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Seit Jahrhunderten steht das Doppelkloster „Alt Kreuznach“, im weitläufigen Stadtwald von Bad Kreuznach. Anno 1976 wird der Abt, Pater Anselm, das Opfer eines grausamen Verbrechens. Inspektor Markus Brandner, der die Ermittlungen führt, stößt schon bald auf eine Mauer des Schweigens. Die Mönche scheinen hinter ihrer Maske aus Frömmigkeit einiges verbergen zu wollen. Und was weiß seine Jugendliebe Sophie, die kurz vor der Tat überraschend ins Kloster zurückgekehrt ist? Welche Rolle spielt Sr. Hildegard, die Oberin des angrenzenden Nonnenklosters? Pikante Details erfährt er auch über die Novizinnen Sr. Hilda und Sr. Irmina. Der Fall nimmt eine gravierende Wendung, als sich Major Thomson in die Ermittlungen einmischt. Doch erst als Markus seinen Jugendfreund Dr. Thomas Scharnow, „Undercover“ ins Kloster einschleust, kommen nach und nach die wahren Abgründe der Vergangenheit ans Licht.
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Veröffentlichungsjahr: 2021
Inhaltsverzeichnis
Danksagung
Darsteller:
Mord: Im Schatten des
Kreuzes
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Quellenangaben:
Weitere Romane der Autorin:
Impressum:
Ilona Hoffmann
Mord: Im Schatten des Kreuzes
Klosterkrimi
Und Gott, der Herr sprach:
Selig sind, die da hungern und dürsten nach
Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden.
Matthäus 5:6
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Liebe Leserin, lieber Leser,
mein Name ist Ilona Hoffmann. Seit meinem zweiten Lebensjahr bin ich in einem katholischen Kinderheim aufgewachsen. Später habe ich zwei Jahre ein Klosterinternat besuchen müssen. In all dieser Zeit habe ich -und auch die 300 anderen Kinder in oben erwähnten Einrichtungen- leider nicht immer nur positive Erfahrungen sammeln dürfen.
Viele Situationen, welche damals hinter verschlossenen Türen abgelaufen sind, wären heute unvorstellbar und würden in unserer heutigen Zeit sogar rechtliche Konsequenzen fordern.
Ich weiß, dass es damals vielen weiteren Kindern und Jugendlichen ähnlich oder sogar schlimmer erging.
Daher widme ich dieses Buch allen Menschen, die in irgendeiner Weise seelische oder körperliche Leiden durch die „pädagogischen Fachkräfte“ der kirchlichen oder kirchenähnlichen Institutionen erfahren mussten.
Ich weiß, dass dies alles nicht leicht zu verarbeiten ist, trotzdem hoffe ich sehr, dass Sie -so wie ich- niemals den Glauben an Gott verloren haben.
Dieses Buch zu schreiben, hat mir geholfen, letztendlich mit der Vergangenheit abzuschließen und nur noch zuversichtlich und positiv meinen Weg zu beschreiten.
Damit möchte ich dieses Thema verkürzt, jedoch sinngemäß mit einem wundervollen Zitat von John Lennon abschließen:
„Ich glaube an Gott, aber nicht als ein Ding, nicht als einen alten Mann im Himmel. Ich glaube, das, was Menschen Gott nennen, ist etwas in uns allen.“
Mein ganz besonderer Dank gilt meinem Bruder Klaus, der mit seinem aufmerksamen Korrekturlesen und kleineren Änderungsvorschlägen maßgeblich am Gelingen dieses Buches mitgearbeitet hat.
Des Weiteren möchte ich das herausragende Mitarbeiten meiner Schwiegertochter Manuela Veith erwähnen, die mir im Bereich des Marketings eine große Hilfe war. Ebenso stand sie mir mit ihren kreativen Ideen unterstützend zur Seite.
Auch meinem Sohn Christian Veith, möchte ich auf diesem Wege meinen herzlichen Dank aussprechen, da er mir in allen Computer technischen Angelegenheiten geholfen hat. www.designerkultur.de
Außerdem ist es mir ein besonderes Bedürfnis, mich bei all meinen Leserinnen und Lesern zu bedanken. Ganz gleich, ob Sie mein Buch gekauft oder nur mal kurz vorbeigeschaut haben - möge Gott immer in Ihrem Herzen sein.
Ihre Ilona Hoffmann
Die Handlung und fast* alle Personen sind völlig frei erfunden.
Ähnlichkeiten aus dem wahren Leben wären rein zufällig.
*Die Figur des Jugendfreundes von Inspektor Markus Brandner, Dr. Thomas Scharnow, ist real. Sie wurde angelehnt an meinen Zahnarzt, der seine Praxis in Wallhausen/Nahe hat. Allerdings ist er, zum heutigen Zeitpunkt vom Alter her, bedeutend jünger.
