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Lou ist sechs Jahre alt, hat mittelbraune Haare und freut sich sehr auf die bevorstehende Einschulung. Was das aufgeregteste Kind von Allen in den ersten Schulwochen erlebt, wer zur vierköpfigen Dreierbande gehört und ob die ersten Ferien ein Abenteuer sind, erfahrt ihr im Buch. Neben den Geschichten für Vorschulkinder und frisch eingeschulte Jungs und Mädchen bietet das Buch weiterführende Anregungen. Nutzen Sie die Tipps, um mit Ihrem Kind ins Gespräch zu kommen und neue Rituale zu initiieren. Von Testlesern und -hörern mit folgenden Worten empfohlen: Genau das richtige Buch, um mein Kind auf den neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Wir hatten so viel Spass mit den weiterführenden Ideen, hoffentlich gibt es bald mehr von Lou. Meine Tochter rätselt immer noch, ob Lou ein Junge, oder ein Mädchen ist.
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Seitenzahl: 59
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Liebe kleinen und großen LeserInnen,
vor ein paar Jahren habe ich für meine Tochter die Figur „Lilli Lustig“ erfunden und daraus ein Buch mit Geschichten rund um die aufregende Vorschulzeit und den Beginn des neuen Lebensabschnitts gemacht.
Dieses Buch habe ich in Kindergärten und Schulen mit wundervoller Resonanz vorgelesen. Im Laufe der Zeit habe ich aus den Gesprächen mit meinen kleinen Zuhörern einiges gelernt. Das Wichtigste war die Erkenntnis, dass die meisten Kinder sehr genau wissen, was sie glücklich macht.
Wenn ein Kind heutzutage seinen Interessen nachgeht, kann es das unabhängig davon tun, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Theoretisch. Denn im Alltag fällt der pink gekleidete Junge und das fußballspielende Mädchen immer noch auf.
Ausgerechnet die Kinder, die ein intensives Gefühl für ihre individuellen Bedürfnisse haben, müssen sich in ihrem täglichen Umfeld verteidigen.
In dieses Buch habe ich meine Beobachtungen aus drei intensiven Vorlesejahren eingebracht. Entstanden sind 13 Kapitel, die sich nicht nur zum Vorlesen vor dem Einschlafen eignen.
Auch der Titel hat sich bewusst verändert, „Lou“ ist eine Kurzform, die für „Louis“ oder für „Louise“ stehen kann. Das soll jeder Leser selbst entscheiden. Für die Gedanken, die Lou in den Monaten vor der Einschulungen und in den ersten Schulmonaten bis zu den Herbstferien hat, ist das egal.
Die weiterführenden Tipps am Ende des Buches laden zum Diskutieren ein.
Ich wünsche Euch viel Spass bei intensiven, gemeinsamen Familienstunden.
Nicole Steffens
Vorwort
Im grünen Kostüm mit Stollenschuhen zum Supermarkt?
Zum Geld verdienen in die Schule?
Lou übt „schlau sein“
Lou und das zottelige Kuscheltier
Die neue Klasse ist klasse!
Der erste „echte“ Schultag
Jeden Tage einen neuen Namen?
Der beste Unterricht findet in den Pausen statt
Unterricht ist die Zeit zwischen den Pausen
Die vierköpfige Dreierbande
Die Entdecker-Könige
Ärger im Tierpark
Wie aus Langeweile ein eigener Zoo entsteht
Dieses Buch bietet mehr
Tipps für mehr Bücher im Alltag
Ein paar nicht repräsentative Gedanken von Grundschülern*:
„NEIN“, schallt es aus dem Kinderzimmer im oberen Stock, „ich kann auf gar keinen Fall ohne mein grünes Kostüm und die neuen Sportschuhe mit Multinocken in Orange mit Euch zum Einkaufen kommen!
Wenn ich das Drachenkostüm nicht anziehen darf, nur weil es draußen schneit, dann bleibe ich hier. Und ihr seid doof.“ „AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAlle!“
„Und ich gebe euch nie wieder einen Kuss und Teddy bleibt auch hier.“
„Teddy und ich wollen auch nie mehr mit euch reden!
Niiiie mehr!“
Mit verschränkten Armen sitzt Lou wütend auf dem weiß-gelb gestreiften Bett mit grün-weiß gepunktetem Himmel. Schon seit mindestens einer Minute gibt es nichts mehr zu sagen – oder zu schreien.
DIESE ELTERN müssen doch nun endlich, endlich verstehen, dass man heute nur im grünen Drachenkostüm zum Supermarkt fahren kann! Ist es wirklich so schwer zu kapieren, dass es für Sechsjährige weltwichtig ist, mit einem grünen Plüschtraum und den neuesten Fußballschuhen im Einkaufswagen zu sitzen und „Da vorn sind die Gummibärchen“ sowie „STOP, da gibt es Schoko-Cornflakes“ zu rufen?
Unvorstellbar, dass so was in einer Labberjeans und einem grauen Fleecepulli auch schön sein soll.
