Susan - Falsche Freunde - Cedrina Lautenfeld - E-Book

Susan - Falsche Freunde E-Book

Cedrina Lautenfeld

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Beschreibung

Susan Taylor ist sehr begabt und spezialisiert sich auf dem Gebiet der Sicherheits-IT für Fahrzeuge aller Art. Durch ihren drogensüchtigen Freund Scott gerät sie auf die schiefe Bahn. Sie wird kriminell, gerät an die falschen Freunde, wird hintergangen, beschossen und entführt. Alles dient letztlich einem guten Zweck. Das zumindest will ihr der zwielichtige US-Army General Richard Wittman weismachen, der sie aus höchster Gefahr rettet und einsperren lässt. Kann Susan ihrem "Retter" vertrauen, oder verfolgt Wittman vielleicht ganz andere Ziele als die, die er vorgibt? Ein gefährliches Katz- und Maus-Spiel beginnt.

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Seitenzahl: 431

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Cedrina Lautenfeld

Susan - Falsche Freunde

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kopflose Flucht

Susan Taylor

Siebter Himmel

Dunkle Wolken

Prüfungsstress

Krumme Geschäfte

New York

Othello

Lord of the Dark

Gesundheitscheck

Eingewöhnung

Ausflug an den Strand

Ein Leidensgenosse

Erwartete Konsequenzen

Klare Worte

Galgenfrist

Erkenntnis

Foulspiel

Paranoia

Falscher Moment

Schlechte Nachrichten

Standpauke

Wayne

Milde Strafe

Böse Überraschung

Moment der Wahrheit

Die Planung beginnt

Schwierige Situation

Drängende Fragen

Ungewisse Zukunft

Verzweiflung

Manhattan

Das “Toskana“ in Boston

The Dark

Familie Travoli

Hochzeitsglocken in Boston

Ein unerwarteter Besuch

Verschwörung

Impressum neobooks

Kopflose Flucht

Weit nach Mitternacht war es dunkel und kalt in dieser einsamen und verlassenen Gegend am Hafen. Die Dunkelheit wurde nur vom Vollmond erhellt, wenn nicht gerade eine Wolke sein Licht verhüllte. Dennoch flogen die Kugeln nur so um mich herum.

Autoscheiben zerbrachen durch schlecht platzierte Schüsse. Das Klirren von Glas ließ mich angstvoll zittern. Noch nie war ich in so eine Situation geraten. Das so plötzlich um mich herum ausbrechende Chaos stoppte meine Reaktionsfähigkeit.

Erst das laute Knallen von zerschossenen Autoreifen, weckte mich aus meiner lebensgefährlichen Lethargie. Das danach ertönende Pfeifen und Zischen war heftig. Einer der getroffenen Reifen gehörte zu einem Hummer, dessen riesige Reifen besonders viel Luft enthielten.

„Was war so plötzlich eigentlich passiert?“ fragte ich mich irritiert und ließ die letzten Minuten Revue passieren.

Wir waren in dem von mir gerade vor ein paar Tagen gestohlenen Bentley Mulsanne zum Treffpunkt gefahren. Der Wagen schwebte regelrecht über die Straßen und stoppte schließlich sanft auf dem rauen Untergrund des Hafengeländes.

Dieses edle Fahrzeug erfreute mein Herz derart, dass ich im ersten Moment die gruselige Nachtstimmung auf dem verlassenen und einsamen Gelände um uns herum gar nicht wahrnahm.

Erst als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten und mir bewusst wurde, dass Big Daddy und seine Bodyguards schweigend im dunklen Innern des Wagens auf ihre Geschäftspartner warteten, wurde mir die skurrile Situation in der ich mich befand bewusst.

Mir lief ein kalter Schauer der Angst über den Rücken. Noch nie hatte ich an einem solchen Treffen teilgenommen. Ich spürte deutlich wie nervös ich wurde, weshalb mich ein Blick aus dem Autofenster links von mir ablenken sollte.

Was ich in der Dunkelheit der Nacht von meiner Umgebung erkennen konnte, waren Seefrachtcontainer. Nicht weit vom Auto entfernt waren mehrere von ihnen übereinander gestapelt. Sie standen genau genommen in etlichen Reihen nebeneinander und hintereinander.

Es sah aus wie ein Wald von Containern, der überragt wurde von Vancarrierern. Diese riesigen Fahrzeuge wirkten wie Kraken, die das ganze Gelände überblickten und obwohl sie kein Mensch bediente, schienen sie jederzeit loszulegen zu wollen.

Ich schluckte. Denn diese Umgebung machte mir noch mehr Angst. Ich fühlte mich winzig in der Nähe dieser massiven Seefrachtcontainer und der riesigen Vancarrier.

Doch was mich dann wirklich zittern ließ, war die Tatsache, dass das Innere unseres Wagens plötzlich durch die Scheinwerfer eines anderen Autos erhellt wurde. Die Geschäftspartner von Big Daddy schienen endlich angekommen zu sein.

Big Daddy gab dem Bodyguard, der am Steuer des Bentleys saß einen Wink, so dass er die Scheinwerfer des Wagens einschaltete. Danach schaute er zu mir. Ich saß auf der Rückbank des Wagens neben ihm. Er lächelte fies, sah mich genussvoll an und gab mir dann die Anweisung auszusteigen.

Ich stieg links aus dem Wagen aus und ließ die Tür offen, während er rechts die Tür öffnete, ausstieg und sie geräuschvoll zuschlug.

Mir gab die geöffnete Tür Sicherheit. Ich konnte mich daran festhalten, statt nervös mit den Händen herum zu hantieren. Der Bodyguard neben mir grinste und ließ mich nicht aus den Augen. Seine Kollegen folgten Big Daddy, der nun im Licht der Scheinwerfer auf das Auto seines Geschäftspartners zuging.

Aus dem anderen Auto stiegen vier Männer. Sie stellten sich in das Licht der Scheinwerfer ihres Autos und einer sprach mit Big Daddy. Ich konnte nicht verstehen, worum es ging, doch es schien ein Problem zu geben. Denn die Stimmen der Männer klangen hart und wurden lauter.

Angespannt verfolgte ich was passierte und erschrak, als plötzlich aus dem Dunkel hinter dem ersten Auto der Geschäftspartner ein zweites Auto erschien, das die irre Szene ebenfalls mit seinen Scheinwerfern erhellte.

Aus diesem Auto stiegen vier weitere Männer. Erschrocken, dass Big Daddy und seine Bodyguards plötzlich in erheblicher Unterzahl waren, suchte ich instinktiv Schutz hinter der geöffneten Wagentür.

Ich hatte kaum reagiert, als sich die Situation dramatisch veränderte und jemand Schüsse abgab. Einer davon landete in der Windschutzscheibe des Bentleys und ließ mein Herz vor Schreck abrupt heftig schlagen.

Schockiert starrte ich auf die Männer im Scheinwerferlicht und bemerkte erstaunt, dass der Bodyguard von Big Daddy, der mich hatte bewachen sollen, seinen Posten verlassen hatte, um seinem Boss zur Hilfe zu eilen.

Etwas erleichtert darüber, dass ich nun nicht mehr unter Beobachtung stand, schaute ich wieder zu den Seefrachtcontainern hinüber, um notfalls dorthin flüchten zu können. Denn der Bentley galt offensichtlich als Zielscheibe und war daher nicht sicher.

Während ich noch die Distanz zwischen mir und den Containern abschätzte, flogen auch schon weitere Kugeln durch die Luft. Wieder wurde der Bentley getroffen. Dieses Mal erwischte es den Kühler und meine Tür. Ich duckte mich erschrocken und war froh, dass die Tür des Wagens die Kugel abgefangen hatte. Dennoch schmerzten mich die Schüsse, die den Wagen trafen. „Wie kann man nur auf eine so edle und teure Karosse wie einen Bentley schießen?“, fragte ich mich erbost.

Doch mir blieb keine Zeit für meinen Ärger. Denn nun begann eine regelrechte Schießerei, die auch für mich gefährlich war. Unentschlossen, was ich nun tun sollte, kroch ich ängstlich in den Bentley, der mich schützen sollte.

