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Wer ist Roberto? Roberto ist ein lebendiges Kuscheltier: eine Schildkröte. Sie lebt bei Andreas, den alle nur Andi nennen, und seiner Schwester in München. "Als Andreas am Morgen die Augen öffnet, sitzt ein kleines Stofftier auf seinem Kopfkissen. Es ist grün. Grüner Kopf, grüne Beine und ein grüner Panzer auf dem Rücken: eine Schildkröte. Sie ist einfach da. Sie lächelt. Und: sie spricht." Gemeinsam erleben sie lustige Abenteuergeschichten in München: Im Tierpark ist Roberto plötzlich verschwunden, ein gemaltes Unterwasserbild fängt an zu leben und eine echte Echse landet im Kochtopf. Andi malt einen Urlaub und Roberto geht baden. Ach, ja, und dann ist da noch die Kuh. Sie frisst Papas Pullover.
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Seitenzahl: 67
Veröffentlichungsjahr: 2018
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*Collectart – Dr. Helga Wäß – Kunsthistorikerin Kinderbuch / München
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Wer ist Roberto?
Roberto ist ein lebendiges Kuscheltier!
Er lebt bei Andreas, den alle nur Andi nennen, und seiner Schwester in München.
Für dieses Buch wurden alle Namen geändert. Ähnlichkeiten mit lebenden Stofftieren und ihren Menschen sind zufällig oder gewollt.
Jetzt wünsche ich allen Kindern viel Spaß beim Lesen und den Großen viel Vergnügen beim Vorlesen.
Und noch ein Rat von Roberto, der lustigen Schildkröte:„Ihr solltet viel öfter vorlesen. Fragt die Kinder!“
Dies ist ein Buch für
Hennes, Luisa, Adrian, Robert, Daniel, Sarah, Nikolai, Elsa, Joshua, Aleksandra, Oskar, alle Kuscheltierfans und Gernleser
Vorspann
Dieses Buch gehört
Wer ist Roberto?
Kapitel 1
Eine Schildkröte im Bett
Kapitel 2
Geheime Freunde
Kapitel 3
Die Geschichte mit der Bavaria
Kapitel 4
Roberto verschwindet im Tierpark
Kapitel 5
Unterwasserurlaub
Kapitel 6
Das
Steinerne Meer
und die Kuh, die den roten Pullover frisst
Kapitel 7
Eine Echse zum Frühstück
Über die Autorin
Weitere Kinderbücher
Als Andreas am Morgen die Augen öffnet, sitzt ein kleines Stofftier auf seinem Kopfkissen. Es ist grün. Es hat einen grünen Kopf, grüne Beine und einen grünen Schild auf dem Rücken. Es ist eine Schildkröte.
Sie lächelt.
„Guten Morgen!“
Andreas zuckt zusammen. Sein Oberkörper schnellt hoch. Er ist schlagartig hellwach. Mit der Hand wuschelt er durch seine kurzen schwarzen Haare. Seine blauen Augen glauben nicht, was sie sehen.
„Hast du gerade gesprochen?“
„Guten Morgen! Spreche ich Chinesisch?“
Die kleine Schildkröte ist frech. Mit schwarzen Punktaugen schaut sie den Jungen an. Ihre dicken Pfötchen sehen aus wie grüne Puschen, die lustig an geflochtenen Bändern baumeln.
Andreas schüttelt den Kopf. Eine Minute überlegt er, ob das alles nur ein Traum ist. Mit dem Zeigefinger der rechten Hand berührt er den kuschelweichen Rückenpanzer der Schildkröte. Er lächelt.
„Was machst du hier? Wer bist du?“
„Ich? Na, ich gehöre ab heute hierher. Zu dir!“
„Zu mir?“
„Ja!“
Andreas ist jeden Morgen früh wach. Viel früher als Papa, Mama und seine Schwester Helga. Er reibt sich die Augen. Seine Haare stehen zu Berge. Er kann es nicht glauben. Neben seinem Kopf sitzt ein kleines Stofftier und bewegt den Mund. Das ist unglaublich!
