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"Rüpels Abenteuer" erzählt von Verlust, Abenteuer, Zusammenhalten und das man ruhig hin und wieder an Märchen glauben darf. Außerdem wird in dieser Geschichte auch einiges über die Gewohnheiten, Lebensraum und Feinde der Tiere erklärt. Es geht auch inhaltlich darum, wie der Mensch mit der Natur und den Lebensraum von Tieren umgeht und über Tierhaltung in Haushalt oder Landwirtschaft. Das Freunde auch in der Not zusammenhalten. Wie wichtig die Familie ist und das ein Jeder seinen passenden Partner finden kann, egal ob jung oder alt. Dies ist also eine Geschichte für kleine Leserinnen und Leser, sowie im Herzen "Kind gebliebene".
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Seitenzahl: 69
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Ein Feldhamster und seine Freunde verlieren ihr Zuhause.
Von Manuela Knappe
Es war einmal ein kleiner Feldhamster, der machte sich frühmorgens auf den Weg um Nüsse zu suchen. Denn Nüsse waren seine Leidenschaft. Ihr wollt wissen, wie dieser Hamster heißt? Er war der jüngste von acht Kindern, und sein Name war Rüpel. Natürlich verhalten sich Tiere im Märchen und Geschichten immer recht menschlich, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass unser Rüpel mit Stock und Rucksack auf die Suche ging.
Also, es war schon noch sehr früh, bevor die Sonne aufging, denn für gute Nüsse musste man schon sehr weit laufen, über das große Weizenfeld hinweg bis zum Waldrand.
Bei Sonnenaufgang machten sich Rüpels Eltern an die Arbeit. Sein Vater Otto Lonius ging zur Feldarbeit und seine Mutter Frida Lonius weckte die anderen Kinder, backte Brot und kochte Kaffee.
Da die Geschwister Rüpels weiter keiner nennenswerter Rolle zu geordnet sind, möchte ich hiermit auf einzelne Namensnennung verzichten.
Ach, übrigens mein Name ist Hans, und ich bin ein Sperling. Bei euch Stadtkindern heißt es glaube ich Spatz. Ich bin der beste Freund von Rüpel, und ich habe die ganze Geschichte miterlebt. Also, hört gut zu!
Aus der Sicht eines Hamsters war das Weizenfeld sehr groß und für Rüpels Vorhaben, das Nüsse sammeln, würde er also gut zwei oder drei Tage unterwegs sein, bis er wieder zu Hause wäre.
Auf dem Weg zum Waldrand würde er viele Freunde treffen, und somit könnte er ja auch vier Tage unterwegs sein. Ihr wollt wissen, ob sich seine Eltern keine Sorge machten? Aber nein, alle im Feld lebten friedlich miteinander und ihre einzigen Feinde waren der Habicht und das Wiesel.
Wenn im Weizenfeld also jemand Sorgen oder Ärger hatte, halfen sich immer alle Tiere.
Den ersten den Rüpel traf, war Alfons Mausio von der Gattung Feldmaus.
Wie schon gesagt, die Sonne war schon aufgegangen, als Rüpel am Garten der Feldmaus vorbeikam und Alfons auf seinen Spaten gestützt, Pfeife rauchend am Zaun stand. „Hallo, Alfons, wie geht es dir?“
Alfons lebte alleine, seit vor drei Jahren der Habicht seine Frau holte.
„Ach, Rüpel, guten Morgen. So früh schon unterwegs?“
Er öffnete Rüpel das Gartentor und bat ihn auf eine Tasse Tee herein.
„Ich möchte in den Wald um Nüsse zu sammeln. Meine Mutter will Brot und Kuchen backen.“ Alfons brachte ein herzhaftes Lachen hervor: „Ha, und wie viel wirst du naschen, bevor du anfängst zu sammeln? Beim letzten Waldbesuch, habe ich dich mit großen Bauchschmerzen am Feldrand gefunden.“
Rüpel wurde verlegen, denn an das letzte Nüsse sammeln, konnte er sich wirklich gut erinnern. Drei Tage war er noch grün in Gesicht, weil er sich so arg den Bauch vollgestopft hatte.
„Nein, nein Alfons, das letzte Mal habe ich noch gut in Erinnerung.“
Alfons zog genüsslich an seiner Pfeife und Rüpel erzählte noch kurz von seiner Familie. Dann machte er sich wieder auf den Weg.
„Nett, dass du mich besucht hast und mache auf dem Rückweg ruhig wieder bei mir halt.“ „Gerne Alfons, bis dann.“ Somit machte sich Rüpel froh gelaunt auf den Weg.
Als nächstes kam Rüpel bei der Familie Rebhuhn vorbei. Er begrüßte alle recht herzlich, spielte mit den Kleinen ein wenig jagen und bekam von Frau Rebhuhn für den Weg noch etwas Kuchen.
Wie er nun weiter seines Weges ging, begegnete ich ihm.
„Hallo Rüpel.“ „Hallo Hans, was treibt dich denn aus den Federn?“
Also, wie gesagt, der Rüpel und ich, wir sind die dicksten Freunde. Wenn ihr vielleicht manchmal denkt, die reden aber komisch miteinander, na also, für uns ist das in Ordnung. Denn Freunde dürfen so etwas.
