Red Eyes - Randi Arndt - E-Book

Red Eyes E-Book

Randi Arndt

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Beschreibung

Es ist das Jahr 2345. Man fliegt mit schwebenden Autos herum und Roboter erleichtern einem das Leben. Doch was macht man, wenn eine vermeintlich erfundene Schauergeschichte plötzlich Wirklichkeit wird? Wenn die Roboter ein Eigenleben entwickeln, rote Augen bekommen und den Menschen nicht positiv gesonnen sind?Das müssen die drei Brüder Marco, Sebastian und Sven herausfinden und begeben sich auf eine Reise, von deren Erfolg die Rettung der Menschheit abhängt.

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Seitenzahl: 75

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Red Eyes

Eine wahre Schauergeschichte

Randi Arndt

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Impressum:

Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Besuchen Sie uns im Internet: papierfresserchen.de

© 2021 – Papierfresserchens MTM-Verlag GbR

Mühlstr. 10, 88085 Langenargen

Alle Rechte vorbehalten.

Taschenbuchauflage erschienen 2016

Lektorat: Melanie Wittmann

Cover: Daniel Kleine-Weber

Herstellung: CAT creativ - cat-creativ.at

ISBN: 978-3-86196-636-4 - Taschenbuch

ISBN: 978-3-86196-858-0 - E-Book

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Inhalt

Familie

Die Verwandlung

Der Auserwählte

Die Reise beginnt

Der alte Mann

Nele

Das Moor

Baur Randy

Neue Gefährten

Fortis der Boss

Der letzte Kampf

Die Autorin

Unser Buchtipp

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Familie

„Marco, Marco! Du musst jetzt aufstehen! Sofort! Heute ist doch dein Geburtstag!“

„Ja. Mach ich doch. Ich weiß wohl, dass heute mein Geburtstag ist.“ Mein kleiner Bruder Sven ging mir oftmals auf die Nerven. Besonders aber dann, wenn ich Geburtstag hatte. Er freute sich immer wieder so sehr, dass er richtig anstrengend sein konnte. Aber an diesem Tag wollte ich nicht so streng sein.

„Stehst du jetzt endlich mal auf?“, quengelte Sven erneut.

Mein großer Bruder Sebastian war glücklicherweise nicht so wie Sven. Darüber war ich sehr froh, denn mit ihm konnte man über alles sprechen und er behielt es für sich.

„Lässt du mich dann bitte allein, damit ich mich fertig machen kann?“, rief ich wohl etwas zu laut.

„Ja, ich gehe ja schon, aber beeil dich und komm schnell ins Wohnzimmer.“ Damit verließ Sven den Raum.

Ich bin übrigens Marco und feierte an jenem Tag meinen sechzehnten Geburtstag. Wir lebten damals im Jahr 2345. Man flog mit schwebenden Autos überallhin und Roboter erleichterten uns das Leben. Unsere Familie hatte die Stadt gegründet, in der wir lebten, und war deshalb sehr berühmt. Wir konnten nicht vor die Tür gehen, ohne fotografiert zu werden. Aber das machte mir nichts.

Ich hatte einen großen Bruder, der Sebastian hieß und achtzehn Jahre alt war. Außerdem hatte ich einen kleinen Bruder, von dem ich schon berichtet habe: Sven, der mich aus dem Bett gejagt hatte. Er war dreizehn. Unsere Eltern hießen Karl und Susan. Manchmal hielten sie es mit uns nicht aus, da wir uns oft stritten und sehr laut dabei schrien.

Aber jetzt zurück zu meinem Geburtstag.

Nachdem Sven mein Zimmer verlassen hatte, zog ich mich um und lief anschließend die lange Eichenholztreppe hinunter bis ins Wohnzimmer. Wie an jedem Geburtstag hatte sich meine Familie am Tisch versammelt und sang ein Lied. Als sie geendet und mir überschwänglich gratuliert hatten, kam Sven mit einem kleinen, dünnen Päckchen zu mir. „Das ist von Sebastian und mir.“ Stolz hielt er mir das Geschenk vor die Nase.

