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Ungläubig starrt Sonja aus dem Fenster ihres Zimmers in den Garten ihrer Nachbarn und kann kaum glauben, was sie sieht. Ein Mann klaut die Geburtstagsgeschenke von Mia, die auf einem Tisch im Garten liegen, während Mia mit ihren Gästen Verstecken spielt. Ein Geschenk nach dem anderen verschwindet in seiner Tasche. Sonja zögert nicht lange. Gemeinsam mit ihrer Freundin Lilli und ihrem großen Bruder Anton nimmt sie die Verfolgung auf. Aber dann geraten die Kinder in Gefahr. Sonja und der Geburtstagsdieb ist die erste Geschichte von drei spannenden Abenteuern, in denen sie gemeinsam mit ihren Freunden Verbrecher verfolgt und sich mutig üblen Schurken in den Weg stellt. Auf Schloss Blumenstolz wird es dann sogar richtig gruselig, denn nachts gehen seltsame Dinge vor sich. Spukt es dort wirklich oder sind die Erzählungen über den ruhelosen Geist von Amalie, der im Schloss umhergehen soll, nur Quatsch? In diesem Buch zu finden sind: - Sonja und der Geburtstagsdieb - Sonja auf Schloss Blumenstolz - Sonja und die geklaute Klassenkasse
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Seitenzahl: 135
Veröffentlichungsjahr: 2018
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autorinsylviasalewski.jimdo.com
Sonja und der Geburtstagsdieb
Mias Geburtstag und die Verfolgung
Gefahr in der Laube
Die Suche nach dem Dieb
Das Spiel ist aus
Glückliches Ende
Sonja auf Schloss Blumenstolz
Die Geschichte von Schloss Blumenstolz
Violetta
Der Bettler in der Altstadt
Geräusche in der Nacht
Toni
Das Burgverlies
Amalie und die Juwelendiebe
Das Abschiedsfest
Sonja und die geklaute Klassenkasse
Das Geld ist weg
Jonas, Freddy und der gemeine Till
Herr Sauer
Das Geld vom Kuchenverkauf ist weg
Der Plan und im Lehrerzimmer geht`s rund
Eingesperrt im Klassenzimmer und über den Haufen gerannt
Uwes Idee
Verträumt sitze ich an meinem Schreibtisch und schaue aus dem Fenster. Die Sonnenstrahlen fallen in langen Streifen auf meine Hausaufgaben. Im Hintergrund läuft ein Hörspiel mit den „Cleveren Vier“. Das sind meine absoluten Lieblingsgeschichten, von denen ich auch schon jede Menge Bücher habe. Darin geht es um vier Kinder, die wie Detektive viele spannende Fälle lösen.
Ich zucke zusammen, als plötzlich die Tür aufgeht und meine Mutter im Zimmer steht.
„Mensch, erschreck mich doch nicht so“, rufe ich, so abrupt aus meinen Träumen gerissen.
„Sonja, du sollst deine Hausaufgaben machen. Dein Hörspiel kannst du danach noch hören. So kann man sich doch nicht konzentrieren.“
Unter meinem lautstarken Protest macht sie den CD-Spieler wieder aus. Missmutig mache ich mich an die Hausaufgaben. Nachdem ich endlich fertig bin, höre ich meine „Cleveren Vier“ weiter und beobachte die Kinder vor dem Haus.
Mia von nebenan hat Geburtstag und spielt mit ihren Gästen Verstecken.
Auf der Wiese befinden sich mehrere Mietergärten, von denen wir auch einen haben. Mias Garten liegt direkt neben unserem und ist mit Luftballons geschmückt.
Nachdem die CD aus ist, will ich runtergehen, bleibe aber mitten in der Bewegung plötzlich stehen und starre aus dem Fenster. Um den Geburtstagsgarten schleicht ein Mann mit einer großen Tasche. Er hat ein Käppi auf dem Kopf und trägt einen Schnurrbart. Auf seiner linken Wange prangt eine lange Narbe. Mir läuft es kalt den Rücken herunter.
