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Quantencomputer, Smart Glasses und ein geheimer Code, für den man töten würde … Iain erstarrte vor Entsetzen. Was vor ihnen lag, war ganz bestimmt kein totes Tier, sondern ohne Zweifel ein Mensch, oder zumindest das, was von ihm nach vermutlich einigen Tagen im Wasser übrig geblieben war. Schottland, 2039: Die 19-jährige Nora wird nach Abschluss ihres Auslandsjahrs in Kalifornien gemeinsam mit Familie und Freunden von Sir Reginald nach Schottland auf seine Burg eingeladen. Die beeindruckenden Highlands und die alte Burg voller Geheimgänge kann Nora nur kurz genießen: An einem Fjord ganz in der Nähe entdecken die Geschwister Iain und Keira eine Wasserleiche. Nora beschließt, den Geschwistern zu helfen. Denn seit dem Fund hat Iain das Gefühl, verfolgt zu werden. Als zuerst in seine Wohnung eingebrochen und dann auch noch sein Boot durchwühlt wird, geht er zur Polizei, die jedoch keine Spuren findet. Durch Zufall entdecken Nora und ihre Freunde Smart Glasses. Die Brille birgt ein wichtiges Geheimnis. Einem Wissenschaftler ist offenbar der Durchbruch beim revolutionären Quantum Computing gelungen – und er hatte große Angst, dass die sensiblen Informationen in die falschen Hände geraten. Als dann auch noch jemand entführt wird, erkennt Nora, dass sie sich mächtige Feinde gemacht hat. Ist Nora ins Fadenkreuz des chinesischen Geheimdiensts geraten? Auch ein alter Feind Noras ist wieder mit von der Partie… Hochaktuell! Die spannende Welt des Quantum Computing – das dritte Buch um die begabte Hackerin Nora Achtziger.
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Seitenzahl: 367
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Petra Felsner
QUBIT
Thriller
Quantencomputer, Smart Glasses und ein geheimer Code, für den man töten würde
Iain erstarrte vor Entsetzen. Was vor ihnen lag, war kein totes Tier, sondern ohne Zweifel ein Mensch, beziehungsweise das, was von ihm nach vermutlich einigen Tagen im Wasser übrig geblieben war.
Schottland, 2039: Die 19-jährige Nora wird nach Abschluss ihres Auslandsjahrs in Kalifornien gemeinsam mit Familie und Freunden von Sir Reginald nach Schottland auf seine Burg eingeladen.
Die beeindruckenden Highlands und die alte Burg voller Geheimgänge kann Nora nur kurz genießen: An einem Fjord ganz in der Nähe stoßen die Geschwister Iain und Keira auf eine Wasserleiche.
Nora beschließt, den Geschwistern zu helfen. Denn seit dem Fund hat Iain das Gefühl, verfolgt zu werden. Als zuerst in seine Wohnung eingebrochen und dann auch noch sein Boot durchwühlt wird, geht er zur Polizei, die jedoch keine Spuren findet.
Durch Zufall entdecken Nora und ihre Freunde Smart Glasses. Die Brille birgt ein wichtiges Geheimnis. Einem Wissenschaftler ist offenbar der Durchbruch beim revolutionären Quantum Computing gelungen – und er hatte große Angst, dass die sensiblen Informationen in die falschen Hände geraten.
Als dann auch noch jemand entführt wird, erkennt Nora, dass sie sich mächtige Feinde gemacht hat. Ist Nora ins Fadenkreuz des chinesischen Geheimdiensts geraten? Auch ein alter Feind Noras ist wieder mit von der Partie…
Hochaktuell! Die spannende Welt des Quantum Computing – das dritte Buch um die begabte Hackerin Nora Achtziger.
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27299 Langwedel
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E-Mail: [email protected]
1. Auflage 2025
Lektorat: Bernadette Lindebacher
Korrektorat: Angelika Wiedmaier
Layout: Alin Mattfeldt
Umschlaggestaltung: Alin Mattfeldt
Umschlagmotiv: © TechSolution / Shutterstock
E-Book: Mirjam Hecht
Druck: CPI books GmbH
CO2 neutral produziert
Made in Germany
ISBN 978-3-98679-072-1
Homepage: maximum-verlag.de
Facebook: /MaximumVerlag /MaximumVerlag
Instagram: @maximumverlag
Für Anneliese, meine bestimmt älteste Leserin
Die Erklärungen der Chat-Abkürzungen befinden sich am Ende des Buches
Über das Buch
Impressum
Widmung
Vorbemerkung
Prolog
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
Epilog
Chat-Begriffe
Abkürzungen
Anhang
Danksagung
Die Autorin Petra Felsner
Weitere Titel: Der erste Band
Der zweite Band
Schottland, Dornoch Firth, Samstag, 13.8.2039, 16:20 Uhr
Iain stemmte sich gegen eine orkanartige Böe und musste sich an der Reling festklammern, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Das Boot schwankte bedenklich und wurde wie ein Spielball von einer Welle zur anderen geworfen. Der Himmel war dunkelgrau und wurde von Minute zu Minute dunkler. Es fiel ihm schwer, es zuzugeben, aber das hier war nicht mehr seine Welt. Auch wenn er als Kind oft mit seinem Vater draußen auf dem Meer beim Fischen gewesen war und sehr genau wusste, auf was er sich hier einließ: So langsam bereute er, dass er Keira versprochen hatte, sie heute bei ihren Tauchgängen zu begleiten.
Seine roten Locken waren pitschnass und peitschten ihm immer wieder ins Gesicht. Mist, er hätte doch mal zum Friseur gehen sollen! Aber da war ihm seine Prüfung einfach wichtiger gewesen: Mit dem, was er in den letzten Wochen an Lernstoff hatte bewältigen müssen, war null Zeit für so was gewesen. Die Ausbildung zum Destillateur war nicht ohne. Klar griff ihm das Team der Wolfglen-Destillerie soweit es ging unter die Arme, aber lernen musste er schon selbst. Da kam er nicht drum herum, so sehr es ihn auch nervte. Nicht umsonst hatte er sein Studium abgebrochen und auf die Ausbildung umgesattelt. Er hatte einfach keinen Bock auf Theorie. Praktische Herausforderungen waren eher sein Ding.
Und dann war da noch ein anderer Grund, warum er nicht beim Friseur gewesen war. Seiner neuen WG-Mitbewohnerin Jessy gefiel seine wilde, feuerrote Haarpracht. Vielleicht lag es auch an ihr, dass er seinen Vorsatz, seine Haare abzuschneiden, wieder und wieder verschoben hatte. Er musste grinsen, als er an Jessy dachte. Sie kam ursprünglich aus London und war vor zwei Monaten bei ihm in die WG in Tain eingezogen. Und sie war nicht nur sympathisch, sondern auch ausgesprochen attraktiv, wie er fand …
Wieder traf ihn ein Schwall Salzwasser frontal, woraufhin ihm das Grinsen augenblicklich verging und er japsend und spuckend nach Luft schnappte. Während er sich mit einer Hand weiter an der Reling festhielt, fischte er mit der anderen einen Haargummi aus seiner Hosentasche und versuchte einhändig, einen Pferdeschwanz zu binden. Eine echte Challenge! Es gelang ihm nur mittelprächtig, aber immerhin war das Ergebnis besser als die herumfliegenden Haare.
