Tödlicher Sex - Cedrina Lautenfeld - E-Book

Tödlicher Sex E-Book

Cedrina Lautenfeld

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Beschreibung

Anfangs sieht alles nach Routine für die attraktive, blonde Kriminalkommissarin Betty Hattinger aus. Doch schon die Spurensicherung stellt fest, dass der nackte Tote, der blutverschmiert in seinem Bett liegt, mehr als ein Geheimnis aufweist. Ein erster Hinweis ist die ungewöhnliche Art und Weise wie er gestorben ist. Die Kommissarin macht sich eifrig an die Aufklärung des Mordfalles. Sie wird dabei mehr oder weniger von ihrem langjährigen Kollegen Schmitty und einem Neuzugang auf dem Revier unterstützt. Der "Neue" ist Kommissar Tom Sneider, der sich nur zu gern von der attraktiven Betty ablenken lässt. Schmitty bemerkt es mit großer Eifersucht, was dem Ermittlungserfolg zeitweise sehr schadet. Erst das Auftauchen einer Edelprostituierten namens "Lady Lydia" bringt neue Erkenntnisse und einen anderen Blickwinkel auf den Fall. Dennoch bleibt die Rolle einer Kellnerin und ihres etwas eigenartigen Bruders lange im Dunkeln. Was können der Restaurantbesitzer Alberto Reno und der eloquente Herr Hinrich von Klappens zur Lösung des Falles beitragen?

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Seitenzahl: 245

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Cedrina Lautenfeld

Tödlicher Sex

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1 – Blutige Fußabdrücke

Kapitel 2 - Ortswechsel

Kapitel 3 - Spurensicherung

Kapitel 4 - Papierkram

Kapitel 5 – Alte Zeiten

Kapitel 6 - Kollateralschaden

Kapitel 7 - Ermittlungsarbeit der besonderen Art

Kapitel 8 - Neuer Versuch

Kapitel 9 – unterwartete Erkenntnisse

Kapitel 10 - Die Geschwister

Kapitel 11 Spaghetti Bolognese

Kapitel 12 Lockere Finger

Kapitel 13 – Überlegungen

Kapitel 14 Geschwisterstreit

Kapitel 15 – Fahndungspause

Kapitel 16 Der Unbekannte

Kapitel 17 Alte Leidenschaft

Kapitel 18 Lady Lydia

Kapitel 19 Ertappt

Kapitel 20 Es wird ernst

Kapitel 21 Verunsicherung

Kapitel 22 Das Alibi

Kapitel 23 Bestätigung

Kapitel 24 Erinnerung

Kapitel 25 Die letzte Lüge

Kapitel 26 zu guter Letzt

Impressum neobooks

Kapitel 1 – Blutige Fußabdrücke

Erotik-Krimi - „Tödlicher Sex“

Platsch machte es und Betty stand mit ihren hohen Absätzen in einer Flüssigkeit, die an diesem Ort nicht unüblich war. Dennoch ärgerte sie sich, dass ihr dieses Missgeschick wieder passierte. Schließlich gab es diese blauen Plastikhüllen für die Schuhe, die sie durchaus hätte nutzen können. Doch ihre Eitelkeit ließ es nicht zu. Sie trug weiter Schuhe mit hohen Absätzen, obwohl das für ihre Arbeit eigentlich sehr unpraktisch war.

Seufzend sah sie auf ihre schönen Schuhe hinunter, die nun mit Blut verschmiert waren. Sie hörte das Gelächter der anwesenden Männer und obwohl sie wusste, dass es nicht ihr galt, ärgerte sie sich erneut. Denn Ärger war vorprogrammiert. Die Spurensicherung würde sich berechtigter Weise beschweren über diese unnötige Verunreinigung des Tatortes.

Deshalb zog sie vorsichtig ihre Schuhe aus, gleichzeitig die hässlichen Plastiktreter an und sie achtete auch darauf keine weiteren Spuren zu verwischen.

Es war ein langer Tag gewesen für Betty und sie war immer noch nicht zu Hause, sondern übernahm gerade einen Fall, dem eigentlich ihre volle Aufmerksamkeit gebühren sollte. Doch sie war zu müde, um auf jedes Detail zu achten. Sie würde sich später den Bericht der Spurensicherung ansehen.

Unvermittelt fröstelte sie, wodurch der Tote auf dem Bett vor ihr in den Hintergrund trat und ihr die Ereignisse der vorherigen Stunden wieder bewusst wurden.

Eigentlich war ihre Schicht schon seit Stunden beendet gewesen als der Anruf für diesen Tatort kam. Doch sie hatte ihre Schreibtischarbeit seit langem vernachlässigt und musste deshalb noch den lästigen Papierkram erledigen, bevor sie die Räume des Polizeirevieres verlassen konnte.