„Mmm“, überlegte ich nervös, „ der Kühlergrill wurde zwar von einer Kugel getroffen, dennoch müsste ich mit dem Wagen noch einige Zeit fahren können, bevor der Motor ohne vollständige Kühlung überhitzen würde.“ Ich grinste und hatte plötzlich Hoffnung aus dieser gefährlichen Situation entkommen zu können.

Vorsichtig rutschte ich zwischen den Sitzen nach vorn auf den Fahrersitz und begann mit zitternden Händen den Wagen unterhalb des Lenkrades kurzzuschließen.

Nach kurzer Zeit war ich am Ziel. Ich konnte den Motor starten und grinste zufrieden. „Tja, wozu bin ich eine professionelle Autodiebin, wenn ich diesen Wagen nicht auch ein zweites Mal knacken kann“, dachte ich und freute mich über meinen Erfolg.

Doch das Motorgeräusch erregte die Aufmerksamkeit von einem der Männer. Im Halbdunkel der Nacht, die immer mal wieder vom Mond erhellt wurde, wenn nicht gerade eine Wolke sein Licht verhüllte, kam er auf mich zu und feuerte einige Schüsse in den Motor des Wagen, bevor ich auch nur einen Meter fahren konnte.

„Scheiße“, fluchte ich und flüchtete, von ihm offenbar unbemerkt, wieder in den hinteren Teil des Wagens. Während er nun sein Magazin leer schoss, um mich als vermeidliche Fahrerin zu töten, öffnete ich die linke hintere Wagentür und rannte so schnell wie möglich auf die Container zu, die ich vorhin schon in Augenschein genommen hatte, um mich dort hinter ein paar Kisten aus Metall zu verstecken.

Mein Herz raste vor Angst und meine Atmung war wesentlich schneller als sonst. Ich überdachte zitternd meine Situation, da ich nun doch um mein Leben fürchtete.

Das Hafengelände zu dem wir gefahren waren, war so abgelegen, dass ich nicht auf Hilfe hoffen konnte. Zudem war es mir auch auf gar keinen Fall möglich die Polizei zu rufen, sonst hätte ich mich selbst ins Gefängnis gebracht. Schließlich wusste ich nur zu gut, dass das was wir hier machten illegal war und wir uns um keinen Preis erwischen lassen durften.

Ich konnte leider nicht gut mit Waffen umgehen, weshalb ich mich bisher aus jeder Schießerei heraus gehalten hatte. Doch dieses Mal war irgendetwas schief gegangen. Denn kaum war die Übergabe der Ware abgewickelt worden, kam es zu einer heftigen Schießerei. Dabei war es eigentlich zu dunkel, um sicher auf eine bestimmte Person zielen zu können. Denn die Nacht wurde lediglich vom Mond und ein paar Autoscheinwerfern erhellt.

Ich hockte hinter den Metallkisten, schreckte jedes Mal zusammen wenn eine Kugel scheppernd in die Kisten krachte und hoffte in der Dunkelheit hinter mir einen Fluchtweg finden zu können.

Doch wollte ich eigentlich nicht ohne meinen Freund fliehen. Ich glaubte immer noch, dass ich ihm etwas schuldig war.

Weshalb ich nun vorsichtig zwischen zwei Metallkisten hindurchschaute und dabei versuchte im fahlen Scheinwerferlicht der geparkten Autos etwas zu erkennen. Aber alles was ich jetzt beobachten konnte war, dass mein Freund mit einer Waffe in der Hand zu Boden ging, nachdem er ganz offensichtlich von einem der Drogenbosse erschossen worden war.

Seit langem war bekannt, dass New Yorks Einzugsbereich kein sicheres Pflaster für Kriminelle war. Die Polizei verfolgte jeden gnadenlos und ich wusste, das galt auch für mich. Dennoch hatte ich bisher noch nicht wirklich die Gefahr gespürt in der ich mich jeden Tag befand, seit ich in dieser Mega-City lebte.

Ich ignorierte die mögliche Gefahr. So etwas wollte ich nicht wahrnehmen. Zwar bewegte ich mich in genau dieser kriminellen Szene, doch einen echten Mord hatte ich noch nie mitangesehen. Das war auch nicht mein Teil des Geschäftes, denn ich war nur für den Diebstahl edler Karossen zuständig. Alles andere machten meine Freunde. Wir alle verdienten kräftig daran und hatten keine Skrupel mit dieser Art „Business“ fortzufahren.

Aber vielleicht sollte ich, wenn ich schon gezwungen war über mein derzeitiges Leben nachzudenken, ganz von vorne anfangen zu erzählen.

Susan Taylor

Tja, ich heiße Susan Taylor und war 17 als ich die High School abschloss. Ein Jahr jünger als all die anderen meines Jahrganges. Meine Noten waren so exzellent gut, dass ich ein Stipendium für eine Universität bekam. Das war mein großes Glück, denn meine Eltern hätten sich ein Universitätsstudium für mich auch nicht leisten können.

Mein Vater war ein arbeitsloser Bauarbeiter. Er war nie gut in seinem Job gewesen, daher hatte er nur selten Arbeit. Das sorgte für Frust bei ihm, den er gern in Alkohol ertränkte, um damit seine Chancen auf einen Arbeitsplatz abermals zu mindern.

Meine Mutter versuchte diesen Mangel an Einkommen auszugleichen. Sie schuftete deshalb tagsüber in einem Supermarkt und abends in einem Diner, damit wir Kinder etwas zu essen und etwas Anständiges zum Anziehen hatten.

Ich habe drei Geschwister, zwei Brüder und eine Schwester. Sie sind aber alle nicht so clever wie ich. Zumindest aber, nutzten sie ihre geistigen Möglichkeiten nicht, so wie ich.

Als die Ehe meiner Eltern auseinanderbrach und die Scheidung rechtsgültig war, zog meine Mutter von West-Tennessee nach East-Tennessee. Eigentlich unlogisch, wie ich immer noch meine.

Denn die großen Städte meines US-Bundesstaates, die ihr eher einen Job hätten bieten können, liegen schließlich im Westen und nicht im Osten. Aber sie erhoffte sich letztendlich familiäre Unterstützung, die ihr aber kein dort lebender Verwandter gewährte.

Wir Kinder schafften letztendlich alle zumindest die High School. Ich ging danach auf die Universität von North Carolina und verließ meine Familie. Doch es fiel mir anfangs sehr schwer diesen Schritt zu machen. Ich zweifelte an meiner Begabung und wollte zudem meine Mutter nicht im Stich lassen.

„Kindchen, was willst Du hier denn machen? Willst Du so wie ich in einem Supermarkt und einem Diner schuften und Dein Talent vergeuden?“ Ich zuckte ratlos mit den Schultern. Meine Mutter schüttelte energisch den Kopf.

„Nein, das würdest Du spätestens in einem Jahr bedauern. Dann aber ist es zu spät für Dein Stipendium. Das kannst Du nur jetzt nutzen. Also geh, verlass diesen öden Ort, lerne etwas Anständiges und komm mit viel Geld in den Taschen zurück.“ Sie sah mich sehr ernst und entschlossen an. Sie wollte eindeutig, dass ich ging.

„Aber Du brauchst das Geld doch, dass ich bisher so nebenbei verdient habe.“ Sie nickte und erklärte mir wie es ohne mich laufen würde. „Also, Dein Bruder Jeff übernimmt Deinen Job bei der Fastfood-Kette. Damit haben wir das gleiche Einkommen, wie zuvor, aber weniger Kosten, wenn Du gehst.“ Sie stemmte ihre Hände in ihre Hüften und schien sich entschieden zu haben. Ich sollte gehen und meine Chance nutzen.

Ich war erstaunt wie hart und realistisch sie unsere Situation sah. Mir kamen die Tränen. Ich hatte Angst vor diesem Abschied, doch nun hatte ich keinen Vorwand mehr um zu bleiben.