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Alle Rechte, auch diejenigen der Übersetzung, sind der Autorin Ilona Hoffmann vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf in irgendeiner Form (Druck, Fotografie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne die schriftliche Genehmigung der Autorin reproduziert oder unter Verwendung elektrischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Sophie Seifert
Inspektor Markus Brandner
Dr. Thomas Scharnow
Schwester (Sr.) Hildegard
Schwester (Sr.) Agatha
Schwester (Sr.) Irmina
Schwester (Sr.) Hilda
Pater Anselm
Pater Johannes
Pater Gregor
Pater Hieronymus
Pater Josef
Major Henry Thomson
Hausmeisterehepaar Lehmann und ihre Zieh-tochter Mia
Michael Winkler
Klosterkrimi
von Ilona Hoffmann
Prolog
Benediktinerkloster Bad Kreuznach
06.Mai 1966
„Ehrwürdige Mutter, ehrwürdige Mutter.“
Die Stimme der Novizin klang seltsam hohl, als sie mit wehendem Schleier den langen, spärlich beleuchteten Gang entlanglief. Krampfhaft hielt sie den langen Rock ihres Klostergewandes mit beiden Händen etwas nach oben. Jeder Schritt schallte dumpf von den dicken Wänden des Flurs gespenstig wieder: Klack, Klack. Das Unwetter, das seit einigen Stunden um das alte Klostergemäuer tobte, beachtete sie nicht. In diesem Moment vergaß sie ihre ansonsten panische Angst vor Gewittern. Ein Blitz zuckte über den Himmel und erleuchtete den Gang in ein geisterhaftes, flackerndes Licht. Ohne Zeitverzögerung folgte ein ohrenbetäubender Donner, der die Wände des alten Benediktinerklosters bis in die Grundmauern erzittern ließ. Die junge Novizin erschrak heftig und zuckte unwillkürlich zusammen. Tränen der Verzweiflung rannen über ihr Gesicht. Nur noch wenige Meter und sie hatte ihr Ziel erreicht. Mit angsterfülltem Blick und keuchendem Atem hielt sie schließlich vor der Klosterzelle der Mutter Oberin an. Für einen Augenblick stützte sie sich mit der rechten Hand an der Wand des kalten Gemäuers ab. Ihre linke Hand presste sie fest gegen ihre Brust. Nach einigen tiefen Atemzügen straffte sie ihren Rücken und klopfte wie wild gegen die massive Eichentür der Mutter Oberin.
„Ehrwürdige Mutter, ehrwürdige Mutter. Bitte kommen sie schnell.“,rief sie erneut mit panischer Stimme. Mit der Hand wischte sie die abermals aufsteigenden Tränen aus ihrem Gesicht. Quietschend öffnete sich die Zellentür und das verschlafene, etwas ärgerlich wirkende Gesicht einer Frau mittleren Alters erschien im Türrahmen. Den hastig übergeworfenen Morgenrock hielt sie krampfhaft mit der linken Hand über der Brust zusammen. Ihre Haare wurden durch eine Schlafhaube vollständig verdeckt. Die kleinen, wässrig blauen Augen starrten die Novizin nicht gerade freundlich an. Ein weiterer Blitz tauchte die Zelle der Oberin in ein gleißendes Licht. Der darauffolgende Donner ließ selbst die ansonsten unerschrockene Mutter Oberin merklich zusammenzucken. Angesichts des Gewitters, sowie der nächtlichen Ruhestörung fiel ihre Frage mehr als ungehalten aus.
„Sr. Christiane, ich hoffe, dass sie einen triftigen Grund haben mich morgens um drei Uhr zu wecken. Was ist denn los?“
„Ehrwürdige Mutter, die Herztöne des Babys sind kaum noch hörbar. Und auch Sophie geht es sehr schlecht. Sie hat hohes Fieber und phantasiert. Sie ist kaum in der Lage, das Baby aus eigener Kraft zur Welt zu bringen.“
Jetzt war die Leiterin des Klosters hellwach.
„Lauf schnell zu Pater Anselm und wecke ihn. Dann bereite die Anästhesie vor sowie alles Nötige für einen Kaiserschnitt. Ich komme so schnell es geht nach.“
Die Novizin raffte erneut ihren Rock zusammen und lief so schnell sie konnte zu Pater Anselm. In einem abgedunkelten Raum lag Sophie schweißgebadet in ihrem Bett. Ein weiterer grell leuchtender Blitz erhellte für einige Sekunden, das vor Fieber glühende Gesicht. Der darauffolgende Donner verschluckte jegliches Geräusch. Laut stöhnend schlug Sophie ihren Kopf hin und her. Die Wehen wurden immer heftiger und die Abstände immer kürzer. Ihr Atem ging keuchend und unregelmäßig. Beide Hände hatte sie schützend auf ihren Bauch gepresst. Wie durch einen Nebelschleier drangen Wortfetzen an ihr Ohr. Eine schneeweiße, helle Scheibe bewegte sich geisterhaft auf sie zu. Das war das letzte, was Sophie sah. Immer tiefer sank sie in die schützende Dunkelheit, die sie jetzt warm und wohlig, umhüllte.