„Danke. Das sieht aber toll aus. Da werde ich mich bestimmt drüber freuen.“ Ich nahm das Päckchen in die Hand und entfernte langsam das Klebeband, um den Inhalt nicht zu beschädigen. „Zwei Eintrittskarten für die Hologramm-Messe in Berlin! Aber die sind doch ziemlich teuer. Wie habt ihr die bekommen? Da kommt man doch so sehr schwer dran.“

„Kleines Geheimnis“, schmunzelte mein älterer Bruder Sebastian. „Du darfst dir jemanden aussuchen, der dich dorthin begleitet.“

„Das ist doch klar. Ich geh mit dir, Sebastian.“

Danach setzten wir uns an den Tisch und frühstückten.

„Soll ich eine Schauergeschichte erzählen?“ Sebastian wusste, dass ich so etwas mochte und man mir damit eine wahnsinnige Freude machen konnte.

„Natürlich!“, jubelte ich begeistert.

„Gut. Also, vor vielen, vielen Jahren, als gerade die ersten Roboter erfunden worden waren, gab es einige Probleme. Die Roboter wurden aggressiv und bei ihren Wutanfällen färbten sich ihre Augen gefährlich rot. Den Menschen war das damals völlig egal, da die Maschinen zwar fehlerhaft, aber immer noch zufriedenstellend für sie arbeiteten. Doch eines Tages spielte ein Kind mit einem der Roboter, dessen Augen sich vor Wut verfärbten und der das Kind entführte. Die Eltern wollten die Polizei beauftragen, ihren Nachwuchs zu finden, aber rotäugige Roboter hatten die Beamten überwältigt und gefesselt und ihr Revier eingenommen. Der Plan der künstlichen Gestalten war, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Aus diesem Grund unterzogen sie die Menschen einer Gehirnwäsche und zwangen sie dazu, immer mehr Leute herbeizuschaffen, um diese zu unterwerfen. Die Eltern des verschwundenen Mädchens wurden ebenfalls auf diese Weise in willenlose Zombies verwandelt. Doch ihr Kind hatte die Gehirnwäsche unbeschadet überstanden. Die Kleine konnte außerdem sogar ihren Freund davor bewahren, von den Robotern unterworfen zu werden. Gemeinsam kämpften sie gegen die finsteren, rotäugigen Gestalten und gewannen die Schlacht.

Die beiden Kinder bauten die Stadt anschließend wieder auf. Der sogenannte Boss, der für die Verwandlung der Roboter verantwortlich gewesen war, wurde jedoch nie gefunden. Er ist immer noch dort draußen und versucht immer wieder, die Roboter per Satellit zu manipulieren. Diese Art der Invasion gab es bereits siebenmal in unregelmäßigen Zeitabständen ...“, beendete Sebastian seine Geschichte.

„Glaubst du daran?“, fragte Sven mit angsterfüllten Augen.

„Nein! Ja! Ein bisschen ...“ Tatsächlich lief selbst mir ein Schauer den Rücken, wenn Sebastian so etwas erzählte. Eigentlich war ich nicht so leicht aus der Fassung zu bringen, aber mein Bruder schaffte es immer wieder, mich zu verunsichern. Ich beobachtete, wie Svens Augen immer größer vor Angst wurden, bis ich schließlich zu ihm trat und versuchte, ihn zu beruhigen. „Es ist nur eine Geschichte. Denk daran, sie wird nie wahr werden.“

„Echt nicht?“ Zweifelnd blickte mich mein kleiner Bruder an.

„Nein. Du weißt doch, dass Sebastian immer so etwas erzählt. Es ist nur eine Geschichte“, sagte ich noch mal. Sehr gern wollte ich meine eigenen Worte glauben ... Bei Sven hatten sie offenbar gewirkt, denn er seufzte und machte sich auf den Weg nach draußen. Wahrscheinlich ging er jetzt zu seinem Freund Nick.

„Sebastian! Du sollst doch deinen kleinen Bruder nicht ärgern!“, rief mein Vater wütend, als Sven verschwunden war.

„Marco wollte doch, dass ich die Geschichte erzähle“, widersprach Sebastian.

