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That's Rock 'n' Roll! Der Gitarrist der aufstrebenden Rockband «Frohe Zukunft» wird tot auf der Bühne gefunden – ermordet mit seiner eigenen Gitarre. Wenig später stirbt der Sänger der «Perlen» – erstochen mit seinem Cello. Dass sich ein Mörder in der deutschen Rockmusikszene herumtreibt, trifft niemanden so hart wie Hank Meyer, Radio-DJ und Privatdetektiv. «Ein komisches, spannendes und pointensicheres Buch.» (Die Welt)
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Seitenzahl: 242
Veröffentlichungsjahr: 2009
Stefan Maelck
Tödliche Zugabe
Hank Meyer ermittelt
Roman
«Heaven has denied us its kingdom/The saints are drunk and howling at the moon/The chariots of angels are colliding/Well I’ll run, babe, but I’ll come running straight to you.»
(Nick Cave, Straight to You)
«Aber durch diese schäbigen Straßen muss ein Mann gehen, der selbst nicht schäbig ist, der eine reine Weste hat und keine Angst.»
(Raymond Chandler, Die simple Kunst des Mordens)
«Wenn der Mord Vernunftgründe hat, leben unsere Zeit und wir selbst in ihrer Konsequenz.
Wenn er keine hat, leben wir im Irrsinn, und es gibt keinen anderen Ausweg, als daraus einen neuen Schluss zu ziehen oder sich abzuwenden.»
(Albert Camus, Das Absurde und der Mord )
Eine alltägliche Situation, doch dem aufmerksamen Betrachter wird es nicht lange verborgen bleiben. Der Mann in der hellen Cordjacke dort drüben am Springbrunnen könnte, rein vom Alter her gesehen, der Vater des Mädchens sein. Er macht gute Miene zu bösem Spiel. Als würde es ihn unendlich belustigen, dass die etwa zehnjährige Göre, das Gesicht von Sommersprossen maskiert, eine Pistole auf ihn richtet. So widerspenstig wie die roten Haare, die zwei straffe Zöpfe kaum bändigen können, wirkt das ganze Kind. Eine martialisch mutierte Pippi Langstrumpf, eine Amazone, die Schrumpfversion von Lara Croft.
Aber die Art und Weise, wie sich der Mann auf das Mädchen zubewegt, ist eindeutig nicht die eines Vaters. Seine ganze Körpersprache verrät Ungeübtheit. Er weiß nicht, wie man mit Kindern in diesem Alter umgeht. Wie man sie beruhigt, statt sie anzustacheln. Wie man es schafft, dass sie einen für cool und nicht für komplett vertrottelt halten. Vielleicht ist er der Stiefvater oder der Onkel oder einfach nur ein Passant, der das Mädchen angesprochen hat.
Der Mann reißt die Hände nach oben, verzieht die Lippen zu einem Grinsen, es wirkt nicht gerade überlegen. Er ruft dem Kind etwas zu, aber das geht im Plätschern der Fontäne unter. Genau wie die Antwort des Mädchens. Dann drückt das Mädchen ab. Noch einmal. Fünfmal nacheinander. Das Lächeln des Mannes erstarrt, er verliert das Gleichgewicht und stürzt über den Rand des Brunnens ins Wasser.
Nennt mich Hank. Ein paar Jahre ist es her, unwichtig, wie lange genau, da bekam ich diesen Namen als Hybrid aus Belobigung und Belustigung. Dachte ich zumindest damals. Inzwischen nennen mich alle so. Egal, ob jemand meine Dienste als Privatdetektiv in Anspruch nehmen will oder sich über Lost Songs Found beschwert, meine wöchentliche Radiosendung. Egal, ob der Hausmeister mich nötigt, mein Fahrrad umzuparken, oder eine ehemalige Freundin darum bittet, dass ich endlich meine Sachen abhole. Hank, geflüstert oder geschrien, geschüttelt oder gerührt. Bis gestern hat mich auch Heuser so genannt. Heuser, mein bester Freund und Helfer in der Not.
Die Gedanken wurden vom metallischen Klirren meines alten Ventilators in Streifen geschnitten, für einen frühen Abend war es immer noch viel zu heiß. Ich hatte allen Grund, niedergeschlagen zu sein, und erlaubte mir einen vorzeitigen Drink. Beton. Becherovka und Tonic. Klar hatte ich Leaving Las Vegas gesehen, aber ich wohnte schließlich in Halle. Und im Gegensatz zu Menschen, die gar nicht tranken, konnte ich durch Abstinenz jederzeit etwas für meine Gesundheit tun.
Ich überlegte, womit ich mich ablenken könnte. Auf das Hölderlin, meine Stammkneipe um die Ecke, hatte ich keine Lust. Da würde man mir nur blöde Fragen stellen. Und Freund Klepzig, dunkeldeutscher Kommissar und Kombattant in etlichen Angelegenheiten, war im Dienst.
