Struktur und Management der nicht öffentlichen Funknetze - Jens Henschel - E-Book

Struktur und Management der nicht öffentlichen Funknetze E-Book

Jens Henschel

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Beschreibung

Diplomarbeit aus dem Jahr 1997 im Fachbereich Ingenieurwissenschaften - Nachrichten- und Kommunikationstechnik, Note: 2, Fachhochschule der Deutschen Telekom in Leipzig, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Mobilkommunikation umfasst die verschiedenartigsten technischen Ausprägungen. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Eigenschaft, Kommunikation in allen Formen unterwegs, also zu Lande, zu Wasser und in der Luft mittels mobiler Kommunikationsgeräte zu betreiben. Mobilkommunikation kann überall dort sinnvoll eingesetzt werden, wo Menschen nicht ständig über ein stationäres Endgerät kommunizieren können, aber kommunikationsfähig sein sollten. Dem unterschiedlichen Mobilitätsbedarf tragen auch unterschiedliche Systeme und Netze Rechnung, die spezifische Mobilitätsanforderungen erfüllen. Im Privatbereich sind das die schnurlosen Telefone mit zellenbegrenzter Mobilität bzw. im Firmenbereich mit zellenübergreifender Mobilität. Die dafür vorgesehenen Verfahren und Netze heißen CT1, CT2 und DECT. Im Firmenbereich ist außerdem der Betriebsfunk zu nennen. Der Bündelfunk ist ein intelligenter Netzdienst, der aus regionalen Zellularnetzen besteht und aufgrund der modernen Technik der Frequenzbündelung den Betriebsfunk ablöst. Weiterhin existieren wichtige Kommunikationsnetze im Bereich der Behörden, Organisation und Sicherheit. Diese Diplomarbeit gibt Auskunft über nichtöffentliche Funkanwendungen, wie z. B. Betriebsfunk, Bündelfunk und BOS-Funk. Darüber hinaus enthält sie Informationen über den Flug-, See- und Schiffahrtsfunk, über Militärfunksysteme und über moderne Systeme und Anwendungen in der Satellitenkommunikation. Am Anfang dieser Arbeit werden einige häufig angewandte fachliche Grundlagen erläutert. Das Hauptaugenmerk liegt in der anschaulichen Beschreibung der vielen verschiedenen lokalen Kommunikationsnetze im Sprech- und Datenfunkverkehr.

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Veröffentlichungsjahr: 2012

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Inhaltsverzeichnis
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Abkürzungsverzeichnis

AADAC Allgemeiner Deutscher Automomobil-Club e. V. AFC Automatic Frequency Control Automatische Frequenzabstimmung AM Amplitudenmodulation AP Autobahnpolizei ARINC Aircraft Communications, Adres- Flugzeug-Überwachungs-System sing and Reporting System ARQ Automatic Request ASB Arbeiter-Samariter-Bund

BBASA Bahneigenes Telefonnetz BCCH Broadcast Control Channel Steuerkanal in Downlink-Richtung BePo Bereitschaftspolizei BF Berufsfeuerwehr BfV Bundesamt für Verfassungsschutz BGS Bundesgrenzschutz BKA Bundeskriminalamt BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung BMI Bundesministerium des Innern BMPT Bundesministerium für Post- und Telekommunikation Basestation,⇒BTS BS Basisstation BSC Base Station Controller Basisstationssteuerung

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3 Nichtöffentliche Funknetze 2

BTS Base Transceiver Station Basis-Sende-Empfangs-Station BZV Bundeszollverwaltung

CCCCH Common Control Channel Allgemeiner Steuerkanal für netzinterne Signalisierung CEB Central Electronics Bank Bündelfunkprozessor CEPT Conférence Européene des Ad-Konferenz der Europäischen ministrations des Postes et Post- und Fernmeldeverwaltun-Télécommunications gen C³T Strategic Command-, Control-, Intelligentes Strategisches Kom-