Mama behauptet, es sei draußen viel zu kalt. „Es sind gerade mal sechs Grad“, hat sie gerufen. „Als ob es von der Gradzahl abhängt, ob mir kalt oder warm ist“, denkt Lou. Grübelnd klettert der Traum aller zeitlich scharf kalkulierenden Eltern vom Bett auf den Boden und läuft dreimal quer durchs Zimmer. Dann kommt in diesem kleinen, strubbeligen Kopf der Gedanke auf, welche Süßigkeiten, Joghurts mit Knusperstückchen und Trinkpäckchen man verpasst, wenn man wirklich zu Hause bleibt.
„Na gut“, tönt es daher kurz darauf trotzig die Holztreppe hinunter, „ich komme mit! Aber nur, wenn ich heute Abend beim Sandmann mein Kostüm anziehen darf und wenn ihr mich in meinem Zimmer abholt und wenn ich als Erster im Auto sitzen darf.“
Papa kommt grinsend aus der Küche zum unteren Ende der Treppe. Lou geht ihm zögerlich entgegen. Als beide voreinander stehen, müssen sie gleichzeitig lachen. Papa nimmt Lou in den Arm. Lou umarmt ihn ebenfalls extra fest.
Beide nicken, bevor Papa die Situation noch mal ganz genau erklärt. Es ist zwar längst klar, dass niemand so trotzig sein soll, dass man im Winter kein Faschingskostüm ohne Arme tragen kann, dass Fußballschuhe für den Sportplatz gemacht sind, aber Papa findet es irgendwie wichtig, alles noch mal ganz genau durchzusprechen.
Dann geht’s endlich los. Lou zieht Jacke und Schuhe an, rennt zum Auto, verschwindet blitzschnell darin und ist mindestens 30 Sekunden vor den Eltern angeschnallt. (Jedenfalls, wenn man von null bis dreißig durchzählt ohne Luft zu holen und dabei ein paar Zahlen nur halb ausspricht.)
Perfekt.
Lou ist glücklich und redet als Ausgleich für die schlechte Laune von vorhin auf der gesamten Autofahrt ohne Unterbrechung.
„ENDLICH DA!“, sagen Mama und Papa etwas zu prompt und gleichzeitig, als sie den Parkplatz des Supermarkts erreichen. Fix sitzt Lou im Einkaufswagen. Natürlich nicht im Sitz, wie die Babys – sondern direkt im Wagen. Genau dort, wo eigentlich die Einkäufe verstaut werden. Kaum geht die Schiebetür des Marktes auf, fordert das stolz strahlende Kind: „Ich möchte die gleichen Kaugummis wie letztes Mal.“
Statt des erhofften „Ja, gern. Was möchtest Du Dir denn sonst noch aussuchen?“ antwortet Mama: „Okay, wenn Du jetzt Kaugummis möchtest, gibt es aber gleich keine Gummibärchen.“
„Na toll, wie soll ich mich denn da entscheiden?“, denkt Lou.
„Gummibärchen“, fällt die Entscheidung nach fußballplatzlangem, prinzessinnengenauem Überlegen.
Zum Aussuchen der besten Sorte wird prompt der mittlerweile recht harte, ungemütliche Einkaufswagen verlassen. Wegen der ganzen Sachen, die Mama und Papa in Windeseile aus allen Ecken des Ladens anschleppen, passt nun auch das allerkleinste Vorschulkind nicht mehr hinein.
„Na gut, dann schiebe ICH eben den Wagen mit meinem sauren Gummibärchen und eurem Kram. Allein!“, knurrt es links neben Mama, „und bezahlen will ich auch.“
Keiner sagt etwas.
Als Lou wenig später mit Mamas Portemonnaie an der Kasse zahlen will, sagt diese zur Kassiererin: „Ich zahle mit Karte!“
„Cool“, sagt Lou lachend und erhält nach kurzem Seufzen von Mama und einem genervten Blick der Verkäuferin die EC-Karte. Nach nur drei Versuchen ist die gelbe Plastikkarte in den komischen Taschenrechner geschoben. Pah!
Und dann die Enttäuschung! Mama weigert sich die Geheimzahl laut zu sagen, damit Lou sie eintippen kann!
So was Doofes! Telefonnummern soll Lou dauernd laut wiederholen und hier macht Mama nun ein großes Geheimnis aus der Zahl.
„Du hast die Drei getippt und die Fünf“, ruft Lou schließlich triumphierend. Strahlend blickt sich das cleverste Kind der Welt um und entdeckt prompt den Kindergartenfreund David.
Er ist auch mit seiner Mutter da! Lou rennt direkt zu ihm. Erzählt ihm von den Kaugummis, den Gummibärchen, der Geheimzahl, die Kinder angeblich nicht eingeben dürfen und kommt schließlich mit David zurück. Am Parkplatz verabschieden sie sich und verabreden sich zum Spielen in der Theaterecke am nächsten Morgen im Kindergarten.
Lou steigt aufgeregt in den roten Kindersitz.
Als alle wieder zu Hause ankommen, ist es schon Zeit für das Abendessen.
