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Esta é a história de Mirko, um gato que nasceu na Alemanha e que sonhava conhecer o mundo. A oportunidade apareceu quando alguns marinheiros resolveram levá-lo pro navio para acabar com os ratos a bordo. Viajou por diferentes oceanos, mas nunca conseguiu deixar o porão. Mas a sorte de Mirko começa a mudar quando uma bela jovem se encanta por ele e pede o gatinho preto como presente ao capitão. A jovem, de nome Edith, e seu amigo Mirko vão morar em Blumenau, uma pequena colônia alemã no sul do Brasil. O nome do Mirko está eternizado numa lápide do cemitério de gatos no jardim da casa de Edith Gaertner, sobrinha-neta do Dr. Blumenau, fundador da colônia. Este livro, além da aventura do gato Mirko, apresenta mais nove contos que levam o leitor a conhecer situações inusitadas envolvendo personagens importantes da saga da imigração alemã no Brasil.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Conteúdo © Pimpão
Edição © Viseu
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Editor: Thiago Domingues Regina
Projeto gráfico: BookPro
e-ISBN 978-65-280-1140-7
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1Vor langer Zeit, als die Schiffe noch keinen Motor hatten und nur dank Dampfmaschinen vorankamen, die mit Holz oder Kohle betrieben wurden, lebte in Hamburg ein schwarzer Kater, der Mirko hieß.
2Er war schwarz und Deutscher, was gar nicht ungewöhnlich war, denn bei den Tieren hat das nichts miteinander zu tun. Ganz gleich, wo sie geboren werden, können sie ein schwarzes oder ein andersfarbiges Fell haben.
3Und noch etwas haben uns die Tiere voraus, sie sprechen nämlich die selbe Sprache. Gingen wir nach Deutschland verstünden wir kein Wort von dem, was man uns sagte, außer wir hätten selbst Deutsch gelernt.
4Beim Kater, wie bei jedem anderen Tier auch, ist das nicht so. Wohin auch immer er kommt, sein Miauen wird gleich von den anderen Katzentieren verstanden und auch er versteht, was die anderen miauen. Und so bellt der brasilianische Hund genauso wie der deutsche, italienische, spanische, französische, japanische oder auch amerikanische.
5Mirko wohnte ganz nah am Hafen und hatte eine alte Angewohnheit. Er ging täglich an den Kai und setzte sich auf die Mauer an der Elbe und blickte auf das Wasser, das zur Nordsee fließt. Er saß dort und beobachtete das schöne Treiben der Möwen, die im Sturzflug hinunterschießen, um Fische zu fangen. Und er träumte davon, wie gut es doch wäre, selbst fliegen und einen Fisch fangen zu können, wenn er hungrig wäre, und dann auch noch dort oben zu sitzen, auf einem Baumast, oder sich auf dem Wasser treiben zu lassen, wenn er müde wäre.
6Er wäre so gern eine Möwe, dann würde er auf Reisen gehen, um weit entfernte Orte kennen zu lernen. Andere Male stellte er sich vor, wie toll es wäre, ein großer Fisch zu sein, um nicht von den Möwen geschnappt zu werden und in den Flüssen und Meeren der ganzen Welt schwimmen zu können. Letztendlich aber kam er zu dem Schluss, dass es am besten wäre, wenn er doch als Kater reisen könnte. Dann könnte er durch Straßen und über Plätze spazieren, auf Bäume springen und über die Dächer laufen. Und das alles ganz ohne arbeiten oder zahlen zu müssen. Und ein Kater war er ja sowieso schon!
7Durch die Welt zu reisen, das war Mirkos größter Traum. Ach!, wenn er doch bloß reisen und wie die fröhlichen Matrosen, die dort immer an Bord gingen, über die Ozeane kreuzen könnte. Wie gern würde er nach China fahren, in das Land der gelben Menschen, deren Augen so schmal waren und oft aussahen wie die Augen der Katzen. Von dorther kam der Porzellanteller, aus dem er seine Milch trank. Wie schön musste doch Afrika sein, der Kontinent jener Menschen, die die gleiche Farbe hatten wie er selbst und so schöne Musik machten, ganz gleich, ob sie fröhlich oder traurig waren.