CIT Centralized Interconnect Terminal CT1, CT2 Cordless Telephony Schnurlose Telefonie

DDCCH Dedicated Control Channel Zugeordneter Signalisierungskanal DCS Digital Cellular System Digitales Zellulares System DECT Digital European Cordless Europäische Digitale Schnurlose Telecommunications Telekommunikation DEE Datenendeinrichtung DGzRS Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger DIBMOF Diensteintegrierender Bahnmobilfunk DIN Deutsches Institut für Normung DLRG Deutsche-Lebensrettungs-Gesellschaft DRF Deutsche Rettungsflugwacht DRK Deutsches Rotes Kreuz

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3 Nichtöffentliche Funknetze 3

DSCS Defence Satellite Communica-Verteidigungs-Satelliten-Komtions System munikations-System DÜE Datenübertragungseinrichtung DWN Drahtloses WählnetzEE Empfangsstation oder Empfänger EGC Enhanced Group Call Erweiterter Gruppenruf EHF Extremly High Frequency EIRENE European Integrated Railway Internationales Forschungspro-jekt ETSI European Telecommunications Standards Institute

FFADA Fahrdienstleiteranlage FESA Unbemannte Feststation FF Freiwillige Feuerwehr FFSK Fast Frequency Shift Keying FIFO First-In-First-Out FM Frequenzmodulation FmN Fernmeldenetz FMS Funk-Melde-System FMSys Fernmeldesystem FMSysH Fernmeldesystem des Deutschen Heeres Fs-Fernschreib-FSK Frequency Shift Keying FuG Funkgerät FW Feuerwehr

GGEO Geostationärer Orbit GHz Gigahertz GP Grenzpolizei GPS Global Positioning Satellite

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3 Nichtöffentliche Funknetze 4

GSM Global System for Mobile Com-Globales System für Mobile munication Kommunikation GSM-R “ - “ Railway Standard für ein digitales Bahnmobilfunksystem

HHLR Home Location Register Heimdatenbank Hz Hertz

IIKPO Weltweites Interpol-Funknetz ILS Instrument Landing System Instrumenten-Lande-System ISDN Integrated Services Digital Net-Diensteintegrierendes Digitales work Fernmeldenetz ISW Ankommendes Datenwort

JJUH Johanniter-Unfall-Hilfe

KKHz Kilohertz KP Kriminalpolizei KW Kurzwelle

LLAN Local Area Network Drahtgebundenes Lokales Netzwerk LaSK Landstreitkräfte LEO Low Earth Orbiter Satellit in niedriger Umlaufbahn LfV Landesamt für Verfassungsschutz LKA Landeskriminalamt der Bundesländer LP Landespolizei LSB Lower Side Band unteres Seitenband

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LSK Luftstreitkräfte

MMBX Motorola Business Exchange Telefonüberleiteinrichtung MHz Megahertz NZB Nationales Zentralbüro in Deutschland

OO.K. Organisationkanal OMC Operation and Maintenance Center Betriebs- und Wartungszentrum OSI Open Systems Interconnection OSW Abgehendes Datenwort

PPCN Personal Communication Network PolVA Polizeiverwaltungsamt PSTN Public Switching Telephone Öffentliches Festnetz Network PTT Push To Talk Sprechtaste am Funkgerät

RRQ Repetition Request Aufforderung zur Wiederholung RS Relaisstelle

SS Sendezentrale oder Sender SAR Such- und Rettungsdienst für die Luftfahrt SIMS II SMARTNET Information Management System SMH Schnelle Medizinische Hilfe SMS Short Message Service Kurznachrichten-Dienst SP Schutzpolizei

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SSB Single Side Band SX Simplex-Betrieb

TTCH Traffic Channel Kanal für Nutzdaten

TDMA Time Division Multiplex Access Vielfachzugriff im Zeitmultiplex THW Technisches Hilfswerk TK Telekommunikation Tln. Teilnehmer TRA Tonrufauswerter TSC Trunked Site Controller Bündelfunkzentrale (Slave)