Müde von der Arbeit des Tages, setzte sie sich mit dem x-ten Kaffeebecher an ihren Schreibtisch, streckte den Rücken durch und steckte ihre langen blonden Haare mit einer Spange aus Metall hoch, so dass sie einen festen Haarknoten bildeten. Auf diese Weise war sichergestellt, dass ihr ihre blonde Mähne nicht ins Gesicht fiel und sie ungestört arbeiten konnte.

Sie hatte erst ein paar Seiten des Formulars ausgefüllt, als sie wieder unterbrochen wurde. Sie wollte das Telefon klingeln lassen, denn sie hatte ja Feierabend. Doch offenbar ließ sich der Anrufer nicht abwimmeln, entnervt nahm sie den Hörer ab. Die Stimme des Kollegen am anderen Ende der Leitung klang sachlich. Die Schicht sei so dünn besetzt, ob sie nicht einspringen könne, wo sie doch noch im Büro sei.

„In Ordnung, ich fahre hin.“ Betty notierte die Adresse. Dann legte sie auf, erleichtert vom lästigen Papierkram wegzukommen. Aber auch immer noch müde von der Arbeit am Tage, die schon hinter ihr lag. Sie griff nach ihrer schwarzen Lederjacke, die ihre schlanke Figur so sehr betonte, aber auch ihren großen Busen in Szene setzte. In der rechten Jackentasche hatte sie wie immer ihre Wagenschlüsseln, daher konnte sie nun zügig ihr Büro verlassen.

In ihrem Dienstwagen sitzend, hatte sie erst einmal ein paar alte Packungen von Pizza und anderem Fast Food vom Beifahrersitz geräumt, damit sie nicht bei einer eventuell notwendigen Vollbremsung durchs Fahrzeug flogen.

Sie war nicht die ordentlichste Person. Auch ihre Wohnung sah fast immer so aus, als wäre ein Hurrikan durchgefegt. Doch mehr als einmal im Monat konnte sie sich eine Raumpflegerin einfach nicht leisten. In der Zeit dazwischen versuchte sie daher mehr schlecht als recht selber für Ordnung zu sorgen.

Ihr Navi hatte sie ausgeschaltet. Sie kannte ihre Stadt gut genug, um auch ohne dieses elektronische Gerät den nächtlichen Tatort zu finden. Hamburg war zwar eine Großstadt, doch nicht so riesig wie London oder Paris. Deshalb funktionierte der Stadtplan in ihrem Kopf auch so gut.

Die Straßen waren um diese Uhrzeit leer gewesen, daher hatte sie zügig und ohne Blaulicht fahren können. Das nächtliche Eppendorf war wie immer zugeparkt. Dieser Stadtteil war einfach zu alt, um auf dieses neumodische Fortbewegungsmittel namens Auto eingerichtet zu sein.

Sie hatte genervt geseufzt und schließlich ihren zivilen Dienstwagen direkt auf einer Auffahrt und neben dem Streifenwagen der Kollegen geparkt, die über den Notruf als erste zum Tatort bestellt worden waren.

Als sie aus ihrem Wagen stieg, hatte sie die kalte Nachtluft in ihrem Gesicht gespürt. Sie hatte ihr gut getan nach den langen Stunden im Büro. Die Lebensgeister hatten sie durchströmt und ihre Haut hatte sofort reagiert. Eine Gänsehaut hatte sich ausgebreitet über ihren gesamten Körper und gleichzeitig dafür gesorgt, dass ihre Nippel für einen kurzen Moment hart geworden waren. Ein erotisches Gefühl, dass ganz und gar nicht zum Ernst ihrer Aufgabe gepasst hatte. Aber es war ihr auch nicht unangenehm gewesen, denn es war der Beweis, dass sie noch ganz lebendig war.

Schwungvoll schlug sie die Wagentür zu und machte sich an die Arbeit. Nach ein paar Schritten hatte sie im Hausflur gestanden und leise geflucht. Denn sie war mit ihren hohen Absätzen in etwas getreten, dass unangenehm fest unter der Sohle einer ihrer Schuhe klebte. Genervt hatte sie sich gebückt, den Schuh ausgezogen und gesehen das etwas klebriges daran haftete.

„Nanu“, hatte sie gedacht, gegrinst und sich amüsiert. Sie hatte ein ganz offensichtlich gebrauchtes Kondom von ihrer Schuhsohle entfernt. Doch sie warf es nicht einfach weg, wie es der Nutzer offensichtlich getan hatte, sondern sie wickelte es vorsichtig in einen Einweghandschuh, um es an die Spurensicherung weiterzureichen. Denn ihr kriminalistischer Instinkt hatte ihr gesagt, dass das Kondom vielleicht etwas mit dem Fall zu tun haben könnte, zu dem sie so spät in der Nacht gerufen worden war.

Die Eingangstür hatte bedenklich geknarrt und war so geräuschvoll ins Schloss geknallt, dass sie sich erschreckt hatte. Normalerweise wäre ihr das nicht passiert, doch sie war so übernächtig, dass ihr sowohl die späte Stunde, als auch das laute Geräusch zu schaffen gemacht hatten.

