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Jonas lebt stets freizügig und ungehemmt. Genau das wird ihm zum Verhängnis. Als er wieder einmal nackt vor der Kamera sitzt und sich auf seiner Lieblings-Videochat-Plattform austobt, wird er per Zufall mit einer maskierten Person verbunden. Zu Anfang hält er das alles noch für ein perverses Spiel, aber spätestens als das erste Blut fließt, wird ihm klar, wie ernst die Sache ist. Aber eine Frage lässt ihn nicht los: woher kennt der Fremde seinen Namen? Und was will er von ihm?
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Seitenzahl: 40
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Elena Eckert
Russisch Videoroulette
Kurzgeschichte
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Russisch Videroulette
Nachwort
Impressum neobooks
Seufzend ließ er sich auf seinem Schreibtischstuhl nieder und genoss die Berührung des Stoffes auf seiner nackten Haut. Langsam rutschte er mit seinem Unterleib vor und legte den Kopf ein wenig schief, während er seine Position auf dem Bildschirm kontrollierte. Lasziv spreizte Jonas die Beine und leckte sich über die Lippen, sodass sie leicht glänzten. Noch ein paar letzte Korrekturen, dann war er zufrieden mit der Stellung und lehnte den Kopf in den Nacken, sah an die Decke und lächelte, zufrieden mit sich selbst. Die Seite zu seiner liebsten Internetplattform war schon längst geöffnet.
Die Verhaltensregeln, die auf der Startseite prangten, waren lachhaft. Daran hielten sich doch nicht einmal 10% derer, die sich dort präsentierten. Selbst wenn er hier saß, sein Gemächt in die Kamera haltend und masturbierend, erwischte er immer wieder Kerle, die dasselbe taten. Seltener gab es Frauen, die sich selbst befriedigten. Es schien ein Männerhobby zu sein sich in aller Öffentlichkeit aufzugeilen. Na ja, soweit man das Öffentlichkeit nennen konnte. Man wurde ja nicht erkannt, solange man sein Gesicht nicht zeigte. Klar, die heutige Technik machte es für Hacker sicher zu einem leichten Spiel, herauszufinden, wo sich der Besitzer des prallen Stücks Fleisch gerade befand. Aber ihm war das schlichtweg egal. Es ging ihm hier um den Spaß und mittlerweile wussten die meisten, wie viele ‚Perverse‘ sich bei dieser Plattform für Videoroulette aufhielten. Viele gingen doch gerade deshalb auf die Seite. Sie genossen den Anblick der Schwänze in der Kamera. Das gab nur niemand zu.
Jonas‘ Meinung nach ging es heutzutage doch fast nur noch um Sex. Die Prüderie war nur vorgeschoben, weil keiner anfangen wollte über die privaten Details ihres Lebens zu plaudern. Jeder hatte einen Fetisch; das war sein Grundprinzip; und diesen sollte man auch ruhig ausleben. Er kannte sogar eine Frau, die ihm gestand, dass sie einen „Schwulenfetisch“ hatte. Dieser Begriff war ihm nicht geläufig gewesen, aber er war noch nie von der zimperlichen Sorte und fragte deshalb direkt nach. Ihre Antwort hatte ihnen einige Möglichkeiten eröffnet. Sie stand darauf, zwei oder mehr Männer bei allen Intimitäten zu beobachten. Deshalb sah sie sich auch ausschließlich Schwulenpornos an und fand dabei ihre Befriedigung. Zusammen hatten sie sehr viel Spaß, schließlich war es ihm meist egal, ob er einen Mann oder eine Frau unter sich liegen hatte, funktionierte bei ihm nahezu gleich.
Denn Dominanz war sein zweiter Vorname.
In Gedanken versunken begann er an sich herum zu spielen, um sich auf das nun Folgende vorzubereiten. Es geschah sehr oft, das nach Erscheinen eines Bildes schon wieder ‚Verbinde mit neuem Partner‘ angezeigt wurde. Daran störte Jonas sich schon lange nicht mehr. Er genoss eher die Augenblicke des Schocks. Zwischendurch sah er auch Interesse in den Augen, das geschah jedoch selten. Aber am besten waren die anderen nackten Männer. Viele klickten ihn schnell weg. Das fand er reichlich grotesk, da sie doch genau dasselbe taten. Es gab aber auch die einen oder anderen, die ihn fasziniert anstarrten und dann weitermachten. Wenn das Gesicht nicht zu sehen war, konnte er die Hand beobachten, wie sie kurz langsamer wurde, aber dann – angestachelt – wieder schnellere Bewegungen startete.
Was ihn am meisten anmachte, konnte er gar nicht genau sagen. Das ganze Feeling wahrscheinlich - und sein eigener Anblick machte ihn eh schon geil genug. Ja, Jonas liebte seinen Körper. Besonders sein bestes Stück, das für ihn eine absolute Schönheit darstellte. Nichts an ihm war in irgendeiner Weise chirurgisch verändert worden. Alles Natura! Darauf war er stolz und er konnte auch so ziemlich jede Frau haben, die er wollte. Manche waren zuerst zimperlich, aber auch die brachte er dazu, sich bald die Klamotten vom Leib zu reißen. Oh ja.
Mit einem aufreizenden Lächeln klickte er auf ‚Suche nach Chatpartner‘ und lehnte sich dann wieder zurück. Sein Gesicht war für alle anderen nicht sichtbar, aber er fühlte sich noch viel begehrenswerter, wenn er dieses Lächeln aufsetzte – und er wusste, dass jeder, der ihn jetzt sah, dahin schmelzen würde. Ein großartiges Gefühl.
Der Verbindungsaufbau zu der ersten Person brauchte etwas länger und er war erstaunt, dass der- oder diejenige aus Deutschland kam. Selten traf man gleich beim ersten Versuch jemanden aus der Heimat, denn der Großteil kam aus allen anderen Ländern – aber nicht aus Deutschland.
Zuerst flackerte das Bild nur, es blieb düster, aber man konnte erkennen, dass eine Webcam zugeschaltet war. Er verdrehte die Augen. Das waren die Helden, die nicht wussten, wie man vorher seine Webcam-Einstellungen kontrollierte um dadurch zu überprüfen, ob man überhaupt gesehen werden konnte. Diese Sorte Chatter war sehr unerfahren und würde bei dem intimen Anblick, den er bot, schnell weiter klicken. Er selbst wählte niemals ‚Neue Suche‘