„Wieso kannst du sprechen?“
„Wieso nicht? Du sprichst auch.“
„Ich bin ein Mensch.“ Er hebt seitlich die Arme etwas hoch, „Und: Menschen können sprechen.“
Das muss Andreas sofort Helga erzählen. Seine Schwester schläft noch. Sie schnarcht. Der Junge schlüpft unter seiner Bettdecke hervor und tapst barfüßig über den weichen Teppich zu ihr. Die Kinder teilen sich ein Zimmer mit zwei Hochbetten. Beide schlafen oben.
Andreas klettert schnell die Leiter hinauf.
„Helga wach auf! Helga! Hey, Helga! Wach endlich auf!“
Er rüttelt an ihrer Schulter.
Das Mädchen knurrt. Es schläft tief.
„Heeeeeeeeh?“
Es blinzelt mit einem Auge. Das andere schläft noch.
„Was willst du? Mitten in der Nacht?“
Sie klappt das zweite Auge wieder zu.
„Lass mich schlafen.“
„Nein! Hör doch. Wach auf! Ich habe eine Kröte!“
„Waaaaas?“
Schieres Entsetzen liegt in diesem Wort. Angeekelt schnellt Helga hoch. Sie ist plötzlich hellwach. Ihre zerzausten blonden Haare stehen nach allen Seiten weg. Sie schüttelt sich bei dem Gedanken an eine Kröte. Für den Notfall ist sie bereit zu kreischen.
„Wo?“
Ihre blauen Augen suchen die Hände ihres Bruders und die Bettkante ab.
„Nicht hier! In meinem Bett. Komm!“
„Du spinnst. Na warte, wenn du mich angelogen hast“, droht sie.
Helga schlüpft widerwillig unter ihrer kuschelig warmen Bettdecke hervor. Es ist kühl im Zimmer. Sofort hat sie kalte Füße.
„Wenn das ein Scherz ist, dann kannst du was erleben!“
Sie schüttelt sich. Gänsehaut kriecht über die ihre Arme. Doch ihre Neugier ist stärker.
Die Kinder klettern die Leiter von einem Bett hinunter, tapsen barfüßig durch das Zimmer und steigen am anderen Stockbett wieder hinauf.
Andreas hüpft von der oberen Sprosse der Leiter in sein Bett. Helga bleibt auf der Leiter stehen.
Mit dem Zeigefinger weist der Junge auf den einen Zipfel seines Kopfkissens. Dorthin, wo ein grünes Stofftier sitzt. Es hat kleine schwarze Augen, einen großen Mund und zwei dicke schwarze Haare, die wie Antennen nach oben stehen.
Andreas flüstert: „Siehst du? Das ist die Kröte.“
Helga muss lachen. „Das ist ja nur ein Stofftier. Du Spinner!“
„Aber eines das sich bewegt.“
„Stimmt! Wie süß! Wo hast du die her? Ist da ein Motor drin?“
Das Mädchen klatscht in die Hände.
Sie beobachten beide die Schildkröte. Die sitzt einfach da und hat ihre Hinterbeine übereinander geschlagen. Das obere Bein wippt fröhlich hin und her. Ihre Füße erinnern an kleine Kissen.
„Ein lustiges Spielzeug!“
Helga lacht.
Die kleine Schildkröte hockt nur da. Sie guckt wie ein Mensch. Und: Sie kichert.
Helga reibt sich die Augen.
Sie sieht Andreas an und flüstert, um das neue Stofftier nicht zu erschrecken: „Wo hast du die her?“
„Ich weiß nicht!“ Andreas zieht ratlos die Schultern hoch. „Die war auf einmal da!“
„Einfach so?“
„Ja! Und du wirst es nicht glauben: sie spricht.“
„Echt?“
„Echt! Pass auf: Guten Morgen, Kröte!“
„Guten Morgen! Ich bin aber eine Schildkröte – soviel Zeit muss sein. Siehst du das auf meinem Rücken?“
Sie dreht sich leicht zur Seite.