Nimm dich zusammen, hatte sie sich ermahnt und war mit festen Schritten die Stufen zur Wohnung des Opfers empor gestiegen.

An der geöffneten Wohnungstür hatte einer der Streifenpolizisten gestanden und sie mit einem respektvollen Nicken begrüßt, um sie durch die Wohnung und zum Toten zu begleiten.

„Wo liegt der Tote?“, hatte sie gefragt und war dem Polizisten gefolgt, als dieser ihr mit einem unerwartet schelmischen Grinsen geantwortet hatte. „Im Schlafzimmer.“ Sie hatte genickt und gelächelt, aber irritiert gedacht typisch Mann, das Wort Schlafzimmer lässt sie immer sofort an das Eine denken.

Auf dem Weg zum Schlafzimmer des Toten, das am Ende eines langen Flures lag, hatte sie noch einen Blick in die Küche und das Wohnzimmer des Toten werfen können. Der Tote hatte offensichtlich über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt, um die Wohnung nobel auszustatten. Das war eine wichtige Erkenntnis für die nachfolgende Ermittlungsarbeit, die sie bereits im Hausflur begonnen hatte.

Im Schlafzimmer hatten schon der andere Streifenpolizist und ihr Kollege gestanden. Klar, hatte sie gedachte Schmitti ist mal wieder vor mir da, dieser Schleimer. Unwillkürlich war ihr schlecht geworden. Sie arbeitete nur ungern mit ihrem Kollegen zusammen. Zwar schätzte sie seine berufliche Kompetenz, doch menschlich war er ein absoluter Arsch. Zudem hatte er mehrfach versucht sie abzuschleppen. Doch er war ganz und gar nicht ihr Typ. Klein, sehr übergewichtig und Kettenraucher. Allein der Gedanke daran, wie er wohl nackt aussehen würde, sorgte bei ihr für Brechreiz. Sie hatte sich angeekelt geschüttelt und ihre Aufmerksamkeit auf diesen neuen Fall gelenkt.

Sachlich hatte sie den Toten betrachtet, der nackt auf dem Bauch in seinem Bett lag. Sein Körper war schlank, muskulös und gut gepflegt gewesen. Seine Beine waren gespreizt und seine Arme lagen rechts und links neben dem Kopf. Äußere Verletzungen waren weder am Rücken noch an Armen oder Beinen zu erkennen gewesen. Dennoch lag der Tote in einer riesigen Blutlache, die in der Mitte gut die Hälfte des Bettes bedeckte.

Sie hatte nicht lang gefackelt, sondern schnell reagiert und den Männern eine Arbeitsanweisung gegeben. „Umdrehen“, hatte sie laut und mit fester Stimme kommandiert. Doch die beiden Streifenpolizisten hatte sie nur irritiert angesehen. „Umdrehen“, hatte sie daher wiederholt und ihre Worte ergänzt mit „den Toten“, als sie bemerkt hatte, dass die Männer immer noch nicht reagierten.

Schließlich hatten die beiden Polizisten mit einem kräftigen Ruck den nackten Toten von der Bauch- in die Rückenlage gedreht. Das nun erfolgte Gelächter der zwei Polizisten und ihres Kollegen, hatte sie sehr erstaunt, weshalb sie sich verwundert den Toten genauer angesehen hatte. Dazu war sie näher an das Bett herangeschritten und mit ihren Schuhen in das Blut des Toten getreten.

Seufzend und gedanklich wieder in der Gegenwart angelangt schaute sie sich nun das Mordopfer genauer an.

Der Bauch des Toten und auch die Oberschenkel waren mit Blut verschmiert, dennoch war die Ursache für so viel Blut gut zu erkennen.

Scheiße nein, dachte Betty und betrachtete mit großem Bedauern, die zerschossenen Hoden des Opfers. Sein Penis hingegen stand aufrecht. Wow, dachte sie. Er hat einen Ständer aus Stahl und könnte sofort eine Frau vögeln. Sie seufzte innerlich und überlegte unwillkürlich, wie lange es her war, dass sie zuletzt Sex gehabt hatte.

Viel zu lange war ihr trauriges Resümee. Als umso bedauerlicher empfand sie es nun, dass dieser Mann, der vor ihr so erotisch auf den blutverschmierten Lacken lag, nie mehr Sex haben würde.

„Ich hätte gern mit ihm gefickt“, dachte sie und spürte wie ihr Höschen feucht wurde. Bettys kurze Gedankenreise wurde jäh unterbrochen, denn das Gelächter der Männer verstummte. „Tja, der Sex war tödlich für ihn.“ Mit Sarkasmus kehrte sie in die Wirklichkeit zurück. Ihr Kollege nickte, bemerkte ihre äußere Gelassenheit: „Wusste ich es doch. Du bist eine Lesbe, die einen attraktiven, wenn auch toten Mann, kalt lässt.“

Betty sah ihn an, lächelte amüsiert und meinte, ohne einen weiteren Blick auf den Toten zu werfen. „Das war eine kleinkalibrige Waffe. Also entweder die Rache einer Lesbe oder eine fehlgeschlagene sexuelle Fantasie.“

„Also ich finde seine Waffe nicht so kleinkalibrig, aber dir fehlt vermutlich die Erfahrung.“ Betty blitzte Schmitti an, „ich weiß nicht, wie kleinkalibrig dein Schwanz ist, bei der Tatwaffe aber handelt es sich vermutlich nicht um einen 45er.“

Schmitti sah sie wütend und überrascht an, aber er nickte. Denn um welche Schusswaffe es sich hier handelte, hatte auch er schon herausgefunden. Allerdings würden die Forensiker hier das letzte Wort haben.

