Troia und seine Ruinen - Heinrich Schliemann - E-Book

Troia und seine Ruinen E-Book

Heinrich Schliemann

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Beschreibung

In 'Troia und seine Ruinen' entfaltet Heinrich Schliemann seine faszinierenden Entdeckungen der antiken Stadt Troja und entführt die Leser in ein vielschichtiges Narrativ aus Archäologie und Geschichtsschreibung. Schliemann, als einer der ersten Archäologen, die systematische Ausgrabungen in der klassischen Antike durchführten, verbindet in diesem Werk aufregende Experimente, beeindruckende Entdeckungen und die Errichtung von Theorien über die Identität Trojas. Sein literarischer Stil ist geprägt von lebendigen Beschreibungen und einem unermüdlichen Streben nach Wahrheit, was das Buch zu einem wichtigen Dokument in der Wissenschaftsgeschichte macht. Die Verbindung von Mythos und Realität wird hier eindrucksvoll thematisiert und beleuchtet die damaligen Kontroversen innerhalb der archäologischen Gemeinschaft sowie die Faszination für Homers Epen. Heinrich Schliemann (1822-1890) war ein deutscher Kaufmann und Pionier der Archäologie, der die Welt von Troja entscheidend prägte. Sein unerschütterlicher Glaube an die historische Wahrheit von Homers Ilias motivierte ihn, die Ruinen zu erforschen und seine eigenen Theorien über die Lage Trojas aufzustellen. Schliemanns Leidenschaft für Geschichte, gepaart mit einem tiefen Zielstrebigkeit, führte ihn von bescheidenen Anfängen zu einem der bedeutendsten Archäologen seiner Zeit, deren Entdeckungen bis heute von großer Bedeutung sind. Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich für die Zusammenhänge zwischen Mythos und historischem Faktum interessieren. Schliemanns detaillierte Berichte bieten einen einzigartigen Einblick in die Anfänge der modernen Archäologie und laden den Leser ein, sich mit den Rätseln und Wundern der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Tauchen Sie ein in die Welt von Troja und erleben Sie die Archäologie als spannendes Abenteuer.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Heinrich Schliemann

Troia und seine Ruinen

Eine Reise in die Welt der Antike: Ausgrabungen, Entdeckungen und das Erbe Trojas
Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2024
EAN 8596547837091

Inhaltsverzeichnis

Cover
Titelblatt
Text

Troia und seine Ruinen

Inhaltsverzeichnis

Vortrag

von

Dr. HEINRICH SCHLIEMANN

gehalten

in der Aula der Universität Rostock

den 17. August 1875.

WAREN.

DRUCK VON C. QUANDT.

1875.

Troia und seine Ruinen.

Der Reisende, welcher vom Piraeus nach dem Hellespont fährt, sieht, nachdem er an der westlichen Küste von Lesbos vorbeigefahren ist, das Cap Lekton, welches die Westspitze des Idagebirges bildet. Dies Cap ist die südlichste Spitze des Landes, welches seit der Zeit Homers bis jetzt, und wahrscheinlich schon viele Jahrhunderte vor Homer, den berühmten, den unsterblichen Namen Troas getragen hat. Indem er die Westküste desselben entlang segelt, welche sich beinahe in gerader Linie nach Norden erstreckt und im Cap Sigeion endet, sieht der Reisende dort, in der Mitte eines dichten Eichenwaldes, die riesigen Trümmer der einst blühenden Stadt Alexandria Troas, welche nach ihrer grossen Ausdehnung wenigstens 500,000 Einwohner gehabt zu haben scheint. Der allgemeinen Meinung zuwider glaube ich nicht, dass diese Stadt von Antigonos gegründet, sondern dass sie nur von ihm vergrössert worden ist, denn Strabo (C. 604 und 607) sagt ausdrücklich, dass ihre Baustelle früher Sigia genannt wurde und dass Antigonos diese durch die Einwohner von Skepsis, Larisa, Kolonai, Hamaxitos und anderen Städten bevölkerte und sie Antigonia Troas nannte. Er sagt ferner, dass diese Stadt später von Lysimachos verschönert wurde, der sie, Alexander dem Grossen zu Ehren, Alexandria Troas nannte. Der Ort gefiel Julius Caesar so sehr, dass (nach Suetonius, im Leben Caesar’s) er beabsichtigte, ihn zur Hauptstadt des römischen Reichs zu machen. Nach Zosimos (II, 30) und Zonaras (XIII, 3) hatte Constantin der Grosse denselben Plan, ehe er Byzantion wählte. Unter Hadrian war der berühmte Redner Herodes Atticus Verwalter dieser Stadt. Es sind noch verschiedene Theile jener Wasserleitung erhalten, welche er baute und zu deren Kosten sein Vater Atticus aus eigenen Mitteln drei Millionen Drachmen beitrug. Alexandria Troas kommt auch in der heiligen Schrift vor als eine der vom Apostel Paulus besuchten Städte. Ihre bedeutenden byzantinischen Trümmer lassen keinen Zweifel, dass sie bis zum Ende des Mittelalters bewohnt worden ist. Jetzt wird sie Eskistambul genannt.

