über den Tod redete, sagte er die Lebenden würden die Möglichkeit haben in ihren Träumen mit den Verstorbenen Kontakt aufzunehmen. Ich habe auch von ihm geträumt, kurz nachdem er starb. Er sagte mir, er würde bald meine Hilfe brauchen. Doch auf welche Weise, kann ich mir nicht erklären."

Britta wischte sich die Tränen weg. Dabei verschmierte sie ihren Lidschatten.

"Vielleicht solltest Du endlich die Schatulle öffnen. Es könnte ja sein, dass er darin eine Antwort auf deine Frage versteckt hat. Wo hast Du sie denn verwahrt?"

"Ich habe sie neben meinem Bett auf dem Nachttisch liegen. Sie strahlt eine ungeheure Energie aus. Ich bitte dich, sie mit mir zusammen zu öffnen."

Sie nickte zustimmend und gab ihm einen Kuss.

"Das beruhigt ungemein!", sagte sie.

Er hielt ihre Wange in seiner Hand. Sein Blick war warm. Er zeigte ihr, dass der Verlust eines sehr guten Freundes überwunden werden kann. Ihre Stimmung klarte auf.

"Bleibst Du über Nacht? Ich möchte nach der Schreckensnachricht nicht allein in meinem großen Bett schlafen."

Am nächsten Tag fielen Sonnenstrahlen durch die Jalousie in das Schlafzimmer. Es war schon spät am Vormittag, als Jens ihr frisch gebackene Brötchen mit Konfitüre an das Bett brachte.

"Frischen Kaffee habe ich auch gekocht. Lass es dir schmecken, das werde ich nämlich auch tun. Wie geht es dir?"

"Ganz gut. Ich habe Hunger."

"Hau rein!", sagte er und setzte sich an den Bettrand.

Es war ein wunderschöner Samstagvormittag. Nachdem sie ein paar Happen gegessen hatten, ging er zum Fenster und zog die Jalousie auf. Keine Wolke war am Himmel zu sehen. Nur die Kondensstreifen der Flugzeuge ließen weiße Striche auf dem blauen Hintergrund entstehen. Britta sah Jens angespannte Miene.

"Was ist los?"

"Wie schon gesagt. Irgendwie habe ich Angst, die Schatulle von Jamin alleine zu öffnen. Sollte darin nämlich ein Abschiedsbrief sein, werde ich mir schwere Vorwürfe machen, sie nicht vorher geöffnet zu haben. Vielleicht hätte ich dann seinen Tod irgendwie verhindern können."

"Du solltest dir aber keine Vorwürfe machen. Hättest Du rechtzeitig einen Abschiedsbrief gefunden, wäre sein Tod nicht zu verhindern gewesen. Jeder, der sich umbringen will, findet irgendwie einen Weg. Du hättest Jamin ja nicht einsperren können."

Jens sah aus dem Fenster. Er viel in einen Tagtraum. Seine Gedanken kreisten um den Moment, in dem sie die Schatulle öffnen würden. Was würde darin sein. Neugierde übermannte seine Angst.

"Hast Du Lust heute Abend die Schatulle an den Teichen zu öffnen? Wir brauchen einen ruhigen Platz."

Am Abend erwartete sie ein klarer Nachthimmel mit einem riesigen, kreisrunden Mond, als sie auf die große Sandfläche neben den Teichen fuhren. Der Sommer ging zur Neige, doch es war immer noch angenehm warm. Sie stiegen aus, gingen auf eine Düne und setzten sich in den Sand.

"Wer öffnet die Kiste?," fragte Jens.

Seine Hände zitterten, während er sie aus seinem Rucksack nahm und aus seinem Schatten heraus in das Licht hielt. Britta ergriff das Wort.

"Ich würde sagen, Du öffnest sie! Schließlich hat Jamin sie dir gegeben."

"Na gut, ich tue es, aber wenn es ein Brief ist, dann werde ich ihn nicht lesen."

Der Deckel der Schatulle quiekte leise wie die Grillen in der Nacht. Ein gefalteter Zettel lag darin.

"Bitte!", sagte Jens und gab ihn Britta.

Sie entfaltete ihn. Als sie ihn laut vorlas, wusste sie bereits, sie würde die Worte nicht verstehen.