„Ich rufe die Spurensicherung“, sagte Betty und verschwand aus dem Schlafzimmer des Toten. Für sie war die Sache erst einmal beendet. Sie hoffte nun endlich nach Hause fahren zu können. Doch die Nacht sollte für sie noch etwas länger dauern.

Denn zu Hause angekommen, musste sie ihre Wohnung zumindest ein wenig aufräumen. Sie war eine schlechte Hausfrau. Da sie fast immer arbeitete war der Kühlschrank immer leer und kochen konnte sie auch nicht. Das waren Tatsachen und auch einige der Gründe, weshalb sie mit 38 Jahren allein lebte und geschieden war. Ihr Ex-Mann konnte zudem ihre Unordnung und die ewigen Überstunden nicht ertragen. Denn wenn er Feierabend hatte, begann ihre Arbeit oder sie war noch nicht zu Ende.

Betty war deswegen traurig, denn sie mochte nicht allein sein. Außerdem würde ohne Ehemann ihr Traum von Kindern wohl nie in Erfüllung gehen.

Im Bad musste sie erst ihren Badeanzug zur Seite räumen, bevor sie duschen konnte. Sie ging gern ins Schwimmbad, hatte aber nur selten Gelegenheit dazu. Auch ihren anderen Lieblingssport konnte sie nur selten ausüben. Denn mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren war zeitlich einfach nicht möglich.

Die Dusche erfrischte Betty. Sie mochte es, wenn das warme Wasser über ihren wohlgeformten nackten Körper floss und sich Schaum in allen Ritzen und Körperöffnungen festsetzte. Ganz besonders angenehm war es, wenn der Schaum von ihren Brüsten rutschte und sie leicht kitzelte.

Und obwohl sie seit längerem keinen Sex gehabt hatte, wusch sie ihre Scham auch dieses Mal mit besonderer Sorgfalt.

Langsam und gefühlvoll führte sie ihre Hand vom Venushügel zu den Schamlippen. Zwei Finger kreisten um den Eingang ihrer Möse und sorgten einerseits für Sauberkeit und andererseits für ein derart angenehmes Gefühl, dass Betty versucht war, es sich unter der Dusche selbst zu besorgen.

Seufzend stoppte sie und wünschte sich, dass eine Männerhand ihre eigene ersetzen würde und sie zum Orgasmus brächte. Doch das war nur ein Wunsch, da im Moment kein attraktiver Mann in ihrer Nähe war. Sie seufzte erneut und dachte an ihren so unsympathischen Kollegen Schmitti.

Unwillkürlich fröstelte sie, ließ noch einmal warmes Wasser über ihren Körper gleiten und stieg dann aus der Dusche.

Das Badehandtuch umschmeichelte sanft ihren Körper. Dennoch seufzte Betty wieder. Ihr fehlten die zärtlichen Hände eines Mannes und der Sex mit ihm.

Mit noch nassen Haaren ging sie vom Bad ins Schlafzimmer. Ihre Dienstwaffe lag auf dem Nachtschrank neben ihrem Kopfkissen. Das Diensthandy ebenfalls. Sie hatte es mit dem Ladekabel verbunden, damit sich der Akku in der Nacht aufladen konnte. Im Büro war einfach keine Zeit dafür gewesen.

Minuten nachdem sie ihren Kopf auf das Kissen gelegt und ihren nackten Körper mit der Bettdecke zugedeckt hatte, schlief sie ein. Die Kriminalkommissarin hatte endlich an diesem Donnerstag ihre wohlverdiente Ruhe gefunden.

Kapitel 2 - Ortswechsel

„Du willst uns wirklich verlassen?“, fragte ungläubig und ehrlich enttäuscht, Toms Partner Jörg vom Innenstadt-Polizeirevier in Hannover. Tom nickte. „Ja, mein Entschluss steht fest, ich gehe zurück nach Hamburg.“

„Aber, wieso denn?“ kam erneut eine hilflose Frage. „Du hast dich hier doch immer sehr wohl gefühlt. Außerdem macht dir hier doch KEINER Stress. Selbst der Chef hält große Stücke auf dich. Warum also willst du weg?“ Jörg schüttelte verständnislos den Kopf.