Ich ging die letzten Fälle durch. Nichts Spektakuläres. Kleine Fische. Wenig Kohle. Die Zeiten waren mies, viele meiner früheren Kunden hatten inzwischen den ganzen Tag zur freien Verfügung und konnten ihre Frauen selbst überwachen. Größere Fälle spielten entweder in der Wirtschaftskriminalität oder im Kino.
Als Nächstes verwarf ich die Idee, mir ein paar alte Folgen von Starsky und Hutch oder Die Zwei anzusehen. Zu viel Kumpelkult. Ich brauchte jetzt was mit Einzelgängern. Sam Spade, Philip Marlowe, Hoke Moseley oder Isaac Hayes als Truck Turner. Vorbilder für das Leben, das nun auf mich zukam.
Beton gegen die lauernden Übel des Lebens, dazu ein paar alte Soul-Platten, die die blaue Stunde nachfärbten. Und die kühlende Wirkung meines Ledersofas, neben einem Bett, einem Schreibtisch und einem Sessel das einzige Möbel, das ich besaß. Ich mochte es, wenn das Leben etwas Provisorisches behielt. Wohnungen mussten die Möglichkeit zur sofortigen Flucht ausstrahlen. Wobei die Betonung auf Möglichkeit liegt. Zwei weitere wichtige Einrichtungsstücke hätte ich beinah vergessen: Kühlschrank und Telefon. Beide erinnerten mich im selben Moment durch laute Geräusche an ihre Existenz. Ich entschied mich für das Telefon.
«Meyer, schlecht gelaunt und nicht im Dienst.»
«Also wie immer. Hier ist Matthes vom Objekt 5. Wir brauchen dich, Meyer! Wie schnell kannst du hier sein?»
«Gib mir ’ne Woche.»
«Du musst gleich kommen, Gefahr in Verzug.»
«Steh ich auf der Gästeliste?»
«Du stehst hier immer auf der Gästeliste. Was soll der Scheiß?»
«Dann streich mich für heute. Die Combo ist mir zu laut. Ich hab meinen besten Freund verloren und keine Lust auf Menschen, die vor Lebenslust sprühen.»
«Von wegen. Es wird ein ganz stiller Abend, außer dir kommt keine Sau… Mann, Meyer, wie lange brauchst du, bis du’s kapierst? Ich hab hier einen Fall für dich liegen, jetzt schwing dich um Elvis willen auf dein Fahrrad.»
Ich fragte mich, welchen Elvis er wohl meinte, während ich in Richtung Kröllwitz heizte. Ich hatte eigentlich andere Sorgen, und Frohe Zukunft, die für heute Abend angekündigte Band, war nicht meine Kiepe Heu. Dabei ging ich gewöhnlich gern ins Objekt 5. Ein ehrlicher Laden, irgendwann kurz nach der Wende aus einer Ruine entstanden. Hundertachtzig Konzerte im Jahr, und weder die Preise noch allzu viele glückliche Paare versauten einem die Laune. Nur dieser Sympathiepunkte wegen war ich Matthes’ für meine Begriffe etwas zu fordernden Einladung gefolgt.
Matthes fing mich gleich am Eingang ab, ziemlich blass um die Nase. An der Tür wehte ein mit schwarzem Edding gekritzeltes Schild im Sommerwind: Frohe Zukunft fällt aus.
«Hasta la vista, Baby, fehlt euch der vierte Mann zum Doppelkopf?»
Matthes wischte sich den Schweiß von der Stirn. «Wir sind eigentlich komplett, die Band hat Verluste zu beklagen.»
Ich folge ihm ins Halbdunkel des Gebäudes.
Meistens schätze ich es, wenn man mir direkt in die Augen sieht. Allerdings nicht, wenn mein Gegenüber dabei auf dem Bauch liegt, den Kopf seltsam verdreht hat und aus seinem Rücken der Hals einer Fender Stratocaster ragt. Das hier war kein abgeschmackter Werbegag, Marke echtes Hinguckermotiv fürs Konzertplakat. Eher das Gegenteil. Das hier war der Gitarrist von Frohe Zukunft, und er lag tot auf der Bühne.
«Sieht ja aus, als wäre die Zugabe schon vor dem Konzert gelaufen. Die Konkurrenz schläft nicht. Wie heißt der Typ noch?»
«Hagen Hohlbein. Kannst du das übernehmen, Meyer?» Matthes standen neue Schweißtropfen auf der Stirn, sein Zopf klebte irgendwo auf der Schulter unter seinem roten Turnhemd. Zitternd zündete er sich eine Zigarette an.
«Ich kann nicht Gitarre spielen, tut mir leid.»
«Mir ist nicht zum Lachen zumute, Meyer.» Er streckte mir die Schachtel hin.
