Mordsbayrisch - Alexander Goldberg - E-Book

Mordsbayrisch E-Book

Alexander Goldberg

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Beschreibung

Die Affäre mit dem Sohn des Polizeipräsidenten wird für Kommissar Selig zum Fallstrick. Er wird strafversetzt und ist jetzt "allein unter Bayern". Was es heißt, in der Provinz einen Mord aufklären zu müssen, lernt er umgehend kennen, denn der Bauunternehmer Karl Schicklhuber wurde mit einem Hirschfänger im Rücken aufgefunden. Unterstützt vom unübertroffenen Scharfblick des Oberwachtmeisters Birnbichler stolpert Selig unversehens in einen Verbrechersumpf ungeahnten Ausmaßes. Und plötzlich steht auch Selig selbst in der Schusslinie des Mörders.

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Seitenzahl: 232

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Alexander Goldberg

Mordsbayrisch

Impressum

© dead soft verlag, Mettingen 2014

http://www.deadsoft.de

© the author

Lektorat: Claudia Schuster

Cover: Irene Repp

http://daylinart.webnode.com/

Bildrechte:

© R. Waloch

© Dudarev Mikhail – shutterstock.com

1. Auflage

ISBN 978-3-944737-83-6

ISBN 978-3-944737-84-3 (epub)

-1-

Der Mann war tot, das sah man auf den ersten Blick. Er lag auf dem Rücken, der Griff des Hirschfängers ragte aus seiner Brust wie das Feldzeichen einer Legion.

Selig mochte römische Geschichte. Kampf um Rom und Untergang des römischen Imperiums regten seine Fantasie auch heute noch an. Nackte, muskulöse Gladiatoren, wie sie im Zirkus Maximus um ihr Leben kämpften. Das hatte schon was. Sex findet im Kopf statt, dachte Selig. Eine dicke Fliege summte wütend am Fenster. Das machte die Stille noch greifbarer. Auch hier hatte jemand seine letzte Schlacht verloren.

„Schicklhuber, Karl, Bauunternehmer und Exmann unserer Bürgermeisterin. Ich würde meinen, dass er erstochen wurde“, sagte Oberwachtmeister Bernhard Birnbichler. Er rieb sich mit seinen Wurstfingern nachdenklich das Kinn. „Das kann ja heiter werden!“

Selig bestaunte für einen Moment den Scharfblick des Kollegen, um sich dann wieder dem Toten zuzuwenden.

„Was Sie nicht sagen, Birnbichler. Sieht ja fast nach einem Verbrechen aus. Todeszeitpunkt, irgendwann heute Nacht, würde ich meinen.“

Birnbichler, für Seligs Ironie völlig unempfänglich, plinkerte nervös mit dem rechten Auge. Normalerweise war das Auge infolge eines Nervenleidens geschlossen, was Birnbichler (wie Selig fand) etwas Verwegenes gab. Ein Pirat oder Wegelagerer. Dazu passte allerdings nicht die ausgebeulte Uniform, die trotz Birnbichlers Körperfülle, an ihm hing wie ein nasser Sack. Jetzt plinkerte er zweimal, schloss das Auge. Nach fünf Sekunden wiederholte sich sein Tick. Selig hatte anfangs überlegt, ob er das geschlossene oder das plinkernde Auge beunruhigender finden sollte, war aber zu keinem Ergebnis gekommen.

„Birnbichler, wir bräuchten dringend die Spurensicherung. Haben Sie die Nummer im Kopf?“

Birnbichler plinkerte kurz, kramte aber brav sein Handy hervor.

„Irgendwo muss Augsburg sein“, murmelte er. „Hier haben wir sie ja. Besetzt! So ein Pech aber auch.“

Selig seufzte. „Geben Sie mir die Nummer. Ich versuche es später noch mal.“ Später war nach einer halben Minute, doch auch Selig hatte kein Glück. Der Tote sagte dazu nichts, sondern schielte nur mit halbgeschlossenen Augen gleichgültig ins Leere.

„Eigentlich bräuchten wir die Spurensicherung gar nicht“, dachte Birnbichler laut. „Tatort gleich Fundort, Todesursache bekannt; spitze Gewalteinwirkung gegen das Herz. Todeszeitpunkt in etwa“, Birnbichlers Auge plinkerte kurz, „gestern gegen Mitternacht, oder kurz danach. Jetzt müssen wir nur noch den Täter finden.“

Gegen so viel Scharfsinn kam Selig nicht an. Er fragte Birnbichler, wie er denn den Todeszeitpunkt so exakt bestimmen könne.