„Mum“, schluchzte ich, “ich kann nicht gehen und Dich hier allein lassen.“ Sie schaute mich grimmig an. „Doch Du kannst. Ich will, dass Du gehst. Nutze Dein Talent und zwar jetzt. Ansonsten werde ich nie, aber auch wirklich nie wieder ein Wort mit Dir sprechen.“ Sie hob drohend den Zeigefinger ihrer rechten Hand.

Ich nickte und seufzte traurig. Plötzlich lachte sie herzlich und laut. „Susan, Kindchen, Du fährst doch nur nach North Carolina. Spätestens Weihnachten sehen wir uns wieder.“ Sie hatte Recht, weshalb ich nicht mehr traurig sein konnte. Ich wischte mir die Tränen von den Wangen und lächelte meine Mum an.

„Du bist die Beste, ich liebe Dich Mum“, sagte ich nun in voller Überzeugung und umarmte meine Mutter. Sie legte ihre kräftigen Arme um mich und flüsterte mir zu. „Ich halte zu Dir, egal was Du machst.“ Etwas irritiert von ihren Worten, gab ich ihr einen Kuss auf die Wange. Dies würde das letzte Mal sein, dass ich sie für lange Zeit sah und ihre Mutterliebe spüren konnte.

Ich wollte diesen Moment genießen. Doch dann klingelte es und mein Cousin, der zufälliger Weise in diesen Tagen beruflich nach North Carolina fuhr, stand vor der Tür und wollte mich jetzt mitnehmen. Zögernd sah ich meine Mum noch einmal an.

„Na geh schon“, sagte sie und drückte mir meine Handtasche in die Hand. Ich hängte sie mir über die Schulter, griff nach meinem Koffer und schaute mich nicht mehr um. Ich wusste, dass mir sonst doch wieder die Tränen gekommen wären.

Daher sah ich auch nicht, dass meiner Mum jetzt ihrerseits die Tränen kamen. Ich hatte sie in jeglicher Weise unterstützt. Nun musste sie ohne mich auskommen. Sie und auch ich hofften, dass meine Geschwister ihr nun mehr bei der Bewältigung des Alltags helfen würden.

Die Uni war eine Herausforderung, die ich gern annahm und zu meiner Überraschung gut meisterte. Obwohl ich mich anfangs auf dem weitläufigen Gelände verlief und mich schwer tat mit dem Ablauf der Vorlesungen, da alles so anders war als an der High School.

Doch Alice, meine Zimmergenossin, hatte viel Geduld mit mir. Sie zeigte mir alle Gebäude auf dem Campus und erklärte mir die Gepflogenheiten dieser Uni.

Sie war älter und reifer als ich und versuchte mir daher auch den spaßigen Teil des Studentenlebens zu zeigen. Doch ich fand die Partys an der Uni einfach nur langweilig. Es war reine Zeitverschwendung bei einer dieser Veranstaltungen anwesend zu sein.

Alice konnte meine Sicht der Dinge zwar nicht verstehen, aber nach einer Weile drängte sie mich auch nicht mehr sie zu diesen Zusammenkünften zu begleiten. Sie hatte dennoch ihren Spaß und schleppte immer mal wieder einen Studenten ab.

Anfangs erschreckte es mich, wenn ich sie dann im Bett mit einem jungen Mann erwischte. Doch recht bald, klopfte ich grundsätzlich an unsere Tür und verließ kehrt wendend den Raum, um dann woanders zu lernen, sollte sie sich wieder mit jemandem in ihrem Bett amüsieren.

Nachdem ich ihr erklärt hatte, dass ich wegen meines Stipendiums auf sehr gute Ergebnisse angewiesen war, ließ sie mich auch, wann immer notwendig, in Ruhe lernen. Im Gegenzug hielt ich ihr den Rücken frei für ihren Spaß mit den Männern und lernte mit ihr, wenn sie dafür Bedarf hatte.

Doch bald spürte auch ich, dass mich lernen und gute Noten allein nicht glücklich machten. Einsamkeit machte sich ihn mir breit und ließ mich traurig sein, wenn ich mir einmal Zeit für Sport oder zum Lesen eines guten Buches nahm.

Ich sah immer wieder die glücklich wirkenden Pärchen auf dem Campus und fragte mich nach mehr als zwei Semestern an der Uni, ob da nicht auch ein Student für mich war, der mich so mögen würde wie ich war. Doch ich hatte meine Zweifel, ob sich jemand finden lassen würde.

Umso erstaunter war ich, als eines Nachmittags ein roter Sportwagen auf der Straße neben mir anhielt. Ich war gerade auf dem Weg von einer Vorlesung zu meinem Studentenheim und dachte eigentlich nur an das was ich gleich noch lernen wollte.

Ein Student saß in dem Auto. Er hupte und fragte: „Hey, Blondie, willst Du nicht einsteigen und mit mir eine Runde fahren?“ Ich ignorierte seine dreiste Anmache und ging weiter.

Aber er folgte mir bis zu meinem Studentenheim und fragte immer wieder über den Gehweg hinweg, nach einer Ausfahrt mit mir. Schließlich war ich zu neugierig, wer mich da so blöd anquatschte, als das ich ohne einen genauen Blick auf Fahrer und Wagen in mein Wohnheim hätte gehen können.

Daher sah ich zu ihm herüber und bemerkte erst jetzt in was für einem Sportwagen Cabrio er saß. „Wow“, seufzte ich vor Begeisterung. „Du fährst eine Corvette Stingray mit Hardtop, mindestens 400 PS und 8 Zylindern.“ Er lächelte erfreut, da ich genau wusste, was für ein Auto er fuhr.

„Stimmt“, äußerte er stolz und fragte erneut. „Und? Fährst Du mit mir eine Runde?“ Ich sah ihn an und zögerte, obwohl er wirklich süß aussah. Seine dunklen Haare hatte er zurück gekämmt. Sie passten gut zu seinen ebenfalls dunklen Augenbrauen und zu dem charmanten Lausbuben lächeln, dass er mir nun zuwarf.

Ich seufzte und stieg ein. „Eine rote Corvette Stingray, mein Traumauto“, dachte ich und saß wie elektrisiert auf dem Beifahrersitz. „Anschnallen“, lachte er fröhlich und fragte, als ich nicht sofort reagierte: „Oder soll ich Handanlegen?“ Sein schelmisches Grinsen ließ mich schnell reagieren.

„Oh, nein, bloß nicht“, dachte ich und zupfte meinen Rock zu recht, der beim Befestigen des Gurtes, meiner Ansicht nach zu weit nach oben gerutscht war. Er hingegen schien den Blick auf meine wohlgeformten Beine zu genießen.

Minuten später ließ er den Motor seines Wagens im Leerlauf aufheulen und fuhr danach im Schritttempo vom Unigelände. Doch sobald der Wagen auf die Hauptstraße einbog, beschleunigte er das Tempo und ließ das Auto durch die Landschaft brausen.

Meine blonden Haare wirbelten mir um den Kopf. Ich war froh, dass ich zumindest einen Teil davon mit einer Haarspange befestigt hatte. Ansonsten hätte ich diese wilde Fahrt mit seiner Corvette nicht wirklich genießen können.

Nach einiger Zeit hielten wir an einem Parkplatz mit einer schönen Aussicht an. Ich atmete auf und schaute mich in der Gegend um, als er mit mir sprach. „Ach, übrigens ich bin Scott Vandbuild und Du Blondie, wie heißt Du?“ Ich sah ihn, überrascht von seiner burschikosen Art, an und sagte zaghaft meinen Namen. „Susan Taylor“ Er lächelte und gab mir die Hand. „Schön Dich kennenzulernen, Susan.“

Sein Lächeln sorgte für einen wohligen Schauer, der sich langsam über meinem Rücken ausbreitete. Eine derartige Reaktion meines Körpers kannte ich nicht, zudem verunsicherte mich sein neugieriges Lächeln. Deshalb drückte ich meinen Körper in den Beifahrersitz und schaute wieder gerade aus.

