Prinzessin Gänseblümchen - Simone I. Schult - E-Book

Prinzessin Gänseblümchen E-Book

Simone I. Schult

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Beschreibung

Ein Märchen für Klein und Groß! Klingt so einfach - kindlich - und ist doch so viel mehr. EIN BÜCHLEIN FÜR DIE SEELE... In einer Zeit, in der Tempo, Technik und Terror das Zeitgeschehen dominieren, fällt es immer schwerer, "Achtsamkeit“ sowie „Das Glück liegt in den kleinen Dingen“ tatsächlich zu verstehen und tief im Herzen zu fühlen - mal wieder Kind sein zu dürfen, frei und unbeschwert, fest im Glauben daran, dass Wunder geschehen… PRINZESSIN GÄNSEBLÜMCHEN ist ein lebhaftes, 7-jähriges Mädchen und eine echte Königstochter. Aber eigentlich möchte sie überhaupt keine wahre Prinzessin sein und schon gar nicht in einem trostlosen Schloss, in dem sie auf ihren königlichen Namen 'Grazanzia Graziösa' hören soll. Viel lieber benennt sie sich nach ihren kleinen Lieblingsblumen - den Gänseblümchen - mit denen sie sich auf wundersame Weise sehr verbunden fühlt. Eines Tages erwacht die Blumenwiese zum Leben und das fröhliche Pflanzenvolk verhilft schließlich der kleinen Prinzessin, eine ganz zauberhafte Welt auch im Menschenreich zu entdecken und in dem Bäckerjungen Jakob einen wahren Freund fürs Leben zu finden. OB GROß, OB KLEIN, TRÄUMEN MUSS SEIN!

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Seitenzahl: 55

Veröffentlichungsjahr: 2016

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„Nur mit dem Herzen sieht man gut!“ - Antoine de Saint-Exupéry

Inhaltsverzeichnis

Die Blumenwiese

Duftwolken

Zauberhafte Gänseblümchen

Der Wagen kommt

Die Backstube

Wie ein Gespenst

Gespräche unter Gänseblümchen

Warten auf ein Wiedersehen

Noch mehr Mehlzauber

Hört auf Euer Herz

Ohnmächtig

Wahre Freunde

Im Königsschloss

Ende gut, alles gut

Bitte lächeln!

Eine „SAGEN-hafte“ Entdeckung

machte ich gegen Ende des Märchens.

Auf www.Wikipedia.de heißt es so schön:

„Wer getrocknete Gänseblümchen bei sich trägt,

die am Johannistag ( 24. Juni ) mittags

zwischen 12 und 13 Uhr gepflückt wurden,

dem geht keine wichtige Arbeit schief.

Wer die ersten 3 Gänseblümchen im Frühjahr esse,

werde das restliche Jahr von Zahnschmerzen,

Augenbeschwerden und Fieber verschont.“

In der Volksheilkunde werden die

Gänseblümchen als Heilmittel bei

vielen Erkrankungen verwendet.

Die Blütezeit kann von Februar bis

in den Spätherbst andauern.

Märchenhaft!

S.I.S.

Prinzessin Gänseblümchen

Die Blumenwiese

Es war einmal auf einer kleinen, wundervoll duftenden Sommerwiese. Der vertraute und warme Duft frisch erblühter Gänseblümchen wehte geradewegs zu der eingeschlafenen Prinzessin und kitzelte zärtlich deren feine Nasenhärchen. „Hatschi, hatschi!“, pustete es nur so aus ihr heraus. Sie liebte es zu niesen und sich hinterher wie befreit zu fühlen.

Hunderte Pflänzchen hatten gleichzeitig ihre Blüte geöffnet und eine magische Duftwolke versprüht, die wie von Zauberhand direkt über dem Mädchen stehengeblieben war.

Unweigerlich öffnete die Prinzessin ihre funkelnden Augen und bemerkte, dass sie mal wieder auf der bunten Blumenwiese vor dem Schlosshof eingeschlafen war: „Hupsala, da hat mich der ermüdende Einzelunterricht von der strengen Zofe doch glatt wieder zum Einschlafen gebracht! Tag aus, Tag ein, immer dasselbe: ‚Tut dies nicht, tut das, hört besser zu und gebt endlich Ruh!‘ Das hättet ihr mal wieder hören sollen!“ Dabei blickte das Mädchen auf die raschelnde Wiese, direkt zu den hochgeragten Blumenköpfen und sprach, als ob es wahre Freunde wären. „Übrigens, vielen Dank, dass ihr mich geweckt habt, sonst hätte ich gewiss auch an diesem Tage das königliche Mahl versäumt!“

Und da ertönte sie schon wieder – die schrille und kratzige Stimme der stets genervten Zofe: „Prinzessin Grazanzia Graziöööösa, wo seid Ihr nur schon wieder? Es ist hööööchste Zeit für Euer Abendgewand – geschwinde, geschwind!“ Die eben noch fröhliche Miene des Mädchens verdunkelte sich sogleich bei dem Gedanken an die letzte Verspätung. „Mecker, mecker, mecker“, äffte es den Tonfall der Zofe nach und sah erneut voller Zuwendung in Richtung der Wiesenblumen. Die Prinzessin sprach recht häufig und voller Leidenschaft zu den Pflanzen.

Es war auch nichts Ungewöhnliches, denn das junge Mädchen hatte keine Spielkameraden in dem großen, trostlosen Schloss. Daher verbrachte es viele Stunden in diesem märchenhaften, bunten Teil des Gartens und suchte bei den Blumen nach Gesellschaft.

