Münster Krimi Kids (Bd. 2) - Inka Overbeck - E-Book

Münster Krimi Kids (Bd. 2) E-Book

Inka Overbeck

0,0
8,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

TATORT: DOM MÜNSTER! Knifflige Fälle gibt es in ihrer Heimatstadt jede Menge zu lösen – das wissen Mo, Johnny und Sam als echte Krimi Fans! Aufregung im Dom: Die Heiligen Drei Könige aus der Astronomischen Uhr sind einfach verschwunden! Und das ausgerechnet kurz bevor der Papst nach Münster kommt und Mos Onkel Dip seinen großen Solo-Auftritt mit dem Chor hat! Kaum haben die Münster Krimi Kids mit ihren Ermittlungen begonnen, taucht ein mysteriöser Erpresserbrief auf. Würde der Täter die kostbaren Figuren tatsächlich zerstören? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt ... An realen Schauplätzen und inspiriert von echten Kriminalfällen macht diese Krimi-Reihe ab 8 Jahren richtig Spaß!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 85

Veröffentlichungsjahr: 2023

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



In dieser Reihe erschienen:

Band 1

Das Geheimnis um die Tuckesburg

5 4 3 2 1

eISBN 978-3-649-67231-9

© 2023 Coppenrath Verlag GmbH & Co. KG,

Hafenweg 30, 48155 Münster

Alle Rechte vorbehalten, auch auszugsweise

Text: Inka Overbeck

Illustrationen: Lucia Zamolo

Lektorat: Sara Falke

Satz: Helene Hillebrand

www.coppenrath.de

Die Print-Ausgabe erscheint unter der ISBN 978-3-649-64500-9

Inhalt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Epilog

Quiz

»Wann kommen die Heiligen Drei Könige denn endlich da rausgefahren?«, seufzte Sam.

Sie ließ ihren Blick ungeduldig über das riesige Ziffernblatt der Astronomischen Uhr schweifen, die sich vor den Schülerinnen und Schülern der Projektgruppe »Münsters Stadtgeschichte« auftürmte. Die Sonne blinzelte durch die bunten Glasscheiben des Münsteraner Doms hindurch und leuchtete alle Einzelheiten der Uhr perfekt aus.

Sam stand zusammen mit ihren beiden besten Freunden Mo und Johnny auf der vorletzten Sandsteinstufe, direkt unter dem großen Kirchenfenster. Von hinten rempelte jemand sie an, aber die Münster Krimi Kids hielten sich eisern auf ihren Plätzen – als erfahrene Detektive wussten sie, dass ein guter Beobachtungsposten das Wichtigste war. Ihre Lehrerin Frau Wunderlich stand etwas abseits und ermahnte einige Kinder zur Ruhe.

»Um zwölf Uhr kommen sie raus«, flüsterte Mo. Schnell blickte er wieder hinauf. Die Astronomische Uhr sah eigentlich eher aus wie ein riesiger, begehbarer Wohnzimmerschrank mit Spitzgiebel, fand er.

»Und wie spät ist es?« Sam wippte nervös auf und ab.

»Guck doch auf die Uhr.« Mo grinste.

»Da sind viel zu viele Zeiger drauf!«

»Warum läuft die Uhr noch mal rückwärts?«, fragte Johnny und kratzte sich am Kopf. Seine Haare führten ein Eigenleben und standen kreuz und quer in alle Himmelsrichtungen ab.

»Erklär ich dir später«, flüsterte Mo und deutete dann auf die Figuren hoch oben in den Ecken des riesigen Uhr-Gebildes. »Da, rechts oben beim Skelett fängt’s gleich an. Das schlägt die Glocke. Dann trompetet das Tutemännchen neben seiner Frau.« Mo zeigte nach links. »Und dann kommen die Heiligen Drei Könige da über die Plattform gefahren.«

»So weit klar und dann fahren sie auf ihrer Minibühne um die Maria rum. Das hab ich schon verstanden, Schlaubi«, zischte Sam zurück. »Aber WANN ist es so weit?«

»Pscht, Sam, der Typ da guckt schon ganz finster.« Johnny deutete mit dem Kopf auf einen Mann, der eine Jacke mit der Aufschrift »Security« trug und der sie von seinem Posten neben der Astronomischen Uhr mit unbeweglicher Miene anstarrte.

Mo spürte ein Kribbeln in der Magengegend.

»Noch zehn Sekunden …«

»Schon geniös, dass wir so kurz vor dem Papstbesuch morgen doch noch hier reindurften«, flüsterte Johnny.

Der Security-Mensch hatte offenbar genug von der Kinderschar und setzte seinen Kontrollgang durch den Dom fort. Kaum war er um die Ecke verschwunden, gesellte sich eine Frau in einem hellen Gewand zu Frau Wunderlich und nickte ihr kurz zu.