„Du studierst IT und Fahrzeugtechnik“, sagte er und versuchte wieder meine Aufmerksamkeit zu erlangen. Ich nickte, sah ihn an und korrigierte seine Worte. „Ich studiere IT und Fahrzeugsicherheitstechnik. Ich weiß also genau wie ich Deinen Wagen knacken kann, wenn ich damit eine Spritztour machen möchte.“

Ich hatte nicht beabsichtigt so zickig zu klingen, aber irgendetwas in seinem Verhalten provozierte mich. Ihn schien meine Äußerung zu amüsieren. Er drehte sich mit seinem gesamten Oberkörper zu mir um, lächelte charmant und sagte. „Du brauchst meinen Wagen nicht knacken. Frag einfach, dann darfst Du ihn einmal fahren.“

Erstaunt und völlig überrascht sah ich ihn an. An seinen Worten zweifelnd fragte ich: „Meinst Du das wirklich ernst?“ Er nickte. „Wow“, antwortete ich und kam mir ziemlich blöd vor, da mir keine bessere Antwort eingefallen war.

Nervös schaute ich wieder nach vorn über die Motorhaube des Wagens. „Eine Corvette zu fahren. Das war schon immer mein Traum“, dachte ich und sah ihn mit einem kecken Grinsen an. „Darf ich jetzt Deinen Wagen fahren?“, fragte ich dann mit plötzlich sehr schnell klopfendem Herzen.

Er lachte laut und schien sich über meine Frage zu amüsieren. „Scheiße“, dachte ich,“ er macht sich über mich lustig und hatte nie die Absicht mich, ein Mädchen, seinen Wagen fahren zu lassen.“

Doch zu meinem großen Erstaunen, nickte er nun und stieg aus. Auf der Beifahrerseite öffnete er die Tür und ließ mich aussteigen. Während er auf dem Beifahrersitz Platz nahm, ging ich um das Auto herum und stieg auf der Fahrerseite wieder ein.

Es war ein Wahnsinnsgefühl plötzlich und so unerwartet am Steuer einer roten Corvette Stingray zu sitzen. „Wahnsinn“, dachte ich. „Dieses Auto kostet mindestens 90.000 Dollar, vielleicht hat es noch ein paar Extras. Mit denen würde es sogar gut 100.000 Dollar kosten. Und ich sitze jetzt am Steuer. Irre!“

Meine Hände wurden feucht und mein Herz raste vor Aufregung. Scott beobachtete mich von der Seite, als ich den Motor startete. Wir schnallten uns wieder an und ich legte den ersten Gang ein. Der Wagen machte einen schnellen Satz nach vorn und ich stieg erschrocken auf die Bremse. Scott lachte amüsiert.

Ich versuchte es erneut. Beim zweiten Mal hatte ich die schnelle Reaktion des Wagens auf das Gaspedal einkalkuliert, dennoch fuhr ich nur langsam vom Parkplatz. Auf der Hauptstraße steigerte ich vorsichtig das Tempo.

Das Auto gehorchte mir und tat nach kurzer Zeit genau das was ich wollte. Ich grinste zufrieden. Dennoch ließ meine Konzentration nicht nach, denn mit 400 PS unter der Motorhaube war nicht zu Spaßen. Ein zu hohes Tempo konnte schnell zu einem Unfall führen.

Ich fuhr eine ganze Weile, bevor ich bemerkte wie genau mich Scott von der Seite ansah. Er sah auf meinen Busen und auf meine Oberschenkel, die durch meine Fahrerhaltung noch weniger von meinem Rock bedeckt wurden.

Es irritierte mich, weshalb ich nach einem Parkplatz suchte. Vor einem Diner hielt ich an und parkte seinen Wagen. Als das Motorgeräusch verstummte, atmete ich erleichtert, aber auch sehr glücklich auf.

Er bemerkte es, grinste amüsiert und fragte: „Wollen wir hier etwas essen? Ich würde mich gern mit Dir über Autos unterhalten.“ Verdutzt sah ich ihn an. Dann nickte ich schnell.

Im Diner bestellten wir Burger mit Bacon und Cheese. Das war meine, und wie ich erfreut feststellte, auch seine Lieblingssorte. Wir unterhielten uns lange über Autos und das Leben an der Uni. Als wir zurück fuhren, war es bereits dunkel.

Der kühle Nachtwind zerrzauste mir die Haare. Doch es störte mich nicht. Ich war glücklich, weil ich mit Scotts Wagen hatte fahren dürfen. Außerdem schien er genauso Autoverrückt zu sein wie ich.

Er setzte mich direkt vor meinem Studentenwohnheim ab. Ich griff nach meinen Bücher und war dabei seinem Gesicht so nah, dass er seine Chance nutzte und mich küsste. Überrascht ließ ich mich in den Beifahrersitz zurückfallen. Er griente amüsiert und fragte lässig. „Treffen wir uns wieder?“ Ich sah ihn mit klopfendem Herzen an und nickte.

Ich stolperte mehr aus dem Auto, als das ich ausstieg. Doch in der Dunkelheit bemerkte er es nicht. Sein Blick folgte mir bis zur Eingangstür, wo ich mich nach ihm umdrehte und meine rechte Hand zum Abschied hob. Er hupte als Antwort und fuhr davon.

Beflügelt durch diese Bekanntschaft traf ich in meinem Studentenzimmer auf Alice. Sie begrüßte mich grinsend und fragte sofort. „Na wie hast Du das denn geschafft? Das war Scott Vandbuild. Der Typ hat stinkreiche Eltern und ist eine echt gute Partie.“ Ich starrte sie an und fühlte mich ertappt.

„Wieso?“, fragte ich so unschuldig wie möglich. Doch sie ahnte bereits, dass ich mich in Scott Hals über Kopf verknallt hatte.

„Du bist in seiner Corvette mitgefahren und warst den ganzen Nachmittag mit ihm zusammen. Da läuft doch etwas zwischen Euch.“ Sie sah mich amüsiert an. Mir war es peinlich, weshalb ich rot wurde.

„Scheiße“, dachte ich. „Jetzt wird sie alles, jedes kleine Detail von mir wissen wollen.“ Doch sie begnügte sich mit der Feststellung, dass ich mir einen der begehrtesten Studenten der Uni geangelt hatte.

Ich war mir da nicht so sicher, denn schließlich waren wir nur einen Nachmittag zusammen gewesen, hatten viel geredet und nur einen einzigen Kuss ausgetauscht. „Wieso also“, fragte ich mich, als ich schließlich zum Schlafen in meinem Bett lag, „meint sie ich hätte mir Scott geangelt? Wir sind doch bisher nur Freunde, oder?“

Doch ich belog mich selber. Denn ich wusste genau, dass Scott auch ein sexuelles Interesse an mir hatte. Wozu sonst hatte er diesen Aufwand am heutigen Tag betrieben? Ich schlief ein und träumte von ihm.

Alice sollte Recht behalten. Scott und ich wurden mehr als Freunde. Nach diesem Nachmittag trafen wir uns regelmäßig. Natürlich wollte er mich nicht nur küssen. Er berührte auch meinen Busen und meinen Po. Ich mochte diese Art von Zärtlichkeit.

Doch als er mir eines Nachmittags in seinem Auto zwischen die Beine griff, stoppte ich ihn abrupt. Verwundert schaute er mich an. Ich schüttelte meinen Kopf. „Was ist los mit Dir?“, fragte er und legte erneut seine Hand auf meinen Oberschenkel. „Ich möchte nicht. Noch nicht“, antwortete ich und hoffte, dass er sich damit zufrieden geben würde.

Er nickte, sah mich ernst an und versuchte kein weiteres Mal mir unterhalb der Gürtellinie nah zu kommen. Ich dachte, dass dieses Thema damit erledigt sei. Doch ich irrte mich. Denn nur ein paar Tage später, ich war auf Drängen von Alice und wegen der Musik auf einer dieser Studentenpartys, als ich Scott mit einer anderen knutschen sah.

Mein Herz versetzte mir einen heftigen Stich und ich fühlte große Traurigkeit. Alice sah ihn auch und sagte zu mir: „Autsch, aber sei nicht traurig. Männer sind halt so.“ Ich nickte, doch ich verstand sein Verhalten nicht. Ich war wütend und hätte ihn gern von dieser Studentin losgerissen. Aber mein Bauchgefühl sagte mir, dass das keine gute Idee war. Stattdessen verließ ich die Party.

