Ricki und Gerti - Richard Kuntze - E-Book

Ricki und Gerti E-Book

Richard Kuntze

0,0

Beschreibung

"Ricki und Gerti" sind wahre Geschichten von zwei Jungen in den 60er Jahren des 20ten Jahrhunderts in Süddeutschland. Es ist eine Sammlung kleiner Abenteuer der beiden Helden mit ihren Freundinnen und Freunden, 1999 schön illustriert vom Autor und seinen Kindern.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 53

Veröffentlichungsjahr: 2015

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Richard Kuntze

Ricki und Gerti

Wahre Geschichten von zwei Jungen aus den 1960er Jahren

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Ricki und Gerti

Der Neue im Dorf

Freundschaft im Kuhstall

Gertis Dorf

Hasenfest und Rummelplatz

Überschwemmung im Hinterhof

Seifenkistenrennen

Ein Gogo-Mobil

Die Nacht im Pfahlbau

Bonanza und ein Baumhaus in den Rheinwiesen

Feuer auf der Wiese

Eine Schlauchbootfahrt

Reise zu einem fernen Planeten

Nächtliches Abenteuer am Baggersee

Fakultätsratssitzung in den Baugruben

Ausflug ins Schwimmbad

Ein Moped namens Quickly

Nachruf

Epilog

Impressum neobooks

Ricki und Gerti

Ricki und Gerti

Wahre Geschichten von zwei Jungen in den 60er Jahren des 20ten Jahrhunderts in Süddeutschland

Richard Kuntze

mit Bildern von Richard, Svenja, Jakob und Lotte Laing

Für Svenja, Jakob, Lotte und alle Kinder dieser Erde

© Ritsch Heart: Text, Art & Music Production, Stuttgart - Karlsruhe- Langensoultzbach 1999/2001/2015.

[email protected]

http://www.dizzydoctors.de

Der Neue im Dorf

Ricki war der Neue im Dorf. Es war ein sehr kleines Dorf. Es hatte nur eine Kirche und kaum tausend Einwohner. „Kanschd du scho Schtafforderisch?“, hatte diese nette alte Frau aus dem Bäckerladen gefragt. Was für eine Frage, nachdem sie erst seit drei Tagen hier wohnten. Aber der Bäckerladen war prima. Hier gab es fast alles. Bei weitem nicht nur Backwaren, wie Brezeln und so. Es gab Süßigkeiten natürlich und Eier, Milch, Nudeln und Schulhefte, Buntstifte und lustige Bleistiftspitzer, Heftklammern und Spielzeugautos und noch tausend Sachen mehr. Ricki war sieben Jahre alt. Er war mit seiner Schwester Susi und ihren Eltern neu hierher gezogen. Susi war erst 2 Jahre alt. Sie war noch zu klein für all die Abenteuer, die man hier erleben konnte.

Rickis Familie wohnte in dem Neubaugebiet am Rand des alten, kleinen Dorfes, dort wo es zur Wiese und zum Wald ging. Das Neubaugebiet war noch unfertig, genauer gesagt, war es eine dauernde Baustelle. Die Straßen waren ohne Belag, blanke Erde mit schönen runden Schlaglöchern, die nach Regentagen voller Wasser waren. Die Häuser hatten zwar Klos, aber alles wurde in einer großen Grube unter der Erde gesammelt. Einmal im Jahr kam Hugo mit seinem Jauche-Lastauto. Das hatte einen langen Schlauch, damit pumpte Hugo die Grube leer und verteilte alles auf die umliegenden Felder und Wiesen oder so.

Immer wieder wurden neue Häuser gebaut. Das war schön, so kamen neue Kinder ins Dorf. Das alles gefiel Ricki sehr. Überall konnte man prima spielen. Erst hatte er keine Freunde hier und kannte niemanden, aber das sollte sich bald ändern. Heute begann für Ricki die Schule. Zweite und dritte Klasse wurde gemeinsam unterrichtet. Das Klassenzimmer war im Rathaus des Dorfes, gleich hinter der Kirche. Und hier geschah der Glücksfall für Ricki. Schon am ersten Tag hier in dieser Schule wurde er von einem Jungen angesprochen: „Hallo, ich heiße Gerti. Hast du heute Nachmittag Zeit? Dann spielen wir zusammen. Ich hole dich zu Hause ab. Wo wohnst du denn?“

Und wirklich, mit diesem Tag begannen die wunderbaren gemeinsamen Abenteuer von Ricki und Gerti, die fast fünf Jahre lang dauerten. Ricki und Gerti eroberten auf ihren Fahrrädern die Gegend im Umkreis von vielen Kilometern. Von den Seen am großen Fluss im Westen bis zu den Bergen mit den Kirchlein und den alten Burgen im Osten. Und von der kleinen Stadt im Norden bis zum altem Schloss im Süden, das inzwischen ein Kinderheim war. Richtig weit erstreckte sich ihr Reich. Das alles gehörte unseren beiden Freunden. Am Ende zeigte ihnen das Schlagen der Kirchturmuhren immer den glücklichen Heimweg am Abend. Sie radelten auf den kleinen Straßen zwischen den Dörfern. Der Autoverkehr war damals noch nicht ganz so gefährlich wie heute. Dann trennten sich ihre Wege bis zum nächsten Morgen in der Schule. Außer, wenn Ricki manchmal bei Gerti schlafen durfte, dann hörten sie wilde Musik und spielten bis spät in die Nacht, bevor sie endlich einschliefen.

Freundschaft im Kuhstall

Gertis Familie wohnte schon seit Urzeiten in dem kleinen Dorf. Gerti kannte jeden Winkel, jede Hausecke, jedes kleine Wegchen und natürlich auch alle Kinder im Dorf. Er kannte auch viele Tricks. Gerti konnte eigentlich alles, so schien es. Manche im Dorf sagten, Gerti wäre ein wenig verrückt und viel zu leichtsinnig. Gerti war ein kleiner quirliger Junge, immer zu Streichen aufgelegt. Und er wollte nie erwachsen werden.

An diesem Nachmittag begann etwas, was ab diesem Tag lange Jahre zur Gewohnheit werden sollte. Gerti lungerte auf der Straße um Rickis Haus herum und wartete darauf, dass Ricki endlich mit den Hausaufgaben fertig sein würde. Sie wollten zusammen spielen bis zum Abend. Die Dörfer, Felder, Seen und Wälder unsicher machen und dabei Freundschaft mit Indianern und Cowboys schließen.

An diesem ersten Tag nahm Gerti unseren Ricki mit zu sich nach Hause. Hier stand das Haus seiner Eltern, daneben das Haus seiner Großeltern. Die hießen bei Gerti "Vadder" und "Muader". Ricki fand das seltsam. Der Vadder fragte ihn: „Kanscht du schon Schtafforderisch?“ Da war sie wieder diese Frage. Aber jetzt reichte die Muader frisches Brot mit dicken Butterscheiben drauf. Hmmm, das schmeckte gut. Zwischen den beiden Häusern waren der Schweinestall, der Kuhstall und die Scheune. Dahinter lag ein Hof mit fest getretener Erde und danach ein großer Garten, alles mitten im Dorf.

Gertis Dorf