Jetzt bleibt er am Gartenzaun stehen. Genau an der Stelle, wo auf der anderen Seite des Zaunes der Tisch mit den Geschenken steht. Er greift hinüber und steckt ein Geschenk nach dem anderen in seine Tasche. Regungslos stehe ich da und kann es nicht glauben. Keiner von den Kindern und auch die Eltern bemerken es nicht, denn alle sind ziemlich weit vom Garten entfernt und spielen noch immer. Nachdem der Kerl den ganzen Tisch leer geräumt hat, verschwindet er so schnell, wie er gekommen ist. Ruckartig löse ich mich aus meiner Starre und renne in den Flur.
„Hey Sonja, wo willst du denn hin?“, ruft meine Mutter aus der Küche.
„Hast du deine Hausaufgaben gemacht?“
„Ja, ist alles fertig“, erwidere ich. „Ich gehe rüber zu Lilli.“
Lilli ist meine beste Freundin. Sie ist elf Jahre alt, ein Jahr älter als ich und wohnt im Haus nebenan.
„In Ordnung“, ruft sie. „Dann bis nachher.“
Schnell ziehe ich die Wohnungstür hinter mir zu und renne die Treppen, immer zwei Stufen auf einmal nehmend, herunter.
Vor der Haustür stoße ich fast mit Lilli zusammen.
„Mensch Sonja, bist du auf der Flucht?“, fragt sie mich verdattert.
„Ich wollte dich gerade abholen. Lust auf ´ne Runde Trampolinspringen?“
„Nein, das geht nicht, antworte ich außer Atem“ und berichte, was ich soeben beobachtet habe und zeige auf den Geburtstagstisch. Sie starrt auf den leeren Tisch. Die Kinder spielen ahnungslos auf der Wiese. Noch hat keiner etwas bemerkt.
„Das kann nicht wahr sein“, sagt Lilli fassungslos. „Wir sollten den Eltern von Mia Bescheid sagen.“
„Dazu haben wir keine Zeit“, antworte ich. „Wir müssen hinterher! Der Typ kann noch nicht weit sein.“
„Der ist doch schon über alle Berge“, gibt Lilli zurück und schaut sich um.
Tatsächlich ist weit und breit niemand zu sehen.
„Wir nehmen die Roller, damit können wir ihn vielleicht noch einholen“, antworte ich. „Los schnell, das schaffen wir noch!“
Unsere Roller haben wir vorhin vor dem Haus abgestellt Bei schönem Wetter fahren wir oft damit zur Schule. Jetzt schnappen wir sie uns und rasen los. Da wir in einer Wohnanlage wohnen, in der es nur einen Ausgang zur Hauptstraße gibt, wissen wir genau, in welche Richtung der Dieb geflohen sein muss. Als wir an dort ankommen, ist er aber weit und breit nicht mehr zu sehen. Und ab jetzt gibt es mehrere Richtungen, in die er verschwunden sein könnte. Ratlos stehen wir da und überlegen, in welche Richtung er abgehauen ist. Ich halte mir die Hand über die Augen, um nach allen Seiten blicken zu können, denn die Sonne blendet mich. Plötzlich hören wir das Bimmeln einer Fahrradklingel.
„Sonja, da kommt dein Bruder“, ruft Lilli.
Ich blinzle durch die Sonne in die Richtung, aus der das Klingeln kommt. In diesem Moment bremst Anton, mein großer Bruder mit seinem Rad direkt vor uns. Er ist 15 Jahre alt und kommt gerade vom Fußballtraining. Aufgeregt erzählen wir ihm alles.
„Hatte der Mann eine große, schwarze Tasche und einen Schnurrbart?“, will er wissen.
„Ja, genau. Das ist er“, gebe ich zur Antwort.
„Er ist in den Bus gestiegen und Richtung Alt-Kladow gefahren, der kam mir gleich so komisch vor“, erwidert Anton.
„Nichts wie hinterher, da vorne fährt der Bus noch“, ruft mein Bruder, dreht mit dem Rad um und folgt dem Bus. Wir schwingen uns auf unsere Roller und rasen ihm hinterher. Da der Bus an jeder Haltestelle einen Stopp macht, sind wir nach einer Weile fast dahinter. Der Mann steigt jedoch an keiner Haltestelle aus. Der Bus fährt weiter Richtung Endstation. Und endlich, an der letzten Haltestelle kommt er aus dem Bus gestiegen. Unauffällig weichen wir ein Stück zurück in die nächste Seitenstraße und beobachten, wie er noch eine Weile die Straße hinunterläuft, um dann in einen Waldweg abzubiegen.