„Das ist gar nicht so schwer“, behauptete Birnbichler. „Ich habe Schicklhuber gestern noch gegen 23 Uhr gesehen. Da war er quicklebendig. Die wenigsten Mörder klingeln ihre Opfer aus dem Schlaf. Da Schicklhuber bekleidet ist, muss die Tat kurz vor oder nach Mitternacht geschehen sein. Der Täter war entweder Flori, der Sohn des Opfers, oder Alois Glücksfeld, der Betreiber des hiesigen Wirtshauses Zum Großwirt. Beide hatten ein Motiv, und beide hatten gestern mit ihm Streit. Für Flori als Täter spricht allerdings die Tatwaffe. Er besitzt genauso ein Messer.“ Birnbichlers Auge war wieder fest verschlossen. Anscheinend hatte der kleine Vortrag seine Nerven beruhigt.

Die Fliege vom Fenster kroch jetzt geschäftig über das Gesicht des Toten. Auf der Nasenspitze wusch sie sich ausgiebig, während die gesamte örtliche Polizei sie dabei beobachtete. Selig juckte plötzlich die eigene Nase. Mit einem Wischer verscheuchte er das freche Insekt.

„Muss ja nicht sein“, murmelte er. Da er nun schon einmal dabei war, befühlte er auch gleich die Haut des Opfers.

„Kalt wie eine Hundeschnauze. Schätzungsweise acht Stunden tot“, sagte Selig.

Birnbichler versuchte inzwischen nochmal eine Verbindung nach Augsburg zu bekommen. Diesmal hatte er mehr Glück.

„Frau Oberkommissarin, wir haben hier einen gewaltsamen Todesfall und bräuchten deshalb dringend die Spurensicherung.“

Was die Oberkommissarin dazu meinte, verstand Selig natürlich nicht, sah aber, dass Birnbichlers Auge wieder zu plinkern begann. Seine dicken Finger umklammerten dabei das Handy derart, dass es Selig schon beim Zuschauen angst und bange wurde. Hoffentlich verschluckte er es nicht noch vor lauter Aufregung, sorgte er sich. Birnbichler beendete das Gespräch mit einem strammen Jawohl, Frau Sauermann und schaute verstört zu seinem Kollegen. „Sie will sich persönlich darum kümmern. Das ist nicht gut, nein, das ist gar nicht gut.“

Selig hob fragend die Augenbrauen.

„Sie kennen Hermine Sauermann noch nicht“, flüsterte Birnbichler, ganz so, als ob die Kommissarin schon hinter ihm stände. „Diese Frau ist …“ Er machte eine hilflose Bewegung mit den Händen. „Na ja, Sie werden sie in Kürze kennenlernen. Ich schau mich mal im Haus um – solange noch Zeit ist.“

Nach diesen orakelhaften Sätzen verschwand Birnbichler die Treppe hinauf. Selig beschloss, sich zwischenzeitlich im Erdgeschoss umzutun. Viel zu sehen gab es dort nicht.

Ein Sofa, zwei Sessel, ein Eichentisch in der Mitte. An der Wand hing, anstelle des Bildes „Röhrender Hirsch“, der heutzutage obligatorische Flachbildschirm. Im ersten Stock knarrten jetzt die Dielen unter Birnbichlers Gewicht. Das Häuschen gefiel Selig und er beschloss, falls möglich, es zu mieten. Natürlich erst, wenn alles vorbei war. Dass hier ein Mord geschehen war, störte ihn dabei nicht. „Tot ist tot, da helfen keine Pillen“, pflegte Tante Frieda immer zu sagen.

Bis jetzt wohnte Selig in einer kleinen Pension, was aber keine Dauerlösung war. Seine jetzige Vermieterin, Apollonia Cebulla, war zwar eine Seele von Mensch, aber als gebürtige Ostpreußin auch mit einer unstillbaren Neugier geschlagen. Verglichen mit ihren Befragungen waren Seligs Verhöre regelrecht harmlos.

Nachdem Frau Cebulla erfahren hatte, dass er weder verheiratet noch sonst wie liiert war, hatte sie unmissverständlich gedroht: „Wir finden schon noch eine Frau, die zu Ihnen passt. Auf jedes Töpfchen passt ein Deckelchen.“

Das glaubte Selig allerdings nicht. Missmutig schaute er aus dem Fenster. Dachte an Gerd, dachte an seine beiden Lieben, Janosch und Irina – die er nicht sehen durfte. Kontaktverbot zu seinen Möpsen! Man stelle sich das einmal vor. Menschenrechte zählten in diesem Land wohl gar nichts mehr.

Wären sie doch nur vorsichtiger gewesen. Aber hinterher war man immer klüger. Wer hätte schon ahnen können, dass der Polizeipräsident, nun sein Ex-Chef, früher als geplant aus dem Urlaub kam. Willy hatte damals gemeint, sie hätten sturmfreie Bude und das Bett seiner Eltern wäre fantastisch – fast eine Verschwendung für die beiden Alten. C’est la vie, rief sich Selig jetzt zur Ordnung.

