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Das alte Lehrerschweinchen Gunther, der Sockenfresser Siegfried, die verliebte Kuh Mia, der Bücherwurm Egon und viele andere zauberhafte Protagonisten der märchenhaften Welt der Autorin haben menschliche Eigenschaften und Probleme, finden aber immer einen Ausweg und sorgen mit ihren Streichen gerne mal für Verwirrung in der Menschenwelt. Ein bizarr-komischer Eindruck, den diese Sammlung amüsanter Geschichten hinterlassen wird, ein humorvolles Leseerlebnis für Jugendliche und Erwachsene, denen diese skurrilen Geschichten Vergnügen bereiten werden.
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Seitenzahl: 131
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Das alte Lehrerschweinchen Gunther, der Sockenfresser Siegfried, die verliebte Kuh Mia, der Bücherwurm Egon und viele andere zauberhafte Protagonisten der märchenhaften Welt der Autorin haben menschliche Eigenschaften und Probleme, finden aber immer einen Ausweg und sorgen mit ihren Streichen gerne mal für Verwirrung in der Menschenwelt.
Ein bizarr-komischer Eindruck, den diese Sammlung amüsanter Geschichten hinterlassen wird, ein humorvolles Leseerlebnis für Jugendliche und Erwachsene, denen diese skurrilen Geschichten Vergnügen bereiten werden.
So ein armes Schweinchen
Siegfried und die Sippe der Sockenfresser
Der Bücherwurm Egon
Benjamin der Bläuling
Brunhilde die Bügelfee
Als dem Träumeschreiber Franz keine Abenteuermehr einfielen
Die Schlampertatschinger
Schule
Vom Leben unter der Fußmatte
Das Poltergeistfräulein Adelheid
Kuno der Staubmäuschenzüchter
Die zauberhafte Luftprinzessin Amalie
Die Arbeit der Shoppingelfen
Das Monster der alten Eulenschule
Als Herr Winter den Schnee vergessen hatte
Frieda Frühling und der greise Herr Winter
Die reife Schönheit der Herta Sommer
Das alte Feuerweiblein
Mias erste Liebe
Antonia und der Zauberbesen
Das kleine Krokodil will fliegen
Lillies Lächeln
Die Fabel von den Zwistigkeiten im Tierreich
Ein Schweinchen macht Karriere
Das kluge Schwein
Die wehleidigen Steine
Warum der Wolf sich einen Schafspelz anzog
Es ist ein Männchen
Die Kickerkuh
Die Autorin
Schon seit vielen Tagen war der dicke kleine Gunther unterwegs gewesen, hungrig, mit laut knurrendem Magen. Wo immer er vorbei kam, schauten ihn die Leute ganz erschreckt an, denn sie dachten, er hätte sie böse angequieckt. Gunther war ein in die Jahre gekommenes Schwein, das niemand mehr haben wollte. Schließlich war er längst zu nichts mehr nütze und verstand sich ganz und gar nicht mit den vielen kraftstrotzenden Jungschweinen, die immer nur mit ihren Muskeln protzten und prahlten. „Seht her, oink, seht mich an, bin ich nicht ein wunderschönes Schwein, oink, bin ich nicht wirklich ein wunderschönes Schweineexemplar, oink, oink“, so war es überall zu hören. Diese strohdummen Kerle verstanden nicht, dass sie damit den Bauern auf sich aufmerksam machten, der dann nichts Besseres wusste, als die Schweine sogleich zur Schlachtbank zu führen. Das hatten sie davon, so unglaublich eitel zu sein. Sie hatten nur Stroh im Kopf und schauten niemals in ein schönes Buch, wie wir das ja von unseren menschlichen Muskelmännern kennen, die ganze Tage in den Fitnessstudios verbringen.