„Los, hinterher!“, flüstere ich. „Aber unauffällig, damit er nicht bemerkt, dass wir ihn verfolgen.“
Vorsichtig schleichen wir Richtung Waldweg. Das Rad hat Anton mit unseren Rollern zusammen an einer Laterne angeschlossen. So fallen wir nicht so auf und können uns im Notfall schneller verstecken.
Als wir in den Weg einbiegen, sehen wir den Dieb ziemlich weit vor uns. Das Laub raschelt unter unseren Füßen und ich muss aufpassen, dass ich nicht über eine Wurzel oder einen Ast stolpere. Aber es ist gar nicht so einfach, sich auf den Waldboden zu konzentrieren, wenn man so aufgeregt ist, wie ich es jetzt bin. Außerdem umschwirren mich hier unzählige Mücken. Unaufhörlich summt es an meinen Ohren. Vergeblich versuche ich, die Viecher zu verscheuchen, indem ich beim Laufen mit der Hand in der Luft herumwedele.
Plötzlich biegt der Gauner auf einen anderen Weg ab und wir verlieren ihn aus den Augen.
„Macht schnell, sonst entkommt er uns“, flüstert Anton.
So rasch es auf dem verwurzelten Boden geht, bewegen wir uns vorwärts. Als ich zum wiederholten Mal versuche, eine Mücke zu verscheuchen, stolpere ich über einen Ast und lande der Länge nach im Laub. Ein paar Sekunden liege ich verwirrt auf dem Boden, während die Mücke immer noch fröhlich an meinem Ohr summt.
„Verdammtes Biest!“, knurre ich und schlage wütend um mich, um das Mistviech zu vertreiben. Anton und Lilli kriegen sich nicht mehr ein vor Lachen.
„Hey, seid leise!“, zische ich die beiden wütend an. „Wollt ihr, dass der Kerl uns hier findet?“
Erschrocken schlagen sich die beiden die Hand vor den Mund und kichern jetzt wenigstens leise.
Ich rappele mich auf und klopfe mir das Laub von der Kleidung.
„Lasst uns weitergehen“, wispere ich, „sonst hängt er uns noch ab.“
Kurz vor der Abzweigung, in die der Dieb eingebogen ist, halten wir an und blicken vorsichtig um die Ecke.
Am Ende des Weges befindet sich ein Zaun, hinter dem eine alte verlassene Laube steht. Die Tür ist mit einem großen Vorhängeschloss verriegelt, das der Verbrecher gerade aufschließt. Nachdem er drinnen verschwunden ist, schleichen wir leise näher. Nicht direkt auf dem Weg, das wäre zu auffällig, sondern ein Stück durch den Wald. Hinter einem großen Baum, kurz vor dem Gartenzaun, bleiben wir stehen.
Schon wieder schwirren mir die Mücken um die Ohren. Ich gehöre wohl zu der Sorte Mensch, welche die Viecher mögen. Wir hatten mal in der Schule darüber gesprochen, dass es am Körpergeruch des Menschen liegt, wie oft man gestochen wird. Diese Geruchsunterschiede nehmen aber nur die Mücken wahr. Für die Biester muss ich wohl sehr gut riechen. So gut, dass alle Stechfliegen, die gerade in der Gegend sind, meine Nähe suchen. Anton und Lilli bleiben verschont. Diese kleinen Monster machen mich langsam wahnsinnig und ich schlage wie eine Irre, lautlos mit den Händen in der Luft herum.
„Sonja, reiß dich zusammen und hör mit dem Rumgefuchtel auf! Wir müssen uns konzentrieren“, flüstert Anton.
„Du hast gut reden, du wirst ja auch nicht gestochen.“
Mit zusammengekniffenen Zähnen zwinge ich mich, ruhig zu bleiben und konzentriere mich auf die Laube. Neben der Laube stehen noch weitere kleine Gartenhäuschen, die alle verlassen wirken.
„Was machen wir jetzt?“, fragt Lilli.
