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Toni bekommt einen Hund. Zusammen erleben sie viele Abenteuer, dabei muss Toni Verantwortung übernehmen und ihrem Freund viel Zeit und Zuwendung schenken. Dies auch dann noch, als in späteren Jahren für das heranwachsende Mädchen andere Interessensgebiete hinzukommen, der nun ältere Hund aber auch nicht gerne auf seine Gefährtin verzichten möchte. Toni lernt von dem Tier für ihr ganzes späteres Leben. Wie Toni - inzwischen schon fast eine junge Frau - es schafft, voller Wärme und Dankbarkeit zurückzuschauen, als ihr Freund nach vielen gemeinsamen Jahren diese Erde und damit auch sie verlassen muss.
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Seitenzahl: 54
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Für Antonia, meine Enkelin
Wer je so einen Freund besessen,
dessen Leben ist so reich,
die sanften Augen wird man nie vergessen,
ihre Treue keinem gleicht,
die Liebe, Freude, Mut uns geben,
in ihrem viel zu kurzem Leben.
Sie wachen über uns auf Erden,
bis sie einst wieder Sternlein
werden.
(Verfasser unbekannt)
Die Ankunft
Unsere Abenteuer
Marianne
Hund über Bord
Carlos
Lara
Der Einbrecher
Max und Minnie
Der alte Max
Nachwort
Der Tag, an dem ich Max das erste Mal sah, war mein 6. Geburtstag. Ich war ein kleines, dünnes und sehr einsames Mädchen mit Namen Toni. Weil meine Eltern den ganzen Tag arbeiten mussten, hatte ich immer einen großen Schlüssel an einem Band um den Hals, damit ich nach der Schule in unser verlassenes Haus hineinkonnte. Wenn ich Hunger hatte, so musste ich mir am Nachmittag selber etwas zu essen machen, denn meine Eltern kamen immer erst sehr spät am Abend nach Hause.
Ich hatte auch leider keine Freunde, denn wir wohnten noch nicht sehr lange in diesem Ort und die Jungen in der neuen Schule rannten immer hinter mir her und zogen an meinen langen Zöpfen. Doch an diesem Geburtstag besuchte uns meine Tante Dodo, sie war eine berühmte Sängerin und immer auf Reisen, sie trug große goldene Ohrringe, einen lilafarbenen Mantel mit dazu passendem Hut. Irgendwie sah sie aus wie eine Königin auf Staatsbesuch, leider benahm sie sich auch immer so, wenn sie bei uns vorbeirauschte. Interessanterweise hatte sie dieses Mal einen kleinen schwarzen Wuschel auf dem Arm. Er sah zu der Zeit aus wie ein Pudel und es gefiel meiner Tante sehr, ihn hin und her zu tragen und meinte wohl, das wäre sehr kleidsam. Sie hatte den Hund gerade am Bahnhof einer armen Bauersfrau abgekauft.
Nun aber musste Tante Dodo für Fotoaufnahmen nach Paris und der Wuschelhund, der noch keinen Namen hatte, sollte solange in Pflege bei uns bleiben. Das war mir aber sehr recht. Da war ich auch gar nicht mehr traurig, dass Tante Dodo bei all ihren Terminen mal wieder meinen Geburtstag vergessen hatte. Dieser kleine Hund war mir lieber als alle Geschenke dieser Welt.
Unser erster gemeinsamer Weg führte direkt in die Küche, ich war sehr froh, denn in Zukunft - so hoffte ich - würde ich nie mehr alleine essen müssen. Ich füllte eine Schüssel mit Wasser, gab sie dem Baby-Hund und ließ einige Tropfen Wasser auf seinen Wuschelkopf fallen. Ich taufte ihn in einer feierlichen Zeremonie auf den Namen Max. Ihm gefiel das offensichtlich, er schüttelte sich ein wenig, hatte aber keine Einwände gegen seinen Namen.
Danach hatten wir beide von der ganzen Anstrengung fürchterlichen Hunger und mopsten uns ein großes Stück Torte aus dem Kühlschrank. Ich wusste damals noch nicht wirklich, was Hunde eigentlich fressen.
Es war jetzt erst mal wichtig, Tante Dodo loszuwerden, sie wollte sich nämlich in sehr übertriebener Weise von ihrem Liebling verabschieden. Max und ich wollten aber etwas Anderes, wir wollten
toben, spielen, Spaß haben!
