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Ein Musiklehrbuch der anderen Art mit vielen Liedbeispielen und Grafiken. Es soll Kinder und Jugendliche in die Lage versetzen, selbst Musik zu machen: zum Beispiel mit der Kenntnis, wie sie selbst Musikstücke komponieren können. Es ist als Lese-, Sing- und Spielabenteuer in Form eines lebendigen Zwiegesprächs angelegt. Ein Musiklehrer und eine junge Schülerin erforschen gemeinsam die Welt der Musik. Dieses Buch soll Jung und Alt auch ohne musikalische Vorkenntnisse die Spielregeln in der Welt der Töne näherbringen. Die natürlichste Art zu musizieren ist das Singen! Hat nicht jeder von uns zumindest ein Kinderlied erlernt? Mehr Vorbildung ist nicht nötig. Die Welt der Töne zu entdecken, gleicht währenddessen einer abwechslungsreichen Reise. Das Buch verfolgt eine kreative, spielerische Herangehensweise. Es will nicht nur gelesen werden, sondern lädt ein, selbst phantasie- und ideenreich mit Tönen umzugehen, wie in einer Werkstatt, in der entworfen, geformt und gestaltet wird.
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Seitenzahl: 338
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Hallo!
1 Die Spielfiguren, Die Familie
2 Do Das Spielbrett-Notenschrift
3 Ein Gebet: Vater unser
4 Die „Zauberkräfte“ - der
5 Die Spielregeln
6 Erstes Spiel
7 Gleichschritt-Einteilung
8 Züge/Bewegungen
9 Die Zaubertreppe
10 Freundschaften
11 Terz-Pärchen
12 Gleise-Hintergrund
13 Begleitung, Gruppen
14 Strenge Spielregeln
15 Versteckte Sachen
16 Film-Drehbuch
17 Alter Bauplan
18 Fröhlich und traurig
19 Namen
20 Musik und Mathematik
21 Bastelstunde, Variationen
22 Karten und Würfelspiele
23 Formspiele
24 Untersuchung
Nachwort
Das ist ein Buch über Musik für Kinder und Jugendliche, eigentlich für alle, die Musik mögen und kennenlernen wollen. Bestimmt hast du schon oft auf deinem MP3-Player, im Internet, oder aber auch im Theater Musik gehört. Die vielen schönen Melodien, die du dabei gehört hast, haben dir bestimmt Freude gemacht. Wenn du gerne spielst und liest oder zumindest gerne zuhörst, wenn deine Eltern oder deine Lehrerin etwas vorlesen, oder wenn du schon selber gerne liest, dann ist dieses Buch das richtige für dich. So kannst du die Spielregeln der Musik leicht und unterhaltsam kennenlernen. Musik ist wie ein Spiel. Dieses Buch ist ein Spielbuch, eines zum Lesen und Beobachten, vor allem aber eines zum Mitmachen. Ein Lese- und Singabenteuer, aber auch ein Spielabenteuer.
Vielleicht singst du gerne, aber es könnte auch sein, dass du dich nicht traust. Das ist kein Problem! Denke nur daran, wie du in der Schule lesen und schreiben gelernt hast, langsam, Schritt für Schritt. Wenn du sprechen kannst, dann kannst du auch singen! Ich möchte dich zum Singen und Spielen einladen.
Bestimmt kennst und spielst du schon einige Spiele, wie Uno, Mühle, Computerspiele oder vielleicht auch Schach. Alle Spiele haben Spielregeln, die du kennengelernt hast, nur so kannst du mit deinen Freunden das Spiel spielen. So hat auch die Musik eigene Spielregeln, die du erlernen kannst. Sicher zeichnest du gerne und schon lange. Dabei hast du sicher nicht viel nachgedacht, wie du zeichnen musst. Stimmt´s? Du hast es einfach ausprobiert! Menschen, Bäume, Häuser und Tiere. Du hast sie gesehen und dann zu Papier gebracht. Dann hast du die Zeichnung stolz deinen Eltern oder Bekannten gezeigt.
Wie wäre es, wenn du jetzt das Zeichnen mit Tönen verbinden würdest? Du könntest Notenköpfe und Notenlinien zeichnen und diese dann vorsingen. Oder überhaupt eine ganze Melodie, die du erfunden hast, aufzeichnen und sie dann deinen Eltern oder Freunden vorsingen? Wäre das nicht toll? Wenn dich das interessiert, dann lies weiter! Noch etwas: In der folgenden Geschichte kommen nicht nur der Musiklehrer Peter und das Mädchen Nora vor, sondern auch Du! Das ist eine interaktive Geschichte, vielleicht kennst du diesen Begriff aus der Welt der Computerspiele.
Damit du die Geschichte verstehst und möglichst viel aus dem Buch lernst und vor allem Spaß hast, gebe ich dir einige Ratschläge mit auf den Weg. In der Geschichte heiße ich Peter und bin der Musiklehrer, aber keine Angst ich bin nicht streng, und es gibt keinen Test, nur Spiele. Dann gibt es noch ein junges Mädchen, es heißt Nora. Sie liebt Musik und möchte selber Musik machen. Wir werden zuerst die Spielregeln und die Spielfiguren besprechen und dann bald spielen und singen. Du kannst einfach unsere Gespräche „belauschen“ und dabei die Spielregeln kennenlernen. Dann aber bist du an der Reihe, weil ja auch du ein Teil der Geschichte bist. Du sollst die Singübungen auch machen! Ich werde dir erklären, wie du singen lernen und üben kannst. Wo das Wort „Du:“ steht, bist du dran, singe einfach die Tonsilben, die dort stehen. Was die Tonsilben sind, wird dir Peter schon erklären. Singen ist deine Rolle in der Geschichte. Du musst kein Instrument spielen können.