Tom grinste. Die Worte seines Partners schmeichelten ihm, denn es entsprach der Wahrheit. Jeder hier in Hannover hatte ihn, den Hamburger, gut aufgenommen und seine Einsatzbereitschaft schnell zu schätzen gelernt. Alle mochten ihn. Zudem lag seine Beförderung in der Luft. Dennoch wollte Tom aus Hannover fort.

„Ha, ich weiß, was dich zurück nach Hamburg zieht“, triumphierte Jörg und stoppte Tom bei seinem Bemühen all seinen Papierkram in einem IKEA-Umzugskarton unterzubringen.

„So, was denn?“, fragte Tom amüsiert und unterbrach seine Aufräumarbeiten. „Eine Frau natürlich. Du hast dich, als du vor ein paar Wochen in Hamburg warst, Hals über Kopf in eine Frau verliebt und willst nun in ihrer Nähe sein.“ Lachend trommelte Jörg auf Toms Schreibtisch und ließ ihn dabei nicht aus den Augen.

Tom lachte einen Moment lang mit seinem Kollegen, dann wurde er ernst. „Also gut Jörg. Es stimmt, es gibt eine Frau in Hamburg, die dafür gesorgt hat, dass ich hier in Hannover meine Zelte abbreche, obwohl ich mich hier wohlgefühlt habe und mir die Arbeit mit dir Spaß gemacht hat.“

„Ha, ich wusste es. Ich wusste es.“ Triumphierend stolzierte Jörg nun im Büro umher.

„Nein, nein. Es ist nicht so wie du denkst. Ich gehe nicht zurück nach Hamburg, weil ich die Frau liebe, sondern weil ich es hasse, was sie mit meinem Sohn macht.“

„Ehm, wie bitte?“, Jörg stoppte mitten in seiner Bewegung und wäre beinahe über Toms Bürostuhl gestolpert. „Du hast mit deiner Ex-Freundin einen Sohn?“ Tom schüttelte traurig seinen Kopf. „Nein, sie ist nicht meine Ex-Freundin, sondern meine Ex-Frau.“ „Oje, also noch schlimmer“; analysierte Jörg seufzend und empfand augenblicklich Mitgefühl für seinen ganz offensichtlich geplagten Kollegen.

„Cynthia, ist meine Ex und die Mutter meines Sohnes Daniel, den ich entgegen der Vereinbarung viel zu selten sehe. Deshalb und nur deshalb gehe ich zurück nach Hamburg. Ich will ein besserer Vater sein als bisher.“

Jörg nickte betroffen, ging auf Tom zu und klopfte ihm mitfühlend auf eine Schulter. „Das verstehe ich Kumpel“, bestätigte er mit Sorgenfalten auf der Stirn. „Danke“ Tom nickte traurig und konzentrierte sich erneut darauf, seinen Umzugskarton zu befüllen.

Er wusste, dass in seiner Wohnung weitere Kartons darauf warteten gefüllt zu werden. Heute war Donnerstag und der Umzug sollte am Wochenende stattfinden Doch bevor er sich seiner Wohnung annahm, war sein Büro an der Reihe. Er wollte geordnete Verhältnisse hinterlassen, wenn er sein Revier in Hannover verließ.

Tom und Cynthia waren etliche Jahre glücklich verheiratet gewesen. Zumindest hatte Tom das immer geglaubt, bevor sie ihn wegen eines anderen Mannes verließ. Daniel war damals noch zu klein gewesen, um zu verstehen wieso sich seine Eltern trennten. Jetzt jedoch war der Junge alt genug, um die Wahrheit zu erfahren.

Also der richtige Moment mehr Zeit mit seinem Sohn zu verbringen, resümierte Tom und zog daraus seine ganz persönlichen Konsequenzen.

Er war jetzt 40 Jahre alt, immer noch attraktiv und sportlich. Da müsste sich also ein weibliches Wesen finden lassen, dass gern Zeit mit ihm und seinem Sohn verbringen würde. Aber und das war das eigentliche Problem, sie musste mit seinen manchmal sehr unregelmäßigen Arbeitszeiten umgehen können.

Traurig seufzend schloss er seine Wohnungstür auf, stellte den Karton aus dem Polizeirevier neben die anderen in den Flur und steuerte zielstrebig auf das Bad zu. „Jetzt erst einmal eine erfrischende Dusche“, dachte er. „Danach lässt sich alles sicher viel einfacher einpacken.“

Unter der Dusche entspannte sich Toms Muskulatur. Erst jetzt merkte er wie verkrampft sein Nacken war. Doch mit ein paar massierenden Handbewegungen und der Wirkung des warmen Wasser, ging es seinem Nacken schnell besser.

Auch sein Penis erwachte zu neuem Leben und signalisierte ihm, dass er gern mal wieder zum Einsatz kommen würde. Aber Tom war nicht der Typ für die schnelle Nummer. Eine Frau musste ihm schon wirklich gut gefallen und was im Kopf haben, damit er für sie entbrannte.