„Hey, Sis!“, rief er der rothaarigen jungen Frau am anderen Ende des Kutters gegen den Lärm des Windes zu. „Ich glaube, wir sollten zurück. Der Sturm kommt ziemlich schnell näher.“
„Ist doch nur eine steife Brise! Das dauert mindestens ’ne Stunde, bis der Sturm hier ist. Einen Tauchgang schaffen wir mindestens noch.“
„Können wir den nicht auf besseres Wetter verschieben?“
„Ich brauche die Fotos unbedingt für mein neues Paper.“
Iain rollte mit den Augen, was Keira selbstverständlich nicht entging.
„Dein Job bei Wolfglen hat dich ja völlig verweichlicht.“ Sie lachte.
War eh klar! Nur keine Schwäche eingestehen. Seine eineinhalb Jahre ältere Schwester Keira war verdammt starrköpfig, wenn es um Sachen ging, die sie für wichtig hielt. Und da gehörte der Kampf für die schottischen Meere eindeutig dazu.
Keira war Meeresbiologin an der University of Edinburgh und leitete für ihren Lehrstuhl ein Projekt, das sich mit der Entwicklung und dem Erhalt der Austernpopulation an den schottischen Küsten beschäftigte. Das Gebiet, das sie betreute, war der Dornoch Firth, ein Meeresarm an der schottischen Ostküste, oberhalb der Stadt Tain. Seit über zwanzig Jahren gab es nun schon das OCP-Projekt, das sich unter anderem zum Ziel gesetzt hatte, die hier im achtzehnten Jahrhundert ausgestorbene Austernpopulation wieder aufzubauen. Bei Projektstart waren einige Tausend Austern im Dornoch Firth angesiedelt worden, und inzwischen hatten sie ein fantastisches Wachstum der Population erzielt, die bereits mehrere Millionen umfasste. Dennoch war es die Aufgabe der beteiligten Meeresbiologen, kontinuierlich die Anzahl der Austern am Grund des Dornoch Firth zu prüfen und zu erfassen, um die Effektivität der angewandten Maßnahmen sicherzustellen. Leider ging das momentan nur auf die herkömmliche konservative Art: mit einer Taucherausrüstung, Scheinwerfern und Unterwasserkamera. Für eine bessere Technik fehlte der Universität das Geld.
Neben seiner Schwester gab es noch einen zweiten Grund, warum er sich auf dieses Abenteuer einließ: Sein Arbeitgeber, die Wolfglen-Destillerie, war an OCP beteiligt und unterstützte das Projekt finanziell, denn bei den schottischen Whiskyherstellern herrschte die einhellige Meinung, dass Naturschutz essenziell für diese jahrhundertalte schottische Industrie war. Und Austern waren ganz hervorragend im Filtern der organischen Verunreinigungen, die auch nach dem Reinigen des Abwassers der Whiskyproduktion noch darin übrig blieben. Die Destillerie hatte für ihr Engagement in den vergangenen Jahren auch ein paar Nachhaltigkeitspreise eingeheimst. Heute mit Keira die Austernbestände zu kontrollieren, schlug also zwei Fliegen mit einer Klappe. Es blieb ihm somit nichts anderes übrig und er musste da durch.
„Komm schon, Bro! Los! Lass uns zumindest noch einen letzten Tauchgang machen!“
Nachdem er wusste, wie wichtig diese vermaledeiten Austern für seine Schwester waren, und um dem Bild des harten Seemanns wenigstens ein bisschen gerecht zu werden, bemühte er sich um ein leidlich fröhliches „Aye!“.
Allerdings biss er sich im nächsten Moment fast auf die Zunge, als schon wieder eine Welle über die Reling schlug und ihn von oben bis unten übergoss. Egal! Er hatte ja einen einigermaßen dicken Neoprenanzug an, sodass zumindest die Kälte ihm nichts anhaben konnte. Trotzdem schüttelte er sich unbehaglich wie ein nasser Hund.
Connor, ein Wissenschaftler aus Keiras Team, der am Steuer des Kutters stand, blockierte das Steuerrad, und kam mit breitbeinigen Schritten auf ihn und Keira zu, um ihnen mit den Sauerstoffflaschen und dem Rest der Ausrüstung behilflich zu sein. Kurze Zeit später folgte Iain Keira in das dunkle, aufgewühlte Wasser des Dornoch Firth.
Ein paar Meter unter der Oberfläche wurde das Wasser zum Glück ruhiger. Das Tauchen war hier nicht ungefährlich, denn der Dornoch Firth wies einige Strömungen auf, und auch die Sicht auf dem Grund war normalerweise nicht gerade atemberaubend. Durch die aufgewühlte See und die starke Strömung sahen sie heute noch weniger als sonst. Das konnte er mit Bestimmtheit sagen, denn es war heute nicht das erste Mal, dass er seine Schwester in die düstere Tiefe des Firth begleitete.
Die Wissenschaftler hatten an etwa zwanzig verschiedenen Stellen entlang der Küste mehrere Raster, unterteilt in kleinere Quadrate, markiert, die dazu dienten, sowohl den Anstieg der Austernpopulation als auch die Biodiversität im Laufe der Zeit zu untersuchen.
Normalerweise befanden sich die Austernansiedlungen im Dornoch Firth hauptsächlich in den flacheren Bereichen, da dort die Bedingungen für ihr Wachstum und ihre Fortpflanzung optimal waren. Die Stelle, die Keira heute untersuchen wollte, lag allerdings in circa fünfzehn Metern Tiefe. Warum sie ausgerechnet bei diesem fürchterlichen Wetter genau dieses Areal ausgesucht hatte, war ihm mehr als schleierhaft.
Während Keira den Bereich mit dem Scheinwerfer scannte, um sich einen Überblick zu verschaffen, brachte Iain das Kamera-Equipment in Position.
Plötzlich wurde er auf seine Schwester aufmerksam, die wild mit den Händen herumfuchtelte. Er erschrak, denn im ersten Moment befürchtete er, dass mit ihrer Sauerstoffzufuhr etwas nicht stimmte. Also schwamm er so schnell es ging in ihre Richtung, stellte aber fest, dass sie nicht etwa in einer kritischen Lage war, sondern ihm nur etwas zeigen wollte.
Ihm fiel ein Stein vom Herzen. Musste sie ihn denn so erschrecken?! Wahrscheinlich wieder mal irgendetwas, das ihre wissenschaftliche Neugierde reizte. Bestimmt eine Stelle, die eine höhere Austernpopulation als erwartet aufwies, was ihn ehrlich gesagt nicht die Bohne interessierte. Er seufzte, was Keira natürlich nicht hören konnte, und machte sich auf einen entsetzlich langweiligen Anblick gefasst. Ihm war es so was von egal, ob dort auf dem Boden zehn oder zwanzig Austern lagen. Wegen ihm konnten es fünfzig sein. Auch egal! Dennoch tat er ihr den Gefallen und tauchte zu ihr hinüber.
