Loua - Anny Moon - E-Book

Loua E-Book

Anny Moon

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Beschreibung

Louas Welt ist grau. Sie lebt mit ihrer Mutter in einem kleinen Haus. Merkwürdigerweise steht ein Tor in ihrem Garten - ohne einen Zaun ringsherum. Seit jeher ist durch das Tor niemand hindurchgegangen. Jedes Jahr zu ihrem Geburtstag findet Loua ihre Geschenke mitsamt einem riesigen Geburtstagskuchen vor dem Tor. Mama sagt dann, bevor Loua die Kerzen auspustet, das Tor werde sich öffnen, wenn sie ihr Ziel erreicht habe. Loua kennt das Ziel nicht, aber in diesem Jahr will sie es herausfinden.

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EPUB

Seitenzahl: 21

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Loua lebte mit ihrer Mutter in einem kleinen Haus in einer Landschaft, die, soweit das Auge reichte, grau war. Inmitten ihres riesigen Gartens stand ein Tor. Einen Zaun ringsherum gab es nicht. Seit jeher war niemand hindurchgegangen. Auch Loua hatte gelernt, mal links, mal rechts herum zu gehen, aber niemals hindurch. Warum das so war, wusste sie nicht. So war es halt schon immer. Jedes Jahr zu ihrem Geburtstag fand Loua ihre Geschenke mitsamt einem riesigen Geburtstagskuchen vor dem Tor. Mama sagte dann, bevor Loua die Kerzen auspustete: „Das Tor wird sich öffnen, wenn du dein Ziel erreicht hast.“ Loua kannte das Ziel nicht, aber in diesem Jahr wollte sie es herausfinden.

NOCH bevor der Tag wirklich angebrochen war, weckte Loua eilig ihre Mutter. Sie wollte unbedingt vor Tagesanbruch die Kerzen auf dem Kuchen auspusten und sich etwas wünschen. Geburtstage sind ausgewählte Tage im Jahr, um sich etwas zu wünschen. Dafür waren die Kerzen auf dem Kuchen bestimmt. Heute feierte Loua ihren Geburtstag, und sie pustete und wünschte mit aller Kraft.

Natürlich still, weil es ja heißt, sonst werde der Wunsch nicht in Erfüllung gehen. Weiter heißt es auch, nur einen Wunsch habe man frei. Aber was wäre, wenn sie nun zwei Wünsche in der Zeit wünschen würde, die sie eigentlich bräuchte, um einen zu wünschen? Könnte sie die Zeit austricksen? Und wie groß war die Wahrscheinlichkeit, dass beide Wünsche in Erfüllung gehen würden? Einen Versuch war es wert.

Aber eine Sache blieb doch fraglich. Wenn die Wünsche nicht ausgesprochen werden durften, um in Erfüllung zu gehen, wer entschied dann darüber, ob sie in Erfüllung gehen würden? Loua wollte es in Erfahrung bringen.

Loua und ihre Mutter hatten beschlossen, nach der Bescherung noch ein wenig zu schlafen. Immerhin hatte der Tag ja noch gar nicht wirklich begonnen.

Loua erwachte aus einem Albtraum und das ausgerechnet an ihrem Geburtstag. Es war ein einziges Tohuwabohu gewesen. Loua kannte keinen Namen dafür, aber grau wie die Landschaft, in der sie lebte, war es nicht. Ihre Mutter sagte: „Warte auf das erste Licht des Tages, Loua. Die Traumspinne wird den Traum verwahren und in einem neuen Licht erscheinen lassen.“

Loua wusste von der Kraft des Traumfängers, den Schlaf der Kinder zu hüten und die mulmig dunklen Träume einzufangen. Sie hörte nur mit halbem Ohr zu und schaute aus dem Fenster. Sie traute ihren Augen kaum. Sie rief aus: „Nein, Mama, sieh doch! Sie steht vor dem Tor!“