Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Die Jungfrösche Glubbsch, Marley, Chacha-Sue, Sissi, Coco und Flickflack ziehen los, um die Abenteuer ihrer Väter noch zu toppen. Wird ihnen das gelingen? Und: Wer ist ihr geheimnisvoller Verfolger? - Eine spannende Geschichte für Kinder von 8 bis 11 Jahren und jung gebliebene Erwachsene.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 71
Veröffentlichungsjahr: 2018
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Kapitel 1: Im Versteck
Kapitel 2: Der seltsame Stock
Kapitel 3: Gefangen
Kapitel 4: Die alte Tonne
Kapitel 5: Auf dem Bauernhof
Kapitel 6: Das Platsch
Kapitel 7: Die unfreiwillige Reise
Kapitel 8: Im Hotel
Kapitel 9: Das Prinzenpaar
Kapitel 10: Die geniale Idee
Kapitel 11: Der letzte Wunsch
Kapitel 12: Das Pony
Kapitel 13: In Gefahr
Kapitel 14: Die Falle
Kapitel 15: Der Kuss der Frösche
Wenn der Brummer, der seit einiger Zeit arglos über dem Teich seine Runden drehte, geahnt hätte, was sich kurz danach abspielen sollte, dann wäre er wohl vorsichtshalber weggeflogen. Weil er aber nichts davon ahnen konnte, drehte er weiter friedlich seine Runden und genoss den sonnigen Tag über dem kleinen Tümpel an der Lichtung im Wald. Doch dabei war er nicht allein. Fünf Augenpaare folgten ihm und jeder seiner Bewegungen, und dann geschah es: Fünf grüne Gesellen sprangen gleichzeitig hervor, kümmerten sich aber gar nicht um ihn, sondern klatschten sich in der Luft mit den Vorderflossen ab, und einer rief: „Storchennest!“ Dann fielen die Frösche mit einem gewaltigen „Platsch“ gemeinsam ins Wasser. „Storchennest“ war das Stichwort für ein Geheimtreffen, daher tauchten die fünf im Tümpel ab und schwammen in ihr Höhlenversteck unter der Uferböschung.
„Es ist soweit“, verkündete Sissi, „heute geht es los.
Ich würd eher `n Wolf knutschen, als noch einen Tag länger zu warten.“
„Aber nicht ohne Frühstück“, meinte Marley.
Da sprang plötzlich Flickflack auf die Höhlenwand zu, stieß sich ab, schoss seitwärts zur gegenüberliegenden Wand, stieß sich dort wieder ab, sauste hin und her und hin und her, bis er schließlich genau vor Glubbsch zu Boden platschte. Letzterer jedoch blieb weiter reglos sitzen und starrte auf eine Wurzel, die von der Höhlendecke herabhing.
„Was ist los, Glubsch?“, fragte Sissi, „Glubbsch?
Glubbsch!“
„Was, wie, wo? Äh, habt ihr die Wurzel gesehen, wie formschön sie die Höhle durchquert?“
„Die hast du doch schon tausendmal gesehen.“
„Ja, aber das ist und bleibt doch ein Wunder der Natur.“
„Wunder? Wenn wir es schaffen, sie zu küssen, das wäre eine Wunder.“
„Peace, ey, natürlich küssen wir das Prinzenpaar.“
„Yeah, yeah, yeah, wir ziehen los, los, los“, sang Chacha-Sue und tanzte dazu um Flickflack herum.
„Als ob jemand dich freiwillig küssen würde“, meinte Flickflack.
Und ‚batsch’, hatte Chacha-Sue ihm einen Ohrklatscher verpasst. Die beiden schauten sich grimmig an und warteten darauf, wer als erster loslachen musste, und derjenige hatte dann das Spiel verloren.
„Was, wir ziehen los?“, fragte in diesem Moment Glubbsch und wandte seinen Blick von der Wurzel ab. Alle Frösche mussten lachen, auch Flickflack und Chacha-Sue.
„Also für dich zum hundertsten Mal: Marley hat mitbekommen, wie sein Vater Onkel Maharadscha erzählt hat, dass die Prinzessin sie damals gar nicht geküsst hat. Unsere Herren Väter hatten nämlich Angst, dass sie zu Zweibeinern mit Kopfpelz und winziger Zunge werden könnten, und darum haben sie ihr nur, während sie schlief, einen Nicht-wirklich-Kuss auf die Wange gehaucht. Die Prinzessin hat das nicht mal gemerkt, und dann sind sie bei Nacht und Nebel abgehauen. So war das.“
„Und wieso ziehen wir jetzt los?“
„Sag mal, du Wurzelfrosch, wo warst du eigentlich in den letzten Wochen? Natürlich weil wir sie wirklich küssen wollen. Ihr“, sie deutete auf Flickflack, Marley und Glubsch, „die Prinzessin, und wir“, sie zeigte auf Chacha-Sue und sich, „wir den Prinzen.“
„Ja klar, das weiß ich doch. Warum erzählst du uns das denn schon wieder?“
„Du Kröte!“ und ‚batsch’ fing sich nun Glubbsch einen Ohrklatscher ein, und alle mussten erneut lachen.
Dann tauchten die fünf Freunde wieder aus dem Versteck hervor, kletterten ans Ufer und zogen los.