Was er dann in dem trüben Wasser des Dornoch Firth erspähte, hatte jedoch nicht das Geringste mit der Austernpopulation zu tun. Was war das denn? Er paddelte noch näher heran, um besser sehen zu können. Etwas Großes. Ungefähr eineinhalb bis zwei Meter lang. Ein toter Delfin? Nein! Das war kein Delfin. Auch kein anderes Meerestier, das er jemals gesehen hatte. Stattdessen meinte er Stricke zu erkennen, die um das Ding gewickelt waren. War das Stoff, oder eine Plane? Das konnte man selbst im Licht des Scheinwerfers nicht gut erkennen. Hatte hier jemand Müll entsorgt? Auf jeden Fall hatte sich das Ding offensichtlich in einem Pfosten der ausgelegten Untersuchungsraster verfangen, was definitiv störend für Keiras Vorhaben war, die Austern hier zu erfassen.
Keira war wohl zu demselben Schluss gekommen und begann, ihr Sicherungsseil mit dem Karabiner in einen Strick einzuhaken, der das Ding umspannte. Dann testete sie die Spannung am Seil und als das zu einem befriedigenden Ergebnis führte, zeigte sie nach oben.
Okay, Rückzug! So richtig unangenehm war ihm der Gedanke eigentlich nicht. Während sie durch das kalte Wasser in Richtung Oberfläche schwammen, hoffte er inständig, dass Keira nicht auf den Gedanken kam, heute noch einen weiteren Tauchversuch zu unternehmen. Bei etwa fünf Metern machten sie einen dreiminütigen Sicherheitsstopp. Keira war so aufgeregt, dass sie den Stopp ganz offensichtlich abkürzen wollte, aber Iain schüttelte entschieden den Kopf. Also warteten sie, mehr oder weniger geduldig, bis die Uhr ihnen anzeigte, dass sie auftauchen konnten.
Keira schnellte aus dem Wasser, und Iain folgte ihr so rasch wie möglich.
„Hey, warum seid ihr schon wieder oben?“, rief Connor erstaunt. „So fix könnt ihr die Fotos doch gar nicht gemacht haben. Ist eines der Geräte defekt?“
Keira zog sich die Taucherflasche von den Schultern und schnaufte: „Unten lag was Großes auf unserem Sektor. Keine Ahnung, was es ist, aber es gehört dort definitiv nicht hin. Und stört bei den Aufnahmen. Ich habe das Ding an mein Sicherungsseil gehängt. Wir können das Seil über die Winde hängen und es so nach oben ziehen. Pack mal mit an! Wenn wir uns beeilen, dann können wir gleich noch mal runter.“
Iain stöhnte innerlich auf. Er hatte es befürchtet. Connor hingegen zog nur verdutzt die Augenbrauen hoch, folgte aber Keiras Befehl. Iain fand es durchaus beeindruckend, dass seine Schwester die Männer in ihrem Leben, einschließlich seiner Wenigkeit, immer gut im Griff hatte.
Auch er selbst wand sich aus seiner Taucherausrüstung und trat zu den beiden anderen, die bereits damit beschäftigt waren, das Seil nach oben zu ziehen. Sie kamen gut voran, aber mussten trotzdem alle mit anfassen, um das Ding weiter hochzuhieven. Vielleicht hatte ihn unten am Meeresgrund die schlechte Sicht irritiert und es handelte sich doch um einen toten Delfin, der sich in einem Fischernetz verfangen hatte? Hoffentlich nicht! Er liebte Delfine, das wäre schrecklich.
Keira wollte jetzt unbedingt wissen, um was es sich bei diesem Ding handelte, das ihr heute ihren Tauchgang vermasselt hatte.
„Los! Hoch damit!“ Ihre Stimme klang angespannt.
Iain kniff die Augen zusammen, um in der Gischt der Wellen besser sehen zu können, was da auf sie zukam. Auf jeden Fall war es ganz schön schwer.
Mit einem letzten Ruck zogen sie das Bündel über die Reling, und das Ding fiel mit einem dumpfen Schlag aufs Deck, umgeben von Schlingpflanzen und einer Handvoll Austern, die klappernd auf die Holzplanken purzelten.
Beim näheren Hinsehen erkannten sie eine Plastikplane, die aber irgendetwas in ihrem Inneren verbarg. Vorsichtig zog Iain sein Messer heraus, das er bei Tauchgängen immer dabeihatte und in einem Holster an seinem Bein trug, und durchschnitt das um die Plane gebundene Seil.
Keira löste das Seil und zerrte auch gleich vehement an der Plane. Nachdem sie die erste Schicht gelöst hatte, entdeckten sie zwei große Pflastersteine. Kein Wunder, dass es so eine Plackerei gewesen war, das Ding an Bord zu ziehen! Wer um alles in der Welt wickelte Pflastersteine in eine Plastikplane und versenkte sie im Meer? Keira machte sich weiter unermüdlich an dem Bündel zu schaffen, und auch Iain überwand seine vorübergehende Starre und packte mit an.
Was dann allerdings im Inneren der Plane zum Vorschein kam, konnte sein Gehirn im ersten Moment gar nicht erfassen. Offensichtlich arbeiteten die Synapsen seiner Schwester schneller, denn sie hatte sofort registriert, was es war, und stieß einen erschrockenen Schrei aus. Keira wurde schlagartig bleich wie ein Bettlaken, und der Ausdruck auf ihrem Gesicht verhieß nichts Gutes.
Iain erstarrte vor Entsetzen. Was vor ihnen lag, war kein totes Tier, sondern ohne Zweifel ein Mensch, beziehungsweise das, was von ihm nach vermutlich einigen Tagen im Wasser übrig geblieben war.
Sein Magen fing augenblicklich an zu rebellieren. Zum Teufel mit der Männlichkeit. Iain stürzte zur Reling, krallte sich daran fest und übergab sich.
Schottland, Inverness, Montag, 15.8.2039, 14:00 Uhr
Meine Ankunft in Inverness stand kurz bevor, aber noch durchquerte der Zug eine Gegend mit endlos an uns vorbeiziehenden Feldern und Wiesen. Von einer Stadt war weit und breit noch nichts zu sehen. Ich lehnte mich ans Fenster und starrte nach draußen. Nur wenige Bäume, aber viel Grün … und noch mehr Regen. Nicht verwunderlich, was hatte ich denn auch anderes von Schottland erwartet?! Das hier war schließlich kein Ausflug nach Hawaii.
Hawaii! Ich seufzte innerlich. Dort war ich vor drei Monaten mit Lee gewesen. Lee, der eigentlich neben mir sitzen sollte, aber wegen unseres Streits nicht mitgekommen war. Immer wenn ich an ihn dachte, bildete sich ein Kloß in meinem Hals und ich musste mit den aufsteigenden Tränen kämpfen. Ich wischte mir kurz über die feuchten Augen. Wir waren fast ein Jahr zusammen. Und jetzt? Jetzt würde ich ihn vielleicht nie wiedersehen. Oder war ich übertrieben melodramatisch?