Birnbichler stöberte immer noch oben im Haus. Der Mann hatte etwas von einem Hund. Immer den Kopf am Boden, immer auf Spurensuche, bis es den nächsten Pinkelbaum zu beschnüffeln gab. Eine tiefe Nase voll fremder Hundepisse eingesogen, sich dreimal gedreht, gekackt, und weiter ging’s. Nach einem Moment der Stille knarzten abermals die Dielen. Diesmal im Nebenraum. Birnbichler sollte wirklich mehr auf seine Figur achten, ging es Selig durch den Kopf. Dauernd aß der Dicke etwas, oder redete davon, was er als Nächstes essen würde. Vormittags bereits Würstel und Kraut, danach ein Eis, gefolgt von einer Wurstsemmel. Begleitet von einer Grübelei, ob man mittags Schweinebraten, oder doch besser Kalbsgulasch essen sollte. Selig selbst war schlank und achtete darauf, nicht zuzunehmen. Mit Mitte Vierzig musste man schon etwas dafür tun, attraktiv zu bleiben. Birnbichler kannte im weiten Umkreis sämtliche Gaststätten und Metzgereien. Er hatte dem neuen Kollegen gleich am ersten Tag einen langen Vortrag über die Besonderheiten der regionalen Küche gehalten. Nur ungern erinnerte sich Selig an ihre erste Streifenfahrt – Birnbichler hatte ihm nur sein Revier zeigen wollen. Aber sie waren schon nach wenigen Minuten in der örtlichen Metzgerei gelandet.

„Hier machen sie die beste Gelbwurst“, hatte er Selig vor Betreten des Ladens, mit einem glücklichen Lächeln belehrt.

„Mit oder ohne?“, war Selig dann von der Metzgerin nach seinem Begehr gefragt worden. Dabei hatte sie ihn mit den Augen einer Bache gemustert, die ihre Frischlinge verteidigte.

„Bitte?“

„Mit oder ohne?“

Der Metzgerin Geduld hätte bequem in einem Fingerhut Platz gefunden, während sie Selig weiter mit ihren Schweinsäuglein fixierte.

„Mit“, hatte Birnbichler im letzten Moment ausgeholfen. Mit hieß mit Petersilie. Wer sollte schon darauf kommen, dass hier die Wurst je nach Geschmacksvorliebe mit oder ohne angeboten wurde? Was war das nur für ein furchtbares Land?!

Aber es hätte schlimmer kommen können. Heute, da bayrische Dörfer als Endlager für missliebige Polizisten benutzt wurden, hätte er Gott weiß wo landen können. Es gab Landstriche, die hießen Oberpfalz oder Unterfranken. Von Kollegen, die es dorthin verschlagen hatte, fehlte bis heute jede Spur. Da konnte man das schwäbische Unterhurtingen noch als Glücksfall bezeichnen. Außerdem hatte die Stellenausschreibung recht interessant geklungen. Er sollte Beamte aus dem gesamten ländlichen Raum bei der Aufklärung von Gewaltverbrechen unterstützen. Das hatte er gelernt, darin war er gut. Der Polizeipräsident hatte nach dem unliebsamen Vorfall unmissverständlich gedroht, ihm das Leben zur Hölle zu machen, falls er sich nicht versetzen ließe. Was lernt man daraus, dachte Selig. Latsche nie einem Elefanten auf den Rüssel. Es sei denn, du magst es, über die Häuser geschmissen zu werden.

Draußen hielten jetzt gleichzeitig mehrere Fahrzeuge. Autotüren flogen auf und wieder zu. Eine raue, etwas versoffen klingende Männerstimme röhrte laut, dass die Idioten nicht einmal das Grundstück abgesperrt hätten!

Hermine Sauermann betrat den Raum und füllte ihn sofort zur Gänze aus. Wo sie war, konnte niemand anders sein. Die Kommissarin war knapp einsfünfundsechzig groß, bei der Eignungsprüfung zur Polizistin hatte ihr Kopf vermutlich gerade noch die Messlatte berührt. Die fehlende Größe vergaß man aber, nicht nur wegen ihrer gedrungenen Statur, sehr schnell. Ein Pitbull kurz vor dem Kampf, kam es Selig in den Sinn. Allerdings gefiel ihm gleichzeitig ihr geschmackvoller blaugrauer Hosenanzug. Er vertrug sich ausgezeichnet mit dem schwarzrot getönten Haar. Der künstlich zerzauste Wuschelkopf musste sie ein kleines Vermögen gekostet haben. Um den Hals trug die Kommissarin ein grünschillerndes Seidentuch. Das war vielleicht eine Winzigkeit übertrieben, trübte aber nicht den Gesamteindruck. Selig schätzte Menschen, die etwas auf sich hielten. Wird schon nicht so schlimm werden, dachte er.

„Wo ist der Kollege, der uns angerufen hat?“

Birnbichler, dem die Ankunft Fahrzeuge nicht entgangen war, kam in diesem Moment wieder nach unten.