Allein in meinem Studentenzimmer grübelte ich über Scotts Verhalten. „Habe ich ihn denn total falsch eingeschätzt?“, fragte ich mich, da ich den Eindruck bekommen hatte, dass er sehr gern mit mir zusammen war.

Andererseits wusste ich natürlich auch, dass ich für ihn sehr attraktiv war und dass er mir schon mehrfach signalisiert hatte, dass er mehr von mir wollte. Nur, wollte ich das auch? „Will ich mit Scott schlafen?“, fragte ich mich und grübelte über mich selber.

Ich gestand mir nach einiger Zeit ein, dass ich durchaus mit ihm schlafen wollte, nur hatte ich Angst vor dem ersten Mal. „Wird er mir glauben, dass ich noch nie Sex hatte? Wie wird er reagieren, wenn er es weiß?“ Verunsichert grübelte ich weiter und kam schließlich zu dem Schluss, dass ich auf jeden Fall mit ihm reden musste.

Ein paar Tage später hatte ich Gelegenheit dazu, als ich ihn durch Zufall in der Mensa traf. Seufzend ging ich direkt auf ihn zu. Er lächelte amüsiert, als er mich kommen sah. „Wir müssen reden“, raunte ich ihm zu und deutete auf den Ausgang. Er nickte und folgte mir nach draußen.

„Scott, ich muss Dir etwas Wichtiges erzählen“, begann ich das Gespräch ohne Umschweife. Er sah mich ernst an und meinte: „Ich will keine Vorwürfe von Dir wegen der Knutscherei mit dieser Studentin am Freitagabend.“ Ich schluckte und schüttelte meinen Kopf. „Scheiße, musste er diesen Abend erwähnen“, dachte ich und spürte wieder diesen Schmerz in meinem Herzen.

„Nein, ich muss Dir etwas ganz anderes sagen“, ich schluckte erneut. Es war mir sehr unangenehm jetzt mein Geständnis abzulegen, doch er musste es wissen.

„Es geht um Deine Hand in meinem Schritt vor ein paar Tagen.“ Ich sah ihn neugierig grinsen. Mir wurde warm und ein unerträglicher Schauer lief über meinen Rücken. „Ich, ich…“stotterte ich und versuchte so überzeugend wie möglich zu wirken. Er nickte und wartete geduldig.

Seufzend nahm ich einen neuen Anlauf um ihm endlich die Wahrheit über mein Sexleben zu gestehen. „Scott, ich bin noch Jungfrau.“ „Endlich es ist geschafft“, dachte ich und schaute unsicher in sein Gesicht.

Er starrte mich an, dann lächelte er und fragte: „Wie alt bist Du, Susan?“ „Fast 19. Wieso?“ „Weil ich Dich für viel älter gehalten habe.“ „Warum?“, fragte ich nervös. Lächelnd und auch ein wenig irritiert meinte er. „Na, ja. Wir sind hier an der Uni und nicht am College. Hier sind alle eigentlich 21 oder älter.“

Ich schluckte nervös und antwortete provozierend. „Na und.“ Er lachte laut auf. „Du bist also erst süße 18 Jahre alt und noch dazu Jungfrau.“ Sein Gesicht hatte sich aufgehellt und er sah plötzlich sehr glücklich aus.

„Und ich dachte Du wolltest mich zum Narren halten, als Du mir die Berührung Deines Slips verboten hast.“ Er lachte erneut. Dieses Mal erleichtert und sehr fröhlich.

Ich sah ihn an und war froh, dass er mir mein ungewöhnliches Verhalten nicht weiter übel nahm. Als er mich dann in seine Arme nahm und zärtlich küsste, hatte ich seinen Betrug mit der Studentin am Freitagabend schon vergessen.

Schelmisch sah er mich jetzt an und fragte. „Und ich soll der erste sein mit dem Du Sex hast?“ Ich nickte unsicher. Er strahlte mich stolz an, küsste mich sanft und meinte. „Gute Wahl von Dir. Ich habe viel Erfahrung. Also lass uns daraus etwas Besonderes machen. Wir fahren über das Wochenende weg. Du brauchst keine Kleidung mitnehmen. Trag einfach etwas Hübsches für die Fahrt. Im Hotel werden wir sowieso nur nackt sein.“

Ich schaute ihn verwundert an, denn ich hatte nicht damit gerechnet, dass meine Enthüllung bei ihm eine derartige Euphorie wecken würde. Dennoch war ich erleichtert, dass er nun die Wahrheit wusste.

Am Freitagnachmittag stieg ich wie abgesprochen nur mit kleinem Gepäck und einem hübschen Kleidchen in sein Auto. Er lächelte stolz, als ich mich auf den Beifahrersitz setzte. Ich erwiderte nervös sein Lächeln und schnallte mich an.

Wir fuhren in ein nahegelegenes Hotel und checkten unter falschem Namen ein. Scott bezahlte die Rechnung mit Bargeld, weshalb ich genau wusste, was ihn unser Ausflug kostete. Es machte mich noch etwas nervöser, da ich jetzt vermutete, dass er einen Rückzieher von mir nicht akzeptieren würde.

Das Hotelzimmer war groß und geschmackvoll eingerichtet. Ich fühlte mich sofort wohl im Raum. Dennoch seufzte ich, als ich einen Blick auf das riesig wirkende King-Size Bett warf. Scott bemerkte es und grinste amüsiert. „Entspann Dich, Susan. Ich habe Erfahrung. Ich weiß wie es geht und wir gehen ganz langsam vor.“ Ich nickte und sah ihn dankbar für sein Verständnis an.

Aus seiner kleinen Reisetasche holte er eine Flasche lieblichen Sekt und zwei Gläser. Daneben legte er eine rote, große Kerze und Streichhölzer. Grinsend erklärte er mir: “Bevor diese Kerze abgebrannt ist, habe ich Dich zu einer Frau gemacht.“

Leicht zitternd und irritiert dachte ich. „Er scheint die Tatsache mich gleich entjungfern zu können sehr zu genießen. Mache ich hier etwas falsch?“

Während er nun die Sektflasche mit einem lauten Knall öffnete und beide Gläser damit füllte, kam mir in den Sinn, dass ich eigentlich noch nichts trinken durfte. Denn laut Gesetz war Alkohol erst ab 21 Jahren zulässig. Ich hingegen war gerade einmal 18 Jahre und 9 Monate alt. Genaugenommen beging ich eine Straftat, wenn ich den Sekt trank. Doch diese Tatsache war mir, und ganz offensichtlich auch Scott, in diesem Moment egal.

Er zündete die Kerze an und reichte mir eines der Gläser. Das andere nahm er selber in die Hand, lächelte mir charmant zu und sagte: „Auf uns, Susan.“ „Auf uns“, wiederholte ich und trank vorsichtig einen Schluck vom Sekt. Scott griente amüsiert, trank sein Glas leer und umarmte mich.

Seine Hände wanderten über meinen Rücken. Er suchte den Reißverschluss meines Kleides. Ich grinste amüsiert, als er ihn nicht fand. „Moment, ich helfe Dir“, antwortete ich und trank den Rest aus meinem Sektglas, bevor ich es neben seines zurück auf den Tisch stellte.

Er hatte es ganz offensichtlich eilig mich zu entkleiden und endlich meinen ganzen Körper nackt zu sehen. Denn nach meinem Kleid zog er mich auch meinen BH und meinen Slip aus. Danach ließ er sich mehr Zeit, schenkte mir ein weiteres Glas Sekt ein und zog sich seinerseits aus.

Ich stand ein wenig unsicher und völlig nackt vor ihm, als er ebenfalls ganz nackt zu mir kam. Es war nicht so, dass ich noch nie einen Mann nackt gesehen hatte, aber dieses Mal war dennoch alles anders.