„Auf dein Zimmer!“, befahl mein Vater.

„Aber ...“

„Nichts aber!“ Nun funkelte Papa meinen großen Bruder wütend an, keine Widerrede mehr duldend.

„Ich geh ja schon“, maulte Sebastian und schlurfte davon.

„Ich werde mit Robin spielen. Er braucht mal eine Auszeit, weil er in letzter Zeit so viel für euch erledigen musste. Jetzt tu ich mal was für ihn.“

„Dann nimm Bath bitte auch mit“, warf meine Mutter nun ein. Die beiden waren Roboter und gehörten zu unserer Familie dazu. Robin war unser Roboterhund und Bath eine Art Angestellter, der die Hausarbeit erledigte und Ähnliches. Ich war der Einzige, der sich wirklich um sie kümmerte.

„Ich gehe jetzt mit den beiden raus, werde aber heute Abend zurück sein. Möglicherweise wird es aber auch etwas später. Aber die Roboter bringe ich auf jeden Fall wieder mit.“

„Das hoffe ich auch!“ Mama hatte immer sehr viel Angst, wenn es um Roboter ging.

„Ich passe gut auf sie auf“, versprach ich.

*

Die Verwandlung

„Robin, jetzt komm doch endlich. Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit“, forderte ich den Roboterhund auf.

Dieser kann manchmal richtig nerven. Bath dagegen ist immer nett und tut das, was ich sage.

Plötzlich hörte ich einen lauten Knall. „Was war das?!“, rief ich erschrocken aus und drehte mich einmal im Kreis. „Robin, Bath, kommt her!“

Robin, der selten auf einen hörte, kam sofort angelaufen. Aber von dem gehorsamen Bath fehlte jede Spur. Ich eilte mit Robin die Straße hinunter, aber ich konnte den anderen Roboter noch so oft rufen, er tauchte nicht auf.

„Mama wird nicht gerade sehr erfreut sein“, schoss es mir durch den Kopf.

Auf einmal flackerten die Lichter der Laternen, die eben noch den Weg erleuchtet hatten. Dann gingen sie ganz aus.

„Robin, komm her!“ Ich konnte ihn nicht sehen, daher musste ich ihn rufen.

„Sortieren ... hochladen ... Festplatte beschleunigen ...“

Ich fühlte den Hund neben mir. Also konnte diese Stimme nur von Bath stammen.

„Bath, das ist nicht witzig! Hör auf damit!“, schrie ich fast panisch, weil die Situation wirklich unheimlich war.

„Gehorche jetzt nur noch dem Meister ... Speicherdaten ... muss ... hochladen ... muss ...“

Und mit einem Mal glommen sie unverkennbar in der Dunkelheit auf: die roten Augen.

„Komm, Robin! Wir müssen hier weg!“, befahl ich dem Hund und zog ihn hinter mir her, als ich davonhastete. Der Schweiß lief mir über die Stirn. Jetzt begann ein Wettrennen gegen die Zeit ...

„Die Straße! Siehst du sie? Robin, wir sind gerettet!“

„Software heruntergeladen“, erklang es irgendwo hinter mir.

„Zu Hause!“ Erleichtert stieß ich die Tür auf und verschloss sie sogleich wieder. Der Schweiß strömte mir über den ganzen Körper. „Sebastian! Du hattest recht! Deine Legende ist wahr!“, schrie ich schon, während ich die Treppen zum Zimmer meines Bruders hinaufstürmte.

„Warte, warte. Wovon redest du?“, fragte er irritiert, als ich keuchend vor ihm stand.

Es lief mir kalt den Rücken hinunter. „Wo ist Sven?“

„Bei seinem Freund. Aber er ist wohl gerade auf dem Rückweg. Warum?“

„Ihr müsst ihn sofort holen“, japste ich.

Plötzlich erklang ein Klopfen an der Haustür. „Seht erst nach, wer dort ist!“, flehte ich vielleicht etwas zu laut.

„Es ist Sven“, verkündete meine Mutter, nachdem sie durch den Türspion geblickt hatte.