16.August 1976
Sophie schloss für den Bruchteil einer Sekunde die Augen. Die grellen Lichter rasten mit unglaublicher Geschwindigkeit immer näher auf sie zu. Im Zickzack schoss ein Blitz durch die tiefschwarze Nacht. Mit einem unglaublichen Knall folgte ein Donner. Sophie zuckte zusammen und in ihren Ohren hallte das Echo der Naturgewalt, wider. Wie in Trance starrte sie durch die regennasse Autoscheibe, wobei die Scheibenwischer alle Mühe hatten, die Sicht freizuhalten. Bei jeder Bewegung nahm Sophie ein nicht zu überhörendes Quietschen wahr. Ein lautes, tief tönendes Hupen riss Sophie endgültig aus ihren Gedanken. Erst in letzter Sekunde erkannte sie die Gefahr, die da auf sie zu raste. Geistesgegenwärtig lenkte sie das Steuer ihres Autos nach rechts. Haarscharf raste der LKW an ihr vorbei. Aus den Augenwinkeln konnte sie alle Details des riesigen Brummis erkennen. Feine Schweißperlen rannen über ihre Schläfen und ihr Herz schlug laut pochend gegen ihre Brust. Leichenblass und mit äußerster Anspannung hielt sie das Steuer ihres alten VW Käfers umspannt. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie auf die Straße vor sich. Ein weiterer Blitz erhellte ihr vor Angst verzerrtes Gesicht. Langsam entfernte sich der Motorenlärm und ließ Sophie allein in der tiefschwarzen Nacht zurück. Einige Meter vor ihr sah sie eine kleine Parkbucht, die sie unverzüglich ansteuerte. Vor Aufregung würgte sie den Motor ab, sodass das alte Vehikel mit einem kleinen Satz nach vorne abrupt stehen blieb. Sophie wurde leicht nach vorne geschleudert. Sie legte ihren Kopf auf die Hände, die immer noch völlig verkrampft am Lenker klebten. So verharrte sie einige Minuten. Erst als ein neuer Donner heran rollte erwachte sie aus ihrer Erstarrung. Mit einem lauten Seufzer ließ sie das Lenkrad los und ließ sich zeitlupenartig nach hinten in den Sitz fallen. Sie schloss die Augen und atmete einige Male tief durch. Wie durch einen dichten Nebel klang die blecherne Musik aus dem Radio zu ihr durch. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit sah sie sich in der Lage, auszusteigen. Sie öffnete die Fahrertür und trat in die Dunkelheit der Nacht. Sofort erfasste sie eine Sturmböe und sie musste sich kurz an der Fahrertür festhalten um nicht zur Seite gerissen zu werden. Mit einiger Kraftanstrengung streckte sie sich zur vollen Größe, zog gierig die klare Luft ein und stieß sie dann pfeifend wieder aus. Der Schreck saß ihr noch tief in allen Knochen. Ihre Hände zitterten leicht. Um sich zu beruhigen lief sie einige Schritte auf und ab. Nachdem sie sich etwas beruhigt hatte ging sie zum Auto zurück, um sich eine Zigarette zu holen. Doch nur mit Mühe schaffte sie es die Fahrertür zu öffnen. Der Wind bewies sich als hartnäckiger Gegner. Regen peitschte ihr ins Gesicht und Sophie hatte Mühe sich aufrecht zu halten. Schließlich schaffte sie es das Päckchen aus der vorderen Konsole ihres Autos zu nehmen. Sie ließ sich gegen die Tür ihres Wagens fallen und zog heftig an der Zigarette. Nach einigen Zügen ließ ihre Anspannung nach und auch ihre Lebensgeister meldeten sich wieder zurück. Der Regen hatte urplötzlich etwas nachgelassen. Nur der stürmische Wind fegte weiterhin über den Asphalt, zerrte an ihrer Frisur und ließ kleine Äste und fallende Blätter unwillkürlich in seinem Takt tanzen. Sie sah auf die Uhr, doch durch die Dunkelheit konnte sie die Zahlen und Ziffern überhaupt nicht erkennen. Sie ließ ihr Feuerzeug aufflammen und bekam einen leichten Schreck. Es war kurz vor 20:00 Uhr. Pünktlich würde sie nicht im Kloster ankommen. Beherzt stieg sie in ihren VW, trank einen großen Schluck Tee aus der mitgenommenen Thermoskanne und setzte ihre nächtliche Fahrt fort. Wie zu Beginn ihrer Reise überkam sie erneut ein mulmiges Gefühl, das sich immer weiter in ihrer Magengegend ausbreitete. Fast auf den Tag genau, am 30. August, war es jetzt zehn Jahre her, dass sie das Kloster in der Nähe von Bad Kreuznach verlassen hatte. Doch vor einigen Tagen hatte Ihre Schwester Renate, welche die Leiterin des Klosters war, den plötzlichen Tod des Vaters mitgeteilt und sie gebeten, doch so schnell wie möglich zu kommen um den gemeinsamen Nachlass des Vaters zu regeln. Nur widerwillig hatte Sophie zugestimmt. Zu schrecklich waren die Erinnerungen der Vergangenheit. Nach etwa einer Stunde sah Sophie in der Ferne die Lichter der Stadt und sie atmete erleichtert auf. Das Gewitter hatte die gleiche Richtung eingeschlagen wie Sophie. Sturmböen jagten durch die menschenleeren Straßen, als sie in die Rheingrafenstraße einbog, die zum „Kuhberg“ führte. Seit der Besetzung durch die Amerikaner nutzten sie den Großteil des Areals zur Freizeitgestaltung aber auch als Truppenübungsplatz. Vorbei am Hofgut „Rheingrafenstein“, passierte Sophie einige Meter weiter linksseitig, das Forsthaus „Spreitel.