„Die Lauben sehen alle unbewohnt aus“, überlegt Anton. „Der lagert da drinnen bestimmt sein Diebesgut.“
„Das ist der perfekte Ort für einen Verbrecher, so abgelegen im Wald“, gibt Lilli zurück. „Viele Leute werden hier nicht vorbeikommen. Höchstens mal jemand, der mit seinem Hund spazieren geht.“
„Wir müssen einen Blick in die Hütte werfen“, sage ich. „Wenn der hier sein Diebesgut lagert, rufen wir die Polizei.
Wer weiß, was der noch alles da drin hat.“
„Oh Mann, bin ich aufgeregt, das ist ja spannender als bei den „Cleveren Vier“, flüstere ich.
„Und das passiert gerade in echt“, erwidert Anton.
„Ihr habt Nerven. Hört auf zu quatschen“, unterbricht uns Lilli. „Lasst uns lieber sehen, was in der Hütte ist.“
„Hey Lilli, du hast ´ne Spinne im Haar“, sage ich zu ihr.
Jetzt macht sich Schadenfreude bei mir breit, weil sie eben noch über mich gelacht hat, als ich wegen der Mücken einen Bauchklatscher gemacht habe. Und ich weiß, dass sie vor Spinnen Angst hat.
„Mach die weg! Schnell!“, ruft sie, springt panisch herum und unterdrückt mühsam ein Kreischen.
„Du musst mal ruhig bleiben, damit ich sie runternehmen kann“, erwidere ich grinsend. „Jetzt weißt du mal, wie es ist, wenn kleine Tierchen, die man nicht leiden kann, einem zu nahe kommen.“
Ich pflücke ihr die Spinne vom Kopf und setzte sie auf dem Waldboden ab. Lilli schüttelt sich ihr langes, schwarzes Haar aus. Sie hat tolle Haare, um die ich sie beneide. Dick und glänzend reichen sie ihr fast bis zur Taille. Ihre Haut ist sehr hell und ich finde, sie sieht ein bisschen aus wie Schneewittchen. Ich dagegen habe dunkelblonde, dünne Strippen auf dem Kopf, die mir bis zu den Schultern reichen. Die habe ich von meinem Vater. Da er kurzes Haar hat, sieht es bei ihm aber nicht so schlimm aus. Ich trage meistens Zöpfe. So wirken meine Haare etwas fülliger.
Meine Mutter und Anton dagegen haben hellblonde Haare und Sommersprossen.
„Seid ihr jetzt endlich fertig mit eurem Spinnenquatsch? Wir sollten jetzt los“, meckert Anton uns genervt an.
Geduckt schleichen wir uns vor und langsam drücke ich die Tür vom Gartenzaun auf. Zum Glück quietscht sie nicht. Leise bewegen wir uns auf die Laube zu und erreichen sie, ohne dass der Dieb uns bemerkt hat. Erleichtert setze ich mich hinter der Hütte ins Laub und lehne mich an die Hauswand. Jetzt sollten wir einen Blick durchs Fenster werfen, aber das ist nicht so einfach, denn die sind alle mit Brettern zugenagelt.
„Vielleicht können wir durch die Ritzen was sehen“, flüstert Lilli.
Langsam, ganz vorsichtig, um keine Geräusche zu machen, richte ich mich wieder auf. Das nächste Fenster ist ungefähr einen halben Meter entfernt. Wäre es nicht zugenagelt, könnte man wunderbar in die Hütte sehen, denn es befindet sich direkt in Augenhöhe. Anton schleicht geräuschlos zum Fenster und legt seinen Kopf an eine Ritze zwischen den Brettern. Ein paar Sekunden starrt er ins Innere des Hauses. Ich platze fast vor Neugier.
„Wir müssen die Polizei rufen! Der Kerl packt gerade die geklauten Sachen aus der Tasche in einen Koffer.
Und da stehen auch noch andere
Dinge rum“, flüstert Anton. „Bestimmt alles gestohlen. Ein Laptop, mehrere Handys und nagelneue Turnschuhe. Der will abhauen. Im Koffer kann er es besser transportieren. Die Laube wird das Zwischenlager für sein Diebesgut sein.“
Anton holt sein Handy aus der Hose und will die Polizei rufen.
„Mist! Ich habe kein Netz. Ich muss zur Straße vorlaufen, dort ist Empfang. Ihr bleibt hier und beobachtet ihn. Seid so leise wie möglich und wartet auf mich. Ich bin gleich wieder da.“
„Ist gut, aber mach schnell“, wispere ich, denn inzwischen ist mir doch etwas mulmig zu Mute und auch Lilli wirkt jetzt ängstlich.
