Sherlock Holmes und die ägyptische Mumie - William K. Stewart - E-Book

Sherlock Holmes und die ägyptische Mumie E-Book

William K. Stewart

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Beschreibung

Kurz vor Eröffnung einer neuen altägyptischen Ausstellung im Britischen Museum verschwindet die Hauptattraktion: Der Pharaonensarkophag, in dem sich eine antike Mumie befinden sollte, ist leer. Auf Ersuchen des verzweifelten Museumsdirektors übernehmen Holmes und Watson den Fall. Über Jahre hinweg begleitete Dr. John H. Watson seinen Freund und Kompagnon Sherlock Holmes bei der Aufklärung einer Vielzahl von Verbrechen und Geheimnissen. Beginnend mit den 1880er Jahren und in das 20. Jahrhundert hineinragend, stellte Holmes seinen Status als brillantester und erfolgreichster Detektiv der Welt immer wieder unter Beweis. Davon zeugen die schriftlichen Notizen Watsons, die dieser gewissenhaft angelegt hat, und in denen von den Abenteuern von Sherlock Holmes erzählt wird. Viele dieser Berichte wurden veröffentlicht und sind einer breiten Leserschaft hinlänglich bekannt. Doch bei manchen Fällen sah Watson zeitlebens davon ab, seine Aufzeichnungen zu publizieren. Dies war auf unterschiedliche Motivationen zurückzuführen: Oft sah er sich aus moralischen, strafrechtlichen oder finanziellen Gründen zur vorläufigen Geheimhaltung der tatsächlichen Ereignisse und Hintergründe gezwungen, gelegentlich ging es auch darum, einen möglichen politischen, juristischen oder gesellschaftlichen Skandal zu vermeiden oder die eigene bzw. Holmes' Reputation nicht zu beschädigen. Manche von Watsons Notizen sind aber schlichtweg versehentlich nicht veröffentlich worden, da zum fraglichen Zeitpunkt andere Dinge im Vordergrund standen und von größerer Bedeutung oder Dringlichkeit waren. In der Serie "Die neuen Abenteuer" werden einige der bislang unter Verschluss gehaltenen Aufzeichnungen von Dr. Watson über die Fälle des Sherlock Holmes nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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Seitenzahl: 32

Veröffentlichungsjahr: 2025

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SHERLOCK HOLMES UND DIE ÄGYPTISCHE MUMIE

DIE NEUEN ABENTEUER

BUCH 1

WILLIAM K. STEWART

SIR ARTHUR CONAN DOYLE

Copyright © 2025 goaudio - Biddz GmbH

Alle Rechte vorbehalten

eBook: Sherlock Holmes und die ägyptische Mumie (Die neuen Abenteuer, Folge 1)

ISBN: 978-3-7119-9999-3

Formatiert mit Vellum

INHALT

1. Sherlock Holmes und die ägyptische Mumie

1

SHERLOCK HOLMES UND DIE ÄGYPTISCHE MUMIE

Ein einigermaßen kurioser Fall beschäftigte Holmes und meine Wenigkeit im Sommer 1885. Aus im Folgenden sich selbst erklärenden Gründen war mir eine frühere Veröffentlichung zu dieser Causa nicht möglich. Mit der nunmehrigen zeitlichen Distanz dürften aber insbesondere die juristischen Implikationen, aufgrund derer entscheidende Details der Öffentlichkeit vorenthalten werden mussten, verjährt sein.

Wir saßen noch beim Frühstückstisch, als im Stiegenhaus ein kurzes Wortgefecht zu vernehmen war, das mit einem Protest unserer Haushälterin Mrs. Hudson endete.

Ich sah Holmes an: „Was mag das sein?“

Ohne den Blick von seiner Pfeife abzuwenden, die er sich gerade stopfte, antwortete Holmes: „Ein wenig Ungehobeltheit, gepaart mit übertriebenem Eifer, in direkter Konfrontation mit Pflichtbewusstsein.“

Der stürmische Gast war der guten Mrs. Hudson inzwischen enteilt und klopfte schon im nächsten Moment heftig an die Wohnungstür.