Wenn du etwas nicht vergessen willst, dann musst du es aufschreiben. Das ist ja auch nicht anders in der Musik. Ich werde dir zeigen, wie du am Anfang eine Melodie schnell und einfach aufschreiben kannst. Später wirst du auch die Notenschrift kennenlernen. Weil du ja am Anfang die Notenschrift nicht so leicht lesen kannst, empfehle ich dir etwas. Vielleicht habt ihr zu Hause einen Computer, auf dem du wahrscheinlich schon viele PC-Spiele gespielt hast. Es gibt Programme, mit denen du Noten schreiben kannst, einige kannst du gratis downloaden. Dabei können dir deine Eltern oder Geschwister helfen. Ich benutze auch so eines. Es heißt „Finale NotePad“. Mit diesem Programm kann ich mit der Maus die Noten setzen und gleichzeitig hören, wie sie klingen, vor allem dann, wenn mehrere Noten gleichzeitig erklingen. Eine tolle Sache! Später im Buch werden Aufgaben an dich gestellt, z.B. Melodien und eine Begleitung zu erfinden. Dazu kannst du das Notenschreibprogramm gut gebrauchen, weil du ja dann gleich hörst, wie die Noten zusammen klingen. Aber wenn du nur singen willst oder zu Hause ein Instrument hast, dann kannst du es auch gerne verwenden. Wie es dir gefällt! Aber nicht vergessen: Das Beste ist, wenn du die Melodien, die wir im Buch besprechen, auch wirklich singst! Du kannst auch nicht schwimmen lernen, wenn du nicht ins Wasser springst! Also bis gleich!
Starte mit Peter und Nora gemeinsam in ein musikalisches Abenteuer!
Wir wollen in diesem Buch die Musik auf spielerische Weise kennenlernen. Es gibt drei Personen: ein junges Mädchen Nora, die gerne singt und wissen möchte, wie sie Melodien erfinden kann, und der Musiklehrer Peter. Eine Person fehlt noch! Die wichtigste: Du! Du hast nämlich eine sehr wichtige Rolle. Du sollst die Töne hörbar machen. Wie? Durch Singen. Bist du schon neugierig geworden? Dann lies einfach weiter, belausche Nora und Peter, wie sie miteinander über Musik reden. Die zwei befinden sich in Wien, im Zimmer des Lehrers Peter, wo bunte Zeichnungen, ein Klavier, eine Gitarre, ein Metronom und ein Schachbrett mit Schachfiguren zu sehen sind. Nora kommt zur ersten Stunde.
- Hallo Peter! Mein Vater hat mir gesagt, dass du Lieder schreiben kannst. Zeigst du mir, wie das geht? - fragt Nora.
- Natürlich! - sagt Peter. Dafür gibt es Regeln. Musik machen ist ähnlich wie ein Spiel, ein Spiel mit den Tönen. Lass uns die Musik ansehen und anhören. Kennst du Kinderlieder, die du nachsingst?
- Mit meiner Mutter habe ich früher viele Lieder gesungen. Jetzt singe ich oft allein mit, wenn mir ein Lied gefällt, das ich im Radio oder im Internet höre.
- Also fangen wir an. Zuerst: Melodien bestehen aus Tönen. Wir hören sie.
- Sie sind aber unsichtbar.
- Wenn wir aber für die Töne Zeichen erfinden, die wir aufmalen können, werden sie sichtbar.
- Gute Idee, ich zeichne gern.
- Wenn Leute Musik hören, beginnen sie zu tanzen oder mitzuwippen. Das ist, als hätten die Töne Zauberkräfte. Die Töne können wir als Lebewesen betrachten, die wie auf einer Leiter auf- und abspringen, sich zwischendurch ausruhen müssen, Freundschaften schließen, gemeinsam auf Reisen gehen oder eigene Kinder haben.
- Dann wollen sie bestimmt nicht allein sein.
- Genau! Deshalb kommen Töne in der Musik selten allein vor. Sie leben in einem Familienverbund. Du hörst vielleicht einen einzigen, wenn du auf einem Schiff stehst und das Signal zum Ablegen gegeben wird.
- Das ist wie bei meinem Bruder und seiner Blockflöte. Manchmal klingt das schrecklich, wie er spielt.
- Dein Bruder muss genau reinblasen, damit zum Beispiel die hohen Töne gut klingen. Der lernt das noch.
- Du sagtest, was Töne so machen. Können die durch Wände gehen wie Gespenster?
- Wenn du viel zu laut bist, werden die Nachbarn dich hören. Und du hörst deinen Bruder durch die Wand, wenn er übt.
- So laut ist mein Bruder nicht. Gott sein Dank!
- Musik sollte für alle schön sein. Lass deinem Bruder ruhig noch etwas Zeit, sonst hört er für immer auf und mag nicht mehr selbst musizieren. Die Familie der Töne ist nicht anders. Manche vertragen sich dort nicht, müssen aber miteinander zurechtkommen. Am Ende sind sie aufeinander eingespielt. Lass uns die Welt der Töne zuerst mit unserem eigenen Instrument, der Stimme, erforschen. Die Stimme hast du stets bei dir, wenn du nicht gerade erkältet und heiser bist. Mit der Stimme können wir Melodien tiefer oder höher singen. Mit einem Instrument funktioniert das nicht so leicht wie mit der Stimme. Dort musst du Tasten und Griffe verwenden.
- Du erklärst mir das zuerst mit der Stimme? Ich dachte, du sagst mir, wie eine Band mit deren Instrumenten Musik macht.
- Warte ab Nora. Durch Singen kannst du die Musik am schnellsten verstehen lernen. Wir können am einfachsten Töne erzeugen, indem wir singen. Jeder Ton befindet sich dabei an seinem Platz und ist so wichtig wie alle anderen. Die Töne sind aber nicht groß oder klein, sondern hoch oder tief, nehmen ihre Plätze ein wie die Mutter, der Vater oder die Kinder.
- Auch wie im Theater! - rief Nora.
- Die Schauspieler verkörpern andere Personen. Schauspieler stellen einen Ritter oder einen Verkäufer dar. Die Töne schlüpfen ebenso in verschiedene Rollen. Manchmal klingen sie sanft oder erschrecken dich. Das machen die Schauspieler auch so. Sie springen, wiederholen sich und wollen auf sich aufmerksam machen. Keinen sollte man vergessen. Deshalb strengen sie sich besonders an.
- Und die Schauspieler sind oft Stars!
- Unsere Stars heißen Do Re Mi Fa So La Ti. Sie bilden eine Familie. Es gibt noch andere Mitglieder. Aber über die reden wir später.