Gleich nachher passiert der Reisende die schöne Insel Tenedos, hinter welcher (nach der Odyssee) die Griechen ihre Schiffe verbargen, nachdem sie das hölzerne Pferd gebaut hatten. Unmittelbar nachher passiert er den Golf von Baschika, und sieht auf dem hohen und steilen Ufer, welches gleichfalls ein Ausläufer vom Idagebirge ist, drei kegelförmige Hügel, welche Heldengräber genannt werden, und von denen der grösste, „Udseck-Tepe“ genannt, 83 Fuss hoch und weit auf dem Meere sichtbar ist. Darauf fährt der Reisende um das vorgenannte Cap Sigeion herum, welches 300 Fuss hoch ist. Hier fängt der herrliche Hellespont an, welcher von der Troas und der thrakischen Halbinsel gebildet wird. Auf dem Cap liegt das nur von Christen bewohnte Dorf Jenisahir, auf der Baustelle des alten Sigeion, dessen Trümmer mit einer 6½ Fuss dicken Schuttdecke bedeckt sind. Am Fusse des Caps, an dessen N. Ost Seite, sieht man noch 2 kegelförmige Heldengräber, von denen das eine dem Patroklos zugeschrieben wird, während man das andere, dicht am Ufer gelegene, mit dem Grabe des Achilleus identificirt. In der That stimmt seine Lage mit der Beschreibung, welche uns Homer (Odyss. XXIV.) von dem Grabe dieses Helden macht. „In diese goldene Urne wurden Deine Gebeine gelegt, o ruhmreicher Achilleus, gemischt mit denjenigen des Patroklos, dem Sohn von Menoetios; aber getrennt die von Antilochos, den Du unter allen Gefährten am meisten ehrtest nach dem Tode von Patroklos. Und über sie häuften wir, die heilige Armee der speerschwingenden Griechen, ein grosses und untadelhaftes Grab, auf dem vorspringenden Ufer im breiten Hellespont: so dass es weit im Meere gesehen werden möge, von denen die jetzt geboren sind und von denen die später geboren werden.“

Hier endlich sind wir in der berühmten Ebene von Troia angelangt, welche 8½ englische Meilen lang, 1¾ bis 5 Meilen breit und auf der N. Seite vom Hellespont und auf allen übrigen Seiten von Höhen-Reihen begränzt ist, welche ebenfalls Ausläufer vom Idagebirge sind. Auf der Ostseite ist die Höhenreihe durch ein anderes, 4¼ engl. Meilen langes, 11/8 engl. Meilen breites Thal unterbrochen, welches mit der grossen Ebene verbunden, und nach N. und O. von Hügeln und nach S. von einem 100 bis 330 Fuss hohen ununterbrochenen Bergrücken begränzt ist, welcher weit in die grosse Ebene hinausläuft und in dem berühmten Berge Hissarlik endet. Eine zweite, aber viel kleinere Ebene dehnt sich am Ende der grossen Ebene nach Osten aus. Wie gesagt, ist das Ufer der Ebene von Troia nach W. vom Cap Sigeion, nach O. von den Höhen von Intepe oder Rhoeteion eingeschlossen. Die Ebene ist anfänglich so niedrig, dass sich im Ufer grosse und tiefe Teiche gebildet haben, deren Wasser immer dieselbe Höhe hat, denn das was durch Verdunstung verschwindet, wird durch Einsickerung vom Meere wiederersetzt. Von dort ab steigt die Oberfläche der Ebene allmählich, aber die gesammte Steigung beträgt nur 46½ Fuss auf 8½ Meilen. Die Ebene ist äusserst fruchtbar, aber die Hälfte davon besteht aus Sümpfen, deren grösserer Theil jedenfalls aus der vernachlässigten Cultur entstanden ist. Es leidet übrigens keinen Zweifel, dass zu Homer’s Zeit schon Sümpfe hier waren und einige derselben sogar ganz nahe bei der Stadt, denn nach der Odyssee (XIV, 472–475) sagt Odysseus zu Eumaeos: „Als wir aber zur Stadt kamen und zur hohen Mauer, legten wir uns in der Nähe der Festungswerke nieder, zwischen dichten Büschen, in dem Rohr und Sumpf.“