Holmes hob eine Augenbraue. Ein deutliches Zeichen, dass er ein solches Benehmen nur bedingt zu dulden bereit war, jedoch überwog die Neugier. Er bedeutete mir, an die immer noch malträtierte Tür zu gehen.

Nun war dies auch nicht der Tagesbeginn, wie ich ihn mir ausgemalt hatte, doch offenkundig war dies nicht mehr zu ändern. Ich ging zur Tür und öffnete.

„Guten Morgen, mein Herr“, begann ich, „ich darf annehmen, hier besteht Ihrerseits eine gewisse Dringlichkeit.“

Vor der Tür stand ein etwa fünfzigjähriger, professoral anmutender Mann, mit Brille und Vollbart. Bestimmt hatte ich ihn bereits einmal gesehen, doch war mir der Anlass entfallen.

„Sie müssen entschuldigen“, keuchte er, nach dem Sturm über die Treppe noch außer Atem. „Ich muss umgehend mit Mr. Holmes sprechen! Es geht um Leben und Tod. Eigentlich, vor allem um Tod.“

Ich bat ihn herein. Holmes hatte sich bereits vom Tisch erhoben, als der Mann auf ihn zulief.

„Gott sei Dank, Mr. Holmes!“, rief er aufgeregt.

Holmes blieb ruhig und nickte dem Mann zu: „Guten Morgen, Herr Direktor.“ Dann wandte er sich an mich. „Watson, Sie kennen doch Mr. Edward Thompson, den Direktor des Britischen Museums?“

Ich ließ mir nichts anmerken, nickte dem Mann nun ebenfalls zu: „Gewiss. Mr. Thompson.“

Der Angesprochene wischte sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirn und murmelte: „Leitender Bibliothekar.“

„Bitte wie?“, fragte ich nach.

„Leitender Bibliothekar“, erwiderte Holmes rasch. „So lautet der offizielle Titel von Mr. Thompson.“

„Ganz recht“, bestätigte dieser und nahm am Tisch Platz, ohne dass ihm ein Stuhl angeboten worden wäre. „Sie müssen entschuldigen“, wiederholte er.

In der Zwischenzeit erschien Mrs. Hudson in der Tür: „Verzeihen Sie, meine Herren, aber der ‚Gentleman’ ließ sich nicht aufhalten. Er beharrte darauf, es ginge um...“

„Um Leben und Tod“, ergänzte Holmes. „Schon in Ordnung, Mrs. Hudson, wir sind einander bekannt. Mr. Thompson hier ist ein gelehrter Historiker. Und heute dürfte es die Geschichte ein wenig eilig haben.“

Mrs. Hudson nickte misstrauisch, schloss aber die Tür von außen und begab sich wieder ins Erdgeschoß.

Ich beschloss, gebührliche Ordnung in die plötzliche Zusammenkunft zu bringen. „Können wir Ihnen etwas anbieten, Mr. Thompson? Ein Tasse Tee vielleicht?“

Thompson winkte ab. „Danke. Ehrlich gesagt, stünde mir der Sinn nach etwas Stärkerem...“

Holmes nahm wortlos meine Karaffe Whisky und ein Glas aus dem Schrank, stellte es vor Thompson auf den Tisch und schenkte ihm ein. Es handelte sich – und Holmes war diese Tatsache wohlbewusst – um ein meinerseits unter erheblichen Schwierigkeiten und Kosten herbeigeschafftes Produkt der in Dufftown alt eingesessenen Brennerei Mortlach. Doch Holmes ignorierte meinen stillen mimischen Protest und setzte sich zu Thompson.

„Nun, Herr Direktor, Sie werden wohl eine Erklärung für Ihren gehetzten Überfall haben. Werden Sie verfolgt?“