Gunther hatte sich viele Jahre lang um die jungen Schweinemänner und Schweinefrauen in seiner Sippe gekümmert und versucht, ihnen die wichtigsten und elementarsten Regeln für das Zusammenleben von Schweinen und Menschen beizubringen. Leider war sein Bemühen ein wahrer Kampf gegen Windmühlen gewesen, denn man wollte und wollte ihn einfach nicht verstehen und schlug seine Warnungen fahrlässig in den Wind. So viele Schweineleben hatte das schon gekostet, so viele. Gunther hatte schließlich aufgegeben, hatte resigniert. Vielleicht war er lange genug Lehrer gewesen, Schweinelehrer.
Er verließ seine Sippe und machte sich auf den Weg, um anderswo endlich seinen Frieden finden zu können. Ehrlich gesagt hatte er auch gar keine Lust mehr dazu, den Jungen die Welt zu erklären. Die sollten schauen, wie sie ohne ihnzurecht kämen. Nun aber, am dreizehnten Tag, knurrte sein Magen ganz gewaltig laut. Außerdem war unser Held schweinemüde. Schon seit vielen Tagen hatte er an sämtliche Türen geklopft und um eine freundliche Aufnahme gebettelt. Dabei schüttelte er sein Ringelschwänzchen freundlich und warf den Zweibeinern, die betreten in ihrer Haustüre standen, aus seinen kugelrunden Schweinsäuglein treuherzige Blicke zu. Doch niemand wollte ihn und sein Bitten verstehen, alle sahen ihn nur verständnislos an und knallten ihm dann die Tür vor der Schweinsnase zu. Immer wieder musste unser Freund tieftraurig weiterziehen, bis er sich schließlich ein allerletztes Mal ein Herz fasste und an die verwitterte Türe eines alten Schlosses klopfte. Das heruntergekommene Gebäude sah aus, als sei es unbewohnt, als gäbe es da schon lange niemanden mehr, der ihm öffnen hätte können. Zu seiner Freude hörte er jedoch, dass sich jemand der großen alten Haustüre näherte, „Ich komme ja, einen Moment, bitte!“ Schon stand ein steinaltes kleines Weiblein vor ihm und strahlte ihn freundlich an. „Ja, so ein liebes Schweinderl, ja, wer bist denn du?“ Das alte Lehrerschweinchen grunzte schüchtern: „Gunther, oink, heiß ich, Gunther“, und wie durch einen Zauber wurden seine Worte verstanden. Die Alte freute sich über den unerwarteten Besuch. Sie war eine echte Schlossherrin und Gräfin, doch längst waren alle aus ihrer Familie verstorben. Die freundliche Dame war uralt und hatte wie der kleine Gunther niemanden mehr, dem sie von ihren vielen Gedanken erzählen hätte können. Dabei tat sie das doch so gerne, Geschichten erzählen, lustige kleine Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit, aus den guten alten Tagen. Sie freute sich sehr über den Besuch und führte ihn sogleich in die riesige Küche, um ihn recht freundlich zu bewirten. Alles, was ihre Speisekammer bieten konnte, tischte sie ihm auf, nur den köstlichen Schweinebraten vom Vortag behielt sie zurück, denn sie wollte das kleine Schweinchen nicht kränken. Sogar die Tischplatte bog sich, eine wahre Freude war das für den hungrigen Gunther. Schweine haben einen gesunden Appetit, er aß sich also gründlich satt. Dann wurde ihm noch ein richtiges Bett angeboten, ein Bett mit einer kuschelig weichen Matratze. Er fühlte sich wie ein König, als er unter der weichen Decke lag. Doch die feine Umgebung war wohl für seine Sippe nicht ganz das Richtige, denn er konnte und konnte einfach nicht einschlafen. Nachdem er sich stundenlang herumgewälzt hatte, sah er es ein. Die Geste der alten Gräfin war gut gemeint, doch sein Platz war draußen. So schnüffelte er sich seinen Weg hinaus, um sich ein schweinisches Schlafplätzchen zu finden. Er hatte großes Glück, denn hinter dem Schlossgebäude fand zu seiner Verzückung ein hübsches kleines Ställchen mit viel Stroh, in dem er sich sogleich eine Bettstatt bereitete. Als er sich nach einer feinen traumlosen Nacht in diesem Stall umsah, fand Gunther, das alte Lehrerschweinchen, sich ganz leicht zurecht. Der riesige Stadel voller Heu, Gerste, Mais