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Spannender Thriller mit Bezug zur Zeitgeschichte und zur Zukunft! 2008 taucht eine mysteriöse Figur Namens Satoshi Nakamoto im Internet auf und entwickelt innerhalb weniger Monate ein neues Geldsystem, das den Lauf der Geschichte verändern sollte: den Bitcoin. Nur wenig später verschwindet Satoshi wieder spurlos. Die ganze Welt rätselt, welcher geniale Kopf wohl hinter der ersten Internetwährung steckt, deren Wert bald in ungeahnte Höhen steigt und ihrem unbekannten Erfinder ein Milliardenvermögen beschert. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Pseudonym Carmen Chavez, ein mexikanisches Einwandererkind aus den USA. Doch sie wird nicht etwa zum vermögenden Star einer neuen Finanzwelt. Vielmehr gerät sie ins Visier skrupelloser Herrscher und dunkler Mächte, die aus ihrem Reichtum und Verstand Profit schlagen wollen. Der Thriller SATOSHI nimmt die wahren Geschehnisse hinter der Legende Satoshi Nakamoto auf und erzählt dessen fiktive Geschichte im Wandel unserer Zeit.
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Veröffentlichungsjahr: 2021
Linus Ortelli
Vorwort des Autors
26. September 2033
03. Januar 2009
18. September 2033
01. Mai 2011
19. September 2033
03. März 2018
22. September 2033
03. Mai 2018
23. September 2033
4. Dezember 2019
24. September 2033
3. August 2020
25. September 2033
28. Oktober 2020
26. September 2033
26. September 2033
05. November 2036
Dank
Über den Autor
© / Copyright: 2021 Linus Oertli
Klickwerkstatt GmbH
Adligenswilerstrasse 94
6006 Luzern
CH - Schweiz
Verlag: Edition Klickwerkstatt GmbH
Bestellung und Vertrieb: Nova MD GmbH, Vachendorf
Umschlaggestaltung, Buchsatz: Catherine Strefford unter der Verwendung von © Elnur und © Askhat / Adobe Stock
Lektorat, Korrektorat: Magret Kindermann
Druck: SOWA Sp. z.o.o., Raszynka
Weitere Infos auf: linus-ortelli.com
ISBN Paperback: 978-3-96966-496-4
ISBN e-Book: 978-3-033-08403-2
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Für meine Familien
Niemand hat das Recht zu gehorchen.
Hannah Arendt (angeblich)
Liebe Leserin, lieber Leser,
2017 besuchte ich eine Weiterbildung zum Thema Blockchain und Bitcoin an einer Fachhochschule in der Schweiz. Die Spezialisten dort waren sich einig: die Blockchain ist das neue Ding!
Weniger einig waren sich die Experten über die Perspektiven der ersten und bekanntesten Kryptowährung, des Bitcoins. Der Streit drehte sich darum, ob die Blockchain nur eine bahnbrechende Technologie für den Einsatz künstlicher Intelligenz, effizienterer Prozesse, Smart Contracts und schnellerer Logistik ist, oder ob diese auch einen sozialen Wendepunkt darstellt: die neue Form des Geldes. »Sound Money« – ein gesundes, inflationsresistentes Währungssystem, in dem nur die Teilnehmer des Systems den Wert eines Guts bestimmen. Keine Banken. Keine Zentralbanken. Keine Staaten. Nur die Menschen untereinander, grenzenlos, über die Mathematik verbunden.
Ich glaube, dass die Blockchain nur dann ihr volles Potenzial ausschöpfen wird, wenn sie auch tatsächlich als neues Währungssystem wirkt. Es ist unbestritten, dass das aktuelle »Fiat«-Geld – also die Dollars, Euros und Franken, die von Zentral- und Geschäftsbanken aus dem Nichts geschöpft werden – zwar ein gutes Mittel ist, um Wachstum und Wertschöpfung voranzutreiben, doch schlussendlich werden die erfolgreichen Nationen des einundzwanzigsten Jahrhunderts nicht diejenigen sein, die natürliche Ressourcen möglichst umfassend und effizient ausbeuten. Vielmehr werden es diejenigen sein, die kollektives Handeln nachhaltig und weitblickend auf eine lebenswertere Zukunft hinsteuern.