Zwölf Uhr. Mo starrte auf die Skelett-Figur. Er wagte es nicht einmal zu blinzeln.

Ein Glöckchen klingelte, und endlich: Das Skelett, gefolgt von Chronos, dem Gott der Zeit, erwachte zum Leben!

Ein Glockenspiel klirrte in voller Lautstärke durch den Dom.

Währenddessen startete der Stern zu Betlehem seine Wanderung über Marias Kopf hinweg. Doch was war das? Am Stern hing ein Schild. Mo rieb sich die Augen. »Save the Planet«, entzifferte er.

Und dann öffnete sich die hölzerne Tür rechts von der Mutter Gottes. Und heraus kamen …

»Häh?« Allgemeines Gelächter schallte wie ein fröhliches Gewitter durch das Gewölbe. Anstatt der Heiligen Drei Könige fuhren Figuren, die eindeutig keine Könige waren, aus dem Innern der Uhr heraus. Dort, wo die Heiligen Drei Könige normalerweise ihre Umhänge trugen, zierte braunes Packpapier die Schultern der Figuren. Anstatt der Gaben hielten sie – Moment mal: Zauberstäbe? – in den Händen. Und da erkannte Mo die Figuren: ein Mädchen, zwei Jungen … einer davon rothaarig, der andere trug eine Brille. Die Kinder klatschten begeistert. Nur Frau Wunderlich stand erstarrt wie eine Krippenfigur vor der Uhr.

»Kneif mich mal!«, flüsterte Mo, was Sam natürlich sofort tat. »Au! Nicht so feste.« Es war zwölf Uhr und ein bisschen – das Schauspiel begann von Neuem. Der Stern zu Betlehem wanderte wie ein erhobener Zeigefinger: »Save the Planet!«. Und Harry Potter, Hermine und Ron fuhren an Maria und dem Jesuskind vorbei.

Die Figuren verschwanden eine nach der anderen im Innern der Uhr und hinterließen eine vor Freude jauchzende Projektwochengruppe und eine verwunderte Frau Wunderlich, die den Mund immer noch zu einem O geformt hielt.

Als sich Frau Wunderlich endlich aus ihrer Schockstarre gelöst hatte, scheuchte sie ihre Schülerinnen und Schüler durch den Seiteneingang des Domes nach draußen. »Wir beruhigen uns jetzt alle und überlegen … «, murmelte sie eher zu sich selbst, mit einem etwas panischen Gesichtsausdruck. Dann griff sie zum Handy, drehte ihnen den Rücken zu und murmelte hinter vorgehaltener Hand hinein.

»Kannst du verstehen, was sie sagt?«, flüsterte Johnny und zog seine Freunde näher zu ihrer Lehrerin heran. Einen Augenblick später wandte sie sich ihnen wieder zu. Ihr Gespräch hatte sie abrupt beendet.

Entschlossenheit lag nun in ihrem Blick. »Wir werden jetzt alle nach Hause gehen und uns aufs Wochenende freuen!«, sagte sie mit heiterer Stimme.

»Sollten wir nicht vielleicht besser bei so einem Security-Menschen Bescheid sagen, dass die Heiligen Drei Könige weg sind?«, schlug Mo vor.

»Nicht nötig!«, wiegelte ihre Lehrerin entschieden ab und schüttelte den Kopf, wobei ihre Locken hin und her wippten. »Ich kümmere mich um alles. Es handelt sich bestimmt um eine Kunstinstallation. Kein Grund zur Aufregung.« Mo musterte seine Lehrerin ungläubig. Nach wenig Aufregung sahen die roten Flecken auf ihren Wangen nicht aus.

Als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sich nach Hause verabschiedet hatten, gingen die Münster Krimi Kids nur zögernd zu ihren Rädern.

»Merkwürdig, oder?«, murmelte Mo.

»Da stimmt hinten und vorne was nicht!« Sam tippte sich an die Nase.

Kaum hatten sie ihre Räder erreicht, bemerkten sie Dip, Mos Onkel, der über den Domplatz herbeieilte. Das sah sehr lustig aus, denn er trug wie immer neongrüne Flip-Flops an den blanken Füßen. Für seine rundliche Gestalt bewegte er sich ausgesprochen flink. Sein Terrier Arnie flitzte fröhlich neben ihm her.

»Was macht Dip denn hier?« Johnny ließ sein Fahrradschloss wieder zuschnappen.

»Das hätte ich mir denken können.« Mo schlug sich an die Stirn und beobachtete, wie sein Onkel geradewegs auf ihre Lehrerin zustapfte, die noch immer vor dem Domportal stand. »Dip und Frau Wunderlich sind beide im Domchor. Da weiß sie natürlich, dass Dip Privatdetektiv ist. Von wegen Kunstinstallation. Sie glaubt auch an ein Verbrechen!«

»Näher ran an den Mann!« Sam nickte ihren Freunden zu. Sie huschten unauffällig hinter einen Mauervorsprung des mächtigen Kirchengebäudes.