8Und dann Amerika! Er wusste, dass schon seit der Zeit der Segelschiffe viele Schiffe Hamburg in Richtung Vereinigte Staaten und Brasilien verließen. Sie nahmen Leute mit, die niemals zurückkehrten. Ob sie dort wohl so glücklich waren, dass sie nicht mehr nach Hamburg zurück wollten? Hamburg war eine sehr schöne Stadt und es gab dort viel Fisch. Er hatte noch nie hungern müssen. Frau Müller, sein Frauchen, war die Witwe eines Fischers und war sehr gut zu ihm. Selbst in ihrem Bett durfte er schlafen. Die arme Frau hatte keine Kinder und hielt ihn, als wäre er ihr eigener Sohn.
9Sie führte Gespräche mit ihm, erzählte ihm Geschichten, besprach die Ereignisse, die sie über die Nachbarinnen oder aus der Zeitung erfuhr und all das steigerte seine Reiselust. Er war wirklich besessen von dem, was die Deutschen “Fernweh“ nennen, ein Wort, dass es scheinbar nur in ihrer Sprache gibt und soviel heißt wie Sehnsucht nach der Ferne, nach unbekannten Orten.
10Die Zeit verging und Mirko träumte jeden Tag am Kais von herrlichen Reisen über die sieben Meere. Eines Tages aber – war es Glück oder Pech?– sah ein Matrose den Kater dort liegen und meinte zu seinen Gefährten: „Seht mal, ein Kater! Wir könnten ihn mit auf unser Schiff nehmen. Der Laderaum ist voller Mäuse und er wäre dort ganz nützlich. Er würde mit diesen elenden Nagern aufräumen, die unsere Fracht verderben und uns auch noch die Pest an den Hals bringen.“Die anderen stimmten ihm zu und der Plan wurde gleich in die Tat umgesetzt. Mirko war ganz in Gedanken versunken und ihn kümmerte es nicht, als sich die Männer ihm näherten, ja er reagierte nicht einmal darauf, als sie ihn sich schnappten, in einen Sack steckten und ihn in das Innere des Schiffes brachten.
11An Bord des Segelschiffes ließen sie ihn los und er spürte eine riesige Freude. Nun würde er die Welt kennen lernen. Sein großer Traum würde in Erfüllung gehen. Er dachte nicht einmal mehr an Frau Müller, die noch Tage und Nächte lang nach ihm rief und todtraurig nach ihm suchte. Sie glaubte, er sei das Opfer eines tragischen Schicksals geworden, so wie damals auch ihr Mann, der das Kommando auf einem Schiff hatte, das in einer Unwetternacht in der Nordsee untergegangen war.
12Mirko indessen lief sein neues Zuhause auf und ab, um es zu erkunden. Das Schiff schaukelte in den Wellen und das gab ihm ein angenehmes Gefühl. Bald schon witterte er überall Mäuse. Er würde zwar viel Arbeit haben, aber es würde ihm nicht an Nahrung mangeln. Und er fand auch gleich einen Ort, an dem er in Ruhe schlafen konnte, von dem aus er aber auch alles mitbekam, was sich um ihn herum abspielte.
13Die Seemänner waren keine Deutschen, doch sie lasen die Marke, die er am Halsband trug und entdeckten so seinen Namen: Mirko.
14Sie schienen mit ihrem neuen Gefährten zufrieden zu sein. Einer von ihnen warf ihm sogar eine Fischgräte als Willkommensgeschenk zu. Mirko fraß sie gleich auf, eher als Beweis seiner Dankbarkeit als aus Hunger. Außerdem hatte man ihn bei Frau Müller niemals nur mit einer einfachen Gräte gefüttert. Dort gab es kleine Fischfilets oder andere Leckereien, die sie so gut zubereiten konnte, manchmal sogar Schokoladenkuchen mit Erdbeeren darauf.
15Schließlich kam der Tag der Abreise. Das Schiff war beladen, die Taue wurden gelöst, mehr Kohle unter den Kessel geworfen und das Schiff stach in See. Hamburg blieb zurück. Mirko spähte nur mit einem Auge, was nun kommen würde. Der Kai im Hafen wurde immer kleiner, auf einmal sah er nur noch die Kirchturmspitzen und zuletzt nichts mehr von der Stadt, in der er geboren war und bis zu diesem Tag gelebt hatte. Sein Herz schlug lauter. Wohin würden sie nun reisen? Wie viel Neues, welch schönen Dinge würde er nun sehen können! Es ging doch nichts über das Leben eines Matrosen-Katers! Nun war er ein echter Seebär, oder besser noch, ein Seekater.
