Lost. In. Life. - Martin Schulze - E-Book

Lost. In. Life. E-Book

Martin Schulze

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Beschreibung

Zu jung für einen Schlaganfall. Das habe ich oft gehört. Schlaganfall diskriminiert aber nicht nach Alter. Und wenn es passiert, ist es krass, aber es ist nicht das Ende, das man vermuten könnte. Dieses Buch ist eine Selbstreflektion und ein Mutmacher für andere und mich selbst. Das Leben einfach mal neu anpacken. Wann bekommt man noralerweise schon so eine Möglichkeit?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 124

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Martin Schulze

LOST. IN. LIFE.

Wie mein Schlaganfall mir das Leben rettete – meine Geschichte als Inspiration für andere Betroffene

© 2025 Martin Schulze

Umschlag, Illustration: Martin Schulze

Lektorat, Korrektorat: Dagmar Henning, satzwandel.de

Weitere Mitwirkende: Sandra Schulze, Katharina Schulze, Waltraud Schulze, Jana Kraft

Druck und Distribution im Auftrag von Martin Schulze:

tredition GmbH, Halenreie 40–44, 22359 Hamburg, Deutschland

ISBN

Paperback

978-3-384-34806-5

Hardcover

978-3-384-38069-2

E-Book

978-3-384-38070-8

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung »Impressumservice«, Halenreie 40–44, 22359 Hamburg, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titelblatt

Impressum

Danke

Vorwort

Meine Geschichte und wer ich bin

Schlaganfall und Motivation – das Leben ist scheiße

Schlaganfall und Eigenständigkeit

Schlaganfall und Hilfe – was ist eigentlich Hilfe und was nicht?

Schlaganfall und mentale Gesundheit

Schlaganfall und die Geschwindigkeit des Lebens

Schlaganfall und Beziehungen

Schlaganfall und Sex

Schlaganfall und Kinder

Schlaganfall und Familie

Schlaganfall, Freunde und Bekannte

Schlaganfall und Job – doch wieder Hamsterrad?

Schlaganfall und Autofahren

Schlaganfall und Kochen

Schlaganfall und Sport

Schlaganfall und Reisen

Schlaganfall aus Sicht des Dorfes

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und Schlaganfall-Ring

Schlusswort

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Titelblatt

Impressum

Danke

Schlusswort

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Danke

Ich möchte meinen Dank an meine liebsten Menschen, die mich selbstlos und unermüdlich unterstützt haben, zum Ausdruck bringen. Zuerst sind da natürlich die wichtigsten Menschen in meinem Leben, ohne die ich buchstäblich nicht wäre und die mich auch in dieser schwersten Zeit meines Lebens mit unendlich viel Kraft und Geduld unterstützen: Mama und Papa! Ich danke von Herzen meiner Frau Sandra, mit der ich seit zwanzig Jahren verheiratet bin, und meinem geliebten Sohn Finn. Beide haben in jener verhängnisvollen Nacht eine entscheidende Rolle gespielt. Ohne sie hätte ich die Nacht wohl nicht überlebt. Ich danke meiner geliebten Schwester Katha und Szymon, und natürlich unserer Katze Mizi, die viel Zeit mit mir verbracht hat. Dann sind da natürlich die Freunde und Bekannten, die meine Familie und mich in den letzten Jahren immer wieder unterstützt und mir Halt gegeben haben – mal intensiver und manchmal mehr aus der Ferne. Die Liste ist unvollständig – sorry, und sie ist nicht nach der Reihenfolge der Bedeutung oder Anerkennung sortiert, sondern vielmehr nach der zeitlichen Abfolge. Ich danke von Herzen

Frank Foerster und Claudia mit Max und Maya,

Chrissie und Petra mit Jakob und Emma,

dem Best-Physio-in-the-World Jan Schröder und seinem TCP-Team,

Fanni,

Dete, Düse und Petra,

Merle, Franzi und allen anderen aus der »Anstalt«,

meinen Schwiegereltern Gila und Org,

meiner Partnerin Jana mit Louis,

Dr. Stecker Maximilian von Karais,

Timo Jarama,

Katrin vom Team Jarama,

Frau Herrmanns (»Anstalt«) und

Frau Poels (»Anstalt«).