- Ich habe sie gezählt. Sieben ist eine komische Zahl. Da gibt es sieben Zwerge, sieben Tage in der Woche und die sieben Weltwunder.
- Lass uns bei den Familienmitgliedern bleiben. - sagte er. Jeder Kopf entspricht einem Ton. Jedes Mitglied einer Familie hat seine Eigenschaften, so auch die Töne. Also „Do“ steht für den Vater. Ich habe ihn mit der Farbe Grün gezeichnet, weil er wie ein guter Mann wirken soll. „So“ ist sein ältester Sohn. Zu sein wie der Vater, das gelingt ihm meist nur kurze Zeit lang. Seine Farbe ist auch grün, nur etwas heller. „Mi“ ist wie die Mutter zuhause, die alle und alles zusammenhält. Deswegen trägt sie die warme Farbe Orange. Der Ton „Re“ steht neben dem Vater. Er ist sein Bruder, neidisch auf „Do“. Deswegen hat er die Farbe Gelb bekommen. „Ti“ ist die kleine Schwester, die beim Vater sein will, um mit ihm zu spielen. Sie ist ziemlich vorlaut und zappelig. Rot ist eine gute Farbe für sie. Dann gibt es noch einen Ton in der Familie, der wie ein Kind ist, der Ton „Fa“,ein Muttersöhnchen, anders als das hellgrüne „So“ für das Vatersöhnchen. Gut aufgepasst? Der Vater hat einen neidischen Bruder. Dann kommt die Mutter. Vater und Mutter haben vier Kinder. Zwei hängen mehr am Vater, ein drittes Kind besonders an der Mutter. Dann gibt es noch das „La“. Dieser Ton hängt an Mutti und Papa, kommt mit beiden gleich gut klar, will sich nicht entscheiden, wo er lieber ist. Manchmal kommt einem „La“ vor, als wünschte es sich, ein Luftballon zu sein, der durch die Lüfte schwebt. Die ganze Familie heißt die „Do“-Familie, weil alle Vaters Nachnamen angenommen haben. Der Vater ist auch sonst der Wichtigste in der Familie.
- Das verstehe ich, die Töne haben Namen und verschiedene Eigenschaften. Aber kann ich diese Eigenschaften auch hören?- erkundigte sich Nora.
- Wenn die Töne nicht alleine, sondern als Familie erklingen, hört man das sofort. Das ist wichtig, wenn Musik gemacht wird. Ich zeige dir gleich, wie du die Eigenschaften der Töne hören und erkennen kannst. Jeder Ton hat einen Namen. Wir werden die Namen wie Do Re Mi usw. zusammenfassend als Tonsilben bezeichnen.
- Tonsilben? Ach ja, weil sie ja wie Wortsilben sind.
- Die Tonsilben ermöglichen uns, ganz einfach über Töne, das heißt, über die Musik zu reden.
- Klar, aber wie wird daraus eine Melodie?
- Die Töne werden in einer bestimmten Reihenfolge gespielt, so entsteht eine Melodie. Ich zeige dir jetzt, wie die ersten fünf Töne Do Re Mi Fa und So erklingen. Das geht am einfachsten, wenn wir eine Melodie, die einen ähnlichen Verlauf wie die ersten fünf Töne hat, singen. Jeder kennt die Melodie „Alle meine Entchen.“ Sing den Anfang des Liedes vor!
- Warum ein Kinderlied?
- Weil die Melodie von „Alle meine Entchen“ wie die ersten fünf Tonsilben klingt. Immer einen Schritt höher. Wer den Anfang der Melodie singen kann, weiß auch, wie die ersten fünf Tonsilben Do Re Mi Fa So klingen. Der Text besteht zwar aus sechs Wortsilben, „Al-le mei-ne Ent-chen“, aber nur die letzten zwei Silben „Ent“ und „chen“ haben die gleiche Tonhöhe. Sing den ersten Teil der Melodie bis „Entchen“ vor!
Nora singt: Al-le mei-ne Ent-chen.
- Und jetzt sing die Melodie statt des Textes mit den Tonsilben, also Do Re Mi Fa So So.
- Das ist ja einfach. Ich höre die gleiche Melodie.
- Nur der Text hat sich verändert.
- Wenn ich wissen und hören will, wie die ersten fünf Tonsilben Do Re Mi Fa So klingen, denke ich einfach an den Anfang der Melodie von „Alle meine Entchen“.
- So ist es!
Du bist jetzt dran! Das ist deine erste Aufgabe. Sing den Anfang von „Alle meine Entchen“ zuerst mit dem Text, dann mit den Tonsilben. Wie du bestimmt gehört hast, hast du bei jeder Wortsilbe eine andere Tonhöhe gesungen, außer bei den letzten zwei. Der Verlauf der Melodie ist ähnlich, wie eine Leiter, wo man stufenweise in die Höhe steigen kann. Deswegen heißt sie Tonleiter. Jede Leiter hat Stufen. Diese Bewegung, stufenweise nach oben, entspricht den ersten fünf Tonstufen. Diese Tonstufen werden mit den Tonsilben benannt. Jede Tonleiter besteht aus Tonstufen. So kannst du also ohne Instrument die ersten fünf Tonstufen mit Hilfe der Tonsilben hörbar machen.
- Jetzt weiß ich, wie die ersten fünf Tonsilben, Do Re Mi Fa So klingen, und die anderen?- fragt Nora neugierig.
- Jeder Ton hat seinen festen Platz in der „Do“-Familie! Am besten üben wir das gleich. Ich singe zuerst die ersten fünf, Do Re Mi Fa So und dann aufsteigend, immer höher La und Ti.
- Das ist ja logisch, aber wie hört sich das an? Hast du dafür auch ein Lied?
- Nein, aber ich kann dir eins vorsingen.
- Ein Instrument wäre mir jetzt lieber.
- Der Musiklehrer greift in seine Tasche und zeigt sein Handy.
- Viele haben ein eigenes Handy. Damit kann man ein Programm herunterladen. Das heißt Klavier-App mit Tasten, die auf dem Display zu sehen sind.
- Klavierspielen auf dem Handy?
- Für den Anfang ist das nicht schlecht. So können wir die Töne hörbar machen. Die Klaviertasten sind sogar beschriftet. Frauen und Kinder sollen mit der Taste C4 anfangen.