Ich wusste, dass Lee manchmal etwas extrem reagierte nach den heftigen Jahren, in denen er und seine Familie um das Leben seiner Mutter gebangt hatten, die lange im Koma gelegen hatte. Doch seit ihrer Genesung war wieder alles gut und Lee und ich verstanden uns super. Zugegeben, nach anfänglichen Schwierigkeiten! Soweit ich mich erinnerte, hatte ich ihn zu Beginn meiner Freundin Meg gegenüber des Öfteren als Ekel bezeichnet. Und das nicht ohne Grund!
Ich hatte Lee an der University of Berkeley kennengelernt, als ich dort im letzten Sommer mein Medizintechnik-Studium begonnen hatte. Lee war mein Tutor für AI-Algorithmen und damals ähnlich ungenießbar wie eine unreife Tomate gewesen. Unser gemeinsames Abenteuer um das Start-up MindRead.ai und die Suche nach meinem Freund Eric, der der CTO von MindRead.ai war, hatte dazu geführt, dass wir uns zusammengerauft und in den darauffolgenden Monaten buchstäblich zu einem Traumpaar entwickelt hatten.
Wieder dachte ich an unsere gemeinsame Urlaubswoche und drückte meine Augenlider fest zu, um weiteren Tränen gar nicht erst die Gelegenheit zu geben, sich aus meinen Augen zu wagen.
Dass Lee logischerweise nicht begeistert sein würde, als ich ihm eröffnet hatte, dass ich im kommenden Semester in München weiterstudieren würde, war mir klar gewesen. Aber eine so heftige Reaktion hatte ich nicht erwartet. Mein Visum galt ja auch nur für ein Jahr. Hatte er das einfach verdrängt? Und immerhin lehrte mein absolutes Idol in München an der Uni: Professor Kettner hatte in meiner Heimatstadt den Lehrstuhl für künstliche Intelligenz in der Medizintechnik inne. Und ich hatte tatsächlich einen der raren Plätze für diesen Studiengang ergattert! Das war für mich auch echt überraschend gekommen. Und Lee wusste eigentlich, dass ich mich dafür beworben hatte. Alle meine Versuche, ihn dazu zu überreden, mit nach München zu kommen, waren vollkommen fruchtlos gewesen. Es gab dort doch auch für ihn so viele Möglichkeiten, aber er hatte sich nicht mal informiert. Sehr enttäuschend!
Ich seufzte, vermutlich ein klein wenig zu laut, denn aus den anderen Sitzreihen drehten sich einige Köpfe nach mir um. Irgendwie war es müßig, weiter über unseren Streit zu sinnieren. Ich hatte mich auf jeden Fall entschieden, auch wenn es sehr weh tat. Am Ende war unsere Auseinandersetzung richtiggehend eskaliert und er wollte mich nicht mehr sehen, geschweige denn mit nach Schottland fahren und hier meinen neunzehnten Geburtstag mit mir feiern, wie wir es ursprünglich geplant hatten. Deswegen war der Platz neben mir auch leer, und ich fühlte mich genauso traurig und düster wie das schottische Wetter. Ein perfekter Fit!
Seitdem ich in Edinburgh in den Zug gestiegen war, hatte sich offensichtlich niemand getraut, sich neben mich zu setzen. Obwohl ich ganz normal aussah, sogar nicht mal hässlich. Groß, schlank, lange braune Haare. Warum also wollte niemand hier Platz nehmen? Der Zug war relativ voll. Lag es an meinen Lieblingsklamotten, die natürlich schwarz waren? Wirkten die abschreckend auf meine Umgebung? Nein, das konnte ich mir nicht vorstellen. Bestimmt war es meine negative Aura. Weil ich so frustriert vor mich hinseufzte und -starrte. Und der schon etwas betagte schottische Schaffner, der immer mal wieder an mir vorbeilief – keine Ahnung, wofür er zuständig war, nachdem das Zugticket ja über einen Scan der Arm-Devices an der Tür eingelesen wurde – warf mir sogar ständig mitleidige Blicke zu. Irgendwann hielt er mir zu allem Überfluss auch noch ein im typischen schottischen Karo-Look bedrucktes Taschentuch vor die Nase und tätschelte meine Hand.
Ich musste ihn so entsetzt angesehen haben, dass er zurückzuckte und schnell den Gang entlang weiterhuschte. Oh nein! Waren mir meine Gefühle denn so ins Gesicht geschrieben? Am liebsten hätte ich mich in meinem Zimmer zu Hause unter einer Decke verkrochen. Das war nur leider im Moment nicht möglich.
Wieder sah ich auf die Uhr. Noch etwa zehn Minuten Fahrt. Die ländliche Gegend hatte sich in der Zwischenzeit verändert und immer mehr und mehr Häuser waren zu sehen. Wir erreichten langsam die Stadt.
„Nora, reiß dich zusammen!“ Konnte ich vielleicht was dafür, wenn Lee so stur und dickköpfig war? Nein! Er hätte schließlich auch mal an mich denken können und nicht nur an sich selbst, schimpfte ich innerlich und knirschte mit den Zähnen. Ich musste mir den Grund meiner Reise nach Schottland wieder vor Augen führen, denn Regi wollte mich in Inverness am Bahnhof abholen. Dem netten alten Herrn die Wiedersehensfreude zu vermiesen, indem ich ihm wie ein Häuflein Elend gegenübertrat, wäre ein schlechtes Dankeschön für seine großzügige Einladung. Also straffte ich meine Schultern, schob mein Kinn energisch nach vorne und beschloss, Lee für die kommende Woche aus meinen Gedanken zu eliminieren.
Regi, oder besser gesagt Sir Reginald, war der Großvater meines Freundes Matt und seines Zeichens ein waschechter Schotte. An dieser Stelle sollte ich auch erwähnen, dass Sir Reginald früher beim MI6 gearbeitet hatte und immer noch gelegentlich den einen oder anderen Job für seine ehemalige Abteilung erledigte. Letztes Jahr konnte er fast im Alleingang skrupellose Verbrecher dingfest machen, die das IP des Start-ups MindRead.ai hatten stehlen und verkaufen wollen. „Fast im Alleingang“ nur deswegen, weil meine Großmutter ihm schlagkräftig zur Seite gestanden hatte. Die beiden schafften es, uns alle zu überraschen, mal abgesehen von Matt, der selbstverständlich wusste, wozu sein Großvater fähig war. Nachdem wir uns allerdings in einer ziemlich ungemütlichen Lage befunden hatten, kam uns das Eingreifen der beiden sehr gelegen.