„Birnbichler, alte Wursthaut, wie geht’s denn so? Alles noch frisch?“

Die Kommissarin grinste und Birnbichler bekam einen Schlag auf die Schultern, der ihn nach vorne taumeln ließ.

„Na, Sie machen ja vielleicht Sachen, BB! Einen Toten, so kurz nach dem Frühstück; und dann auch noch ermordet.“

Das Grinsen erlosch wie abgedreht und ein kalter Blick aus harten Polizistinnenaugen traf Selig. Er fühlte, wie sich die Härchen auf seinen Unterarmen aufrichteten.

„Und wer sind Sie?“

Selig stellte sich kurz vor, unterließ aber die Behauptung, dass er sich freue.

„Selig mit einem e“, ergänzte Birnbichler schonungslos. „Kommt aus Erkenschwick, genauer gesagt Oer-Erkenschwick.“

„So, so, Selig mit einem e“, echote die Hauptkommissarin. „Ich war mal in Castrop-Rauxel.“ Damit schien alles gesagt. Die Kommissarin ließ offen, ob es ihr dort gefallen hatte – ihr Blick sprach dagegen.

Plötzlich verzog sich ihr strenges Gesicht wieder zu einem Grinsen. Alle atmeten auf. Selig wusste zwar nicht, womit er seine Rettung verdient hatte, aber wen interessierte das schon. Birnbichler plinkerte noch einmal, dann schloss sich sein Auge. Auf allen Gipfeln ist Ruh.

„Nur keine Panik, BB, alles im grünen Bereich“, beruhigte ihn die Kommissarin zusätzlich. „Da ist ja auch schon unser Kunde. Wer hat ihn gemeldet?“

„Anonymer Anruf, heute Morgen um sieben“, beeilte sich Birnbichler zu antworten.

„Sieben ist doch eine Glückszahl“, sagte die Kommissarin. „Dann macht euch mal über ihn her, Männer.“ Während sich ihre Männer über den Toten hermachten, meinte die Kommissarin zu Birnbichler: „Haben wir schon jemanden im Auge, BB?“

Birnbichler brachte seine Ödipustheorie hervor, der zufolge der Sohn den Vater gemeuchelt hatte. Er vergaß aber auch nicht den Streit mit Alois Glücksfeld zu erwähnen.

Oberkommissarin Sauermann wiegte nachdenklich den Kopf.

„Am besten, wir nehmen uns beide zur Brust. BB, Sie schaffen die Leute ran. Zuerst den Sohn. Wenn Sie den nicht finden, nehme ich aber auch den Wirt. Ich nehme sie, wie sie kommen.“

Das glaubte Selig ihr unbesehen.

„Dann wollen wir mal“, sagte Birnbichler. Man sah ihm an, dass er froh darüber war, ein weiteres Treffen mit Hermine Sauermann lebend überstanden zu haben. Eilig schob er Selig hinaus. Im Auto nestelte er an seinem Kragen.

„Das ist ja vielleicht eine Marke. Kommt ursprünglich auch aus dem Norden. Wie die Störche. Große Klappe, kleines Hirn …“ Birnbichler besann sich gerade noch, wer neben ihm saß, und verschluckte den Rest.

… und der Drang nach Süden, vollendete Selig lautlos den bekannten Spruch

-2-

Als Erstes fuhren sie zum Sohn des Ermordeten. Das erforderte schon die Pietät, fand Birnbichler. Falls Florian unschuldig war, sollte er vom Tod des Vaters nicht erst aus den Nachrichten erfahren. Aber Schicklhuber Junior war an diesem Morgen noch nicht in seiner Werkstatt aufgetaucht. Das erzählte ihnen sein Lehrling, der dort sein Moped frisierte. Selig wurde aus dem bayrischen Kauderwelsch des Mopedbastlers nicht recht schlau. Für ihn klang es so, als spräche der Junge mit einer heißen Pellkartoffel im Mund. Aber Birnbichler verstand ihn anscheinend sehr gut.

„Niederbayrisch“, bemerkte er nur und übersetzte für Selig: „Der Chef ist nicht da und er hat ihn heute auch noch nicht gesehen.“ Später erfuhr Selig von Birnbichler noch, dass der junge Mann aus Deggendorf kam.

„Lebt aber schon seit einigen Jahren mit seiner Mutter hier. Vater unbekannt; man sollte ihn auch nicht darauf ansprechen. Dann fängt er gleich eine Rauferei an. Hat deshalb sogar mal eine Nacht auf dem Revier verbracht. Aber sonst ein netter Bub. Macht beim Junior eine Lehre als Kfz-Irgendwas.“

Mechatroniker, verbesserte Selig und schaute sich neugierig in der Werkstatt um. Es roch nach verbranntem Metall und altem Öl. Neben dem Moped stand ein Schweißgerät. In der Mitte eine Hebebühne. Alles machte einen sauberen, aufgeräumten Eindruck. Nur die Fenster hätten mal geputzt gehört. Der Junge trug eine frisch gewaschene und gebügelte Arbeitskombination. Die Hand der Mutter war hier noch deutlich sichtbar.