«Hat schon jemand die Polizei verständigt? Frohe Zukunft ist doch genau Klepzigs Kragenweite.»
Full Metal Klepzig war seit einer halben Ewigkeit Hauptkommissar und schätzte Musik, die so klang, als würde man Katzen killen. Kurz nach unserer Zusammenarbeit an den legendären Schlüpfermorden hatte er sich von seiner Frau getrennt, seitdem wohnte er in meinem ehemaligen Büro über dem Hölderlin. Dort hatten wir schon, als an eine kriminalistische Kooperation noch gar nicht zu denken gewesen war, so manche Sitzung unserer kleinen Männerschweigegruppe abgehalten. Zu dritt natürlich, mit Heuser.
«Klepzig ist in Hohenmölsen unterwegs, wegen eines Nachbarschaftsstreits. Er kommt, sobald er kann.»
Der Kommissar räumte also mal wieder die Landbevölkerung auf, dann würden wir eben ohne ihn beginnen. «Wo ist der Rest der Band?»
«Oben in der Garderobe. Ich hab erst mal alle hochgeschickt, damit die hier nichts anrühren.»
Voll der Profi, dieser Matthes. Als würde er im Objekt jeden Tag Leichen begutachten und Tatorte absichern. «Wer hat den Toten gefunden?»
Matthes schaute in sich hinein wie jemand, der keinen Fehler machen will. Als würde in ihm drin der Film abgespult, den er vorhin gleich mit seiner eingebauten Kamera gedreht hatte.
«Der Techniker, der kam als Erster vom Essen zurück. Der Rest der Band saß noch drüben im Biergarten an der Saale.»
«Den müsste ich, wenn überhaupt, als Ersten sprechen.»
«Wie, wenn überhaupt?»
«Wenn ich den Fall übernehme. Aber darüber reden wir später. Warum hat keiner einen Arzt verständigt?»
«Der Bassist der Band ist Arzt. Der konnte nur noch den Tod feststellen.»
Die Kleinarbeit würde die Spurensicherung erledigen, aber bis die hier eintraf, hatte ich Zeit, die Sauerei aus der Nähe zu betrachten. Die Szenerie sah aus wie ein aufgeblasenes Zitat aus der Geschichte der Rockmusik. Nur dass Frohe Zukunft gerade mal dabei gewesen war, ihr erstes Kapitel zu schreiben. Ihr Debüt-Album Abrissbirne Diskokugel hatte sich ganz beachtlich verkauft. Eine Mischung aus Schwermetall und Elektronik, die den Nerv eines großen Publikums traf. Dazu waren die Auftritte der Band berüchtigt für ihren exzessiven Charakter.
Ein toter Gitarrist, dem Verkauf des Albums würde es vermutlich helfen, auch wenn Hohlbein das magische Alter von siebenundzwanzig schon überschritten hatte. In Dunkeldeutschland konnte man auch mit Mitte dreißig noch ein toter Held werden, die Uhren tickten hier einfach anders. Das durfte ich oft genug feststellen, seit es mich in den Osten verschlagen hatte.
Ich ließ mir am Tresen ein Guinness geben und untersuchte die Bühne. Die Backline der Band war so riesig, als wollten sie damit die ganze Peißnitzinsel beschallen. Hohlbein hatte mit Kreide einen Halbkreis auf die Bühne gezogen, den durften seine Musiker nicht übertreten, damit er mit seinen 1,65Meter nicht kleiner wirkte als die anderen. Jetzt lag er selbst in diesem Halbkreis und war damit einer der wenigen Toten der Kriminalgeschichte, die der Spurensicherung schon Arbeit abgenommen hatten.
Ich versuchte, nicht in die Blutlache zu treten, die sich großzügig über den Boden verteilte, und überlegte, wie ich die Leiche auf die Seite drehen konnte, um an die Hosentaschen heranzukommen. Als ich im Hintergrund die vertraute Stimme vernahm, konnte ich gerade noch einen mit Blut bespritzten Zettel herausfischen, der unter Hohlbeins Armbanduhr klemmte.
Klepzig machte auf großen Auftritt. Mit gezogener Pistole stürmte er das Objekt 5. Wahrscheinlich hatte ihn die Nachricht vom Tod Hagen Hohlbeins noch gar nicht erreicht, und er wollte einfach nur verhindern, dass die Band anfing zu spielen, bevor er mit einem Bier seinen Stammplatz an der Theke eingenommen hatte. Abrissbirne Diskokugel war eine seiner Lieblingsplatten. Schnell ließ ich den zerknitterten Zettel in der Innentasche meiner Jacke verschwinden.
