Verlag: Bastei Lübbe Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2016

Petronella Apfelmus - Zauberhut und Bienenstich E-Book

Sabine Städing

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Bestseller

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E-Book-Beschreibung Petronella Apfelmus - Zauberhut und Bienenstich - Sabine Städing

Band 4 der beliebten Reihe rund um die Apfelhexe Petronella Apfelmus. Der Herbst kommt und Petronella hat mit der Apfelernte alle Hände voll zu tun. Da bringen die Zwillinge Lea und Luis eine schreckliche Nachricht: Der fiese Bäckermeister Kümmerling will das Müllerhaus kaufen. Der Garten soll weg und an seine Stelle soll ein Parkplatz gebaut werden. Das kann doch nicht wahr sein! Doch Kümmerling hat die Rechnung ohne die Kinder und die kleine Hexe gemacht: Während die Apfelmännchen allerhand Fallen bauen, um den Garten zu beschützen, hecken Petronella, Luis und Lea einen tollen Plan aus, um Kümmerling ein für alle Mal das Handwerk zu legen. Zum Glück kann die kleine Hexe auch mit ein bisschen Magie aushelfen ...

Meinungen über das E-Book Petronella Apfelmus - Zauberhut und Bienenstich - Sabine Städing

E-Book-Leseprobe Petronella Apfelmus - Zauberhut und Bienenstich - Sabine Städing

Inhalt

Cover

Über die Autorin

Über die Illustratorin

Titel

Impressum

Ein verflixter Zauberspruch

Versponnene Pläne

Zuckerwatte am Stiel

Unerwarteter Besuch

Tausend gute Ideen

Ein verblüffendes Geschenk

Ein ungebetener Gast

Spion an der Haltestelle

Waff ifft daff?!

Hitzefrei und Erbsenkraut

Bienenstich und Storchennest

Der Amazonas im Mühlteich

Vollmondnacht und Hexenwünsche

Das giftige Buch

Eine klitzekleine Chance

Ein großartiger Plan

In geheimer Mission

Wer zuletzt lacht …

Über die Autorin

Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Hexenmädchen Magnolia hat sie mit Petronella Apfelmus eine neue Hexenfigur für jüngere Leser geschaffen. Petronella Apfelmus. Zauberhut und Bienenstich ist bereits der vierte Band rund um die kleine Hexe und ihre Freunde. Weitere Abenteuer werden auf jeden Fall folgen.

Über die Illustratorin

SaBine Büchner, geboren 1964 in Wuppertal, arbeitete als Sozialpädagogin in einem Kinderheim, bevor sie Kommunikationsdesign in Wuppertal und Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg studierte. Sie hat zahlreiche Bücher illustriert und auch eigene Bilderbücher veröffentlicht. Ihre Arbeiten wurden bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Ihre Bilder schmücken seit dem ersten Band die Abenteuer der kleinen Hexe Petronella Apfelmus.

Sabine Städing

Petronella Apfelmus

Zauberhut und Bienenstich

Mit Illustrationen von SaBine Büchner

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe

des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Dieser Titel ist auch als Hörbuch erschienen

Originalausgabe

Copyright © 2016 by Boje Verlag in der Bastei Lübbe AG, Köln

Umschlaggestaltung: Kirstin Osenau unter Verwendung einer Illustration von © SaBine Büchner

Innengestaltung und Satz: Christina Krutz, Biebesheim am Rhein

eBook-Produktion: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

ISBN 978-3-7325-3350-3

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Ein verflixter Zauberspruch

Petronella Apfelmus saß gut versteckt unter den Blättern einer Stachelbeere und beobachtete empört, wie Herr Kuchenbrand Pflaumen von einem ihrer Bäume pflückte.

Grundsätzlich war dagegen nichts einzuwenden. Denn natürlich war Petronella bereit, die Früchte ihres Gartens mit den Kuchenbrands zu teilen. Aber was zu weit ging, ging nun einmal zu weit!

Zwei der drei Pflaumenbäume hatte er inzwischen schon ratzeputz leer gepflückt. Und es hatte nicht den Anschein, als wenn er vor dem dritten Baum haltmachen würde. Im Gegenteil. Pfeifend stand er auf seiner Leiter und hatte sich den Weidenkorb umgehängt, um noch schneller arbeiten zu können.

