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Paul Panker (Band 1-3) versammelt drei gereimte Geschichten über Freundschaft, Mut und den Aufstand gegen Alltagsrassismus und rechte Hetze - jugendgerecht erzählt, aber ohne die Komplexität der Wirklichkeit zu verschweigen. Im Mittelpunkt steht Paul Panker: ein junger, frech-poetischer Punk mit klarer Haltung, pinkem Irokesenschnitt und zwei verschiedenfarbigen Schnürsenkeln. Gemeinsam mit weiteren Kindern aus seinem Block erlebt Paul die Konflikte und Herausforderungen eines Lebens in einem Hinterhof, der sinnbildlich für unsere Gesellschaft steht: mit Vorurteilen, Diskriminierung und Ausgrenzung, aber auch - dank Paul - mit mutigen Gegenstimmen. Ob es um rassistische Beleidigungen auf dem Spielplatz, rechte Schmierereien an der Wand oder die stille Wut angesichts schweigender Erwachsener geht - die drei Geschichten sprechen Klartext, sind echte Punk-Poesie. Dabei stehen Solidarität und Zivilcourage stets im Mittelpunkt. Pauls Haltung steckt an, seine Sprache ist deutlich, seine Weltanschauung offen: Vielfalt, Antifaschismus, Empathie. Die Geschichten richten sich sowohl an Kinder ab 12 Jahren als auch an Jugendliche und Erwachsene und bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für Schule, politische Bildung, Theater- und Medienarbeit oder Familiengespräche. Sie verbinden Humor mit Ernst, Leichtigkeit mit Tiefe - und zeigen, wie viel in einem einzelnen Moment der Entscheidung stecken kann. "Nie wieder ist jetzt!" - dieser oft zitierte Satz wird hier nicht platt reproduziert, sondern durch die Geschichten von Paul und seinen Freund*innen mit Leben gefüllt. Ein deutlicher Aufruf zum Mitdenken und Mitmachen - poetisch, direkt und dringend.
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Seitenzahl: 23
Veröffentlichungsjahr: 2025
Ein bisschen Punk-Poesie…
…zum Mutmachen
…zum Widersprechen
…zum Lautsein und Stabilbleiben
…für interessierte Leser*innen
…für Antifaschist*innen und
…für alle, die es noch werden wollen
…für die ganze Familie
…für als links-grün-versifft -Beschimpfte und
…für Klimaschützer*innen
…für zukünftige Punk-Fans
…für Vielfalt
…für Zivilcourage
…für ein gutes Leben im Block
Band 1
Kapitel 1: Der Junge mit dem Iro
Kapitel 2: Die Rückwand vom Kletterding
Kapitel 3: Der Junge aus dem Fünften
Kapitel 4: Mein erstes A
Band 2
Kapitel 1: Der Ball auf dem Balkon
Kapitel 2: Der Kletterding-Pakt
Kapitel 3: Hans, Harald und Hermann
Kapitel 4: Team A
Band 3
Kapitel 1: Im fremden Block
Kapitel 2: Die Polizei ermittelt im Hof
Kapitel 3: Kennt ihr diesen Typen?
Kapitel 4: Lampions und Lachen im Hof
Hinweise zum Text
Ich wohne im Block, dem zweiten von drei,
in der vierten Reihe, Eingang von links Nummer zwei.
Der Spielplatz unten? Meistens leer und doch voll im Lot,
nur Plastikmüll, Flaschenscherben und Hundekot.
Die Rutsche knarzt und das Kletterding rostet,
der Sand ist Beton, weil der weniger kostet.
Die Wände voll Schmierkram, die Flagge gehisst:
Vier Haken, ein Kreuz - wie vom Hund hingepisst.
Ich hock auf der Schaukel, halb träumend, halb schlapp,
denk: „Hier geht echt nie was, das Viertel ist platt.“
Doch dann kam er an - mit 'nem Schritt wie ein Bass,
und ich dacht mir sofort: „Was ist DAS denn für’n Spast?“
Er trug schwarze Stiefel, die schrien nach Krawall,
und 'nen Iro, der glänzte wie Blitze im All.
Die Jacke war schwarz, voller Buttons und Zeichen,
auf einem stand tatsächlich: „Ich esse Leichen.“
„Hey!“, rief er mir zu, als wär ich sein Kumpel.
Er winkte und grinste, trat auf mit Gerumpel.
Er setzte sich neben mich, ganz ungeniert,
kramte im Rucksack - was da wohl passiert?
Ich murmelte leise: „Na toll, jetzt wird’s wild…”
Er kramt eine Weile, was da alles rausquillt.
Ein Aufkleber - darauf, ich hatte nur kurz Sicht:
„Kein Mensch ist egal“ - ich verstand es noch nicht.
„Hast du das gesehn?“, sagte Paul ganz empört
und zeigte zur Wand, wo Gekritzel ihn stört.
„Da steht was von Kameraden - mit Runen und Hass.
Und niemand wischt’s weg - als ob das so passt!“
Ich stutzte, tat so, als wär es banal.
Doch ehrlich, es war mir bis hierher egal.
Denn ja, das da hinten, das stand wirklich da,
und ich hab’s übersehn - Tag für Tag, Jahr für Jahr.
„Ich bin Paul“, sagt er dann, „bei meiner Oma im Block.
Ich mach da nicht mit, hab da direkt kein Bock.
Ich komm nicht mit Vorsicht, komm mit Plan und bin laut,
kriminell und asozial - ist bei mir schon fest verbaut.“
