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Drei Menschen kommen bei einem Bäckereibrand ums Leben - zufällige Opfer eines Feuerteufels, der in Göttingen sein Unwesen treibt? Oder ein geplanter Mord? Regula Fach und Simone Böhm übernehmen die Ermittlungen im Fall 'Süßes Feuer'. Sie befragen Nachbarn, Verwandte und Mitarbeiter - bis auf einen. Der ist seit dem Feuer verschwunden. Als dann auch noch eine zweite Göttinger Bäckerei in Flammen aufgeht, geraten die Kommissarinnen derart unter Druck, dass sie die routinemäßige Vorsicht außer Acht lassen...
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Seitenzahl: 325
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Sabine Prilop
Süßes Feuer
Göttingen Krimi
Prolibris Verlag
Handlung und Figuren dieses Romans entspringen der Fantasie der Autorin. Ebenso die Verquickung mit tatsächlichen Ereignissen. Darum sind eventuelle Übereinstimmungen mit lebenden oder verstorbenen Personen zufällig und nicht beabsichtigt. Nicht erfunden sind bekannte Persönlichkeiten, Institutionen, Straßen und Schauplätze in Göttingen.
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Im Büro der Kommissarin herrschte Chaos. Immer mehr Menschen drängelten durch die Tür herein. Schwerbewaffnet. Sie bliesen Luftballons auf, spannten Girlanden, rückten Tische zusammen, schoben Stühle herbei. Alles Kolleginnen und Kollegen. Servietten lagen herum, grün mit Schafen darauf, viele weiße und vereinzelt schwarze Tiere. Schwarz war nicht ihre Farbe. Eine noch bösere Variante wäre papageienbunt. So kleidete sich ihre neue Kollegin, grässlich.
Ebenso grässlich wie die Torte mit der fetten 50 in der Mitte. Punschtorte mit grünem Marzipan. Zu süß, zu klebrig. Nicht ihr Geschmack. Warum wusste das hier niemand? Was sollte das werden? Ihre Geburtstagsfeier? Ihr Puls beschleunigte auf hundertzwanzig, das Herz holperte, ihr wurde heiß, der Atem stockte. Doch niemand bemerkte ihre Panik. Lachende Gesichter ringsum. Gläser mit alkoholfreiem Sekt schwappten in ihre Richtung. Kichern, Gelächter drangen an ihr Ohr, Torte zermalmende Münder kamen bedrohlich nah. Jetzt knallte ein Schuss durch den Raum und irgendetwas Rotes, Zerfetztes flog auf sie zu. Es war still, bis die Musik einsetzte. Welche Musik?
Regula Fach fuhr auf, saß senkrecht im Bett. Wer hatte den roten Luftballon zum Platzen gebracht? Warum diese laute Musik? Stöhnend fiel sie zurück in die Kissen. Sie schloss kurz die Augen, konzentrierte sich, spürte die Müdigkeit in jedem Knochen. Hinter der Stirn verspürte sie einen dumpfen Schmerz, wahrscheinlich von billigem Schaumwein. Besser, diese erzwungene Party gestern wäre nur ein Traum gewesen wie der, aus dem sie gerade erwacht war. Geendet hatte die Feier im Paulaner am Leinekanal. Die Kneipe hieß eigentlich »Zur alten Brauerei«, doch alle Welt sagte nur »Paulaner«. Eigentlich trank sie dort gern einBier und schwatzte mit Emil, dem Geschäftsführer. Aber gestern war alles anders gewesen und alles wenig schön. Sie hatte einfach schlechte Laune gehabt – am Abend vor ihrem fünfzigsten Geburtstag und auf der Party, die ihre Kollegen ihr abgetrotzt hatten, um hineinzufeiern, und die um zwei endlich vorbei gewesen war.
Die Musik spielte weiter. Regula angelte sich ihr Handy, schaltete die Nachttischleuchte ein, schaute aufs Display. Dienstlich. Ihr Blick fiel auf den Wecker: Fünf Uhr. Sie stöhnte auf, bevor sie sich meldete.
»Ja? Wo genau? Ich komme.«
Sie beendete das Gespräch, warf das Telefon zurück auf den Nachttisch, stöhnte nochmals und hievte sich aus dem Bett, um im Bad zu verschwinden. Dieses Gesicht im Spiegel gehörte ihr, kein Zweifel, sie kannte es seit – fünfzig Jahren. Es hatte sich in der letzten Zeit verändert. Schade, dass Alex in diesem Jahr seinen Geburtstagsbesuch ausfallen lassen musste. Er besuchte eine wichtige Fortbildungsveranstaltung für Anwälte. Gemeinsam mit ihm wäre der Geburtstag erträglicher gewesen. Sie hätten im Kartoffelhaus frühstücken können, so wie früher. Wenn ihr Sohn in der Nähe war, wirkte die Welt gleich weniger trostlos.
Was war los heute? Bisher hatte sie sich nicht um ihr Alter geschert. Sie griff zur Zahnpastatube, schraubte den Deckel ab, quetschte die Creme heraus, begann sich die Zähne zu schrubben. Immerhin, kurz nach Mitternacht hatte Walter angerufen und gratuliert, mitten im albernen Trubel der Überraschungsfeier. Ihr Ex. Sie grinste und verzog das Gesicht, die Lippen weiß von der Zahnpasta. Mit kaltem Wasser spülte sie alles ab, den Cremeschaum, die Erinnerungen, die Müdigkeit.
Brand mit Todesfolge in Holtensen. Das neue Lebensjahr fing gut an.
Regula Fach hatte sich mit der ihr eigenen Zähigkeit bis zur Leiterin des 1. Fachkommissariats der Polizeiinspektion Göttingen, das unter anderen zuständig war für Tötungs- und Branddelikte, hinaufgearbeitet. Nachdem sie und ihr Mann Walter, Polizei
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