Mit ihrer herzlichen und ungestümen Art verlieh die Prinzessin diesem Ort einen ganz besonderen Zauber, der später noch weit über die Schlossmauern hinausreichen sollte…

Sie hatte sich genau dieses lebhafte Fleckchen Erde gerade erst zu ihrem siebten Geburtstag gewünscht. Denn die Menschen am Königshof waren ebenso langweilig wie die eintönig glänzende Schlosseinrichtung oder die viel zu kurz geschorenen, weitläufigen Rasenflächen. „Grüne Pappe“ nannte sie diese.

Auch der farblose Anblick von schneeweißen, piksenden Dornrosenhecken, rings um den Schlosspark, ließ die blühende Fantasie der Prinzessin so langsam dahinschwinden.

Für sie sah es einfach nur kalt und leblos aus. „Es duftet auch nicht richtig und niesen muss ich schon gar nicht!“, meinte das Mädchen enttäuscht. Und so wünschte es sich nichts sehnlicher als ein eigenes, lebendig duftendes Blumenreich. Dies war der einzige Wunsch!

Das Königspaar erfüllte ihn stets gleichgültig! So durfte das Mädchen von nun an ganz alleine darüber bestimmen, wie jener kleine Garten angelegt und gepflegt werden sollte – also wild, farbenfroh und trotzdem in natürlicher Ordnung.

„Einfach zauberhaft – ein richtiges, buntes ‚Niesparadies‘!“, fand die Prinzessin.

Sie wusste bis dahin aber nicht, dass ihr Pflanzenreich bei vergangenem Neumond tatsächlich zum Leben erwacht war und die Blümchen ebenso redselig waren wie sie selbst. Mit schier unerschöpflich liebevoller Fürsorge hatte das Mädchen die wahre Natur des Gartens zum Vorschein gebracht:

Denn endlich durften sich die Pflanzen nach eigenem Willen entfalten und auch zu denen gesellen, die ihre wahren Freunde waren.

Die Prinzessin bemerkte zunächst gar nicht, dass es teilweise ein richtiges Geschubse unter den Blumen gab. Als sie einst meinte „Mach Platz da!“ vernommen zu haben, drehte sie sich erschrocken um und dachte es wäre der unfreundliche Gärtner, der mit ihr sprach und gleich darauf wieder im Gartenhäuschen verschwunden war. Aber es hatte nur ein üppiges, vorlautes Gänseblümchen gerufen, welches unglaublich schlechte Laune hatte, weil seine mit Honig frisierte Blütenpracht einfach nicht so recht halten wollte.

Und einige Male wunderte sich die Prinzessin, dass manche Pflanze plötzlich verschwunden war oder gar merkwürdig anders aussah.

Ansonsten hatte das Mädchen ein sehr feines Gespür dafür, welche Blumen in Gruppen zusammenpassten, aber auch welche einfach zu egoistisch waren - die also nur an ihre eigene, riesige Blüte dachten. Solche hatte die Prinzessin kurzerhand herausgezupft oder an einen größeren Einzelplatz umgepflanzt.

So waren alle zufrieden und das Gesamtbild sah von ganz oben, aus ihrem Turmzimmer im Schloss, wie ein buntes Blumenbett aus, auf dem eine grüne Kuscheldecke mit weißgelben Pünktchen lag.

Jeden Abend warf die kleine Prinzessin einen Gute-Nacht-Kuss hinunter auf die Wiese und wünschte den Blumen kunterbunte Träume.

Der Garten des Mädchens war mittlerweile ein richtiges Kunstwerk geworden, was auch der langjährige Hofgärtner nicht ganz ohne Neid zugeben musste. Und dabei hatte die Prinzessin nicht einmal Mühe gehabt.

Es machte ihr solche Freude, das Grundstück zu pflegen, dass sie ihre Arbeit als solche gar nicht wahrnahm.

Dieser alternde Schlossgärtner beneidete sie insgeheim sogar ein wenig um die für ihn unerklärlichen Fähigkeiten der Prinzessin. Dabei entsprangen diese lediglich der Wunderkraft ihrer großen Liebe zur Natur.

Unermüdlich sang das Mädchen beim Rupfen und Zupfen lauthals Lieder und ging dem Gärtner mit endlosen Wiederholungen von „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“ mächtig auf die Nerven.

Am liebsten jedoch pflückte die Prinzessin unzählige Gänseblümchen und tat bei jedem so, als ob es das erste und einzige wäre. Aber bislang wusste sie noch immer nicht, dass die Seele der Blumen erwacht war.

Bei jeder liebevollen Geste von ihr erröteten die Blümchen leicht und bekamen kleine, rosa Tupfen um ihren leuchtenden Blütenkranz.

Aus den winzigen - nun wahrlich lebhaften Blumensträußen - flocht die Prinzessin jedes Mal geschwind einen üppigen Blumenkranz. Anmutig wie eine Königin setzte sie ihn dann auf ihren Wuschelkopf, als ob er eine Krone wäre und gratulierte sich selbstbewusst:

„Meinen allerherzlichsten Glückwunsch! Mit diesem Blumenkranz ernenne ich dich zur einzig wahren ‚Prinzessin Gänseblümchen‘!“ Dann verbeugte sie sich vor der Wiese und hob mit einem strahlenden Lächeln wieder ihren leicht erröteten Kopf.