“ Nach etwa 3 km bog Sophie nach rechts in den „Bad Kreuznacher Wald“ ein. Sie musste jetzt ihre Fahrgeschwindigkeit enorm drosseln. Tiefste Dunkelheit empfing sie. Schon damals war dieser verschlungene Weg für sie furchteinflößend gewesen. Die Scheinwerfer ihres Wagens tanzten wie kleine Irrlichter auf dem Weg, der vor ihr lag. Über Schlaglöcher und Pfützen, die kleinen Seen glichen, holperte sie die etwa 2 km zum Kloster. Die Federung ihres VW ´s war miserabel. Ihr Rücken schmerzte und durch den Regen rutschte sie mit dem Hinterrad immer wieder zur Seite, sodass sie nur durch geschickte Lenkmanöver das alte Vehikel in der Spur halten konnte. Bloß nicht stehen bleiben betete sie innerlich. Der Wind wirbelte kleinere Äste durch die Luft, von denen einige lautstark auf ihrem Auto landeten. Gott sei Dank taten die Scheibenwischer weiterhin brav ihren Dienst. Das monotone Quietschen wirkte sich beruhigend auf Sophie aus. Endlich konnte sie aus der Ferne die Umrisse des Klosters erkennen. Auf einer kleinen Anhöhe, umgeben von alten Eichen und wuchtigen Tannen, lag es gespenstig anmutend vor Sophie. Wie von Geisterhand wirbelte der Wind einzelne Nebelfetzen über das monströse Anwesen. Hin und wieder lichteten sich die Wolken und der helle Vollmond unterstrich die gruselige Szenerie. Endlich hatte Sophie das Ziel ihrer Reise erreicht. Die hohen Klostermauern unterstrichen die gewollte Abgeschiedenheit seiner Bewohner. Die Mitte der Mauer zierte ein riesiges schmiedeeisernes Tor. Sophie hielt an und sah auf die Uhr. Es war kurz vor 21:00 Uhr. Sie stieg aus und öffnete beherzt, dass schon an einigen Stellen vom Rost zerfressene, Tor. Es bedurfte einer gewissen Kraftanstrengung, doch zögernd und quietschend gab es endlich dem Druck nach. Für einen kleinen Moment hielt Sophie inne, legte beide Hände auf ihren Rücken, streckte sich und richtete ihre Augen zum Himmel. Schaurig heulte der Wind durch die alten Bäume, die ächzend versuchten dem Druck des Windes, standzuhalten. Vollkommen durchnässt lief Sophie wieder zu ihrem Auto zurück. Ein weiterer Blitz erhellte die tiefschwarze Nacht. Sie sah noch einmal zum Kloster. Gerade wollte sie wieder in ihr Auto steigen, als sie in ihrer Bewegung erstarrte. An einem der Fenster glaubte sie einen Schatten zu erkennen. Mit dem darauffolgenden Donner umhüllte sie abermals die Schwärze der Nacht. Angestrengt starrte sie zu der Stelle, an der sie glaubte, jemanden gesehen zu haben. Doch ihre Augen konnten die Dunkelheit nicht durchdringen. Leicht irritiert schüttelte sie den Kopf und war sich jetzt gar nicht mehr so sicher, überhaupt irgendetwas gesehen zu haben. Sie setzte sich ans Steuer und fuhr zum Eingang des Klosters. Vollkommen durchnässt stand Sophie mit ihrer Reisetasche vor der riesigen Eichentür und zog an dem Seil, das links neben der Tür angebracht war. Von innen hörte sie den dunklen, gespenstig klingenden Klang einer Glocke. Kurze Zeit später drangen Schritte an ihr Ohr, die schnell näherkamen. Klack, Klack. Die schwere Eingangstür ächzte in ihren Angeln und im Türrahmen erschien das etwas blasse Gesicht einer Novizin. Sophie erkannte sie an ihrer weißen Schwesterntracht. Erst wenn sie die „Ewige Profess“, also das ewige Gelöbnis abgelegt hatte, durfte sie den schwarzen Schleier sowie einen ebenfalls schwarzen Überwurf, das sogenannte Skapulier, tragen. Sophie lächelte die Novizin freundlich an. Sie wollte sich gerade vorstellen, als plötzlich und ohne Vorwarnung, etwas Hartes neben ihr aufschlug. Sophie und auch die Novizin stießen vor Schreck einen kurzen Angstschrei aus.