Bevor er letztes Jahr wieder nach Schottland zurückgereist war, hatte Sir Reginald nicht nur mich in sein Haus, oder besser gesagt seine Burg, in den schottischen Highlands eingeladen, sondern auch noch meine gesamte Familie. Was ich ausgesprochen süß von ihm fand, obwohl er nur meine Oma und mich persönlich kannte. Einerseits freute ich mich wie wahnsinnig, meine Familie nach meinem langen Auslandsaufenthalt wiederzusehen. Andererseits machte ich mir größte Gedanken darüber, ob Sir Reginald wirklich ahnte, auf was er sich da einließ. Eine geballte Ladung der Achtziger-Familie! Meine vier Geschwister kamen einem Hurrikan gleich, ganz davon zu schweigen, was die Achtziger-Oma an Chaos heraufbeschwören konnte. Die Kombination jedoch war genau genommen explosiv. Aber so eine alte Burg sollte ja prinzipiell robust gebaut sein und meiner Familie standhalten. Das war zumindest meine Hoffnung.
Der Zug hielt abrupt an. Für meine Begriffe zu abrupt. Fuhren sie hier noch mit Fahrern statt mit KI? Das konnte eigentlich nicht sein. Nicht im Jahr 2039! Undenkbar! Aber egal, wer am Steuer saß – Computer oder Mensch – wir waren endlich in Inverness angekommen. Und das war die Hauptsache.
Ich schnappte mir meinen prall gefüllten und überaus schweren Rucksack. Wie immer hatte ich zu viel eingepackt, sodass ich höllisch aufpassen musste, niemanden damit umzuschubsen, und hüpfte aus dem Waggon auf den Bahnsteig. Dabei hätte ich mir fast noch den Knöchel verstaucht, denn gleichzeitig auszusteigen und nach Sir Reginald Ausschau zu halten, war keine gute Idee. Oder hatte mich die Tatsache ins Straucheln gebracht, dass eben kein Sir Reginald am Gleis stand? Ich stutzte. Er war tatsächlich weit und breit nirgendwo zu sehen. Vielleicht war er zu spät dran, oder er wartete draußen? Meine Ankunft würde er doch nicht einfach vergessen haben? Das wäre enorm unpraktisch, denn ich hatte zwar seine Adresse, aber ich wusste auch, dass die Burg recht abgelegen mitten in den Highlands lag. Also keine Ahnung, wie ich im Notfall allein dort hinkommen sollte?!
Um mich blickend, denn ich wollte ihn keinesfalls übersehen, schloss ich mich dem Fluss der Menschen an, der nach draußen strömte. Wieder blickte ich mich suchend um. Da! Ich sah zwar keinen Sir Reginald, dafür erwartete mich ein roter, im absoluten Halteverbot stehender Ferrari, an dessen Tür unverkennbar sein mir bekannter Besitzer lehnte: Matt. 1,90 Meter groß, schlank, braune kurze Haare, cooler Dreitagebart und ausgesprochen gutaussehend. Mein Ex! Oder musste ich ihn jetzt meinen Ex-Ex nennen? Nein, Ex war ein ganz schlechtes Wort, denn auf Lee wollte ich im Moment keinen weiteren Gedanken verwenden.
Ich winkte Matt gespielt fröhlich zu. Er nahm mich nicht gleich wahr, da er offensichtlich tief ins Gespräch mit einem etwa gleichaltrigen Typen versunken war, den ich im ersten Moment fast mit einer Frau verwechselt hätte. Wegen seiner schulterlangen, lockigen roten Haare. Ich tippte messerscharf auf schottische Gene.
Zielstrebig steuerte ich auf die beiden zu und erst als ich kurz vor ihnen stand, bemerkte mich Matt. Ein freudiges Grinsen lief über sein Gesicht und er setzte zu einer festen Umarmung an, die ich mir nur allzu gerne gefallen ließ.
„Nora! Ich freu mich so, dass du da bist!“
„Hey, Matt! Wolltest du nicht frühestens nächste Woche kommen? Ich freu mich auch, dich zu sehen! Ich dachte, dein Großvater holt mich ab?“
„Der war noch beschäftigt, und da ich nun schon mal da bin, habe ich das natürlich liebend gerne übernommen.“
Matt sah sich hinter mir um, als würde er nach etwas oder jemandem suchen.
„Wo hast du Lee gelassen? Wartet er noch am Gleis?“
Er musste den Schatten gesehen haben, der über mein Gesicht huschte.
„Nora, was ist los?“ Er sah mich scharf an.
„Lee ist nicht mitgekommen. Kurzfristig. Kam was dazwischen. Hat dein Großvater dir nicht Bescheid gesagt?“, nuschelte ich. Meine Augen wurden wieder feucht. Mist! Um mich von dem Gedanken an Lee abzulenken, schielte ich zu dem Rothaarigen hin, der mich wiederum interessiert musterte. Matt verstand meinen Blick sofort und wechselte das Thema.
„Oh, entschuldigt! Nora, das ist Iain Kendall, ein alter Freund von mir. Wir waren schon als Kinder viel zusammen unterwegs, immer wenn ich meinen Großvater besucht habe. Unsere Großväter sind am Wochenende oft zusammen zum Fischen gegangen und sie haben uns Jungs immer gerne mitgenommen.“ Er klopfte Iain kameradschaftlich auf den Rücken. „Und ich war eine Weile mit seiner Schwester Keira zusammen“, fügte er noch schnell, fast wie nebenbei, hinzu.
Iain grinste mich mit einem Augenzwinkern an, das ich jedoch nicht ganz einordnen konnte. Sollte es mehr zu Matt und Keira geben, das ich wissen sollte? Nein! Im Augenblick interessierte mich das Thema nicht die Bohne, denn ich wollte nichts, aber auch gar nichts über Beziehungen hören. Nicht über meine, aber auch nicht über die Beziehungen anderer.
Zum Glück redete Matt gleich weiter: „Iain, das ist Nora Achtziger. Du kannst dir gar nicht vorstellen, in welche Situationen sie mich schon gebracht hat.“ Er lachte fröhlich und legte mir den Arm um die Schulter.
„Moment mal! Wer hat hier wen in irgendwelche Situationen gebracht? Du bist auch nicht unschuldig an dem, was uns in den letzten zwei Jahren so alles widerfahren ist“, schoss ich schlagfertig zurück.
Interessant! Die Tatsache, dass wir fast ein Jahr so mehr oder weniger zusammen gewesen waren, bevor ich zum Studium nach Kalifornien gezogen war, ließ er geflissentlich unter den Tisch fallen. Warum um alles in der Welt dachte ich jetzt wieder an Beziehungen?
Ein lautes „Fàilte gu na Gàidhealtachd!“ riss mich aus meinen Gedanken. Es kam von Iain, der mir seine Hand hinstreckte. Eindeutig, um mich zu begrüßen.
Natürlich hatte ich kein Wort verstanden und sah ihn nur fragend an.
„Willkommen in den Highlands!“, übersetzte Matt ins Englische. „Das war Gälisch.“
Logisch! So wie Iain aussah, war er definitiv Schotte, und ich hatte gelesen, dass viele der Schotten in den Highlands auch noch Gälisch sprachen.
Iain musterte mich intensiv von oben bis unten, doch Matt war seinen Blicken gefolgt. Ich musste zu meiner Überraschung feststellen, dass sich seine Miene schlagartig verfinsterte.