UUHF Ultra High Frequency UIC Union Internationale de Chemain Europäische Eisenbahnvereinide Fair gung UKW Ultra Kurz Welle USB Upper Side Band oberes Seitenband USCI Universal Simulcast Controller Universal-Gleichwellensteue-Interface rungs-Interface USV Unterbrechungsfreie Stromver-sorgung

VVHF Very High Frequency VLR Visitor Location Register Besucherdatei VOR Very high frequency Omnidirectional radio Range

WWF Werksfeuerwehr WSP Wasser- und Schiffahrtspolizei

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ZZFA Zollfahndungsamt ZFM Zugfunk-Mobilgerät ZS Zeitschalter ZÜF Zug-Überwachungs-Verantwortlicher

1 Einleitung

Die Mobilkommunikation umfaßt die verschiedenartigsten technischen Ausprägungen. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Eigenschaft, Kommunikation in allen Formen unterwegs, also zu Lande, zu Wasser und in der Luft mittels mobiler Kommunikationsgeräte zu betreiben. Mobilkommunikation kann überall dort sinnvoll eingesetzt werden, wo Menschen nicht ständig über ein stationäres Endgerät kommunizieren können, aber kommunikationsfähig sein sollten. Dem unterschiedlichen Mobilitätsbedarf tragen auch unterschiedliche Systeme und Netze Rechnung, die spezifische Mobilitätsanforderungen erfüllen. Im Privatbereich sind das die schnurlosen Telefone mit zellenbegrenzter Mobilität bzw. im Firmenbereich mit zellenübergreifender Mobilität. Die dafür vorgesehenen Verfahren und Netze heißen CT1, CT2 und DECT. Im Firmenbereich ist außerdem der Betriebsfunk zu nennen. Der Bündelfunk ist ein intelligenter Netzdienst, der aus regionalen Zellularnetzen besteht und aufgrund der modernen Technik der Frequenzbündelung den Betriebsfunk ablöst. Weiterhin existieren wichtige Kommunikationsnetze im Bereich der Behörden, Organisation und Sicherheit.

Diese Diplomarbeit gibt Auskunft über nichtöffentliche Funkanwendungen, wie z. B. Betriebsfunk, Bündelfunk und BOS-Funk. Darüber hinaus enthält sie Informationen über den Flug-, See- und Schiffahrtsfunk, über Militärfunksysteme und über moderne Systeme und Anwendungen in der Satellitenkommunikation.

Am Anfang dieser Arbeit werden einige häufig angewandte fachliche Grundlagen er- läutert. Das Hauptaugenmerk liegt in der anschaulichen Beschreibung der vielen ver-

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3 Nichtöffentliche Funknetze 8

schiedenen lokalen Kommunikationsnetze im Sprech- und Datenfunkverkehr.

Um den Lesern die Verständlichkeit des technischen Inhaltes dieser Diplomarbeit zu erleichtern, wurde dieser ein übersichtliches Abkürzungsverzeichnis in tabellarischer Form beigelegt.

2 Fachliche Grundlagen

Abstimmgeschwindigkeit

Bei Scannern mit automatischem Suchlauf werden zwei Eckfrequenzen angegeben, zwischen denen ständig nach aktiven Sendern gesucht werden soll. Die Abstimmgeschwindigkeit (auch Suchlaufgeschwindigkeit) wird in Kanälen pro Sekunde angegeben. Mittlere Scanner schaffen zwischen 10 und 20 Kanäle je Sekunde, die Spitze handelsüblicher Scanner liegt bei 55 Kanälen/Sekunde.

AFC

Automatische Frequenzabstimmung beim Empfang von FM-Sendern, die im Frequenzbereich oberhalb von 29 MHz liegen.