„Um Gottes Willen.“
Ängstlich sah die Klosterschwester zu Sophie, packte sie am Arm und zog sie hastig ins Innere der großen Vorhalle. Starr vor Schreck stand Sofie in der Eingangshalle und sah zu der Novizin, die bemüht war, die große Tür so schnell wie möglich zu schließen. Der Wind zerrte an ihrem Schleier und wirbelte kleinere und größere Blätter ins Innere des Gebäudes. Noch einmal flackerte das Licht der brennenden Kerzen in der großen Halle auf bevor sie endgültig verloschen. Mit einem lauten Knall fiel schließlich die massige Eichentür ins Schloss. Ein weiterer Blitz zuckte durch die dunkle Nacht. Die Novizin zündete ein Streichholz an und sah besorgt zu Sophie.
„Entschuldigen Sie mich kurz. Ich möchte nur schnell die Kerzen wieder anzünden.“
Sophie stellte ihre Tasche ab und sah sich in der Eingangshalle um. Aus ihren nassen Haaren tropfte das Wasser auf den kunstvoll gearbeiteten Steinboden. Nachdenklich strich sie eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht und ließ ihren Blick langsam durch die riesige Vorhalle schweifen. Ein weiterer Blitz erhellte den riesigen Raum, so dass Sophie für Sekunden in ein grelles Licht getaucht wurde. Zu ihrer Linken befand sich, hinter einer Tür, das Büro der Mutter Oberin und zu ihrer Rechten befand sich in einer Nische ein kleiner Altar mit dem Bild Jesu, der mit frischen Blumen geschmückt war. Das auffälligste aber, was einem beim Betreten des großen Saals ins Auge stach, war das übergroße Bild des Hl. Benedikt. Das Flackern der Kerzen, die auf großen Kerzenständern platziert worden waren, warfen nach und nach bizarre Schatten auf das Antlitz des Ordensgründers. Sophie vermutete, dass das Gewitter mal wieder für einen Stromausfall gesorgt hatte. Schon zu ihren Zeiten im Kloster war das nicht ungewöhnlich gewesen. Über dem Bild waren drei kunstvoll geschnitzte lateinische Worte zu lesen:
„Ora et labora“
Zu Deutsch: Lebe und arbeite. Wie oft hatte Sophie diese Worte schon gelesen. Knapp ein Jahr hatte sie hier verbracht. Es war keine leichte Zeit für sie gewesen und auch jetzt bei ihrer Ankunft fühlte sie wie der alte Schmerz wieder von ihrem Besitz ergriff. Plötzlich fing sie an zu zittern. Das Blut pulsierte in ihren Ohren und ein leichter Schwindel erfasste sie. Die Novizin bemerkte den erbärmlichen Zustand von Sophie. Sie lief zu ihr und konnte ihr gerade noch unter die Arme greifen bevor Sophie umzukippen drohte. Besorgt sah sie Sophie an, die kreidebleich versuchte auf den Beinen zu bleiben. Besorgt sah sie die Besucherin von oben bis unten an.
„Ist alles in Ordnung?“
Noch etwas blass um die Nase herum konnte Sophie die aufgeschreckte Ordensfrau allerdings beruhigen.
„Es geht mir gut. Danke. Wahrscheinlich hat der Sturm einen der Ziegel vom Dach gelöst und musste ausgerechnet mir vor die Nase fallen.“
Sophie versuchte der ganzen Angelegenheit eine heitere Note abzugewinnen.
„Sie sind ja vollkommen durchnässt. Kommen Sie, ich helfe Ihnen.“
„Nein danke, es geht schon.“
Sophie strich sich mit der rechten Hand über ihren verkrampften Nacken, streckte den Kopf nach hinten und ließ ihn anschließend leicht kreisen. Sie merkte, wie das Blut wieder anfing zu zirkulieren und folgte der Schwester die, ohne zu fragen, ihre Tasche an sich genommen hatte.
