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Minny ist ein kleines Ziegenmädchen, das auf einem Bauernhof aufwächst. Bald schon begegnet sie anderen Tieren. Sie lernt von und mit ihnen und findet neue Freunde. Welche Abenteuer sie mit Molly, dem schwarzen Schaf, Joy, dem Schmetterling, der Eule Ella und Bert, dem Pferd, erlebt und wie Minny durch Freundlichkeit, Neugierde und Mut belohnt wird, davon erzählen diese Geschichten.
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Seitenzahl: 52
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Minny
Abenteuer einer kleinen Ziege
Band 1
Rita Mintgen
illustriert von Susanne Verlinden
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Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.
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© 2021 – Papierfresserchens MTM-Verlag GbR
Mühlstr. 10, 88085 Langenargen
Alle Rechte vorbehalten. Taschenbuchauflage erschienen 2021.
Lektorat und Herstellung: cat-creativ.at
ISBN: 978-3-96074-466-5 – Taschenbuch
ISBN: 978-3-96074-467-2 – E-Book
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Zwei ungleiche Freunde
Begegnungen
Der kleine Honigräuber
Die Autorin
Unser Buchtipp
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Minny war ein kleines Ziegenmädchen und gerade einmal wenige Wochen alt. Minny wurde es genannt, weil es bei seiner Geburt winzig klein und ganz leicht war, sodass es von einem Windhauch ganz schnell hätte weggeweht werden können. Aber bisher hatte es den Wind noch nie gehört und auch noch nicht gespürt. Denn es hatte bisher immer alleine in einem Stall auf Stroh gelegen.
Bauer Hugo kam immer wieder am Tag vorbei und schaute nach ihr. Er brachte ihr dann leckere Milch in einer Flasche mit. Der Bauer kam dann ganz leise in ihren Stall, kniete sich ins Stroh und streichelte Minny, bevor er sie mit der Flasche fütterte. Das kleine Ziegenmädchen freute sich immer, wenn Bauer Hugo kam, denn es war schön, gestreichelt zu werden. Minny war dann ganz glücklich – sprang freudig umher und meckerte vergnügt. Und dann durfte sie wieder diese leckere warme, weiße Milch trinken. Aber danach war sie wieder ganz alleine. Und dann war Minny traurig. Sie hörte zwar viele verschiedene Geräusche von anderen Menschen und Tieren, aber gesehen und gesprochen hatte sie bisher nur mit Bauer Hugo. Denn die Wände des Stalls waren viel zu hoch, um etwas sehen zu können.
Heute war wieder einmal so ein Tag. Minny wartete auf den besonderen Moment, wenn Bauer Hugo zu ihr kam. Aber bisher lag sie nur gelangweilt im Stroh und ab und an kamen ihr auch ein paar Tränen – denn sie war soooo einsam.
Da?! Was war das? Ein lautes Klappern – aber das war anders als an den anderen Tagen, wenn Bauer Hugo kam. Klapper, klapppper, da kamen schnelle Schritte immer näher. Irgendwer war an ihrer Stalltür und der Riegel wurde zurückgeschoben. Minny bekam Angst und versteckte sich in der hintersten Ecke des Stalls. Sie duckte ihr Köpfchen tief ins Stroh. Vorsichtig blinzelte sie und sah ein Mädchen mitten im Stall stehen.
Das Mädchen streckte seine Hand aus und sagte: „Hallo, Minny, ich bin Mina und heute ist ein ganz besonderer Tag für dich. Komm mit mir!“ Minny blieb ganz still, sie bewegte sich nicht und hielt den Atem an. Was wollte das Mädchen von ihr? Bauer Hugo sollte kommen. Sie hatte doch solchen Durst.