„Mama, darf ich mit Max nach draußen gehen?“ „Max, wieso Max?“ flötete Tante Dodo, „der Hund soll doch Mon Cherie heißen.“ Genau in diesem Moment setzte sich Max hin und ein Bächlein rann unter ihm hervor, den Flur entlang.
„Gut“, rief Mama entnervt, „lauf schnell mit ihm raus, aber nur bis auf die Wiese vor dem Haus, damit ich Euch im Auge behalten kann. Der Hund ist auch noch zu klein, um viel weiter zu laufen.“
Ich nahm Max auf den Arm - er war für mich damals schon ziemlich schwer - trug ihn die drei Stufen hinab und setzte ihn auf der Wiese vor unserem Haus ab. Ich fing an, im Kreis zu laufen und Max immer hinter mir her, bis wir beide nicht mehr konnten und uns in das Gras plumpsen ließen. Was für ein herrlicher Tag, die Welt gehörte uns. Max schnüffelte und hüpfte herum, kam aber immer wieder zu mir gehoppelt, alleine spielen bringt ja keinen Spaß!
Max, der Wuschelwelpe
Als wir schließlich müde nach Hause kamen, war Tante Dodo schon abgereist. Dies war eine ziemlich gute Nachricht für uns beide. Meine Mama meinte, wir müssten jetzt erst einmal unbedingt Hundesachen einkaufen, da waren wir zwei natürlich sehr gespannt drauf. Wir setzten Max in eine Tasche und fuhren zum Supermarkt. Dort kauften wir ein blaues Halsband, eine blaue Leine, ein Körbchen mit blauer Schmusedecke zum Schlafen, zwei Hundenäpfe, eine weiche Bürste, einen roten Ball und natürlich Welpen-Futter in Dosen. Donnerblitz, was für ein Glück, dass Tante Dodo dafür genug Geld dagelassen hatte. Das Halsband passte perfekt und wir befestigten daran die Leine, nur das gefiel Max gar nicht. Er wollte nicht angebunden werden und angepasst an unsere Schritte laufen müssen, er bockte wie ein ausgewachsener Ziegenbock. Mama meinte, er würde sich mit der Zeit schon daran gewöhnen und band ihn erst mal wieder los, sprach ganz ruhig mit ihm und schon trottete Max zufrieden hinter uns her.
Ich war ganz sicher, dass ich von nun an auch nicht mehr alleine schlafen müsste. Es war doch schon die ganze Zeit ungerecht gewesen, schließlich schliefen Mama und Papa auch nicht in getrennten Zimmern. Mein Papa stellte das Körbchen dann auch ganz nahe an mein Bett, ermahnte mich aber, dass Max auf keinen Fall in mein Bett dürfte, sonst müsse er in Zukunft in der Küche schlafen. Als Papa weg war, lugte Max unter seiner Decke hervor, sah mich erwartungsvoll an und gab einen Ton von sich, der irgendwann einmal ein „Wuff“ werden könnte. Wir wollten ja beide ganz brav sein! Also, wenn Max nicht zu mir in das Bett durfte, konnte ich doch aber in seinem Körbchen schlafen, oder?
Von diesem Zeitpunkt an hatte ich eine Menge Freunde und ich war auch gar nicht mehr schüchtern oder langweilig, ich konnte Geschichten erzählen von Max und mir, und alle meine Klassenkameraden wollten Max kennen lernen und ihn streicheln.
Im Ort waren wir bald sehr beliebt und wenn wir morgens zusammen zum Bäcker gingen, bekam Max immer ein Brötchen von Frau Brezel geschenkt, dies trug er ganz stolz und mit wedelndem Schwanz bis nach Hause und vergrub es im Garten für schlechte Zeiten. Irgendwann, meistens nachdem es geregnet hatte, grub er diese total zermantschten Sandklumpen-Brötchen wieder aus und fraß sie mit Wonne. Manchmal hatten aber auch Mama und Papa die Brötchen schon vorher bei der Gartenarbeit entdeckt und ganz unauffällig entsorgt. Dann grub Max auf der Suche nach ihnen voller Elan den halben Garten um, was insbesondere Papa gar nicht lustig fand.