Vorwort

Das Wichtigste vorweg: Ich habe mich nach über zwei Jahren nach meinem Schlaganfall 2020 dazu entschieden, meine Geschichte aufzuschreiben (meine Erfahrungen und Weisheiten beziehen sich also alle mehr oder weniger auf das Jahr 2022. Neue Erkenntnisse aus 2025 habe ich in Klammern dahintergesetzt, wenn es nötig war). Nicht weil ich mich selbst präsentieren möchte, weil ich mich ganz unglaublich finde, sondern weil über unsere Krankheit und ihre Folgen, insbesondere in jüngeren Lebensjahren, viel zu wenig bekannt ist. Wenn du eine »Heldengeschichte« suchst, brauchst du nur ein bisschen auf Instagram zu stöbern oder andere Selbstoptimierungsbücher zu lesen, um dich minderwertig zu fühlen. Vielleicht gehört das auch zum Prozess der Genesung nach einem Schlaganfall dazu, denn auch ich habe Gruppen und Bücher von »Gleichgesinnten« gesucht, gefunden und gelesen. Hauptsächlich habe ich mich dabei aber nur noch schlechter gefühlt, weil es viele Menschen gibt, die sehr gut in der Selbstdarstellung und gleichzeitig gute Vertriebler sind. Denn mal ehrlich: Die meisten Autoren von Ratgebern mit klugen Selbstverbesserungsvorschlägen verkaufen dir am Ende irgendetwas: ein Buch, eine Diät, mit der du niemals in diese gesundheitliche Situation gekommen wärst, weil du ja viel gesünder gelebt hättest. Am besten kombinierst du die Diät dann noch mit einem total innovativen Work-out-Programm (natürlich kostenpflichtig), und dann schließt du als Nächstes ein Abo für eine Meditations-App ab, und schwups bist du wieder im Hamsterrad, diesmal ist es ein anderes Hamsterrad, aber es ist immer noch ein Hamsterrad. All das will ich nicht. Ich habe lange über meine Seiten nachgedacht und kann mit zufriedenem Lächeln sagen, dass ich in meiner Intention pur bin. Dieses Buch ist wohl käuflich zu erwerben, um die Kosten für die Herstellung zu decken, aber es ergeben sich keinerlei Folgeangebote daraus, keine Diäten, keine Life-Coaching-Sessions, keine Abos, gar nichts. Ich beabsichtige nicht, irgendeinen monetären Nutzen aus meiner Geschichte zu ziehen. Ich versuche, die Kosten für das Buch und die begleitende Website (www.lebensretterschlaganfall.de) wieder einzuspielen. Das wars. Sollte mir zusätzliches Geld angeboten werden, werde ich es zu 100 % an Projekte spenden, die sich für Gleichberechtigung, Inklusion und Vielfalt einsetzen. Sollte es unverhofft zu Geldzuflüssen aufgrund des Buches kommen, kannst du auf der begleitenden Website sehen, was damit passiert.

Würde ich das jetzt lesen, wäre ich skeptisch. Vielleicht bist du das auch, und das ist durchaus gesund. Warum ich hiermit kein Geld verdienen möchte, liest du im nächsten Absatz. Warum ich das auch nicht muss, findest du in dem Kapitel »Schlaganfall und Job«.

Um ehrlich zu sein, gibt es zwei Gründe für meine Entscheidung, diese Seiten zu schreiben. Ich will mein einschneidendes Erlebnis »Schlaganfall« reflektieren, und für mich geht das eben besonders gut, wenn ich denke und es aufschreibe. Zweitens hoffe ich, dass einige meiner Ideen und Gedanken jemanden in einer ähnlichen Situation inspirieren und motivieren können, seinen Schlaganfall als Möglichkeit zu sehen – und nicht als Fluch. Ich bin kein toll aussehender Instagram-Influencer und auch kein durch mein Schicksal magisch auferstandener Erfolgsmensch. Das will ich auch nicht (mehr) sein. Tschüss, Hamsterrad. Ich bin kein Schriftsteller und auch kein besonders begabter Redenschreiber. Was sicherlich auch ein Grund dafür ist, warum die Texte an der einen oder anderen Stelle ein wenig chaotisch und sprunghaft wirken (trotz Lektorat). Das ist natürlich nicht beabsichtigt, aber mit Absicht stelle ich es nicht ab. Denn ich habe mich in einem sehr lang andauernden Prozess von der Selbstoptimierung abgewendet, und ich bin mit nicht perfekten Ergebnissen okay.

