Märchen vom Zaren Saltan - Alexander Puschkin - E-Book

Märchen vom Zaren Saltan E-Book

Alexander Puschkin

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Beschreibung

Das Märchen vom Zaren Saltan in Versform des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin.

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Seitenzahl: 27

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LUNATA

Märchen vom Zaren Saltan

von seinem Sohn, dem berühmten, mächtigen Recken Fürst Gwidon Saltanowitsch, und von der wunderschönen Schwanenprinzessin

Alexander Puschkin

Märchen vom Zaren Saltan

von seinem Sohn, dem berühmten, mächtigen Recken Fürst Gwidon Saltanowitsch, und von der wunderschönen Schwanenprinzessin

© 1826 Alexander Puschkin

Originaltitel Skazka o carě Saltaně

Aus dem Russischen von Friedrich von Bodenstedt

© Lunata Berlin 2021

ISBN: 9783752683271 

Herstellung und Verlag: BoD - Books on Demand, Norderstedt

Inhalt

Märchen vom Zaren Saltan

Über den Autor

Märchen vom Zaren Saltan

Saßen spät drei junge Mädchen,

schnurrend ging ihr Spinnerädchen,

redet eine von den drein:

»Ach, könnt ich doch Zarin sein!

Für die ganze weite Welt

hätt ich selbst ein Fest bestellt!«

Sprach die zweite von den drein:

»Schwester, könnt ich Zarin sein,

aller Welt mit eigner Hand

webt ich feine Leinewand!«

Sprach die Jüngste von den drein:

»Kam ein Zar, um mich zu frein,

schenkt ich ihm auf seinen Thron

einen rechten Heldensohn!«

Kaum der Wunsch gesprochen ward,

als die Türe leise knarrt:

Zu den Mädchen, zu den drein,

tritt der Zar des Landes ein.

Draußen stand er bei dem Reden,

hört' die Wünsche einer jeden,

was die Jüngste grad gesagt,

hat am meisten ihm behagt.

Sagt der Zar: »Gruß dir, der Schönen,

dich will ich zur Zarin nehmen.

Und bis zum September schon

schenk mir einen Heldensohn!

Aber ihr, ihr beiden andern,

macht euch auf, mit uns zu wandern,

bei der Schwester sollt ihr bleiben,

was ihr wünscht, das sollt ihr treiben:

Eine soll als Köchin leben

und die andre Leinwand weben.«

Die drei Mädchen, wie sie waren,

folgten zum Palast dem Zaren.

Gleich am Abend ward die Braut

ihm als Zarin angetraut.

Zar Saltan im Kreis der Gäste

mit der Zarin saß beim Feste;

drauf die Ehrengäste schreiten

und das Hochzeitsbett bereiten,

fein geschnitzt aus Elfenbein;

und man ließ das Paar allein.

Weberin und Köchin einen

sich, ihr Schicksal zu beweinen;

und es einen sich die beiden,

ihre Herrin zu beneiden;

doch das junge Zarenpaar

machte sein Versprechen wahr:

Eh die Hochzeitsnacht vergangen,

war der Heldensohn empfangen.

Zu derselben Zeit gab's Krieg.

Zar Saltan sein Roß bestieg,

bat die Zarin, sich zu wahren

ihm zuliebe vor Gefahren. –

Und indes er ferne weilt,

stark von Kampf zu Kampfe eilt

mit den rauen Kriegsgenossen,

ist die Kindesfrist verflossen,

und Gott schenkt ihm einen Sohn,

ellenlang geboren schon.

Ihren Sprößling pflegt die Zarin,

wie ihr Junges pflegt die Aarin;

einen Boten, einen raschen,

schickt sie, froh zu überraschen

ihren Zaren. Doch die beiden

Schwestern, die ihr Glück beneiden,

mit der Base Babariche

sinnen sie auf arge Schliche,

fangen ab den ersten Boten,

den die Zarin selbst entboten,

senden einen andern fort

mit der Botschaft Wort für Wort:

»Deine Zarin hat geboren,

doch Gott weiß, was dir erkoren,

's ist kein Sproß für deinen Thron,

keine Tochter und kein Sohn –

's ist nicht Frosch und ist nicht Maus:

sieht fast wie ein Untier aus.«

Wie die Botschaft ihm gekommen

und der Zar den Sinn vernommen,

ward er zornig, und es drohten

seine Worte Tod dem Boten.

Doch das Töten unterblieb,

und der Zar zur Antwort schrieb:

»Schweigt jetzt still von der Geschichte,

bis ich selber seh und richte.«

Mit der Schrift, auf schnellem Roß,

kehrt der Bote heim zum Schloß.