Die Apfelhexe dachte gerade darüber nach, wie der Kuchenbäcker am besten zu stoppen wäre, als Gurkenhut hinter dem Stamm eines knorrigen Apfelbaums hervorlinste. Gurkenhut war der Chef der Apfelmännchen und genau wie sie für die Hege und Pflege der Bäume im Mühlgarten zuständig.

»Puh, ist das eine Hitze heute Morgen«, stöhnte er jetzt. »Kannst du nicht bei deinen Schwestern ein paar Schneeflocken oder Wolkenbrüche bestellen? Sie sind doch schließlich Wetterhexen!«

Petronella seufzte. »Ich habe es schon versucht. Leider konnte ich sie nicht erreichen. Vielleicht sind sie zum Surfen nach Hawaii geflogen oder zu einer Urwaldexpedition aufgebrochen. Du weißt doch, Merlina ist schrecklich unternehmungslustig.«

Obwohl es bereits Spätsommer war, schmorte der Garten der alten Mühle in der Hitze, und die Apfelmännchen kamen mit dem Bewässern der Obstbäume kaum noch hinterher.

Unbehaglich rieb sich Gurkenhut das Kinn. »Dann musst du dir selbst etwas einfallen lassen. So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Das Wasser im Mühlteich wird mit jedem Tag knapper. Die Fische kommen schon zum Luftschnappen an die Oberfläche. Bommel glaubt, dass der Teich nächste Woche nur noch eine Matschpfütze sein wird, wenn die Hitze anhält.«

»Er muss nicht immer so übertreiben«, brummte die Apfelhexe und sah noch einmal zu Herrn Kuchenbrand, der nach wie vor pfeifend auf der Leiter stand.

Aber Gurkenhut hatte recht. Wenn die Fische schon zum Luftschnappen an die Oberfläche kamen, hieß das, dass viel zu wenig Sauerstoff im Wasser war. Und daran musste sich schnellstens etwas ändern.

»Ich werde mich darum kümmern«, versprach Petronella und verließ ihren Beobachtungsposten unter der Stachelbeere.

»Was hast du vor?«, fragte Gurkenhut neugierig und lief ihr schnell hinterher.

»Ich werde mir das Hexenbuch schnappen und nach einem geeigneten Zauberspruch suchen. Irgendetwas wird sich in dem dicken Wälzer schon finden lassen.«

Entschlossen kletterte die kleine Hexe die magische Strickleiter zu ihrem Apfel hinauf und wurde mit jeder Leitersprosse kleiner und kleiner. Oben angekommen, marschierte sie schnurstracks in ihr Apfelhaus und wäre im Flur beinah mit Lucius zusammengestoßen. Der Hirschkäfer war ihr Mitbewohner und bester Freund.

»Hoppla!« Erschrocken zog er seinen dicken Käferbauch ein.

»’tschuldigung. Aber hast du vielleicht mein Zauberbuch gesehen?«, fragte Petronella, während sie sich an ihm vorbeizwängte. Ohne die Antwort abzuwarten, verschwand sie in ihrem Schlafzimmer und zog mit Schwung ihre Schatztruhe unter dem Bett hervor. Amulette, Kristallkugel, Knallfrösche und Nebelgeister in Dosen. All das landete jetzt achtlos hinter ihr auf dem Boden. Ratlos sah Petronella sich um. »Verflixt. Wo habe ich es bloß gelassen?«, murmelte sie.

»Suchst du vielleicht das hier?«, fragte Lucius und wedelte mit dem Hexenbuch.

»Potz Blitz, wo hast du das gefunden?«, rief die Apfelhexe und stand schnell vom Boden auf.

»Es lag auf der Toilette«, erklärte Lucius.

»Auf … auf der Toilette? Oh …« Petronella bekam ganz rote Wangen. »Es … es gab da ein Problem mit dem Abfluss …«, stotterte sie und schnappte dem Käfer das Buch aus der Hand. Schnell trug sie es in die Küche und legte es vor sich auf den Tisch.

»Darf man fragen, wonach du suchst?«, erkundigte sich der Hirschkäfer.

»Ich suche nach einem Wasserzauber«, murmelte Petronella. »Das Wasser im Mühlteich wird in der Hitze immer weniger. Die Fische kommen schon zum Luftschnappen an die Oberfläche.«

»Die Ärmsten!«, brummte Lucius und schaute ihr über die Schulter. »Wie wäre es hiermit?« Er deutete auf das Kapitel Springflut und andere Wasserspiele.

