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Ein neuer Fall für Walter Krug und David Oppermann. In einem Wäldchen bei Klein-Breese wird die Leiche der jungen Lena Neubauer gefunden. Die Wendländer Kommissare tauchen ein in die Familie Dahlmann, auf deren Ferienhof das Opfer gearbeitet hat. Es scheint keine plausiblen Gründe zu geben, weshalb die junge Frau sterben musste. Bis sich herausstellt, dass sie scheinbar ein Verhältnis hatte. Doch mit wem? Die Ermittlungen führen zu dem schmierigen Landrat Dietrichs, der die Kommissare auf die Spur zur Windparkindustrie bringt. Zusätzlich scheint es zwischen den Kommissaren zu kriseln. Es gibt Risse in der sonst so engen Vertrautheit der beiden ungleichen Männer. Was war nur mit David los? Und plötzlich gibt es einen weiteren Mord…
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Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2021
Anna Ebeling
Verbrannte Erde
Ein Wendland-Krimi
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Inhaltsverzeichnis
Titel
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Impressum neobooks
Die Zeiger der alten Pendeluhr in der Diele von Adolf Hübner standen auf 5:25 Uhr, als der Revierförster sich die Schuhe anzog und seine Münsterländerhündin Fenja zu sich rief. Schwanzwedelnd erhob sie sich von ihrer Decke und sah ihr Herrchen erwartungsvoll an. Adolf Hübner strich ihr über den Kopf und klinkte die Leine in das Halsband ein.
»Auf geht´s«, sagte er und öffnete die Haustür. Er ging über seine Einfahrt bis zur einzigen Straße im Örtchen Klein-Breese. Hier bog er rechts ab und lief den Wirtschaftsweg in Richtung Waldrand entlang. Fenja hielt sich dicht an seiner linken Seite. Als Jagdhund war sie anständig erzogen und wusste genau, dass sie die am Anfang des Spazierganges ›Bei Fuß‹ gehen musste, bis sie am Wald ankamen. Erst dort würde sie freilaufen dürfen. Nach wenigen Minuten erreichten sie den Waldrand und Adolf Hübner blieb stehen. Fenja setzte sich brav, ohne dass ein Kommando ihres Herrchens notwendig war. Der Förster leinte seine Hündin ab und sagte leise: »Nun lauf!«
Fenja sprang auf und lief am Wegesrand schnuppernd los. Adolf Hübner genoss den Spaziergang am frühen Morgen. Die Sonne ging langsam auf und die Vögel begannen mit ihrem Gesang. Es war August und in den letzten Tagen kletterte das Thermometer stetig auf knappe dreißig Grad. Da war es um diese Uhrzeit angenehm frisch. Nach etwa zweihundert Metern endete das kleine Waldstück und Fenja blieb stehen und wartete. Adolf Hübner schloss auf und klopfte der Hündin lobend auf den Rücken. Sie bogen rechts ab und liefen den Pfad zwischen Waldrand und dem Luciekanal weiter in Richtung B 493, der Bundesstraße, die von Woltersdorf nach Klein-Breese führte. Wie jeden Morgen sollte das kurze Stück an der Straße entlang die morgendliche Runde beenden und Adolf Hübner würde, zurück in Klein-Breese angekommen, an dem Kiosk frische Brötchen und die Tageszeitung kaufen. Seine Frau Elsbeth war sicher schon dabei, den Frühstückstisch zu decken und Kaffee zu kochen.
Nach etwa zehn Minuten war der Pfad zu Ende und sie erreichten die Bundesstraße. Fenja blieb erneut stehen. Sie streckte die Schnauze in die Luft und schnupperte aufgeregt, den Schwanz steil nach oben gerichtet. Nur die Spitze wackelte leicht, so dass Adolf Hübner sofort merkte, dass seine Hündin eine Witterung aufgenommen hatte. Er stieß einen hellen, langgezogenen Pfiff aus, doch sie reagierte nicht. Er pfiff erneut, diesmal kurz und energisch. Etwas widerwillig drehte Fenja sich um und trabte auf ihn zu.