und anderen Köstlichkeiten würde ihm problemlos bis zu seinem Lebensende schmackhafte Nahrung bieten, fein, sehr fein. Insgeheim hatte er längst beschlossen, nie mehr zu gehen, denn hier würde er seine Ruhe haben, hier könnte er in Ruhe lesen und sinnieren und vielleicht würde er nun ja sogar ein Buch schreiben. Als seine neue Menschenfreundin dann vor ihm stand und sich nach seinem Befinden erkundigte, konnte er nur zufrieden grunzen „Mir ging´s noch nie so gut, oink, oink“. Da freute sich Adelheid von Rosanien, so hieß die Schlossherrin nämlich, von Herzen, denn sie mochte es, wenn sich ihre Gäste wohl fühlten. Man kam rasch überein, dass Gunther bei ihr bleiben würde, wobei aus seinem Buchprojekt leider nie etwas wurde. Es waren Adelheid und Gunther gottlob noch ein paar feine Jährchen beschieden, die sie beide sehr genossen. Sie wurden uralt und blieben gesund und glücklich, bis sie eines Tages gemeinsam Hand in Pfote in den Himmel hinein spazierten.
Im feinsten Badezimmer der westlichen Welt saß der kugelrunde Siegfried einst hinter der großen Eckbadewanne und hielt sich sein Bäuchlein. Sanft strich er sich über den satten Leib, denn seine Fünfuhrjause war wieder einmal besonders üppig ausgefallen. Upps, ob das nicht sogar etwas zu viel des Guten gewesen war. Die schwarze Socke hatte nicht nur wunderbar gerochen, hatte nicht nur den Duft des köstlichsten französischen Camemberts verströmt, nein. Sie hatte auch ganz vorzüglich gemundet. Köstlich, einfach köstlich. Ganz ohne schlechtes Gewissen hatte er sich das gute Stück schmecken lassen, denn er hatte die zweite Socke ja diesem riesigen Menschen übrig gelassen. Sein Wahlspruch „leben und leben lassen“war ihm sehr wichtig.
Seine Sippe hatte sich schon vor einer Weile in diesem prächtigen Badezimmer niedergelassen, denn man hatte sich nicht nur wegen der köstlichen Gerüche hier gleich wohl gefühlt. Die kleinen Sockenfresser waren gar hübsch anzusehen, ja, man konnte sie als recht ansehnliche Trolle bezeichnen. Sie waren etwa fünf Zentimeter groß, blond geschopft und mit fröhlich bunter Hautfarbe, manchmal blau gepunktet, andere wieder rot gestreift, alle Schattierungen gab es unter ihnen. Gemeinsam aber war ihnen, sich bei Gefahr unsichtbar machen zu können. Sonst wäre ihr Leben wohl zu gefährlich gewesen, denn man hauste in den verschiedenen Laden des Badezimmermöbels und teilte sich den Wäschekorb und hätte jederzeit entdeckt werden können. Siegfrieds Sippe bestand aus vielen Mitgliedern undwar stets kinderreich gewesen. Da war Sieglinde, seine gute Frau, da waren seine drei Söhne Sebastian, Sigismund und Siegbert und seine drei Töchter Susi, Sonja und Sandra, da waren aber auch noch seine sechs Brüder samt Familien, kinderreichen Familien, wohlgemerkt. Jeder einzelne von ihnen war ein guter Esser und gottlob fand sich da immer wieder die eine oder andere recht passable Socke, die man meist gemeinsam verzehrte. Sockenfresser lassen sich vor allem von den delikaten Duftaromen der verschiedenen Käsesorten anlocken, die gepaart mit dem Sockenstoff auf sie einfach unwiderstehlich wirken konnten. So roch nicht jede Socke gleich sondern entwickelte je nach Alter einen ganz besonderen Duft nach einer bestimmten Käsesorte. Die Eintäger verströmten den Duft eines leichten Camemberts, doch je länger sie an den Füßen der beiden großen Sockenträger reiften, umso kräftiger war dann ihr Käsegeruch. Das würzige Aroma eines Siebentägers war unübertrefflich und konnte von nichts überboten werden. Dafür wanderten die Sockenfresser weit, meilenweit, und sie verzichteten freiwillig auf andere Nahrung. War allerdings ein Sechs- oder gar Siebentäger zu erschnüffeln, dann sprach sich dies in der Nachbarschaft nur recht zögerlich herum, denn lieber wollte man das gute Stück ja an die eigene Sippe aufteilen und nicht die Nachbarn auch noch durchfüttern müssen.