Der nächste Tag war aus Beton. Ich erwachte mit dem Lemurengrinsen von Hagen Hohlbein vor Augen, einer Mischung aus Überraschung und schmerzvoller Ekstase. Wahrscheinlich hatte er im Sterben noch gedacht, dass dieser Tod angemessen ist. Besser, als von einem Trabant überfahren zu werden oder wie Andy Warhol an einer Gallenblasenoperation zu sterben. Wie hat Kinky Friedman es mal formuliert: Früher oder später sterben wir alle einen zu frühen Tod.
Wir waren für den Vormittag im Objekt verabredet. Matthes brachte Kaffee. Klepzig rief an und sagte ab. Er habe die halbe Nacht gebraucht, um die Bandmitglieder zu befragen, und in den frühen Morgenstunden eine Pressekonferenz abgehalten. Blitzlichtgewitter und blitzgescheite Fragen. Ich wusste, dass Klepzig es hasste. Wie fast alles außer Slayer und Saufen. Ich überlegte mal wieder, was er wohl gemacht hätte, wenn er kein Bulle geworden wäre. Klempner Klepzig, das klang gut, dafür fehlte ihm allerdings das Fingerspitzengefühl. Für einen Busfahrer war er zu unpünktlich, und für die Bundeswehr war selbst Klepzig nicht blöd genug. War also nur das organisierte Verbrechen geblieben, oder eben die Polizei.
«Sieht so aus, als hätte Hohlbein noch eine Rechnung mit Jimi Hendrix offen gehabt», versuchte ich Matthes aufzuheitern. Der grinste gequält. «Probier doch einfach mal, nicht lustig zu sein!»
«Okay, tut mir leid, mir ging’s auch nicht so gut in den letzten Tagen. Der Tod ist nun einmal nicht mein Ding, aber ich lebe davon, und ich glaube, du wolltest mir ein Angebot machen.»
«War eigentlich nicht meine Idee, dich zu engagieren.» Matthes nestelte verlegen an seinem Zopf.
«Wessen dann?»
«Karlo Kaltwasser, der Sänger der Band, meinte, du wärst der Richtige.»
«Auf dessen Urteil würde ich so viel geben wie auf seine Texte. Aber vielleicht hat er nicht nur bei Ton Steine Scherben geklaut und bezahlt mich aus seiner Privatkasse.»
Matthes setzte den Hundeblick auf. «Du weißt, dass wir nicht gerade im Geld schwimmen, aber mit diesem Mord ist der ganze Laden gefährdet. Du bist sowieso dauernd hier, du kennst die Szene, und es ist besser, als ständig die Polizei im Haus zu haben.»
«Die Polizei werdet ihr kaum raushalten können. In den nächsten Tagen ziehen die hier ein. Und der Oberstaatsanwalt hat euch sowieso auf dem Schirm, weil sich immer wieder Anwohner über den Krach beschweren. So langsam wird das hier ’ne feine Gegend. Eigentlich ist ein Mord gar nicht so schlecht für Kröllwitz.»
«Wie meinst du das?»
«Vielleicht ziehen dann nicht mehr so viele Geldsäcke her, die ein stilles und sauberes Viertel wollen.»
«Verstehe. Wir haben die Nummer selbst inszeniert.»
«Staatsanwälte denken so, und seit unser Freund Hösendorfer zurück ist, regiert wieder das eiserne Zepter des Vorurteils. Klepzig ist kurz davor, in den Sack zu hauen.» Dass Holger Hösendorfer vor ein paar Jahren als Oberstaatsanwalt abgedankt hatte, um es in der Politik zu versuchen, kürzlich aber auf seinen alten Posten zurückgekehrt war, weil er in der Politik über irgendetwas gestolpert war, wusste Matthes wohl selbst.
«Klepzig wollte schon in den Sack hauen, als er noch auf der Polizeischule war.»
«Nur wird es immer schlimmer. Lass gut sein. Wie stellst du dir unsere Zusammenarbeit in Zahlen vor?»
Matthes nannte mir eine Summe, die überraschenderweise nicht als Tages-, sondern als Wochensatz gedacht war. Spesen inklusive.
«Dafür muss ich halbtags noch die Obdachlosenzeitung verkaufen.»
«Und ihr trinkt bei uns umsonst.»
«Ihr? Ich bin Single, falls du das noch nicht weißt.»
«Ich dachte an Heuser und dich. Ihr arbeitet doch zusammen, oder?»
Ich verspürte nicht die geringste Lust, ihm die Geschichte mit Heuser zu erzählen, solange ich sie selbst nicht begriffen hatte. «Seit vorgestern nicht mehr. Aber ich trink für zwei. Und bevor ich nachts darüber wachliege: Hast du einen Verdacht?»
Matthes schaute überrascht auf, so als höre er das Wort Verdacht zum ersten Mal. «Keinen, den ich wirklich begründen könnte, aber Hohlbeins alte Band ist wohl immer noch ziemlich sauer, dass er ausgestiegen ist und dann mit Frohe Zukunft gleich Erfolg hatte.»