»Bei Fuß«, sagte er streng und Fenja gehorchte. Doch ihre Konzentration war auf etwas gerichtet, das Adolf Hübner nicht wahrnehmen konnte. So liefen sie die letzten Meter bis zur Straße. Dort angekommen setzte Fenja sich brav, Adolf Hübner schaute nach rechts und links, ehe sie die Straße überquerten, denn einen Fußweg gab es nur auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der Förster ging los, Fenja folgte ihm. Auf der anderen Seite angekommen blieb die Hündin mit einem Mal stehen, schnupperte wieder in die Luft und lief los.
»Halt, hier her«, rief Adolf Hübner ihr hinterher, doch Fenja achtete nicht auf ihn. Zu verführerisch war der Geruch, den nur eine feine Hundenase wahrnehmen konnte. Adolf Hübner war es nicht gewohnt, dass Fenja ihre eigenen Wege ging. Selbst wenn ein Hase oder ein Reh unvermittelt vor ihnen aus dem Wald kam, blieb Fenja an seiner Seite. Er konnte sich nicht erklären, was in seine Hündin gefahren war, und so lief er hinter ihr her. Auf der rechten Seite zog sich der Wald weiter, zur Linken verlief der Luciekanal. Adolf Hübner musste ein ganzes Stück den Weg entlanglaufen, bis er die Kurve erreichte, hinter der Fenja verschwunden war. Erneut rief und pfiff er zwischendurch, doch sie kam nicht. Als er um die Kurve herum gegangen war, sah er Fenja ein paar Meter weiter im Gebüsch interessiert an etwas schnuppern. Sie nahm keinerlei Notiz von ihm, und er wusste, dass es keinen Sinn machte, noch einmal nach ihr zu rufen. Also ging er zu ihr.
»Was machst du da?«, fragte er, als er knapp hinter seiner Hündin war. Sie zuckte erschrocken zusammen und lief mit eingezogenem Schwanz zu ihm.
»Platz! Bleib!«
Fenja legte sich hin und Adolf Hübner ging zu der Stelle, an der seine Hündin eben noch so begierig geschnüffelt hatte.
»Oh mein Gott«, flüsterte er plötzlich entsetzt. Vorsichtig ging er noch weiter ins Unterholz. Dann sah er es genau. Vor seinen Füßen lag eine Frau. Nackt und blutüberströmt. Ihre Augen waren weit aufgerissen, der Blick leer. Ihre Lippen hatten sich blau verfärbt. Dunkle Flecken zogen sich über ihre Haut. Die Hände waren mit dünnem Paketband auf dem Rücken zusammengeschnürt.
Adolf Hübner starrte geschockt auf die junge Frau. Erst als Fenja sich unbemerkt angeschlichen hatte und erneut an die Leiche ging, fand er seine Fassung wieder.
»Pfui, komm weg da«, sagte er und sie gehorchte sofort. Schnell griff er in die Jackentasche nach seinem Handy, stellte jedoch fest, dass er es vergessen hatte. Also nahm er Fenja an die Leine und lief nach Hause.
Der Fundort war weiträumig mit rot-weißem Polizeiband abgesperrt, als Adolf Hübner seinen Geländewagen abbremste und vor der Absperrung anhielt. Unsicher stieg er aus.
»Bitte drehen Sie um, hier gibt es nichts zu sehen«, herrschte ein uniformierter Polizist ihn an.
»Mein Name ist Hübner. Adolf Hübner«, stellte er sich vor. »Ich habe die Tote gefunden und die Polizei verständigt. Man hat mich gebeten, noch einmal her zu kommen.«
Der Beamte nickte. »Warten Sie hier«, sagte er und ging zu den anderen Polizisten, die um die Leiche herum versammelt waren. Er sprach kurz mit zwei Herren in zivil und deutet in Hübners Richtung. Dann kamen die beiden Kommissare auf ihn zu.