„Du bist zwar einer meiner besten Freunde, Iain, aber eines möchte ich klarstellen: Ich kenne dich und deine Beziehungen. Von Nora lässt du deine Finger! Verstanden?“
Erstaunt sah ich ihn an. Was sollte das denn? Ich konnte sehr gut auf mich allein aufpassen! Warum spielte er plötzlich den Beschützer?
Iain hob beschwichtigend seine Hand: „No worries, my friend! Ich werde nichts tun, was die Lady nicht möchte.“
„Warum beruhigt mich das so rein gar nicht?“, grummelte Matt. Na, das Gespräch entwickelte sich jetzt aber in die falsche Richtung, fand ich!
„Jungs, könnten wir uns langsam auf den Weg machen? Ich bin nämlich bereits ganz schön lange unterwegs. Von San Francisco bis hierher ist es ein gutes Stück, und ich könnte ’ne Mütze voll Schlaf gebrauchen.“
Matt fasste sich an den Kopf. „Tut mir leid, Nora. Geht gleich los! Iain fährt eh mit uns mit, weil mein Großvater etwas mit ihm besprechen wollte. Alles andere können wir im Auto bequatschen.“
Mit diesen Worten schnappte Matt kurzerhand mein Gepäck und warf es in den Kofferraum seines Ferraris. Ich durfte neben ihm auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, wobei ich aus Versehen fast auf der Fahrerseite eingestiegen wäre. An den Linksverkehr in England musste ich mich wieder gewöhnen. Und dann überlegte ich kurz, wie nervig das früher wohl gewesen sein musste, sich umzustellen. Jetzt übernahm die KI Rechts- wie Linksverkehr mühelos, wenn ein autonomes Fahrzeug vom Kontinent nach England kam und sich dort im Linksverkehr einreihen musste. Wie war dieser Algorithmus von den Ingenieuren wohl programmiert worden? Ich verwarf den Gedanken schnell wieder, denn erstens war das im Moment nicht mein Problem und zweitens war ich nach der langen Reise viel zu müde, um mir darüber Gedanken zu machen.
Iain quetschte sich ächzend auf die Rückbank. Vielleicht hätte ich doch mit ihm tauschen sollen? Er war schließlich größer und auch ein bisschen breiter als ich. „Ach was!“, dachte ich dann aber bei mir. Für den Blick von vorhin hatte er das eindeutig verdient, sich ein wenig quälen zu müssen.
Matt, der seinen geliebten Ferrari selbstverständlich eigenhändig lenkte, schlängelte sich zunächst durch den weitgehend autonom fahrenden Stadtverkehr von Inverness und verließ dann die Stadt in Richtung Nordwesten. Zu Sir Reginalds Haus, oder besser gesagt zu seiner Burg, war es fast eine Stunde Fahrt, und nachdem ich angemerkt hatte, dass dies mein allererster Besuch in Schottland war, wetteiferten die beiden Jungs darum, mir mehr oder weniger interessante Details über die Gegend zu erzählen, durch die wir fuhren.
Wir überquerten den Beauly Firth, passierten unzählige Getreidefelder auf der Black Isle und ließen dann langsam die landwirtschaftlich erschlossene Gegend hinter uns. In einem hübschen kleinen Ort namens Strathpeffer, gemäß Iain bekannt durch seine schwefelhaltigen Thermalquellen, bekam ich einen Kaffee, der einen Teil meiner Lebensgeister zurückkehren ließ.
Wir fuhren durch eine bewaldete Gegend, die schon nach kurzer Zeit immer wieder die Sicht auf die kargen, aber ungemein faszinierenden Hügel der Highlands freigab.
Natürlich wurde ich auch Opfer eines Vortrags über die Wiederaufforstung der schottischen Wälder, denn in den letzten paar Tausend Jahren war der Großteil des Waldes hier gerodet worden. Diese Rodungen hatten bereits in der Römerzeit begonnen und setzten sich im Mittelalter und besonders während der Industrialisierung fort. Das Ziel war gewesen, Land für Ansiedlungen und Landwirtschaft zu gewinnen, aber natürlich auch, das Holz zu verwerten. Jetzt wusste ich also auch darüber Bescheid, ob ich wollte oder nicht. Was ich allerdings witzig fand, waren die manchmal unmotiviert aussehenden kleinen Wäldchen, die unvermittelt in der baumlosen Landschaft auftauchten. Und ich stimmte mit meinen beiden Reiseführern überein, dass die Aufforstung prinzipiell eine ziemlich gute Sache war.
Der Nieselregen ging in ein heftiges Prasseln über, was weitere Erklärungen meiner beiden Begleiter im Keim erstickte. Matt musste sich außerdem auf die schwierigen Straßenverhältnisse konzentrieren, und ich begann entspannt vor mich hin zu dösen.
Der starke Regen brachte in meinem Kopf eine Reportage von vor einer Woche über die schweren Unwetter in China hoch. Es war in der chinesischen Provinz Henan über mehrere Tage zu einer Extremwetterlage mit Starkregen und massiven Überschwemmungen gekommen, einhergehend mit großen Zerstörungen. Eine Katastrophe, vor allem weil die Provinzhauptstadt mit fast zehn Millionen Einwohnern betroffen war. Leider kein Einzelfall, wenn man ihre Geschichte betrachtete. Schon vor ungefähr zwanzig Jahren gab es dort eine sehr heftige Überschwemmung, die damals fast vierhundert Menschen das Leben gekostet hatte. In Anbetracht der schrecklichen Katastrophe war es in diesem Fall die größte Überraschung, dass das Unwetter und die Überschwemmungen kaum Menschenleben gefordert hatten. Und was mich besonders faszinierte, war, dass Forscher den Starkregen und die Überschwemmungen mehr als eine Woche im Voraus und sehr ortsgenau hatten vorhersagen können. Die Regierung hatte dadurch die Millionenstadt rechtzeitig und gezielt evakuieren und das Schlimmste verhindern können. Gemäß der Reportage hatte genau dieser Fakt in wissenschaftlichen Kreisen für einen Wahnsinnswirbel gesorgt. Es war immerhin gefährlich genug, dass es durch den Klimawandel zu immer mehr wetterbedingten Naturkatastrophen kam. Wenn man in Zukunft die nötigen Computer und Algorithmen hätte, um gute Vorhersagen zu machen, dann würde das zumindest bei der Prävention, also der Vermeidung von Todesopfern und Sachschäden, helfen. Allerdings hielt sich die chinesische Regierung äußerst bedeckt, welche Technologie diese genaue Vorhersage des Unwetters ermöglicht hatte, was wiederum viele Wissenschaftler und auch westliche Regierungen ärgerte.
Der Regen rann in Strömen die Autoscheiben hinunter, machte mich schläfrig und mir fielen die Augen zu. Ich zuckte erst wieder hoch, als Matt den Ferrari vor einem riesigen schmiedeeisernen Tor abrupt zum Stehen brachte. Neugierig lugte ich nach draußen, um das Haus von Sir Reginald zu sehen, aber außer dem verschnörkelten Tor, einer hohen Mauer und einer Allee aus alten Bäumen, die ewig lang zu sein schien, konnte ich nichts erkennen. Das Tor öffnete sich nach kurzer Zeit automatisch, Matt fuhr hindurch, und hinter uns schloss sich das Tor wieder wie von Geisterhand.
