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Noch vor der Geburt eines Menschen, beginnt dessen Reise. In dieser 5-fachen Geschichten-Sammlung über Abenteuer Leben, ist das Ziel, nicht das Ende einer Reise. •Ein Autor, der seine Geschichte nicht selbst bestimmt, gerät unter Druck. •Eine Familie, die campen möchte und wird überrascht. •Ein Junge auf der Suche nach seinem ersten großen Erlebnis, bekommt unverhofft einen Wunsch erfüllt. •Manchmal können kleine Dinge große Spuren mit sich ziehen. •Ein Greis will sich neu finden.
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Seitenzahl: 49
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Vorwort
"Wie waren deine Ferien, Tabea?"
Lange Schatten
Wie die Zeit vergeht
Tisch der Dankbarkeit
Meine Erste
Danke!
Vorwort
Von Frühling 2016 bis Sommer 2018 schrieb ich, diese 5 Geschichten, die Ihnen jetzt vorliegen. Machen wir das Beste daraus!
Schreiben ist für mich: Ein Ventil, ein Dosenöffner, ein Tor zu einer anderen Welt. Und Sie haben soeben den Schlüssel, die Dose und den Reifen erhalten. Machen wir das Beste daraus!
Schreiben ist für mich, wie eine Telepathie. Und Sie können meine Gedanken lesen, weil ich diese raus in die Welt gesendet habe. Machen wir das Beste daraus!
Schreiben ist für mich wie eine Therapie. Und Sie können meine Wunden sehen. Können zusehen wie diese sich schließen. Machen wir das Beste daraus!
Schreiben ist für mich eine magische Kraft. Während ich in die Tasten haute, warteten Sie darauf, dass bei Ihnen die Buchstaben auftauchten. Machen wir das Beste daraus!
Schreiben ist für mich wie eine Sucht. Und ich lasse diese 5 Geschichten jetzt los. Gute Reise! Und … Machen wir das Beste daraus!
„Wie waren deine Ferien, Tabea?“
„Packst du dir noch Socken ein? Ich guck mal nach den Mädchen.“
„Und wie viele soll ich jetzt einpacken? Wir fahren doch nur für eine Nacht.“ Papa stand wie immer da und überlegte. Mit den Fingern rieb er sich die Nase und sein Kinn. Wenn ich so zurückdenke, kann ich mir vorstellen, dass er hin und her lief und schlussendlich seine obligatorischen drei Paar Socken einpackte.
„Mama?“, fragte ich. „Können Sidney und ich noch in den Wildpark?“
„Wahrscheinlich schon, aber so wie es regnet, sollten wir uns überlegen, ob die Zelte das aushalten.“, sagte Mama und stemmte ihre Hände in die Hüften. Sidney faltete die Wäsche und legte sie in meinen Koffer.
„Sidney, gut dass du so schnell hier warst.“
„Ja, Frau Lang, ich packte ruckzuck zusammen und war gleich da.“, ich merkte ihre Freude und nickte zustimmend. Meine Freundin und ich sind uns ähnlich. Wir freuten uns schon seit zwei Wochen auf dieses Wochenende. Papa stampfte die Treppe hinunter. Er hatte das Auto so nah wie möglich an das Haus herangefahren. Als ich aus dem Fenster guckte, sah ich, wie das Auto wackelte, nachdem Papa den Kofferraum geschlossen hatte.
„Also, unsere Koffer sind gepackt und im Auto, wie weit seid ihr?“, sagte er und musste erstmal seinen Speichel schlucken.
„Wir sind gleich fertig.“, sagte ich, noch bevor Mama etwas sagen konnte. Mama und Papa gingen in die Küche.
„Wahrscheinlich Kutschen die jetzt.“
„Du sollst nicht von deinen auf meine Eltern schließen, Sidney!“ – Oder wie das heißt, sagte ich. Auf jeden Fall war es danach ruhig. Zu ruhig. Wir packten meinen Koffer fertig, und ich gab als „tolle Tochter“ in der Küche Bescheid. Während Papa noch die restlichen Koffer verstaute, stiegen wir Mädels ein.