Aber diese anstehende gesellschaftliche Veränderung ist auch eine große Gefahr, denn Technologie ist immer wertfrei. Sie hat keinen inhärenten, moralischen Kompass. Deshalb bedroht dieser aufziehende technologische Quantensprung unsere Freiheit und das Wohlergehen der Menschen.
Modernes Geld wird uns als Kollektiv so steuerbar machen, wie es noch bei keiner anderen Zivilisation der Fall war. Wenn wir keine freiheitliche Lösung finden, ist die Gefahr groß, dass unsere nächste Währungsreform ein freiheitsfeindliches »Social Scoring«-System gebären wird, wie es in anderen Teilen der Welt bereits implementiert ist. Unsere Wahl ist: Mut zur dezentralisierten Geldschöpfung oder die Etablierung eines zentralistischen, autoritären Molochs. Noch bin ich optimistisch, dass sich die richtige Idee und damit auch der Bitcoin-Standard durchsetzen wird.
Bei aller Begeisterung gibt es zwei Gesichtspunkte beim Bitcoin, die diese so brillant entworfene Währung existenziell bedrohen können: großflächige, lang anhaltende Strom- und Internetausfälle (geplant oder als Unfall) oder ein »Evil Satoshi Nakamoto«. Der unbekannte Schöpfer des Bitcoins verfügt bis heute über ein unschätzbares Bitcoin-Vermögen, das seiner Währung zum Verhängnis werden kann, falls er seinen »Stack« umfassend abstoßen sollte.
Wenn Sie Fakten über den echten Satoshi Nakamoto erfahren möchten, lesen Sie unbedingt sein White Paper oder suchen Sie nach Zitaten im Internet. Diese lassen wenig auf die Person schließen, verraten aber vieles über ihre Ideen. Mich hat die Frage nach diesem unbekannten Genie, das auf tönernen, theoretischen Grundlagen eine solch ausgeklügelte Technologie schuf, seit jeher mehr fasziniert als so mancher Bull-Run und Bärenmarkt.
Wer ist der wirkliche Satoshi Nakamoto? Ein »Lonely Wolf«? Ein genialer Wohltäter? Der wiedergeborene Jesus Christus? Anonymous? Ein Hacker-Kollektiv? Oder steckt gar ein Geheimdienst dahinter? In jedem Fall ist es eine Geschichte, die erzählt gehört.
Satoshis Identität in diesem Buch – Carmen Chavez – ist frei erfunden. Die Umstände, mit denen sie über die Geschichte hinweg konfrontiert wird, entsprechen jedoch einer realen Vergangenheit oder realistischen Zukunftsszenarios, in denen die Idee dezentralisierter Geldschöpfung gescheitert ist.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Herzlich,
Linus Ortelli im Herbst 2021
Admiral Jamal N. Lewis beobachtet von der Brücke aus, wie sie die Geschütze laden.
Er kneift die Augen zusammen und geht näher ran, denn der Nebel, der über dem Pazifik hängt, ist schwer und milchig und versperrt auch seinen Augen die Sicht.
Das Gefühl, das sich in den letzten Stunden in seinem Magen immer weiter ausbreitete, hatte er zuletzt als Marine-Aspirant verspürt. Damals, während seiner ersten Stürme auf See. Er war schrecklich seekrank und wusste am Ende nicht mehr, wie oft er sich unter Spott seiner Vorgesetzten übergeben hatte. Diese Zeit liegt glücklicherweise seit zwanzig Jahren hinter ihm. Seitdem war er steiler aufgestiegen, als er je zu träumen gewagt hatte. Aber jetzt fühlt er wieder dieses beklommene Feuer in seinen Eingeweiden, diesen Schwindel. Ist die Peitsche der Meere, die gefürchtete Seekrankheit, nach so langer Zeit etwa zurückgekehrt? Nach all den Jahren? Ist das bei einem solch erfahrenen Matrosen überhaupt möglich?