«Wie heißt die alte Band?»
«Perlen. Früher Perlen vor die Säue. Sind die Lokalhelden in Erfurt. Hohlbeins Abgang ist nicht gerade freundlich verlaufen. Irgendeine Frau soll da ’ne Rolle gespielt haben, aber frag mich nicht.»
Beim Rock ’n’ Roll geht’s nun mal um Rock ’n’ Roll, dachte ich. Den Rest sollten mir die Perlen erzählen.
Zweites Frühstück. Ich gab einen extra Löffel Ostfriesentee in die Kanne und legte Soul Rush von Nicolai Dunger auf. Ich hatte beschlossen, den Fall zu übernehmen, auch wenn er schlecht bezahlt war. Eine gute Möglichkeit, nicht an Heuser zu denken. Eine gute Möglichkeit, nicht über mich selbst nachzudenken. Nicolai Dunger sang in Blue from Death über den Verlust eines Freundes. Ich wechselte zu Info-Radio.
Klepzigs Stimme. Wenigstens auf diesem Weg ließ er von sich hören. Dass er es mal wieder in den Info-Sender geschafft hatte, würde Hösendorfer ärgern, auch wenn Klepzig nur das übliche Allerlei von «verschiedenen Spuren» vortrug und versprach, die Öffentlichkeit auf dem Laufenden zu halten.
Ich überlegte, wo ich anfangen sollte. Ein Gitarrist auf dem Weg in den deutschen Rock-Olymp war brutal ermordet worden. Alles, was wir hatten, war eine verlassene Band, irgendetwas mit einer Frau und – genau. Den hatte ich ja völlig vergessen. Ich angelte den Zettel aus meinem Hemd, das eigentlich längst überfällig war. Gelegentlich war es von Vorteil, wenn man es mit der Reinlichkeit nicht so genau nahm.
An einigen Stellen hatte Blut das Dokument verklebt, es gelang mir aber, ein Blatt von der Größe einer Zigarettenschachtel aufzufalten. Rechts unten war ein Stück angerissen. Ich las den leichtverschmierten Computerausdruck, der von meinem Ventilator sanft gestreichelt wurde.
Des Menschen erste Widersetzlichkeit
Und jenes untersagten Baumes Frucht,
Die dieser Welt durch sterblichen Genuß
Den Tod gebracht und unser
But they don’t know th
Bei «th» war der Zettel abgerissen worden. Und hinter «unser» schien auch was zu fehlen. Ganz abgesehen von der Frage, warum diese Zeilen unter der Uhr des ermordeten Hagen Hohlbein gesteckt hatten, war es mir ein Rätsel, woher sie stammten. Aus der Bibel vielleicht? War die in solchen Versen geschrieben? Und was sollte der englische Satz am Ende? Heuser hätte es sofort gewusst, aber der stand nun mal nicht zur Verfügung. «Des Menschen erste Widersetzlichkeit», das klang schon etwas alttestamentarisch.
Ich konnte Ulli fragen, den Wirt im Hölderlin. Der schlief gewöhnlich mit einer Bibel unter dem Kopfkissen. Ich selbst hatte in verschiedenen Hotels erwogen, mal eine mitgehen zu lassen. Man musste in Zeiten der Rezession doch wenigstens die Bibelindustrie fördern. Aber eine klauen? Es gab Grenzen.
Ein wenig mehr Glauben würde den Menschen hier guttun. Gut neunzigtausend Einwohner hatte Halle in den Jahren nach dem Ost-Zusammenbruch verloren, und die wenigsten lagen dort, wo Hagen Hohlbein demnächst einchecken würde. Die Mehrheit war einer alten russischen Weisheit gefolgt: Go West Young Man. Das Verschwinden des Glaubens war ein Symptom dieser Nachwendegesellschaft, aber wenn man Walter Serner glauben durfte, war eigentlich alles ein Symptom…
Das Telefon riss mich aus meinen Phantasien.
«Betonwerk Frohe Zukunft, ich sitze hier mit eingemauerten Füßen. Wer ist da?»
«Na, ich!» Die Stimme war kaum zu hören, es musste der Flüsterer sein.
«Besser als der Hexer oder der Zinker. Was gibt’s?»
«Ich hab was für dich.»
Der Flüsterer konnte mein breites Grinsen zum Glück nicht sehen.
«Das heißt, du brauchst was von mir», gab ich zurück. Unser altes Spiel.
«Wie könnte ich. Komm einfach vorbei. Lohnt sich.» Ich hasste es, dass der Typ nie mit der Sprache rausrückte.
«Hat das Zeit bis morgen?»
«Ich hab alle Zeit der Welt. Aber…» Der Flüsterer zog an seiner Zigarette und blies den Rauch vernehmbar in den Hörer.
