Rapido - Karsten Hartmann - E-Book

Rapido E-Book

Karsten Hartmann

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Beschreibung

Rapido war neu im Wald. Um neue Freunde zu finden beteiligt er sich an einem Wettrennen der Tiere um den Wald. Dem Sieger winkt der Königstitel. Rapido aber möchte nur nicht mehr allein sein.

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Seitenzahl: 37

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhalt

Rapido stellt sich vor

Rapido packt seine Sachen

Der Aufbruch

Die Schlange und das Ei

Das Malheur der Ratte

Der empfindsame Bär

Der verwirrte Fuchs

Am Ende

Der Felsen bewegt sich

Die Gazelle wird gefressen

Der Löwe in der Grube

Schnell, schnell der König hält Hof

Der klare Sieger

1 Rapido stellt sich vor

Rapido war neu im Wald. Er kannte noch niemanden und deshalb lief er ein wenig ziellos umher. Selbst für die Leute seiner Heimat sah er etwas seltsam aus. Helle Haut, na ja, das konnte mal vorkommen, aber einen blauen Panzer, das sah man selbst dort selten. Zuhause hatte er schon genug Schwierigkeiten und jetzt auch noch umziehen! Alle seine alten Freunde - er hatte nicht wirklich viele gehabt - waren plötzlich weg.

Rapido kam sich ein bisschen verloren vor. Da sah er in der erstaunlichen Entfernung von 7 Menschen-Schritten eine Gruppe Tiere in einen heftigen Streit verwickelt. Rapido stürmte los.

„Was soll der Unsinn“, brüllte der Löwe gerade, „ich weiß doch schließlich selbst, dass ich das schnellste und ausdauerndste und stärkste Tier des Waldes bin.“

„Das glaubst auch nur du“, schrillte die Ratte, „ich komm da noch durchs Gestrüpp, wo deine großen Quadratlatschen keinen Weg mehr finden!“

Bevor sich der Löwe um den kleinen Besserwisser in ganz ΄besonders freundlicher΄ Weise kümmern konnte, meinte der Fuchs tiefgründig: „Man könnte es doch einfach ausprobieren!“

„Ganz recht“, ließ sich die Antilope mit einem schnippischen Unterton vernehmen, „du kriegst mich doch nur, wenn ich krank bin!“

Die Gazelle hielt sich wie immer raus, dachte sich aber ihren Teil.

„Was ist?“, nuschelte der Hase, „wollen wir los?“

„Moment!“, brummte der Bär. „Wenn wir so etwas tun, muss die Chance für alle gleich sein! Das bedeutet auch,“, ein schräger Blick traf das Nashorn, „dass wir nicht alles niederwalzen, um einen graden Weg laufen zu können!“

„Was meinst du damit?“, brauste das beleidigt auf, wurde aber noch rechtzeitig von einer eher versöhnlichen Stimme von oben aufgehalten. Wer weiß, welche Schmerzen der Bär sonst erlitten hätte! Erstaunt sahen alle zu der Stelle, von der die Stimme kam.

Dort saß die nicht mehr so ganz flugtaugliche Eule.

„Ich meine, mich erinnern zu können,“ sprach sie leise, aber dennoch so, dass es alle verstanden, „dass der Wald in etwa rund ist.

Um darum herum zu gehen, braucht man mehrere Tage. Zeit genug, jedem eine Chance zu geben. Ich will der Schiedsrichter sein und darauf achten, dass keiner die anderen betrügt. Auch wenn ich nicht mehr lange fliegen kann, das schaff ich schon!“

„Und“, meinte sie und verdrehte die Augen, „auch den anderen auffressen, ist verboten!“

„Wie kommst du denn nur auf so was?“, meinten alle empört, dabei waren aber einige eher enttäuscht, andere eher erleichtert.

„Wollen wir los? Wollen wir nicht endlich los?“, nuschelte der Hase.

Rapido kam an.

„Hallo!“, sagte er.

„Wer ist denn das?“, fauchte der Löwe. „Ist es denn höflich, fremde Gespräche zu unterbrechen? Hast du etwa gelauscht?“

„Tschuldigung!“, sagte Rapido eingeschüchtert. „Ich bin neu hier!“

„Was bist du denn für ein Ding?“, wollte der Fuchs listig wissen und leckte sich vorsorglich schon mal die Lippen.

„Ich heiße Rapido“, sagte dieser, „und“, fügte er schnell hinzu, „bin völlig ungenießbar!“ Vorsorglich zog er seinen Kopf dabei ein.

„Wer hat ihm denn jetzt den Kopf abgebissen?“, grollte der Bär.

„Man hätte ihn doch aussprechen lassen können!“

„Ich habe ihn nur eingezogen“, tönte es dumpf aus dem Panzer.

„Komisches Tier!“, meinte die Antilope und lugte mit einem Auge in das dunkle Loch im Panzer, in dem der Kopf verschwunden war.

Rapidos Kopf kam ganz langsam wieder heraus. Vorsorglich waren seine Augen geschlossen. Als er sich endlich traute, diese aufzumachen, zuckte er vor dem großen Kopf der Gazelle zurück, die auch mal schauen wollte und sich nun wieder schleunigst absetzte.

„Was für ein seltsames Tier“, zischelte die Schlange, die bisher ganz ruhig unter einem Laubhaufen gelegen hatte, um nicht so sehr aufzufallen. „Und was für ein blöder Name!“

„Ich bin nicht von hier“, wiederholte Rapido. „In meiner Heimat bedeutet mein Name ΄Schnell΄!“

Ein Lachbeben erschütterte den Wald. Solch einen Lachorkan hatte man lange nicht mehr vernommen.

Rapido war solche Reaktionen, wenn auch vielleicht nicht in dieser Heftigkeit, gewohnt. „Für eine Schildkröte“, hatte sein Vater immer gesagt, „bist du erstaunlich schnell!“