16Mirko war sehr intelligent und bald schon begann er, die Sprache seiner neuen Besitzer zu lernen. In vielem ähnelte sie der Sprache, die er gut kannte, die von Frau Müller. Er begriff schnell, das die Fahne, die weit oben am Mast wehte, die holländische war. Seine neuen Freunde und Gefährten in diesem Abenteuer waren also Holländer.
17Die Reise verlief ruhig, auch wenn er sie sich immer schneller vorgestellt hatte.
18Das Schiff schien nicht von der Stelle zu kommen. Oder lag das an der Größe des Meeres, dass er sich kleiner vorgestellt hatte, als es in Wirklichkeit war? Plötzlich, als sie sich an einer Stelle befanden, an der man nichts als Wasser um sich herum sah, wurde der Himmel dunkel, obwohl es noch nicht Nacht war, und das Meer wurde unruhig. Das Schiff geriet in ein schreckliches Unwetter. Mirko rollte sich zusammen und dachte, er würde ertrinken, denn Katzen können nicht schwimmen und haben unheimliche Angst vor Wasser.
19Das Schiff stieg auf und ab, alles rollte durch die Gegend, die Seemänner stürzten umher und riefen sich Befehle zu. Es hatte den Anschein, als ob das Schiff im nächsten Augenblick kippen oder in der Mitte zerbrechen würde. Mirko vermisste Hamburg und das gemütliche Haus von Frau Müller. Dort war er immer wohlbehütet gewesen und wenn er fror, setzte er sich vor den Ofen oder kuschelte sich in eines der Kissen im Zimmer.
20Doch dort auf der Oranien — das war der Name des Schiffs, der ganz groß auf dem Bug geschrieben stand — ja da musste er sich nun mit allen vieren festklammern und durchnässt von der Gischt der riesigen Wellen fror er ganz erbärmlich. Niemand kümmerte sich um ihn. Ganz anders als bei seinem alten Frauchen, Frau Müller, die ihn bei jeder Kleinigkeit gleich auf den Schoß nahm.
21Wie sagt doch ein altes brasilianisches Sprichwort, das übrigens auch die Katzen kennen: Es gibt nichts Gutes, das ewig währt, doch auch alles Böse hat einmal ein Ende. Das Unwetter verzog sich und die Verluste waren gering. Für Mirko, unseren frischgebackenen Seemann, war es nicht mehr als ein großer Schrecken. Und dann kam die Windstille! Die Sonne ging auf, ging wieder unter, man sah den Mond, der Mond ging im Meer unter und das Schiff trieb vor sich hin. Mirko konnte die Zeit nicht in Stunden, Tagen und Monaten zählen, denn Katzen tragen ja keine Uhr und machen sich auch keine Gedanken über den Ablauf der Zeit, schon allein deswegen, weil man ja sagt, Katzen hätten sieben Leben. Doch es verging wirklich viel Zeit bis jemand von oben rief: “Land in Sicht!”.
22Land in Sicht! Sie waren da. Ob das wohl schon das Ziel ihrer Reise war? Wo waren sie angekommen?
23Er konnte es kaum abwarten, bis das Schiff anlegte und er von Bord ging, um sich umzuschauen. Er lief auf das Kommandodeck und beobachtete alles mit weit aufgerissenen Augen. Vor ihm erschien die Figur einer riesigen Frau mit einer Fackel in der Hand. Frau Müller hatte von ihr gesprochen. Das war die Freiheitsstatue. Sie liefen in den Hafen von New York ein. Heutzutage würde er sicher Tom, Sylvester oder Felix treffen wollen, Kater, die das Kino und das Fernsehen auf der ganzen Welt berühmt gemacht hat.
24Doch damals gab es noch nicht einmal Radios, geschweige denn Filme im Fernsehen.
25Das Schiff legte im Hafen an und Mirko war schon ganz übermütig, er streckte sich und wollte schon von Bord, als der Kommandant befahl: “Schließt Mirko ein, damit er nicht wegläuft!”. Es blieb ihm nicht einmal Zeit, sich einen Fluchtplan auszudenken.
26Man schnappte sich den verträumten Kater und steckte ihn in eine Reisetruhe, die nur ein paar Belüftungsschlitze hatte. Es nützte ihm nichts, dass er miaute und den Deckel des Koffers von innen zerkratzte. Die Matrosen gingen von Bord, um sich zu vergnügen, während die Stauer die Fracht löschten. Mirko, der New York so gern kennen gelernt hätte, blieb zurück und jammerte über sein Schicksal.
