0,00 €
(Die exklusive Wiener Fassung – Frecher. Wilder. Wienerischer.)
Das sitzt wie das kleine Schwarze bei einer Opernball-Eröffnung: Hier gibt’s keinen 08/15-Kitsch, hier gibt’s eine ordentliche Watschen mit Liebesgarantie!
Stell dir vor, du findest in deinem Wiener Lieblingscafé ein rotes Notizbuch. Ein Liebesgedicht? Von wegen! Es ist die Inventurliste eines eiskalten Frauenhelden. Alexander Polochsohn führt Buch über seine Eroberungen wie ein Buchhalter über seine Bestände: Körperduft, Sexpraktiken und – der Gipfel der Frechheit – der „Deckungsbeitrag“. Nach maximal fünf Nächten ist Schluss. Basta.
Als Selina darin ihre beste Freundin Melanie entdeckt, ist Polen offen – oder besser gesagt: Wien steht Kopf! Die Amazonen rüsten zum Krieg, und Selina übernimmt die Rolle der „Viper“. Ihr Auftrag: Den eitlen Pfau Alexander dort zu treffen, wo es am meisten wehtut – bei seinem lispelnden Stolz.
Biss, Schmäh und eine ordentliche Portion Leidenschaft. Ein Roman für alle, die wissen, dass eine echte Wienerin niemals aufgibt – außer sie hat gerade ein Marmeladenbrot in der Hand.
Warnung: Diese Version enthält 100% mehr Wiener Herzblut, einen frechen Jungschwan als Endgegner und die nötige Portion „Geh bitte!“.
Bist du bereit für das rote Buch, das Wien in den Wahnsinn trieb?
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2026
Der bordeauxrote Sündenfall
Die Buchhaltung des Grauens
Von Wolfsaugen und Rosmarin-Phalli
Veltliner, Verrat und die „Beidl-Bilanzen“
Zuckerbäcker und Zungenkuss-Gefahr
Das Kurkuma-Komplott im Imperial
Von schwarzen Gummifreunden und Outings in der Küche
Von Schlangen im Büro und Akkus im Exil
Shocking Pink und weiche Knie
Rote Sohlen und Döblinger Dekadenz
Streptokokken-Polka und Pharma-Gift
Märchenwölfe und das „A“ wie A g’studiertes Oaschloch
Amazonen-Rache und das Ende der Kutschinski
Lispel-Alarm, Milchtüten und der Edamer im Schraubstock
Die weiße Weste und der giftige Champagner
Der Pfau im Tüll-Gewitter
Der Kater nach dem Tüll-Gewitter
Die Hinrichtung in Königsblau
Karma-Boomerang mit Ansage
Sahnetorte und Karma-Clowns
Ein Schuh, eine Krone und ein echtes Ja
Sandkasten-Satin und Fruchtsaft-Prost
Marmelade, Murmeln und die Nummer Eins
BONUS-KAPITEL: Die Berliner Pflaume und der Wiener Pimper
Titelseite
Cover
Inhaltsverzeichnis
Buchanfang
Dieser Einspänner ist jedes Mal eine Offenbarung. Ein cremig-weißer Schlagobersberg, der majestätisch auf einem tiefschwarzen Mokkateich thront. Um mich herum das typische Wiener Hintergrundrauschen: Porzellangeklapper, gedämpftes Tuscheln und das Rascheln von Zeitungen, die noch auf echten Holzhaltern aufgezogen sind. Ich sitze im Café Central, umrahmt von barocken Goldrahmen und Spiegeln, die so alt sind, dass sie wahrscheinlich schon den Kaiser beim Naschen beobachtet haben.
Ich bin hier die „Zugezogene“. Eine Preußin im Exil. Nach dreißig Jahren Berlin-Wedding und einem kühlen Intermezzo in Hamburg habe ich mich vor knapp einem Jahr nach Wien gewagt. Die Stadt begrüßt dich erst mal mit einem gepflegten Grant, so als hättest du gerade persönlich in den Stephansdom gespuckt, bevor sie dir – vielleicht, wenn der Ober einen guten Tag hat und die Trinkgeld-Prognose stimmt – ein bisserl Schmäh schenkt.
„ Geh bitte, keine Namen, du weißt doch: In der heutigen Zeit…“, raunt es von rechts.
Ich grinse in meinen Milchschaumbart. Ob Berlin, Hamburg oder Wien – die Paranoia vor der digitalen Entlarvung ist überall gleich. Nur der Dialekt ändert sich. Sobald ein Name fällt, legt mein innerer Algorithmus los. Dank 5G und dem WLAN ist das heute kein Kinderspiel mehr, sondern eine Lebenseinstellung.
Ich übersiedle an den Fensterplatz. Mein Logenplatz im Ersten Bezirk. Ich schnappe mir die „Presse“ – die harten News lasse ich links liegen, mein Karma ist eh schon auf Diät – und packe meine Tasche mit den Zähnen, während ich meine Tasse balanciere. Ich bin ein Großstadtkind; die Blicke der Schickeria prallen an mir ab wie Regen an einer Teflonpfanne. In Wien musst du so tun, als gehöre dir der Marmortisch seit der Schlacht am Kahlenberg, sonst wirst du von den Silberrücken im schwarzen Anzug förmlich gefressen.