«Was, aber? Hast du einen von diesen Managerkursen belegt: Wie manipuliere ich mein Gegenüber?» Ich wurde langsam ungeduldig.
«Aber: Des Menschen erste Widersetzlichkeit …»
Ich schaute auf den Zettel. Haargenau die erste Zeile. Trotzdem tat ich desinteressiert. «Ja, und weiter?»
«Und jenes untersagten Baumes Frucht ...» Identisch.
«Okay, wo steckst du?»
Ich hörte ihn siegessicher lachen. Dabei konnte er doch beim besten Willen nicht wissen, worum es ging.
«Ab drei bin ich im Laden. Komm am besten da vorbei.»
Bis 15Uhr blieb noch etwas Zeit. Ich betonierte meine Seele ein wenig nach und ölte mein Wanderer-Fahrrad, die größte Anschaffung meines Lebens. Politisch korrekte Menschen hielten der Firma Wanderer zwar immer noch das Hakenkreuz auf ihren Schreibmaschinen vor, ich aber liebte mein Fahrrad, unbeeindruckt von der Geschichte der Firma, die es gebaut hatte. In meinem Alter, um die vierzig, haben die meisten Männer statistisch gesehen schon zwei Autos zu Schrott gefahren, und die, die noch am Leben waren, arbeiteten gerade am dritten. Ich hatte nicht mal einen Führerschein, nur dieses unkorrekte Fahrrad, und das belud ich jetzt mit meinem 82Kilo wiegenden Anteil an der Kollektivschuld und heizte in Richtung Innenstadt. Ich drückte mich an den Autos vorbei, wich immer wieder auf den Bürgersteig aus. Warum war in Halle bloß dauernd Stau? Ständig Berufsverkehr, obwohl die meisten gar keinen Job hatten.
Als ich die Kleine Ulrichstraße hinunterrollte, musste ich laut lachen. Der Laden mit den sauteuren Einbauküchen war über Nacht zu einem Tempel für Klaviere mutiert. Wahrscheinlich hatte inzwischen jeder in Halle eine Küche für fünfzigtausend Euro, jetzt war das Piano dran. Ich dachte an Philippe Djian: Wenn Sie Blues spielen wollen, dann müssen Sie das Piano nach Süden stellen. Warum nicht nach Osten?
Der Flüsterer empfing mich vor seinem kleinen Plattenladen am Hallmarkt, einem Refugium für die letzten Dinosaurier des guten Geschmacks. Schwitzend und rauchend saß er auf der Treppe.
Bei ihm im Whispers bekam man alles, was das Sammlerherz zusammenträumen konnte: jede Menge Vinyl aus den USA, sauteure Erstausgaben alter Soul- und Jazzalben und so ziemlich jedes Album aus dem Neil-Young-Umfeld, also Pressungen aus Ländern, von denen man sich kaum vorstellen konnte, dass es dort schon Strom gab. Der Flüsterer, ein langer Kerl mit noch längeren Koteletten, hatte ein sonderbares Glänzen in den Augen. Das kam nicht oft vor. Entweder war ihm der ganz dicke Fisch ins Netz gegangen oder ein Neil-Young-Bootleg aus Nord-Korea.
«Meyer, alter Zoodirektor, ich hatte gerade ein Déjà-vu!»
«Dann sollten wir zusehen, dass wir hier wegkommen, Déjà-vus sind Fehler in der Matrix.» Das war mir so herausgerutscht. Vielleicht sollte ich mich gleich daran gewöhnen, die Filmzitate selbst beizusteuern. Bisher war das Heusers Aufgabe gewesen.
«Hör auf mit dem Quatsch. Solche Filme braucht doch kein Mensch!»
Der Flüsterer war ein Vordigitaler, ein Analog-Apostel, ein Vinyl-Junkie, der zu Hause nicht mal einen CD-Player hatte. Er strich mir wohlwollend über den Kopf.
«Du solltest auch Mütze tragen, dein Resthaar zieht sich ja schon nach Mecklenburg zurück. Ich hab da was für dich.» Er stülpte mir ein Cap auf, auf dem Northern Soul stand. Damit konnte ich leben. Besser als mit DDR oder RTL!
«Was hat das jetzt mit Hagen Hohlbein zu tun? Stammt das aus der Zeit, als er noch mit der Schwalbe durch die Gegend fuhr?»
«Steht dir», stellte der Flüsterer ungerührt fest und ging in seinen Laden. Ich folgte ihm und warf dabei einen Blick ins Schaufenster, um mein neues Outfit zu überprüfen. Etwa so wie der Junge in Cowboy Rocker von Udo Lindenberg. Dreißig Jahre musste das her sein.
«Jetzt kommen wir also zum Geschäftlichen?», tastete ich mich vor.