»Guten Tag, Herr Hübner«, sagte der Ältere. »Kriminalhauptkommissar Krug.«
Er reichte ihm die Hand. Auch der andere begrüßte ihn und stellte sich vor: »Oppermann, Kripo Lüchow.«
»Sie haben die Tote gefunden?«, fragte Walter Krug.
Der Förster nickte zustimmend. »Eigentlich war es mein Hund«, antwortete er. »Sie witterte etwas, als wir da vorne an der Bundesstraße waren. Und dann lief sie los. Das kenne ich gar nicht von ihr.«
»Und dann sind Sie hinterher und haben die Leiche gefunden?«
»Genau. Ich war ganz erschrocken.«
»Kennen Sie die Tote?«, fragte David Oppermann.
»Sie heißt Lena, aber den Nachnamen kenne ich nicht«, antwortete Hübner. »Sie arbeitet bei den Dahlmanns drüben auf dem Hof direkt an der B 493. Der Hof liegt zwischen Woltersdorf und Klein-Breese. Aber sie ist nur während der Ferien hier, betreut dort die Gastkinder. Wo sie sonst lebt, weiß ich nicht.«
»In Ordnung, damit haben Sie uns schon mal weitergeholfen«, bedankte sich Walter Krug. Er notierte sich die Anschrift der Familie Dahlmann, dann verabschiedete er sich und ging zurück zum Fundort. Adolf Hübner stieg in sein Auto, startete den Motor und beobachtete für einen Moment die Szenerie vor sich. Dann wendete er seinen Wagen und fuhr langsam zur Straße.
Walter Krug und David Oppermann gesellten sich zu ihren Kollegen der Spurensicherung, die diverses Material in kleine durchsichtige Tütchen verpackten.
»Und, können Sie schon etwas sagen?«, fragte Walter an den Pathologen Professor Dr. Stein gerichtet.
Der kleine glatzköpfige Gerichtsmediziner erhob sich aus seiner gehockten Position und zog seine Latexhandschuhe aus.
»Die junge Dame wurde offensichtlich erstochen. Der Täter muss ziemlich wütend gewesen sein, denn es zeigen sich sechs Stiche im Brust- und Halsbereich. Zwei davon sind in der Herzgegend. Möglicherweise gab es einen tödlichen Stich direkt ins Herz, oder sie ist durch den hohen Blutverlust gestorben. Das weiß ich wohl erst heute Abend.«
»Todeszeitpunkt?«
»Die Körpertemperatur der Leiche beträgt 32,5 Grad. Bei den derzeitigen Außentemperaturen können wir davon ausgehen, dass die Körpertemperatur pro Stunde um 0,5 Grad absinkt. Dann wären wir bei etwa 22 Uhr gestern Abend. Aber auch hier sind für eine genaue Angabe weitere Untersuchungen notwendig. Ich schätze mal, später Abend bis Mitternacht.«
»Okay«, antwortete Walter. »Sonst noch was?«
»Die Kleidung der Toten liegt ein paar Meter neben ihr. Darauf ist kein Blut zu finden. Das heißt, die Frau war nackt, als es zu dem Angriff kam.«
»Gibt es Hinweise auf sexuelle Gewalt?«
»Wie gesagt, für Näheres müsst ihr euch bis heute Abend gedulden.«
»Dann warten wir auf Ihren Bericht«, schloss David. Er und Walter Krug wandten sich ab und gingen zu ihrem Auto.
»Wir fahren am besten gleich zu diesen Dahlmanns«, schlug Walter vor. Sie stiegen ein, zogen die Türen zu und verließen den Fundort.
Nur wenige Minuten später erreichten sie ihr Ziel. An der Straße stand ein großes Holzschild mit der in geschwungenen Buchstaben geschriebenen Aufschrift ›Hof Dahlmann‹. Walter Krug lenkte seinen Renault auf die lange mit kleinen Feldsteinen gepflasterte Auffahrt. Auf der linken Seite grasten einige Ponys auf einer mit Holz eingezäunten Weide. Er fuhr direkt auf das Wohnhaus der Familie zu und parkte seinen Wagen neben einem schwarzen Mercedes Kombi. Die Kommissare stiegen aus und sahen sich um. Vor dem Haus standen eine schneeweiß gestrichene Bank und mehrere, mit Geranien bepflanzte Blumenkübel. Daneben waren einige Paare Gummistiefel und Stallschuhe aufgereiht. Das Wohnhaus führte direkt über in den Pferdestall, was an den geöffneten Boxenfenstern zu erkennen war.