- Warum sind die Klaviertasten mit den Buchstaben und nicht mit den Tonsilben benannt?
- Ein wenig Geduld noch, ich werde dir das bald erklären. Viele Musiker bezeichnen die Töne mit den Buchstaben. Die geben die genaue Tonhöhe an, die Tonsilben geben die Eigenschaften an. Für den Anfang reicht es, wenn du weißt, dass der erste Ton C3 oder C4 dem Do entspricht. (C=Do, D=Re, E=Mi, F=Fa, G=So, A=La, B=Ti) Hier ist mein Handy mit dem kleinen Programm, und wir tun zuerst so, als wärst du ein Mann: Dann spielst du von C3 bis B3 hinauf und wieder hinunter. Danach fangen wir bei C4 an und machen dasselbe, einmal hoch und dann wieder zurück zu C4. Ab der Tonhöhe C4 kannst du sogar mitsummen. Wir steigen die Tonleiter hinauf und wieder hinunter. Einverstanden?
- Natürlich!
Nora spielt die Tasten. Wenn sie bei der C4 Taste angelangt ist, summt sie die Tonhöhen mit.
- Einmal war es tief und einmal war es hoch, aber die gleiche Melodie.
- Aufmerksam zugehört! Das ist eine wichtige Erkenntnis. Wir hören eine Tonfolge, anders gesagt eine Melodie, einmal tief und einmal hoch, aber sie bleibt gleich.
Jetzt bist du an der Reihe! Verwende ein Instrument. Du hast noch keins? Ein Glockenspiel oder eine Melodica kostet nur ca. 20 Euro. Oder verwende eine elektronische App am Handy! Spiel die Tonleiter, also die Tasten so, wie Peter es vorher beschrieben hat. C4 → D4 → E4 → F4 → G4 → A4 → B4 Stopp! Und jetzt zurück: B4 → A4 → G4 → F4 → E4 → D4 → C4! Höre zuerst aufmerksam zu. Spiel wieder die Tonleiter und sing dabei die Töne mit den Tonsilben mit! Du wirst merken, dass jeder Ton etwas höher ist. (Wenn du von oben nach unten spielst, dann natürlich tiefer). Die Töne steigen immer höher oder tiefer wie bei einer Leiter, deswegen heißt diese steigende Melodie Tonleiter. Sing diese Melodie (die Tonleiter) öfters auf und ab. Es ist wichtig, dass du diese Melodie in deinem Gedächtnis speicherst; aus diesen sieben Tönen werden die Melodien gemacht.
- Du wolltest ja wissen, wie du die Eigenschaften der Töne hören kannst. Wir benutzen nun ein echtes Klavier. Ich werde auf den weißen Tasten in der Mitte langsam auf- und abspielen. Hör aufmerksam zu. Jeder Ton wirkt anders. Der erste Ton ist Do (C4), der alle anderen Töne zu sich zieht. Der zweite Re (D4) hörte sich eher spannend an, strebt irgendwie zurück zu Do. Der dritte Mi (E4) klingt anders, sicherer und angenehm. Mi harmoniert mit Do. Mi ist wie eine Mutter. Fa tendiert zu seinen Nachbarn. So klingt stabil und sicher. La klingt schwebend und Ti klingt spannend, wir erwarten noch einen Ton nach Ti. Der wird bald kommen! Eigentlich dürften wir nach Ti nicht aufhören. Das erkläre ich gleich. Es gibt Töne, die sich ruhig anhören, und andere, die weitertreiben, und es gibt einen, der leicht hörbar Ruhe und Sicherheit ausstrahlt.
- Das ist bestimmt Do, der Vater! Nicht? - schmunzelte Nora.
- So ist das! Ich werde die Töne der „Do“-Familie in der folgenden Reihenfolge nach oben spielen, dann nach unten. Also: Do → Re → Mi → Fa → So → La → Ti Stopp Ti → La → So → Fa → Mi → Re → Do. Peter macht es so, wie er es gesagt hat, er spricht bei jedem Ton laut dessen Namen aus und Nora hört zu, wie die Töne auf sie wirken.
Spiele auf deinem Instrument bzw. deiner App langsam die Tonleiter vom C4 bis B4 und dann wieder vom B4 runter zu C4! Höre dabei aufmerksam zu und versuche zu fühlen, wie die Töne erklingen und auf dich wirken. Behalte den Klang vom Anfangston Do (C4 oder C3) im Gedächtnis. Du wirst sicher feststellen, dass der Ton Do die anderen anzieht und Ruhe ausstrahlt. Das ist eine wichtige Hörerfahrung. Wie die anderen Töne wirken, hat Peter schon erklärt. So kannst du verstehen und hören, warum die Töne in der Tonfamilie ihre Eigenschaften bekommen haben. Die Eigenschaften wie Vater, Mutter, Sohn usw. sind aber nur eine Eselsbrücke, damit du dir leichter merkst, welche unsichtbaren Kräfte zwischen den Tönen wirken. Nachdem du die Melodie der Tonleiter im Kopf hast, singe sie jetzt mit den Tonsilben! Von Do bis zu Ti und wieder zurück zu Do. Zeige dabei auf die Zeichnung, auf die Familienmitglieder, die du gerade singst! Damit kannst du dir leichter merken, welcher Ton welcher Rolle spielt.
- Die Töne klingen wirklich verschieden, ich habe das Gefühl, als würden sie sich anziehen.
- Das tun sie auch, sie stoßen sich aber auch ab. Unsichtbare Kräfte wirken zwischen ihnen.
- Hast du deswegen die Töne mit den Eigenschaften der Familienmitglieder verglichen?
- Ja, damit du es leichter verstehst. Eine lange Melodie können wir uns nicht leicht merken. Deshalb brauchen wir eine Zeichensprache, um Melodien aufschreiben zu können.
- Ich weiß schon, das wird mit den Noten gemacht. Aber Noten lesen kann ich noch nicht. - entgegnete Nora.
- Kein Problem. Nachdem du die Tonsilben kennengelernt hast, wirst du sie lesen und schreiben können. Mach dir keine Sorgen, Nora. Machen wir weiter so. Wenn wir kein Notenpapier haben oder du noch keine Noten lesen kannst, ist die Tonsilbenschrift sehr praktisch. Bald kannst du mit den Tonsilben selbst eine Melodie singen. Sing doch mal die folgende Melodie nach: Do Re Mi Fa So.