Nein, es ist die Aufregung, die Nervosität.
Er muss schließlich den Überblick behalten. Selbst für den stärksten Krieger ist das eine enorme Herausforderung. Der Druck ist vertraut, deswegen ängstigt er ihn.
Er geht die Treppe hinunter zum Deck, atmet einmal tief die salzige Luft ein und berührt die stählerne, kalte Außenhülle des Flugzeugträgers, auf dem er das Kommando führt. Die USS Gerald R. Ford: ein fast hunderttausend Tonnen schwerer, hochmoderner, bis an die Zähne bewaffneter, schwimmender Flughafen. Aktuell durchpflügt die größte jemals existierende im Meer treibende Streitkraft der Welt den nördlichen Pazifik. Der Bau des maritimen Ungeheuers hatte bis zu seiner Wasserung 2017 bereits zwanzig Milliarden Dollar verschlungen und seitdem für Wartung und Unterhalt noch deutlich mehr.
Aktuell befehligt Admiral Lewis den Flugzeugträger und dazu einen begleitenden Verband mit über dreitausendfünfhundert Frauen und Männern. Als Flotte umfassen sie zwei U-Boote, mehrere stählerne Beiboote, Versorgungsschiffe mit Nahrungsmitteln, Treibstoff und Munition sowie diverse Kampfflugzeuge. Dazu die vor Kurzem generalüberholte und modernisierte USS Gerald R. Ford, das Herz der riesigen Seemacht. Dreihundert Meter lang und knapp achtzig Meter breit.
Alles ist auf Admiral Lewis’ Befehl ausgerichtet. Militärische Rangfolge, klare Befehlsketten.
Und der nächste Befehl wird der entscheidende sein!
»Ich muss schauen, dass wir nicht zu spät dran sind«, denkt Lewis und blickt auf seine Hublot-Uhr, angeblich bis zu einer Tiefe von viertausend Metern wasserdicht. Zeit checken. Eine hundertfache, tägliche Routine.
Doch dieses Mal stockt er, denn er blickt nicht auf die Uhrzeit, sondern auf das Datum: 26. September 2033. Die Erinnerung an dieses Datum durchdringt ihn wie starker Regen undichte Kleidung.
Heute vor 50 Jahren rettete der russische Oberleutnant Stanislaw Petrow die Welt vor der totalen Zerstörung.
Petrow war der leitende Offizier einer mit nuklearen Raketen bestückten sowjetischen Satellitenüberwachungsanlage, die am 26. September 1983 fälschlicherweise einen Atomangriff durch die USA detektierte. Durch Petrows Eingreifen und seine Weigerung, einen eigentlich befohlenen nuklearen Gegenschlag einzuleiten, verhinderte der Mann den dritten Weltkrieg. Die stets befürchtete Apokalypse des Kalten Krieges blieb aus.
Admiral Lewis fühlt sich plötzlich zurückversetzt in seine College-Zeit. Damals, als er der umschwärmte Running-Back auf der Militär-Universität Naval Academy war und ihm alle zujubelten. Aber er wollte mehr. Sein Wunsch war es, tiefe Spuren in der Weltgeschichte zu hinterlassen. Nicht als College-Sportler, sondern als Mann mit Einfluss.
Mit diesem Hintergrund stolperte der junge Student damals über eine Fernsehdokumentation, die sich um eben diesen Petrow drehte – und die ihn tief beeindruckte. Was für ein Mann. Was für ein Mut.
Deshalb hat er sich dieses Datum gemerkt, in Gesprächen immer wieder auf das Ereignis verwiesen und davon geträumt, auch einmal eine heldenhafte Tat zu vollbringen. Petrow ist für ihn der Beweis, dass ein einzelner Mensch eben doch einen entscheidenden Unterschied in der Weltgeschichte ausmachen kann.
Aus dem sportlichen Studenten wurde bald darauf ein Navy Seal, der den Traum von historischer Größe mit Beharrlichkeit verfolgte.