„He, alter Habicht, begleitest du mich ein Stück? Ich will in den Wald zum Nüsse sammeln.“ „Na klar, ich komme ein Stück mit dir, aber bekomme ich auch etwas vom Kuchen ab? Ich habe noch nicht gefrühstückt.“
So teilte Rüpel mit Hans den Kuchen, erfrischte sich mit Wasser aus der Feldflasche und machte sich dann mit Hans auf den Weg.
Käfer, Bienen, Grashüpfer und Libellen kreuzten ihren Weg. Sie grüßten sich freundlich und zogen weiter ihres Weges. Kurz vor Beginn des Waldrandes trafen sie auf Fridolin den Maulwurf. „He, Fridolin was treibt dich denn am späten Mittag an die Oberfläche?“ fragte Rüpel.
Ihr müsst nämlich wissen, dass Maulwürfe fast blind sind und das helle Tageslicht eher meiden. Somit sind sie eher früh morgens oder abends anzutreffen. Fridolin blickte durch eine Sonnenbrille, trat ganz nahe an Rüpel heran und war erfreut, wer vor ihm stand. „AH, Rüpel, du bist es. Ach, weißt du, heute in der Frühe, da wackelte alles in meinem Hügel und in meiner Vorratskammer ist sogar die Decke eingestürzt.“
Hans setzte zur Landung an und begrüßte ebenfalls Fridolin. Als er hörte, was Fridolin sagte, flog er über die Weizenähren und schaute sich um. Hans konnte nichts Außergewöhnliches erkennen und somit fing er an, Fridolin zu necken.
„Da hast du blindes Zotteltier wohl Mist gebaut beim Bauen, was? Du hättest dir lieber eine Brille aufsetzen sollen.“ „Mann Hans, das war aber eben nicht nett.“ „Aber Rüpel, wer hat denn auch gesagt, dass ich zu Maulwürfen nett sein soll?“
Fridolin war gekränkt und traurig, aber da Rüpel ihm beigestanden hatte, sprach er weiter zu ihm. „Rüpel, wie du weißt, grabe ich ja sehr tief und ich habe einen sehr stabilen Bau“ und blickte bei diesen Worten Hans an. „Aber gerade die Winterkammer, die ja am tiefsten liegt, hat es erwischt. Das ist noch nie passiert.“
Nun blickte er sehr traurig. Rüpel schimpfte Hans nochmals einen frechen Piepmatz und nahm Fridolin tröstend in die Arme.
„Und du hast keine Ahnung, was es gewesen sein könnte?“ Fridolin schüttelte den Kopf. „Nein Rüpel, ich weiß es nicht. Die großen Tiere, die hier leben, sind nicht schwer genug, um solchen Schaden anzurichten.“ Damit meinte Fridolin die Eber, Hirsche oder gelegentlich Hunde und Katzen. „Selbst die Menschen, die gelegentlich herkommen, sind nie in der Lage gewesen, meinem Bau so etwas anzuhaben. Rüpel kratzte sich hinter den Ohren und schüttelte nachdenklich den Kopf. Hans entschuldigte sich bei Fridolin und hob sich wieder in die Lüfte. Er flog so hoch er konnte, aber er konnte einfach nichts erblicken. Die Sonne schien sehr heiß und alles in der weiten Ferne, begann am Horizont zu verschwimmen.
„Fridolin, ich gehe in den Wald zum Nüsse sammeln, sollte ich der alten Eule begegnen, werde ich sie fragen, was es sein könnte. Wenn ich wieder zurück bin, will ich es dir erzählen.“
„Also, gut Rüpel, so will ich derweil sehen, was aus meiner Kammer zu retten ist. Macht es gut ihr beiden und viel Glück.“
Etwas später waren Hans und Rüpel im Wald.
Rüpel kannte den Weg sehr genau und so würde es nicht mehr lange dauern, bis er zu der Lichtung kam, die ringsum voll war mit Haselnusssträuchern und Walnussbäumen.
Die beiden Freunde pflückten sich unterwegs noch ein paar Waldbeeren. Um Hans zu necken, warf Rüpel ihm eine große Beere mitten ins Gesicht. Das Ergebnis war, dass Hans jetzt aussah wie ein blutsaugendes Monster. Aus Spaß
riss Hans den Schnabel weit auf, machte einen Sturzflug und tat so als wollte er Rüpel angreifen: „Attacke, Attacke, ich werde dich verschlingen mit Haut und Haaren!“
Rüpel tat jetzt sehr ängstlich: „Oh nein, ein Beerenmonster. Es will mich fressen.“
Als sie sich einige Male hin und her gejagt hatten, fielen sie lachend zu Boden und sahen durch die Baumkronen zum Himmel.
Nun, da sie sich vom Lachen und Jagen erholt hatten, beschlossen sie weiter zu gehen, denn sie sollten die Lichtung bald erreicht haben. Oh, wie freute sich Rüpel bei dem Anblick von so vielen Nüssen. Er schlug vor Freude einen Purzelbaum.
„Mein lieber Freund, ich hoffe du denkst daran, dir nicht wieder den Bauch so voll zu schlagen, und du dann wieder ganz grün im Gesicht wirst“, sagte Hans, nicht ohne sich einen schelmischen Unterton zu verkneifen.