«So würde ich es nicht nennen. Wir trinken erst mal eine Tasse Bohnenkaffee, dann sag ich ‹achtzehn›, und dann kommst du.»
Geheimnisse gab es ja bekanntlich nicht mehr viele in dieser unterilluminierten und überinformierten Welt. Auf einmal liebte ich den Flüsterer dafür, dass er eine Sache noch richtig spannend machen konnte.
«Weißt du eigentlich, dass es die neue Neil Young nicht auf Vinyl geben wird?»
Er hatte eröffnet. Daher wehte der Wind.
«Das ist dieser Kanadier, oder? Der den ganzen Tag mit der Eisenbahn spielt.»
«Es sollen aber Promo-CDs im Umlauf sein…»
«Wer sagt das? Die Koteletten-Polizei?»
«Des Menschen erste Widersetzlichkeit ...» Der Flüsterer grinste breit und wedelte mit einem Zettel, der genau aussah wie jener, den ich in der Blut-Batik-Version auf meinem Schreibtisch wusste. Ich griff zu. Der Text war identisch, bis auf die letzte Zeile.
«Woher hast du den?»
Der Flüsterer griff unter den vollgemölten Tresen und beförderte ein Curtis-Mayfield-Album ans Tageslicht, Curtis Live.
«Hohlbein hat mir vor ein paar Tagen einen Stapel alter Platten verkauft. Echte Schätze. Brauchte wohl Kohle. In einer hab ich den Zettel gefunden.»
«Okay. Die Neil-Young-Promo liegt heute Abend im Hölderlin für dich bereit. Das Mayfield-Album ist mit im Preis. Das nehm ich gleich mit.»
Ich schob zwei Finger unter den Rand meiner neuen Soul-Haube und schwang mich aufs Rad.
Zu Hause legte ich Curtis Live auf den Plattenteller und die Papiere mit den gestelzten Versen nebeneinander auf den Schreibtisch. Die oberen vier Zeilen waren identisch, nur die letzten Zeilen offerierten einen kleinen Unterschied. Der Zettel, den ich vom Flüsterer bekommen hatte, zitierte den Meister: If there’s a hell below/We’re all gonna go. Curtis Mayfield zum Mitsingen. Und plötzlich wusste ich auch, woher ich die letzte Zeile auf dem blutverschmierten Zettel kannte: But they don’t know th… Ich drehte die Anlage auf und hörte genau hin: But they don’t know/there can be no show/If there’s a hell below/We’re all gonna go. Die ersten beiden Zeilen hatte Hohlbein vermutlich vor den anderen bekommen. Er hätte die Drohung ernst nehmen sollen. Beim Soul geht es ums Überleben, beim Rock ’n’ Roll um die verschiedenen Formen des Todes. Doch vielleicht hatte Hohlbein die Drohung gar nicht ernst nehmen können, weil er sie nicht verstand? Aber sie wissen nicht/dass es keine Show geben kann/Wenn es eine Hölle gibt/werden wir alle dorthin kommen.
Am nächsten Tag sollte es Klepzig schon wieder ins Radio schaffen, und dieses Mal war es vermutlich mehr nach Hösendorfers Geschmack.
Zu nachtschlafender Zeit klingelte Klepzig mich raus. Leicht benommen, war meine erste Vermutung, er habe ein paar Schätze aus seiner akustischen Folterkammer hervorgezaubert, die er jetzt mit mir teilen wollte. Dann fiel mir ein, dass ich seit bald vierundzwanzig Stunden auf seinen Rückruf wartete und er es war, der sich rar machte. Irgendwann hörte die Nächstenliebe auf, und dieser Zeitpunkt war jetzt gekommen.
«Ruf mich morgen an, Klepzig!» Ich wollte auflegen, da wimmerte es aus der Leitung.
«Ich habe nur einen Anruf. Hösendorfer hat mich verhaften lassen.»
«Ist er ja spät draufgekommen.»
Klepzig war einer der letzten ehrlichen Polizisten. Einer, der sich nichts zustecken ließ, der seine Vorgesetzten verhöhnte und seine Verbindungsleute deckte. Solche Beamte werden heute gewöhnlich viel schneller aus dem Weg geräumt.
«Bitte, Meyer, geh in den Puff!»
«Danke für den Tipp, das rät mir meine Mutter auch immer.»
«Du musst rausfinden, wer sich unter meinem Namen ein paar flotte Nächte gemacht hat, im Uschi Club, du weißt schon. Unser Freund muss das ein wenig übertrieben haben. Die Herbergsmutter hat Anzeige erstattet wegen Nötigung, Erpressung und Hausfriedensbruch. Der falsche Klepzig hat nämlich bei seiner letzten Stippvisite die Einnahmen des ganzen Abends beschlagnahmt.»