„Seltsam, dass der Junior noch nicht hier ist“, murmelte Birnbichler. Der Mopedbastler schwieg dazu und fummelte weiter am Motor. Selig bekam Hochachtung vor seinem Kollegen. Für ihn hatten die Antworten des Jungen eher wie Loriots sprechender Hund geklungen.

Birnbichlers Handy summte. Er meldete sich, hörte einen Moment schweigend zu. Nachdem das Gespräch beendet war, wandte er sich an Selig. „Die Kommissarin wurde dringend nach Augsburg gerufen. Ein neuer Fall. Wir sollen Schicklhuber und Glücksfeld selber verhören.“ Selig bemerkte, wie gelöst Birnbichler plötzlich wirkte.

„Als Nächstes steht Alois Glücksfeld auf unserer Liste. Er wird aber von allen nur Großwirt genannt“, sagte Birnbichler. „Jetzt müsste er eigentlich schon aufgestanden sein. Mal sehen, was uns der gute Alois zu seinem nächtlichen Streit mit Schicklhuber Senior zu sagen hat.“

Die Tür zum Gastraum stand sperrangelweit auf, doch innen hielten sich nur ein Weberknecht und eine Wespe auf.

„Der Dicke hockt bestimmt hinten“, mutmaßte Birnbichler und zog energisch seine Hose hoch. Sie mussten nicht lange suchen. Bereits in der Küche fanden sie den Großwirt. Der schwere, kahlköpfige Mann, mit dem tückischen Blick eines kranken Raubtieres, musterte sie. Alois Glücksfeld, einziger Wirt in Unterhurtingen, hockte auf einer Holzbank, vor sich einen großen Topf mit Weißwürsten. Auf dem Tisch lagen frische Brezen verteilt. Birnbichler seufzte verzückt. Selig schwante bereits, wie dies hier enden würde. Ein Verhör stellte er sich jedenfalls anders vor. Aber was wusste er schon von den hiesigen Gepflogenheiten. Der Großwirt lächelte schief und sagte – hier trat wieder Loriots sprechender Hund in Aktion – dass er sie schon früher erwartet hätte. So reimte es sich jedenfalls Selig zusammen. Birnbichler übersetzte sinngemäß, dass sie sich zu ihm setzen sollten, die Weißwürste wären frisch und heiß. Noch während der Übersetzungsarbeit ließ er sich schwer atmend auf einem Stuhl nieder. Man könnte glauben, der Mann habe bereits zehn Stunden auf dem Feld gearbeitet, dachte Selig.

„Du musst Hochdeutsch reden mit dem Kommissar, Alois. Er ist des Bayrischen noch nicht mächtig.“ Dabei fixierte Birnbichler den Großwirt mit seinem offenen Auge, ob dieser auch wirklich verstanden hatte. Der Großwirt nickte bedächtig, um dann langsam und deutlich, wie zu einem schwachsinnigen Kind, zu sagen: „Wenn Sie hierbleiben wollen, Herr Kommissar, müssen Sie aber“, hier überwältigte ihn wieder sein Heimatdialekt, „schoawengboarischlerna.“

Für Selig hätte der Wirt am Schluss ebenso gut Mandarin sprechen können. Birnbichler zuzelte unterdessen verzückt an einer Wurst, die für Selig fatale Ähnlichkeit mit dem Finger einer Wasserleiche hatte. Zwischen zwei Bissen übersetzte Birnbichler munter weiter. „Er meint, Sie müssten schon etwas Bayrisch lernen …“

„Schon gut, ich habe es ja verstanden“, log Selig, der sich das meiste nur zusammengereimt hatte, und winkte genervt ab. In den nächsten Minuten herrschte gefräßiges Schweigen. Das hieß, dass Birnbichler und der Großwirt hingebungsvoll wie Babys an der Mutterbrust saugten und schmatzten, während Selig seine Wurst nach allen Regeln der chirurgischen Kunst sezierte. Operation gelungen, Weißwurst tot.

„Saugen, Selig, saugen“, bot ihm Birnbichler auch hier Hilfe an. Wenn du wüsstest, woran ich schon überall gesaugt habe, dachte Selig und grinste dabei – aber nur innerlich. Hier prallten nicht nur Kulturen aufeinander.

Birnbichler seufzte zufrieden und lehnte sich dabei weit zurück. Der Stuhl stöhnte gequält auf. Ohne weitere Einleitung begann er jetzt das Verhör.