Ich konnte sehen, dass er bereits scharf auf mich war. Einerseits erfreute es mich, da ich es als Kompliment ansah, dass ich ihn so erregte. Andererseits machte es mich auch sehr nervös, da ich bisher nur theoretisch wusste, was wir gleich wohl machen würden.

Deshalb trank ich mein zweites Glas Sekt schneller aus als das erste und wartete gespannt auf sein Vorgehen.

Scott umarmte mich sanft, küsste mich zärtlich und streichelte lange meinen Körper. Ich fühlte mich sehr wohl dabei. Seine Nähe war mir nicht unangenehm, obwohl er ganz nackt war.

Im Bett als ich mit dem Rücken auf den weichen, weißen Laken des Hotels lag, wiederholte er seine Streicheleinheiten. Ich genoss es und entspannte mich völlig. Dennoch schaute ich ihm bei jeder seiner Bewegungen genau zu.

Schließlich legte er sich auf mich. Ich spürte ihn sanft in mir und seinen nackten Körper auf mir. Er steigerte das Tempo seiner Bewegungen ganz langsam und sorgte für ein sehr ungewohntes, warmes Wohlgefühl in meiner Vagina.

Er keuchte und stöhnte vor Genuss, bevor er sich kurze Zeit später neben mich ins Bett fallen ließ. Ich hörte ihn heftig atmen und war verwundert, wie anstrengend für ihn die ganze Sache gewesen war.

Doch dann spürte ich wie sich ein Glücksgefühl in mir breit machte und ein Lächeln auf mein Gesicht zauberte. „Meine Angst vor dem ersten Mal war völlig unbegründet gewesen“, dachte ich und war erleichtert.

Als sich Scott dann über mich beugte und neugierig fragte: „Na, wie war es für Dich?“, konnte ich voller Überzeugung antworten: „Wunderbar“ Er grinste zufrieden und küsste mich.

Dieses erste Mal war nicht das einzige Mal, dass wir an diesem Wochenende miteinander schliefen. Wir hatten beide Gefallen daran gefunden und konnten die Finger nun nicht mehr voneinander lassen.

Als ich Alice am Montag danach traf, schaute sie mir nur kurz ins Gesicht und meinte dann amüsiert: „ Er hat Dich rumgekriegt. Ihr habt es getan, oder?“ Ich nickte glücklich, denn Scott hatte mir nicht nur eine ganz neue Welt geöffnet, nein, er hatte mir auch klar gemacht wie wichtig ich für ihn war.

Siebter Himmel

Ich hatte mich in Scott verliebt. Ihm ging es ganz offensichtlich genauso. Denn seit unserem Hotelwochenende verbrachten wir fast jeden Tag gemeinsam.

Wir trafen uns zum Essen in der Mensa, lernten gemeinsam oder gingen zusammen auf Partys oder zum Sport. Weshalb schon nach kurzer Zeit für alle an der Uni klar war, dass Scott und ich zusammen gehörten.

Einige munkelten sogar, dass wir nach unserem Abschluss heiraten und Kinder haben würden. Im ersten Moment hatten mich diese Gerüchte irritiert. Dann aber musste ich mir eingestehen, dass es mein großer Traum war, Scotts Ehefrau zu werden, mit ihm Kinder zu haben und in einem großen Haus mit Garten zu wohnen.

Scott selber befeuerte meinen Traum, indem er mir gegenüber verlauten ließ, dass er ganz viele Kinder mit mir wollte. Ich grinste und bestätigte seinen Wunsch freudig. Insgeheim hoffte ich inständig, dass dies nicht nur eine Fantasie war, sondern dass er auch wirklich mit mir leben wollte, wenn wir die Universitätszeit abgeschlossen hatten.

Zweifel an seiner Zuneigung weckte bei mir nach einiger Zeit die Tatsache, dass er mich vor seinen Eltern versteckte. Denn wann immer er zu ihnen fuhr, blieb ich allein in meinem Studentenwohnheim zurück.

Einmal schickte ich dann E-Mails an meine Mum und erklärte ihr, wie wichtig es für mich war, dass ich Scott mit nach Hause bringen durfte. Sie wusste, dass er reiche Eltern hatte und schämte sich daher ihm unser bescheidenes Heim zu zeigen.

Doch als ich ihr mitteilen konnte, dass mich Scott endlich einmal zu seinen Eltern eingeladen hatte und dann auch gleich zum Thanksgiving, dem traditionellsten Fest in unserem Land, das üblicher Weise mit der ganzen Familie gefeiert wurde, änderte sie schließlich ihre Meinung und war einverstanden, dass ich ihn zu Weihnachten mitbrachte.

Kurz vor unserer Fahrt zu seinen Eltern, wirkte Scott traurig. Ich wunderte mich und sprach ihn darauf an. „Was ist los mit Dir?“, fragte ich und sah ihm liebevoll ins Gesicht. Er lächelte gezwungen und meinte: „Meine Eltern sind konservativ und in manchen Dingen strikt.“ Ich nickte und hörte ihm aufmerksam zu.

„Unter anderem halten sie nichts von Sex vor der Ehe.“ Ich grinste, doch sein Gesichtsausdruck wurde sehr ernst. „Susan, das ist auch der Grund, weshalb ich Dich bisher nicht zu meinen Eltern mitgenommen habe. Sie akzeptieren keine Freundin zu einem Fest wie diesem. Sondern nur eine Verlobte.“

Ich schluckte. „Oje“, dachte ich. „Was wird das jetzt? Macht er mir einen Antrag?“ Mein Herz schlug abrupt schneller und ein kalter Schauer lief mir über den Rücken.

„Susan, ich war mir bisher nicht sicher, obwohl wir uns nun schon lange kennen.“ Er druckste ein wenig herum und lächelte verlegen. „Aber eigentlich weiß ich schon seit unserem ersten Date, dass es für mich keine andere Frau gibt als Dich.“ Er zögerte ganz offensichtlich diese wichtige Frage zu stellen. Dann aber hatte er den Mut.

„Susan Taylor willst Du mich heiraten?“, fragte er mich mit leicht zitternder Stimme und holte einen schönen, schlichten, aber vermutlich auch sehr teuren Ring aus der Brusttasche seines Hemdes.

Ich schluckte erneut und war plötzlich sehr nervös. Doch als ich in seine Augen sah und ein Funkeln voller Gefühl entdeckte, antwortete ich schnell. „Ja, Scott. Ich will Deine Ehefrau werden.“

Augenblicklich fiel die Anspannung von ihm ab und er strahlte über das ganze Gesicht. Mit zittrigen Fingern steckte er mir seinen Verlobungsring an den linken Ringfinger und küsste mich dann sehr zärtlich.

Ich erwiderte seinen Kuss und drückte meinen Körper danach innig an ihn. Ich war in diesem Moment so überglücklich, dass der Mann mit dem ich leben wollte, dies auch mit mir wollte.

Als ich seine Eltern dann das erste Mal traf, war ich sehr aufgeregt. Doch die Tatsache, dass ich nun offiziell Scotts Verlobte war, gab mir Kraft seinen strengen Eltern zu begegnen.

Vor der Tür zu seinem Elternhaus verließ mich jedoch plötzlich mein Mut und ich blieb abrupt stehen. Scott ahnte, dass ich Angst hatte vor diesem Zusammentreffen und munterte mich wieder auf. „Susan, egal was meine Eltern sagen oder tun. Bitte vergiss nie, dass ich Dich liebe so wie Du bist.“ Er lächelte mich liebevoll an und gab mir einen Kuss.

Genau in diesem Moment öffnete sich die Tür und seine Mutter schaute uns überrascht an. „Aber Scott“, ermahnte sie ihn mit harter, kühler Stimme, „heb Dir die Küsserei für die Flitterwochen auf und konzentriere Dich jetzt lieber auf Dein Studium.“

Beide erschraken wir und zuckten zusammen. Scott fand zuerst seine Stimme wieder und begrüßte seine Mutter mit einem fröhlichen: „Hallo Mutter, darf ich Dir meine Verlobte Susan Taylor vorstellen?“ Doch ich sah und spürte wie respektvoll er ihr begegnete.