Einer wird gehen

Einer wird kommen

Ein dritter im Hintergrund

Zu dritt die Zeit

Sinn braucht er

Der im Hintergrund steht

Fünf vereint mit einem

Und dreht die Zeit

Einer der Drei

Öffnet das Tor

Fragt die Ewigkeit

Um Erlaubnis für Raum und Zeit

Minuten Tod

Um weiter zu leben

Im Moment verändert

Ein Wort, ein Satz, viel Zeit

Kaum hatte sie die Worte über ihre Lippen kommen lassen, ging ein helles Licht von dem Blatt aus, plötzlich ein ohrenbetäubender Knall. Jens und Britta, gefangen von dem Licht, saßen da und bewegten sich nicht. Das Licht umschloss sie ganz langsam.

Gehen, oder kommen?

Jamin löste sich aus seinem Schneidersitz, in dem er schon seit geraumer Zeit gesessen hatte. Das große Bett, auf dem er sich ausstreckte, fühlte sich unendlich leer an. Kaum hatte er die Augen geöffnet, bemerkte er, dass die fortwährende Konzentration ihn beansprucht hatte. Er fragte sich, wie er auf das Bett gekommen war. Er hatte doch mit Omassur auf dem Sofa, ein Stockwerk tiefer gesessen. Er ging die kleine Wendeltreppe hinunter, die in das Erdgeschoss führte. Auf dem Sofa saß Omassur. Kaum hatte Jamin seine Nähe erreicht, sah sein Geist ihn an.

"Was war das, Omassur?"

"Jens und Britta verkörpern das Leben, welches Du als letztes geführt hast. Sie sind ein Sinnbild für Fleisch und Blut. Du führst im Licht zusammen, was zusammen gehört. Es ist eine Vorbereitung auf deine bevorstehende Prüfung."

"Wo sind sie?"

"Sie werden bald hier sein!"

"Ich habe eine Frage. Woher wusste ich zu Lebzeiten, was ich in dem Gedicht schreiben muss, um einen Übergang in das Licht zu schaffen? Wie wird es weiter gehen?"

"Gedichte sind eine Komposition aus Fantasie und Intuition. Als du vorher die Worte geschrieben hattest, wusstest du nicht welchen Weg sie gehen würden. Während du die Handlung der beiden auf der Erde sahst, musstest du plötzlich improvisieren, irgendwie einen geeigneten Zeitpunkt wählen, in dem Du die beiden rüber holst. Du hast die Gelegenheit genutzt und sie mit Hilfe des Gedichts in das Lichtgebilde geholt."

"Sind diejenigen, die ich hole, tot?"

"Auf Erden existieren sie nicht mehr. Sie befinden sich mit ihrem Körper hier. Menschen, die sie kennen, werden sie vermissen, doch denke nicht an die Zeit. Sie spielt erst einmal keine Rolle mehr für dich. Alles wird sich zum Schluss fügen. Nun ruhe dich etwas aus, denn deine nächste Reise zur Erde wird anstrengender sein als die Erste."

Jamin überlegte, was er tun könnte, um sich für die nächste Reise noch besser zu fühlen. Am Anfang hatte Omassur gesagt, er müsse die Augen schließen und sich konzentrieren, um etwas entstehen zu lassen, doch für eine kleine Sache wie eine Trommel dachte er es nicht nötig zu haben.

Seine Kindheit hatte er in Afrika verbracht. Fernab der Zivilisation. In gewisser Freiheit. Ein Freund hatte ihm mal eine Trommel geschnitzt und bespannt. Diese holte er sich vor sein geistiges Auge. Er schnippte aus Spaß mit den Fingern. Es war Zauberei. Im selben Moment stand sie vor ihm. Er nahm sie und ging mit ihr unter dem Arm vor die Eingangstür.

Abgesehen von dem Haus sah er nichts als Weiss. Ein Garten musste her. Auch er würde im Endeffekt mit dem Licht umgeben sein.

Die Kleidung, die Trommel, sein eigener Körper waren noch relativ einfache Dinge. Doch der Garten würde noch fiktiver sein. Jamin ging so lange von seinem Haus weg, bis er das Gefühl hatte, sich hundert Meter davon entfernt zu haben. Dann drehte sich um. Er setzte sich. Die Trommel stellte er neben sich ab. Er schloss die Augen.