„Ja, versprochen, ich beeile mich“, sagt Anton und schleicht leise wieder zum Gartenzaun. Er drückt sich durch die Tür und verschwindet im Wald.
Lilli und ich versuchen so lautlos wie möglich zum Fenster zu kommen, um auch einen Blick in die Hütte zu werfen.
Am Fenster angekommen, drücke ich mein Gesicht gegen die Bretter und blicke durch eine Ritze in die Hütte.
Der Geruch des feuchten, modrigen Holzes steigt mir in die Nase. Plötzlich knackt unter meinen Füßen laut ein Ast. Erschrocken weiche ich zurück und halte die Luft an. Auch Lilli bewegt sich nicht. Wie erstarrt stehen wir da und rühren uns nicht in der Hoffnung, dass der Verbrecher uns nicht gehört hat. Eine ganze Weile verharren wir bewegungslos vor dem Fenster, aber alles bleibt ruhig. Es scheint, als hätte er uns nicht gehört.
Wir pressen unsere Köpfe erneut gegen das Holz, um in die Hütte zu schauen.
Drinnen steht auf einem Tisch eine kleine Lampe. Dahinter befindet sich ein altes, abgewetztes Sofa und in einer Ecke steht auf einem kleineren Tisch ein alter, verstaubter Fernseher.
Mitten im Raum ist ein großer, verschlossener Koffer zu sehen. Aber wo ist der Gauner?
In diesem Moment höre ich hinter uns Schritte. Ruckartig drehe ich mich um und Lilli zuckt vor Schreck zusammen.
„Na, was macht ihr denn hier?“, hören wir eine Stimme.
Oh nein! Der Kerl steht vor uns und grinst grimmig. Mir schlottern die Knie und Lilli ist leichenblass. Wir starren ihn nur an und kriegen keinen Ton raus.
„Na, dann kommt mal mit, ihr frechen Gören“, ruft er und packt uns am Arm.
„Lassen Sie uns los! Sofort!“, schreie ich, aber der Verbrecher hört mir gar nicht zu und zerrt uns in die Hütte.
„Habt wohl gedacht, ihr seid besonders schlau?“
„Lassen Sie uns gehen!“, ruft Lilli verzweifelt.
„Das könnte euch so passen, ihr verdammten Bälger!“
„Die Polizei kommt sowieso gleich, Sie haben keine Chance“, schreie ich ihn an.
„Wir wissen, dass die ganzen Sachen geklaut sind und haben schon die Polizei gerufen. Die werden Sie hier sowieso finden.“
„Ach so ist das! Ihr habt mir hinterherspioniert und findet euch wohl besonders clever, wie? Aber ich sage euch was: Das Einzige, das sie hier finden werden, seid ihr“, knurrt er uns an. „ Ich bin bis dahin über alle Berge. Schönen Gruß an die Polizei.“
Damit schnappt er sich den Koffer und stapft zur Tür. Mit Schwung schmeißt er sie hinter sich zu. Wir hören, wie er von außen die Tür mit dem Vorhängeschloss verriegelt. Jetzt trommeln wir mit den Fäusten dagegen und schreien laut um Hilfe. Aber es hilft nichts. Die Tür ist fest verschlossen und nicht aufzukriegen und die Fenster sind von außen mit den Brettern zugenagelt. Wir sitzen in der Falle.
„Mann, so ein Mist“, ruft Lilli und tritt mit dem Fuß gegen die Tür.
„Ich will hier raus!“, schreit sie und tritt nochmal dagegen, aber die gibt keinen Millimeter nach.
Ich lasse mich auf das alte Sofa fallen. Sofort wirbelt Staub auf und tanzt in der Luft.
Augenblicklich kitzelt es in meiner Nase und ich muss niesen. Ich stehe lieber wieder auf und überlege fieberhaft, was wir jetzt tun können, als ich Anton draußen flüstern höre.
„Sonja! Lilli! Wo seid ihr? Antwortet doch!“, wispert er.
„Hier sind wir, in der Laube“, schreien wir, so laut wir können.
„Er hat uns eingesperrt. Bitte hol uns schnell hier raus.“