Seine Mutter nickte und reichte mir förmlich ihre Hand. Ich ergriff sie und begrüßte sie meinerseits.

„Frau Vandbuild, wie schön dass ich Sie kennenlerne“, sagte ich höflich zu ihr und lächelte so freundlich wie es mir möglich war. Sie nickte höflich und musterte mich scharf. Scott hatte damit gerechnet und mir vorsorglich von seinem Studentengeld ein paar neue Kleidungsstücke gekauft, extra für den Besuch bei seinen Eltern.

Entsprechend positiv fiel der erste Eindruck von mir bei seinen Eltern aus. Denn auch sein Vater legte viel Wert auf gute Kleidung und vor allem gute Manieren. Ich war daher froh, viel von meiner Mutter gelernt zu haben, die zwar kein Geld, dafür aber gute Manieren hatte.

Seine Eltern strahlten eine unangenehme Kühle aus, die mich frieren ließ. Sie schienen nett und freundlich, doch das war nur Fassade. Ich schaute in ihre Gesichter und bemerkte dabei, dass Scott die Gesichtszüge seiner Mutter hatte und die Augen und die Nase seines Vaters, aber woher er seine menschliche Wärme und seine Sensibilität hatte, blieb mir ein Rätsel.

Ich lernte auch Scotts Geschwister kennen. Seinen älteren Bruder Brad mochte ich gar nicht. Er wirkte sehr arrogant und stimmte seinen Eltern, im Gegensatz zu Scott, in allem zu. Seine jüngere Schwester Lisa hingegen war sehr nett und machte mir, neben Scott, dieses Wochenende bei seiner Familie ertragbar.

Denn ich wurde von seinen Eltern geprüft wie bei einem mündlichen Examen an der Uni. Nur wusste ich vorher nicht um welche Themen es ging und musste daher, schnell und möglichst knapp ihre Fragen beantworten. Lisa und Scott unterstützten mich dabei.

Obwohl Scott und ich verlobt waren, durften wir nicht im selber Zimmer, geschweige denn im selben Bett schlafen. Ich übernachtete daher im Gästezimmer und Scott in seinem ehemaligen Jugendzimmer. Uns beiden viel es schwer ohne den jeweils anderen zu schlafen, doch es waren nur drei Nächte. Außerdem konnten wir uns tagsüber immer mal wieder kurz weg schleichen und dann Zärtlichkeiten austauschen.

Ich hatte seine Eltern und seine Geschwister zwar kennenlernen wollen, doch hatte ich nicht damit gerechnet, dass diese Familienzusammenkunft in einer derartig unangenehmen Form stattfinden würde. Denn alles war genau organisiert. Das Essen wurde zu festen Zeiten eingenommen und selbst ein Spaziergang durch die nahen Wälder war auf die Minute getimt, da sein Vater zwischendurch noch Geschäfte abwinkeln wollte.

Schnell stellte ich fest, dass Reichtum auch seine Schattenseiten hatte. Zumindest dann, wenn man so verschroben war wie die Eltern von Scott, denen die Meinung der Nachbarn und die Wirkung gegenüber der Köchin, dem Gärtner oder dem Fahrer wichtiger war, als das eigene Privatleben.

Erleichtert atmete ich daher auf, als wir wieder zur Universität fuhren.

Ein paar Wochen später besuchten wir dann meine Mum und meine Geschwister zu Weihnachten. Scott wollte für alle zumindest ein kleines Geschenk kaufen, doch ich hielt ihn erfolgreich davon ab.

„Scott, es ist sehr lieb von Dir, wenn Du allen ein Geschenk machen möchtest. Doch die Wirkung, die Du damit erzielst, ist nicht die, die Du Dir davon erhoffst.“ Er sah mich irritiert an und legte seine Stirn in Falten.

Traurig lächelnd erklärte ich ihm was ich meinte. „Meine Familie ist arm. Wir können uns gerade einmal genug zu essen kaufen und ordentliche Kleidung. Wenn Du nun kommst und jedem etwas schenkst, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, dann freuen sie sich zwar, aber sie sind auch beschämt, weil sie wahrscheinlich nie so großzügig sein werden können wie Du.“ Betroffen nickte er.

„Du hast Recht. Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht.“ Seufzend fragte er. „Aber wir können doch auch nicht mit leeren Händen kommen, oder?“ Ich nickte. „Stimmt und deshalb habe ich mit meiner Mum abgesprochen, welche Lebensmittel und sonstige Dinge für den Haushalt sie braucht. Das werden wir besorgen. Auf diese Weise beschämen wir niemanden und meine Mum braucht sich keine Sorgen wegen des Weihnachtsessens zu machen.“ Lächelnd schaute ich ihn nun an.

Grinsend und verständnisvoll, nahm er mich in den Arm und sagte freudig. „Schön, dass Du mir das erklärt hast. So werde ich als Sohn, reicher Eltern, nicht sofort in ein Fettnäpfchen treten.“ Wir lachten beide und zumindest ich freute mich sehr meine Mum und meine Geschwister nach längerer Zeit wiederzusehen.

Den Weihnachtseinkauf packten wir nicht in die Corvette von Scott, sondern in einen gemieteten weniger teuer wirkenden Wagen. Erleichtert hatte ich meinen Verlobten davon überzeugen können, dass es besser war, auch mit dem Auto nicht zu viel Reichtum auszustrahlen. Zwar war es mir auch ein wenig peinlich, dass Scott so viel Rücksicht auf meine Familie nehmen musste, doch es war mir sehr wichtig, dass es ein schönes Weihnachtsfest für alle wurde.

Das Navigationssystem von Scotts Mietwagen führte uns zwar an den Ort an dem meine Familie wohnte, doch die letzten Kilometer musste ich ihn selber lotsen. Unsere Straße war aus irgendeinem Grund nicht im Computer des Navis.

Meine Mum freute sich riesig mich zu sehen. Auch das Wiedersehen mit meiner Schwester und meinen Brüdern war eine gefühlvolle Angelegenheit. Scott wurde von allen mit so viel Freude und Herzlichkeit aufgenommen, dass er es kaum fassen konnte.

Beim Vorbereiten des Weihnachtsessens sagte mir meine Mutter: „Kindchen, ich weiß nicht wie Du das geschafft hast. Aber Dein Verlobter ist ein echt großzügiger Mensch. Hast Du gesehen, was alles in diesen Tüten steckt.“ Ich schüttelte meinen Kopf, obwohl ich genau wusste was wir eingekauft hatten.

„Dieser junge Mann verpflegt uns für mehr als eine Woche. Das ist so großzügig…“ Ihr kamen die Tränen der Rührung. Schnell nahm ich sie in meine Arme. „Mum, wir bleiben hier doch auch ein paar Tage und essen mit Euch, da mussten wir doch vorher einkaufen gehen.“ Sie nickte und wischte sich die Tränen der Freude von den Wangen.

Seufzend fragte sie jetzt etwas besorgt: „Und er lenkt Dich auch ganz bestimmt nicht von Deinem Studium ab?“ Grinsend schüttelte ich meinen Kopf. „Nein, Mum, ganz bestimmt nicht. Im Gegenteil. Wir lernen zusammen. Außerdem macht er mich wirklich glücklich und das beflügelt mich beim Lernen.“

Meine Mutter atmete sichtbar erleichtert auf. „Ach, Kindchen. Wärst Du doch schon mit ihm verheiratet. Dann hätte ich zumindest eine Sorge weniger.“ „Mum“, erwiderte ich mahnend. Sie hob ihre Hände und legte sie auf ihren Mund.

Ich grinste. Denn das war ihr Zeichen für ein wohlwollendes schweigen.

Das Weihnachtsessen, das meine Mutter uns servierte, war gute Hausfrauenkost und sehr reichhaltig. Wir alle saßen mit vollen Bäuchen noch lange am Tisch, tranken Bier oder Wein und unterhielten uns über die verschiedensten Dinge.

Im Gegensatz zu mir, wurde Scott bei meiner Familie nicht ausgequetscht und wie bei der spanischen Inquisition in die Mangel genommen. Alle plauderten fröhlich, stellten nette ernst gemeinte Fragen und alle fühlten sich wohl.