Auch in Siegfrieds Welt war alles in Ordnung, denn er kam immer wieder in den Genuss von feinen Köstlichkeiten. Im Wäschekorb, in dem er sich zumeist aufhielt, gab es stets ein besonderes Gedränge, wenn die riesigen schwarzen Socken des Mannes kamen. Die ganze Sippe war überglücklich, seine Brüder und ihre Familien, seine Frau und seine Kinder, alle lagen sich heiter in den Armen und freuten sich. Allein der betörende Duft nach französischem Brie schien ihnen Lebensfreude und Genuss pur zu sein. Ja, alle hatten etwas davon, denn eine dieser großmächtigen Socken konnte wohl zwanzig Sockenfressern als Nahrung dienen, so ausgiebig und nahrhaft konnte sie sein. Das aber zeigt, wie groß der Hunger von Siegfried gewesen sein muss, der ja eine ganze Socke verputzt hatte.
Es war zur guten Sitte geworden, die zweite Socke immer liegen zu lassen, denn beide zu verspeisen bedeutete Pech, sieben Jahre Pech, so glaubte die Sippe der Sockenfresser. Wenn die guten kleinen Trolle allerdings gewusst hätten, was das Verschwinden so vieler einzelner Socken in der Welt der beiden großen Sockenträger ausgelöst hatte, dann hätte man sich wohl eines Besseren belehren lassen. Die beiden waren nämlich stets ganz aufgeregt und wohl auch verwirrt, denn sie konnten sich einfach nicht erklären, welch wundersame Zustände zum Verschwinden der einzelnen Socken geführt hatten. Wie auch hätten sie das verstehen sollen, wussten sie doch nichts von der Existenz der Sockenfressersippe, von den wunderbaren kleine Parasiten, die sie mit ihren Käsefüßen ernährten.
Siegfried aber, dem das alles kurz durch den Wuschelkopf gegangen war, fühlte sich rundum glücklich und zufrieden. Schließlich war seine Leistung fast einmalig. Er hatte ganz alleine geschafft, wozu sonst gut zwanzig Sockenfresser und Sockenfresserinnen nötig wären, er hatte allein eine ganze Socke gefressen. Er beschloss trotzdem, am nächsten Tag doch lieber das Frühstück auszulassen.
Von der Gattung der Bücherwürmer weiß die Geschichte manch Wundersames zu berichten. Sie haben in der Vergangenheit immer wieder Großes bewirkt, denn ohne ihr Mittun wären so manche bedeutenden Menschen unwissend geblieben und hätten in Krisensituationen falsche Entscheidungen getroffen. Diese ausnehmend belesenen, zu den Wurmdrachen gehörenden Wesen leben als Einzelgänger und suchen sich nur zum Zwecke der Fortpflanzung gelegentlich einen Partner. Wurmdrachen sollen schließlich nicht aussterben, gehören sie doch zu einer ganz besonderen Spezies, wobei sie ihr ganzes Leben lang gut ohne soziale Kontakte zu Ihresgleichen auskommen. Ihr bevorzugtes Lebensumfeld ist das Bücherregal und wenn es umso umfangreicher und informativer ausgestattet ist, dann sind sie zu Höchstleistungen fähig. Sie widmen ihr ganzes Leben, ihr äußerst umfangreiches Wissen der guten Sache und informieren besondere Menschen, denen sie ihr profundes Wissen schenken. So leben und wirken sie in jeder Hinsicht zum Wohl der Menschheit, denn kaum eine Leseratte wird je dazu in der Lage sein, alle ihre Bücher auch wirklich selbst zu lesen. Diese Tatsache hatten sich die kleinen Drachen aus der Anderswelt einst zum Anlass genommen, um daraus ihre Berufung zu entwickeln. Bücherwürmer halten sich daher in der Regel besonders gerne in den recht umfangreichen Ausgaben von Prachtbänden auf, in Lexika, in den russischen Wälzern des neunzehnten Jahrhunderts, oder in historischen Romanen.