- Wie soll ich das machen? Hilf mir bitte einmal.
- Sing die halbe Tonleiter oder …
- Hätte beinahe vergessen… „Alle meine Entchen“
- Ganz genau! Das ist einfach, oder?
- Denke an die halbe Tonleiter oder an den Anfang der Melodie „Alle meine Entchen“ und singe von einer beliebigen Tonhöhe aus Do Re Mi Fa So!
- Perfekt, und jetzt: So Fa Mi Re Do.
Sing jetzt einfach du auch die halbe Tonleiter nach unten So Fa Mi Re Do.
- Nun hast du eine Tonfolge, anders gesagt eine Melodie, gelesen und gesungen.
- Das war nicht zu schwer. - merkte Nora an.
- So können wir unzählige Melodien aufschreiben. Aber damit wir uns später noch besser über Musik unterhalten können, ist es nötig, dass du die Notenschrift kennenlernst. Die ist einfacher, als du glaubst. Notenschrift ist eine Art Bilderschrift. Bilder versteht jeder.
- Ich mag Bilder und zeichne auch ziemlich gern!
- Das ist gut. Ich werde die Tonsilbenschrift und die Bilderschrift miteinander kombinieren, damit du dir die Melodie leichter vorstellen kannst. Schau dir die Zeichnung an. Die wird von links nach rechts wie die normale Schrift gelesen.
- Der Kopf in der Mitte sieht lustig aus.
- Der lachende Kopf hat noch eine andere Bedeutung. Er sagt dir: „Stopp! Mach mal eine Pause! Atme ein!“
Nora liest laut vor: Do Re Mi Fa So. Sie stoppt. Dann liest sie weiter: So Fa Mi Re Do.
- Sing jetzt die Melodie mit den Tonsilben vor. - schlug Peter vor.
- Do Re Mi Fa So. Stopp! So Fa Mi Re Do.
- Du hast gerade die Bilderschrift laut vorgelesen und vorgesungen. So ähnlich hast du lesen gelernt. Wenn du einen Buchstaben siehst, kannst du dir vorstellen, wie der ausgesprochen wird. Wenn du eine Tonsilbe siehst, kannst du dir vorstellen, wie sie gesungen wird.
Du: Lies zuerst die Tonsilben gleichmäßig laut vor, ohne sie zu singen! Zeig mit deinem Finger auf die jeweilige Tonsilbe: Do Re Mi Fa So, atme ein und sprich weiter: So Fa Mi Re Do! Der Kopf steht für das Einatmen. Stell dir die Melodie, die halbe Tonleiter oder „Alle meine Entchen“ vor und sing: Do Re Mi Fa So. Dann atme ein und sing weiter: So Fa Mi Re Do. Wenn das noch nicht geht, hol dir ein Instrument zu Hilfe.
- Nun singe ich eine andere Melodie. Do Re Mi Fa So La Ti Do´! Atme wieder ein und singe weiter: Do´ Ti La So Fa Mi Re Do. Wenn am Ende der Reihe ein zweites Do vorkommt, ist der Ton höher und heller. Um ihn zu unterscheiden, markiere ich das andere Do´ mit einem Strich (´) rechts oben (Do´).
Du: Zuerst laut vorlesen und singen. Sing und zeig mit dem Finger auf die Tonsilben. Do Re Mi Fa So La Ti Do´. Stopp. Do´ Ti La So Fa Mi Re Do.
- Das höhere Do´ klingt anders, und trotzdem sagst du, es heißt ebenfalls Do, aber mit einem Strich ´ oben.
- Kompliziert ist das nicht. Ich habe eine Idee: Zähl mal die Wochentage auf.
- Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag.
- Und noch einmal. Schneller!
- Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Auf den Sonntag folgt wieder der Montag.
- Trotzdem ist jeder Montag anders, obwohl jedes Mal die Woche neu beginnt.
- Montag muss man nach dem Wochenende in die Schule gehen.
- Lass uns bei der Musik bleiben. Nach Ti kommt immer Do, egal, ob es hoch oder tief klingt. Der Montag ist ein Montag, und Do ist Do, trotzdem jedes Mal anders.
Du: Sing Do Re Mi Fa So La Ti Do´. Einatmen mit Pause. Do´ Ti La So Fa Mi Re Do.
- Buchstaben und Wörter zu schreiben, ist doch einfach. Statt des Bildes mit dem Kopf, der für das Einatmen und für die Pause steht, werde ich beim Schreiben dieses Zeichen verwenden: >.
- Das Zeichen > ist ähnlich wie ein Mund, der einatmet.
- Ein anderes Zeichen für den Anfang und das Ende oder für einen Melodie-Abschnitt ist der Strich: |. Ist die Melodie beendet, wird das mit einem Doppelstrich (||) deutlich gemacht, wobei der zweite Strich etwas dicker ist. Das Ganze sieht so aus: | Do Re Mi Fa So La Ti Do´| > | Do´ Ti La So Fa Mi Re Do ||. Du kennst sicher die Melodie des Kinderlieds „Morgen kommt der Weihnachtsmann!“.
- Habe ich oft im Kindergarten gesungen. Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben …
- Kannst du mir jetzt nur den ersten Teil von der Melodie summen?
- Nur summen ohne Text?
- Ja.
Hoffentlich kennst du ebenfalls die Melodie von „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Wenn nicht, kannst du sie im Internet oder auf YouTube hören. Summe das Lied oder sing die Melodie mit dem Text mit.
- Nun schreibe ich den Anfang der Melodie mit der Tonsilbenschrift auf, und ich singe dir die Melodie vor: Do Do So So La La Soo | Fa Fa Mi Mi Ree Doo ||
Du: Sing jetzt die Melodie mit den Tonsilben: | Do Do So So La La Soo | Fa Fa Mi Mi Ree Doo ||.
- Ach! So ist das. Ich finde es lustig, mit den Tonsilben diese Melodie zu singen.
- Wir werden viele Melodien mit Tonsilben singen und besprechen, welche Töne bzw. Familienmitglieder Melodien aufbauen. Sing jetzt du die Melodie, aber mit den Tonsilben.