Sein bestes Stück jedoch legte ganz offensichtlich nicht so hohe Maßstäbe an und er spürte wie sein Schwanz sich langsam aufrichtete. Er hätte Monika anrufen können, eine verheiratete Kollegin aus dem benachbarten Revier, die bei den gemeinsamen Fortbildungen zum Täterprofiling ihm deutlich zu verstehen gegeben hatte, dass sie ihn gern einmal etwas näher gespürt hätte.

Doch Tom wusste, dass er kein Typ für One-Night-Stands war, deshalb hatte er bisher darauf verzichtet. Und um selbst Hand anzulegen, war er zu müde.

Traurig verließ er die Dusche. Hannover hatte seinem Liebesleben nicht gutgetan. „Ob das in Hamburg wohl endlich wieder anders sein wird?“ fragte er sich und trocknete sorgsam seinen gut gebauten Körper ab.

Sein Umzug machte ihm körperlich zu schaffen, obwohl er ihn selbst veranlasst hatte. „Ob mein alter Mustang diesen Ortwechsel noch einmal mitmacht?“ dachte er plötzlich besorgt.

Der Mustang war das alte US-amerikanische Fahrzeug mit dem er zurück nach Hamburg fahren würde. Der Wagen war gut gepflegt und hatte mit seiner roten Lackierung schon so manches weibliche Wesen angelockt.

Doch die richtige war noch nicht dabei gewesen.Dennoch wollte er auf diese Ikone automobiler Beweglichkeit nicht verzichten. Einen Mustang verschrottet man nicht. Den fährt man bis ins ans Ende seiner Tage.

Seine Wohnung war ordentlich und eigentlich immer aufgeräumt. Nur die paar Male, als Daniel seinen Vater in Hannover besuchte, hatte er dessen Wohnung in ein Chaos verwandelt. Doch Tom hatte es ihm nicht übel genommen. Sein Sohn hatte Narrenfreiheit. Außerdem räumte er gern auf. Er liebte es, wenn alle Dinge an ihrem Platz waren und er nicht suchen musste, wenn er etwas Bestimmtes brauchte.

Auch kochte er gern. Jörg und auch die anderen Kollegen hatten einige Male davon profitiert. Die verzehrten Kalorien verbrauchte Tom dann beim Schwimmen oder beim Trainieren seiner Jugendfußballmannschaft. „Oje, die Jungs werde ich vermissen“, resümierte er betrübt. Doch er wusste auch, dass er einen begabten Co-Trainer hatte, der die Jungen gern weiter trainieren würde.

Nur gut, dass er seine Hobbies auch in Hamburg würde ausüben können. Seine Heimatstadt verfügte über mehrere große Schwimmbäder und einen Erstliga Fußballverein, für den sein Herz auch in Hannover weiter geschlagen hatte. Der HSV war seine große Liebe und würde es auch wohl immer bleiben.

Kapitel 3 - Spurensicherung

„Also, was haben wir?“ fragte Schmitti hörbar genervt, weil sein Kaffeebecher schon wieder leer war und er noch keine weitere Zigarette rauchen durfte. Betty hatte es ihm verboten, denn sie wollte erst einmal die bisherigen Erkenntnisse mit ihm besprechen, bevor er sich wieder zum Rauchen nach draußen verpieselte.

Die Chemie hatte noch nie zwischen ihnen gestimmt. Doch seit sie an diesem Sexualmord arbeiteten, war erst recht der Wurm in ihrer beruflichen Zusammenarbeit. Beide wussten das, aber keiner war bereit dem anderen auch nur ein Stück entgegenzukommen. Das lag einerseits daran, dass Schmitti nach all der Zeit, die sie zusammen arbeiteten und während der er so einige Abfuhren von ihr erhalten hatte, immer noch scharf auf Betty war und andererseits daran, dass sie auch noch den besseren kriminalistischen Spürsinn hatte.

Seufzend und mit grimmiger Miene, schaute sie nun von ihrem Monitor auf, sah in sein Gesicht und rekapitulierte die bisherigen Erkenntnisse.

„Wir haben festgestellt, dass das Opfer, Martin Mariano heißt und nicht bestohlen wurde. Seine Wohnung war laut Aussage der Raumpflegerin nicht durchstöbert und auch sein Bargelddepot im Kleiderschrank war unangetastet. Raubmord kommt also nicht in Frage.“ Schmitti nickte gelangweilt. Es waren keine neuen Daten, die ihm Betty berichtete.

„Sein berufliches Umfeld, er war Trader in einer Bank, konnte uns auch kein Motiv für diesen Mord liefern. Unser Opfer war eher ruhig und unauffällig. Er hatte auch keine Techtelmechtel mit den weiblichen Kolleginnen oder Stress mit den männlichen Kollegen. Und schwul war er wohl auch nicht.“ Oder doch? Betty war verunsichert, was diese Möglichkeit anging. Sie hatten dazu noch keine wirklichen Erkenntnisse, aber das wollte sie Schmitti gegenüber nicht zugeben. Stattdessen wechselte sie gedanklich das Thema.

