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Albert Einstein zeigt sich in Mein Weltbild nicht als der unnahbare Physiker, sondern als Mensch, Denker und Zeitzeuge. In kurzen Essays, Briefen und Reflexionen formuliert er seine Überzeugungen zu Krieg und Frieden, zu Religion, Moral, Gesellschaft, Bildung und Verantwortung. Besonders eindringlich ist sein Pazifismus: Einstein argumentiert gegen Nationalismus, gegen die Verherrlichung des Militärs und gegen die Idee, dass Gewalt jemals eine "notwendige" Lösung sein könne. Die Texte entstanden in einer Zeit, in der Europa bereits wieder auf eine Katastrophe zusteuerte. 1934 — als diese Sammlung erstmals erschien — liegt der Zweite Weltkrieg noch vor der Welt, doch die Zeichen sind unübersehbar. Gerade deshalb liest sich Mein Weltbild heute wie ein Dokument der Spannung: zwischen Hoffnung und Angst, zwischen Vernunft und politischer Realität. Wer Einsteins Gedanken aus heutiger Perspektive liest, kann sich einer Frage kaum entziehen: Wie würde Einstein selbst, mit dem Wissen um den Holocaust, den Zweiten Weltkrieg, den Kalten Krieg und die vielen Konflikte der letzten hundert Jahre, auf seine damaligen Ideale blicken? Würde er sie bestätigen, korrigieren — oder trotz allem an ihnen festhalten? "Mein Weltbild" ist keine systematische Philosophie, sondern eine Sammlung von Momentaufnahmen: Klar, zugänglich, oft überraschend persönlich. Ein Buch, das zeigt, wie sehr Einstein nicht nur die Physik, sondern auch das moralische Denken des 20. Jahrhunderts geprägt hat — und wie aktuell seine Fragen geblieben sind.
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