- Das war zu schnell für mich. Ich habe mir die Reihenfolge der Tonsilben nicht merken können.
- Kein Problem! Ich kann dir die Töne mit der Bilderschrift aufzeichnen. Lies die Aufzeichnung wie die Schreibschrift von links nach rechts, sing und zeig auf die jeweils bunten Notenköpfe.
- Do Do So So La La Soo Fa Fa Mi Mi Ree Doo
Du: Singe den ersten Teil der Melodie ein paar Mal und dabei langsam. Dabei solltest du auf die Notenköpfe zeigen. Denk dabei an die „Familienmitglieder“, die gerade gesungen werden. In der Reihenfolge sind das: Vater, Sohn, Junge/Söhnchen, Mutter, Onkel, Vater, also | Do Do So So La La Soo | Fa Fa Mi Mi Ree Doo |. Und noch einmal: | Do Do So So La La Soo | Fa Fa Mi Mi Ree Doo ||.
- Was ist dir dabei aufgefallen, als du die Melodie mit den Tonsilben gesungen hast? - fragt Peter.
- Ich habe bemerkt, dass viele Tonsilben zweimal vorkommen. Do Do So So usw. Und dass einige Tonsilben länger gesungen werden, So als Soo, Ree und Doo.
- Freut mich, dass du das gleich erkannt hast. Die Wiederholungen und das längere Aushalten der Töne sind sehr wichtige Erkenntnisse und kommen in der Musik immer wieder vor. Du hast erwähnt, dass am Ende die zwei Tonsilben Do und Re länger gesungen werden. Aber warum? Stell dir vor: Es ist Winter. Der Weihnachtsmann rutscht mit seinem Schlitten von einem Hügel hinunter und wird langsamer und bleibt stehen. Die Töne am Ende der Melodie (Ree und Doo) werden länger und beim Do bleibt die Melodie stehen.
- Habe ich verstanden!
- Kannst du mir sagen, wo die Hügelspitze bzw. das Runterrutschen in der Melodie hörbar sind?
- Hm … Die Spitze des Hügels ist beim La. La ist der höchste Ton der Melodie und dann fällt sie ab: La La Soo | Fa Fa Mi Mi Ree Doo.
Musik besteht aus Tönen, die verschieden hoch oder tief sein können. Du kennst die Töne, ihre Namen und wie sie erklingen. Du weißt jetzt, dass es sieben Töne/Familienmitglieder gibt, die zusammen eine Familie, die Do-Familie, bilden. Eine Melodie wird aus Tönen zusammengesetzt. Du hast die Melodie eines Liedes gesungen, die Tonsilben zugeordnet. Nun kannst du dir den Verlauf der Melodie bildhaft vorstellen. Du hast damit begonnen, ein Bild bzw. eine Tonsilbe und einen Ton in deinem Kopf miteinander zu verbinden. Diese Fähigkeit ist wichtig, damit du Musik verstehen kannst. Eine Melodie können wir entweder mit den Tonsilben-„Schrift“ oder mit einer Bilderschrift notieren, damit wir sie nicht vergessen. Zur Erinnerung noch die Zeichen, die wir besprochen haben: Das Einatmen (Pause): > Das Ende eines Teils einer Melodie oder eines Abschnitts: | (Strich). Und das Ende einer Melodie wird so gezeigt: ||
- Nun singe ich eine neue Melodie: | Mi Re Do Re Mi | Pause, einatmen, | Mi Re Do Re Do |. Oder mit den neuen Zeichen, die ich dir gezeigt habe: | Mi Re Do Re Mi |> | Mi Re Do Re Do ||. Sing die Melodie mit den Tonsilben vor. Nicht vergessen: mit dem Finger auf die Noten zeigen!
Nora singt und zeigt: | Mi Re Do Re Mi |> | Mi Re Do Re Do ||
Du: Hier solltest du die Fähigkeit, Tonsilben/Notenköpfe zu sehen und Melodie zu singen, gleich ausprobieren. Denk an die Melodie und an die Tonsilben von „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Drei Töne, Do Re und Mi, kommen in beiden Melodien vor oder denk an die Melodie auf der Tonleiter. Wenn dir das noch nicht gelingt, nimm ein Instrument zu Hilfe, damit du die Melodie hören kannst. Sing mit den Tonsilben und zeige auf die bunten Notenköpfe von links nach rechts: | Mi Re Do Re Mi |> | Mi Re Do Re Do ||
Lesen hast du schon gelernt. Wir wollen, dass du wie beim Lesen eine Melodie singen kannst. Gib nicht auf. Du wirst das schaffen!
- Es ist dabei wichtig, dass du die Melodien langsam und aufmerksam singst und vor allem öfter! Je öfter, umso besser. Wiederhole sie. So kann sich dein Gehör die Melodie merken. Daher noch ein neues Zeichen für die Wiederholung: :|| Das sieht dann so aus: ||: Mi Re Do Re Mi :||, anders geschrieben, ohne Wiederholungszeichen: | Mi Re Do Re Mi | Mi Re Do Re Mi |.
- Ich habe verstanden. Ohne Wiederholungszeichen musst du etwas zweimal aufschreiben. Warum aber gibt es Wiederholungen?
- Ich wiederhole, damit ich sicher sein kann, dass der Zuhörer oder die Zuhörerin verstanden haben. Die prägen sich alles besser ein. Ich singe dir etwas vor. Du hörst mir zu und wiederholst, was ich vorgesungen habe:
Peter:
|
Do Re Mi Fa
|
Nora:
|
Do Re Mi Fa
|
Peter:
|
Mi Re Do Re
|
Nora:
|
Mi Re Do Re
|
Peter:
|
Mi Do Re So
|
Nora:
|
Mi Do Re So
|
Peter:
|
Do Do Doo
|
Nora:
|
Do Do Doo
|
- Warum hast du beim letzten Do zweimal „oo“ geschrieben?
- … weil der letzte Ton Do länger ist als die anderen. Um das zu zeigen, schreibe ich „oo“, damit du siehst, dass der Ton länger gehalten wird. Singen wir die Melodie gemeinsam ohne Unterbrechung! Als Erinnerung zeichne ich dir die Melodie auf, damit du dir die Zeichen merkst.