Diese Texte tippe ich derzeit (2022) mit einer Hand, weil meine linke Hand noch nicht wieder funktioniert. Dabei mache ich pro Zeile tausend Tippfehler, aber das ist okay. Es trainiert meine Konzentration und Geduld. Und durch Training ist bekanntlich noch niemand schlechter geworden.

Das Gehen fällt mir auch noch schwer. Ich bin also überhaupt nicht perfekt, und ich war es auch nie, wie mein pubertierender Sohn sicher jederzeit bereit ist, zu bestätigen. Und das ist gut so. Ich akzeptiere das – eine der schwersten Lektionen meiner Genesung. Ich sitze auch nicht in einem Strandcafé, während ich schreibe. (Wer es geschafft hat, so zu leben, dem sei es gegönnt. Herzlichen Glückwunsch – du hast dir das toll erarbeitet.) Wenn ich aus dem Fenster meiner Hamburger Wohnung schaue, sehe ich das übliche Einheitsgrau, aber das ist okay, denn ich lerne auch, dass Glück und Zufriedenheit kein geografischer Ort sind, sondern eine Einstellung tief in unserem Inneren. In den letzten zwei Jahren seit meinem Schlaganfall habe ich den Luxus gehabt, mir sehr viele Gedanken machen zu können. Das ist sicher auch ein Grund, warum ich immer mal wieder kleine Umwege in meinen Texten gehe und einige scheinbar nicht relevante Gedanken anspreche und erkläre. Ich deklariere diese als Exkurs und stelle sie in einem Kasten heraus. Auch wird es immer wieder sehr konkrete Tipps für Schlaganfallpatienten (beachte: nicht -opfer!) geben, die ich als #strokehacks bezeichne und kursiv hervorhebe. Diese Tipps sind extra für Schlaganfallpatienten mit Lähmungen. Meine linke Körperhälfte ist komplett weg gewesen. Im Laufe meiner Reha habe ich natürlich bei anderen Menschen auch andere Folgen wie Sprachverlust oder kognitive Störungen kennengelernt. Dazu kann ich aber nichts beitragen, weil ich selbst diese Einschränkung nicht kenne und ich mir nicht anmaße, zu wissen, wie es sich mit diesen Einschränkungen konkret lebt.

Als ich mich viel mit mir selbst und dem Leben beschäftigt habe, bin ich zwangsläufig immer wieder über »Lebensweisheiten« gestolpert, die für dich inspirierend sein können – vielleicht findest du sie aber auch total bescheuert. So oder so: Ich nenne sie fortan #stroketruth und hebe sie fett hervor. Dadurch kannst du sie schnell erkennen und ignorieren oder dich darauf freuen und Ausschau danach halten.

