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Es ist Herbst in Painters Mill und die 14-jährige Katie Burkholder und ihr Bruder Jacob sollen in Zimmerman's Orchard Äpfel pflücken. Keine Arbeit, die Katie gerne macht, doch als ihre Freundin Mattie auftaucht, um zu helfen, wird die Stimmung schon besser. Mattie ist seit Kindertagen ihre beste Freundin, diejenige, der sie alles anvertraut. Der Spaß hat ein jähes Ende, als Billy Marquart mit seinen Freunden auftaucht. Billy ist ein Raufbold, der keinem Streit aus dem Weg geht. Doch Mattie weiß, wie man den 'Englischen' umgeht und verschwindet mit Billy in der nahen Scheune. Kurze Zeit später lodern Flammen aus der Scheune, doch Mattie leugnet, dass sie etwas damit zu tun hatte. Katie verdächtigt Billy, doch da ist etwas, das nicht zusammenpasst. Wer lügt hier? Je mehr Katie herausfindet, umso misstrauischer wird sie. Wird ihre Freundschaft zu Mattie die Wahrheit verkraften?
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Seitenzahl: 71
Veröffentlichungsjahr: 2020
Linda Castillo
Eine Kate-Burkholder-Story
Es ist Herbst in Painters Mill und die 14-jährige Katie Burkholder und ihr Bruder Jacob sollen in Zimmerman’s Orchard Äpfel pflücken. Keine Arbeit, die Katie gerne macht, doch als ihre Freundin Mattie auftaucht, um zu helfen, wird die Stimmung schon besser. Mattie ist seit Kindertagen ihre beste Freundin, diejenige, der sie alles anvertraut. Der Spaß hat ein jähes Ende, als Billy Marquart mit seinen Freunden auftaucht. Billy ist ein Raufbold, der keinem Streit aus dem Weg geht. Doch Mattie weiß, wie man den ‚Englischen‘ umgeht und verschwindet mit Billy in der nahen Scheune.
Kurze Zeit später lodern Flammen aus der Scheune, doch Mattie leugnet, dass sie etwas damit zu tun hatte. Katie verdächtigt Billy, doch da ist etwas, das nicht zusammenpasst. Wer lügt hier? Je mehr Katie herausfindet, umso misstrauischer wird sie. Wird ihre Freundschaft zu Mattie die Wahrheit verkraften?
Weitere Informationen finden Sie auf www.fischerverlage.de
Linda Castillo wurde in Dayton/Ohio geboren und arbeitete lange Jahre als Finanzmanagerin, bevor sie mit dem Schreiben anfing. Ihre Thriller, die in einer Amisch-Gemeinde in Ohio spielen, sind internationale Bestseller, die immer auch auf der SPIEGEL-ONLINE-Bestenliste zu finden sind. Die Autorin lebt mit ihrem Mann auf einer Ranch in Texas.
Weitere Informationen finden Sie unter www.fischerverlage.de
Für die deutsche Ausgabe: (c) 2020 S. Fischer Verlag GmbH, Hedderichstraße 114,
60596 Frankfurt am Main
Deutsche Erstausgabe
Erschienen bei FISCHER digiBook
Copyright (c) 2016 by Linda Castillo.
Die amerikanische Originalausgabe erschien 2016 unter dem Titel "Seeds of Deception" bei
Minotaur Books, New York, USA.
Dieses Werk wurde im Auftrag von St. Martin's Press durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, Hannover, vermittelt.
Covergestaltung: www.buerosued.de nach einer Idee von David Baldeosingh Rotstein
Coverabbildung: Shutterstock
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ISBN 978-3-10-491017-8
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Zimmermans Obstplantage war wirklich [...]
Zimmermans Obstplantage war wirklich nicht der Ort, an dem die vierzehnjährige Katie Burkholder jetzt sein wollte, schon gar nicht mit ihrem großen Bruder Jacob. Er war herrisch und ungefähr so lustig wie eine störrische Milchkuh. Aber Mamm hatte darauf bestanden. Sie wollte Apfelkuchen und Apfelbutter verkaufen und brauchte für die Herstellung hundertfünfzig Kilo. Katie hatte bereits das Schild gemalt, das ihr Datt an der Einmündung zu ihrer Farm aufstellen würde: HAUSGEMACHTEAPFELBUTTER $3.99, AMISCHERAPPLEPIE $5.99. Aber ohne Würmer, hatte ihre Mamm noch hinter ihnen hergerufen, als sie hinausgingen. Und pass auf, dass deine Schwester keinen Unfug treibt.