Auch Egon, ein schon etwas in die Jahre gekommener, aber unglaublich sympathischer Wurmdrache mit dicken schwarzen Nickelbrillen, konnte bereits viele erfolgreiche Beeinflussungen der Geschichte für sich verbuchen und hatte schon viele hervorragend bestückte Bibliotheken gesehen. Wie seine Artgenossen hatte er sich längst das gesamte Wissen des umfangreichen Bücherregales angeeignet, das er nun sein Zuhause nannte, indem er alle Wörter sämtlicher Bücher, durch die er sich gefressen hatte, zuerst im wahrsten Sinne des Wortes verschluckt und dann wieder ausgeschieden hatte. So waren die Bücher auch nach seinem Besuch immer noch wie vorher, denn Egon hinterließ keine Spuren. Doch all das Wissen hatte er längst gespeichert in seinem zwar sehr kleinen, dafür aber äußerst effizienten Gehirn. All die vielen neuen Informationen würden ihm auf ewig bleiben, er würde sie niemals wieder vergessen, doch er könnte sie mit unzähligen Menschen teilen. Es war unglaublich, denn wenn Egon auf ein beliebiges Thema zu sprechen kam, dann hatte er immer beeindruckend viel zu sagenund gab sein umfangreiches Wissen zum Besten. Da er in seinem langen Leben bereits viele Bücher gefressen hatte, war er ausnehmend klug und was er sagte, schien immer sehr informativ und lehrreich. Nahm nun aber der Besitzer all der schönen Bücher einen seiner Romane mit ins Bett, um noch darin zu lesen, dann bemühte sich Egon stets darum, genau in diesem Buch zu sein, denn dies war die Gelegenheit, sein Wissen weitergeben zu können. Dazu verließ der kleine Wurmdrache stets den Schutz des Buches und begab sich ganz ohne Begleitung durch das Ohr des Lesenden in dessen aufnahmebereites Gehirn. An einer kleinen Schaltstelle unter dem rechten Gehirnlappen konnte er sich andocken und sein umfassendes Wissen, all seinen Durchblick und seine Philosophie, an den Lesenden abgeben. Diesem erschien dies stets wie ein Geistesblitz, denn wie durch Zauberhand verstand er plötzlich den Lauf der Welt mit all ihren Umtrieben, wie durch ein Wunder sah er plötzlich so klar wie nie zuvor. Anschließend eilte Egon stets zurück in den Schutz der beiden Buchhälften, denn er hätte schließlich leicht entdeckt werden können, war er doch stattliche zwei Zentimeter lang. Zurück im Regal schlüpfte Egon dann gleich weiter ins übernächste Buch, denn er wollte nicht auffallen und ganz sicher kein Risiko eingehen. Er war recht stolz auf diesen regelmäßigen Wissenstransfer, auch wenn der kleine Wurmdrache dafür bereits in 998 Menschenohren und die dazugehörenden Gehirne hatte kriechen müssen.
Ja, man weiß um die positive Wirkung der Wurmdrachen auf das menschliche Handeln. So hat sich längst herum gesprochen, dass schon viele berühmte Leute intensiven Kontakt zu Wurmdrachen gepflegt haben und recht dankbar für deren Dienste sind. Revolutionäre der Neuzeit wie Steve Jobs und Bill Gates, Schriftstellerinnen und Autoren wie Elfriede Jelinek, Thomas Bernhard oder Peter Handke, unzählige Politiker, Lehrer, ja, alle, die gerne Bücher lesen, sollen diese unbewusste Erfahrung schon gemacht haben.