„Gestern Abend oder besser heute Nacht gab es einen heftigen Streit zwischen dir und dem alten Schicklhuber. Worum ging es bei diesem Streit?“

„Schicklhuber schuldete mir noch Geld. Genauer gesagt, eine Menge Geld. Eine halbe Million Euro.“

Der Großwirt schaute unter seinen schweren Lidern traurig zu den Polizisten. Für Selig hatte der Blick allerdings etwas Lauerndes. Birnbichler bekam für einen Moment den Mund nicht mehr zu. Sein Gehirn gab dem geschlossenen Auge das Signal zum Staunen. Das Auge setzte es auch sofort in heftigem Plinkern um.

„Wie das?“

„Grundstücksgeschäfte“, antwortet der Großwirt knapp und versuchte seinem Blick jetzt etwas Treuherziges zu geben.

„Wir haben Grundstücke miteinander getauscht. Schicklhuber brauchte Bauland und ich war an seiner Obstwiese interessiert. Die Wiese eignet sich ideal für einen Biergarten mit Grillstation und Brotzeitstüberl. Aber mein Grundstück war natürlich viel mehr wert. Um genau zu sein, eine halbe Million. Erschlossenes Bauland eben. Wir hatten ausgemacht, dass mir Schicklhuber die Differenz bis Anfang der Woche bezahlen sollte. Er hatte es mir versprochen. Dann plötzlich verzögerte sich die Geschichte. Er meinte, ich solle mich bis zur Versteigerung gedulden. Dann wäre er wieder flüssig.“

„Was hatte Schicklhuber denn zu versteigern, dass dabei eine halbe Million rübergekommen wäre?“, fragte Selig.   

„Er besaß einige sehr wertvolle Bilder. Die hatte seine Mutter, anno dazumal, einem Bauern aus Murnau abgeluchst. Man weiß ja, wie so etwas läuft. Der Druck der großen Scheine sozusagen.“

Jetzt lächelte der Großwirt verschlagen wie ein Hütchenspieler. Selig beschloss, von diesem Mann nie ein Auto zu kaufen.

„Und wo warst du, sagen wir mal, zwischen zwölf und zwei?“, nahm Birnbichler den Faden des Verhörs wieder auf. „Kurz nach elf hat Schicklhuber dein Lokal verlassen. Danach wurde er nicht mehr lebend gesehen. Also, Alois, erinnern wir uns noch, wo wir da waren?“

Birnbichler hatte in den Plural gewechselt. Das sollte wohl als Signal verstanden werden, jetzt unbedingt die Wahrheit zu sagen – wenn es einem denn in den Kram passte.

„Ich habe den Tresen gemacht, das Licht gelöscht und bin noch mal mit dem Hund vor die Tür gegangen.“

Der Großwirt bedachte die Polizisten mit einem festen Blick.

„Gibt es dafür Zeugen, vielleicht die Ehefrau?“, bohrte Birnbichler mit einem Beifall heischenden Seitenblick auf Selig weiter.

„Nein, leider nicht. Die Elfriede ist noch bis Mittwoch bei ihrer Mutter. Die Lucy“, jetzt direkt an Selig gewandt, „meine Bedienung, habe ich schon kurz nach elf heimgeschickt. Ihr ging es an diesem Abend nicht besonders gut. Ich war also, nachdem der letzte Gast gegangen war, alleine im Haus. Ich bin dann, wie bereits gesagt, mit dem Hund nochmal vor die Tür gegangen. Aber Tiere können ja nicht sprechen.“

Manche Menschen auch nicht, dachte Selig in Erinnerung an den Jungen von vorhin. Außerdem hieß das nicht Junge, sondern Bub. Am besten gewöhnte er sich gleich daran.

Während Birnbichler den Großwirt fixierte, aber nicht so recht weiterwusste, bemerkte Selig einen letzten Leichenfinger, der einsam in der trüben Brühe schwamm. Aber auch Birnbichler hatte ein Auge darauf geworfen. Die Polizisten beschlossen, sich zu erbarmen, und so fischten sie gemeinsam im Trüben. Selig gewann. Geschickt wurde die Wurst von ihm in die Enge getrieben und auf seinen Teller verbracht. Dort teilte Selig brüderlich. Seine Hälfte wurde säuberlich von ihrem Darm befreit, mit Senf versehen und verspeist. Birnbichler verschlang seinen Anteil mit zwei Bissen. Er und der Großwirt warfen sich bezeichnende Blicke zu, schwiegen aber einvernehmlich. So ging also ihre schöne bayrische Heimat zugrunde.

„Hat es geschmeckt?“, fragte der Gastgeber angelegentlich. Selig wischte sich den Mund ab und bedachte den Großwirt mit einem freundlichen Blick.