»Das ist bloß ein ›Dummer-Jungs-Streich‹, davon lass ich mir nicht meinen … äh, unseren Chorauftritt beim Papst vermasseln!«, hörten sie Dip gerade sagen.

»Okay, ich wusste ja, dass Dip mit seinem Chor für den Papst singt, aber warum ist ihm der Auftritt so wichtig?«, wisperte Johnny.

»Na, weil er ein Solo singen darf. Der eigentliche Solist ist krank geworden«, antwortete Mo.

»Dip, ein Solo?! Kann der überhaupt singen? Der ist doch eher der Ukulele-Typ«, mischte sich Sam ein.

»Hast du Dip noch nie singen hören? Dip und sein Banana-Song, das haut alle aus den Socken!« Mo gluckste bei dem Gedanken.

»Nö, aber jetzt mal ehrlich: Ich find’s witzig mit den Harry-Potter-Figuren! Warum sollte darum der Chor nicht singen können?«

»Wenn das rauskommt, werden die den ganzen Papstbesuch abblasen. Sicherheitslücke!«, gab Johnny zu bedenken.

Denn: Wenn einer was aus dem Dom mitnehmen konnte, wie sicher war dann der Papst?

»Alles klar, da gibt’s nur eins: Wir lassen Harry Potter verschwinden und müssen nur noch die Könige finden!«, reimte Sam und rieb sich die Hände.

Mo lugte um die Ecke und beobachtete seinen Onkel, der immer noch mit der Lehrerin diskutierte. Juckte es ihn oder wieso ließ Dip seinen Zeigefinger immer wieder hektisch über sein Hinterteil kreisen? Unauffällig drehte er den Kopf in Mos Richtung und zwinkerte ihm zu. Und dann verstand Mo den Hinweis. Die Münster Krimi Kids hatten Dip schon häufig bei der Aufklärung seiner Fälle geholfen. Jetzt wollte er, dass sie sich schon mal im Dom umsahen!

Mo trat näher an seinen Onkel heran und tat so, als hätte er ihn gerade erst bemerkt. »Oh, hallo, Dip! Frau Wunderlich, ich habe meinen Notizblock drinnen vergessen. Wir müssen noch mal rein.«

Frau Wunderlich nickte nur zerstreut und Dip zwinkerte Mo erneut zu. Langsam übertrieb er es ein bisschen. »Aber beeilt euch, die Security riegelt hier in einer halben Stunde alles ab! Und mit denen ist nicht zu spaßen!«, rief Mos Onkel.

Das ließen die Münster Krimi Kids sich nicht zweimal sagen. Mit großen Schritten eilten sie auf den Seiteneingang des Doms zu, von dem aus ihnen ein Security-Mann mit verschränkten Armen schon grimmig entgegenblickte.

Nachdem sie auch den Sicherheitsposten vor dem Dom überzeugt hatten, schloss sich die Tür hinter ihnen. Das verlassene Kirchenschiff wirkte plötzlich viel dunkler. Einzelne Kerzen flackerten in den Nischen, ein Schlurfen war zu hören, ehe ein Schatten auf der anderen Seite des Domes hinter einer Seitentür verschwand. Noch mehr Security, vermutete Mo. Ihre eigenen Schritte klangen in der Stille lauter als vorher. Schnell hatten sie die Astronomische Uhr erreicht.

Johnny holte aus seinem Rucksack eine Taschenlampe und die Polaroid-Kamera heraus.

»Fotografieren ist hier eigentlich verboten«, warf Mo ein und erntete einen vernichtenden Seitenblick von Sam. Wollten sie nun ermitteln oder nicht? Mo nickte.

»Oh!«, Johnny stockte. Die alte Holztür, die ins Innere der Uhr führte, stand einen Spaltbreit offen. »Wie praktisch«, sagte Sam und streifte sich Einmal-Handschuhe über.

Sie blickten sich nach allen Seiten um. Bis auf eine einsame Abfalltonne, die neben der Uhr ziemlich fehl am Platz wirkte, war die Luft rein, und sie betraten das Innere der alten Uhr.

Die drei Detektive standen dicht beieinander, wie in einem überdimensionalen Wandschrank. Der Lichtschein von Johnnys Taschenlampe wanderte eine steinerne Rückwand hinauf, vor der die Gewichte der Astronomischen Uhr hingen. Darunter führte ein Schacht tief in den Boden. Zur Sicherheit war davor ein Geländer angebracht, an dem sich Johnny herunterbeugte. »Wer baut so eine große Uhr?«

»Pschscht!«, machte Sam und imitierte dabei den ernsten Gesichtsausdruck des Security-Mannes.