Den letzten Satz hätte sie sich ruhig sparen können. Als könnte man auf einer Obstplantage Unfug treiben. Aber Mamm war vermutlich noch immer wütend auf sie. Vor zwei Tagen hatte sie Katie dabei erwischt, wie sie abends im Bett mit der Taschenlampe – die sie für einen Dollar in der Drogerie gekauft hatte – unter der Decke ein Buch las. Das Lesen selbst war nicht das Problem, sondern das Buch, das ihre beste Freundin Mattie ihr geliehen hatte: ein Thriller, in dem die junge Heldin Verbrechen aufklärte und zum ersten Mal geküsst wurde. Katie gefiel die Geschichte, aber Mamm hatte das Buch genommen und in den Müll geworfen, ohne dass sie es zu Ende lesen konnte. Deshalb war Katie zum Äpfelpflücken verdonnert worden und Jacob als Aufpasser abgestellt, der diese Aufgabe gewissenhaft erfüllen würde.
Datt hatte sie mit dem Buggy zur Obstplantage gefahren. Während Jacob sie bei Mrs. Zimmerman anmeldete und zwei Weidenkörbe, zwei Handkarren sowie Anweisungen bekam, wo sie pflücken sollten, war Katie schon vorausgegangen.
»Hör auf, so miesepetrig zu sein.«
Beim Blick zurück über die Schulter sah Katie, dass er mit beiden Handkarren hinter ihr herkam. »Ich hab wirklich Besseres zu tun, als hier rumzulaufen und mit dir Äpfel zu pflücken«, erwiderte sie.
»Einen englischen Liebesroman lesen, ja?«, fragte er grinsend.
»Es war ein Thriller«, verteidigte Katie sich und packte den Griff der zweiten Karre.
»Ein und dasselbe.«
»Du bist nur neidisch, weil ich besser lesen kann als du.«
»Du meinst wohl, den Kopf besser mit nutzlosen Worten füllen.« Er ging vor ihr die Baumreihe entlang. »Mamm sagt, die Bücher sind Schund.«
Katie hob einen faulen Apfel auf und traf ihn damit voll im Rücken.
Jacob wirbelte lachend herum, und auch Katie musste lachen. Ihr Bruder war zwar ein Stück älter, aber manchmal konnte man auch Spaß mit ihm haben. Vor allem, wenn er sie nicht herumkommandierte. »Pass bloß auf, Kleine«, warnte er sie. »Ich kann viel fester werfen als du.«
Da war was dran. Vor nicht allzu langer Zeit konnte sie ihn noch niederringen, schneller laufen als er und den Baseball weiter werfen. Aber jetzt nicht mehr. Jacob war einen ganzen Kopf größer als sie und hatte Muskeln wie kleine Schinken. Natürlich wusste Katie, dass er viel zu nett war, um ihr weh zu tun. Was man von ihr nicht behaupten konnte, denn sie hatte durchaus auch eine gemeine Ader.
Er zeigte zum Ende der Plantage. »Ich fange bei den hinteren Reihen an, du beginnst hier, und wir arbeiten aufeinander zu.«
Froh, ihn los zu sein, sah Katie hinter ihm her, wobei sie, so gut es ging, gegen ihr Selbstmitleid ankämpfte. Es war einfach nicht fair. Mamm hatte ihr das Buch nicht nur weggenommen, sondern es auch noch auseinandergerissen. Das tat wirklich weh. Aber noch schlimmer war, dass sie es Mattie nicht mehr zurückgeben konnte. Wenigstens hatte Mamm nicht das Lipgloss gefunden, das in einer Socke versteckt in der Schublade lag.
Resigniert ließ sie den Griff der Handkarre auf den Boden fallen, ging zum nächsten Baum, pflückte einen glänzenden, goldgelben Apfel vom Ast und legte ihn behutsam in den Korb, damit er keine Druckstellen bekam oder sonst wie beschädigt wurde.
Es war ein herrlicher, warmer Augusttag mit einer leichten Brise, die schon den Herbst ankündigte. Zum Glück konnte Katie bei der Arbeit mit offenen Augen träumen, anscheinend das Einzige, worin sie wirklich gut war. So gab sie sich den verbotenen Gedanken an den Jungen hin, der ihrem Datt und ihrem Bruder vor ein paar Wochen bei der Heuernte geholfen hatte. Er hieß Daniel Lapp, war so alt wie Jacob und ein tüchtiger Arbeiter. Er hatte das Gesicht eines Engels, und wenn er lächelte, funkelten seine schönen Augen. Es war ein heißer Tag gewesen, und Mamm hatte ihr aufgetragen, ihnen Limonade aufs Feld zu bringen. Daniel hatte zwar kein Wort zu Katie gesagt, aber als sie ihm das Glas reichte, lächelte er. Mit weichen Knien war sie dann zurück zum Haus gegangen. Und in der Nacht hatte sie von ihm geträumt.
Katie drehte gerade einen weiteren Apfel vom Ast, als etwas sie heftig in den Rücken traf.
Sie wirbelte herum, um es ihrem Bruder – denn wer konnte es anders sein – umgehend heimzuzahlen. »Mattie!«
Ihre amische Freundin krümmte sich vor Lachen. »Du hättest dein Gesicht sehen sollen! Als wolltest du den Blödmann, der es wagt, dich zu attackieren, windelweich prügeln!«