Mina kam näher – ganz nah! Sie streckte ihre Hand aus und hielt diese ganz dicht vor Minnys Gesicht. Vorsichtig schnupperte Minny an der Hand und sie erkannte: Mina roch ein bisschen wie Bauer Hugo! Jetzt streichelte Mina vorsichtig über Minnys Köpfchen, wieder und immer wieder – das war schön. Ganz langsam richtete sich Minny auf und kuschelte sich an Minas Beine. Konnte sie ihr vertrauen? Aber was passierte nun? Mina packte Minny unter den Bauch, hob sie hoch und ging mit ihr aus dem Stall. Minny strampelte ganz wild mit ihren kleinen Beinchen. Was wollte das Mädchen von ihr? „Nein!“, meckerte Minny und versuchte Mina zu beißen, damit diese sie endlich losließ.
„Au!“, schrie Mina und ließ Minny fallen. „Du Dummerchen, warum beißt du mich?“
Schnell hatte sich Minny in eine Stallecke verkrochen. Doch Mina hatte sie schon entdeckt, sie kam und packte kräftig zu. Alles Strampeln half der kleinen Ziege nicht. Minny hatte keine Chance. Mina war stärker!
Plötzlich wurde es ganz hell! Minny hörte auf zu zappeln und zu meckern, denn sie wurde ganz neugierig. Sie schnupperte und blinzelte in die Sonne.
Hier sah alles ganz anders aus, hell und freundlich.
Noch ein paar Schritte und Mina setzte Minny auf etwas Grünem, Weichem ab.
Wo war sie? Neugierig schaute sich Minny um.
Hier waren keine Wände! Ganz weit konnte sie schauen und alles war so bunt.
Unter ihr war alles grün – kleine grüne Halme, die an ihren Beinen kitzelten. Denn es wehte ein leichter Wind, der die Halme sanft bewegte. Und ab und zu sah Minny kleine gelbe und weiße Tupfen in diesem dichten Grün. Über ihr war alles blau, mit weißen großen Flecken – und diese veränderten sich ständig. Es war, ab ob in dieses dichte Blau weiße Bilder gemalt würden.
Jetzt schaute sich Minny um und sah ganz viele andere Tiere – ob das andere Ziegen waren, so wie sie? Neugierig machte Minny einen Schritt in diese Richtung. Dann aber blieb sie stehen. Das waren so viele Tiere, da bekam sie ein wenig Angst. Hoppla, Mina hatte sie angestupst und lächelte. Dann sagte Mina: „Ja, lauf nur, ab heute darfst du hier auf die Wiese und das saftige grüne Gras fressen!“
„Ahhh“, dachte Minny, „Gras heißen die grünen Halme hier! Aber Wiese? Was war das und wer waren die andern Tiere?“ Plötzlich hörte Minny eine vertraute Stimme. Bauer Hugo kam endlich. Jetzt gab es sicher schöne warme Milch.
Aber nein! Er hatte keine Flasche dabei. Bauer Hugo kniete sich neben Minny, streichelte sie und zupfte dann an den Grashalmen. Diese Halme hielt er Minny unter die Nase. Hatschi! Das kitzelte. Mmmmh, aber es roch gut? Minny bekam ganz großen Hunger. Wann kam denn endlich die Milch? Sie stupste Bauer Hugo an, schließlich hatte er die Milch vergessen. Das war bisher noch nie passiert. Bauer Hugo blieb einfach hocken und hielt ihr immer noch die grünen Halme unter die Nase. Minny öffnete ihren Mund, nahm Bauer Hugo die Halme aus der Hand und spuckte sie zu Boden.
Nur ein einzelner Halm war ihr im Mund verblieben und nun lag er auf ihrer Zunge. Mmmh, der war lecker!
Sie begann, darauf herumzukauen, und schluckte den Halm hinunter. Dann schaute sie Bauer Hugo und Mina an. Beide lachten und klatschten in die Hände. Minny schüttelte sich. Dann aber steckte sie ihr Schnäuzchen in das duftende Grün und zupfte selbst einzelne Halme ab. Mina sagte zu Bauer Hugo. „Papa, ich glaube, sie hat es verstanden – sie frisst!“