Bandbreite

Die Bandbreite bezeichnet bei Filtern und Verstärkern den Frequenzdurchlaßbereich, oder sie kennzeichnet das belegte Frequenzspektrum von Signalen bestimmter Modulations- und Betriebsarten. Je größer die Bandbreite eines Sendesignals ist, um so mehr Informationen können gleichzeitig übertragen werden und um so größer ist auch die notwendige Sendeleistung zum Erzielen einer bestimmten Reichweite. Sehr breitbandig sind zum Beispiel Fernsehen und Stereorundfunk. Sehr schmalbandig sind dagegen Amateurfunksendungen im unteren oder oberen Seitenband auf Kurzwelle. Hier kann mit geringsten Leistungen teilweise rund um den Globus gefunkt werden.

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Basisstation BS

Sie ist die Zentralstation eines Mobilfunksystems. Die Basisstation übernimmt die Abwicklung des Funkbetriebs mit den mobilen Benutzern und sorgt darüber hinaus für den Zugang zu terrestrischen Netzen.

Bewegliche Funkstelle

Sie ist eine Funkstelle des beweglichen öffentlichen oder nichtöffentlichen Landfunkdienstes mit einer oder mehreren Sprechfunkanlagen, die dazu bestimmt sind, während der Bewegung oder des Haltens an beliebigen Orten betrieben zu werden.

Bodenstation

Eine Kommunikationseinrichtung, bestehend aus Empfangsgeräten, Sendegeräten und Antennen zum Empfangen und normalerweise auch zum Senden von Signalen von und zum Kommunikationssatelliten. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer Basisstation, wobei diese in der Regel für die terrestrische Versorgung in der Mobilkommunikation benutzt wird.

Daten

Sind Informationen zum Zwecke der Verarbeitung. Man unterscheidet zwischen digitalen und analogen Daten. In diesem Zusammenhang hat man es vor allem mit Nachrichten zu tun, die nicht durch menschliche Sinne aufgenommen, sondern datenverarbeitenden Anlagen zur automatischen Verarbeitung zugeführt werden oder von diesen herrühren. Daten sind Informationen, die in Dateien für die Verarbeitung durch den Computer gespeichert sind. Bei den Daten kann es sich um Buchstaben, Zahlen oder Symbole handeln. Daten werden als Arbeitsgrundlage für Anwendungsprogramme in den Computer eingegeben. Nach DIN 44 300 sind Daten als Zeichen oder kontinuierliche Funktionen definiert, die aufgrund von bekannten oder unter- stellten Abmachungen dem Zwecke der Verarbeitung dienen.

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Duplex-Betrieb

Wenn gleichzeitig gesprochen (gesendet) und gehört (empfangen) werden kann, nennt man diese Kommunikationsart Duplex-Betrieb. Da die drahtgebundenen Bedienplätze bzw. Dispatcherplätze jederzeit in der Lage sein müssen, auf einen Zwischenruf (z. B. Notruf) zu reagieren, ist diese Betriebsart in Bündelfunksystemen nur bei diesen im Einsatz. Prinzipiell könnte der Duplex-Betrieb auch bei den Mobilstationen angewendet werden, jedoch führt ein echter Telefonie-Betrieb zu einer wesentlich längeren Gesprächsdauer als ein Wechselsprechbetrieb und damit zu einer höheren Verkehrsbelastung des Bündelfunksystems. Aus dem Bild 2.1 ist diese häufig verwendete Betriebsart anhand eines Beispiels in der Datenübertragung ersichtlich.

Bild 2.1:Duplex-Betrieb bei der Datenübertragung

Einzellen-Netz

Eine einzelne Funkzelle stellt die kleinstmögliche Einheit eines Zellularnetzes dar. Drahtlose lokale Netzwerke, die lediglich aus einer einzigen Funkzelle bestehen, nennt man Einzellen-Netze. Solche Netze können autonom oder als LAN-Segment eines drahtgebundenen lokalen Netzwerks betrieben werden. Der Aufbau von mehreren autonomen Funkzellen nebeneinander ist denkbar und unter Umständen aus Sicherheitsgründen sogar sinnvoll.