„Kommen Sie, ich bringe Sie in Ihr Zimmer. Sie müssen unbedingt aus diesen nassen Sachen raus bevor Sie sich noch eine Lungenentzündung holen.“
Sophie atmete tief ein und wollte sich jetzt endlich vorstellen. Doch die Novizin schnitt ihr eiligst das Wort ab.
„Ich bin Sr. Irmina. Die ehrwürdige Mutter lässt sich entschuldigen. Eigentlich hatte sie vor Sie persönlich zu begrüßen. Allerdings hatte sie nicht mit so einer gravierenden Verspätung gerechnet.“
Beide durchquerten die Halle und dumpf hallten ihre Schritte an den hohen Wänden, wider. Die Novizin öffnete eine Tür, die etwa zehn Meter vom Bild des Hl. Benedikt entfernt, ins Freie führte. Links an den Gebäuden vorbei, folgte ein langer überdachter Gang. Auch hier erleuchteten Kerzen die tiefschwarze Nacht. Von Ferne rollte ein Donner durch die fast undurchdringliche Dunkelheit. Erleichtert stellte Sophie fest, dass das Unwetter weitergezogen war. Einige einzelne Blätter sowie kleinere Äste lagen wahllos verstreut auf dem Gang. Sie versuchte zu ihrer Rechten in den Klosterhof zu schauen, doch das Licht war zu schwach, als das Sophie Genaueres erkennen konnte. Nur die lebensgroße Statue der Hildegard von Bingen hob sich schemenhaft von der Dunkelheit ab. Zu ihrer linken Hand, das wusste Sophie noch, befanden sich der Speisesaal, die Bäckerei und die Küche nebst Vorratsraum. Die Wäscherei und die Näherei befanden sich ebenfalls in diesem Gebäudetrakt. Weiter vorne lagen die Schlafzellen und das Badehaus der Nonnen. Einige Meter entfernt befand sich das Gästehaus für weibliche Besucherinnen. Gegenüber dem Gang, der zu ihrem Zimmer führte, lagen die Schlafsäle der Schülerinnen des internen Gymnasiums, die Unterrichtsräume denen eine Turnhalle sowie ein kleiner Park angeschlossen waren. Zwischen beiden Gängen befand sich der Klosterinnenhof, ein kleines Areal, auf dem einige Ruhebänke, Blumenbeete und kleinere Bäume ihren Platz fanden. Sophie blieb stehen und horchte in die Stille. Aus der Ferne hörte sie die dunklen Stimmen der Mönche, die jetzt am späten Abend in der etwas weiter entfernten Kirche, ihr Abendgebet sangen. Rechts von der Kirche, etwa 100 m weiter entfernt, hinter einer hohen Klostermauer lagen das Domizil der Ordensbrüder sowie die Bibliothek und die Schreibstube der Mönche. Sr. Irmina drehte sich zu Sophie.
„Wir sind da,“ bemerkte sie beiläufig.
Sie öffnete eine der beiden Türen und trat in das Zimmer, das für Sophie hergerichtet worden war. Wohlige Wärme umfing sie und aus dem Badehaus, das sich neben ihrem Zimmer befand, strömte ihr der Duft frischer Kräuter entgegen. Die Aussicht auf ein heißes Bad ließen Sophies Beine abermals schwach werden. Sr. Irmina stellte Sophies Tasche auf einen Schemel, der neben einem massigen Schreibtisch stand. Hastig zündete sie die Kerzen an, die vereinzelt im Zimmer aufgestellt worden waren.
„Ich habe den Badezuber vorbereitet. Ein heißes Bad wird Ihnen bestimmt guttun.“
Sie lächelte Sophie zu, ging dann zu dem kleinen Holzofen, der hinten rechts in der Ecke stand und legte noch einige Scheiten Holz auf die züngelnde Glut. Sophie lächelte ihr dankbar zu.