Die Frösche konnten natürlich nicht wissen, dass die Prinzessin, die ihre Väter angeblich geküsst hatte, in Wirklichkeit gar keine Prinzessin war. Die Väter hatten irrtümlicherweise die Frau auf einem Zeitungsausschnitt für eine Prinzessin gehalten, diese nach einer Vielzahl von Abenteuern tatsächlich gefunden und ihr im Schlaf den besagten Kuss auf die Wange gehaucht. Der Zeitungsausschnitt war die Werbung eines Frisörsalons gewesen und die Person auf dem Foto die Frisörin Lisa, aber das hatten ihre Väter natürlich nicht wissen können, denn die Frösche konnten ja Menschensprache weder verstehen noch lesen.
Und so zogen Sissi, Glubbsch, Flickflack, Chacha-Sue und Marley frohen Mutes los, um den Prinzen und die Prinzessin zu küssen, und zwar im Gegensatz zu ihren Vätern wirklich.
„Storch! Storch!“, brüllte da Sissi, und alle sprangen zurück in den Teich.
Der Storch jedoch flog vorüber, und die fünf Frösche machten sich auf den Weg durch den Wald zum großen langen Grau mit den schnellen Hüpfomobilen darauf, jenem, welches ihre Väter zweimal in einem Krötentunnel unterquert hatten.
„Das hier muss der Ort sein, wo dein Vater den Storch k. o. geschlagen hat“, meinte Glubbsch zu Flickflack.
„Uuh, er hat den bösen, bösen Storch umgehauen“, machte sich Sissi darüber lustig.
Und dann sagten alle wie aus einem Munde, so wie es ihre Väter immer taten: „Weißt du noch damals, als wir …“ „Ich kann es nicht mehr hören“, meinte Chacha-Sue.
„Die großen Helden von damals. Dabei haben sie sie am Ende gar nicht geküsst.“
„Wie kann man nur vor so etwas Angst haben?“
„Wir jedenfalls werden es tun!“
„Was meinst du eigentlich dazu, Glubbsch?“
Aber Glubbsch stand nicht mehr neben ihnen. Und als sie sich umblickten, sahen sie ihn gerade noch ein Stück weiter in einem Loch unter dem großen langen Grau verschwinden, genauer gesagt, in dem Krötentunnel.
„Er hat Recht, wir sollten uns nicht mit den ach so tollen, ach so gefährlichen Abenteuern unserer ach so mutigen Väter beschäftigen. Lasst uns lieber eigene erleben.“ Und Chacha-Sue tanzte und hüpfte freudig hin und her.
„Geil ey, der Tunnel!“
„Nee, da kriegt ihr mich nicht rein, da sind sicher Monster drin.“
„Peace, ey, Peace, Chacha-Sue, krieg dich mal wieder ein. Unseren Vätern ist da doch auch nichts passiert.“
„Äh, na gut, dann, dann … Ich will da rein und gefährliche Abenteuer erleben, yeah, yeah, yeah!“
Doch das einzige Abenteuer, welches sie im Halbdunkel des Tunnels erwartete, war Glubbsch. Er saß reglos da und beäugte einen Zweig, der auf dem Tunnelboden lag und sich genauso wenig bewegte wie Glubbsch selbst.
„Glubbsch, du alter Holzwurm, kannst du nicht mal deine Wurzeln vergessen und mit uns Abenteuer erleben.“
„Bewegt euch nicht“, zischte Glubbsch aus dem Mundwinkel heraus, „nicht bewegen!“
Und dann sahen es die anderen auch: Der Ast hatte Augen. Und diese blickten ihrerseits in die Augen von Glubbsch.
„Ich hypnotisiere sie“, flüsterte dieser, „Nicht bewegen.“
Chacha-Sue aber tänzelte nervös ein paar Schritte hin und her, und happs! Aber der Biss der Schlange ging ins Leere.
Und happs!
Chacha-Sue hüpfte um ihr Leben, über die Schlange hinweg zum anderen Ausgang des Tunnels, und die Schlange folgte ihr.
„Und was jetzt?“, jammerte Flickflack.
„Ich hab doch gesagt, nicht bewegen“, grummelte Glubbsch.
„Peace, ey, Peace, wir müssen sie retten!“
„Was sollen wir denn tun?“
„Na erstmal hinterher, und dann machen wir einen Knoten in das Biest, den es nie wieder vergisst.“
„Oder wir landen alle in dem Biest, und es vergisst uns bereits in dem Moment, in dem es uns verschluckt hat.“
„Ich lass sie jedenfalls nicht allein“, meinte Glubbsch, hüpfte los, und die drei anderen folgten ihm durch den Tunnel zur gegenüber liegenden Seite des großen langen Graus. Doch als sie dort vorsichtig hinausblickten, trauten sie ihren Augen kaum: Ein Frosch mit einem Stab in der Vorderflosse stand vor der Schlange und zischelte auf diese ein: „Sssss, sssss.“
Und auch die Schlange machte „Sssss, sssss“ und bewegte sich im Rhythmus des Stabes.
„Was ist das denn?“
„Er hat gesagt, er würde mich retten“, erklang die Stimme von Chacha-Sue aus einem Busch heraus, „und dann hat er angefangen zu zischen.“
Der seltsame Frosch zischelte weiter und hüpfte dabei los, am großen langen Grau entlang, und die Schlange folgte ihm.
Die fünf Freunde schauten den beiden nach, bis diese hinter der nächsten Biegung verschwunden waren.
„Er hat gesagt, er hieße Harry Frogger.“
„Was für eine bescheuerter Name“, meinte Sissi.
„Ja, aber er ist ein Held, er hat mich gerettet, hat uns alle gerettet, ich werde ihn küssen und heiraten und …“ „Ey, du willst doch den Prinzen küssen.“
„Prinz? Ach ja, na gut, dann werde ich eben den Prinzen küssen. Aber Harry Frogger ist trotzdem ein Held, yeah, ein echter, echter Held.“