- Und warum ist nach vier Tönen ein Strich gezogen?
- Normalerweise schreibe ich alle Buchstaben nicht zusammen … Morgenkommtderweihnachtsmann!
- Natürlich nicht! Du schreibst Wort für Wort mit einer kleinen Pause zwischen den Wörtern: Morgen kommt der Weihnachtsmann!
- Es gibt Buchstaben, die in einem Wort zusammengehören. Sonst würde man es nicht verstehen. Bei den Tönen ist es genauso. Es gibt musikalische Wörter. Damit es am Anfang bleibt, fassen wir vier Töne zusammen, und die zeichnen wir so auf: | x x x x | oder | 1 2 3 4 | oder | Do Re Mi Fa |. Wir könnten zwei Töne oder drei oder fünf Töne zusammenfassen. Das sollte ich am Anfang der Melodie mit der entsprechenden Zahl kennzeichnen, und zwar so: 4| Do Re Mi Fa | usw.
- Gut, das habe ich auch verstanden.
- Das Wiederholungszeichen am Anfang und am Ende der Melodie (||: x :|| ) nicht vergessen. Noch etwas: Während du singst, zeig weiter mit dem Finger auf die Noten.
Nora singt: 4||: Do Re Mi Fa | Mi Re Do Re | Mi Do Re So | Do Do Doo :||.
Du: Singübung für dich. Versuche das zuerst ohne Instrument. Lies zuerst laut die Tonsilben vor, vom Anfang bis zum Ende, dann singe die Melodie mithilfe deiner Vorstellungskraft. Zeige dabei auf dem Bild oben auf die bunten Tonsilben.
- Ich singe eine andere Melodie vor, langsam, Schritt für Schritt, damit du sie dir merken kannst. Auch deine Mutter wird es so gemacht haben, als du sprechen gelernt hast. Achtung! Diesmal ertönt die Melodie etwas tiefer und dunkler, vom Do nach unten zum Ti. Deswegen befindet sich beim Ti rechts unten ein Strich Ti,, der wie ein Komma aussieht.
- Ich dachte, Ti kommt erst nach dem La, also viel später.
- So einen Fall haben wir beim Do gehabt. Unten ein Do und viel höher noch ein Do´, das mit dem Strich oben. So ist es beim Ti ebenfalls. Es gibt eine tieferes Ti, das ich mit einem Strich unten schreibe. Kannst du dich an den Vergleich mit den Wochentagen erinnern? Vor dem Montag kommt erst der Sonntag, und vor dem Sonntag ist Samstag.
- Der Samstag in der vorigen Woche war anders als der Samstag, der in dieser Woche kommt. Am vergangenen Samstag habe ich den Tag lang gespielt, weil es so geregnet hat. Am nächsten Samstag fahren wir zum Einkaufen, weil ich neue Schuhe brauche. Also vor Do steht ein Ti. Nach Ti kommt ein Do. Oder: Vor dem Sonntag kommt der Samstag. Auf den Sonntag folgt ein Montag.
- Ich schreibe das auf: Ti, | Do Re Mi Fa So La Ti | Do´. Also singe ich:
Peter:
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Do Do Ti, Ti,
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Nora:
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Do Do Ti, Ti,
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Peter:
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Re Re Do Do
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Nora:
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Re Re Do Do
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Peter:
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Mi Mi Re Re
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Nora:
|
Mi Mi Re Re
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Peter:
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Fa Fa Mi i
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Nora:
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Fa Fa Mi i
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Peter:
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Do Do Re Re
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Nora:
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Do Do Re Re
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Peter:
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Ti, Ti, Doo
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Nora:
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Ti, Ti, Doo
|
- Nun singen wir die Melodie gemeinsam und langsam und wiederholen sie.
4 ||: Do Do Ti, Ti, | Re Re Do Do | Mi Mi Re Re | Fa Fa Mii | Do Do Re Re | Ti, Ti, Doo :||
- Könntest du diese Melodie mit denTonsilben zeichnen?
- Ja, natürlich. Dieses Bild wird dir zeigen, was dir am Anfang beim Hören vielleicht nicht gleich aufgefallen ist, und zwar ein gewisses Muster. Die Töne kommen immer doppelt vor: Do Do Ti, Ti, usw., außer bei Mi und am Ende bei Do, die länger sind.
- Das sind meist vier Töne, vier Tonsilben zwischen den Strichen.
- Ja, das hast du gut erkannt.
Du: Lies zuerst die Tonsilben laut vor und versuche, die Melodie zu singen. Wenn das noch nicht geht, greif wieder zu deinem Instrument.
Du kannst sie Takt für Takt vorspielen und dann singen.
4 ||: Do Do Ti, Ti, | Re Re Do Do | Mi Mi Re Re | Fa Fa Mii | Do Do Re Re | Ti, Ti, Doo :||
- Wenn wir diese Melodie aufzeichnen würden, wären die verschiedenen Tonhöhen, die in der Melodie vorkommen, nicht sichtbar. Das kann die Tonsilbenschrift nicht zeigen. Alles ist auf gleicher Höhe: Do Do Ti, Ti, Re Re usw. Aber mit der Bilderschrift ist es möglich, das zu zeigen. Deshalb werden die Töne, die höher erklingen, nach oben versetzt und die tieferen Töne nach unten. Schau die Zeichnung genau an. Sing sie gleich nochmals!
- Dieses Notenbild hat mir geholfen. Mittlerweile kann ich mir die Melodie besser vorstellen und singen. Die runden Notenköpfe erinnern mich an Bälle, die bunt sind und sich in der Luft bewegen.
- Melodien sind tatsächlich wie solche Bälle. Aber irgendetwas fehlt noch auf dem Bild...
- Die Töne schweben in der Luft.
- Dazu werde ich dir eine einfache Lösung zeigen. Vorher habe ich eine Frage: Nora, du wohnst in einem Wohnhaus. In welchem Stockwerk genau?
- Im fünften Stockwerk.