„Da es schon sehr spät ist, hat die ehrwürdige Mutter angeordnet, dass Sie sich erst einmal richtig ausschlafen. Sie lässt Ihnen ausrichten, dass sie Sie morgen früh um 10:00 Uhr in ihrem Büro erwartet.“
Die Novizin begab sich zur Tür und wünschte Sophie noch eine gute Nacht. Nachdem Sr. Irmina die Tür geschlossen hatte, kam sich Sophie ziemlich verloren vor. Während sie sich endlich entkleiden konnte, sah sie sich kurz im Zimmer um. Der Raum war spärlich möbliert. Außer einem Bett, einem Kleiderschrank, einem Tisch mit zwei Stühlen und einem massigen Schreibtisch gab es nichts, was diesen Raum etwas Behaglichkeit gegeben hätte. Über dem Schreibtisch hing ein großes Holzkruzifix und über dem Bett hatte man das Bildnis der heiligen Jungfrau angebracht. Liebevoll hielt sie das Jesuskind in den Armen. Bei ihrem Anblick krampfte sich Sophies Magen abermals zusammen. Ihr Blick wanderte zum Tisch zurück. Man hatte ihr also noch eine Kleinigkeit zu essen hingestellt. Erst jetzt bemerkte Sophie wie hungrig sie war. Der Versuchung sofort etwas zu essen, widerstand sie. Zuerst ein heißes Bad, das erschien ihr um einiges wichtiger. Die nassen Jeans und das karierte Hemd hing sie auf die Wäscheleine, die an der hinteren Wand im Badehaus angebracht war. Es folgten die Unterwäsche und zum Schluss die Socken. Sophie stieg in den Badezuber und mit einem leichten Seufzer ließ sie sich geschmeidig in die Wanne gleiten. Die wohlige Wärme sowie den herben Duft der Badekräuter genoss sie mit allen Sinnen. Sie schloss die Augen und gab sich der fast vollkommenen Stille hin. Entspannt nahm Sophie das Knistern des Feuers im Nebenzimmer wahr. Müdigkeit breitete sich in ihrem ganzen Körper aus. So wohl hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt. Selbst die ständig kreisenden Gedanken kamen jetzt endlich einmal zur Ruhe. Minute für Minute verrann. Nur widerwillig stieg sie nach etwa einer halben Stunde aus dem Badezuber. Sie nahm sich eines der bereitgelegten Handtücher aus dem Regal und legte es sich um ihren schlanken Körper. Ein weiteres Handtuch schlang sie um ihren Kopf. So schnell es ging tippelte sie mit nackten Füßen zurück in ihr Zimmer. Hastig öffnete sie ihre Tasche und fingerte ein Paar Hausschuhe heraus. Sie setzte sich an den Tisch und verschlang regelrecht die kleine Mahlzeit. Dazu trank sie den restlichen Tee aus ihrer Thermoskanne, der mittlerweile jedoch kalt geworden war. Sophie merkte, dass die Müdigkeit, die immer mehr von ihr Besitz ergriff, nicht mehr abzuschütteln war. Aus der Tasche nahm sie ihren Pyjama, zog ihn an und kämmte sich noch schnell die Haare. Sie nahm das Kopfkissen um es etwas aufzuschütteln, als ein kleiner Zettel genau vor ihre Füße fiel. Überrascht hob Sophie den Zettel auf, faltete ihn auseinander und las die wenigen Zeilen.
Ich muss unbedingt mit Ihnen reden. Kommen Sie bitte
heute Nacht um 1:00 Uhr in die Sakristei der Kirche.
Mea Culpa, mea Culpa.
P. A.
Wie angewurzelt stand Sophie vor ihrem Bett und starrte verdutzt auf die wenigen Zeilen. Das Kürzel P.A. konnte nur Pater Anselm bedeuten. Denn er, da war sich Sophie ganz sicher, hatte damals vor zehn Jahren ihr Leben zerstört. Jetzt endlich würde er zu seinen Fehlern stehen. „Mea Culpa“, wörtlich übersetzt: durch meine Schuld, sagte doch wohl alles. Tief atmete Sophie durch. Müde und erschöpft setzte sie sich auf ihr Bett. Ihre Gedanken kreisten wie schon so oft in den letzten Jahren, um den Tag, als sich ihr Leben vollkommen veränderte. Den Zettel legte sie auf ihren Nachttisch. Plötzlich wurde sie von einem heftigen Weinkrampf geschüttelt. Laut schluchzend rannen heiße Tränen der Verzweiflung über ihr Gesicht. Sophie merkte, wie sich nach und nach, ihre aufgestaute Wut, ihre Zerrissenheit, ihre Verzweiflung sowie ihre Trauer immer tiefer in ihr Herz bohrten. Aus vollem Herzen flehte sie zu Gott, ihr doch zu helfen. Nachdem sie sich etwas beruhigt hatte, nahm sie den Zettel abermals zur Hand und starrte auf die wenigen Zeilen, die eine endgültige Klärung der Vergangenheit verhießen. Sollte sie der Aufforderung nachkommen oder würde die Wahrheit ihr Leben endgültig zerstören? Wie versteinert saß sie auf ihrem Bett und nur der Gesang der Mönche durchdrang die ansonsten tödliche Stille. Nach einer gefühlten Ewigkeit richtete sie sich auf, trocknete ihr Gesicht und atmete tief ein und aus. Sie ging zu ihrer Reisetasche, nahm den großen Wecker heraus, stellte ihn auf halb eins und platzierte ihn auf ihrem Nachttisch. Sie würde sich mit Pater Anselm treffen. Die Ungewissheit war schlimmer zu ertragen als die Wahrheit. Mit beiden Händen fuhr sich Sophie durch ihr kastanienbraunes, leicht gewelltes langes Haar und legte sich ins Bett. Ein paar Stunden Schlaf würden ihr guttun. Sie löschte die Kerze auf ihrem Nachtschränkchen, drehte sich zur Seite und schloss müde die Augen. Der Gesang der Mönche begleitete sie in die geheimnisvolle Welt der Träume. Kurze Zeit später war sie eingeschlafen.