«Und du bist sicher, dass du nicht hin und wieder ein paar Slayer-Platten rückwärts gehört hast und dann Stimmen, die dir sagen: Prügel die Puffmutter?»
«Quatsch. Der Typ ist ein Trittbrettfahrer. So was gab’s schon in verschiedenen Städten. Normalerweise geben sich die Pufflutscher aber als Popstars oder Politiker aus.»
«Die Nutten wollen ja auch mal was zu erzählen haben.»
«Haben sie ganz sicher. Also bitte, Meyer, fahr hin und krieg raus, wer das war.»
Gut, dass Klepzig mein Grinsen jetzt nicht sehen konnte. Ein Bulle beauftragt einen Privatdetektiv. Klasse.
«Bezahlung klären wir später. Du kannst das Geld schon mal auf den Nachtschrank deiner Zelle legen.»
Ich fand das eigentlich gar nicht so komisch. Als ob es nicht genügte, dass ich auf Heuser verzichten musste. Jetzt also auch noch auf Klepzig.
Dafür ging ein alter Traum in Erfüllung: einmal für Lost Songs Found im Puff zu recherchieren. In den alten Westernfilmen waren die Cowboys meistens in die Damen verliebt, die im Saloon tanzten. Ganz edle Exemplare holten ihr Herzblatt da natürlich irgendwann raus, weil es auf lange Sicht rentabler war, für das Geld eine Farm zu kaufen, den Whiskey selbst zu brennen und die Frau fest zu engagieren. Leider zeigten die Filme nie, wie es nach einem Jahr aussah, wenn den Frauen dämmerte, dass sie sich ihr Leben so eigentlich nicht vorgestellt hatten. Fluss ohne Wiederkehr fiel mir ein, Robert Mitchum und Marilyn Monroe. Mit dem Titelsong River of No Return in der Version von Hugo Race könnte ich eine meiner nächsten Sendungen eröffnen: Lost Songs Found– Die Prosa der Puffmutter. Dazu dann Gedichte von Thomas Brasch oder Wolf Wondratschek, die gern im Puff geschrieben haben. Songs über das älteste Gewerbe gab es genügend, mehr noch, einer meiner persönlichen Helden, John Lee Hooker, führte die Dienstleistung sogar im Namen.
Ich zog mich für den Uschi Club um. Vielleicht war ich nie dorthin gekommen, weil das Schild mich abschreckte: gekreuzte Beine, die vor dem Namen des Ladens aufleuchteten und die man durchaus als «M» lesen konnte. Der Puff lag in der Nähe der Mitteldeutschen Zeitung, und ich fragte mich, wer sich wohl zuerst da angesiedelt hatte. Vielleicht war das ja kein Zufall, sondern die Idee eines der genialen Stadtplanerhirne. Das nenn ich Infrastruktur. Puff und Regionalzeitung auf einer Höhe am Rande der Stadt. Zwei Dienstleister, die die komplette Bedürfnispalette der Dunkeldeutschen abdeckten: Sensationen, Sex und Kleinanzeigen. Und ein paar Meter weiter der Werkverkauf von Halloren-Kugeln. Da konnte man auf dem Heimweg noch was Schönes für Mutti mitnehmen.
Wenn Klepzig nicht auf Kosten des Steuerzahlers gevögelt hatte, dann musste es sich um eine bösartige Scharade handeln. Ich hatte keine Erfahrung mit Damen des horizontalen Gewerbes, auch wenn mir das keiner glaubt. Aber wenn sie so kooperativ waren, wie man es im Fernsehen immer sah, dürfte es relativ leicht sein herauszufinden, was dahintersteckte. Leider hatte ich keine Ahnung, wann die Heiligen Hallen ihre Tore öffneten, also rief ich den Taxifahrer meines Vertrauens an. Diesen Luxus leistete ich mir seit einiger Zeit. Rembert war eigentlich Künstler, drehte Underground-Filme, malte, arbeitete mit den irrsten Techniken der Fotografie. Leben konnte er nicht davon, also fuhr er Taxi. Er hatte immer die beste Musik im gutgelüfteten Auto und sprach kein Wort zu viel.
Jetzt klang er schlaftrunken, entweder hatte er noch ein paar gute Touren gehabt letzte Nacht, oder ihm war der doppelte Beton nicht bekommen, als er zu später Stunde im Hölderlin reingeschneit war, wo der Flüsterer und ich uns ein bisschen über Neil Young ausgetauscht hatten. Er schlurfte über die Worte, wie jemand Treppen steigt, der zu faul ist, die Füße zu heben.
«Rem-ber-t-Ta-xies. D-ie schne-ll-sten in Ha-ll-e.»
«Brachwitzer Brachvogelgehege», meldete ich mich.
«Scheiße, Meyer, was hast du mir da eingeflößt heute Nacht? Destillierte Antimaterie?»
«Wann macht der Puff auf, Rembert?»