Seufzend dachte sie. „Beneidenswert, ich hätte auch gern einen Kollegen, der nicht so viel Stress macht und mir zudem auch nicht an die Wäsche will so wie Schmitti.“ Ihren Blick hatte sie unwillkürlich von ihm abgewendet. Er schien zu ahnen, was sie dachte und meinte: „Wenn du etwas zugänglicher wärst, wären wir das beste Team in der Stadt“.

Erbost über seine Anspielung wegen ihrer Zurückhaltung ihm gegenüber, antwortete sie schnippisch. „Ich habe es auch nicht so nötig wie DU.“ „Lesbische Zicke“, rutschte ihm heraus. Dann schwieg er, denn er wusste wie wenig hilfreich diese Bemerkung war.

Kurz entschlossen und aus einem Impuls heraus, stand Betty plötzlich auf. Mit wenigen Schritten und einem lasziven Lächeln auf den Lippen kam sie auf ihn zu. Ihre Hüpften bewegten sich dabei sehr geschmeidig hin und her.

Schmitti sah sie verwundert an. Dieses lässige Verhalten kannte er nicht von ihr. Zumindest nicht ihm gegenüber. Wollte sie einen Tatverdächtigen zum Reden bringen, kam es schon einmal vor, dass sie sich so verhielt.

Doch was sie nun mit ihm tat, erstaunte ihn sehr. Denn Betty stand dicht vor ihm, griff sanft in seinen Schritt und streichelte seinen Schwanz. Er genoss es ohne über die Konsequenzen nach zu denken. „Das gefällt dir“, hauchte sie ihm ins Ohr. Als er nickte und dann noch säuselte. „Oh ja, ja, jahh.“ Grinste sie schelmisch und beendete abrupt seinen Genuss.

„Wieso hörst du auf?“, fragte er enttäuscht. Dann grinste er plötzlich und meinte: „Du wagst nicht ihn aus meiner Hose zu holen, oder?“

Betty grinste nur und wendete sich von ihm ab. „Mach’s dir doch selber.“ Sie ging zu ihrem Schreibtisch zurück und setzte sich so geschickt hin, dass ihre schönen, wohlgeformten Beine durch den engen Minirock noch besser zur Geltung kamen. Unvermittelt sprach sie kühl und sachlich weiter über die Erkenntnisse in ihrem aktuellen Fall.

Sie wusste, dass sie ihren Kollegen mit ihrem Verhalten provozierte. Doch warum sollte sie mit ihren Reizen geizen. Schließlich war sie Single und hatte ein starkes Interesse daran diesen Zustand zu ändern. Das Schmitti nun noch mehr nach ihr schmachtete amüsierte sie höchstens, ließ sie aber keinesfalls anders agieren.

„Seine Nachbarn haben nichts Auffälliges bemerkt, weder vor der Tat noch am Tattag. Nur die Frau in der Wohnung neben ihm hat sich beschwert, weil er angeblich so oft „besonderen Besuch“ hatte.“ Sie grinste und konnte auch in Schmittis Gesicht ein vielsagendes Grinsen entdecken. Er hatte sich schnell wieder gefangen, obwohl sein Schwanz noch immer nach mehr Berührung verlangte.

„Aha, er hatte also häufig Besuch von Prostituierten. Der Herr Banker hat es privat also krachen lassen.“ Schmittis Gesichtsausdruck schwankte zwischen Bewunderung und Neid. Denn er hatte keineswegs ein zufriedenstellendes Sexualleben, wenn er ehrlich war hatte er außer seiner Hand niemanden, der ihm Erleichterung verschaffen konnte.

Doch sich mit Prostituierten abzugeben, war nicht seine Sache. Dafür war er zu sehr Polizist und wusste viel zu genau, wie sehr manche dieser Frauen ihren Freiern mit ihrem Gestöhne etwas vormachten. Diesem Betrug wollte er sich nicht aussetzen. Echte Gefühle waren ihm immer noch wichtiger. Außerdem kannte er sich selber nur zu gut. Er würde einer dieser Frauen schnell verfallen, wenn sie Strapse, Minirock und High Heels trug und er von ihr einen Blowjob bekommen würde. Daher waren diese Frauen für ihn Tabu.

Erschrocken stellte er fest, dass sein Mangel an sexueller Aktivität dafür gesorgt hatte, dass sein Schwanz beim bloßen Gedanken an Sex sichtbar anschwoll. Zudem spürte er nun mehr als deutlich den ungeplanten Entzug von Nikotin. Seine Hände zitterten und sein Magen grummelte. Doch bevor er auch nur irgendwie auf die Signale seines Körpers reagieren konnte, flog die Tür auf und Frank, der Kollege aus der Forensik, stand unvermittelt im Büro.

„Leute, Leute habe ich gute Laune“, platzte es aus ihm heraus. Sein kleiner Laptop klemmte unter einem Arm und in beiden Händen hielt er einen Becher frischen Kaffee.

„Oh, ja, Kaffee“, jauchzte Schmitti erfreut und wollte nach einem der Becher greifen. Doch Frank reagierte schnell, wich ihm geschmeidig aus und reichte einen der Becher an Betty weiter. Sie grinste und bedankte sich mit einem netten Lächeln.