„Was ist auf deinem Rücken?“
„Mein Schild. Mein Haus. Hast du Tomaten auf den Augen. Wenn ich schlafen will, dann zieh ich Kopf und Beine ein. Dann ruhe ich mich aus.“
Sie verzieht sich in ihren Schild. Arme, Beine und der Kopf alles weg. Ein Stimmchen schallt aus dem Inneren des Schildes heraus.
„ So! Seht ihr?“
Helga gluckst vor lacht. Sie klatscht vor Freude dreimal in die Hände.
„Das ist toll. Toll! Toll! Toll!“
Jetzt glaubt Andreas, dass er nicht träumt.
„Du siehst das also auch!“
Vorhin dachte er, dass sei ein Traum. Aber: wenn Helga die Schildkröte auch sieht und hört.
„Hast du einen Namen? Wie heißt du?“
„Roberto! Mein Name ist Roberto. Und: wie ihr seht, ich bin eine Schildkröte.“
„Roberto, was für ein komischer Name. Ich meine für ein Stofftier,“ ergänzt Helga schnell. Sie will das Tierchen nicht beleidigen.
„Und wie heißt ihr?“
Roberto blickt mit seinen kleinen Punktaugen von einem zum anderen.
„Ich bin Helga und das ist mein Bruder Andreas.“
Sie weist mit dem Zeigefinger auf den Jungen.
„Wir sind Zwillinge“, ergänzt Andreas, „aber, du kannst Andi zu mir sagen. Das machen all meine Freunde.“
Helga ist ganz aufgeregt.
„Darf ich dich anfassen?“
„Klar. Ich bin ein Kuscheltier. Dafür bin ich da!“
Sie nimmt das grüne Wesen in ihre kleine Hand. Seine Beine mit den großen Füßen baumeln wieder lustig herab. Helga pustet über seinen Kopf, über die zwei langen Haare. Dann streichelt sie seinen Rücken. Roberto fühlt sich kuschelig weich an – auch der Schildkrötenpanzer.
„Gib ihn mir auch mal!“
Andreas nimmt Roberto. Er hält das kleine Stofftier nah vor seine Augen.
„Da guckst du, gell! Andi!“
Roberto lacht. Er blinzelt dem Jungen mit einem Auge zu.
Helga stößt ihren Bruder mit dem Ellenbogen in die Seite:
„Du Andi, dass muss unser Geheimnis bleiben.“ Andreas sieht Helga an. Er nickt.
„Klar wie Kloßbrühe! Geheimwort: Schildkrötenalarm!“
Seine Hand mit den gespreizten Fingern geht in Helgas Richtung.
"Gib mir Fünf!"
Helga klatscht ab.
Roberto hebt sein rechtes Vorderbeinchen.
„Gib mir Fünf!“, piepst er.
Die Kinder lachen. Sie klatschen mit ihren Zeigefingern das weiche Pfötchen ab.
Die folgenden Tage werden sehr lustig. Es sind Ferien. Die Sonne scheint. Es vergeht Tag um Tag. Roberto gehört ab sofort hierher. Er ist immer dabei. Ein neues Familienmitglied. Eines, das die Eltern nicht kennen. Für die Zwillinge ist es gerade so, als wäre Roberto schon immer da gewesen.
Nur ihre Eltern wundern sich. Die Kinder sind unglaublich ruhig. Sonst langweilen sie sich in den großen Ferien fürchterlich. In diesem Jahr ist das anders.
„Was habt ihr nur?“, fragt die Mutter von Zeit zu Zeit und schüttelt den Kopf.
Aber, die Kinder antworten nicht. Nie! Sie lächeln. Sie tuscheln. Sie flüstern. Beim Frühstück, zum Mittag und beim Abendessen. Flüstern, tuscheln, lachen. Mama und Papa ahnen nicht, warum.