Ein großes, mit Efeu bewachsenes Tor aus Eisenstangen entstand vor seinem geistigen Auge. Er sah das Haus aus der Vogelperspektive. Darüber schwebend zog er vom Tor ausgehend, eine hohe Mauer um das Haus. Außerhalb der Mauer, direkt an ihrer Fassade, pflanzte er eine Hecke aus aus roten Rosen. Nun stellte er sich vor, wie er durch das Tor in das Innere des Gartens ging.

Die Fläche um das Haus herum war noch immer weiss, also ließ er Gras aus dem Boden wachsen. Vom Tor bis zur Eingangstür und um das Haus herum legte er einen Weg aus Steinplatten. Links, rechts und hinter dem Haus pflanzte er fünf Apfelbäume, alle reich behangen mit Äpfeln, die nie alt wurden.

Um den hinteren Bereich legte er einen Halbkreis aus Rosen, dessen Ranken sich teilweise über das Haus und an einem Apfelbaum empor zogen.

Er wanderte zur Eingangstür. Dann drehte er sich in die Richtung des Tors. Zur Rechten baute er eine runde Feuerstelle, dessen Feuer nie erlosch. Um das Feuer stellte er fünf Korbsessel. Auf die linke Seite des Weges setzte er ein kleines Schwimmbecken in den Boden.

Als Letztes zog Jamin über sein ganzes Anwesen eine schwarze Kuppel, so das es innerhalb den Anschein hatte es wäre Nacht. Viele Lampen erleuchteten das Haus. Als die Vorstellung beendet war, öffnete er die Augen, ging durch das Tor und setzte sich an das Feuer. Er begann zu trommeln. Nach Minuten war er in Trance, achtete nicht mehr auf das, was er spielte und sah in das lodernde Feuer.

"Hörst Du das auch?", fragte Britta.

Die beiden waren schon seit einiger Zeit unterwegs, konnten aber nicht ausmachen, ob sie vorwärts kamen oder nicht.

"Das trommeln höre ich! Kannst Du irgendetwas sehen?"

Sie blieben stehen und drehten sich im Kreis, sahen jedoch nichts als gleißendes Licht.

"Lass uns in die Richtung gehen! Vielleicht ist es ein Wesen, das uns weiterhelfen kann!"

"Ich habe einen schwarzen Punkt vor den Augen, er bewegt sich aber nicht mit!"

Britta fuchtelte mit den Armen vor dem Gesicht herum als würde sie eine Fliege verscheuchen wollen. Als Jens ihn auch sah, sagte er zu ihr sie solle damit aufhören, denn es sei ein fest stehender Punkt im Licht.

"Ganz sicher kommt das Trommeln von dort. Lass uns hin gehen!"

Sie waren eine kleine Ewigkeit unterwegs, als der Punkt sich endlich zu einem Halbkreis formte. Britta fing vor lauter Verwirrung an, mit sich selbst zu reden. Dabei schwang sie die Arme hastig hin und her.

"Ich möchte endlich wissen, was dies alles zu bedeuten hat! Wo sind wir?"

"Ich weiß es selbst nicht, doch ich versichere dir, dass wir mehr erfahren werden, wenn wir das schwarze Ding dort erreicht haben."

Plötzlich bekam sie einen Heulkrampf und ließ sich auf die Knie fallen. Jens ging zu ihr, hockte sich neben sie und nahm sie in den Arm.

"So weit ist es nicht mehr. Doch genau kann ich es nicht sagen weil ich keine Ahnung habe wie groß die Halbkugel ist. Du schaffst es schon! Da es nichts anderes zu sehen gibt, glaube ich, dass wir dort hingehen müssen. Los steh auf!"

Er nahm ihre Hand und zog sie auf die Beine. Sie legte ihren Arm um seinen Hals. So gingen sie das letzte Stück. Als sie vor der Kuppel standen, wussten sie nicht weiter. Sie gingen einmal um sie herum. Dann noch einmal. Doch so etwas wie einen Eingang fanden sie nicht.