Schmitti fluchte leise und verschränkte aus Protest seine Arme vor der Brust. “Idiot“, dachte er und musterte den körperlich eher schmächtig gestalteten Kollegen. „Den drücke ich doch mit einem Arm an die Wand“, grummelte er weiter, bevor er sich von den Worten des Forensikers ablenken ließ.

„Also“, legte Frank fröhlich los, während er seinen Laptop aufklappte, um dann doch erst noch einmal einen Schluck von seinem frischen Kaffee zu trinken. Schmitti legte verärgert seine Stirn in Falten und versuchte vergeblich dem Duft des Kaffees zu entkommen. Woraufhin sein Magen noch mehr grummelte und sein Schwanz vorerst hart blieb. Unstimmigkeiten erregten ihn auf eine ungewöhnliche Art und Weise. Leise seufzend lauschte er schließlich den Worten des Forensikers.

Frank flirtete mit Betty, aber für beide war es nur ein kollegiales Spiel, um Schmitti zu ärgern, den beide nicht mochten. “Also, wir haben inzwischen zumindest einen Teil der Fingerabdrücke, DNA-Spuren und Verunreinigungen aus der Wohnung des Opfers identifizieren können.“ „Aha“, kommentierte Schmitti ungeduldig. „Ihr habt immer noch erst einen Teil analysiert. Wieso? Was macht ihr denn sonst so den lieben langen Tag.“

Frank stutzte kurz und lächelte ihn dann freundlich an. Er kannte Schmittis Provokationen und wusste, dass er ihn am meisten damit ärgern konnte, wenn er sie großzügig überging. „Wir haben einige der Fingerabdrücke identifizieren können. Sie gehören zu einigen einschlägig bekannten Damen des horizontalen Gewerbes.“ Es grinste amüsiert.

Während Betty bestätigend nickte, da es ihre bisherigen Ermittlungen bestätigte, konnte Schmitti wieder nur genervt reagieren. „Wissen wir schon. Das Opfer hatte viele Besuche von Prostituierten.“ Er stöhnte absichtlich laut und genervt, bevor er weiter meckerte. „Also, wenn du uns nicht die Namen dieser „Damen“ mitteilen kannst, bringt uns dieses Ergebnis nicht weiter.“

Frank grinste seinen frustrierten Kollegen fröhlich an, tippte demonstrativ auf seinem Laptop herum und ließ den Drucker neben sich surren. Als das Gerät seine Arbeit erledigt hatte, griff er nach dem Papier und hielt es dem Kriminalkommissar unter die Nase.

„Hier Schmitti. Da hast du deine „Damen“ mit Namen und Adresse, schwarz auf weiß. Du kannst sie ja jetzt besuchen.“ Er konnte sich ein triumphierendes Grinsen nicht verkneifen. Denn er wusste, dass Schmitti Ermittlungen im Rotlichtmilieu nicht besonders mochte. Dennoch waren diese nun nicht mehr zu vermeiden.

„In Ordnung“, grummelte Schmitti kleinlaut und nahm das Blatt Papier mit wenig Interesse entgegen. Betty hingegen freute sich, eine wichtige Bestätigung erhalten zu haben und wusste die Arbeit des Forensikers zu schätzen.

„Danke Frank, gute Arbeit“ ließ sie verlauten und klopfte ihm aufmunternd auf seine Schulter, während sie ihn freudig anlächelte. Der Angesprochene erwiderte zufrieden ihr Lächeln, klappte seinen Laptop zusammen, nickte und verließ den Raum.

„Wieso bekommt er ein Lächeln von dir und ich nicht?“ Doch Schmitti kannte den Grund, weshalb er auch nicht mit einer Antwort rechnete. Betty seufzte, stellte den leeren Kaffeebecher auf ihrem Schreibtisch ab und griff nach ihrer schwarzen Lederjacke.

„Also, auf geht es.“ Sie öffnete bereits die Tür ihres Büros, als Schmitti protestierte. „Nein, ich fahre jetzt noch nicht mit dir los. Ich will erst einen frischen Kaffee und eine Zigarette. Vorher fahre ich nirgendwo hin.“ Er stemmte seine Hände in seine Hüften und blieb demonstrativ stehen.

Doch Betty kannte bereits dieses kindliche Verhalten und ignorierte es. „Hol dir einen Kaffee. Ich gehe schon mal zum Auto. Bis gleich.“ Damit war sie aus der Tür. Schmitti stand verärgert im Büro, hielt immer noch immer den Zettel des Forensikers in einer Hand und schüttelte enttäuscht seinen Kopf. Sie hatte ihm wieder einmal ihren Willen aufgezwungen, ohne dass er es hatte verhindern können.

Verärgert schnaufend verließ er ebenfalls das Büro. Doch sein Weg führte zuerst zum Kaffeeautomaten und danach erst zum zivilen Dienstwagen seiner Kollegin.