Mein spezielles Vergnügen? Die Anonymität. Mal im Untergrund des Praters tanzen, mal schauen, was die Stadt nach Mitternacht so hergeben würde – die „Könnte-Option“ muss immer am Tisch liegen, wie der Zucker zum Kaffee. Wien ist meine Hauptstadt der nach außen hin grantigen, aber im Inneren zutiefst sehnsüchtigen Herzen. Oder wie man hier sagt: Außen hui, innen pfui – aber mit Stil!
Meine neuen Tischnachbarn, Gregor und Lissy, sind unvorsichtig. „ Geh Lissy, ich hab nur eine Stund’, die Familie wartet daham!“ Perfekt. Google, ich komme. Andere schauen True-Crime auf Netflix, ich bastle mir die Krimis live in meiner Birne zusammen. Gerade als ich mein Smartphone zücken will, entdecke ich es auf dem Fischgrätparkett: Ein bordeauxrotes Büchlein. Ledergebunden, silberner Stift, rotes Gummiband.
In diesem Moment schlägt die Schwingtür auf. Ein Mann stürmt herein, bei dem mein innerer Scanner sofort auf „Alarmstufe Heiß“ schaltet. Er hastet zum Tresen, wo die Kellnerin – nennen wir sie Sisi – gerade ihre imposanten Kurven zur Schau stellt. (Deutlich mehr Holz vor der Hüttn als ich, und das will was heißen!). Sisi schüttelt den Kopf.
Dann dreht sich der athletische Prachtkerl zu mir um. Gänsehaut. Ein Schauer, der direkt in meine Zehenspitzen fährt. Kaschmir, maßgeschneiderte Hose in Deep Black, Ebenholzhaar mit diesen verdammt sexy Silberstreifen an den Schläfen. Er kommt auf mich zu. Lächeln. Ich schaue blöd aus der Wäsche, versuche einen Schlafzimmerblick und lande vermutlich beim „Reh im Scheinwerferlicht“.
„ Haben Sie ein Notizbuch gesehen? Ein rotes? Dürft’ ich Sie bitten, kurz aufzustehen? Ich glaub, ich hab’s genau da verloren.“
Normalerweise würde ich jeden Typen, der mich ungefragt duzt, mit einem gepflegten Wiener Grant stehen lassen, als wär er ein lästiger Vertreter für Staubsaugerbeutel. Aber hallo? Schaut ihn euch an! Ich stehe auf. „ Aber sicher doch!“
Blitzschnell wandert das Büchlein hinter meinen Rücken. Dank jahrelanger „flinker Finger“ – man lernt in Berlin-Wedding eben überlebenswichtige Skills, für die man anderswo in den Bau wandert – klemme ich das Ding zwischen Leggings und Schlüpferbund. Mein rosa Puschel-Pulli tarnt den Diebstahl perfekt.
„ Ähm, ich seh hier nix. Wollen’s vielleicht eine Leibesvisite machen?“, frage ich mit einem frechen Grinsen und mache ein leichtes Hohlkreuz, damit mein Hinterteil das Buch fixiert.
Er zögert. Scannt den Boden. Ignoriert mein Angebot komplett. Kein Schmäh, kein Flirt, nix. Weiß der Guckuck nicht, was für eine Nymphe hier vor ihm steht? Okay, ich trage heute 80er-Blümchen-Leggings und einen Zopf, der aussieht, als hätte ich in eine Steckdose gefasst. Ich sehe heute einfach... speziell aus. Ein bisserl wie eine Mischung aus Cindy aus Marzahn und einer verirrten Grinzinger Weinprinzessin.
Ich stehe kerzengerade da, schiebe das Heft noch ein Stück tiefer. Wenn ich Glück habe, finde ich in diesem roten Büchlein all seine Geheimnisse. Mist! Wo ist der Stift? Ich spüre ihn nicht mehr. Er ist aus dem Gummi gerutscht und steckt... nun ja... direkt in meiner Poritze. Backen zusammenkneifen ist jetzt die Devise. Meine Kehrseite ist hart wie Kruppstahl – da kommt kein Silberstift rein, egal wie heiß die Situation ist!
„ Ganz schön warm hier drin, gell?“, versuche ich Smalltalk, während mir der Schweiß auf der Stirn perlt.
„ Scheinbar hab ich’s doch woanders verloren.“ Die tiefe Bass-Stimme fährt mir direkt in die Magengrube. Ein kurzes „Entschuldigung“ und er entschwindet durch die Schwingtür.
Ich sacke auf meinen Stuhl zurück. Mein Hintern klammert sich an das Raubgut wie ein Ertrinkender an einen Rettungsring. Ich habe es. Sein rotes Buch. Und morgen, das schwöre ich mir beim heiligen Leopold, wird mein ganz persönliches True-Crime-Event beginnen.