„Großvater hat ’ne Menge Kameras installiert. Die sind so gut versteckt, dass man sie gar nicht sieht“, meinte Matt erklärend. Logisch! Was hatte ich auch anderes von einem ehemaligen MI6-Mitarbeiter erwartet.
Die Allee war schier endlos, und der Garten, oder besser Park des Grundstücks musste riesig sein. Endlich kamen wir beim Haus an. Nicht Haus, sondern Burg! Eindeutig eine Burg! Wow! Ich fühlte mich wie ins Mittelalter zurückversetzt.
Die Burg war nicht immens groß, aber sah dennoch eindrucksvoll aus. Sie hatte, soweit ich erkennen konnte, einen ungefähr quadratischen Grundriss und ihre Außenwände waren aus grauem Mauerwerk, was der Burg ein robustes Erscheinungsbild verlieh. Dazu trugen auch die zwei Rundtürme an den vorderen Ecken des Gebäudes bei. Laut Matt sehr typisch für schottische Burgen. In die Mauern waren einige Erker eingelassen, und überhaupt sah die Burg reichlich verwinkelt aus. Die Fenster allerdings waren winzig und schmal. Wahrscheinlich war das im Mittelalter wichtig gewesen, um sich gegen angreifende Feinde zu verteidigen, aber die Zimmer waren dadurch bestimmt recht dunkel. Das Dach, sicherlich auch schon extrem alt, hatte eine grau-schwarze Farbe. Vermutlich war es aus Schiefer, und auch hier konnte ich einige kleine Fenster erkennen.
Wir hielten vor einer breiten Treppe, die an jeder Seite von einer Hecke gesäumt wurde und an deren Ende eine schwere Holztür lag, die anscheinend der Haupteingang zum Gebäude war. Allein diese Tür war einfach der volle Wahnsinn. Sie bestand aus massivem, sicherlich uraltem Holz und war mit kunstvollen Eisenbeschlägen versehen. Die Tür wurde von einem steinernen Spitzbogen mit eingeritzten Clan-Symbolen oder Wappen gerahmt. Dort stand auch ein Schriftzug, den ich aber aus dieser Entfernung noch nicht lesen konnte. Die Mitte der Tür wurde von einem großen metallenen Türklopfer in Form eines Löwen geziert. Wer mochte hier wohl über die Jahrhunderte ein und ausgegangen sein? Bilder von Rittern und elegant gekleideten Adelsfräulein kamen mir in den Sinn.
Ich konnte mich gar nicht sattsehen und stand so lange mit offenem Mund da, bis Matt irgendwann mein Staunen unterbrach: „Spätes vierzehntes Jahrhundert. Gehörte ursprünglich dem Clan Mackenzie, wie die meisten Burgen hier in der Gegend. Irgendwie sind wir auch mit denen verwandt, und deshalb konnte mein Großvater die Burg übernehmen. Es gab keine Erben mit näherem Verwandtschaftsgrad.“
„Ahaa!“, kam es aus meinem immer noch offen stehenden Mund.
Während Iain bereits die Treppe hochjoggte und den Türklopfer bediente – offensichtlich war er nicht zum ersten Mal hier – nahm mich Matt am Arm und zog mich hinter sich her.
„Siehst du, was hier über der Tür steht? LUCEO NON URO. Das ist der Wahlspruch der Mackenzies. Heißt übersetzt so viel wie ‚Ich leuchte, ich brenne nicht‘.“
Ich nickte andächtig, und wir kamen genau in dem Moment oben an, als sich die Türe öffnete.
Das Erste, was uns entgegenkam, war nicht Sir Reginald, sondern ein Haufen Fell, der bellend und japsend um uns herumjagte.
„Hey, Jam! Alles gut! Wir freuen uns auch!“, rief Matt lachend. „Ich war doch gerade mal zwei Stunden weg.“
Der Hund war etwa kniehoch und gehörte einer nicht identifizierbaren Rasse an, die wohl vorwiegend aus Haaren bestand. Insgesamt schien er aber freundlich, sodass ich reflexartig anfing, ihn zu streicheln, während er voller Begeisterung meine Hand abschleckte und gleichzeitig bellte. Okay, ein multi-tasking-fähiger Zeitgenosse!
„Das ist Jam. Oder besser gesagt ‚James Bond 007‛. Sein voller Name ist ein wenig unpraktisch, aber Regi wollte ihn unbedingt so nennen, und wenn er sich mal was eingebildet hat … Na ja, kannst du dir ja denken.“
Bevor er fortfahren konnte, hörten wir ein lautes Räuspern aus der Tür dringen. Dort stand kerzengerade ein älterer Mann in einer schwarzen Butler-Uniform und hielt uns die wuchtige Holztür auf.
„Ich möchte die Herrschaften nicht hetzen, aber die Tür ist und bleibt schwer.“
„Oh, entschuldige, James! Nora, darf ich vorstellen, dass ist Regis langjähriger Butler James. Schon deswegen mussten wir Jam anders nennen, sonst wüsste ja niemand, wer gemeint ist.“ Er grinste breit.
James, also der Butler James, verzog das Gesicht. Ganz eindeutig war dieser Witz von Matt nicht neu, und der Butler sah nicht so aus, als wolle er mit einem Hund verglichen werden.
„Freut mich, Sie kennenzulernen, James“, sagte ich höflich, wodurch sich seine Miene gleich aufhellte.
„Willkommen auf Crowglen Castle. Schön, dass ihr es rechtzeitig zum Nachmittagstee geschafft habt. Sir Reginald erwartet euch im Teezimmer“, meinte James mit würdevollem Gesicht.
„Oh, klasse, James!“ Matt schlug dem Butler die Hand auf die Schulter, was ihm einen strafenden Blick einbrachte. Ich hatte den Eindruck, dass James ein bisschen in der Zeit stehen geblieben war und seine Umgangsformen nicht unbedingt kompatibel mit denen von Matt waren. Aber er passte einfach super hier auf die Burg. Ein richtiges Original!
Wir schleppten mein Gepäck in die Eingangshalle, und auch hier musste ich für einen Moment stehen bleiben und die Umgebung auf mich wirken lassen. Die Halle war nicht sehr groß, aber dafür umso höher. Uns gegenüber und auf beiden Seiten der Halle zweigten Türen in benachbarte Räume ab, und eine steile, steinerne Treppe, deren Stufen mit einem dicken, im Tartan-Style gemusterten Teppich bedeckt waren, führte wie ein Schneckenhaus gewunden nach oben in das nächste Stockwerk. Ich vermutete, dass es sich bei dem Muster des Teppichs um den Mackenzie-Tartan handeln musste, also das Karo-Muster des Clans. Die Wände der Halle waren schlicht weiß gestrichen, aber dicht behangen mit Geweihen. Hmm, nicht jedermanns Geschmack. Ob Sir Reginald die alle selbst geschossen hatte, oder ob er sie von seinem Vorgänger geerbt hatte? Ich würde ihn das bei Gelegenheit einmal fragen. Aber wo steckte er eigentlich?