Beim Übernachten wurde Scott eine seltene Ehre zu teil. Meine Brüder hatten ihr Zimmer geräumt, damit unser Gast mit mir in einem Zimmer und auch einem Bett schlafen konnte. Meine Mutter bestand zwar auf die Verwendung von Pille und Kondom, doch hielt sie nichts davon, den Sex erst nach der Ehe auszuprobieren. Da sie aus eigener Erfahrung wusste wie wichtig Sex in einer Beziehung war.

Das Haus meiner Mutter war zwar klein und alt, aber dafür sehr gemütlich. Und auch wenn sie dieses Jahr nur wenig Weihnachtsdekoration aufgehängt und aufgestellt hatte, brachten diese wenigen Dinge mehr weihnachtliche Stimmung, als vermutlich der enorme Weihnachtspomp den Scotts Eltern installiert hatten.

Mein Verlobter zeigte sich sehr beeindruckt von der Einfachheit und Gradlinigkeit meiner Familie. „Ich fühle mich hier sehr wohl. Alle sind so nett und freundlich zu mir. Ist das immer so bei Euch?“, fragte er mich, kurz bevor wir wieder abreisen mussten.

Nickend erklärte ich ihm: „Ja, meistens ist das so. Aber manchmal streiten wir uns auch. Dann fliegen die Fetzen bis alles gesagt ist und die Normalität kehrt zurück. Meine Mum hat dann oft das letzte Wort.“ Scott nickte.

„Ich bewundere Deine Mum. Sie hat vier Kinder groß gezogen ohne Ehemann. Dennoch ist sie so fröhlich und liebenswert. Wie geht das nur?“ Traurig lächelnd antwortete ich. „Sie hatte keine andere Wahl. Aber ihr starker Charakter und wir Kinder haben ihr dabei auch geholfen.“

Er nickte nachdenklich, nahm mich liebevoll in seine Arme und drückte mich innig an sich. „Susan, Du kommst aus einer ganz anderen Familie als ich. Doch das ist genau der Grund dafür, weshalb ich Dich so sehr liebe. Du bist geerdet und kannst kämpfen. Ich muss das erst noch lernen.“ Erstaunt und besorgt sah ich ihn an. Doch mir war auch bewusst, dass er mir ein großes Kompliment gemacht hatte.

Dunkle Wolken

Scott hatte schnell mitbekommen, wie intelligent ich war. Zudem wusste er von meinem Stipendium und das ich für einen eigenen Wagen sparen wollte.

Da er nicht so reichlich mit Intelligenz gesegnet war, dafür aber reiche Eltern hatte, schlug er mir vor den nächsten Prüfungen ein Geschäft vor.

„Susan, Du hast mir doch erzählt, dass Du anderen Studenten Nachhilfeunterricht geben willst, um Geld für ein eigenes Auto zu sparen?“ Ich nickte und wartete gespannt auf das, was er mir nun erzählen wollte.

„Wie wäre es also, wenn ich Dein einziger Schüler wäre, Dir aber so viel bezahle, als wenn Du mehrere Schüler hättest?“ Ich schaute ihn verblüfft an. „Warum das denn? Du bist doch ganz gut in Deinen Fächern?“ Er nickte mit einem leicht genervten Gesichtsausdruck.

„Na ja. Mir würden die bisherigen Ergebnisse auch reichen, aber meinen Eltern nicht. Sie wollen, dass ich besser werde und möglichst einen wirklich guten Abschluss schaffe.“ Er verdrehte verärgert seine Augen und ergänzte seine Äußerung.

„Sie wollen halt einen Vorzeige-Rechtsanwalt aus mir machen und vergessen dabei, dass so ein Jurastudium verdammt schwer ist.“

Ich nickte. Denn erstens hatte ich seine Eltern ja kennengelernt und konnte daher verstehen, wieso sie nun diese Forderung an ihn hatten. Zweitens war Jura, neben BWL, auch zum Teil in meinem IT-Studium enthalten.

Zustimmend fragte ich neugierig. „In Ordnung. Was bezahlst Du mir?“ „Fünfzig Dollar die Stunde.“ „Wow“, antwortete ich verblüfft. „So viel? Deine Eltern meinen es wirklich ernst“, antwortete ich überzeugt davon, dass meine Tätigkeit den von seinen Eltern gewünschten Erfolg haben würde.

„Dann lass und gleich heute anfangen. Die Prüfungen sind in wenigen Wochen und ich will möglichst viel Geld für mein Auto sparen.“ Ich kramte bereits nach einem Stück Papier um einen Lernplan für Scott aufzustellen, als er mich umarmte, hoch hob und ins Bett trug.

Verwundert sah ich ihn an. „Was wird das?“, fragte ich lächelnd. „Alice ist nicht da. Deshalb sollten wir die Gelegenheit nutzen und das Bett zum Beben bringen.“ Er grinste breit und freute sich schon auf den Sex mit mir. Doch ich schüttelte meinen Kopf.

„Sorry, Scott. Erst lernen wir, dann gibt es diese Belohnung für Dich.“ „Mist“, seufzte er. „Hätte ich Dir doch gleich erst von dieser Idee erzählt.“ Ich lachte fröhlich, löste mich aus seiner Umarmung und ging zurück zum Schreibtisch. Er folgte mir enttäuscht. Dennoch lernte er fleißig zwei Stunden lang mit mir. Zufrieden mit ihm, grinste ich. Danach hielt ich die ersten 100 Dollar für mein zukünftiges Auto in den Händen.

Scott schloss die Vorprüfungen mit dem von seinen Eltern erwarteten Ergebnissen ab. Aber gerade deshalb stand er nun unter besonders großem Druck. Denn er wusste, dass nun auch die folgenden Prüfungen und die Abschlussprüfung diese Ergebnisse haben mussten, um die hohen Erwartungen seiner Eltern nicht zu enttäuschen.

Ich spürte deutlich wie angespannt er war und versuchte daher, wann immer wir Zeit miteinander verbrachten, Spaß und Freude in sein Leben zurück zu bringen. Dennoch veränderte er sich zusehends.

Woran das lag, bekam ich erst viel zu spät mit. Denn als er mich eines Nachmittags zu einem so genannten „Freund“ ins die nahe Stadt Charlotte schickte, ahnte ich nicht was in dem Päckchen war, das ich für ihn dort abholen sollte.

„Ich würde ja selber hinfahren, aber mein Mentor hat ein Gespräch angesetzt, das ich nicht verpassen darf. Deshalb Susan, fahr bitte hin und hole das Päckchen für mich ab.“ In seinen Gesicht sah ich Sorgenfalten, doch wusste ich in diesem Moment nicht wodurch sie veranlasst wurden. Lag es an seinem bevorstehenden Gespräch mit seinem Mentor oder daran, dass ich dieses Päckchen für ihn abholen sollte.

Nickend, aber bereits irritiert, nahm ich den Zettel mit der Adresse entgegen. Ich sah die Anschrift und bekam ein mulmiges Gefühl.

„Das ist aber nicht die beste Gegend der Stadt. Wer ist dieser Harry, das er dort wohnt?“ Scott wirkte gehetzt und antwortete in Rätseln. „Er ist kein guter Freund. Mehr ein Bekannter, der für mich etwas erledigt hat.“ Ich nickte besorgt. Doch ich wollte Scott nicht enttäuschen und fuhr trotzt eines unguten Gefühls an seiner Stelle zu Harry.

Die Gegend, in der Harry wohnte, war wirklich mies. Als ich die Corvette parkte, fuhr ich das Verdeck hoch und schaltete sorgfältig die Diebstahlsicherung ein. Denn ich wollte auf gar keinen Fall, dass mir ausgerechnet in dieser Gegend Scotts Wagen gestohlen wurde.

Harry wartete bereits auf mich in seiner unordentlichen und vermüllten Einzimmerwohnung. Er begrüßte mich mit einem fiesen Grinsen im Gesicht und ließ mich an ihm vorbei gehend in die Wohnung.