Petronella schüttelte den Kopf. »Wir können doch keine Springflut durch den Mühlteich jagen!«, sagte sie empört. «Es sei denn, du willst die Fische aus dem Teich spülen.«

Suchend blätterte sie vor und zurück. »Da! Was hältst du von einem Quell-Zauber?« Freudig sah sie ihren Freund an.

»Nie davon gehört. Was soll das denn sein?«, brummte der Käfer. Er war ein bisschen beleidigt, weil Petronella ihn so schroff angefahren hatte.

»Ganz einfach. Ich lasse es im Mühlteich kräftig blubbern«, erklärte die Hexe. »Eine sprudelnde Wasserquelle bringt frischen Wind in den Tümpel und füllt den Mühlteich gleichzeitig auf.«

»Na, wenn du meinst«, muffelte Lucius.

»Ich meine!«, nickte Petronella und las sich den Zauberspruch laut vor.

»Wassergeister, Krötenmeister,

eene, meene, blauer Kleister,

gelbe Frösche, bunter Hund,

unten, auf des Mühlteichs Grund

soll entspringen auf die Schnelle,

eine frische Wasserquelle.

Hicks Höx!

Das kriege ich hin.« Die Apfelhexe war sehr mit sich zufrieden.

»Hauptsache, du kannst dir den Spruch auch merken«, murrte Lucius. Er war manchmal ein bisschen nachtragend.

»Kann ich!« Petronella schlüpfte aus der Haustür und kletterte schnell die magische Strickleiter herunter. Mit jeder Sprosse, die es nach unten ging, wurde sie größer und größer. Dabei murmelte sie unablässig den Zauberspruch vor sich hin.

»Was brabbelst du denn da?«, wunderte sich Gurkenhut, der unter dem Baum auf sie gewartet hatte.

»Ich brabbele nicht«, wies Petronella ihn zurecht. »Aber ich habe einen passenden Zauberspruch gefunden. Komm mit zum Mühlteich!«

Schnell liefen die beiden durch den Garten.

»Eene, meene, blauer Kleister, gelbe Frösche, bunter Hund …«, murmelte Petronella unablässig vor sich hin, während sie eilig um die Ecke des Müllerhauses bog. Die fünf Hennen, die ebenfalls im Mühlhausgarten wohnten, flatterten erschrocken auf, als sie an ihrem Auslauf vorbeiflitzte.

»Porrk pock tock!«, rief Nofretete, das Oberhuhn. »Du rennst ja, als wäre der Fuchs hinter dir her?«

»Keine Sorge, es ist alles in Ordnung«, schnaufte Petronella, ohne stehen zu bleiben. Gleich darauf hatte sie den Mühlteich erreicht und trat hinaus auf den hölzernen Steg. Still lag das dunkle Wasser in der brütenden Hitze. Libellen schwirrten durch das Schilfgras, und irgendwo zirpte eine Grille. Eigentlich war alles so wie immer. Wenn … ja, wenn nur etwas mehr Wasser im Teich gewesen wäre. Petronella schämte sich ein bisschen, weil ihr dieser Zustand nicht schon längst aufgefallen war. Entschlossen griff sie nach ihrem Zauberstab.

»Himmel … ich wusste gar nicht, dass Hexen so schnell laufen können«, japste Gurkenhut und ließ sich neben ihr auf den Steg plumpsen.

»Ich muss mich jetzt konzentrieren, sonst vergesse ich den Zauberspruch«, erklärte Petronella.

»Sagte da jemand Wolkenbruch?«, blubberte es unter dem Steg, und ein dicker Karpfen tauchte im Wasser auf.

»Nein, sie hat Zauberspruch gesagt …«, erklärte der Apfelmann.

»Wolkenbruch wäre mir lieber gewesen«, blubberte der Karpfen.

»Bommel, verflixt! Könntest du kurz dein Karpfenmaul halten?« Petronella stampfte unwillig auf. »Nur für einen winzigen Moment, bevor ich den Zauberspruch vergesse.«

»Sie will den Teich auffüllen«, flüsterte Gurkenhut.