„Ich glaube, trotz Ihres Streites mit dem Opfer, nicht an Sie als Täter, Glücksfeld. Denn dann hätten Sie sich ein Alibi besorgt. Aber aus dem Schneider sind Sie deshalb noch nicht. Also denken Sie noch mal nach. Hat Sie vielleicht jemand gesehen, oder hat Sie noch jemand angerufen? Ihre Frau vielleicht?“

Selig ahnte bereits, während er sprach, was er da für einen Blödsinn zusammenfaselte. Das sah der Großwirt wohl genauso. Er schaute Selig entgeistert an.

„Glauben Sie allen Ernstes, meine Frau ruft mich noch um zwei Uhr nachts an? Oder es schaut jemand um diese Zeit meinem Hund beim Gassigehen zu?“

Birnbichler seufzte tief, hielt aber seinen Mund.

„Mögt ihr einen Schnaps?“, versuchte der Großwirt die Situation zu entschärfen. „Ich habe noch einen guten Obstler da. Nur für den Privatgebrauch“, fügte er augenzwinkernd hinzu. Ohne eine Antwort abzuwarten, schlurfte er in die Schankstube und kam kurz darauf mit einer Flasche ohne Etikett und drei Gläsern zurück. Sie prosteten sich zu, schüttelten sich nach dem Trinken pflichtschuldig und Selig verlor schlagartig seine gesunde Gesichtsfarbe. Mit dem Zeug hätte der Junge sein Moped betreiben können. Der Großwirt schenkte großzügig nach – auf einem Bein könne man schlecht stehen. Selig dachte ans Sterben.

„Ich habe ihn wirklich nicht umgebracht. Mein Gott, wir sind zusammen zur Schule gegangen.“ Der Großwirt kippte seinen zweiten Obstler wie Wasser in sich hinein.

„Für den Anfang sind wir hier wohl fertig“, überlegte Birnbichler laut. „Aber ich muss dich bitten, die Stadt nicht zu verlassen.“ Der Kollege sah eindeutig zu viel amerikanische Serien, dachte Selig, während er versuchte, einer leichten Sehstörung Herr zu werden.

„Eine halbe Million Euro. Das ist eine Menge Geld“, sagte Selig auf dem Weg zum Auto. „Wir haben aber am Tatort weder wertvolle Bilder noch Unterlagen über einen Verkauf oder eine Versteigerung gefunden.“

„Bei dieser Summe hätte es außerdem über die Bank laufen müssen“, fügte Birnbichler hinzu.

„Aber wir sollten uns trotzdem bei den Auktionshäusern erkundigen. Die Termine sind im Internet aufgelistet“, entgegnete Selig. Birnbichlers Auge fing nervös an zu plinkern, als er ans Internet dachte.

-3-

Selig betrat das Häuschen am frühen Abend. Sorgfältig vermied er es, auf die Kreidezeichnung zu treten. Die allgegenwärtigen Graphitspuren an den glatten Flächen machten zusätzlich deutlich, was hier geschehen war.

„Wir müssen die Ergebnisse der SpuSi abwarten“, hatte Birnbichler im Büro gemeint. „Vielleicht finden sie etwas. Aber wer kümmert sich jetzt um die Katzen?“

Selig war bei der Frage völlig, die für diesen Landstrich typische Scheinheiligkeit entgangen. Er mochte Katzen und Katzen mochten ihn – meistens jedenfalls. Das Haus gefiel ihm, gerade wegen seiner fehlenden Größe. Jetzt, da der bisherige Bewohner das Zeitliche gesegnet hatte, war es sicher zu vermieten, spann er seine Pläne vom Vormittag weiter. Aber warum hatte der Bauunternehmer überhaupt in so einer kleinen Schuhschachtel gewohnt? Etwa Geldsorgen? Es stellte sich auch die Frage nach den jetzigen Besitzverhältnissen. Wenn Junior der Erbe war, aber gleichzeitig der Hauptverdächtige, war es mit der Mieterei natürlich Essig. Neuen Ärger konnte Selig absolut nicht brauchen. Der alte reichte ihm völlig. Es gab zwar eine Übereinkunft, die unselige Geschichte mit Willy stillschweigend zu begraben. Aber wer wusste schon, welche Streiche ihm das Schicksal noch zu spielen gedachte? Ausgerechnet der Sohn des Chefs! Hätte es nicht auch eine Nummer kleiner getan? Was hatte er sich bloß dabei gedacht? Es war aber auch zu blöd gelaufen. Dem Polizeipräsidenten waren fast die Augen aus dem Kopf gefallen, als er seine Schlafzimmertür öffnete. Seine Frau hatte auch gleich einen Asthmaanfall bekommen. Da sie trotzdem sofort loskreischte, war die Situation für alle Beteiligten sehr unschön geworden. Sogar einen Notarzt hatte man verständigen müssen.

Der Sohn hatte fröhlich „Hallo, Papa!“ gekräht – endlich konnte er dem Alten die letzten zwanzig Jahre heimzahlen – während Selig nichts Besseres eingefallen war als „Hallo, Chef.“ Dabei hatte er noch gedacht, dass man mit vollem Mund nicht sprechen sollte. Danach war es wirklich hässlich geworden.