Walter Krug und David Oppermann gingen zu der mit weißen Sprossenfenstern verzierte Haustür und drückten auf den Klingelknopf. Sie warteten, doch es rührte sich nichts. Sie klingelten ein zweites Mal. David drehte sich um und trat langsam auf die große Scheune zu, die am anderen Ende des gepflasterten Hofes stand.
»Hallo?«, rief er laut. »Ist hier jemand?«
Walter Krug folgte ihm. Gemeinsam marschierten sie über den Hof. Vor der Scheune gab es eine überdachte Sitzecke, daneben stand ein gemauerter Grill.
»Hallo«, wiederholte David.
Nach einem kurzen Moment trat eine Frau in schmutziger Jeans und gelb-weiß karierter Bluse aus der Scheune. Walter schätze sie auf etwa Ende fünfzig, Anfang sechzig Jahre. Die leicht ergrauten Haare trug sie zu einem lockeren Dutt gesteckt. Freundlich lächelte sie die Kommissare an und wischte sich die Hände an der Hose ab.
»Guten Tag«, sagte sie und streckte ihnen die Hand zur Begrüßung entgegen. Noch ehe Walter den Händedruck erwidern konnte, zog sie die Hand wieder zurück und lachte: »Besser doch nicht, ich bin ziemlich schmutzig.«
Walter lächelte und stellte sich vor.
»Kripo?«, fragte die Frau erschrocken.
»Darf ich fragen, wer Sie sind?«, wollte David wissen.
»Oh, natürlich. Mein Name ist Magda Dahlmann. Meinem Mann und mir gehört der Hof.«
»Frau Dahlmann«, begann Walter, »wir sind hier, weil wir erfahren haben, dass bei Ihnen eine junge Frau namens Lena arbeitet. Ist das richtig?«
»Lena Neubauer, ja genau«, antwortete Frau Dahlmann. »Sie betreut während der Ferien unsere kleinen Gäste. Was ist mit ihr?«
»Frau Neubauer ist tot«, sagte David. »Heute früh wurde eine weibliche Leiche am Luciekanal gefunden. Der Mann, der sie entdeckte, hat uns mitgeteilt, dass es sich dabei um Frau Neubauer handeln soll.«
»Oh nein«, flüsterte Frau Dahlmann entsetzt und schlug sich die Hand vor den Mund. Langsam ging sie ein paar Schritte, bis sie die Sitzecke erreicht hatte, und ließ sich auf der Bank nieder.
»Was ist passiert? Hatte sie einen Unfall? Vielleicht mit einem der Pferde?«, fragte sie erschrocken.
Walter und David setzten sich ebenfalls.
»Nein, es war kein Unfall. Sie wurde ermordet,« antwortete Walter.
»Ermordet?«, wiederholte Frau Dahlmann aufgebracht.
»Wann haben Sie Lena Neubauer zum letzten Mal gesehen?«, wollte Walter wissen.
»Gestern Abend. Wir haben mit den Feriengästen gegrillt. Hier, in dieser Grillecke. Anschließend sind alle in ihre Betten gegangen. Lena und ich haben noch zusammen aufgeräumt und den heutigen Tag besprochen. Dann bin ich auch schlafen gegangen. Lena wollte hier draußen noch in Ruhe ein Glas Wein trinken. Das tut sie öfter. Zum Abschalten.«
»Um wie viel Uhr war das?«
»Das muss so gegen einundzwanzig Uhr gewesen sein.«
»Und heute haben Sie Frau Neubauer noch nicht vermisst?«
Magda Dahlmann schüttelte den Kopf.