»Ach, tatsächlich …?«

»Ruhe!«, rief Petronella und bewegte zögernd ihren Zauberstab hin und her. Sie musste sich wirklich sehr konzentrieren. »Also los!«, murmelte sie und deutete mit der Spitze ihres Zauberstabs auf den Teich.

»Wassergeister, Krötenmeister,

eene, meene, gelber Kleister,

bunte Kröte, blauer Hund,

unten auf des Mühlteichs Grund,

entspringt, blubbernd plitsch und platsch …

Nein, das war falsch«, murmelte die Apfelhexe. Doch da rollte und grollte es bereits unter Wasser, und etwas Goldglänzendes tauchte in der Mitte des Teiches auf. Petronella schnappte erschrocken nach Luft. Denn das, was da so golden glänzte, war die Krone eines Froschkönigs. Sie saß mitten auf einem dicken Kopf mit riesigen grünen Glupschaugen.

»Quaaaak!«, machte das Ungetüm und ließ – zack! – seine meterlange Zunge herausschnellen, um ein paar Libellen aus dem Schilf zu pflücken.

»W… wwaa…!«, stammelte Gurkenhut.

»Ein Froschkönig!«, rief Bommel und tauchte auf der Stelle unter.

Zack! Da klatschte die Froschzunge auch schon neben ihnen auf den Steg. Blitzschnell versteckte sich das Apfelmännchen im Schilf.

»Keine Angst, ich … ich habe alles im Griff!«, rief die Apfelhexe mit bebender Stimme.

»Quaaak!«, machte der Froschkönig und blähte seine Backen auf.

Petronella deutete mit zitterndem Zauberstab auf den Frosch. Dann räusperte sie sich und sagte mit fester Stimme:

»Simsala Bimsala Krötenmief,

dieser Zauber ging wohl schief!

Froschkönig, Kröte und andre Gestalten,

mit einem Wisch ist alles beim Alten!«

Sie ließ ihren Zauberstab hin und her wischen, und tatsächlich: Es machte puff, und vom Froschkönig blieb nichts weiter übrig als ein grünes Wölkchen, das über den Teich davonzog.

Sowie der Zauber gewirkt hatte, trauten sich auch Gurkenhut und Bommel wieder aus ihrem Versteck.

»Irgendetwas habe ich falsch gemacht.« Ratlos sah Petronella die beiden an.

»Du wirst dich versprochen haben«, meinte das Apfelmännchen ganz vernünftig. »Sag mir den Zauberspruch doch noch einmal auf.«

»Aber ohne Zauberstab!«, verlangte Bommel.

»Wassergeister, Krötenmeister, eene, meene, gelber Kleister …«, fing Petronella an.

»Stopp!«, rief Gurkenhut. »Vorhin, als du die Leiter herunterkamst, hast du etwas von blauem Kleister gemurmelt.«

»Habe ich?« Petronella kratzte sich verlegen am Kopf. »Aber das war doch der blaue Hund …«

»Offensichtlich nicht!«, gurgelte Bommel.

Petronella fuhr sich mit beiden Händen durch ihr strubbeliges Hexenhaar und ließ sich dann seufzend auf den Steg plumpsen.

Da surrte etwas durch die Luft, und Lucius landete neben ihr auf dem Steg.

»Was war denn das für ein Froschkonzert?«, fragte er neugierig.

»Ich habe mich verzaubert«, gab Petronella missmutig zu.

»So hat es sich zumindest angehört«, nickte Lucius. »Versuchs doch mal hiermit.« Er hielt ihr einen zerknitterten Zettel hin. »Ich habe dir den Zauberspruch aufgeschrieben.«

Jetzt huschte ein Lächeln über Petronellas Gesicht. »Du bist der klügste Käfer auf der ganzen Welt«, strahlte sie und stand auf.

Konzentriert richtete sie den Zauberstab auf eine Ecke im Mühlteich, blickte auf den Zettel in ihrer Hand und rief:

»Wassergeister, Krötenmeister,

eene, meene, blauer Kleister,

gelbe Frösche, bunter Hund,

unten, auf des Mühlteichs Grund

soll entspringen auf die Schnelle,

eine frische Wasserquelle.

Hicks Höx!«

Zuerst blieb alles still.

Doch dann war ein leises Sprudeln zu hören, und gleich darauf stiegen kleine Bläschen an die Wasseroberfläche. Das Sprudeln wurde stärker, und schon bald blubberte es wie in einem Whirlpool.