27Warum hatten sie ihm nicht erlaubt, von Bord zu gehen und durch die Stadt zu spazieren? Ob es wohl ein Verbot für fremdländische Katzen gab? Fehlten ihm irgendwelche Papiere? Aber Katzen haben doch noch nie Papiere gehabt und auch noch nie irgendwelche schriftliche Genehmigungen gebraucht. Sie waren immer frei und liefen umher, wo immer es ihnen passte, selbst in Nachbars Garten. Solch große Undankbarkeit hatte er vom Kommandanten nicht erwartet. Immerhin beseitigte er die Mäuse und außerdem hatte er sich die ganze Reise über gut benommen. Er war sehr artig gewesen und hatte immer nur in der richtigen Ecke verrichtet. Er hatte nie über das Essen geklagt, obwohl er von seinem alten Frauchen besseres gewohnt war. Der Arme war wirklich sehr enttäuscht und untröstlich. Nach einer solch langen Reisezeit an Bord, und dann nicht einmal eine Runde drehen dürfen, mit den einheimischen Katzen plaudern können, vielleicht sogar eine nordamerikanische Freundin finden und ein bisschen vom Leben dieser Stadt, die doch so anders war als Hamburg, kennen lernen dürfen, das war eindeutig eine Strafe, die er nicht verdient hatte.
28Das Schlimmste aber war, dass sie in New York wieder ablegten, andere Häfen ansteuerten, hunderte von Reisen um die Welt machten und der arme Mirko jedes Mal wieder fest saß, wenn er daran dachte von Bord zu gehen. Das Schicksal war grausam zu ihm! Nun vermisste er Hamburg, wo er frei gewesen war und wo er von schönen Dingen auf der anderen Seite des Meeres träumen konnte. An Bord der Oranien erreichte er die andere Seite des Meeres, doch sehen konnte er gar nichts. Er war der reinste Gefangene. Zu seinem großen Unglück kehrte das Schiff nicht nach Hamburg zurück. Dort würde er so laut miauen, bis Frau Müller ihn gehört hätte, oder er würde versuchen von Bord zu springen, bevor das Schiff angelegt hätte, auf die Gefahr hin, in die Elbe zu fallen und sich eine Lungenentzündung zu holen. Wenn es doch wenigstens noch eine Katze an Bord gegeben hätte, mit der er sich hätte unterhalten und der er sein Leid hätte klagen können.
29Eines Tages aber legte das Schiff wahrscheinlich in Bremen an, denn Hamburg war das nicht, aber er hörte, dass man Deutsch sprach. Dort wurde Ware und ein Umzug aufgeladen und eine sehr schöne junge Frau stieg dazu.
30Sie schien Katzen sehr zu mögen. Kaum hatte sie ihn gesehen nahm sie ihn auf den Schoß und kraulte ihn.
31Mirko mochte sie gleich und zeigte sich besonders kokett. Er schmiedete sofort einen Plan, um vom Schiff zu entkommen. Er würde das Herz dieser schönen Frau erobern in der Hoffnung, dass sie ihn am Ende der Reise mit sich nehmen würde. Selbst wenn das heimlich in ihrer Hutschachtel sein müsste.
32Er schnurrte und rieb sich an ihren Beinen, sprang ihr auf den Schoß, hielt ihr seine Pfötchen hin und machte ihr den Hof. Die Frau war Schauspielerin und kam gerade aus Berlin. Sie kehrte zurück, um im Haus ihres Onkels zu wohnen, der ein Stück Land in Brasilien besiedelte. Sie mochte Katzen wirklich sehr und verliebte sich in Mirko.
33Sie beschloss, den Kommandanten zu bitten, ihn ihr zu schenken. Der raue Seemann konnte dieser schönen jungen Frau, die auch noch gut schauspielern konnte, ihre Bitte nicht ausschlagen. Als sie Rio de Janeiro erreichten, konnte Mirko sehen, wie schön diese Stadt mit den Hügeln war. Auch wenn er nicht die Erlaubnis erhielt, durch die Straßen zu laufen, auch wenn er im Hotelzimmer bleiben musste, er hatte wieder festen Boden unter den Pfoten und befand sich in Gesellschaft einer Frau, die ihn sicherlich genauso behandeln würde wie einst Frau Müller.