»Lena wollte heute zeitig nach Lüchow fahren, ein paar Erledigungen machen und zum Frühstück zurück sein.« Sie warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. »Es ist jetzt kurz nach acht. In einer halben Stunde gibt es Frühstück für die Ferienkinder.«
»Wissen Sie, was Frau Neubauer erledigen wollte?«
»Einkaufen. Für heute war ein Ausflug geplant. Eine Kutschfahrt zum Arendsee. Gleich nach dem Frühstück sollte es losgehen. Sie wollte mit den Kindern dort baden und Picknick machen.«
Die Kommissare bemerkten einen dunkelgrauen Range Rover, der langsam über die Einfahrt auf den Hof steuerte.
»Mein Sohn Jonas«, erklärte Magda Dahlmann und deutete mit dem Kopf auf den jungen Mann, der nun aus seinem Wagen stieg und auf sie zu kam.
»Guten Morgen«, rief er freundlich, als er die Kommissare erreichte.
»Jonas«, sagte seine Mutter, »die Herren sind von der Kriminalpolizei. Lena wurde umgebracht.« Dann fing sie an zu weinen. Jonas Dahlmann stand hinter ihr und legte seine Hände auf ihre Schultern.
»Wie bitte?«, fragte er die Kommissare. Walter berichtete von dem Leichenfund am frühen Morgen. Jonas setzte sich neben Magda Dahlmann und starrte die beiden Männer an.
»Das gibt es doch nicht«, murmelte er.
»Wir möchten mehr über Frau Neubauer erfahren«, fuhr David fort. »Sie ist also nur während der Ferienzeit hier?«
»Ja, genau«, antwortete Jonas. »In den letzten zwei Jahren verbrachte sie die Schulferien bei uns auf dem Hof und kümmerte sich um die Gäste. Sie liebte die Kinder und die Tiere.«
»Und außerhalb der Ferien?«
»Sie wohnte in Uelzen und arbeitete in einem Kindergarten als Erzieherin.« Es fühlte sich merkwürdig an, in der Vergangenheitsform von Lena zu sprechen.
»Gibt es in Uelzen Angehörige? Vielleicht einen Partner, Eltern, Geschwister?«, wollte David wissen.
»Es gibt da einen Bruder«, antwortete Magda Dahlmann. »Dirk heißt er. Sie lebten zusammen, wie in einer Wohngemeinschaft quasi.«
»Gut«, sagte Walter. »Wir würden uns gerne ihr Zimmer ansehen. Und wir brauchen ihre Anschrift in Uelzen.«
»Gerne«, erwiderte Jonas und stand auf. »Ich zeige Ihnen das Zimmer. Mutter, schreibst du den Kommissaren die Adresse auf?«
Magda nickte bedächtig und starrte vor sich auf den Tisch. Sie konnte nicht fassen, was geschehen war.
Jonas Dahlmann ging voran Richtung Wohnhaus und die Kommissare folgten ihm. Er schloss die Tür auf und sie betraten den großzügigen Flur. Während Jonas in einem kleinen Schränkchen nach dem richtigen Schlüssel suchte, sahen die Kommissare sich um. Neben der Eingangstür führte eine Treppe ins Obergeschoss. Unter ihr lagen zwei Hundekörbe auf dem gefliesten Fußboden. Ein weiß gestrichener Bauernschrank diente als Garderobe. An der gegenüberliegenden Wand hingen unzählige, ebenfalls weiße, Bilderrahmen mit Fotos von der Familie und ihren Tieren. Mehrere Türen gingen von dem Flur ab. Eine davon öffnete Jonas Dahlmann, nachdem er den gesuchten Schlüssel gefunden hatte.
»Wir müssen hier entlang«, sagte er und trat durch die Tür. Sie durchquerten die Waschküche und Jonas erklärte:
»Unser Haus ist über hundert Jahre alt und früher kam man durch die Waschküche in den Schweinestall. Meine Eltern haben alles umgebaut, als sie den Hof von meinen Großeltern übernommen haben. Die Verbindung vom Wohnhaus zum Stall ist geblieben. Der Schweinestall wurde für die Pferde umgebaut. Oben drüber sind die Zimmer der Feriengäste.«