Bommel der Karpfen staunte nicht schlecht. »Ich sehe mir die Sache mal aus der Nähe an«, sagte er und tauchte hinunter bis auf den Grund des Mühlteichs.

Wenig später war er wieder zurück und spuckte vergnügt einen Wasserstrahl über den Steg. »Das hast du gut gemacht!«, lobte er. »Du solltest sehen, was rund um die Quelle los ist. Sämtliche Fische tummeln sich zwischen den Wasserblasen und haben einen Riesenspaß. Endlich können wir wieder richtig durchatmen.«

»Ich freue mich, dass ich helfen konnte«, sagte die Apfelhexe bescheiden. »Auch wenn es nicht auf Anhieb geklappt hat.«

Sie wollte gerade zurück in den Garten gehen, als sie die Stimmen von Lea und Luis Kuchenbrand hörte. Die Zwillinge klangen irgendwie verärgert.

Verwundert sah sie Lucius und Gurkenhut an. »Was ist da los?«, fragte sie und war schon auf dem Weg. Vorsichtig lugte Petronella um die Ecke des Müllerhauses. Und traute ihren Augen nicht.

Versponnene Pläne

Auch die Zwillinge Lea und Luis Kuchenbrand staunten nicht schlecht, als sie auf ihren Rädern von der Schule nach Hause kamen und den Garten voller Menschen fanden. Alle bewaffnet mit Körben und Leitern.

»Was soll das denn?«, wunderte sich Luis.

Lea lehnte ihr Rad an die Hauswand und zupfte ihren Vater am T-Shirt. »Papa, was machen denn all die Leute hier?«, wollte sie wissen.

»Hallo, Kinder! Wie war’s in der Schule?«, fragte Herr Kuchenbrand, ließ die Männer im Garten dabei jedoch nicht aus den Augen.

»Gut. Aber jetzt sag schon«, drängelte auch Luis.

Sein Vater grinste zufrieden. »Das, mein Sohn, sind die besten Apfelpflücker weit und breit. Sie sind routiniert und blitzschnell.«

Lea schluckte. »Das sind aber viele.«

Ihr Vater nickte. »Stimmt. Aber sie kosten mich nur die Hälfte. Den Rest zahle ich in Naturalien. Das heißt, sie dürfen die Hälfte der Ernte behalten.«

Luis war empört. »Aber das kannst du doch nicht machen! Es sind schließlich nicht deine Äpfel!«

»So? Wem gehören sie dann?«

»Sie gehören uns allen«, sagte Lea trotzig. »Und sie gehören Petro…, ähm … Frau Apfelmus!«

»Sie gehören Frau Apfelmus? Das ist mir neu«, erklärte ihr Vater. »Soweit ich weiß, hat sich Frau Apfelmus hier seit Monaten nicht blicken lassen. Ich glaube nicht, dass ihr besonders viel an den Früchten liegt.«

Petronella stand noch immer versteckt hinter der Hausecke und hatte natürlich alles mit angehört. Verärgert ballte sie die Fäuste. Herr Kuchenbrand war ihr eigentlich sehr sympathisch … wenn er bloß nicht immer auf so ungeheuerliche Ideen kommen würde. Und offensichtlich wollte er gerade jetzt ihren Garten plündern.

»Hier!« Herr Kuchenbrand hielt seinen Kindern zwei Obstkörbe hin. »Ihr könnt euch gleich nützlich machen und Herrn Grabautzki helfen, die restlichen Pflaumen zu pflücken. Er ist der Chef der Truppe und kann euch genau zeigen, wie so was geht. Aber fallt mir nicht von der Leiter. Ich kümmere mich inzwischen um die reifen Äpfel. Wäre schade drum, wenn sie wie Dörrobst von den Bäumen fielen.«

Petronella hatte genug gehört. Wenn sie selbst auch noch eine Handvoll Pflaumen abbekommen wollte, musste sie handeln. Und zwar sofort. Schnell schüttelte sie die silbernen Apfelkerne, die sie immer in einem Döschen in ihrer Rocktasche bei sich trug, und wurde augenblicklich ganz klein.

»Lucius! Ich muss so schnell wie möglich zum Insektenhotel!«, rief sie.

»Zum Insektenhotel? Was willst du denn da?«