Um halb eins wurde Sophie unsanft aus ihrem Schlaf gerissen. Hastig schlug sie ihre Hand auf die Glocke des Weckers um ihn auszuschalten. Sie brauchte einige Sekunden um sich zu orientieren. Müde setzte sie sich auf die Bettkante und gähnte herzhaft. Mit fast übermenschlicher Kraft versuchte sie dem Drang nachzugeben, sich einfach wieder hinzulegen und weiter zu schlafen. Doch ihr Treffen mit Pater Anselm und die damit verbundene Gewissheit über ihre Vergangenheit ließen sie jegliche Müdigkeit vergessen.
Hastig sprang sie von der Bettkante und ging ins angrenzende Bad. Anschließend streifte sie ein luftiges Sommerkleid über und schlüpfte in ihre Lieblingssandalen. Zum Schluss zog sie noch ein dünnes Jäckchen an, nahm den Zettel mit Pater Anselms Nachricht vom Nachttisch und eilte flink zur Kirche, die ja nur einige Meter von ihrem Zimmer entfernt lag. Die immer noch schwül-warme Luft legte sich wie ein feuchter Schleier auf Sophies Haut. Am Horizont sah Sophie den rötlich schimmernden Mond, der wie es schien, überdimensional groß am Himmel stand. Ein sogenannter „Blutmond“. Leuchtend rot warf er sein Licht durch die hohen Tannen und wirkte auf Sophie mystisch und geheimnisvoll. In der Ferne hörte sie das Grollen eines näherkommenden Donners und auch der Wind hatte wieder aufgefrischt. Ein weiteres Gewitter braute sich über dem tief im Wald liegenden Kloster, zusammen. Unsanft zerrte der Wind an Sophies Haaren und dicke, schwere Regentropfen prasselten nun abermals auf den heiß, dampfenden Boden. Nur noch schemenhaft konnte sie das vor ihr liegendes Gotteshaus erkennen. Schnell eilte sie zum Eingang und zog mit ganzer Kraft an der schweren Eichentür. Quietschend gab sie den Anstrengungen von Sophie nach. Kaum hatte sie die Kirche betreten sorgte ein heftiger Windstoß dafür, dass sie krachend zurück ins Schloss fiel. Unwillkürlich zuckte Sophie zusammen und lauschte kurz dem Echo, das von den hohen Wänden der Kirche widerhallte. Die unwirkliche Stille löste bei Sophie plötzliches Unbehagen aus. Am anderen Ende des mittleren Kirchenschiffes flackerten einige Kerzen, die auf zwei riesigen Kerzenständern, rechts und links neben dem Altar aufgestellt waren. Die beiden Seitenschiffe sowie der Rest der Kirche lagen in vollkommener Dunkelheit. Sophie unterdrückte den aufkommenden Impuls, sich umzudrehen und sofort diese unwirkliche Szenerie zu verlassen. Langsam ging sie den langen Gang entlang zum Altar. Auf halber Höhe blieb sie stehen.
„Pater Anselm?“
Gespenstig hohl hallten ihre Worte durch das Innere der Kirchenmauern.
„Pater Anselm? Sind sie schon da?“
Angestrengt horchte sie in die gespenstige Stille. Ein Schauer lief über ihren Rücken und sie merkte wie sich die feinen Härchen in ihrem Nacken aufstellten. Als sie keine Antwort erhielt ging sie vorsichtig weiter. Immer wieder spähte sie nach rechts und links doch ihre Augen vermochten die Dunkelheit, die die Seitenflügel der Kirche einhüllten, nicht zu durchdringen. Langsam näherte sie sich den Stufen, die zum Altar führten. Sophies Blick fiel unwillkürlich auf das überdimensionale Kreuz, das hinter dem Altar an der Wand hing. Das Flackern der Kerzen zauberte bizarre Schatten auf das Antlitz Jesu, sodass Sophie plötzlich eine Gänsehaut bekam. Langsam schritt sie die drei Stufen zum Altar hoch und sah immer noch fasziniert auf das Lichtspiel der flackernden Kerzen. Ohne jede Vorwarnung zuckte ein Blitz durch die Dunkelheit der Nacht und tauchte das Innere der Kirche für einige Sekunden in ein gleißendes Licht.