„Die Mädchen sind richtig erschlagen.“, Mama blickte zurück.
„Papa?“
„Ja, Tabea?“
„Wann sind wir da?“
„Ich hoffe bald –“ begann Papa.
„Pscht! Das Radio.“, Sidney brach ihr Schweigen. Mama drehte die Nachrichten lauter.
„– Richtung Schluchsee 20 km,
„– die Ortseinfahrt Lenzkirch Richtung Titisee-Neustadt ist gesperrt.
„Oh nee, kein Wunder, dass wir noch nicht da sind.“
„Pscht Sidney.“
„–Wie Manuel Neubauer sagte, gab es einen Erdrutsch. Meine Güte, da ist was los auf den Straßen, egal wo Sie sind, wir wünschen Ihnen eine gute Fahrt, halten Sie durch, vielleicht ja mit Uriah Heep und Lady in Black.“
„Wieso sind wir auch über Waldshut-Tiengen gefahren.“
„Ist jetzt gut Sidney.“, sagte Papa.
„Wir waren einfach zu sehr in Hektik und ja wir haben uns verfahren, aber wir werden heute Nachmittag noch im Schluchsee baden können.“ Sidney sah zur Seite und zog die Lippen nach unten. Sie schwieg wieder.
„Es ist wie es ist.“
„Ja, du hast Recht.“, sagte Papa zu Mama, und weiter: „Es tut mir ja auch Leid.“
Mama hatte Recht, wir können es nicht ändern. Nur eines könnte ich ändern, nämlich meine Haargummis. Meine Zöpfe schwangen, wenn ich mich bewegte. Ja wenn ich mich bewegte. Ich sah aus dem Fenster, Sidney aus dem Rechten, Mama immer wieder zu Papa, der wiederum nur nach vorne. Und so sah ich den Tropfen auf der Scheibe beim Wandern zu, während wir weiter auf der Landstraße Richtung Schluchsee fuhren.
„Möchtest du auch einen Schokoriegel? Meine Maam hat sie mir eingepackt.“ Langsam Griff ich nach dem Riegel. Meine Hand war fast dran. Sidney verlängerte ihren Arm. Papa riss das Lenkrad herum. Sidney war plötzlich ganz bei mir. Ich schlug mir den Kopf an. Ein schneller, stechender Schmerz machte sich breit.
„Achtung!“
Papa riss das Lenkrad erneut herum.
„Brems!“
„Aua!“, und Sidney ließ den Riegel fallen. Und wir schossen nach vorne. Mein Gurt schnürte sich in meinen Bauch und ich musste würgen. Ganz gleich war keine Luft mehr in mir. „Oh Gott!“, stöhnte ich.
„Aaaahhh!“, schrie Sidney.
„Nein, nein, nein!“, so Papa.
Ich sah aus der Frontscheibe. Riesen Augen; Nasenlöcher die schnaubten; und ein sehr beeindruckendes Geweih waren die Einzigen „Teile“, die ich sah.
„Geh' auf die Seite!“, Papa drückte die Hupe.
„Als ob der Elch unsere Sprache spricht.“
Langsam, ganz langsam bewegte sich das riesen Tier an unserem Wagen vorbei.
„Hau' jetzt ab!“
„Ist gut. Nur die Ruhe.“, Mama legte ihre Hand auf Papas Arm. Kurz nach dem das Hupen aufhörte, stellte sich der Elch auf die Hinterbeine. Setzte die Vorderbeine wieder auf dem Boden. <Oh nein!>, dachte ich und seufzte. Sidneys Mund stand offen, Mama sah nach unten und Papa blickte nach vorne. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Wieder blickte ich in diese Augen. Diesmal auf meiner Seite des Autos. Langsam suchte ich den Verschluss des Gurtes. Ich drückte den roten Knopf, hielt die Schnalle fest.
„Oh, mein Gott.“, so Sidney.
Meine linke Hand zitterte, meine Rechte hielt den Knopf fest.