In diesem Moment hörte ich mehrere Stimmen und eine der Türen öffnete sich. Aus dem Raum drängten drei Personen: Sir Reginald, gefolgt von einer resolut wirkenden, älteren Dame und einem Mädchen, das schätzungsweise in meinem Alter war. Sir Reginald kam in langen Schritten auf mich zu. Der alte Herr strahlte.
„Nora, wie schön dich zu sehen. Lass dich anschauen! Du hast dich gar nicht verändert.“
Das war jetzt nicht wirklich verwunderlich, denn es war erst ein knappes Jahr her, seitdem wir uns das letzte Mal gesehen hatten. Als Nächstes zog er mich zu James und den beiden Frauen, die alle drei geduldig aufgereiht an der Seite des Raumes standen und offenbar auf mich warteten. Echt schräg! Ich kam mir vor wie in einem alten englischen Film.
„Nora, meinen Butler James hast du ja bereits kennengelernt. Übrigens ist er auch mein Fahrer und verbringt gefühlt mehr Zeit mit den Autos als mit mir.“ Er schlug James freundschaftlich auf die Schulter, was dieser mit stoischer Ruhe und einem fast unsichtbaren Lächeln hinnahm. „Hier darf ich dir Mave, unsere Köchin, vorstellen. Ohne sie wäre ich schon längst verhungert, denn ich denke nie daran, mir etwas zu kochen, wenn ich gerade viel zu tun habe.“ Mave stürzte sofort auf mich zu und begann mich mit ihren kräftigen Armen zu drücken, als wolle sie mich wie eine Zitrone auspressen. Sie schniefte gerührt und sagte dann in einem starken schottischen Akzent: „Ich habe so viel von dir gehört, Nora. Dass ich dich endlich leibhaftig zu sehen bekomme, ist einfach wunderbar.“
Und schon hatte mich Regi weiterbugsiert, vermutlich, um einen längeren Redeschwall von Mave zu vermeiden und schneller zu seinem geliebten Tee zu kommen.
„Und das hier ist Lynn Morris. Sie kommt aus London, ist erst seit Kurzem bei uns und hilft Mave mit dem Haushalt und Service.“
Lynn war eine schlanke junge Frau, die auf mich sehr unsicher wirkte. Sie hatte schwarze kurze Haare, war fast einen Kopf kleiner als ich und sah nicht unbedingt typisch englisch aus. Sie vermied es, mich anzusehen, und während sie einen verunglückten Knicks machte, blickte sie ständig auf den Teppich. Ehrlich gesagt fand ich ihr Verhalten ein wenig irritierend, aber Sir Reginald schien es gar nicht zu bemerken. Oder es störte ihn einfach nicht. Auf jeden Fall fuhr er ohne große Unterbrechung fort: „Ich hoffe, die beiden jungen Herren haben sich auf dem Weg hierher gut um dich gekümmert und dir ein bisschen was von unserem schönen Land gezeigt. Aber jetzt kommt alle rein und trinkt einen Tee mit mir.“
Auf dem Weg in das Kaminzimmer – den Namen gab ich dem Raum wegen des riesigen Kamins an der Wand links neben der Tür – fing Mave noch Iain ab. Mit gehobenem Finger drohte sie ihm: „Und du, Laddie, wenn du dich wieder länger als ein halbes Jahr nicht bei mir sehen lässt, dann ziehe ich dir die Ohren lang!“ Zielsicher hatte sie sein Ohrläppchen geschnappt und begann tatsächlich vehement daran zu zupfen.
„Aye! Mave!“, schrie Iain auf. „Du weißt doch, ich kann ohne dich nicht leben.“ Er sah sie mit schmachtenden Augen an. Mave ließ sein Ohr auch sofort los und sah ihn fürsorglich an. „Vor allem nicht ohne dein Essen“, fügte er dann schelmisch grinsend hinzu.
Mave tätschelte liebevoll seine Wange, und dann gingen wir zum Afternoon Tea über, den Sir Reginald stilecht zelebrierte.
Wir redeten viel über die Ereignisse des letzten Jahres und brachten uns gegenseitig auf den letzten Stand der Dinge. Zum Tee gab es das bei Sir Reginald obligatorische Shortbread – englische Cookies, die gefühlt nur aus Zucker und Butter bestanden. Superlecker! Nachdem ich im Zug nichts gegessen hatte, stopfte ich mir zwei gleichzeitig in den Mund und verschluckte mich natürlich prompt an den Bröseln.
Mave hatte sich auch zu uns gesetzt, während Lynn den Tee servierte. Dabei stolperte Lynn einmal über den Teppich und ein weiteres Mal stieß sie aus Versehen gegen die Teetasse von Matt, woraufhin er sich umziehen musste. Ich sah aus dem Augenwinkel, dass Mave ihr Gesicht fast unmerklich zu einer Grimasse verzog. Ganz so begeistert war sie offensichtlich nicht von der neuen Servicekraft. Lynn schien ein wenig ungeschickt zu sein. Vielleicht war es aber auch nur Nervosität, weil heute so viele neue Gäste gekommen waren. Aber ich wollte mir gar nicht vorstellen, was mir alles passieren würde, wäre ich an Lynns Stelle gewesen.
Als wir mit dem Tee fertig waren, kündigte Regi an, dass er bis zum Abendessen leider noch einige Telefongespräche erledigen müsse und bat uns, ihn zu entschuldigen. Matt wiederum sollte mir in der Zwischenzeit mein Zimmer und den Rest der Burg zeigen. Iain konnte sich zunächst nicht entscheiden, ob er uns bei der Burgbesichtigung Gesellschaft leisten oder lieber doch mit Mave in die Küche gehen sollte, um für seine WG einige ihrer leckeren selbst gebackenen Cookies abzustauben. Hin- und hergerissen trabte er schließlich hinter Mave in die Küche, die zwischen dem Kaminzimmer und dem Speiseraum im Erdgeschoss der Burg lag.
Matt und ich schnappten uns mein Gepäck und stiegen gemeinsam die enge Treppe hinauf. Ich war so was von neugierig, die restliche Burg zu erkunden, und folgte Matt, der höher und höher stieg.
„Du bekommst eines der Turmzimmer. Das ist richtig schön und hat einen super Blick. Aber ich warne dich vor. Erwarte dir nicht zu viel Luxus hier. Die Burg ist alt, und Regi hat zwar das Notwendigste machen lassen, aber in einen Wellness-Tempel hat er sie nicht gerade umgebaut.“
„Damit habe ich null Problem.“
„Na ja, wirst sehen! Wenn du zum zehnten Mal an einem Tag ins Turmzimmer hochgestiegen bist und beim Duschen erst mal im eiskalten Wasser stehst, dann wirst du Luxus schon vermissen. Und wir heizen hier nur mit Holz über die Kamine in den großen Zimmern. Wenn es kalt und regnerisch ist, dann kann es schon mal reichlich klamm und feucht in der Burg werden.“
„Würde es denn zu viel kosten, eine Heizung einzubauen?“