- Deshalb zeichne ich dir ein großes Wohnhaus. Wie wäre es, wenn wir die Töne in einem solchen Haus unterbringen würden? Jeder Ton bekäme eine Wohnung. In jedem Stockwerk wohnt ein Ton. In den farbigen Stockwerken befinden sich die Wohnungen der Angehörigen der Familie Do. Die Töne in den grauen Bereichen lernen wir später kennen. Das Gebäude hat jedoch nicht sieben Stockwerke, sondern dreizehn.
- Das wird immer komplizierter! Etwas ist mir nicht klar. Warum wohnen Mi und Fa und Ti und Do´eng zusammen, und warum haben die übrigen Töne einen anderen Stock zwischen ihnen?
- Die Antwort liegt in der Familie Do verborgen, in den Beziehungen der Familienmitglieder untereinander.
- Meinst du die enge Beziehung der Mutter zum Söhnchen und der Tochter zum Vater?
- Die habe ich gemeint, um die Kräfte der Musik verstehen zu können. Mi und Fa und Ti und Do´ liegen eng beieinander. Wenn du die Töne nacheinander singst, spürst du die Kraft, Anziehung und Spannung zwischen ihnen. Das wird mit dem Bild gezeigt. Unsere Augen und das Gehör sind gute Freunde. Kann der eine Sinn etwas nicht erkennen, hilft der andere.
Jetzt bist du dran! Während du die Tonleiter singst, stell dir die Abstände (- und .) vor und beobachte, ob du die Spannung, den kleineren Abstand, zwischen Mi und Fa und Ti und Do spüren kannst.
| Do - Re - Mi.Fa - So - La - Ti.Do´ > Do.Ti – La – So – Fa.Mi – Re - Do ||
- Bei den anderen Tönen liegt stets ein Stockwerk dazwischen.
- Ist zwischen zwei Tönen ein anderer Ton vorhanden, nennt man das Ganztonabstand wie zwischen Do und Re. Doo - Re: Das Zeichen - steht für den Zwischenton. Zwischen Mi und Fa ist kein Zwischenton vorhanden. Die beiden Töne sind eng beisammen. Das heißt: Halbtonabstand.
- Woher stammen die Wörter Halbtonabstand und Ganztonabstand?
Das kann ich bei der Zeichnung mit dem Haus oder den Spielsteinen nicht erkennen.
- Das hat mit der Klaviertastatur zu tun, weil es dort zwischen den weißen Tasten schmale schwarze Tasten gibt, die halb so breit sind wie die weißen Tasten. Diese Benennung kann ich für die Tonsilben übernehmen. Schau dir das Bild unten an. Es hilft mehr als eine Erklärung. Diesmal habe ich die schwarzen schmalen Klaviertasten verlängert und genau so breit gemacht wie die weißen, damit du die Begriffe Halbton und Ganzton leichter verstehst. Schwarz steht für die noch unbekannten Zwischentöne. Zwischen Mi und Fa und Ti und Do gibt es keine schwarze Taste.
- Diese Anordnung zu verstehen ist wichtig. Die Töne wollen ein Muster bilden. Dahinter ist eine Kraft verborgen, um Melodien bilden zu können. Wir werden diese Kraft später genauer kennenlernen. Denk an das Bild der Familie. Wenn du die Beziehungen in der Familie verstehst, kannst du dir die Beziehungen zwischen den Tönen leichter vorstellen. Aber wir wollten vorher die Noten, die in der Luft schweben, auch irgendwie stützen. Unsere Aufgabe ist es, eine Lösung, eine Stütze, für die bunten Tonsilben zu finden, die noch immer in der Luft hängen. Ich schreibe unsere Melodie auf: | Do Do Ti, Ti, | Re Re Do Do | Mi Mi Re Re | Fa Fa Mii | Nun wollen wir unsere Melodie aufzeichnen: Die bunten Bälle fliegen noch immer in der Luft.
- Wie wäre es, wenn die Töne eine eigene Wohnung bekämen?
- Schau, ich habe sie im Haus untergebracht, aber nur die ersten paar Töne in die passenden Stockwerke platziert, also dort, wo sie wohnen.
- Das sieht gut aus. Jeder Ton hat seinen Platz. Die Abstände zwischen den Tönen sind richtig eingezeichnet und die Reihenfolge stimmt auch.
- Wir können sehen, welche Töne nicht gespielt werden, und wir gucken uns die Anordnung der Töne an. Wir können eine Regel erkennen, dass die Töne gern Muster bilden. Mit dieser Zeichnung haben wir eine Möglichkeit entwickelt, die Melodie aufzuzeichnen.
Du: Zeig mit dem Finger auf die Töne, die du singst.
- Ich sehe schon, dass diese Zeichnung ähnlich wie die Notenschrift ist.
- Nora, zeichne selbst ein Haus! Dort auf dem Tisch findest du Stifte.
- Dauert das nicht zu lange?
- Wenn wir jedes Mal ein Haus für die Töne zeichnen, würde das lange dauern. Am Anfang benutzen wir nur sieben Töne. Statt eines Hauses mit Stockwerken können wir für die Darstellung der Tonhöhe eine Linie zeichnen.
- Mit ihr haben wir die Möglichkeit, drei Töne zu zeichnen.
- Das versteh ich nicht, wieso drei?
- Mit einer Linie ergeben sich drei Möglichkeiten, die Töne zu platzieren: unter der Linie, auf der Linie und über der Linie
- Habe ich verstanden.
- Wie bringen wir die weiteren Töne unter?
- Wir brauchen noch eine Linie für die anderen Töne.
- Machen wir das also!
- Jetzt haben wir fünf Töne auf zwei Linien, im Zwischenraum, darüber und darunter untergebracht, da stimmt aber etwas nicht. Du hast gesagt, dass das So im achten Stockwerk wohnt. Aber hier hat es die Nummer 5 und wohnt über der zweiten Linie.
- … weil die Linien nicht jedes Stockwerk zeigen können. Es ist alles vereinfacht und zusammengedrängt. Wir fangen beim Do zu zählen an. Do ist der erste Ton. Re ist der zweite Ton. Mi ist der dritte Ton. Fa ist der vierte Ton, und So der fünfte Ton in der Do-Familie. (1.=Do 2.=Re 3.=Mi 4.=Fa 5.=So)
- Ich kann mir das nicht vorstellen.
- Na gut, ich versuche es mit einer anderen Zeichnung.