Was solltest du noch wissen, um für dich Sinnvolles aus meiner Geschichte ziehen zu können? Eine der am meisten frustrierenden Antworten auf meine Fragen nach den Genesungsprognosen war: »Das kann man nicht sagen, weil jeder Mensch so individuell ist.« Dass mir niemand eine Garantie für etwas geben kann, ist mir auch klar, und dass Therapeuten und Ärzte ihren Kopf für falsche Versprechungen nicht hinhalten wollen, ist ebenfalls logisch. Dennoch habe ich Erfahrungswerte, die ich teilen möchte. Mit diesen können sich Betroffene oder ihre Angehörigen eine eigene Meinung bilden und so vielleicht Motivation finden und sich eigene Ziele und Prognosen erarbeiten. Ich befürchte, dass die meisten Ärzte und Therapeuten in der Schlaganfall-Reha schlichtweg zu unwissend sind und ihre Patienten eben nicht individuell genug behandeln. Zudem geht die Empathie doch nicht weit genug, um sich das nötige Wissen individuell zugeschnitten zu erarbeiten. Natürlich tue ich jetzt vielen Therapeuten unrecht. Ich bin halt nicht perfekt. Aber ich hatte in der Tat das Glück, mit einigen sehr engagierten und kompetenten Therapeuten und Ärzten zusammen an meiner Genesung zu arbeiten, ohne die ich niemals von meiner Anfangsprognose »Rollstuhl wird wohl noch gehen« weggekommen wäre. Ihnen verdanke ich, dass ich wieder Tage habe, an denen sich das Leben mit bestehenden Einschränkungen fast normal, sicher und schön anfühlt. Natürlich kann auch ich keine belastbaren Prognosen, nicht einmal für mich selbst, machen, und schon gar keine medizinischen Ratschläge geben, aber ich kann sehr wohl meine Erfahrungen teilen. Ich hoffe, dass sie dir an der einen oder anderen Stelle über eine kleine Hürde hinweghelfen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger will ich mit diesen Texten versuchen.

Vielleicht noch eine Kleinigkeit, bevor es losgeht: Jetzt, 2022, bin ich 46 Jahre alt. Mit 43 hat sich mein Leben in einer Nacht komplett verändert. Vor allem zu Beginn meiner Genesung habe ich kaum Informationen zu Schlaganfällen in »jungen« Jahren finden können. Mein Buch ist deshalb extra für Schlaganfallpatienten geschrieben, die früher als durchschnittlich dieses Trauma erleben.

Wenn man überhaupt weiß, was ein Schlaganfall ist, welche Anzeichen für einen Schlaganfall sprechen und was zu tun ist, geht man davon aus, dass man damit erst ab 70+ rechnen muss. Das ist ein fatales Missverständnis. Es kann Menschen jeden Alters treffen. Mit oder ohne Risikofaktoren. Leider wird viel zu selten über diese Tatsachen gesprochen, und es findet zu wenig bis keine Aufklärung in der Öffentlichkeit statt. Zugegebenermaßen muss die Öffentlichkeit natürlich aufnahmewillig sein. Ich für meinen Teil hätte noch mit 42 nicht zugehört, wenn mich jemand über Schlaganfälle hätte aufklären wollen. Dabei hätte es mir viel Leid erspart, wenn ich nur verstanden hätte, was mit mir passiert ist. Das möchte ich mit diesem Buch ändern. Es soll sensibilisieren, Ängste nehmen, Motivation geben und Verständnis schaffen, wenn die Prävention nicht funktioniert hat.

Also, los gehts mit der ersten #stroketruth:

Finde deinen eigenen Weg, aber lass dich von anderen inspirieren und stützen. Du musst den Weg nicht allein gehen!

Meine Geschichte und wer ich bin

Ja, wer bin ich? Und was will ich? Diese Fragen habe ich mir in den letzten Jahren häufig gestellt, häufig stellen können. Vor meinem Schlaganfall habe ich mich das bewusst nicht gefragt, und schon gar nicht versucht, eine Antwort zu finden. Doch sind es zwei der entschiedensten Fragen, die sich jeder – mit oder ohne Schlaganfall – stellen sollte.

In diesem Kapitel beantworte ich die Frage: »Wer bin ich?« gleichzeitig für mich, aber auch als Hintergrund für dich. Natürlich ist unsere Historie nicht identisch. Ich bin nicht besser als du und auch nicht schlechter. Ich bin einfach anders.

Achtung #exkurs. Anders! Natürlich bin ich mit einer Einschränkung anders als andere Menschen. Das erlebe ich jeden Tag, und außer mir erleben viele Menschen aufgrund welcher Merkmale auch immer, dass sie anders sind. Und das bekommen sie auch immer wieder gezeigt. Dabei ist es egal, ob du aufgrund des Geschlechts, der Hautfarbe, der Herkunft, der Religion, einer Behinderung oder deines Aussehens