Selig schob die Erinnerung beiseite und tauchte wieder ins Jetzt ein. Hatte da nicht gerade eine Diele geknarrt? Ihm kroch eine leichte Gänsehaut über den Rücken. Jemand stand oben auf der Treppe im Zwielicht und schaute ihn an. In der rechten Hand hielt dieser Jemand, wenn Selig nicht alles täuschte, ein Messer. Das Messer war nicht sehr groß, aber für ihn würde es schon reichen, dachte Selig verbittert. Sein Pech hatte ihn also nicht verlassen.

Das Messer am Ende der Treppe rührte sich nicht und Selig brach der kalte Schweiß aus. Jetzt räusperte sich der Mann auf der Treppe.

„Sie sind sicher der neue Kommissar. Die Buschtrommeln haben Sie bereits angekündigt.“ Der Mann stieg die Stufen herab und ließ Selig dabei nicht aus den Augen. Dieser Mensch hatte etwas von einem umgekehrten Scheinriesen. Je näher er kam, desto größer und bedrohlicher erschien er. Der Mann schaute jetzt nachdenklich auf sein Messer. Nun musst du also schon wieder jemanden abmurksen, dachte Selig. Aber nicht ausgerechnet mich. Wie hieß es noch mal? Zur falschen Zeit am falschen Ort? Selig fühlte den Drang sich zu bepinkeln. Auch sein Schließmuskel stand kurz vor der Aufgabe. Doch dann bemerkte er den Apfel in der anderen Hand des Mannes, den dieser nun mit dem Messer umständlich in zwei Hälften teilte.

„Mein Name ist Florian Schicklhuber. Aber alle nennen mich Flori. Ich bin der Sohn des Verstorbenen, äh Ermordeten. Wie auch immer“, fügte er leise hinzu.

Dann, mit frischem Blick auf seinen Apfel: „Wollen Sie eine Hälfte? Gewaschen habe ich ihn schon.“

Der Wasserhahn in der Küche tropfte zustimmend. Florians Blick streifte Seligs Katzenfutter. „Die Viecher habe ich auch schon versorgt. Die haben eine Katzenklappe an der Hintertür. Sie wären schon nicht verhungert.“

Er gab Selig eine Apfelhälfte, marschierte zum Spülbecken und ließ das Obstmesser hineinfallen.

Selig beschloss, die Initiative zu ergreifen.

„Wo waren Sie denn die ganze Zeit? Alle Welt hat Sie schon gesucht.“ Das mit alle Welt stimmte zwar so nicht ganz, hörte sich aber besser an als: „Birnbichler und ich sind bei Ihnen vorbeigekommen, und als wir Sie nicht angetroffen haben, sind wir zum Großwirt gefahren, um uns den Bauch mit Weißwürsten vollzuschlagen.“

Selig knabberte dankbar an seinem Apfelstück. Langsam beruhigten sich auch seine Magennerven wieder. Trotzdem, Messer blieb Messer, Angst blieb Angst und der Drang sich zu bepinkeln war auch noch nicht ganz verflogen. Immerhin stand sein Gegenüber unter Mordverdacht. Was lernen wir daraus, fragte sich Selig. In diesem Land nie ohne Pistole aus dem Haus gehen. Dann hätte er Schicklhuber erschießen können und wäre auf den Titelblättern der Tageszeitungen gelandet. „Kommissar erschießt irren Vatermörder während Messerangriffs.“ Der Polizeipräsident würde die Schlagzeile lesen und den Liebhaber seines Sohnes gnädig in den Schoß der Familie aufnehmen. Aber ohne Pistole ging das natürlich nicht. Die lag nämlich eingeschlossen im Schreibtisch auf der Wache. Zum Katzenfüttern brauchte man keine Pistole; es sei denn, man hasste Katzen, dachte Selig.

Schicklhuber schaute verlegen zur Seite. Dann suchten seine Augen den Blick seines Gegenübers. Ein leichtes Lächeln huschte jetzt über das Gesicht des jungen Mannes. Selig bekam prompt weiche Knie. Mein Gott, was hatte der Junge schöne Augen. Nie im Leben hätte Selig ihm etwas antun können. Nicht bei diesen Wimpern.

„Am besten setzen wir uns“, befand der Kommissar mit rauer Stimme und räusperte sich. Flori drehte sich zum Stuhl und gab Selig die Gelegenheit seinen wunderschönen Popo zu bewundern. Die teure Jeans umschloss die Bäckchen perfekt.

Sie setzten sich und mümmelten einmütig an ihren Apfelhälften. Wenn das nicht ein gutes Omen war, dachte Selig. Er verabscheute Menschen, die zu schnell aßen.