In der modernen US-amerikanischen Eliteeinheit fand Lewis schon bald heraus, wie man Karriere macht: mit unerbittlichem Durchhaltewillen, adrettem Auftreten und bedingungslosem Gehorsam. Für einen schon immer ehrgeizigen, farbigen Jungen aus bescheidenen Verhältnissen durchaus bekannte Tugenden. Diesen Prinzipien folgend brachte er es zu einem der mächtigsten Soldaten der Weltmeere. Zum Admiral, dessen Vorgesetzte und Crew ihn ausnahmslos respektieren und ihm uneingeschränkt vertrauen. Ein stolzer Patriot, zu dem man aufblickt.
Lewis läuft die restlichen Treppenstufen langsamer hinab. Dann unterbricht er seinen Abstieg. Er blickt zur Seite und betrachtete sein Abbild in einem der spiegelnden Fenster, das entlang der Treppe angebracht ist. Er sieht einen groß gewachsenen, attraktiven Mann mit breiten Schultern, akkuratem Haarschnitt und makelloser Haut.
Durch sein Gesicht ziehen sich nun aber tiefe Sorgenfalten. Seit drei Tagen hat er nicht mehr als zwei Stunden am Stück geschlafen. Seitdem sind sie in höchster Gefechtsbereitschaft, und dieser Rhythmus zerrt selbst an den stärksten Nerven.
Die Situation scheint sich sekündlich zu verschärfen, wenn er den Befehlen und Warnungen seiner Vorgesetzten Glauben schenken darf. Die Düsenjets kreisen über der Flotte, ausgestattet mit maximaler nuklearer Bewaffnung. Die Tomahawks mit über eintausendfünfhundert Kilometern Reichweite sind geladen und schussbereit. Auch das U-Boot ist in der Lage, seine Wasserstoffbomben innerhalb von wenigen Minuten zu zünden. Im Visier: Russland. Die zweitgrößte Militärmacht mit einem Atomarsenal, das ausreichen würde, um die Welt alleine in einen jahrzehntelangen nuklearen Winter zu hüllen.
Ist es Zufall, dass gerade er – ein tiefer Bewunderer von Petrows damaliger Entscheidung – sich hier und jetzt an dieser Stelle der Geschichte befindet?
Er blickt nachdenklich auf die See und prüft nervös seine wie immer perfekt sitzende Uniform mit den zahllosen Abzeichen und Ehrenzeichen. Er hatte bisher immer Vertrauen in die Führungskräfte seines Landes, doch die Dinge scheinen gerade schrecklich außer Kontrolle zu geraten. Werden sie es tatsächlich wagen, anzugreifen und einen Atomkrieg zu riskieren?
Der Gedanke an Befehlsverweigerung streift seinen Geist. Trägt er nicht auch Verantwortung für das Leben seiner Matrosinnen und Matrosen? Als Aggressor würde sein Flottenverband natürlich sofort unter Gegenbeschuss kommen. Und das vermutlich auf eine Art, die auch ihre modernsten Abwehrsysteme – die neueste Phalanx-Generation von Raytheon – überfordern würde. Muss er nicht schon seiner Mannschaft wegen einen solchen Angriffsbefehl verweigern? Sollte er es machen wie seinerzeit Petrow, wenn die Zeit kommt? Niemand kann doch bestreiten, dass eine solche Attacke Wahnsinn ist.
Aber Widerstand scheint zwecklos. Sie würden ihm sofort das Kommando entziehen und einen willigen Stellvertreter benennen. Aber dann würde das Blut der Welt nicht an seinen Händen kleben.
Nein, es darf nicht sein! Sie werden es nicht wagen! Sein Funkgerät piepst.
Admiral Lewis presst es sich ans Ohr und sein eigentlich stabiler Magen verkrampft sich noch mehr, als er den Befehl hört.
»Aye, Aye!«, murmelt er pflichtbewusst und schreitet so schnell wie möglich zum hoch aufragenden Kommandozentrum des Schiffes zurück. An die Überprüfung der Geschütze verschwendet er keinen Gedanken mehr.
